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Telephon 55.

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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchkai« JllnstrirteS Sonntagsblatt.»« *nay-

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie die Anmmcen-Bur-aur von Haasenstein & Vogler in oo Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf dd.

Moste m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. <r.r.hfl --

Daube & Co. in Frankfurt a. M Berlin, Hannover, Pari» Telephon 5o.

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Tuberkulose.

lieber die- für die gesammte deutsche Landwirth- schaft so wichtige Frage der Tuberkulose hielt im land- wirthschaftlichen Kreisverein Marburg gestern Herr Kreisthierarzt Dr. Rievel einen Vortrag, den »ir, da wir diese Frage für hochbedeutsam halten, an dieser Stelle wiedergeben:

Bei den augenblicklich herrschenden mißlichen Ver­hältnissen in der Landwirthschaft ist eine Anzahl großer und kleiner Mittel heivorgesucht worden, welche eine Besserung der Nothlage herbeiführen sollen. Bei den geringen Frachtpreisen der letzten Jahre haben sich die Preise für Zucht- oder Schlachtvieh immer noch ziemlich hoch gehalten, so daß die aus der Vieh- »irthschaft erzielten Erträge zufriedenstellend waren. Man hat daher diesem allein noch rentablen Zweige des landwirthschaftlichen Betriebes eine erhöhte Be­

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2 schmückt sein Grab mit vollen Lorbeerkränzen, «ersäumet nicht deS Dankes heil'ge Pflicht, und wenn im Äug' Euch heul' die Thränen glänzen Erdrückt sie nicht und schämt Euch ihrer nicht! Der einst deS Volkes treuester Berather, dein edelster, sein bester Freund zugleich, Der wahrhaft war des Vaterlandes Vater, 3st'S werth, daß heut' im ganzen deutschen Reich bein deutsches Volk von tiefem Weh durchschauert, Liebe treu, um Ihn den, Vater trauert!

Held des Sieg's hat er den Thron bestiegen, «on Gottes Gnaden war sein Königthum, Doch nicht der Lorbeer in so vielen Siegen

Des Fliedens Palme war sein schönster Ruhm!

krankung derselben an Tuberkulose verursacht, also ein Beweis, daß diese Bacillen nicht nur zu­fällige Befunde, sondern auch wirklich die Erreger der Krankheit stad; beim Menschen sowohl wie bei den Hausthieren findet man in den er­krankten Organen dieselben Bacillen und schon hieraus kann man den Schluß ziehen, daß die Krank- hett identisch ist und von Thier auf Mensch und mngekehrt übertragen werden kann. Entsprechend der großen Ausbreitung der Tuberkulose hätte man an- »ehmen können, daß der Tuberkelbacillus überall in her Außenwelt vorhanden sei, angestcllte Untersuchungen haben jedoch festgestellt, daß die Tuberkulose immer nur hort gefundeu werden konnte, wohin tuberkelhaltige Aus-

Schon naht der Lenz, die Lüste wehen lauer, 60 Pf% Schon regt es sich in neuer Lebenslust, Unb doch doch weht, wie stille Todesschauer, Ei» heil'ger Schmerz heut' durch die deutsche Brust; Erinn'ruug hält das deutsche Herz umfangen, Eriun'rung, ach, an trauervolle Zeit, Da durch das Reich die Todtenglocken klangen, 8o» Gau zu Gau es kündend weit und breit: Daß Er, der siegend jeden Feind bezwungen, 3m Tode nun den letzten Sieg errungen!

Kaiser Wilhelm dem Großen.

Zum 10 jähr. Gedenktage seines Todes (9. März )

achtung zugewandt und denselben in jeder Weise zu verbessern und zu heben gesucht. Die Ergebnisse der ; letzten Viehzählung zeigen daher auch eine Zunahme des Viehbestandes, denen Unterhaltung dank der durch rationellere Bodenkultur erzielten größeren Ernte- ergebniffe ermöglicht ist. Wie viele Gefahren be- i drohen nun aber nicht unfern Viehbestand! Abge­sehen von den ansteckenden Krankheiten, welche von dem Auslände durch twportirte Thiere mit einge­schleppt werden ich erinnere nur an die Maul-, Klauen- und Lungenseuche herrscht fortwährend eine Seuche unter unserem heimischen Viehbestände, welche viel verheerender auftritt und mehr Schaden verursacht, wie die anderen zusammen genommen. Dieses ist die Tuberkulose, auch Perlsucht oder Perlen genannt. Diese Krankheit kommt beim Menschen hier Lungenschwindsucht, Auszehrung, galoppirende Schwindsucht genannt und bei sämmtlichen Haus- schieren vor; unter diesen nimmt das Rind die erste Stelle ein. Sie entsteht durch die Einwirkung eines pflanzlichen Krankheitserregers, der zu der Gruppe der Spaltpilze gehört und Tuberkelsacillus genannt wird; derselbe ist künstlich auf besonders piäparirten Nährböden gezüchtet worden und experimentelle Ueber-

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Wurfstoffe von Menschen und Thieren gelangen könnten. Diese Thatsache ist von der allergrößten B.deutung; denn käme die Tuberkulose überall in der Außenwelt vor, so wäre eine Bekämpfung der mörderischen Krankheit unmöglich, so aber kommt es darauf an, daß alles von Menschen und Thieren stammende ansteckende, d. h. tuberkel­haltige Material unschädlich be­seitigt werde. Hiermit ist die Möglichkeit gegeben, die Tuberkulose bekämpfen zu können.

Die Uebertragung der Tuberkulose kann ge­schehen 1. durch Vererbung, 2. durch das Zusammenleben der Thiere, indem die Tuberkulose sowohl durch Athmungswege mit der Athmungsluft oder dürch die Verdauungswege mit der Nahrung ausgenommen wird.

Die Vererbung der Tuberkulose von den Eltern auf das Junge kommt bei den Thieren ziemlich selten vor und tritt den anderen Ansteckungsaiten gegenüber vollständig in den Hintergrund. Die Uebertragung durch die Nahrung geschieht sehr häufig, speciell bei der Erwähnung der jungen Thiere durch die Mutter­milch. Der TuberkelbacilluS kommt nicht allein in den Auswurfstoffen der erkrankten Thiere vor, sondern auch in der Milch, zumal wenn daS Euter von der Krank­heit mit ergriffen ist. Da die jungen Lebewesen viel weniger widerstandsfähig sind, wie die erwachsenen, so erkranken sie auch viel leichter und nehmen den Keim zu der Krankheit schon in dem ersten Lebens­alter auf. Die Entwickelung derselben geschieht nur sehr langsam und kommt erst in späterem Lebensalter zum Ausbruch. Auf diesem Wege findet wohl die Ansteckung in der weitaus größten Mehrzahl der Fälle statt. Auf diese Weise findet auch eine Ueber­tragung der Rindertuberkulose auf Schweine und Menschen statt, wenn sie mit Milch tuberkulöser Thiere ernährt werden.

Steht ein tuberkulöses Thier mit gesunden in einem Stalle, so gelangen mit dessen Auswurfstoffen und der Athmungsluft Tuberkeln in den Stall und werden von den anderen Thieren und speciell von den der kranken am nächsten stehenden durch die Luftwege aufgenommen. Auch diese Ansteckungsart kommt sehr häufig vor.

Die Krankheitserscheinungen sind sehr verschieden; bei der rasch verlaufenden Form beim Menschen galoppirende Schwindsucht genannt kommt es zu hohem Fieber, heftigen Zusammenfällen, Appetit­mangel,Abmagerung, rauhem Hautkleid und harter, fester, wenig abziehbarer Haut. In solchen Fällen ist das Erkennen der Krankheit nicht schwer. Bei anderen Thieren verläuft der Prozeß so langsam und schleichend, daß kaum irgend welche Krankheitserscheinungen wahr­zunehmen find. Im Gegentheil die Thiere füttern sich sehr gut, werden fett und lassen bei dem Be­sitzer auch nicht den geringsten Verdacht aufkommen, daß sie tuberkulös seien. M. H., diese Thiere sind gerade die für die Ausbreitung der Seuche gefährlichsten.

Vom Gegner selbst, vom Feinde hoch geachtet, So kehrte er aus jedem Krieg zurück;

DaS einz'ge Ziel, nach dem er stets gettachtet. War seines Volkes Ehre, Heil und Glück! Wo ist ein Fürst, ehrwürdiger und weiser AIS Deutschlands erster, großer Hcldenkaiser?

Voll Mühen zwar, voll Arbeit war sein Leben, Doch köstlich war es nach der Bibel Wort; Er schuf das Reich, Gott hat ihm Sieg gegeben, ES klingt sein Ruhm durch alle Zetten fort! Im Glauben treu und fest im Gottvertrauen, fllS Fürst und Mensch in jeder Tugend groß So durst' Er stets auf Gottes Beistand bauen, So fiel ihm selbst das höchste Erbenlos: So lebte er, still seinem Gott sich beugend lud noch im Tod füt feinen Glauben zeugend! Er schritt dahin auf lichterfüllteu Bahnen, Sin echter Zoller, herrlich, hoch und hehr! Ins aber will fein theures Bild ermahnen, Dem Vaterland zu dienen treu wie Er;

Dem Enkel auch, der werth des großen Ahnen, Zu halten stets die Treu', die wir gelobt; Den Vätern gleich, zu folgen seinen Fahnen, Wenn einst die Welt der Schlachten Lärm durchtobt: Allzeit bereit, für ihn im Siegesweibm

Den schönsten Tod den Heldentod zu sterben!

Parole."

Dre offensichtlich erkrankten Thiere sucht der Besitzer so schnell wie möglich loszuschlagen und aus seinem Stalle zu entfernen; die Milch derselben wird weder zum menschlichen noch zum thierischen Genuß ver­wandt, weil das unverkennbar ist, daß das Thier schwer krank sein muß und deßhalb die Milch des- sklben nicht bekömmlich sein kann. Zeigen dieThiere hingegen gar keine Krankheitserscheinungen, so werden sie zur Nutznießung ruhig weiter gehalten und stecken nun durch ihre _ Milch resp. Athmungsluft andere Thiere und Menschen an. Wie stellt man nun aber bei solchen Thieren die Tuberkulose fest? Dies ist doch zunächst die Hauptsache, denn wenn man eine Krank­heit aus der Welt schaffen will, muß sie doch vor allen Dingen erkannt werden können. Hierzu dienen die Tuberkulinimpfungen, auf deren Ausführung und Wirkung ich hier nicht näher eingehen kann. Es möge genügen, daß man mit Hilfe der Impfung mit großer Sicherheit die Tuberkulose feststellen kann, selbst wenn äußerlich gar keine Krankheitserscheinungen wahrzunehmen sind. Nach Tausenden und aber Tausenden von Impfungen hat sich ergeben, daß bei 8790 Proz. aller Fälle sich auch thatsächlich Tuberkulose bei den reagiert habenden Thieren ge­funden hat. Allgemein gültig ist die Annahme, daß wir in dem Tuberkulin das beste und auch ein hin länglich sicheres Mittel zur Feststellung der Tuberkulose bei Lebzeiten besitzen, welches in absehbarer Zeit durch kein besseres ersetzt werden wird; mit seiner Hilfe ist es nur möglich, den Kampf gegen die gefährlichste aller, Seuchen, siegreich, M fuhren, welche unsere heimische Rindvieh- und Schweinezucht so aüßer- ordentlich bedroht und die Gesundheit der Menschen gefährdet.

Wie steht es nun mit der Ausbreitung dieser Seuche und welchen Schaden ruft sie hervor?

Die Ergebnisse der auf den Schlachthäusern in Preußen geführten Stattstiken ergeben eine stetige Zunahme der Tuberkulose. Im Jahre 1896 wurden 812 731 Rinder geschlachtet und 107 214 tuberkulös gefunden d. h. 13%, während im Jahre 1895 nur 11,2% tuberkulös befunden wurden. Im Jahre 1883,84 wurden in Berlin 2,86% tuberkulöse Rinder gefunden, int Jahre 1895 jedoch 15,35%, also in 10 Jahren eine Steigerung von 12%. Hand in Hand hiermit geht die Steigerung der Tuberkulose unter den Schweinen, sie beträgt 1,41 % der geschlachteten Schweine. Sie ist in Berlin von 0,54% im Jahre 1883/84 auf 2,03 % im Jahre 1895 gestiegen; in Sachsen von 0,84 % im Jahre 1890 auf 2,74% int Jahre 1896. Diese Angaben beweisen die Zunahme der Tuberkulose, die von Jahr zu Jahr int Wachsen begriffen ist. Bei der Unters uchung der lebenden Bestände mit Hilfe der Tuber­kulinimpfung hat sich ergeben, daß ca. 5070% aller Thiere an Tuberkulose erkrankt sind; der hier-

INachdruck verboten.)

Getrennte Sterne.

Roman aus der Gesellschaft von H. Waldemar.

(Fortsetzung.)

Man hätte die alte Dame für eine Miniaturausgabe halten können und neben ihrem Gemahl würde sie völlig verschwunden fein, wenn dieser nicht in seiner unermüdlichen Galanterie, die übrigens große, kräfttge Menschen zierlichen und schwachen gegenüber stets gern ausüben, sie immer wieder in den Vordergrund geschoben hätte.

Die Gräfin besaß eine große Macht über ihren Gemahl, das wußte sie, und d»ch hatte sie nie diese Macht mißbraucht, sich damit nicht erzwungen, was er lhr nicht freiwillig gegeben hätte. Und diese Macht bestand einzig in ihren Thränen.

Graf Bünau hatte seine geliebte Irene kennen gelernt, als das Geschick ihr beide Eltern geraubt hatte. Allein, unerfahren, arm, stand sie allem preisgegeben und klammerte sich mit aller Herzenr­angst an den einzigen Freund, den der Zufall in jener Schreckenszeit ihr in den Weg geführt; eS war ihr päterer Gemahl.

Entzückt von ihrem Liebreiz, warb er um sie, und Irene, der das Leden noch ein Buch mit sieben Siegeln war, gab ihm ihr Jawort. Durch die vorauf- gegangenen, seelischen Erregungen, die Erschütterungen denen sie durch den rasch aufeinander folgenden Tod

durch bedingte Schaden ist ein ganz enormer. Der Verlust, welcher durch die ganze oder theilweise Ver­nichtung der Schlachtthiere im Jahre 1896 entstanden ist. beziffert sich allem auf 6% Millionen Mark. Rechnet man nun noch die Verluste hinzu, welche durch das Verenden der Thiere an Tuberkulose ent­stehen, so werden Sie einsthen, daß keine Seuche so mörderisch unter unseren Rindviehbeständen haust und soviel Opfer fordert, wie die Tuberkulose und zwar nicht allein Opfer an Geld ober Thieren, sondern auch an Menschenleben; denn ein großer Prozentsatz der im frühesten Säuglingsalter sterbenden Kinder erliegt der Einwirkung der Tuberkelbazillen, welche mit der Kuhmilch ausgenommen worden sind. Sie werden mir daher beistimmen, daß unbedingt etwas gegen die Wohlstand und Gesundheit bedrohende Seuche ge­schehen muß.

Welche Schritte find aber nun einzuschlagen? Eine Heilung der erkrankten Thiere durch ärztliche Behandlung ist unmöglich und vom pekuniären Stand­punkte betrachtet auch unrentabel. Jeder einzelne Besitzer kann in seinem Viehbestände erfolgreich gegen die Krankheit vorgehen. Die in Dänemark im Großen ausgeführten Versuche haben bewiesen, daß in einem Zeitraum von ca. 8 Jahren ein Bestand tuberfelfrci zu bekommen sei, ohne daß der betr. Besitzer einen allzu großen Schaden dabei ertrüge. Die sämmtlichen Thiere werden geimpft. Die reagirt habenden und dabei schon äußerliche Merkmale der Tuberkulose wie Ab­magerung, Husten rc. dar bietenden Thiere werden sobald möglich geschlachtet und dadurch unschädlich gemacht. Die nicht reagiert habenden Thiere werden in einem reinen Stalle untergebracht; die reagiert habenden sonst aber noch gesund erscheinenden Thiere verbleiben in dem ursprünglichen Stalle und werden ruhig weiter zur Nutznießung gehalten, d. h. sie kalben und werden gemolken. Die Kälber werden sofort von der Milch getrennt in den reinen Stall gebracht und mit ge­kochter Milch groß gezogen. Allmählich werden dann die reagiert habenden Thiere abgesetzt, genau in der­selben Weise, wie unter anderen Verhältnissen auch ein Er­satz der alten Thiere durch junge ftattfinbet. Es ist hi-rbei nothwenbig, daß das Wärterpersonal für beide Stallungen getrennt ist, dcsgl. die Futtergeräth- schaften :c. Der reine Stall wird alljährlich mit Tuberkulin geimpft, und reagiert habende Thiere in den verseuchten Stall überführt. Auf diese Weise gelingt es, der Tuberkulose Herr zu werden. Unsere Staatsregierung ist den Laudwirthen hierin in der W ise entgegengekommen, daß fie die Kosten der Jmpfang trägt, wenn der Besitzer sich verpflichtet, den Anordnungen der Regierung Folge zu leisten. Nun m. H., dies Vorgehen hat seine großen Schatten­seiten. Einmal nützt es wenig, wenn nur vereinzelte Besitzer gegen die so weit verbreitete Seuche vorgehen. Sodann stellen sich der allgemeinen Anwendung dieses freiwilligen Tilgungsverfahrens erhebliche Schwierig­keiten entgegen, welche selbst durch die Tragung der

ihrer Eltern ausgesetzt gewesen, war ihre ohnedies zarte Gesundheit sehr angegriffen; jedes laute Wort, eine Anspielung nur auf den Verlust ließen sie in Thränen auSbrechen. Bünau, der selber ein Riese au Kraft und Gesundheit, besaß wenig Geduld dafür. AIS Irene eines Tages wieder in Thränen auSbrach, beherrschte er sich nicht mehr und machte ihr, nach seiner Meinung wohlgemeinte Vorstellungen; in der That aber erschreckte er das arme Kind durch seine Heftigkeit derart, daß fie ohnmächtig wurde und in eine schwere Krankheit verfiel, welche sie an den Rand des Grabes brachte.

In dieser bangen Zeit konnte Bünau erst er« messen, wie sehr er daS junge, zierliche Geschöpf liebte, wie fein Dasein öde und leer werden mußte, wenn sie ihm genommen ward. Da gelobte er sich denn heilig und ernst, sie hochzuhalten sein Leben lang und ibr jede Thräne zu ersparen. Sie genas und folgte ihm alsbald als fein treues Weib. Aber seit jener Stunde konnte er Frauenthränen nicht mehr sehen. Beobachtete er nur einen feuchten Glanz in den Augen seines Weibes, den er hervorgerufen batte, so mäßigte er sich und dies war oft keine ge­nüge Ausgabe, denn sein Temperament war ein sehr heftiges, stürmisches, daS in der Erregung oft nicht zu zügeln war.

Adrienne faß am Fenster, mit einer Handarbeit be­schäftigt, aber ihre Augen wanderten so viel beu Weg nach ber Stadt entlang, daß ihre seine Stickerei