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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. t"V*zV

OuartalS-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen

Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge- t _

spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg. öDttttduCHv, 16. Apm 1898.

KöcchßW Jeilmg.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei in Marburg. Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg.

Expedition: Markt 21. Telephon 55. WVHIHUyyRedaktion: Markt 21. Telephon 55.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-

Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Gaffel, Magde- nn bürg, Wien; Rudolf Mosse, Frankfurt a. M Berlin, München, Köln; du. ^dyTU. E. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris x.

Der Konflikt der Vereinigten Stddten mit Spdnien.

Der von der Mehrheit der SeuatSkom- miffion zu Washington für die auswärtigen ilugelegrnheiteu beschlossene Bericht ist sehr umfang­reich. Er hebt besonders die Katastrophe des Panzer­schiffs .Maine" hervor und sagt: Obwohl die Er- rexnng, die das amerikanische Volk empfand, durch nichts gemildert wurde, wurden die Aeußerungen dieser Erregung unterdrückt, bis die amtliche Unter­suchung die Ursache der Katastrophe enthüllen würde. Die Kommission ist der Ansicht, daß die Vernichtung der .Maine" den spanischen Behörden zuzuschreiben ist, oder daß sie möglich geworden ist durch eine so schwer­wiegende Nachlässigkeit derselben, daß sie einem positiv criminellen Akt gleichkomme. Die Explosion sei mir ein Glied in der langen Kette der vorangegangenen Ereignisse, von denen man sie vernünftigerweise nicht trennen könne. Der Bericht befürwortet die uvge- sämnte Anerkennung der Unabhängigkeit Cubas und die Errichtung einer unabhängigen cubanischen Re­gierung, sowie die Einmischung der Bereinigten Staaten, um die Beendigung des Krieges auf Cuba herbeizuführen. Des weitern verbreitet sich der Be­richt ausführlich über die von den Spaniern be­gangenen Grausamkeiten und erinnert an die von den Merikanischen Konsuln eingesandten Darstellungen; da Bericht erklärt, Spanien suche die cubauische Raffe systematisch zu vernichten.- Dieser ganze Theil des Berichts spricht von Spanien in sehr scharfen Ausdrücken. Es heißt dann am Schluß: Wenn Spanien in dem Vorgehen der Vereinigten Staaten einen Grund zum Kriege sieht, so wird dieses Er- pbuiß von dem amerikanischen Volke, das auf die Gerechtigkeit seiner Handlungsweise vertraut, ange­nommen. Der von der Minderheit des Senatsaus­schofles beschlossene Bericht ist ähnlich demjenigen 1 [da Mehrheit: er weicht insofern ab, als er auch »erschlägt, die gegenwärtige von den cubanischen Aufständischen gewählte Regierung anzuerkennen.

[ Am 12. April wurde in Washington der Generalkonsul General Lee von dem Abgeordneten- Ausschusse über die militärische Lage ans Cuba ver- »ommen. General Lee drang lebhaft darauf, daß der Krieg binnen 24 Stunden erklärt werden müsse, veon Spanien nicht bis dahin die Räumung Cubas beschlossen habe. Lee machte in diesem Sinne auch be» Präsidenten Mc Kinley und den Kabinets- «itgliedern ernsthafte Vorstellungen. ES wird hervor­gehoben, daß Lee vom Präsidenten Cleveland nach iklba ausdrücklich deßhalb gesandt worden war, weil « wegen seiner militärischen Erfahrungen in der Lage «ar, genaue Erkundigungen zu sammeln. Die spa- rflche» Behörden, die darum wußten, ertheilten ihm

(Nachdruck verboten.)

Getrennte Sterne.

Roma« ans der Gesellschaft von H. Waldemar.

(Fortsetzung.)

»Endlich, nach langen Wochen ist es mir wieder ^rgönnt. Sie zu sehe», gnädiges Fräulein!"

»Erinnern Sie sich nicht, Herr Rittmeister, daß >ch gleich voraussagte, damals im Theater, ich sei ^berechenbar? Hatte ich nicht Befürchtungen, Adriennes dmoladung avzunehmen?"

»Ich kann mir aber nicht denken, daß Ihre Be­achtungen in Erfüllung gegangen ftab."

n .Nein, nicht in dem Sinne," erwiderte Juanita träumerisch, während sie mit Dony durch den festlich Achteten Garten schritt. Sehen Sie dort hin- «ber! Welch« Mühe gebe» fich Adrienne und der Afleffor, um da» Arragement noch immer feenhafter i® gestalten."

; »Sie weichen mir aus, Jua. Wenn Sie wüßten, ** ich diesen Tag, diese Stunde herbeigesehnt habe, »un"

»Verlangen Sie nicht zu viel, Herr Rittmeister, **6 hegen Sie keine voreiligen Wünsche!' gab siege- zurück, während ihr Blick dorthin zurückkehrte, ^ vorhin Adrienne und Mondega einige Lampions gehängt und fich dann sie sah es deutlich, in 191 Park verloren hatten.

. »Wollen Sie denn nicht zu den anderen zurück- sHren?"

»Fürchten Sie ein Alleinsein mit mir?"

L »Vielleicht I Nicht so," fuhr sie rasch fort, als ? sich abwenden wollte, kleinliches Verletztsein Ihrem Charakter ja so fern."

»Ich bin Ihnen sehr verbunden für Ihre gute

zwar das Exequatur, habe« ihn jedoch stets kühl be­handelt und in ihm mehr einen militärischen Runb« schaster, als einen Konsul erblickt.

Die Lonboner .Times", bie mit einigem Vorbe- halt auf der amerikanischen Seile steht, kann nicht umhin, die Lage nach den Kongreßverhavdlnngen folgendermaßen zu beurtheilen: In den Augen der gesitteten Welt kann der Fall der Vereinigten Staaten schlechterdings nicht ernsthaft in der Art beurtheilt werden, wie er dort dargestellt wird. Sogar die­jenigen, die alles das gelten lassen, was über die spanische Mißregierung auf Cuba gesagt wird, fragen sich, ob der Kongreß eine Körperschaft ist, die mit der Aufgabe betraut werden kann, die Ordnung auf Cuba wiederherzustellen. Der Beschluß, den das Abgeordnetenhaus mit großer Mehrheit gefaßt hat, paßt nicht allein zu der Heftigkeit des begleitenden Berichtes, sondern auch zu den Unordnungen und Gewaltthätigkeiten, die in dieser Körperschaft vorge­kommen sind. Augenblicklich ist die Lage so, daß der Kongreß in der That sich für den Krieg auS- spricht, ohne anders als in verschwommenen Worten gesagt zu haben, wofür er kämpfen will.

Die Königin-Regentin in Spanien unterzeichnete gestern das Dekret, betreffend die Er­öffnung einer Nationalsubskription zur Vermehrung der Flotte. Ein Ministerrath unter dem Vorsitz der Königin-Regentin beschloß, den Termin für die Er­öffnung der Kammern abzukürzen uud dieselben zum nächsten Mittwoch einzuberufe». Beim Verlaflen des Ministerrathes erklärte einer der Minister, der Konflikt stehe dicht vor der Entscheidung. Spanien habe sein Möglichstes gethan, um den Krieg zu vermeiden. Sicher seines Rechtes, sei es bereit, sich zu vertheidigen. Nach dem Ministerrath traten die Minister nochmals zusammen und beschloffen, an die Vertreter der Großmächte eine Note zu senden, in der die Beschlüsse des Ministerraths bekannt ge­geben und die Lage auSeiuandergesetzt wird. Auch die Madrider Blätter betrachten den Krieg als unver­meidlich; die neuesten Meldungen aus Washington rufen in Spanien tiefgehende Erregung hervor. Man protestirt ohne Unterschied der Parteistellung gegen die verleumderische Unterstellung, daß dieMaine"- Katastrophe von spanischen Offizieren verursacht sei. Man könne beweisen, daß im Hafen von Havanna niemals ein Torpedo gelegt worden sei. Marschall Martinez Campos erklärte einem Bericht­erstatter gegenüber, er werde, um dem Vaterlande zu dienen, jeden Posten annehmen, den man für ihn bestimme. Jeder solle wiflen, daß die Situation eine ernste sei, damit Jeder ruhig bleibe, welche Ent­scheidung auch getroffen werde.

Ein Mitglied der Regierung in Washington sagte einem Journalisten:Wir werden zunächst zehn Tage warten, ob fich Spanien auf die Resoluttonen

Meinung, aber es wäre mir lieber, Sie zeigten mir diese durch die That."

.Sie quäle» mich!"

Fast lautlos war es über JuaS Lippe» gekommen, uud doch hatte er den Sin» der Worte erfaßt; zu­gleich blieb er stehen, nahm das Mädchen au beide» Händen und drehte es so, daß die nächste Laterne ihr schönes, in diesem Moment todtenblaffeS Antlitz beleuchtete.

.Laflen Sie mich, ich beschwöre Siel"

Nein, Jua, einmal muß es klar zwischen uns werde». Vorher aber löse» Sie die Räthsel, die Sie umgeben. Sie allein vermöge» es, Sie allein können alle böse» Gedanke», alle Zweifel banne». Was ists, das Sie heute weich uud hingehend, morgen ver­bittert fein läßt?" Was treibt Sie dazu, stunden­lang die Einfamkett zu suche», was*

,0, fragen Sie nicht I" wehrte Jua augstvoll.

Sehen Sie mich an!" gebot er freundlich, aber fest. Unwillkürlich gehorchte sie ihm und begegnete dem heuen Blick feiner brauner, Augen, die so tief fich in die ihren senkte».

,WaS ists, das Sie uns alle» so fremd erscheinen läßt? Jua, Sie wiffen, waS mich erfüllt, Sie haben mich ahnen laffen"

Nein, nein, Dony, o, haben Sie Erbarmen! Sie find gut »nd edelmüthig, und doch können Sie meine Qual mitansehen, ohne fie zu mildern I"

Die Angst, die sie verzehrte und der Dony keine Deutung zu gebe», wußte war deutlich auf ihrem Er­ficht ausgeprägt; fie ließ dasselbe älter erscheinen und vertteste die scharfe» Linie», die et so ost an ihr be­obachtet hatte, wenn sie von ihre» einsamen Wander- ungen zmückzekehrt war.

Einmal war er nahe daran gewesen, ihr zu folgen und auszukundschasten, wohin fie ihre Schritte lenke;

des Kongresses äußert; dann gedenken wir Spanien zur Initiative zu zwingen. Wir werden einige Kriegsschiffe mit Nahrungsmitteln für die hungernden Cubaner aussenden; ebenso werden unsere Konsuln unter dem Schutz der Marine auf ihre Posten nach Cuba zurückkehre». Widers, tzt sich dann Spanien, so hat es selbst de» Krieg begonnen. Dies erklärt die Versammluug amerikanischer Truppen in Keywest." Die gestrigen New Aorker Morgenblätter find übereinstimmend, daß eS, falls Spanien nicht nachgebe, zum Kriege kommen werde. Der Uuions- kreuzerBaltimore" ist von Honolulu in Yokohama angekommen und geht infolge eingehoffener bringender Befehle nach Hongkong in See.

Die Berliner gestrigen Abendblätter halten sämmilich, gleich unserer gestrigen Darlegung, den Ausbruch des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien nunmehr für unabwendbar. Dabei macht sich angesichts der Vorgänge in Washington ein entschiedener Umschwung der Stimmung zu Un­gunsten der Vereinigten Staaten bemerkbar. Buch in Wien gaben selbst die ausdauerndsten Opttmisten nunmehr die letzte Hoffnung auf Vermeidung eines spanisch-amerikanischen Krieges auf. Politische Kreise weise» darauf hin, daß zwischen dem Senat und dem Repräsentantenhause, sowie zwischen den beiden Parteien derselben in Amerika vollständige Einigkeit hergestellt sei. Die noch vorhandene» kleinen Ab­weichungen seien ganz unbedeutend und beträfen lediglich takttsche Fragen. Daß Spanien nachgeben solle, wird einfach als undenkbar bezeichnet.

Der spanisch-amerikanische Konflikt übt bereits auf eine Reihe Berliner Industrie und Handels­zweige seine Wirkung aus. Exporthäuser, welche mit Spanien und dessen Kolonien arbeiten, lassen die größte Vorsicht in der Erledigung eingegangener Auf­träge walten. Bestellungen bei kleineren Berliner Fabrikanten find in den letzten Tagen vielfach zurück- gewiese» worden. Betroffen sind hiervon in erster Linie die Lederwaaren-, die Zinkguß- und die Lampen- industrie, hingegen sind einigen großen Firme» der Textilbranche in jüngster Zeit noch bedeutende Auf­träge von Spanien aus enheilt. Eine Berliner Firma, die Papier nach Spanien und Südamerika ausführt, ist zur Zeit nicht in der Lage, ihre Kund­schaft, die Massenbestellungen gemacht hat, zu be- sriedigen.

Umschdu.

Einige Blätter drucken eine Meldung nach, daß der Reichskanzler sich durch eine besondere Anftage darüber informirt habe, wie hoch die Summen wären, welche die JnvaliditätS- und AlterSver- ficherungsanstalte» zur Befriedigung l a n d w i r t h - schaftlichen Kreditbedürfnisses Herge­

er hatte der Stimme in seinem Innern, die ihn da­von abgemahnt als vor einet Indiskretion, die ein Kavalier niemals begehen dürfe, Trotz geboten und sich fest vorgenommen, daS Geheimniß, das die Fremde umgab, dennoch zu durchdringen. Als ob Jua an jenem Tage sei« Gedanken geahnt hätte, sagte fie zu ihm, kurz ehe sie verschwand;

Nicht wahr, unbegrenztes Vertraue» ist ein Haupterforderniß wahrer Freundschaft?"

Und er mußte diese Frage bejahen, wußte ihrem bittenden, dabei vorwurfsvollen Blick standhaften, ob­wohl er fühlte, wie ihm eine heiße Flamme ins Ge­sicht schlug und Benäther ward an seinen Gedanke».

Ihr schuldbewußtes Aussehen in diesem Augenblick, die Angst, die sie verzehrte, bie jebe» Blutshopfen aus ihrem Antlitz hatte weichen laffen, waren beredte Zeugen, daß eS etwas gab, was sie zu verbergen ge­zwungen war. Welcher Art das Geheimniß war, mußte er ergründe», das stand fest. Durch diese Wahrnehm­ung verletzt, ließ er ihre Hände los, hat einen Schritt zurück und sagte:

Noch niemand, am wenigste» eine Fran kann behaupten, daß Edwald Dony sie mit Abficht quälte. Lassen Sie uns zu de» ander« zurückkehren."

Jua legte ihre Hand auf seinen Arm, eine Be­wegung, die ihm das Blat heiß durch bie Adern hieb. Sie war ihm so nahe, ihr Athem streifte ihn, als er sich nun zu ihr nieberbeugte uni» forschend, voller Liebe in ihre dunkle Augen schaute.

Er konnte sich nicht länger bemeifler», legte rasch seinen Arm um sie, zog sie an seine Brust und küßte ihre reiben, vollen Lippen.

Stimmen wurden laut. Jua, vor Ueberraschung über sein Ungestüm, seine Kühnheit wie erstarrt, zuckte so heftig zusammen, daß fie wanfte und Dony fich veranlaßt sah, fie noch fester zu halten. Aber fast

geben. Daß bie Meldung unrichtig ober verspätet ist, geht, wie bieBerl. Pol. Nachr." hervorheben, baraus hervor, baß eine Uebersicht über diese Thätigkeit der Versicherungsanstalten bis Ende 1897 vom Reichs» Verficherungsamte schon im Januar des laufende» Jahres herausgegeben ist. Danach waren insge- sammt zu dem angegebene» Zwecke 17,4 Millionen von den Anstalten hergegeben ober bereitgestellt, uud zwar sollte daS Geld zu Hypotheken, Kleinbahnen, Land- und Wegeverbefferunge», Hebung der Vieh­zucht usw. verwendet werden. Der Löwenantheil an der ganzen Summe entfiel auf die Anstalt Sachsen- Anhalt, die 5,9 Millionen hergegebcn hatte. ES folgten Thüringen mit 3,2 Millionen, Brandenburg mit 1,5, Niederbayern mit ebensoviel, Schwabe» uad Neuburg mit 1,2, Württemberg mit 1 und Hessen mit nahezu 1 Million. Der Rest vertheilte sich auf Heflen-Nassau, Ob-rbayern, Pfalz, Oberpfalz und Regensburg, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Aschaffenberg, Mecklenburg und Oldenburg. Auffallen muß dabei, daß von den 13 preußische« Anstalten nur 3 für die Befriedigung landwirth- schaftlichen Kredits Gelder hergegeben haben, während die 8 bayerischen Versicherungsanstalten sämmilich dabei beteiligt find. Königreich Sachsen, Babe» unb Elsaß-Lothringen fallen gänzlich aus. Der Zinsfuß, zu welchem bie Gelber ausgeliehen sind, schwankt zwischen 3 unb 4 pCt., unb zwar finbet sich bei erstere Zinsfuß nur einmal bei bet Anstalt bet Provinz Brandenburg vor, wo daS betreffenbe Gelb zur Bestreitung von Aufwenbungen für Klein­bahn-Unternehmungen verwenbei worben ist, während der vierprozentige neunmal verzeichnet ist. Am häufigsten ist das Geld zu ö^pCt. vergeben.

Der Kreistag in Bütow hat kürzlich dem Vaterlands-Verein" eine Unterstützung von 150 Mark zur Vertheilung von Flugblättern bewilligt, die dem Treiben der Sozialdemokratie entgegcnheten solle». DieFrankfurter Zeitung" findet diesen Beschluß bedenklich, weil mit ihmin durchaus unzulässiger Weise mit Kreis­mitteln Politik getrieben" werde. DaS Organ der demokratischen Partei zeigt hier, so bemerkt die N. Pr. Ztg.", einen Grad von Feinfühligkeit, den wir sonst bei ihm vermißt haben. UnS ist z. B. nicht bekannt geworden, daß eS gegen den Antrag, aus den Mi11eIn der Berliner Steuer­zahler den Märzgefallenen einen Denk­stein mit einer Inschrift zu stiften, Widerspruch erhoben hat. Wir glauben uns vielmehr zu er­innern, daß eS diereaktionären" Gegner jenes AnhageS mit einer recht scharfen Kritik beehrt hat. Freilich handefte eS fich hier um eine Verherrlichung, in Bütow um eine Bekämpfung der Revolution. Dadmch erklärt fich der Widerspruch in der Haltung

unfreundlich stieß sie ihn zurück. Grenzenloser Schreck, Zorn und Ekel wechselten auf ihrem aus­drucksvollen Gesicht.

Dony, der der Richtung ihres Blicke» folgte, sah eben nur noch die Gestalt Mondega's um die nächste Ecke verschwinde»; er hörte aber wie jener zu seiner Begleiterin, wohl Adrienne, sagte:

Ihre schöne Freundin scheint endlich ihre« Be­zwinger gefunden zu haben!"

Dony fuhr auf.

Der Elende!"

,6r ist nicht werth, daß Sie fich ereifer»," sagte Ina tonlos.

Haben Sie gehört?"

Sie nickte wie geistesabwesend; als aber Dony fich ihr aufs neue nähern wollte, wehrte fie ihn sanft aber nachdrücklich ab.

Vergeffen Sie, o, Gott, vergessen Sie diese Schmach, was vorhin"

Vergeffen? Den seligste» Moment meine» Lebens ?"

Sie müssen, denn denn" Sie stockte und sah hülfesuchend, mit thränenlosen, ober un­endlich schmerzvollen Blicken zu ihm empor.Sie hatten mich überrascht, aber ich kann nicht erwidern*

Jua!* schrie Dony qualvoll auf. Sei» Schmerz gab ihr die Fafsuug zurück. Er sollte nicht nm fie Iranern. Verachten mußte er fie, wenn fie ihn heile» wollte. Das Opfer war groß, übermenschlich, aber besser, sie brachte es und litt allein, als daß sie ihn in ihren Schmerz und Kummer zog.

Er faßte ihr Handgelenk so fest, daß es fie schmerzte. Sie ertrug es, ohne einen Laut von fich zu gebe». Sein Athem kam stoßweise unb seine zornig blitzenben Auge» bohrten fich tief, tief in bie ihren. Forts, f.