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Wöchentliche Beilagen

Druck und Verlag: Jo h. Au g, Koch, Univerfitäts-Buchdruckertt in Marburg.

Expedition: Markt 21. Telephon 65.

: .Meisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg.

UU|lnlVVV SS'VIHI-iWlJWiUW* Redaktion: Markt 21. - Telephon 56.

Warbrrrg

Ausrechterhaltuvg der territorialen Unabhängigkeit Chinas gegenüber den Velleitäten eines Theilcs der öffentlichen Meinung, die dahin geht, dessen Unter» ehrtheit anzutasten. Einige englische Blätter -erkennen aus einem Gefühle der Nebenbuhlerschaft heraus den wirklichen Charakter dieses internationalen Aktes, dessen Tragweite sie entstellen. Ihre A b- ichten zielen auf eine vollständige Auf- augung Chinas durch den politischen und ommerziellen Einfluß Englands, und das Ueberein- ! ommen konnte sie nicht befriedigen. Indessen werden ')k engherzen Leidenschaften dieser Organe von der ganzen großen Londoner Presse und der einflußreichen l lrovinzialpresse nicht getheilt, und die Sprache ge­wisser britischer Staatsmänner wird dazu beitragen, die in einigen Kreisen herrschende übermäßige Erregung zu beschwichtigen und dem Interesse der allgemeinen Friedenstiftung zu dienen, das von Rußland im äußersten Osten wie überall verfolgt wird/

-^^^^^^2^25Pfg' Dienstag, 5. April 1898.

Erscheint täglich außer au Werktagen nach Sonn- und Ferertagen. Quartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertiousgebühr: die gc- Z L. ~ ... < cyi______ ia . kl« OK sYzVn

Rußland in Ostasien.

* Der Kaiser von China und sein Tsungli-Aamen befinden sich in einer sonderbaren Lage. Nachdem Deutschland Kiautschou gepachtet, wünschen auf einmal He Großmächte ähnliche solchePachtverträge" mit China abzuschließen. Rußland ist dabei zuerst mit China fertig geworden, und zwar Niemandem mehr zu Leide, als den Engländern.

Es hat auf Befehl des Zaren behufs Erfüllung der Bedingungen des mit China getroffenen Ab­kommens der Kommandeur der Truppen des Amur- Mitärbezirkes, General Grodekow, am 17. März «n Detachement Landtruppen formirt und aus Wladiwostock entsandt, um mit dem russischen Ge­schwader des Stillen OzeanS zusammenzutreffen. Am 21. März vereinigte sich das Landungsdetachement mit dem Geschwader inPortArthur unter dem Kommando des Geschwaderchefs, Kontteadmiral- bassow. Wie nun Dübassow unterm 28. März meldete, begannen die chinesischen Truppen am 27. März Port Arthur zu verlassen; die letzte Kolonne marschirte um 1 Uhr Nachts aus. Am 28. März, Morgens 6 Uhr, wurden daS gesammte russische Landtruppendetachement und die Mannschaften des Geschwaders gelandet, worauf sofort die Besetzung der Stadt und der Befestigungen be­gann. Um 8 Uhr Morgens, als sämmtliche Truppen an ihren Plätzen waren, wurden gleichzeitig mit der Hiffung der Heckflagge auf dem FortGoldener Berg" die russische und chinesische Kriegsflagge gehißt, welche von dem Geschwader mit 21 Kanonenschüssen salutirt wurden. Hierauf salutirte das FortGoldener Berg" die Flagge deS Admirals und erhielt den üblichen Gegensalut. Gleichzeitig wurde Talienwan be­setzt, wo ebenfalls die Flaggen gehißt wurde». Die Ordnung ist nirgends gestört. Auf Grund eines mit der chinesischen Regierung abgeschlossenen Vertrages werden gegenwärtig Maßnahmen getroffen, um die dauernde Besetzung der von China abgetretenen Territorien auf der Halbinsel Kwantung mit den Häfen Port Arthur und Talienwan ficherzustellen.

In Peking lebende Russen sind der Ansicht, daß die Annahme der Engländer, Port Arthur werde den englischen Schiffen und dem englischen Handel offen fiehen, lächerlich sei. Zugleich weisen gut unterrichtete Personen nachdrücklich darauf hin, daß »ach den Be­stimmungen deS jüngsten Abkommens Talienwan zwar dem britischen Handel offen stehe, dennoch aber zu einem zweiten Wladiwostock gemacht werden könne. b Um Uebrigen liegt über dies russisch-Chinesische Abkommen eine Aeußerung des Organs des russischen Ministers des Auswärtige», Grafen Murawjew vor, in dem es imJournal de St. PeterSbourg" heißt: ,3m Auslände hat man allgemein begriffen, daß diese ftiedliche Besitznahme mit der formelle» Zu­stimmung der chinesischen Regierung al« gesetzmäßige Befriedigung der Bedürfnisse Rußlands erfolgt ist. Die gesammte Welt wird aus der Eröffnung des bedeutsamen Marktes im äußersten Osten Vorthei! ziehen, den» die transsibirische Gseubahn wird als Pulsader des Welthandels dienen. Ma» schätze sleicherweise die hohe friedliche Tragweite des UebereinkommeaS, welches zur Grundlage hat die

Deutsches Reich.

Berli«, 3. April. Se. Majestät der Kaiser nahm, wie aus Homburg v. d. Höhe gemeldet wird, auch gefter» den Vortrag des Gesandten Grafen Wolff-Metternich entgegen.

Das Staats-Ministerium trat gestern Nachmittag 3 Uhr im Dienstgebäude, Leipziger Platz 11, unter dem Vorsitz des Minister- Präsidenten Fürste» zu Hohenlohe z» einer Sitzung zusammen.

Generaloberst Graf von Waldersee, der an Stelle deS Generalfeldmarschalls Grafe» Blumenthal zum Generalinspekteur der nach Hannover verlegte» III. Armee-Inspektion ernannt worden ist, ist am 8. April 1832 geboren; der dritten Armee- Inspektion find das siebente, achte, elfte und daS württembergische Armeekorps uuterstellt. General der Kavallerie v. d. Planitz, bisher Kommandeur der Garde - Kavallerie Division, ist zu» General- Inspekteur der Kavallerie ernannt, eine Stelle, die im Interesse her Einheitlichkeit in der Ausbildung der Kavallerie neu bewilligt ist und

Ueber die in Deutsch-Südwestafrika unter den Zwartboi-Hottentotten ausge­brochenen Unruhen wird demDeutschen Kolonialblatt' weiter berichtet, daß es nach dem Gefecht vom 5. Dezember v. I. zwischen Theilen der Schutztruppe und den Aufständischen noch mehrfach zu kleineren Zusammenstößen gekommen ist, bei denen ein Unteroffizier und zwei Mann der Truppe ge­fallen sind. Ein größeres Gefecht hatte Hauptmann v o n E st o r f f am 4. Januar d. I. zu bestehe». Bei demselben wurde Sekondelieutenant Bensen schwer verwundet, zwei Reiter wurden getödtet. Wenngleich auch dieser Kampf mit der Niederlage der Zwartbois endete, so hat er doch einen Abschluß des Aufstandes nicht herbeizuführen vermocht. Zur endgültigen Niederwerfung deS letztere» hat die Landeshauptmannschaft Verstärkungen in den Nordbezirk des Schutzgebietes dirigirt, wohin sich auch der stellvertretende Trüppenkommandeur, Major Müller, begeben hat. AuS Kamerun ist, demselben Blatt zufolge, die Nachricht einge­gangen, daß die in letzter Zeit im Bauelaude aus- gebrochenen Unruhe» durch daS energische Eingreifen eines ThefleS der Schutztruppe unter Premier­lieutenant Freiherr« v o n S t e i n unterdrückt worden sind. Die Schutztruppe unter Hauptmann von K a m p tz hat sich darauf gegen die Bulis, welche die Straße nach Lolodorf beunruhigt hatte», ge­wandt, nm auch dort Frieden zu schaffen. Aller Voraussicht nach wird es dabei zu größeren kriegeri­schen Unternehmungen nicht kommen. Der Stations- Vorsteher von Munde, Premierlieutenant von Carnap hat eine Reise durch das südöstliche Hinterland der Kolonie Kamerun bis zum Kongo glücklich beendet. Der Reisende ist bis »ach Ngaundere und von dort zum Sangha vorgedrungen, wo et den Ort Zimu um Weihnachten v. I. erreichte, hat die belgischen Faktoreien im deutschen Gebiete besucht und sich daun nach der Kongomündung und von dort zurück nach Kamerun begeben. Die Expedition ist durchaus friedlich verlaufe». Das durchzogene Gebiet soll sich durch große Fruchtbarkeit und Wohlstand der Bewohner auszeichneu.

Die Vereinigte» Staaten werden nun wahrscheinlich doch in einen Krieg mit Spanien verwickelt werden. Wir gönnen de» Cubanerv endlich die Befreiung vo» spanischer Herrschaft. Man

Umschau.

Die Demokraten nörgeln bekanntlich an Allem, was dem Deutschen verehrenswerth und groß erscheint. Da ist eS klar, daß sie nach der Ge­nehmigung des Moltke-Denkmals und an­läßlich Für st BiSmarcks8 0. Geburtstags auch diese beiden große» Deutschen klein, sich aber natürlich dadurch noch kleiner machen. Ei» Vorbild ür die radikale Demokratie auch für radikal - demo­kratische Preßerzeugnisse in Hessen ist dieBerl. Volkszeitung." Diese ist natürlicher aus demokratischerUnentwegtheit" auf den Gedanke» ge» kommen, daß man der Errichtung eines Moltke- Denkmals Widerstand entgegensetze» müsse, und daS aus einem Grunde, der für die Kleinlichkeit ihrer Auffassung überaus bezeichnend ist.

Wir haben, so wird nämlich in derBerliner Vollr­eitung" auSgrsührt, schon mehr alt genug Feldherrnderik- male: und wir brauchen ihnen umsoweniger neue hinzuzu- ügen. al» man selbst dem Denkmal der Märzgefallene« die leinst« Ehrung versagt. Dann aber wird de» weiteren ausgeführt, mau dürfe auch Moltke deßhalb kein Denkmal erri ten, weil er ein Vertreter der Reaktion gewesen und man höre, staune und entsetze sich al» Abgeordneter der konservativen Partei angehöit und als solcher für Zölle und indirekte Steuern gestimmt habe!

Welche unbeschreibliche Kleinlichkeit, welche Ver­kennung der militärische», politische» u»d menschlichen Bedeutung MoltkeS liegt darin, daß man in seinem Leben grade solche Züge aufstöbert, die so ganz un­wesentlich find für das Charakterbild des Mannes, um den uns das ganze Ansland beneidete und be dem man mit Recht hätte erwarten können, daß der Parteien Gunst und Haß an ihm hätte abgleiten müssen. Als Moltke starb, war in der ganzen Presse über ihn nur eine Meinung, ei»echter" Demokrat aber muß immer einerichtigere" Meinung haben, als die seiner Natton. Und so lesen wir denn auch in dieser nämlichenBert. Volkszeitung", welche zu­nächst ans Friedrichsruh unterm 1. April meldet:

Fürst Bismarck hat sich au seine» heutige» 83. Geburtstag entschlossen, dem OberförsterLauge die von demselben beanspruchte PenstonSzulage in Berück­sichtigung der treuen Dienste, welche ihm Lauge während einer langen Reihe von Jahren geleistet hade in vollem Umfange zu bewillig u."

weiß, wie weit es Dom Pedro's Schwiegersohn Graf d'Eu in Brasilien durch die nicht französische, nicht wrtugiefische, sondern echtspanische" Manier deS lortigen Regierens brachte: der König ward ver- ttieben. Man sehe sich das spanische Regieren heut' noch auf Manila an und auf den Philippinen. Zur cubanische« Sache wird nun nach Meldungen auS Washington die Unterkommisfion deS amerikanischen Senats die Annahme einer Re- olntion empfehlen, welche sich 1) zu Gunsten der klnerkennnng der Autonomie CnbaS und 2) zu Knusten einer Intervention der Ber» ivigten Staaten ausspricht. Zu diesem Zweck wird der Bericht die Annullirung der Ver­ordnung bezüglich der Reconcentrodos als eine AuS- lucht hinstellen und gellend machen, daß die Zer- törung derMaine" ein hinreichender Grund sei, Spanien den Krieg zu erklären. Auch im Kabinetsrathezu Washington war am 1. April Morgens nur die Minorität für Frieden und man erwartete, daß der zweite KabinetSrath am Nachmittag sich zu einem einheitlichen Beschlüsse einigen würde. Mac Kinley richte sich nach der Stömuvg. Offiziere vom Strategy board waren zum ersten KabinetS- rathe zugezogen und sagten auS, Amerika habe Spanien einen entschiedenen Vortheil dadurch ge­winnen lassen, indem es gestattete, daß die spanischen Torpedoboote stch mit den Kreuzern vereinigten. Das amerikanische fliegende Geschwader unter dem Kommando Schleys solle sofort auSgeschickt werden, um die Torpedoboote bei Portorico in Schach zu hallen; kämen letztere in amerikanische Gewässer, so wäre die amerikanische Flotte gefährdet. Der spanische Gesandte besuchte spät Abends den Unter« laatssekretär Day und theille ihm mit, daß Spante» gern von weiteren Vorschläge» hören würde. Day antwortete, Amerika mache keine neuen Vorschläge mehr; daS Kabinet Halle den Krieg für unvermeidlich, wenn nicht Spanien n a ch g e b e.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-

Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde- qq bürg, Wien; Rudolf Masse, Frankfurt a. M Berlin, München, Köln; OO. rxjULJiy. C. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Patts re.

die nachstehende Auslassung:

Fürst Bismarck vollendet morgen sein 83. Lebens jahr.Die Rcprcdukiion einer neuerdings von ihm aufge­nommenen Photographie, die wir kürzlich in ehern illustrirten Journal gefihen haben, zeigt, daß er i > den letzten Jahren überraschend gealtert ist. Doch ist Aussicht vorhanden, daß ei sich noch lange seines durch werthvolle Geschenke und die kluge und uneigennützige Verwaltung des Oberförsters Lange sehr groß gewordenen Wohlstandes erfreuen kann, was ihm auch von seinen politischen Gegnern vom rein menschlichen Standpuutt aus zu gönnen ist."

Wir können zwar nicht annehme», daß die Volkszeitung" selbst es einfieht, auf welchen niedrige» Standpunkt fie fich mit derartige» Auslassungen stellt, wollen aber wenigstens weitere» Kreise» dies Pröbchen aus dem demokratischen Blatte zur Kenntniß bringe».

Wachdruck verboten.)

Getrennte Sterne.

Roman aus der Gesellschaft von H. Waldemar.

(Fortsetzung.)

Adrienne verließ mit einem Athemzug her Er« lnchterung Mondega und eilte auf Dora zu.

Endlich, b» Böse, hältst du Wort," schalle fie zärtlich.Komm, lege ab und dann wollen wir einen achten, rechte» Mädchenklatsch hallen."

Wovon andere Sterbliche ausgeschlossen find, nicht wahr?"

Gewiß, Herr Rittmeister," erwidette Dora munter.

-Dir haben immer Geheimnisse."

So war eS schon in unserer Kinderzett."

Von der Sie fich doch nicht viel erinnern, Ewald)

Daren Sie und Georg doch so viel älter als tofr."

Als Sie, Adrienne, ja; Fräulein Werneck aber o, fie bildete den Gegenstand unserer ersten Schwärmerei."

Dora lachte herzlich.

Das habe ich neulich auch von dem jungen Grafen gehört. ES war nicht recht, daß Sie beide «ich so ganz darüber im Unklaren gelassen haben."

Georg? Du sprachst Georg kürzlich?" Dora erröthete, was ihr reizend stand.

3a, ich traf ihn im Walde, eS mögen acht Tage her sei». Hast Du etwa» vo» de» Bewohner» deS Waldhauses gehört, Adrienne?"

Ich nicht, aber Herr Mondega--Ja, wo

ist den« unser Gast geblieben?" fragte Adrienne er­staunt; im selben Moment erblaßte fie unter Dony'S Blick bis in die Lippen und ihre Stimme schwanlle, als fie wiederholte:Wo wo blieb Mondega?"

Bünau'S Stimme war eS, welche'Adrienne auf ihre Frage antwortete:

Mondega hat fich verabschiedet, »m »och »ach der Stadt zu reiten."

Merkwürdiges Benehmen für einen Kavalier," äußerte Dony.

Ach, Sie dürfe» an ihn nicht de» gewohnten, strengen Maßstab legen, Ewald."

Sie nehmen stets feine Partei, Adrienne." Muß ich es nicht, da er unser Gast ist?"

Ich glaube, Sie stecken die Grenze da sehr weit, Hebe Freundin. Seien Sie vorfichtig."

Adrienne fuhr auf.

»Sie dürfen Ihre Antipathie nicht zu weit treiben, Ewald," rief fie erregt, was dem Rittmeister ein Lächeln entlockte.

Die kommt gar nicht in Betracht, wohl aber habe ich das Bestrebe», Sie und die Ihrigen vor Enttäuschung zu bewahren."

Ich danke schön, aber ich denke auch wir find imstande, klar und ruhig z» urteilen."

Adrienne l" rief Dora erstaunt.Was bringt Dich in solche Aufregung? Der Herr Rittmeister hat recht und Du sollst ihm danken."

Auch das noch! Von allen Seite» wird mir zugesetzt; ich weiß nicht mehr, was recht, waS nn- recht ist, und werde so unsicher wie ein Backfisch, der zum erstenmal den Ballsaal betritt. Laßt mich doch in Ruhe I"

Dony ergriff daS Mädchen bei der Hand und führte eS nach einem Divan im Nebenzimmer.

So, da lassen Sie fich nieder und komme» Sie zu fich. Wenn Sie ruhiger und fähig find zn über­lege», werden Sie Ihre Hestigkett bereuen."

Ich bin ruhig und weiß ganz genau, was ich thue, aber Mondega"

Ihretwegen, Adrienne, wagte ich es, Sie zn warnen. Daß dies eine schwere Aufgabe sei» würde, wußte ich im voraus, dennoch rechnete ich auf den fiugtn Verstand meiner kleinen Freundin, der fie son nie im Stich gelassen hat und der mir, dem rasche Herz?» entgegen, recht geben wird!"

Ich will nicht!" erwiderte Adrienne im Tone eines unarttgen Kindes, ein Ton, der Dony an ihr völlig ftemd war.

Erstaunt sah er zu ihr auf, bann aber zuckte er

bie Achsel» und schickte fich bann zum Gehen an. Ich sehe, daß Sie viel zu aufgeregt find, um klar blicken zu können. Leider kau» ich aber nicht warten, bis Sie ruhiger geworden find. Ich weiß auch nicht, ob ich in der nächsten Zett wiederkommen werbe. Deshalb wiederhole ich, selbst aus bie Gefahr Ihrer Ungnade: seien Sie vorfichttg im Verkehr mit Mondega, er ist nicht aufrichtig 1 Gute Nacht, Adrienne 1"

Nur flüchtig legte fie ihre Hand in bie seine; er behielt bieselbe daher so langt, bis fie unwillig wurde und z» ihm anfsah. Dann fragte er lächelnd:

Können Sie mir im Ernste zürnen? Haben Sie bisher nicht gewußt, daß ich nur Ihr Beste» will?"

Eine» Augenblick zögerte das Mädchen; bann Bärten fich seine Züge, wie Sonnenschein brettete fich ei» Lächeln darüber.

Ja, ja, ich weiß eS, mrd doch--Srtte

Nacht, mein Freund!" brach fie ab nnb entzog ihm ihre Hand.

Gute Nacht, Adrienne! Ihr Diener, Fräulein Werneck!"

Im andern Gemach verabschiedete sich Dony rasch, wechselte draußen noch einige herzliche Wotte mit dem Grasen, der ihm gefolgt war, versprach bald wieder- zukommen upd ritt in scharfem Trab in bie Nacht hinaus. (Fortsetzung folgt.)