Besuch der Prinzen Heinrich zu erwidern und mit ihm an derselben Tafel im Sommerpalast zu fitzen, wo der Prinz Ehrengast sein wird. Obgleich diese Konzesfionen bloße Zeremoniesacht find, wird ihnen ein großer Werth beigelegt, da sie die letzte Schranke der kaiserlichen Borurtheile durchbrochen haben. Herrn v. Heyking wird die größte Anerkennung zu Theil für die taktvolle und rückfichtsvolle Diplomatie, mit der er seine Forderungen durchgesetzt hat. Prinz Heinrich wird wahrscheinlich einem Wettrennen beiwohnen und dem Sieger einen Pokal überreichen. Das diplomatische Corps arrangirt bereits Galadiners und Picknicks zu Ehren des hohen Besuches.
— Im Bereich des Ministeriums des Innern ist in letzter Zeit eine ganze Reihe von Veränderungen eingetteten. Nachdem zu Beginn des Jahres d« neue Ministerialdirektor I'r, v. Bitte.Meine Stellung angetreten hat, ist neuerdings für den zum Regierungs-Präfidenten in Koblenz ernannten Geh. Rath v. Trott zu Solz der OkÄc-Retzlerungsrath Holtz on8 Stettin einberufen worden. Der an Stelle des verstorbenen Geheimen OberregieiungsrathS Höpker getretene Geh. Ober- RegierungSrath M a u b a ch hat, wie verlautet, nach Beendigung eines ihm bewilligten Urlaubs nunmehr feine Geschäfte übernommen. Endlich ist das bisherige Referat des am 1. Juli in den Ruhestand tretenden Wirk!. Geh. Ober-Regierungsraths Nöll dem Regierungsrath Freund auS Koblenz übertragen worden. Während von den beiden aus dem Ministerium des Innern besetzten Stellen in der Prüfungskommission für den höheren Verwaltungsdienst die eine bereits fett dem Tode des Geh. Raths H ö p k e r verwaist ist, wird mit dem Ausscheiden deS Geh. Raths N ö II auch die zweite frei werden, so daß hier eine doppelte Neubesetzung stattfinden muß. Der Verlust der beiden hochverdienten und ausgtzeichneten Beamten wird der Kommission besonders fühlbar sein. Ueber die in Aussicht genommenen Ersatzmänner verlautet noch nichts.
— Nachdem die Errichtung eines Berufs- kousulates des Reiches in Prag in Aussicht genommen worden ist, ist die zunächst kommissarische Verwaltung des neuen Postens laut der .Nordd. Allg. Ztg.", dem bisherigen Konsul in Sarajewo, Freiherrn v. Seckendorfs, übertragen. Freiherr v. Seckendorfs ist in Prag eingetroffen und hat die Geschäfte des Konsulates übernommen.
Breslau, 15. April. Der hiesige Magistrat beschloß, wegen Nichtbestätigung des Mädchen- gymnasiums durch den Kultusminister Beschwerde an das Staatsministerium zu richten; die Stadtverordneten bewilligten unter Einspruch gegen die ministerielle Ablehnung die ersten Mittel für das Mädchengymnasium. Man sagte sich hier, daß die Entschließung insofern prinzipielle Bedeutung beanspruche, als es sich um die Gründung eines öffentlichen MädchengymnasiumS handelte, bei welchem die Frage der Berechtigungen, die bei. privaten Unternehmungen dieser Art offen gelassen werden kann, nicht zu umgehen war. Der Minister dürfte Be denken getragen haben, zur Errichtung einer Anstalt seine Genehmigung zu ertheilen, die im weiteren Verlaufe darauf abzielte, an Mädchen Zeugnisse der Reife zum Besuche der Universität zu ertheilen, während doch die Frage der Zulassung weiblicher Personen zum Studium auf unseren Universitäten noch der Erledigung harrt.
Ausland.
Afrika.
Tanger, 15. April. Das deutsche Panzerschiff „Oldenburg" ist heute nach Mazagau in See gegangen, nachdem es den deutschen Gesandten Freiherrn Schenck zu Schweinsberg mtt Gefolge hier an Bord genommen hat.
Aus Marburg und Umgegend.
Marburg, 16. April. Der hiesige Touristen- Verein hat mit der Bezeichnung der von Weidenhausen und Spiegelslust aus nach den verschiedenen Richtungen durch den Wald laufenden Wege begonnen. An den Bäumen bezw. Steinblöcken find zu» nächst mtt weißer Oelfarbe Vierecke angebracht, auf welche in allernächster Zett farbige Zeichen zur Unterscheidung der verschiedenen Sttecken gesetzt werden. Eine Strecke, die vom Bahngeleise in Weidenhausen nach Spiegelslust und dem Kaiser WilhelmS-Thurm, ist bereits fertig gestellt und mtt einem blauen Punkt bezeichnet. An der Zeiß'scheu Wirtschaft in Weiden- Hausen» am Kaiser Wilhelms-Thurm, auf dem Lichte- Küppel und Frauenberg sollen Orienttrungstafelu mit Erklärung der Zeichen für die einzelnen Wegestrecken angebracht werden. Das Ganze verursacht viel Kosten, .Arbeit und Mühe, ist aber im Interesse der Fremden, welche Marburg und seine Umgegend be- suchen und durchwandern wollen, wie auch im Juttreffe unserer Gegend selbst eine durchaus noch- wendige Einrichtung und daher zu wünschen, daß die Bestrebungen des Touristenvereins kräftig unterstützt und gefördert und insonderheit die von demselben getroffenen Veranstaltungen von jedermann in Stadt und Land geschont und geachtet werden. Hoffentlich nehmen bei uns die Rohheiten bald ein Ende, über die der hiesige Verschöuerungsverein erst in der gestrigen Nummer dieses Blattes wieder so lebhafte Klage zu führen hatte. Jeder Spaziergänger wird gebeten, den Vorständen der beider Vereine sofort Anzeige zu machen, wenn sie frische Beschädigungen cm Wegeschildern und Wegezeichen bemerken, damit den Uebelthätern rechtzettig nachgeforscht werden kann und diese dem Richter zugeführt werden können.
* Ordens-Verleihung. Se. Majestät der König genehmigte die Anlegung des Kommandeurkreuzes des Ordens der Königlich ttalienischen Krone dem ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universität zu Marburg, Geheimen Medizinal-Rath Dr. Behring. ”*
4- Konfirmation. Morgen finden in den hiesigen Kirchen die Konfirmationen statt. In der lutherischen Kirche sind es 70 Mädchen und 64 Knaben, in der reformirten Kirche 37 Mädchen und 34 Knaben, in der Elisabethkirche 36 Mädchen und 35 Knaben und schließlich in der katholischen Kirche zur ersten Kommunion 8 Mädchen und 14 Knaben.
* Parole-Mnfik findet morgen von 12—1 Uhr auf der Ketzerbach statt.
4- Handelsschule. Das neue Schuljahr der hiesigen Handelsschule beginnt am Montag, den 2 5. April. Näheres befindet sich im heutigen Jtrseratentheil.
* Bom juristischen Studium. Eine auch in unser Blatt übergegangene Notiz der „Magdeburgi- schen Zeitung" hat in der Preffe zu Erörterungen geführt, welche der Auffassung Raum geben, als ob die Erlaffe des preußischen Justiz- und Kultusministeriums vom 18. Januar d. I., betteffend die erste juristische Prüfung, dem Zwecke dienten, preußische Studirende im Besuche außer- preußischer Universitäten des Reiches zu beschränken. Nach eingezogenen Erkundigungen entspricht diese Auffassung den Absichten der Erlasse keineswegs, wie man an maßgebender Stelle auch den fraglichen Preßerörterungen durchaus fernsteht. Vielmehr .ist es selbstverständlich, daß den Studirenden der Besuch von außerpreußischen Universitäten, soweit deren Einrichtungen ein ordnungsmäßiges Studium nach Maßgabe der preußischen Bestimmungen gestatten, auch weiterhin nnverschränkt bleibt.
+ Nene Realschule. Der Bau des neuen Realschulgebäudes ist dem Bauunternehmer Herrn Carl Groth Hierselbst Übetragen worden.
4- Zahnärztliches Institut. An Stelle des Herrn Professors Dr. Witzel hat sich Herr Zahnarzt Hans Albrecht hier niedergelassen, und ist diesem auch die Leitung des zahnärztlichen Instituts hier- felbft übertragen worden.
* Collecte. Die vom König!. Oberpräsidium für die Jdioten-Anstalt zu Scheuern bei Nassau genehmigte Collecte wird im Laufe nächster Woche durch den Collectanten Ludwig in hiesiger Stadt wieder eingesammelt werden. (Sergi. Inserat.)
* Lotterie. Wir verweisen auf das Inserat in heutiger Nummer, wonach die Erneuerung der Loose zur Ziehung 4. Klaffe König!. Preußischer Landes Lotterie spätestens bis zum 18. April, Abends 6 Uhr stattzufinden hat.
4- Saatenstand. Wie man aus landwirth- schastlichen Kreisen erfährt, ist der gegenwärtige Stand der Wintersaat fast überall ein ganz vorzüglicher zu nennen. Besonders gut haben, ttotz des Anfangs während der Kälte mangelnden Schnees, Roggen und Weizen überwintert und verspricht die Ernte, wenn nicht außergewöhnliche Witterungseinflüsse sich geltend machen, eine sehr gute zu werden.
+ Strafkammer. Der Zimmermann Lorenz Totenbier von Neustadt war vom boitigen Schöffengericht wegen Uebcrfall und Mißhandlung des Arbeiters Ernst Schmidt zu 4 Wochen Gefängniß und in die Kosten veruriheilt worden, wogegen er Berufung einlegte. Beide saßen nämlich am 1. November v. I. in der Reichenbach'scheu Wirthschaft zu Neustadt und gerieten hier in Wortwechsel, versöhnten sich jedoch gleich wieder und gingen auch zusammen nach Hanse. Als sie nun vor der Wohnung des Totenbier anlangten, ging die Prügelcrei wieder los und zwar über einen Vogelskäfig, den einer dem andern geliehen, aber nicht wieder zurückgegeben hatte. Der Angeklagte gab gestern bei feiner Vernehmung an, daß ihn Schmidt zuerst geschlagen und gestochen und er sich deßhalb nur gewehrt habe. Schmidt behauptete das Gegentheil, verwickelte sich jedoch oft in Widersprüche, die seine Angaben unglaubhaft erscheinen ließen. Nachdem die Bertheidignug Freisprechung beantiagt und die Staatsanwaltschaft sich dieser Ansicht anschloß, lautete der Spruch des Gerichts auf Aufhebung des angefochtenen Urtheils und kostenlose Zfteisprechung.
* Witterung. Diese Nacht waren 4,25 Grad C Wärme. Heute Mittag hatte die Lust eine Temperattn von 14 Grad C. Wärme. Barometerstand 748 mm, gegen gestern um 1 mm gefallen. Windrichtung: NO.
Sonu«--Aufg«rg 5,l8 Mond-Ausgang 3,17
Somren-Nntergaug 7.04 Mond-Untergang 3,07
# Mardorf, 16. April. Am 3. Osterfeier- tage ging beim Elisabethbrunnen das Pferd deS Besitzers Riehl von hier mtt dem von Personen besetzten Wagen dnrch. Die Jnsaffen suchten sich durch Abspringen zu retteu, wobei namentlich der Maurer A. Pfeffer von Schröck erhebliche Verletzungen erlitt.
27. Chirurgenkongreß.
Das Thema des zweiten Verhandlungstages waren in Berlin vorgestern Operationen am Magen und Darmkanal. Zuerst sprach Profeffor K r ö n l e i n (Zürich) über Magenresektion und Magenexstirpation. Er gab zunächst genauere Nachrichten über das Befinden einer Frau, bei welcher vor ungefähr einem halbe» Jahr von seinem Assistenten Dr. Schlatter der gesummte Magen wegen einer Krebsgeschwulst so weit herauSgeuommen werden mußte, daß die Speiseröhre mtt dem Dünndarm in Verbindung gebracht wurde. Diese magenlose Patientin lebt jetzt noch bei vollem Wohlbefinden, hat an
Körpergewicht gut zugenommen, in der Nahrungsaufnahme ist von dem vollkommenen Fehlen des MagenS nichts zu bemerken. Der Fall ist nicht allein m rkwürdig durch daS Gelingen der Operation, sondern auch von hoher wissenschaftlicher Bedeutung, da wichtige Fragen der Ernährung-Physiologie an ihm gelöst werden können. Weiterhin berichtete der Vortragende über 21 Fälle von Magenresektion wegen Krebs. 5 Kranke starben an den Folgen der Operation, 16 überstanden sie. — Dr. Schuchart (Stettin) sprach über Regeneration des Magens «ach totaler Resektion. Auch der Vortragende kann über den weiteren Verlauf eines Falles von allerdings nicht so vollständiger Magenexstirpatio» berichten, welcher vor zwei Jahren bereits dem Chirnrgenkongreß vor- gestellt worden war. Der Patient, der seinen Beruf schon wieder lange Zeit völlig versehen konnte, ist in diesem Jahre an einer Brustfellerkrankung gestorben. Auch hier war die Aufnahme von Nahrung wie bei einem Gesunden möglich, und es hat sich bei der Sektion der sehr intcreffante Befund ergeben, daß durch Erweiterung des bei der Operation zurückgebliebenen Magenrestes eine neue Magenhöhle sich gebildet hatte. — Dr. Stendel (Heidelberg) berichtete über die Resultate, welche in der Czernyschen Klinik mit Operationen am Magen erzielt worden sind. Die Lebensdauer wurde verlängert, Stendel glaubt sogar, daß die Geschwülste nach dieser Operation in ihrem Wachsthum stillstehen, ja sich sogar zmück- bilden können. Nach der Gastroenterostomie wegen narbiger, nicht durch Geschwülste bedingter Verengerungen heben sich die Funktionen des MagenS rasch, und infolge der günstigeren Verhältniffe kommen gleichzeitig bestehende Geschwüre leichter zur Heilung. Nach Magenresektion wegen bösartiger Geschwülste konnte Heilung noch nach 3V2 bis 8 Jahren, nach Operation wegen narbiger Verengerung konnte Heilung noch nach 15 Jahren bestätigt werden. — Profeffor Mikulicz (Breslau) bespricht in seinem Vortrage: „Beiträge zur Technik der Operationen beim Magenkrebs" unter Demonstration zahlreicher Abbildungen und Präparate eingehend die verschiedenen Arten und Ausbreitungswege des Magenkrebses. Dr. Heiden- hain (Worms) zeigt ein Magenpräparat mit völliger narbiger Verwachsung des Magenausgangs. Herr Doyen (Paris) demonstrirt in einem Vortrag ein neues Verfahren zur Ausführung von Operationen am Magen und Darmkanal. Dr. Karg (Zwickau) berichtet über die von ihm operirten Fälle von Magenkrebs, von denen bemerkensweith ist, daß ein Patient nach 3 Jahren ohne Rezidiv lebt, bei einem anderen nach sehr ausgedehnter Resektion sich sehr bald die Funktion deS Magens völlig wiederh rstellte. In der Diskussion weist Dr. ßojbfer (Bochum) darauf hin, daß die ausgedehnten Resektionen des Magens erst möglich wurden seit der zweiten Bill- roth'schen Operation (Resektion mit Gastroenterostomie), aber er verwirft ein bestimmtes Schema und individualifirt in jedem Falle. Oft zeigt sich, daß da, wo man annahm, fast den ganz-« Magen entfernt zu haben, bei der Sektion ein großes Stück des Organs übrig geblieben ist, ebenso wie eine Sanduhrform des Magens zur Täuschung Ver- arlaffung geben kann. Auch große Verwachsungen verhindern ihn nicht, die Exstirpation vorzunehmen, wobei er selbst Stücke der Bauchspeicheldrüse mit- nimmt. Heir v. Hacker (Innsbruck) hat neun Fälle resezirt. Ein Fall ist noch »ach acht Jahre« reMvfrei, ebenso kann Herr Rehn (Frankfurt a. M.) über die wetteren Schicksale früher von ihm operirter Fälle Günstiges berichten. Gegenüber früheren Einwendungen gegen die künstliche Erweiterung des Magenausgangs empfiehlt Dr. Kausch von der Breslauer Klinik noch einmal diese Operation. Prof. Eugen Hahn (Berlin) theift die Ergebnisse seiner Magenoperattonen mtt. Bemerkenswerth bei seine« Erfahrungen ist, daß fämmtliche über 60 Jahre alte Patienten, bei denen der Magen resezirt worden ist, gestorben find, und er zieht daraus den Schluß, daß man in diesem Alter eine Operation dieser Art vermeiden solle. Bei geschwächten Patienten kann man erst die Gastroenterostomie machen, und wenn sich die Patienten erholt haben, die Hauptoperation anschließen — Dr. Jordan (Heidelberg) berichtet u, A. von einer Patientin, bei welcher der Magen geöffnet wurde, bei welcher sich aber am und im Magen nichts Krankhaftes bemerken liefe; auch in diesem Fall, wo rein nervöse Störungen vorausgesetzt werden mufeten, hat die Operation für einige Monate große Besserung herbeigeführt. Prof. Gussenbauer (Wie«) berichtet über seine Resektionen des Pförtners, welche in so ausgedehnter Weise nur i« Verbindung mtt be: zweite« Billroth'scheu Operationsmethode möglich find. Dr. Storp (Königsberg) stellte wegen einer die Darmlichtung ganz verschließenden Geschwulst mit Hilfe des Murphyknopfes eine Anastomose zwischen Dick- und Dünndarm her; als sich später wieder Darmstörungen einstellten, fand sich bei der Untersuchung mit Röntgen-Strahlen, sowie bei der folgenden Radikaloperation der Knopf im aufsteigenden Dickdarm vor. Die nun folgende Diskussion behandelte die Anwendung des metallenen, nicht reforbir« baren Murphyknopfes und des von Frank (Chikago) angegebenen Knopfes zur Vereinigung zweier Darm- endeu. — Dr. Popchert (Gießen) berichtet über einen Fall von 5 Darmresektionen wegen Schußverletzung. Es handelte sich um eine zwölffache Verletzung des Dünndarms durch einen Pistolenschuß, welche durch Entfernung von Dünndsrmstücken an fünf verschiedenen Stellen geheilt wurde. Im Anschluß daran berichten Herr Karg (Zwickau), Zeller (Berlin) und Beffel-Hagen (Charlottenburg) über ihre Erfahrungen über Bauchschnitt bei Schußverletzunge« der Därme.
In der Nachmtttagsfitzung handelte es sich toefent» lich um die Behandlung der tuberkulösen
Wirbelentzündung und ihren Folgen, bt| sogenannte« Pottsche« Buckels.
A'
Heffen-Naffau und Nachbargebiete.
Cassel, 15. April. Auf dem Druselplatz fang heute Mittag ei« kleiner Junge ein gut gefüllt^ Portemonnaie. Noch iai Nachzählen des I,. Halts begriffen, eS konnte» etwa 35 Mk. sei«, eine Dame auf ihn zu mit dem Bemerke«, bas Portemonnaie wäre ihr vorhin aus der Tasche gefalle», worauf ihr auch der Junge dasselbe aushändi.qt usb einen Thaler Finderlohn bekommt. Nach einige» Zeit kommt ein Herr, Passanten nach einem ettoa gefundenen Portemonnaie fragend; zufällig war bc Kleine noch da und nun kam der Schwindel an bt» Tag. Die rafpnirte Gaunerin halte wahrscheinlich gesehen, wie der Junge das Portemonnaie aufhob, und gleich ihren rasfinirten Plan ansgehecki.
Safet .Zacks gicibet Silis
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sirbette ßolizci Sasenh -itKi
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Von der Diemel, 15. April. Auf bet baß de
Landstraße von Arolsen nach Strothe wurde laut „C. A. Zig." ein Mädchen von einem gut gekleidete» Mann, der sich zu demselben gesellt hatte, vergewaltigt. Das Mädchen, welches von dem Unhost am Halse gefaßt wurde, leistkte tapfere Gegenwehr, schrie laut um Hilfe, und so ergriff derselbe schleunigst die Flucht in den nahen Wal» Das zerkratzte 6t, sicht, mit wclchem der Unmensch abgefertigt morde», wird der Polizei hoffentlich Gelegenheit bitte«, die Spur desselben zu ermitteln und für seine Festnahm sorgen.
Hofgeismar, 15. April. Anläßlich des 50- jährigen Dienstjubiläums deS Herrn Forstmeister Euler hier, ist demselben der Rothe Adlerorde» 3. Klaffe mit der Schleife und der Zahl 50 ver. liehen worden. — Heute fand auf dem H a u p t- gestüt Beberbeck in öffentlicher Versteigerung der Verkauf von 32 Pferden statt. Das höchste Gebot wurde mit 3260 Mark erzielt, das Miudetz- gebot betrug 120 Mark. Das Gesammtresultat belief sich auf 47 200 Mark. Die Auktion hatte, wie immer, eine ansehnliche Zahl Kauflustiger, namentlich auch aus Offiziers- wie Sportkreisen, herbeigezogen.
hatte, seiner Seife bet Lei schein!« Wider reizen 1 Leiber beide« Meri »räfidiu eine 8
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Wiesbaden, 15. April. Der Kaiser besuchte Lemrth
gestern um 7^ Uhr das Hoftheater und wurde ba-
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selbst von Trompeter« in altdeutscher Tracht ntü Sfftntlii
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Gefängniß. — Vor dem Schmoller'schen Waarenhart
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Fanfaren begrüßt. Aufgeführt wurde das Lustspiel ,3m weißen Röfele" von Blumenthal und Kadelbnrg. Der Kaiser wurde von dem sehr zahlreich anwesende»
Es ist bestimmt, daß der Kaiser am 18. ds. zu« Besuche des badische« Hofes sich «ach Karlsruhe
auch die 3000 Mark in Banknoten enthalte» waren, entnommen hatte, stellte sie daS Täschchen neben sich auf das Schreibpult. Als sie sich im nächste»
Messer an. Zum Glück glitt der Stofe an eine» Schlüffelbunde ab und verursachte nur eine geringe
Zeichen, Örbnun
Echwin sinssehe
In Schöffen »egen: eit den 3nsch seiner I
siosi« Bäbe
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Frankfurt, 15. April. Eine Frau aus Wies- «rden baden hatte in der Umgegend ein Kapital von 3000 n»b krä Mark, das ihr als Erbschaft zugefallen war, bt» Jtie Er hoben. Auf dem Hauptbahnhof gab sie vorgestern Rehr c ein Telegramm au ihren Margr auf und als sie die Woche« Telegrammgebühr aus dem T ä s ch ch e«, in welche» Wohlde
Hersfeld, 15 April. Herr von Stegmam und Stein, Lieutenant im Kaiser Franz - Garde- Greuadier-Regiment zu Berlin, erlegte in der Nach: vom Mittwoch auf Donnerstag im Revier des Herr» Oberförsters Voigt-Niederaula einen prächtige» Auerhahn.
der Maschinist Dalle ans Kastel seinen Tod.
Koblenz, 15. April. Jm Aufttage der ungati’ scheu Regierung besuchte dieser Tage Profeffor Dr-i Bola Schack aus Pest unsere Stadt, nm die Einrichtungen der hier unter der Leitung des Direktor* Dr. Zimmermann stehenden Kaufmännischen Fort« bildungsschule und der Handelsschuld für Mädchen kennen z« lernen.
von dem Schöffengerichte zu Frankfurt wegen Betrug Versuchs auf eineGefänguifestrafe von zwei Wochen erkannt. j
Mainz, 15, April. Im hiesige« Cetttralbahv Hofe wurde heute Abend der Heizer Hardt, als er vor dem Tunnel die Geleise überschritt, von be» einlaufenben Frankfurt-Kölner Schnellzuge überfahre" und g e t ö b t e t. In ähnlicher Weise und unweit der heutigen Unglücksstelle fand erst vor kurzer Zeit
totoeten Nteff« Ne jft Äoei
begiebt und am 19. dS. nach Berlin zmückreist. Eine Bmnt ? Äuerhahnjagd findet in diesem Jahre nicht statt. i
Publikum beim Erscheinen im Theater und beim Ber- lassen desselben mit jubelnden Hochrufen begrüßt.'
Augenblick umwendete, um daS Täschchen wieder anpiatütlii sich zu nehmen, war eS verschwunden. Ans das Jammern der Frau eilte sofort die Polizei tm erst herbei, da sie aber auch nicht die mindeste Angabe Behandl über den Dieb machen konnte, so war die Polizei Die Be!
Der schon häufig bestrafte Schlaffer Franz Kostor? ichlensa griff in einer Märznacht einen Zuhälter mit be»
Handlungen mit dem deutschen Konsulat in Londo»
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Wunde. Das Urtheil lautete dennoch auf l1/t Iahe *te ber
^biläu tom 23 tti# h«f( S be ? bas Vereine -'s bei Witfy vQgberi •erben
stahl die Taschendiebin Anna Keil einer Dame baS feffer gi Portemonnaie mit Mk. 60. Urtheil: vier Monat!
Gefängniß. sischprü
Nidda, 14. April. Eine von hier gebürtig § g^jch Frau glaubte Aussicht auf eine große ErbschaftM fei» in England zu habe« und ließ durch Vermittels tmtn $ eines als Schriftverfaffer bekannten HaufirerS Bei'
auch nicht im Stande, nach irgend einer Seite !> siolksfch fort zu recherchireu. Mitleidige Reisende sammelte» zBerstr, schließlich unter sich für die bedauemswerthe Fra» tzeientli einen Bettag, um ihr die Heimreise zu ermöglichen. —- heiße t
einleite«, welche aber kein günstiges Resultat hatte» In der Folge solle« nun seitens des Sachwalteri 50 Mark gehabte Auslagen liquidirt worden feil, deren Richtigkeit jener nicht nachzuweisen vermochte- Auf erhobene Anzeige wurde nun gegen den Haust«! \