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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain.
Druck und Verlag: Sol). Aug. Koch, Universttäts-Buchdruckerei in Marburg. Verantwortlich für die Redawon: Redakteur M. Hartmann in Marburg.
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Freitag, 1. April 1898.
Anzeigen nehmen entgegen - die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde- nn
bürg, Wien; Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; do.
C. L. Daube & Co., Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Paris re.
Erstes Blatt.
Umschau.
Der Kaiser richtete auS Homburg v. d. H. an die Hambnrg-America-Linie das folgende Telegramm: „Ich freue mich, daß die Verwaltung der Hamburg- Amerika-Linie, von der Wichtigkeit der Annahme deS Flottengesetzes durchdrungen, ihre Wünsche auf die Stärkung der Kriegsflotte richtet, unter deren kräftigem Schutze die Hamburg - Amerika - Linie auch fernerhin im Interesse der GesammtheU einen gedeihlichen Aufschwung nehmen möge. Wilhelm. I. R." Auf eine Glückwunsch-Depesche, die der Norddeutsche Lloyd an den Kaiser zur Annahme des FlottengesetzeS gesandt hat, ist folgende Antwort deS Kaisers eingegangen: „Ich baute Ihnen für freundlichen Glückwunsch. Der beste Lohn für mein Sweben ist daS richtige Verständniß der Nation für meine, weiß Gott, redliche Arbeit zum Wohle des Vaterlandes I Möchte die fortschreitende Ei kenntniß seiner Aufgabe» jenseits deS Weltmeeres auch dem Norddeutsche» Lloyd zum dauernde» Vorthefl gereichen. Wilhelm. I. R."
Die Frage, wer der Nachfolger des Oberbürgermeisters Zelle i» Berlin werde» soll, beschäftigt schon jetzt lebhaft die Stadtverordneten der Reichshauptstadt, denen die Wahl obliegt. Natürlich muß eS ein waschechter Demokrat sein. Da schreibt denn heute die „Köln. Ztg.": „Unseres Erachtens wäre jetzt die günstigste Gelegen- heil für die fortschrittliche» Wahlmacher, keine« geringeren als ihre» Meister selbst, Herr» Eugen Richter, auf den Schild zu erheben. Er hat vor 34 Jahren seine Laufbahn in der Gemeindeverwaltung beginnen wollen; er hat noch neuerdings in den tragischen Kämpfen gegen die Herren Rickert und Barth einerseits und Liebermann von Sonnenberg und Ählwardt anderseits ein derartiges taktisches Geschick und eine solche Überlegenheit in freundlicher Kritik an den Tag gelegt, daß in den Augen seiner ihn blind verehrenden Gefolgschaft er al8 das geborene Oberhaupt aller richtigen Berliner angesehen werden kann. Ihm, dem gründlichen Kenner der Finanz- Verwaltung, wird es ein Leichtes fein, die
Die deutsche Politik ist nach kurzen Abirrungen wieder in die bewährten Bahnen deS Altreichskanzlers eingelenkt und dieser hat zur größte» Fiende der Bevölkerung auch wieder Anlaß genommen, stch an
jetzigen hohen Gemeindeabgaben um die Hälfte zu ermäßigen und dabei zugleich mehrere Millionen für die Verschönerung der Stadt auszugeben; und sein oft bewährtes liebenswürdiges Wesen wird von vorn-
der Politik aktiv zu betheilige», indem er als
satz tret'.n könnte. Doch werden die Herren Sanger-
Hans und Hermes sich beeilen müssen, seine Wahl für Berlin vorzubereiten, da sonst leicht ihnen die Stadt Charloltenburg, in der Herr Richter wohnt und die auch einen neuen Bürgermeister wählen muß, diesen fetten Bissen wegschnoppen könnte."
seinem Name» schmückte. Und dieser Name bedeutet auch heute noch ein Programm, er ist es, welcher der Poltik der Sammlung der wahren nationalen Wiithschostspolitik den Charakter aufdrückt.
Fürst Bismarck, der große und wachsame Berather des deutschen Volkes, h a t an dem Abend
herein jede Gefahr ausschließen, daß er zur radikalen einer bet erste», jedenfalls aber als der bedeutendste, | Mehrheit der Stadtverordneten-Versammlung in Gegenden Aufruf zur wirthschaftlicheu Sammlung mit satz trehn könnte. Doch werden die Herren Sanger-
seines beispiellos rühm- und erfolgreichen Sebens nur den einen Wunsch: das deutsche Vaterland groß und stark, geeint und gesegnet zu sehen. Möge dieser Wunsch in Erfüllung gehen zum Wohl Deutschlands und zum Ruhm seines größte» SohneS, bei Eisernen Kanzlers, ben Gott bei Herr uns noch lange in Gesundheit und Frische erhalten möge.
Die N a t i o n a l s o z i a l e n find eigenartige Beute. Im Wahlkreis Marburg-Kirchhaiu-Franken- berg hat, wie man der „Konserv. Korresp." von hier schreibt, jüngst noch in Betziesdorf der dortige national- soziale Reichstags-Kandidat Reg.-Affessor a. D. von Gerlach die „nationalsoziale Rücksicht" gegen die Sozialdemokraten vertheidigt, die seine Partei mit Unterlassung des Kaiserhochs verübe. Als aber letzten
Sonnabend in Hachborn Herrn von Gerlach nach
einer Wahlrede einer der vielen gekommenen hesfischen, gut monarchisch gesinnten Landleute in der national- sozialen Versammlung wegen Unterlassung des Kaiserhochs interpellierte, da sagte, den Charakter der Versammlung erkennend, Herr von Gerlach nothgedrungen: „Dies Hoch bringen wir am Ende" — und brachte wirklich zum Schluß ein „Hoch auf das deutsche Vaterland und an dessen Spitze dem Kaiser" aus. Nun ist der „monarchische" Charakter der Nationalsozialen wieder einmal gerettet.
Das Londoner konservattve Blatt „Standard" schreibt: Unter den Anhängern des KabivetS herrschte am 29. d. M. Abends eine etwas hoffnungsvollere Stimmung in Bezug auf ben Staub bet O st - asiatischen Angelegenheiten. Die Regierung wirb, wie man glaubt, bei Abgabe ihrer Erklärung über ihre Politik in China in bet Sage sein, mitzutheileu, daß wettere Maßregeln zum Schutz bei biitischeu Interessen ergriffen, und daß eine neue Flottenbasis im mittleren oder nördlichen China erlangt wurde. Im „Siberal Union Klub" in Bonbon hielt bei Parlamentsuntersekretär des Kolonialamts Sorb ©elbonrne vorgestern Abend eine Ansprache, in der er sagte, es sei vollkommen sicher, daß keine m »schliche Macht Rußland aufhalten könne, die Mandschurei zu besetzen. Es sei für England ebensowenig demüthigend, daß es Rußland hiervon nicht abhalte, als es für Rußland demüthigend wäre, daß es England nicht daran hindern könne, jetzt oder später einmal Khartum zu besetzen. Die Regierung müßte eine Verletzung der englischen Rechte in China zum Casus belli machen. England habe in China nichts verloren, was hätte festgehalte» werden müssen. Die Politik der „offenen Thür" fei unverletzt und England habe bereits werth- volle Kompensationen erlangt, welche, wenn nöthig, vermehrt werden könnten.
Da in Washington die hervorragenden Mtt- glieber beider Parteien des Repräsentantenhauses dahin arbeite», eist Abstimmung über die Frage einer Intervention auf Cuba zu ficher»,
Zwei Reichskanzler-Geburtstage.
Am heutigen 31. März feiert im engsten Familienkreise unser jetziger Reichskanzler Fürst zu Hoheulohe-SchilingSfürst feinen 79. Geburtstag. Die Deutschen wissen es wohl zu würdige», welches Opfer der 75 jährige Fürst gebracht, als er nach der unheilsamen Aera Caprivi daS Reichskanzleramt übernahm, um es wieder in mehr Fürst Bismarck'sche Bahnen zu leite». Heute begleiten wir Alle, die wir eS ernst meinen mit gesunder vaterländischer Politik,. mit warmer Sympathie daS stille, aber rastlose Wirke» des elften Beamten im Deutschen Reich. Als im vorigen Jahre um die Weihnachttzcit Fürst Hohenlohe den Heimgang feiner treuen Gefährtin beweinte, glaubten viele, er werde mm bald von jener Stelle zu scheiden wünschen, auf ber er für daS Deutsche Reich während dreier schwerer Jahre segensreich gewirkt; doch ber Fürst blieb unb gab so ein Beispiel jener selbstlosen Hingabe an bas Saterland, die sein Kaiser unb das deutsche Volk ihm nicht vergessen werden. Möge Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe noch manches Jahr in voller geistiger und körperlicher Frische die Polittk Deutschlands leiten, deren jüngste Erfolge stets auch mit seinem Namen verknüpft bleiben werden.
Vor wenigen Tagen hat bekanntlich unser hochverehrter Ehrenbürger, der erste Kanzler des Deutschen Reiches ein seltenes militärisches Jubiläum gefeiert; alle patriotischen Deutschen feierten mti ihm. Aber begeisterter noch und allgemeiner schlagen unser aller Herzen morgen, am ersten April, dem getreuen Eckart im Sachsenwalde entgegen, au dem Tage, der einen Otto von BiSmarck der deutschen Nation geschentt hat.
Der erste April ist besonders in den letzten Jahren für die Deutschen im In- und Auslande ein nationaler Fest tag geworden, an welchem Millionen herzlicher Wünsche für daS Wohlergehen md einen noch recht langen freundlichen und gesegneten Lebensabend Bismarcks zum Himmel aufsteige». Vollkommene Ruhe ist ja dem großen Kanzler niemals deschieden gewesen unb wird ihm niemals beschieben (ein, auch jetzt nicht, ba ihn bie Bürden des Amtes nicht mehr drücken. Bismarck gehört der deutsch n Ration, und ihrem Verlange», seinen Rath fort und fort zu hören, vermag er unb wünscht er nicht sich zn entziehen.
Graf Herbert Bismarck hat vor ungefähr Jahresfrist auf einer Dresdener konservativen Versammlung in Bezug aus bie politische Sage gesagt, er seh- jetzt ttwaS Morgenroth. Dieses Morgenroth, welches «st schüchtern sich zeigte, ist nun über ben ganzen politische» Horizont auSgebreitet unb leuchtet beruhigend tu ben BebenSabenb des „Allen im Sachseu- walde" hinein. Fürst Bismarck braucht nach menschlichem Ermessen nicht mehr in Sorge darüber zu fein, daß fein großes Lebenswerk, wie eS noch vor tätigen Jahren ben Anschein hatte, gefährdet »erben tinne.
(Nachdruck verboten.)
Getrennte Sterne.
Roman aus ber Gesellschaft von H. Waldemar.
(Fortsetzung.)
Ward sie fich nun ihrer Unhöflichkett bewußt, ober bannte sie Georgs Blick, kurz, ehe sie bie Thür schloß, wandte sie fich »och einmal zurück unb erwiderte, ausS tote erglühend, feinen ehrerbietigen Gruß.
Die Thür fiel zu. Sie aber lehrte drinnen an der Wand, unfähig, jetzt, in dieser Verfassung, ihrem Later und den Freunden gegenüber zu treten, unb lauschte auf ben verhallenden Schritt Georgs, bis fte knfelbtn nicht mehr unterscheiden konnte; bann raffte te sich auf, strich sich aufathmenb über die Augen und begab fich rasch bie Treppen empor in bie Wohnung, wo sie erwartet wnrbe.
*
„Ei, Herr Rittmeister, sieht man Sie auch einmal »über auf bent Büushofe?"
ES war Abrienne, welche Dony an ber Schwelle bes Hauses empfing. Sie war beschäftigt, ihre Tauben i» füttern, die rücksichtslos unb doch zutraulich auf ihre Schultern flogen unb sich bie Leckerbissen von ihren rosigen Lippen reichen ließen.
Dony kam zn Pferde, aber die annmuthigen Dhierchen, von denen nur wenige erschreckt aufgeflogen
waren, ließen sich nicht beirren; zwischen den Hufen des nun wie eine Mauer stehenden Rappens holten sie ihre Römer unb beeilten fich gar nicht aus dem Bereiche des Rosses zn kommen.
Die Sonne schien hell und warm. Seit Tagen schon war alle Winterkälte verschwunden, Schnee und Eis geschmolzen und nur auf dem Gipfel der iu der Feine den Horizont begrenzende» Berge sah man ben Schnee noch glitzer».
ES war so warm, als ob es Frühling werbe» wollte unb diese Verheißung war auch auf dem reizenden Mädchen-Antlitz zu lesen, al8 fte eS zur Begrüßung bc3 Freundes erhob unb ber Glanz der Sonne sich in ihren blaue» Augen spiegelte.
„So sehnsüchtig bin ich erwartet worden? Das ist ja ungemein schmeichelhaft, Adrienne. Sie gestatten, daß ich mein Pferd abgebe?"
„Selbstverständlich! Es scheint, als haben bie letzten Wochen Sie uns entftemdet. Sett wann hat Ebwald Dony nöthig, fich zum Absteigen Erlaubniß zu erbitten?"
„Sie haben recht, Abrienne, verzeihen Sie mir, aber seit die fremden Elemente auf dem Lünshofe heimisch geworden find —"
„Eifeisüchlig?" lachte Adrienne, aber dies Lachen klang nicht natürlich; so kam es Dony wenigstens
vor; auch glaubte er eine leichte Verlegenheit an ihr wahrzunehmen.
„Ich bin in wenigen Minuten wieder hier!"
Damit gab Dony feinem Pferde die Sporen und lenkte es nach der Sette des Hauses, wo die Stallunge» gelegen waren.
„Ja, wen haben wir denn da? Dony? Leben Sie denn noch? Wissen Sie auch, daß nun feit Ihrem letzten Hiersein mindestens drei Wochen verflossen find?"
Der alte Herr von Bünau war eS, der den jungen Offizier so empfing.
„Sie beschämen mich, Herr Gras," rief Dony, abspriugend unb bem Reitknecht die Sorge für den Rappen überlassend. „Hätte ich ahnen könne», daß Sie trotz Ihres zweifachen Besuches —"
„Papperlapapp, mein Sohn! Das wäre mir eine nette Freundschaft, wenn solch exottscheS Gewächs sie auslöschen könnte. Im Vertrauen, Dony, — ich habe mich nach einem echt deutschen Manne gesehnt, der waS zu reden weiß, wenn er auch manchmal überschäumt; aber dies ewige Zuckerwasser, dies unaufhörlich süße Geplauder über nichts, das keine Hand, keinen Fuß hat, ist mir in ber Seele zuwider. Ist denn der Mersch md vollends der Mann nur auf ber Welt, um Süßholz zu raspeln? Ich erkenne mein Fleich unb Blut gar nicht mehr an Abrienne.
besteht im Hause und im Ausschüsse für auswärtige Angelegenheiten eine starke Stimmung gegen die Bewilligung eines CrebiteS für bie nothleidenden Kubaner, wenn nicht gleichzeitig eine Aktion in's Werk gesetzt wirb, um ben Feiubseligketten auf Cuba ein Ende zu machen. Senatoren, welche mit bem Präsidenten gesprochen habe», erklärte», Spanien habe einen Waffenstillstand auf Cuba vorgeschlage». der Prästdent bestehe jedoch auf weiteren Bedingungen, bie Spanien aber nicht geneigt scheine, anzunehmen. Nach Mabriber M>Ibung erklärte Spaniens Ministerpräfiber,t Sagasta nach Beenbigung feiner Besprechung mit bem amerikanischen Gesanbteu Woobforb, ber letztere habe ihm gesagt, er hätte auf diese Gelegenheit gewartet, um die Wünsche feiner Regierung betreffend Cuba und die Sage der Conceutrados auszusprechen. Er, der Ministerpräsident, habe einige zu diese» Frage» gehörige Punkte mit Woodford erörtert und ihm auch versprochen, seine Erklärungen zu studiren und fie sowohl ber Königin-Regentin als bem Ministerrathe vorzulegen, bamit ber letztere seine Entscheidung treffen könne.
Deutsches Reich.
«erlitt, 30. März. Se. Majestät ber Kaiser empfing, wie aus Hornburg v. b. Höhe gemelbet wirb, heute Vormittag 9‘/2 Uhr ben Chef beS Militär« kabinets, General von Hahnke zu einem mehrstündigen Vortrage.
— In Gegenwart ber von Ihrer Majestät ber Kaiserin mit ihrer Vertretung betrauten Fra» Prinzessin Friebrich Seopolb fanb heute im Saale des Ministeriums der öffentlichen Arbette» die D ele g ir t en-V ersammlung des Vater- ländischen Frauenvereins statt. Der Vorsitzende, Regierungspräsident Graf Hue de GraiS, eröffnete die Verhandlungen mit der Verlesung folgenden Telegramms Ihrer Majestät ber Kaiserin:
„Zu meinem großen Bedauern tti diesem Jahre behindert, der Delegirten- und Generalversammlung des Later- ländischen FiaueuvereinS persönlich beizuwohnen, nehme Ich auS der Ferne an den Berathungen vollen Aniheil und gedenke mit besonders dankbarer Anerkennung der Leistungen des Vereins in den von der Ueberschwemmung betroffenen Gebieten unseres Vaterlandes. Ich bitte, der Versammlung Meinen Grub und Meine besten Wünsche z« übermitteln.
Auguste Viktoria. I. R."
In ben Verhanblnngett würbe u. A. zur Hilfeleistung bei ben Ueberschwemmungskatastropheu her vorgehoben, je schwerer das Leid, desto leichter werde eS den Mitmenschen, helfend einzugreifen, und so habe denn auch die vorjährige Katastrophe dazu mit« geholfen, daß die Kluft zwischen den Begüterten und den Besitzlosen mehr überbrückt wurde. Nach dem Vorttag kam ein Begrüßungstelegramm ber Großherzogin von Baden zur Verlesung, iu ber die hohe Frau dem Vereine, der, eine Schöpfung ihrer Mutter, unter dem Schutze Ihrer Majestät der Kaiserin in erfreulicher Entwickelung fortfdjreite, ihre treue Thciluahme versicherte unb der Zuversicht Ausdruck gab, daß Gotte» Segen das schöne n»d große Werk auch ferner begleite.
Früher war fie ein kerniges Mädel, frei von Senttmen« talität und nun? Gott fei’» geklagt, Mondega hat fie wie umgewaudelt."
Dony hatte den alten Herrn, ber auB bem Stalle feiner Reitpferde gekommen war, ruhig aus« reden lassen. Es schien ihm, als sei e» demselben Bedürfniß, den laug aufgespeicherten Groll fich vom Herzen zu wälze».
„Ich habe die Komtesse soeben gesprochen; e» schien mir aber nicht, als sei fie zu ihrem Nachtheil verändert, Herr Graf; im Gegentheil, über ihrem ganzen Wese» lag es wie Ahnung von etwas Kommendem, bis jetzt noch Unverstandenem."
„Mag fein, daß ich zu schwarz sehe. Aber sagen Sie, lieber Freund, warum kamen Sie so lange nicht? Meine Frau hat fich schon alle mögliche» Gedanken gemacht, wir hätten Sie verletzt, gekräntt —*
„O, Herr Graf, Sie sammeln glühende Kohlm auf mein armes Haupt."
„Warten Sie nur, Sie Schwerenöther, jetzt habe ich de» RäthselS Lösung: Ina ist ja auch nicht dal Ah, inS Schrate getroffen?" rief er lachend, als er sah, wie Dony's Antlitz fich röthete. „Na, mein Lieber, kanuS begreifen; ist ein kapitales Mädel, da» selbst mein altes Blut manchmal in Wallung bringt, — in allen Ehren — natürlich, — ober ein bischen launisch, räthfelhast." (Fortsetzung folgt.)