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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.
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Warkuvg
Sonnabend, 2. April 1898.
Anzeigen nehnren entgegen: btt Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bureaur von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg, Wien; Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; C. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris x.
33. Jahrg.
Organisation der wirthschafüichen Sammlung.
Mit Recht ist auf daS Zusammenbriugen Bon Nassen-Unterschriften für den wirthschastlichen Samm- ümgs-Anfruf kein Werth gelegt worden. Man war mehr darauf bedacht, die Unterschriften zu wäge», als sie zu zahlen. Darum kann auch die Mittheilung, daß die Freihändler-Erklärung zu Gunsten der Caprioi'scheu Handelsvertragspolitik mehr als daö Doppelte von Naweusunterstriften erlangt habe, keinen besonderen Eindruck machen. Durch Unterschriften allein kann eine „Sammlung" nicht bewerkstelligt weiden und besonders die Namen, welche die Kreihandelseiklärung aufw-ist, find in diesem Falle nichts weniger als schwei wiegend, denn deren Träger waren auch vor der Inumlaufsetzung der Erklärung stets vollständig „gesammelt".
Ist also daS Kolportiren des Sammlungsaufrufes behufs Erlangung von Unterschriften, deren rasch viele Tausende gewonnen werden könnten, im Kroßen und Ganzen zwecklos, so muß, damit hat die „Conserv. Corresp." sicher Recht, angesichts der Ahe der Reichstagswahlen der Hauptwerth auf eine zweckmäßige Organisation der Sammln n g gelegt werden. Bis jetzt ist der Auftuf, der ein festes Programm darstcllt, um welches sich die für den Schutz der nationalen Arbeit eintreteuden Elemente zu sammeln vermögen, nur als eine An regung einzelner Polftiker betrachtet worden. Dieser Anregung muß aber noch viel kräftiger als nur durch Darleihen der Unterschrift Folge gegeben werden. Unser Partei-Organ schlägt darum, um die Sache in Fluß zu bringen, vor, daß sich zunächst in Berlin ein Centraiausschuß bilde, welcher die nationale Sammlung praktisch in die Hand nehme» könnte.
Dem Centralausschuß müßten selbstverständlich hervorragende Mitglieder aus allen Erwerbsgruppen und aus allen der Sammlung sich geneigt zeigenden politischen Parteien und wirthschastlichen Vereinigungen »der Verbänden angehören. Schon durch das Zusammenstehen dieser Faktoren würde die nationale Sammlung kräftig gefördert werden. Vor allen Dingen aber ist Werth darauf zu legen, daß im tanzen Reiche sich Sammlungs-Ausschüsse bilden, welche auf ®runb des wirthschaft- lichen Auftufs die Sammlung für die nächsten Wahlen vorbereiteu.
Auch diese lokalen Ausschüsse, deren je einer in jedem Wahlkreise zu errichte» sein würde, mißten Angehörige aller daselbst vertretenen Erwerbs- grnppen und aller in Frage kommenden Parteien nnd Bereinigungen umfasse». Sie dürften allerdings mit Rücksicht auf das Vereinsgesetz weder mit dem krntralausschufse noch mit anderen Vereinen in Verbindung treten; allein der wlrthschaftltche Aufruf tiebt ja ohnedies den Boden ab, auf welchem die llebereinstimmung ei folgt. Eine eeutralisterte Organisation dürfte sich in diesem Falle, wo der nationale Sedanke als oberster Einigungsfaktor wirkt, er* übrigen.
Wir halten dafür, daß mit einer praktischen Förderung ungefähr auf der oben bezeichneten Gruud- lege nicht gezögert werden sollte. Die Gegner besitze» bereits Organisationen, welche für die Samrn- iung um die Fahne des Grafen von Caprivi lebhaft sich bemühen. Lassen wir de» wirthschastlichen Üdlfruf nur durch sich selbst wirke», so dürfen wir auf einen starke» Erfolg, wie er noth- ^«dig ist, nicht rechnen. Also frisch an's Werk! 3st die Organisation w uigstenS in einigen Anfängen trschaffe», so wird sie auch von selbst marschiren. Die speziellen Aufgaben des ZentralauSschuffes und da lokalen Anischlüffe find so fruchtbringende und schöne, daß die Anreger erhoffen, ihre Anregung •ttbe im ganzen Lande auf günstigen Boden fallen.
Umschau.
3m Hinblick auf Fürst BiSrnarckS heutigen Srburtstag schreibt die „Nordd. Allg. Zig.': Heute Apfindet das deutsche Volk die tiefe Dankesschuld
Alles, was Fürst Bismarck in langer und treuer «rdest für Kaiser und Vaterland geleistet hat. Noch ^ben Viele unter uns, die eS selbst mit erlebt haben, •« Otto v. Bismarck, getragen von dem Set tränen
der Gunst seine» Königs, in seiner Staatskunst de» Bajonetten vorarbeiteod und die von glorreichen Waffen Eugenen Erfolge genial verwerthend, die Bedingungen
setzen half, daraus der Reichsbau erstand; die chn erblickten neben seinem dritten siegenden Herrn
und Könige bei Königgrätz, gegenüber dem dritten Napoleon auf Sedans Blutgefilden und endlich zu Seiten seines Königs in Versailles, wo die Fürsten Deutschlands dem Könige als dem Kaiser des geeinten Reichs ihr huldigendes Hoch zuriefen. Aber auch das jüngere Geschlecht, das sich, ohne eigene Erinnerungen an die Kämpfe für ein neues einiges Deutschland, des reiche» Nachlafles Wilhelms des Großen unter der thatkräftigen Obhut seines Enkels erfreut, ist tief ergriffen von den Verdienste», die sich Fürst Bismarck für Kaiser und Reich erworben hat. So ziehe» heute Millionen Deutsche daheim und im Auslande im Geiste hin, wo die Wipfel deS Sachsen- waldes über dem Haupte rausche», das so hell durch Rath und Thai den deutsch-nationale» Gedanken vor Europa leuchten ließ. Indem wir dem Fürsten Bismarck heute unsere dankbare Verehrung darbringen, wünschen wir von ganzem Herzen, daß ihm sein Alter gesegnet sein und er sich »och lange d.s Werkes freuen möge, mit dem sein Name untrennbar verbunden ist.
Der Reichstag erledigte gestern dk» Rest des Etats in dritter Lesung. Beim Etat des Reichs- Justizamts nahm der Abgeordnete Lieber seine ftühere Angabe über unwürdige Behandlung des Erzbischofs Melchers im Gefängniß zurück. An den Post- Etat knüpften sich lebhaftere Erörterungen, in denen die Sozialdemokraten nach verschiedenen Richtungen eine Rolle spielten. Zunächst wies der Staatssekretär v. Podbielski an der Hand der Akten nach, daß die Angabe des Abgeordneten Wurm, bei einem Prozeß der siebziger Jahre seien Verletzungen des Briefgeheimnisses festgestellt worden, unwahr gewesen ist. Wegen Entlassung von Postbeamten, die in Hamburg an einer sozialdemokratischen Versammlung theilge nommen hatten, richtete der Abg. Singer gegen die Postoerwaltung einen Angriff, den der Staatssekretär v. Podbielski mit der beifällig aufgenommenen Erklärung beantwortete: jede direkte oder indirekte Theilnahme an den Bestrebungen der Sozialdemokratie verstoße gegen den D i e n st e i d des Beamten und er, der Staatssekretär, werde gegen jeden Postbeamten entschieden Vorgehen, der sich eines solchen Verhaltens schuldig mache. Der Abg. Dr. Hammacher brachte den B a n k» o t e n d i e b st a h l in der Reichsdnrckerei erneut zur Sprache. Der Staats- sekretär erklärte, in den weiteren Untersuchungen sei bestätigt worden, daß eine Reihe von Zufälligkeiten zusammentreffen mußte, um den Diebstahl zu ermöglichen. Im Einverständniß mit dem Reichsbankpräsidenten stellt er fest, daß zur Beunruhignng des Publikums kein Anlaß vorliege; die entwendeten Note» werd n eingelöst werde». Ei» finanzieller Verlust werde die Reichskaffe nicht kiffe». Seit dem 1. Januar sei ein neuer Kurator für die Reichsdruckerei bestellt. Die nächste Sitzung findet am 26. April statt. — In der gestrigen Sitzung deS Abgeordnetenhauses wurde die Berathuug der Diensteinkommenvorlage der evangelischen und katholische» Geistlichen fortgesetzt. Abg. Dietrich (Centt.) hatte manches an den Entwürfen auSz»setzen, während Abg. Haake (freik.) die Zustimmung seiner Partei von mehreren Bedingungen abhängig machte, deren Erfüllung jedoch Finanzminister Dr. v. Miguel «icht in Aussicht stellen konnte. Kultusminister Dr. Bosse verwahrte sich entschieden gegen die Behauptung, daß das Gesetz eine Konfiskatton des Pfarrvermögens bedeute, worauf noch die Abgg. Hornig (kons.), von Plettenberg (kons.), Schall (kons.) nnd Dr. Schnaubert zur Vorlage sprachen. Nach wetterer Debatte ging »ie Vorlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Juf der Tagesordnung der nächste» Sitzung (hatte) tehen Petitionen.
Die „Kons. Korresp." schreibt: In der dritte» Lesung der Flottenvorlage stellte Herr Liebermann v. Sonnenberg ausdrücklich fest, daß seine Partei, obwohl drei ihrer Mitglieder gegen die Marineverstärkung gestimmt habe», vollkomme» einig sei. Daran aber hat niemand gezweifelt. Daß die Herren Anti- emiteo fich namentlich bei der Bekämpfung der konservativen Partei und bei dem Abjagen konservativer Maudate durch Verdächtigung der konser- rativ.-n Kandidaten ttotz aller Meinungsverschicd »heften m anderen „unwesentlichen' Dinge», wie beisptels. weise in der Flottenfrage, immer wieder finde», ist dne so handgreifliche Thatsache, daß es thöricht wäre, diese „Einigkeit" auch nur im geringsten in Zweifel zu ziehen. Eine Illustration dieser antisemitischen „Sammlung' war auch die an Herrn Liebermann v. Sonnenberg gerichtete Sympathiekundgebung des'
Herrn Ahlwardt, der seinerseits offen „gegen Jude» und Junker" vorgeht, während die Deutschsozialen mit dem dehnbar.n Schlagwort „gegen die Pflaumenweichen" in derselben Richtung Geschäfte zu machen suchen. Ob es den Antisemiten, wie Herr Liebermann v. Sonnenberg verkündet hat, bei den nächsten Wahlen gelingen werde, eine halbe Million Stimmen zu „sammeln", also die Stimmenzahl von der vorigen Wahl nahezu zu verdoppeln, ist uns doch sehr fraglich; den» vor fünf Jahren wurden noch zahlreiche konservative Stimmen für antisemitische Kandidaten abgegeben. Grundsätzlich ist aber auf solches Prahlen mit Wählerziffkrn kein besonderer Werth zu legen. Wer in allen Wahlkreisen Kandidaten anfstellt und ohne Rücksicht auf die nationale Sammlung agitirt, hat ganz selbstverständlich auf mehr Stimmen Aussicht, als derjenige, welcher im Interesse des Gemeinwohles in der Kandidaten frage sich zurückhält und nicht lediglich agitatorische, sondern positive Politik treibt.
Herr Professor Sohm, Vorstandsmitglied des „Nationalsozialen Vereins", schreibt: „Der soziale Gedanke ist da. Schon hat er mächtigen Einfluß auf die Staatsgesetzebung ausgeübt. Er wird weiter wirken. DaS Recht der Gegenwart trägt ihn in ftinem Schoße. Es bedarf nur, daß kein Hinderniß seiner praktischen Ausgestaltung fich in den Weg werfe. Dies Hinderniß ist aber heute die Sozial- bemofratie. Sie macht ben deutschen Arbeiteistand, so viel an ihr ist, zum Gegner des bestehenden deutschen Staates. Sie macht den bestehenden deutsche» Staat, soviel an ihm ist, zum Gegner des deutschen ArbeiteistandeS. Darum ist die Sozialdemokratie der Feind nicht bloß unserer Rechtsordnung als solcher, sondern der Feind des Arbeite,standes selbst." — Da» find leider »nr Worte. Die T hat en der National-Sozialen tragen eine ganz entgegengesetzte Signatur, ohne daß Herr Profeffor Sohm es für nöthig hielte, dagegen aufzutteien. Erst in diesen Tage» haben die führenden National-Sozialen den Kampf gegen die Konservativen mit Hilfe der Sozialdemokratie proklamiert, ferner haben sie den Sozialdemokraten zu Liebe das Ausbringen eine» KaiserhochS verhindert — das beweist dock, daß Herr Pioftsior Sohm nicht den geringsten Einfluß auf die Haltung derjenigen politischen Richtung besitzt, deren Vorstand er angehört.
Der ländliche Arbeitermangel bildet eine fortwährende Kalamität namentlich ter kleineren Landwirthe. In der letzten Zeif^haben fich darum Landwirthschaftskammern und landwirthschastliche Korpo'ationen lebhaft mtt Erötternngen über Mfttel und Wege zur Abhilfe beschäftigt. Hierbei ist auch vielfach auf die mangelhaften Zustände der Arbeits- vermittelnug, namentlich aber auf die Mißstände im Gesindevermiethergewerbe hingewiesen und der Wunsch ausgesprochen worden, eS möge der Arbeitsvermittelung fortgesetzt eine erhöhte Aufmerksamk it geschentt, besonders aber auf eine beffere Gestaltung deS Gefinde- maklerwesens hingeaibettet werden. In einer Petition deS rheinischen laudwitthschaftlichen Vereins, welche durch die PetitionSkommisfiou deS Reichstags dem Plenum zur Berücksichtigung empfohlen wurde, ist u. A. der KonzesstonSzwang für die Gefindemakler gefordert worden. Hierzu erklätte der Regierungsvertreter:
.In Folg« von Anträgen des Deutschen Lanbwirth- schafttraths ist bei Reichskanzler schon vor «iniger Zeit wegen anderweiter Regelung bei Gefindevermiether- unb Stell,nvermit!lerweseur mit den Bundesregierungen in Ber- baudlung getreten Nach bem Ergebnis der Erörterung«: darf angenommen werden, daß dem Bundekrath vor Beginn der nächsten Session bei Reichstages ei e Vorlage wegen Abänderung der einschlägigen Bestimmungen der Gewerbeordnung zugehen wird".
Es ist zu hoffen, daß die Annahme des Herr» RegiernngskommiffarS in Erfüllung gehen wird. Die Mißstände auf dem Gebiete des gewerblichen Gesinde und Stellenvermittlerwesens find in der Thal „brennend" geworden. Inzwischen find .die Re- gierungt Präsidenten durch einen Erlaß deS Herrn HandelSministeis angewiesen »erben, von den bestehenden Gesetzen gegen daS Stell nvermitielungs- unwesen scharfen Gebrauch zu machen.
Deutsches Reich.
Berkin, 31. März. Se. Majestät der Kaiser arbettete, wie ans Homburg v. d. Höhe gemeldet wttd, heute von Boi mittags 10 bi» 1 Uhr mit dem Vertreter des Auswärtigen Amte», dem Gesandte» Grafen Wolff-Metternich.
— Sc. Majestät der Kaiser sandte au» Hcmburg heute dem Henn Reichskanzler al» Geburtstagsgeschenk seine Photographie in Admiral»- uniform mit eigenhändiger Widmung. Zur Geturts- lagt feier waren der Erbprinz zu Hohenlohe- Schillingsfürst und Prinz Moritz hier eingetioffen, so daß der Reichskanzler seine Kinder vollzählig versammelt sah. Zum eisten Mal fehlte in diesem Kreise die verewigte Fürstin. Wenn der Herr Reichskanzler heute an das persönliche Leid, welches da» verflossene Lebensjahr ihm gebracht, besonder» schme glich erinnert werden mußte, so dürfte ihm der Rückblick auf sei» politisches Wirken während diese» Zeittaum» ein Gefühl wohlbegiüvdeter Befriedigung gewähre». Gettagen von dem Vertrauen Seiner Majestät des Kaiser», umgeben von den aufrichtige» Sympathien de» ganzen deutschen Volke», hochgeachtet weit über die Grenzen des Reiche» hinan», so schreitet Fürst Hohenlohe heute in voller Rüstigkeit über die Schwelle de» 80. Lebensjahres. Möge feine fernere Thätigkeit noch langt eine gesegnete sein.
— Von dem Großherzog von Bade» ist an Se. Majestät den Kaiser auf die schon gestern erwähnte Mittheilung der Annahme de» FlottengesetzeS folgende» Antwort - Telegramm einge- laufe»:
„Empfange meinen tiefgefühlten Dank für die überaus gütige Weise, mit bet Du mir die frohe Botschaft bei fest- stehenben FlottengesetzeS rnfttheilst Du erweisest mir eint tief bankbar anerkannte Ehre, iubem Du mich der brave» Marineinfanterie attachiist; ich schätze diesen erneuten Beweis Stirer gütigen Gestui ungen in seinem ganzen Werth, unb hoffe noch ferner mich diese» Vertrauensbeweises würdig erweisen zu können. Von ganzem Herzen aber beglück- müufi e ich Dich zu dem großen vaterländischen Erfolg, der wesentlich Deiner ausdauernden Fürsorge zu verdanken ist. Ein Erfolg, der dem Deutschen Reiche eine Weltstellung bereitet, die zu ben schönsten Hoffnungen berechtigt.
Dein dankbarer Onkel Friedrich."
— In den Blättern wird die Frage erörtert, ob dem Staatssekretär des Reichs-Marine Amts, Kontre- admiral Tirpitz, in Folge seiner Ernennung zum preußische» Staatsminister unb Mitglied« des preußischen Staatsministeriums Sitz und Stimme in letzterem zustehe. Schon der Umstand, daß die Ernennung zum M i t g l i e d e des Staatsministeriums erfolgt ist, läßt diese Erörterung müßig erscheinen, ta solchen doch selbstverständlich Sitz und Stimme im Staatsministerium zusteht.
— Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sitzung dem Gesetzentwurf, betr. die auderwefte Fest- setzunH, deS Gesammttontingents der Brennereien in der Form der Reichstage beschlüsse die Zustimmung erthettt; ebenso dem Antrag der Reichstagsabgeordueten v. Levetzow und Gen. wegen Errichtung eines Staüd- bildeS für den hochseligen Kaiser Friedrich, dem Gesetzentwurf bett, die d e u t s ch e F l o t t e, endlich dem Gesetzentwurf für Elsaß-Lothringen über die Preffe, womit zugleich der Reichstagsbeschluß wegen Ein- führung des Reichsgesetzes für die Preffe in Elsaß- Lothringen für erledigt erklärt wurde. Die Denk- schrift über die deuffchen Niederlaffuugen in Tientsin nnb Han kau wurde durch Kenntnißnahme für erledigt erklärt und die Vorlage, betteffend die Verleihung von Korporationsrechten an die Pangauigesellschast zu Berlin, den zuständige» AuSschüflen überwiese». Schließlich wurde über Eingabe» Beschluß gefaßt. Der Königlich sächsische stellvertretende Bevollmächtigte Frhr. v. Friese» ist au» dem Bundesrath auSge- schiede».
— Dem Reichstag find die aus ben Be* Tagungen des im vorigen Jahre zu Washington abgehaltenen Postkongresse» hervorgegangenm BertragSurkunden, nämlich der Wettpostverttag und die Uebereinkommeu, bett, den Austausch von Briefe» nnb Kästchen mit Werthangabe, bett, ben Postanweisungsdienst, bett, den Austausch von Postpacketeu, betr. ben PostaufttagSdienst, und bett, den Postbezug von Zeitungen und Zeüschristeu, zur Beschlußfaffung iugegangen.
— Bei der heutigen Ersatzwahl zum Abgeorduete»- hause im WahlttetS preuß. Stargard erhietteu der deutsche Kandidat RittergutSbefitzer Arndt- Sarffchin (freikous.) 239, Pfarrer von Wolszlegin- Gilgenbmg (Pole) 234 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt.
Kiek, 31. März. In Gegenwart der Kaiserin Friedrich, der Prinzesfin Irene und der Spitzen der Militär- und Cioilbehörden fand nm 12 Uhr der Stapellauf be8 Ärenger8 G auf ber Germauiawerft statt. Nach einer Rede des Staats- sekretärs der Marine, der auf die Annahme de» FlottengesetzeS nnd die Anwesenheit de» Prinzen Heinrich in Ostafien hinwies, vollzog Prinzessin