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I

Zweites Blatt.

Strafkammer

auS Elnhausen, Joh.

Brunnet und Joh. Dersch,

be bat butsche Natschonalgefühl eekenstark to Högt wüß un be bütsche Geist sin Flecgel utbreeben beb', bat man sin Ruschen hürte bet in be ütcrsten Marken von uns' herrlich, bunnmalS noch so krankes Vaber- lanb. Un nich in be Nurbmark alleen bläuhte bat bütsche Natschonalgeföhl to Högt. Uns' oll Uneenig- keit un Teretenheit fühlten all in't wide bütsche Lanb, un dit Gefühl brückte as een Undaai up bat bütsche Geweten. Wi »allen sin en eenig Volk von Bröbern, un tot sehnten uns nah be olle bütsche Herrlichkeit. Un bunn fern be gewaltig Mann, be bat Wurt von Blot un Isen" sprök, un männig Snitt müßt iratt warben in bat bütsche Fleesch, ihre be Eeniqkeit fmebt un be versunken Kaiserkron Webber ant Licht böhrt würr. Hüt sünb all uns' Wünsch von bunnmalS erfüllt. Un uns' Kaiser söcht bat Arwdeel, bat em be grote Tit hinnerlaten, to Hollen un to mihren. SJi briben in uns' Blatt keen Parteipolitik, ewer toi fönb bütsch bet int Mark von unse finalen, un borüm sleit uns bat Hart Höger, wenn toi sehn, bat bütsche Macht ehr Hand Wit öwer den Jrdball reckt, un wenn toi seggen können, bat be Sünn in bütsche Launen nich unnergeiht. Up ewig ungebeelt - bat fall nicht blot für Slcswig- Holsteen, bat soll för ewig' Tiden be Wahlspruch von alle Dütschen sinb. Jungs, holt fast!

nicht bekannt ist. Vielweiberei kann nicht barait fchuld fein, ba sie nur selten ist. Der Fcauenraub, die gewrlrsame Ergänzung be8 eigenen Stammes

Marburg, 23. März. Wegen einer kleinlichen Ursache entstaub am 19. September v. I. beim fiirchweihtanz in Elnhausen in her Löberschen Wirth, schäft eine Schlägerei. Die Geschichte kam zur An zeige und in der Schöffengerichtssitzung vom 3

Schilderungen aus dem Negerleben. Äortrag. gehalten am 16. März 1898 in bei Kolonial, gcsellschaft zu Marburg von H Hartert.

(Fortsetzung.)

Voll und ganz verdienen diesen Titel jedoch die M'pangwe, die zum Theil schon im südlichen Hinter, lande von Kamerun wohnen, die ich aber nicht dort, sondern im Innern der spanischen Muni-Coionie kennen lernte, die zu Fernando Püo gehört und aus den Inseln Klein- und Groß-Elobey, Corisco und einem nicht sehr umfangreichen Gebiet auf dem Fest­lande besteht. Durch mehrmonatlichen Aufenthalt unter diesem merkwürdigen Volke, zum Theil in den entlegensten und einsamsten Gebirgsdörfern, habe ich die Sitten dieser Leute einigermaßen kennen gelernt.

Während die Hauffa und Fulbe sämmtlich Muhamedaner sind, in Liberia das Christeuthum immer größere Fortschritte macht und in allen Colonien eifrig und mit leidlichem, wenn auch meist rein äußerlichem Erfolge am Missionswerk gearbeitet wird, so haben bisher bei den M'pangwes alle Missions- versuche kläglich Fiasko gemacht.

Die M'pangwe nennen sich selbst stolzer Weise Fan. b. h. Menschen, alle anderen Menschen scheinen sie für sich untergeordnete Wesen zu halten. Die ethnologische Stellung der Fan ist insofern recht interessant, als auch sie nicht zu den Negern im engeren Sinne gehören,, sondern, eingekeilt zwischen echte Guineaneger, eine noch nicht genau bestimmte Uebergangsstellung zwischen diesen und den Bedscha Völk-rn einnehme». Vielfach wird behauptet, sie seien mit den Raffern oder Abanin verwandt, andere wieder neigen mehr zu der Ansicht, daß sie nahe Verwandte der au den Nilquellen wohnenden Niam- Niam oder A Sande seien. Sicher ist, daß sie ihre jetzigen Wohnsitze zum Theil erst vor ganz kurzer Zeit eingenommen haben und aller Wahrscheinlichteit nach früher nicht in einem wasserreichen Waldtaube, sondern in einem grasreichen Weidelande gewohnt haben. Dies r zahlreiche Volksstamm ist noch immer in Bewegung und driagt unaufhaltsam gegen die Küste vor, die sich ihnen entgegenstellenden, entnervten und schwächlicheren Küstenvölker langsam aber sicher vernichtend.

Die Fan haben, so weck ich sie beurtheile, so gut wie par keine Religion, sie glauben höchstens an ein paar böse Geister, denen sie, gleichsam um sie bei guter Laune zu erhalten, hin und wieder ein paar roert^lofe Gegenstände hinlegen, wie z. B. eine halb: Banane oder dergleichen. In ganz wenigen Hütten findet man auch in einem düsteru Winkel, von Schmutz und Kehricht halb bedeckt, eine plump und roh geschnitzte Holzfigur, vor der häufig einige Nahrungsmittelreste liegen. Für einige Geschenke ist aber der M'pangwe fast immer gerne bereit, seinen Götzen, wenn man diese Bilder so neunen darf, zu verkaufen. Einige besonders weit sichtbare Bäume wähnt der M'pangwe von bösen Geistern bewohnt; alte, verlassene Do-fstätten meidet er, wie die meisten Neger, mit abergläubischer Scheu wohl aus demselben Grunde. Im Uebrigen aber macht er sich über das, was er nicht sieht, nicht hört und nicht greifen kann, wenig Kopfzerbrechen. Tempel und Priester giebt es nicht bei ihnen, nicht einmal einen sogenannten Medizinmann, wie ihn die meisten Neger haben. Was das Leben der M'pangwe aubrttifft, so fließt dies für die Männer in beneidenswerther Beschaulich, kett dahin, sobald eS ihm gelungen ist ein ober gar Zwei Frauen zu erlangen, bie für ihn arbeiten müssen, b. h. entroeber sie zu kaufen ober zu stehlen. Ties ist nun eigenthümlicher Weise durchaus nicht immer der Fall und man trifft in allen M'pangwedörfern Wohl eine ganze Anzahl lediger Männer, nie aber ein lediges, erwachsenes Weib. Ob bie Behauptung, daß bei ihnen sehr viel mehr Knaben als Mädchen geboren würden, richtig ist, kann ich nicht beurteilen, doch nehme ich es an, ba mir ein anbetet Grund

beit unter den Negern, dem Manne fast gleichberechtigt erscheint und oft an ben Betathungen thätigen An- thcil nimmt bei anderen Negern fast unerhört.

Heber den Charakter bet Fan ist sehr schwer zu mtheilen. Den zum Theil sehr verderbten und heruntergekommenen Küsteuvölkern sinb sie in jeher Beziehung überlegen. Nicht nut, baß sie größer, kräftiger, energischer und barum wohl auch kriegerischer sinb, scheine« sie mir auch, trotz ihres absoluten Mangels an Kenntnissen nach unseren Begriffen, von Natur begabter zu fein. Vor Allem sinb sie auch weniger unreblich unb etwas wahrheitsliebender.

Der Fan fürchtet ben Weißen nie unb, merk­würdig genug, gerade dieser Umstand erleichtert das Reilen im M'pangwelande ganz bebeutenb. Andere Negervölker überfallen den Europäer zumeist deshalb, weil sie von ihm Schlimmes erwarten, ihn also fürchten, und deshalb aus dem Wege räumen wollen; dem M'pangwe fällt e8 nicht ein, sich zu fürchten, und ich habe daher auch in seinem Lande, fern von jeder Ansiedlung Weißer, in Begleitung weniger Leute, die mir als Ruderer, Träger und Dolmetscher bi nten, zu jeder Tages- unb Nachtzeit reifen können, ohne jemals ernstlich durch Menschen in Gefahr ge­bracht zu sein. Fährt man beispielsweise Nachts an einem Dorfe mit dem Kanu vorbei, so wird man durch Wachen angerufen, die Antwort lautet bann stets:Tangani! d. h.ein Weißer!" worauf die Wache freunblich ruft:Bolu tangani!Guten Tag, Weißet!" Die Antwort lautet stets:Bolani, was wohl so viel bebeutet, wie:Guten Tag zu­sammen."

Und weiter geht bann die Fahrt bis zum nächsten Dorfe. Bedarf man irgend einer Speise, so kann man ohne Bebenk-.n jedes M'pangwedorf nach vor­heriger Verständigung mit der Wache auch mitten in der Nacht aufsuchen. Giebt man sich ben Leuten ohne Argwohn in die Hände, so geschieht einem niemals etwas und wenn das Gewünschte vorhanden ist, so kann man es gegen Bezahlung erhalten. Schenken ist nicht Sache der Fan. Hat man aber keine Tauschwaaren mehr bei sich, so schenkt der M'pangwe dem Weißen noch so viel Vertrauen, daß er ihm das Gewünschte gegen einen Bon ver­abfolgt, denn vor allem Geschriebenen hat er, trotzdem er nicht das Geringste davon versteht, wie alle Neger einen heillosen Respekt. Ich habe oftmals auf meinen Reisen Nachts M'pangwedörfer ausgesucht und dort übernachtet, stets ist mir eine Hütte einge­räumt wo den, deren Bewohner durch ein Machtwort des Dorfältesten einfach an dir Luft gesetzt wurden und irgendwo anders sehen konnten, wo sie unter­kamen. Freilich ist es mir mehrfach passirt, daß, als ich Morgens aufwachte, außer meinem eigenen Diener und Koch, de« ich stets mit in die Hütte nahm, noch 7 ober 8 M'pangwejünglinge ben Raum mit mir theilten, von denen hin unb wieher auch 'mal biefer ober her anbere meine Beine als Kopf­kiffen benutzte. Gewiß kein Zeichen von übertriebener Aengstlichkeit und hennoch ist eS mir sehr zweifelhaft, ob biefer Fanjüngling jemals vor mir einen Weißen gesehen hatte. Vergnügen hat mir baS Ueberuachten in ben M'pangwebörfern aber nie gemacht unb nur im äußersten Nothfalle habe ich es überhaupt getban, benn in allen Hütten herrscht infolge bes stets brennenben, vielfach mit grünem Holz unter­haltenen Feuer, ein scharfer beizender Rauch, der das Ungeziefer, namentlich bie MoSqnttos vertreiben soll, aber bei bem dieser Lust ungewohnten Europäer in der ersten Zeit unangenehme Entzündungen der Augenlider unb einen tagelang anhaltenden Husten­reiz heroorrust. Der absolute Mangel an Reinlich­keit bei ben Fan und bie bamit verbundene Anzahl von kleinen Lebewesen, bie sich überall recht unange­nehm fühlbar machen, Hagen auch nicht dazu bei, das Leben in den Hütten der Leute besonders ange­nehm zu gestalten. (Schluß folgt.)

Marktberichte.

c .I9ra^,furt' 2L Mär». (Getreidemarkt). Am heutigen Wochenmaikt bekundete Landweizen feste Preis- Haltung bei schwachem Angebot. Mühlen zeigten bei an­haltend schwierigem Mehlverkauf aber nur geringe Kauflust und blieben übertriebene Forderungen unbeachiet, heurige Notirungen daher nahezu nominell. Landroggen fehlt Ausländische Brodfrüchte etwas bester begehrt und bezahlt. Umsätze für Roggen daher gebessert. Gerste unverändert i?6,1 .kleinem Geschäft. Hafer fest und gut gefragt. Mais lebhaft gehandelt bei knappem Angebot in effektiver Maare. Es nottien nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer 21,00-21,00, kurhessischer Mk. 21,00 2100 norddeuffcher 00,00-00,00, russischer Mk, 21,00-22 oo' Redwinter Mk. 21,50- 22,00, Laplata Mk. 00,00- 00^00 Kansas Mk.21,5022,00, Roggen, hiesiger Mk. 15,60-15,60, Mälzer 15,6515,65, Westernroggen 15,6015,90, russischer 15,30 bis 15,80, amerikanischer Mk. 00,00 00,00, Gerste, hiesigel8,25-18,50Mk.,Pfälzer 19,50 20,25 M,fränkische Mk. 00,00, Riedgerste Mk. 19,00-19,75, ungarische Mk, 00,00 bis 00,00, Hafer, hiesiger, Mk. 15,00 bis 16 25, bayerischer Mk. 15,00-16,50, russischer Mk. 15,00-16,50, amerikanischer Mk. 15,25 bis 16,00. Mais, mixed Ml. 9,8510,00, Donaumais Ml 10,60-11,00, Laplata Mk, 00.00 - 00,00 Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. - Mehl fest. ES nottrt nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges Rr. 0 Mk. 29,50 bis 3100, feinere Markest 33,00 bis 34,00, Nr. 1 29,0030,00, feinere Marken 80,00 bis 80,50, Nr. 2 Mk. 27,50-28,00, feinere Marken Mk. 28,fO bis 29,00, Nr. 3 26,00-26,50, feinere Marken 27,CO bis 27,50, Str. 4 24,00 - 24,50, feinere Marken 24,75- 25,50, Roggenmehl hiesiges Nr. 0 Mk. 24,00-25,00, Nr. 1 Dik. 21,5022,00, Nr. i Mk. 16,00-16,50. Alles per 100 Stile fatcL Sack loco hier. - Futterarttkel stark begehrt und höher. ES nottren: Weizenschalen Mk. 4,50-4,75 Weizenkleie M 4,35-4,50 Roggenkleie 4,70-4,80, Futtermehl 5,75 bis 6,75, Biertreber, getrocknet, Mk. 4,76 -6,00 je nach Qualität. MeS per 50 Kilo netto effektiv loco hier,

März. (Biehmarkt.) Der heutige Viehmarkt war mit 382 Ochsen, 80 Bullen, 683 Stoben, Rindern und Stieren, 263 Kälbern, 847 Hämueln, 1278 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich w < folgt: Ochsen 1. Qual. 64-66 ML, 2. Qual. 56 btt 58 Mk, Bullen 1. Quast 52 64 Mk., 2. Qual., 47 bis 50 ML, Kühe, Rinder und Stiere 1. Qual. 5961 ML, 2. Qualität 47-49 ML Alles per 50 Kilo Schlacht- gewichst Kälber 1. Qualität 73 - 75 Pfg., 2. Qual. 68 btt 66 Pfg. Hammel 1. Qual. 62-64 Pfg., 2. Qual 50 bis 54 Pfg. Schweine 1. Quast 61-62 Pfg., 2. Qual. 58 btt 60 Pfg. Alles per/- Kilo Schlachtgewicht.

Vermischtes.

Au-De Erkboom." Der plattdeutsche Schrift­steller Albert Schwarz schreibt in der Märznummer der plattdeutschen MonatsschriftDe Eekboom": März! De Sünn schickt ehr warmen Sttahlen von 'n Heben dal, un de küssen de Jrd' up den kollen Mund, her toaft se up ut ehre Winterrauh un weckt be Krüder unb BlömingS, die in ehren Schot slapen, un de stecken nischirig ehr Köpp herut in den warmen Sümischin und hüren de Lewark to, be äwcr be grünen Saaten juwclt ehr oll Lced. Oewerall iS frisch, ftöhlich Weben un Streben in de Natur Oewerall lehnt un bömt fik bat Leben up gegen den D°d, bat Licht gegen be Nacht, hat Recht gegen bat Unrecht. Un hat Leben un bat Licht un bat Recht Winnen un möten »innen in ben gewaltigen Sirit. Un a8 bat in be Natur togeiht, so geiht bat ok in bat Leben von he Völker to. Bör föftig Jahren, as be Dän swor sin Hanb up uns' Bröber in be Nurbmark leb, a8 he ehr nehmen wull, wat ehr an. stammt R'cht was: ehr Fliheit un ehr Sprak, as he ehr be Kehl tomeren wull, hat fe ben dütschen (Seift upgeben füllen, bor wakte bat Natschonalgeföhl up, bor flog be Haß to Högt in helle Löchen, bor wußten be braven Sleswig-Holsteener, bat se up ewig ungebeelt tosamhüren, un bat se för ehr Ihr, ehr bütsche Ihr, intotreben Habben un för ehr to striden un to üben bet in ben Dod. Un be Bur verlet finen Plog, be Schöler sin Schol, be Kopmaun ftnen Laben un be Gelihrten ben Hürsaal, un all grepen se nah Wehr un Waffen un lögen mit Manns­mot gegen ben Fiend. De letzte!p liggt in bat Swirt. En Natschon, be nich be firasch heil, mit bat Swirt in be Fust ehr Recht un Ihr, de Frömd- herrschop ehr rohen will, to schirmen un to schützen; en Naischon, de be Slabenkcberi nich as en Schmach iöhlt, be hett lern Recht mihr to bestahn, be hett be Knechtschop verdeent l De Sleswig-Holsteener hebben bewiesen, bat fe ganze Kirls find. Un fünnen se bunnmalS, inn Frühjahr 1848, ok nich, wat s. mit beeten Harten wünschten, ehr helbenmöbig Vör gähn gegen ben Dänen warb doch mit ewige Bok- ftaben in be Geschieht verteekeni stahn, un jenn Früh jahr ward uns int Gebächtniß hüben as en Tit, in

öchenttiche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «uv Kirckbain

Itodtin* Ep-Mion: Ma« al. Muftrirles Tonntagsblatt. Verautworlich für bie Retmktwu: Redatteur.M.fHartmann

sämmtlich ans Kalbern, wegen Mißhandlung zu ver­antworten. Friebertshänser würbe fteigesprochen, Damm erhielt 5 Wochen, Brunne! 1 Monat unb D"sch 2 Wochen Gefängniß. Gegen dieses Urtheil legte theilweise bet Staatsanwalt tote auch bie drei letzteren Berufung ein; außerdem erhob Brunnet noch Nebenklage gegen Friebertshäuscr, weil dieser freigesprochen worden war. Zu der gestrigen Ver­handlung war nun eine ganze Anzahl Zeugen er­schienen und sand auch die Schlägerei, bei her mit Sioaen, Biergläsern usw., gearbeitet wurde, eine genügende Schilderung. Nach fast sechsstündiger Verhandlung ging der Spruch des Gerichts dahin, daß Brunnet freigesprochen, dessen Nebenklage gegen nebertShäufer verworfen wurde unb Damm unb Dersch t|re Strafe behielten. Der im Jahre 1865 in Neulanb in Schlesien geborene HaudlungSgehülfe Wilhelm Reinhold hatte sich wegen Majestäts-Be­leidigung zu verantworten. Genannter ist bereits schon einmal wegen Beleidigung eines Beamten in Lauben in Schlesien vor mehreren Jahren zu einer erheblichen Geldstrafe verurtheilt worden, die ihm aber im Gnadenwege erlassen wurde. Seit mehreren Jahren befindet sich Reinhold nun als Retsender in einem Caffeler Spirituosen-Geschäft unb tarn in dieser Eigenschaft auch, wie schon früher oftmals, nach Frielendorf und zwar gerade an seinem Geburtstag, dem 23. Januar b. I. Um nun

diesen würdig zu begehen, saß er mit noch zwei anderen Herren, nämlich dem Bürgermeister Imme! und dem Oekonomen Dörer in der Hahn'schen Wirih- schast daselbst unb gab eine Flasche Wein znm Besten, wöbet er auch bie Hauptunterhaltung führte unb ohne, bajj ihm Jemanb Anlaß bazu gab, über bie Staats- einrichtungen schimpfte und schließlich auch ben Kaiser belctbigte. Die 2 Herren, wovon bet letztere Unten offtjter in Cassel gewesen, standen nun sofort auf unb machten auch andern Tags dem Gendarm Mit­theilung. Reinhold, der gestern die incriminirte Acußerung zugab, ihr aber einen ganz anderen Sinn beilegte, wurde schließlich zu 2 Monaten Gefängniß verurtheitt.

»urd) Raub auS anderen Stammen kommt auch nichts Februar b. Js. hatten sich vier junge Burschen oft vor, die Fran nimmt bann auch nicht dieselbe nämlich Joh. Friebetiöbäuser Stellung ein, wie ein Mpangweweib, da», eine Selten-1 Adam Damm, Andreas Brur

___ _ Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und AYI

HZ 70 Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe- bie Eg>editiou dieses Blatte-,

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Telephon 55 Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile TlmntPrfMrt 9A -fono Magdeburg und Wien; Rudolf OO.

»der deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg. ^0lMerslUg, Z4. VJCU1898. Berlin. München u. Köln, C. L

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