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Ausland.

Krankreich.

Pa^iK, 4. April. ImSiecke* nimmt Aves Guyot die Kampagne gegen Esterhazy auf durch die Veröffentlichung eines Briefes eines (höchst zweifelhaften)Berner Diplomaten* über das, was alle Welt wiffe, uur nicht Frankreich. Darnach stand Schwarzkoppen, dem stch Esterhazy 1892 angebote» habe, mit Esterhazy in Verbindung bis zum 10. November 1896, dem Tage, an dem derMatiu* das Facstmile des DreyfuS Bordereaus publizirte, woraus Schwarzkoppeo erkannte, daß DreyfuS für das Vorgehen Esterhazy'S verurtheilt fei. Esterhazy lieferte Schwarzkoppen angeblich 162 Mittheilungeu. Schwarzkoppen habe sich jedoch auch dem Grafen Münster gegenüber nicht für berechtigt gehalten, Esterhazy zu neunen, sondern nur zu sagen, daß er keine Beziehungen mit Dreyfus gehabt habe. Am 16. Oktober 1897, als Picquart seine Nach­forschungen anstellte, kam Esterhazy in die Wohnung

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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Expedition: Mar» 21. Trlrphon 55. Jlluftrirtes Tanntagsblatt. ,ü* ;t * °°n®a'6"*

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. OuartalS-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge­spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

Mittwoch, 6. April 1898.

Anzeigen nchmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bureau« von Haafenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Casiel, Magdr- no bürg, Wien: Rudolf Moffe, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; 3d. C. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris re.

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Hierbei Theil (2332

Erstes Blatt.

Spanien und die Vereinigten Staaten.

Zu Madrid ist jetzt jede Hoffung auf Er­haltung des Friedens geschwunden. Im Kriegsministerium wird fieberhaft für die Küsten- vertheidigung gearbeitet. Zwei weitere Infanterie-

Bataillone und zwei Batterie'n gehen sofort nach den Awarischen Inseln. Die in enger Fühlung zu der Negierung stehendeCorrespondencia* meldet in einem offenbar iuspirirten Artikel, daß die spanische Regierung in ihrer Antwortnote nichts ans einen

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Iorschlag zur Unabhängigkeitserklärung Cubas zu entgegnen hatte, weil ein solcher Vorschlag von der amerikanischen Regierung überhaupt nicht gemacht worden ist. In Paris eingetroffene Privatdepeschen ans Madrid melden ebenfalls, daß man dort dem : Abbruche der diplomatischen Beziehungen zwischen l Spanien und den Vereinigten Staaten unmittelbar mtgegensehe. Spanien sehe keinen Bortheil darin, des Beginn des ihm aufgeuöthigten Krieges zu ver- zögern. Die spanischen Staatsangehörigen, die die Bereinigten Staaten nicht rechtzeitig verlassen können, würden unter den Schutz des französischen Gesandten gestellt werden. Die Frage der kriegsmäßigen Aus­rüstung spanischer Handelsschiffe sei spruchreif.

i Zur Vorbereitung des Krieges hat die spanische Negierung die Ausgabe von 22 v2 Millionen in Ichatzanweisungen angeordnet und verfügt, daß sich sämmtliche Kriegsschiffe zur Fahrt nach Westindien bereit halten. Was die Zahl dieser Schiffe betrifft io besitzt Spanien zur Zeit 1 großes modernes Panzerschiff, 5 moderne gepanzerte Kreuzer, 2 ver- allete Panzerschiffe, 2 mittelgroße und 3 kleine gedeckte Kreuzer mit leichter Armirung, 3 ungedeckte strenzer, 6 Schiffe ohne Gefechtswerth und 12 Widder- und Torpedoschiffe. Die Vereinigten Staaten besitzen dagegen 4 große und 8 kleinere moderne Panzerschiffe (wovon indessen dieMaine* zu Grunde gegangen), 2 moderne gepanzerte Kreuzer, 13 Küstenpanzerschiffe, welche die See nur kurze Zett hatten können, 3 große, schwere, gedeckte Kreuzer, 10 mittelgroße gedeckte Kreuzer, 3 kleine gedeckte strmzer, 9 ungedeckte Kreuzer, 3 Schiffe ohne großen sefechtswerth und 1 Torpedo- und Widderschiff. Die Vereinigten Staaten verfügen also über eine üärkere Schlachtflotte als Spanien, während dieses für den Küstenschutz bester gerüstet ist als jene.

f Einer Meldung derWorld* aus Havana zufolge legten die Spanier Mittwoch Nacht vierzig schwimmende unterseeische Minen im engsten Theile des Hafenkanals nieder.

Laut Meldung desNew Ioik Herold* aus Washington trifft der Generalkonsul in Havana *8 ihm ertheilten Weisungen gemäß Vorkehrungen,

u» die Geschäfte des amerikanischen Konsulats dem britischen Konsul zu übertragen. McKinley theilte kx Mitgliedern des Kongresses mit, daS Gerücht du» einer Vermittelung des Papstes sei unbegründet.

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wisse nichts davon McKinley fügt hinzu, er er- ®ertt stündlich eine Depesche der spanischen Regierung M der Benachrichtigung, daß den Aufständischen auf Ma ein formeller Vorschlag betreffs eines Waffen- ÜillftandeS gemacht worden fei.

Nach einer Meldung des Reuter'schen Bureaus

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^krbreiten. Nach derselben Meldung hielten die

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«ttmetcr festmete

'Wifanifdjen Mitglieder des auswärtigen Ans- Swwt tzusses der Repräsentantenhauses eine Besprechung

$ und beschlossen, eine Resolution einzubringeu im wesentlichen ähnlich der im Senate eingebrachten, ^hingehend, in Cuba die Republik anzuerkennen.

Washington erhiett der spanische Gesandte ein Telegramm aus Havana, in dem mitgetheilt wird, ks autonomistische Kabinet habe an die Aufständischen o Aufforderung gerichtet, einen Waffenstillstand be- «s Festsetzung von Friedensbedingungen zu vereiu- 5 krcn, da sie ja alle Kubaner seien und sich zur Er- -5-7-gj, ^ugsng von Frieden und Freiheit vereinigen sollten. **P*';| «oaaten sei bereit, die Autonomie auSzudehnen und 110 w ' ^tbe einen darauf bezüglichen Plan den CorteS

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Bei der Besprechung der Folgen einer amerikanstch- !auut 9 Zwischen Krieges ist auch die Frage aufgeworfen bffentliä ^rden, ob die Kabel zerstört werden dürfen. In 1 auf die submarinen Telegraphen bezüglichen Son» na# kition von 1884 wird erklärt, daß die Konvention (243$ «t keiner Weise die Rechte Kriegführender beein- cz 1898 uichtigeu solle. Dieselben würden also die Kabel, erholt ^lche nach den Vereinigten Staaten oder nach Spanien führen, unterbrechen dürfen. Eine solche .g^'i Wörung hätte aber, so sagt gewiß richtig die

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graphischer Verkehr zwischen Amerika und Spanien

doch nicht verhindert werden könnte, da ein Theil der

und diese, als neutrales Eigenthum uicht verletzt

werden dürsten. Dagegen wäre es wohl möglich, die biretie Verbindung zwischen Spanien und Cuba zu unterbrechen, da die betreffenden Kabel weniger zahlreich find und über Südamerika gehen.

Bei den kommenden Reichstagswahlen macht man fich allenthalben wegen der zunehmenden Kandidatenzersplitterung auf eine sehr große Zahl >ou Stichwahlen gefaßt, in denen über das lkeichstagSmaudat endgilttg und zwar meist durch Zufall entschieden werden wird. Die Frage der Abschaffung der Sttchwahlen wird darum, davon find wir überzeugt, nach den Wahlen aktuell «erden. Material zur Erörterung dieser Frage bieten die Ver­handlungen der württembergischeu Kammer der Ab­geordneten, welche soeben die Abschaffung der Stich- wahleu für den Landtag beschlofleu hat. Die Mehr- hett betrug 64 gegen 30 Stimmen und nur die Volks- »artet verhielt fich ablehnend, während das Centtum ich für die Aufhebung der Sttchwahlen erklärte. Nachdem das badische Centrum in dieser Sache einmal l gesagt hat, wird daS Centtum im Reiche in ab- ehbarer Zeit wohl B sagen müflen.

unzweifelhaft darauf zurückzuführc», daß angefichtS des wahrscheinlich zwischen Rußland und Japan er­reichten Uebereinkommrns, wonach Rußland Korea dem japanischen Einflußbereich zurückgiebt, dafür aber freie Hand int Golf von Petschili erhält, England fich genülhigt sieht, di« Ueberwachung seiner Jnteresten in Nordchina selbst in die Hand zu nehmen.

Die Nachricht, daß Weihaiwei für England gesichert sei, findet in London im Ganzen bei­fällige Aufnahme, schärst aber das Verlangen nach weiterer Auskunft, umsomehr da weitere englische Sortierungen in Peking vorgelegt sein sollen. Der Vertreter derTimes* in Konstantinopel meldet, der russische Botschafter habe bei der jüngsten Audienz ganz beiläufig dem Sultan gegenüber einflleßen lasten, es würden demnächst 2000 russische Rekruten in Schiffen der Freiwilligenflotte die Dardanellen pasfiren. Anläßlich Weihaiweis und in Erwartung der ministe­riellen Aufschlüffe vor Beginn der Osterferien beginnt bereits der Zank zwischenTimes* undDaily Telegraph*. DieTimes* beharrt vor wie nach ans ihrer Ansicht, Schwanken, Unschlüsfigkeit und Ge­heimniskrämerei hätten England in die jüngste Ver­legenheit gebracht, mit ihnen müsse gebrochen und klar gemacht werden, innerhalb welcher Grenzen Eng­land ernstlich bereit sei, seine Jnteresten mit dem Schwerte zu vertheidigeu, bann erst werbe man gegen die fortgesetzten Einzelangriffe sicher fein. DerDaily Teleg aph* versucht eine lahme Bertheidigung Lord Salisburys mit der Behauptung, daß vorzeitige Nach­richten der Presse ihm daS Spiel durchkreuzt hätten. Nicht nurMorning Post* undStandard*, auch Daily News*,Daily Chronicle*, die Hauptblätter der Oppofitton, find im Ganzen mit der Ueberuahme VeihaiweiS einverstanden.Daily Chron.* äußert in» icffen daS Bedenken, daß dieser Zug uufteundliche Beziehungen mit Deutschland Herdeiführen könnte, weil Weihaiwei in der Provinz Schantung liege. Vom Standpunkte der deutschen Polttik aber auS ist hiergegen uicht das geringste zu sagen. Einerseits ist eS polittsch im allgemeinen günstiger, zwei Neben» iuhler, die ihrer Natur nach aus gegenseitige eifer« acht angewiesen find, neben sich zu Haden, als einen; anbererfeitg find alle B fttebungen, China wirthschaftlich im Sinne der modernen BekehrSent- wicklung aufzuschließen, vom Staudpuntte jedes Wirth- schaftlichen Bewerbers auS nm mtt Freuden zu be- grüßen, denn je mehr in einem Theile China» die Bevölkerung von den Fortschritten moderner Kultur irakische Kenntuiß zu nehmen Gelegenheit hat, um ö mehr wird ein solches Bei Piel auch in den an» lohenden Gebieten znr praktischen Nachahmung und zu weiterer Entfaltung wirthschaftlicher Thätigkeit Anlaß bieten. In den Beziehungen zwischen England und Ruß'and bedeutet jedenfalls der jetzige englische Schritt eine Verschärfung. Diese entschiedene Stellungnahme Englands gegenüber Rußland ist

Eine große Zahl von Berliner Vereinen, nament» ich von Frauen- und Lehrerinnenvereinen, hat an den Justizminister eine Bittschrift gerichtet, welche eine umfassendere Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen, betteffeud die Unterbringung sittlich verwahrloster Kinder in BefferungSanstatten, verlangt. Bis jetzt ist anscheinend in dieser Hinsicht zu lau verfahren und dadurch auch die nicht verwahrloste Jugend in Gefahr gebracht worden, dmch Berührung mit den Verwahrlosten ebenfalls sittlichen Schaden zu leiden. Man wird den Bittstellern vollauf Recht geben können, wenn sie grundsätzlich verlangen, daß Polizei und Schule zur Anzeige bei den Vormund­schaftsgerichten verpflichtet werden, 1. wenn Kinder durch die Berhältniste des Elternhauses in Gefahr stehen, auf die Bahn des Lasters zu gerathen, 2. wenn den Kindern gewerbliche Unzucht nachgewiesen werden tarnt. In diesen beiden Fällen soll den Eltern daS Erziehungsrecht abgesprochen und sollen die Kinder zur befleren Zucht entweder in anderen

warten, daß diese berechtigten Fordernngen, soweit es thnnlich ist, erfüllt werden. Ohne ein gesetzgeberisches Vorgehen gegen die Unfittlichkeit wird aber schwerlich ein wesentlicher Wandel zu erreichen fein.

Der Vorschlag, in den Wahlkreisen Sammlungs- Ausschüsse zu errichten, wird von allenGegen« sammlern* heftig bekämpft. DaS gereicht uns zur Genugthuung; denn das scheint nnS zu beweisen, daß der Vorschlag ein praktischer ist. Wenn die .Nationalliberale Korrespondenz*, die der wirthschaft- lichen Sammlung überhaupt keine Sympathien ent» gegenbiingt, andeutet, daß der Gedanke, die Samm­lung Wahlkreis weise zu organifiren, mit einem zurück- gewiesenen Vorschläge, einMischmasch-Centtalwahl- comitS* zu begründen, identisch sei, so ist das wider­sinnig. Zur Gründung eines gemischten Wahl- comit68 würden wir am wenigsten rathen. Die SarnmlungSausschüffe, die fich auf den Boden des wirthschaftlichen Aufrufs zu stellen hätten, würden nicht die Aufgabe haben, direkt in die Wahlen einzu­greifen; denn der Auftuf regt die Sammlung innerhalb der politischen Parteien au. Es könnte sich also nur darum handeln, innerhalb der Parteien für die wirthschastliche Sammlung Propa­ganda zu machen und dies den Verttetern der ver­schiedenen Parteien in den Sammlungsausschüssen nahezulegen. ES würde stch ferner darum handeln, den Aufinf dem ja die Nattonalliberalen ihre Deklaration beigeben können in den Wahltteisen, versehen mit den Unterschriften daselbst angefeffentr und bekannter Männer, möglichst stark zu verbreiten und damit für die Polittk der Sammlung den Boden zu ebnen. Wer in einer solchen Thätigkeit die Schädigung von Parteiinteressen erblickt, ist eben kein ehrlicher Freund der Sammlung und stellt die Partei über das Gemeinwohl.

Umschau.

Am Mittwoch machten die acht Stunden währenden Reichstagsverhandlungen einen sehr beschämenden Eindruck. Das Haus war sehr mangelhaft besetzt und diesen Umstand nahmen die Sozialdemokraten sich wahr, um in unerhörter Weise zu schwätzen und zn obstrniren. Nicht weniger als zwanzigmal wurde von sozialdemokratischer Seite das Wort er­griffen und einzelne sogenannte Reden derGe­nossen* toaren noch dazu von bettächtlicher Länge. Es lag unzweifelhaft System in der Sache; denn neues brachten dieGenossen* nicht vor. Auch zu einer geldbringenden Broschüre dürste der sozial­demokratische Klatsch sich kaum verarbeiten lassen; es schien fast, als ob die äußerste Linke zeigen wollte, daß auch in ihren Reihen Talente vorhanden seien, die es fertig bringen würden, vielstündige Ob- struftionS - Dauerreden loSzulaffen. Es war nicht zu verwunderu, daß die Reichstagsabgeordneten häufig vergaßen, daß sie stch in einer gesetzgeberische Körper­schaft und nicht in einem Radautheater befanden. Niemals ist die parlamentarische Würde bei uns in Deutschland so mit Füßen getreten worden, wie am Mtttwoch von denvölkerbefteiendeu* Sozialdemo­kraten. Herr Bebel beispielsweise brachte einen un­appetitlichen Klatsch über eine Kartoffelsalatzubereiiung in einer Kaserne vor, sodaß der nationalliberale Ab­geordnete Dr. Friedberg äußerte, in feiner Partei sei verschiedenen Mitgliedern von der breiten Dar­stellung der unsauberen Manipulation unwohl ge­worden. Unsauberem Kartoffelsalat glich aber die ganze sozialdemokratische Rede, ei am Mittwoch, und man konnte es den Regierungsvertretern nicht ver- >enken, daß sie, angewidert, eS schließlich ablehnten, denGenossen* noch Wetter Rede zu stehen. Be­dauerlich ist eS aber, daß der vielbeklagteAbsentis­mus* solche unerhörten Zustände ermöglicht. Etwas mehr Rücksicht auf die pflichteifrigen Abgeordneten und auf das Ansehen des Reichstags sollte doch von den, ihr Mandat nut gelegentlich ausübenden, AnSerwählten des Volkes* genommen werden.

Deutsches Reich.

Berlin, 4. April. Ihre Majestät die K a is er i n Friedrich begiebt sich morgen ftüh 10 Uhr von Bonn nach Maria Laach und kehrt Abends 8 Uhr wieder nach Bonn zurück.

Folgende Allerhöchste Kabinetsordre ist am 28. v. M. an den Generalfeldmarschall Grafen Blumenthal ergangen:Ich entbinde Sie hiermit infolge Ihres Mir oorgettagenen Einver­ständnisses von der Stellung als Generalinspettenr der 3. Arrneeinspektion, unter Belassung als Chef des reitenden Feldjägerkorps und des Magdebnrgifchen Füsilier-Regiments Nr. 36, sowie a Ja suite des Gaide-Füfilier-RegimentS und deS 3. thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 71. Ich habe, um das bisher von Ihnen bezogene Gehalt für anderweitige Zwecke znm Nutzen der Armee verwendbar zu machen und um Sie hierdurch nach Möglichkeit nicht in Ihrem Einkommen zu beeinträchtigen, an das KriegS- ministerium verfügt, daß Ihnen vom 1. April d. I. ab die gesetzlich zustehende Pension angewiesen und daß Ihnen außerdem von diesem Zeitpunkt an ein Zuschuß zur Pension nach Maßgabe bereiter Mittel gezahlt werden soll. Indem Ich Sie hiervon be» nachrichtige, bemerke ich, daß, wenn Sie auch durch diese Verfügung in daS Verhältniß der Offiziere z. D. treten, Sie dennoch die aktiven Dienstzeichen fort« zutragen haben und auch ferner in der Anciennitäts- lifte der Generalität geführt werden. Auch habe Ich bestimmt, daß Ihr Sohn, der Major v. Blumenthal, aggregirt dem oldenburgischcn Dragoner-Regimeut Nr. 19, aus feinem Kommando als Adjutant bei der 3. Armeeinspektion in gleicher Eigenschaft zum Ches be» reitenden Feldjäger-Corps übertritt. Ich darf er­warten, daß Sie in dieser, im Interesse der Armee nicht von der Hand zu weisenden Verfügung auch Meine Fürsorge für Sie und Meinen Wunsch, der Armee Ihren gefeierten Namen und Ihre Zugehörig, kett in der bisherigen Weise zu erhalten, erkennen w-rden. gez. Wilhelm.*

Wie aus Homburg v. d. H. geschrieben wird, hat die Hofverwaltuug die Villa .Fürstenruhe* gemietet. Es steht noch weiterer fürstlicher Besuch in Aussicht.

Der neuernannte Direktor der Kolonial« abthettnng des Auswärtigen Amts Wirklicher Ge- Heimer LegattonSrath Dr. von Buchka, welcher von feiner mehrtägigen Reife nach der Heimath hier­her zmückgekehrt ist, hat heute Mittag fein neue» Amt übernommen und fich die sämmtlicheu hier anwesenden Räthe und Hilssarbetter der Kolonial- abtheilung vorstellen lasten. Wie ein Berichterstatter erfährt, scheidet er endgilttg aus der parlamentarischen Wirksamkett auS und hat betett» sein Reichstags« Mandat für den fünften Wahlkreis Mecklenburg« Schwerin (Rostock) niedergelegt.

Dem bisherigen Leiter der Solonialabtheilung des SuSwärttgeu Amtes, Unterstaatsfekretär Frhru. von Richt Hofen, ist vom König der Rothe Sdlerordeu zweiter Klaffe mit Eichenlaub verliehen worden.

Frkf. Zig.^ keinen Sinn, da hierdurch ein tele- Familien ober in Erziehungs« ober BesserungS- " '' ' ~ anstalten untergebracht werben. Schließlich verlangt

. - , die Bittschrift, daß bet Polizei untersagt werbe, bte

Kabel von England nach Halifax, Nen-Sch-ttland sittlich verwahrlosten Jugendlichen unter achtzehn itnh M.f» ntsMttrnf.a Jahren unter Kontrolle zu stellen. Es ist zu er-