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.HL 52

Telephon 55.

Marburg

Donnerstag, 3. März 1898.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchkai«. ' Jllustrirtes Sanntagsblatt. «- ttey. *

Anyigen nimmt entgegen di« Expedition bfefa! Blatte«, tzw» die Anwmcen-Bureaux von Haasrntzein & Vogler in qq OaI.« Frankfurt «. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf 33. ^ZÜglg. Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln C L

Daube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari« TNephon oo.

Erstes Blatt.

Antisemiten und Politik der Sammlung.

Die autisemitische Staatsbürger Zeitung bringt i, ihrer Nr. 95 A einigt im Allgemeinen sehr ver­nünftige Ausführungen über diePolitik der Samm­lung*. Das Blatt zieht aber aus den darin nieder­gelegten Anschauungen einen vollkommen verkehrten Schluß. ES schreibt nämlich:

Soll die Politik der Sammlung Im nationalen Sinne, wir fie die Grundsätze de«Bielrfelder Programms" bedingen, aufrichiig angeßrebl werden, so liegt die «st« Be­dingung dazu darin, di« Partei-Jntei«ss«n bei­seite zu stellen und für die Wahlen nur da» «ine Ziel im Ang« zu behaltrn: Männer in dir parlamentarischen Körperschaften zu schicken, die auf dem Boden bt» Biele­felder Programm» stehen, gleichgiltig, ob »ine einzelne Partei dabei gewinnt, oder verliert. Daß sie dafür ab r nicht zu Haden sind, bt der große Fehler der alten Partrieu, denen ihr Parteiintrresse überall über da« Wohl drr Allgemeinheit geht. Der Parteineid ist da» Uebel, da» jeder SammlungkPolitik hindernd im Wege steht.

ES zeigen sich immer noch Reflexerscheinungen auS d« traurigen Zeit alter Zersplitterung; hoffent­lich werden sie nach und noch immer schwäch«, damit e» endlich möglich wird, alle Elemente, die der nationalen Wirthschafts Politik huldigen, zusammenzufassen. Dann erst wird auch eine wirksame Bekämpfung der Umsturzbestreb- ungen sich «möglichen lassen. So lange die alten Parteien sich dieser Einsicht verschließen, erfüllen st« di« Aufgaben nicht, die unser« heutig« Zeit erheischt. Und wenn ste fich auch staatSeihaliend nennen, st« sind e» nicht!"

Wer diese Sätze liest und die bei der Aufstellung antisemitischer Kandidaturen beobachtete Praxis nicht kennt, muß vor der Entsagungssteudigkeit der Staatsbürger - Zeitung* die größte Hochachtung empfinden. Diealten Parteien*, die ou8 reinem Neide sich der Politik der Sammlung widersetzen, find danach an dem zersetzenden Treiben in den »er- schieden« Wahlkreisen allein schuld. Ste brauchten ja nur dort, wo die Antisemiten selbstverständlich unter völligerBeiseitestellung der Parteiinteresseu* einbrechen, ihre Kandidaturen zurückzuziehen und Mann für Mann für die, lediglich um der Wahrung d«S Allgemeinwohles will« aufgestellten antisemiti­schen Kandidaturen einzutteteu!

Leider* fehlt aber denalten Parteien* das nöthige Verständniß für eine solcheideale* Sammel- politik. Die braven Antisemüen, die nur der Sammlung* halber in allein siebzehn konservativen Wahlkreisen Sooderkandidaturen aufgestellt und die, nm dieSammlung* praktisch zur Geltung zu bringen, bereits in einigen Ersatzwahlen für ftei- finnige Sammelpolitiker gestimmt haben, werden also diebösen* alten Parteien so nehmen müssen, wie sie find.

(Nachdruck verboten.)

^erßannf.

Roman von O. Elster.

(Fortsetzung.)

Es war ihr zu Mathe wie dem Kinde, welche» maa auf eine gehetmnißvolle Ueberraschnag vorbereitet hat und da» nun glaubt, auS jedem Winkel müsse dar Gehetmniß sich enthüllen. Ulla blickte ihre wieder ge vounene Freundin mit schelmischen Blick« au.

Weißt Du liebes Herz,* sprach fie,daß Du so große Augen machst, wie ein Lind, da» sich fürchtet? Nun, ich denke, der Weihnachts­mann wird auch für Dich eine steudige Ueber- raschung unter den Chrtstbaum legen .... Und nun mach' t» Dir recht bequem in Deiner alten Wohnung, welche Du von Deinem ersten Aufenthalt her »och kennst.*

Ja, «S waren dieselben Zimmer, in denen Elfriede früher gewohnt hatte! Dieselbe reich gediegene Ein­richtung! Dasselbe Arrangement der Möbel, dieselbe» Bilder, dieselben Lorhänge! O wie deutlich stand Elftiede» jene Zeft vor Augen in schmerzlich-süßer Ermneru»g! dort anS jenem Fenster hatte sie fich «u erste» Morgen gelehnt und Nacken und Arme im Sonnenschein des frühen Tage» gebadet! Sie enöthete noch heute bei dem Gedanken, daß Arno fie au jenem Morgen beobachtet. Dort in jenem Sesiel hatte fie

Die Ausführungen derStaatsbürgerzeilung* bcw.isen aber, daß die Antisemiten die zersetzende Wirkung ihrer Einbrüche in Wahlkreise, welche bisher im Sinne des Bielefelder Programms vertreten find, sehr genau zu taxiren wiffen; wir können also die schönen Worte des genannten Berliner Antisemiten- organ» nur als Heuchelei und die antisemische Wahl- toktik nur als bewußte Zersetzungsarbeit bezeichnen.

Herr Liebe-manu von Sonnenberg äußerte auf der Generalversammlung des Bundes der Landwiithe, er bitte den Bund nicht um Hilfe und Unterstützung, sondern um gerechle Ausübung seiner Vermittelung. Das klingt ebenfalls sehr loyal; allein dieseVer- mütelung* hat für die Antisemiten nur dann Werth und nur dann respektiren die Antisemiten die Ent­scheidung des Bundes, wenn dieser sich in ihrem Sinne ausspricht. Kürzlich hat beispielsweise im Wahlkreise Jauer - Bolkenhayn der Bund der Land- wirthe gemeinsam mit den Konservativen den Bauern­gutsbesitzer Scholz - Ober - Rohnstock als ReichstagS- kandidaten ausgestellt; die Antisemüen aberver­ließen das Lokal* mit der Drohung, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, und in unserem Wahl­kreise haben sie einen Sonderkandidaten gegen uns und den Bund der Laudwirthe aufgestellt, der sogar noch den Bauern sagt, der ostelbische Bund der Laudwirthe sei ein Junkerbund, der westelbische, dem er angehöre, ein Bund der kleinen Bauern!* DaS wird der C e n tral l e itnng des Bundes recht interessant fein!

So also steht dieSammelpolitik* der Antise­müen auS und so die Stellung derselben zum Bunde der Laudwirthe. Nur wo der Bund seine Fittiche ausbreitet, nm die anttsemitischen Herren zu schützen, gilt er diesen al» zu respektirender Faftor, wo aber die Entscheidung zu ihren Ungunsten fällt, ttagen fie die Zersplitterung in die Wahlkreise. Unseres Erachtens wird die Erkenntniß, daß die Anti­semiten sehr gefährlicheFreunde* find, auch für die Leitung des Bundes der Laudwirthe, besonders aber für bereit Mitglieder im Lande, gar nicht lange auf fich warten lassen.

Umschau.

I» der ReichstagSkommisfion zur Boiberathung der Militärstrafprozeßordnung wurde gestern nach scharf zugespitzter, aber sehr sachlicher und ruhig gehaltener Auseinandersetzung zwischen dem preußischen Kriegsminister v. G o ß l e r einerseits, dem Abg. Frhrn. v. H e r t l i n g und dem bayerischen Gesandten Grafen L e r ch e n f e l d andererseits, der Centrumsauttag auf Errichtung eines obersten bayerischen Landesgerichtshofes gegen die Stimmen deS Centrums und der Sozialdemokraten abgelehut und § 33 deS EinführungSgesetzes in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen, wonach die Frage anderweitig geregelt werden soll. Kriegsminister

ost gesessen und hinauSgeblickt auf den grünen Park, den jetzt eine dichte, weiße, schimmernde Schneedecke »erhallte, daß eS anssah, als hätten di« Tau»' n und Fichten große Mäntel mit weißem Pelz angezogen! Wie »st hatte ihr Auge an den Bergen gehangen, welche den Park Überragend auf daS Schloß nieder- schanten. Wie ost hatte fie in der Ferne jener Ruine gedacht, welche jetzt deutlich auf der Kuppe deS Berges zu sehen war und in deren altem Gemäuer Arno vor ihr gekniet, in stammelnden Worten ihr seine Liebe gestehend. Sie erinnerte fich der graue» Mauern noch deutlich. Und doch mußte fie fich verändert habe»! An dem hohen Turm lehnte fich jetzt ein schmucke» Landhaus, in besten Fenstern die Winter- sonne blitzte.

Ulla bemerkte den erstaunten Ausdruck in dem Antlitz ihrer FreundinDu wunderst Dich Über bat Neubau da drüben,* sprach sie lächelnd.Es ist ein Gedanke Arvo'», der fich bart oben eine Sommerwohnung erbaut hat, um fern von ber Welt seinen Studien obliegen zu können. Er sehnt sich fett aus der großen Stadt, zurück in ft ine Berge. Er will seine Praxis in Berlin aufgeben and hier als Landarzt unter den Bewohnern des Gebirges Hansen .... mein Geschmack wäre es nicht,' setzt« fie lächelnd hinzu,aber Du, Elfriede, scheinst in der Thal große» Interesse an dieser Ein- siedelet zu nehmen?*

» maß sich herrlich bett ob« wohnen lassen,*

v. Goßler hatte den Centrumsantrag als unannehm­bar für Preußen bezeichnet, dagegen die Bereitwillig­keit Preußens kundgcthan, die Zulaffung eine» be­sonderen bayerischen Senats unter dem Vorsitz eines bay-nschen Generals beim Bundesrath zu befürworten. Die formulirte Erklärung, die der Kriegsminister verlas, enthielt ferner eine geschichtliche Darstellung ber Vorgänge und Verhandlungen des Jahres 1870, Worou8 sich ergebe, daß ein Rtservattecht Bayerns in dieser Hinsicht nicht bestehe. Graf Lerch en seid erkannte die Richtigkeit dieser Vorgelchichte ausdrücklich an; dieselbe werde auch von der bayerischen Regierung nicht bestritten, aber die vom preußischen Kriegs­minister gezogene» Konsequenzen könne Bayern nicht gutheiße». Der Standpunkt der bayerischen Re­gierung sei:Das Reich ist zuständig, die Frage deS Militärstrafverfahrens zu regeln; aber daS Reich ist nicht zuständig, die oberste Instanz für Bayern einzurichten.* Die übrigen Redner in der Kommiffion stellten fich durchweg auf den Standpunkt, die vor­liegende Frage dürfte nicht per majora entschieden werden; die Verhandlungen, welche, wie Abg. Lieber auS der Erklärung des Kriegsministers entnimmt, »och schweben, müßten fich ausreife». Die Annahme deS § 33 des EinführungsgefetzeS bedeutet demnach den Aufschub der enbgiüigen Regelung der Sache.

Wie dieNordd. Allg. Ztg.* hört, ist es im Gegensatz zu Nachrichten derV»sfischen Zeitung* noch ungewiß, ob Offiziere der topographischen Ab- theilnngen deS Großen Generalstabes »ach K t a o t s ch a u zu Vermefsungsai beiten entsandt werden, oder ob diese Arbeiten Seitens ber Marine ausgeführt werden. Auch ist e5 rtdSHg, böf ber ®elj. Marine­baurath Franzins fich bemuächst selbst nach Kiaotschau einschiffen wirb, um ben Ausbau beS HafengebietS zu leiten. Zn biefem Zwecke wüb fich ber Marine-Hafenbau-Jnfpektor G r o m f ch dorthin begeben. Von Singapore finb bie deutschen KreuzerDeutschland* undGefion* vorgestern Abend nach Hongkong in See gegangen.

Seitdem dieFreisinnige Zeitung* sich, wenn auch widerwillig, hat vergewiffern müssen, daß Handel und Industrie fich in ausge­dehntem Maße für das Zustandekommen deS Flotten- gesetzes interesfiren, hält fie beib« unausgesetzt ihre Thorheit vor, fich von dem Gesetze irgend etwas zu versprechen. Nun hat fie erst heute, wie fie im obligaten Fettdruck ankündigt, eineinteressante Entdeckung* in dem Gesetze gemacht, mit der sie Kaufleute und Industrie vollständig zu bekehren hofft. Sie hat in ben seitens der Regierung dem Reichstage vorgelegteu näheren Berechnungen zum Flottengesetz entdeckt, daß die sämmtlichen nach dem Sollbestand des Flottengesetzes als Auslandschiffe erforderlichen großen und kleinen Krwzer entweder vorhanden, oder bereits vom Stapel gelaufen find

entgegnete Elfriede mit leiser Stimme, indem eine leichte Röthe ihre Wangen Überhauchte.

Aber einsam einsam, Elftiede!'

Einsam, aber frei.*

Ulla umarmte bie Freundin.Sprich mit Arno,' »eckte fie,vielleicht tritt er Dir eine Wohnung ab.*

Ueber und über erglühend entwand fich Elfriede den Arm« der Freundi». Fröhlich auflacheud ent­fernte fich Ulla.

Arno hatte fich »och nicht blicke» laffe». Elfriede wußte jedoch, daß er bereit» im Schloß Grotenbarg anwesend war. geheimem Seien und unbe­schreiblichem Gefühl einer scheue» Freude sah sie der erste« Begegnung mit Arno entgegen. Ihre Gedanken beschäftigten fich fort und fort mit ihm; daß Onkel Aino nicht in Vergessenheit geriet-, dafür sorgte schon die kleine Elfriede, welche wohl hundert Mal an einem Tage fragte, wann den» na» der Onkel Arno komme. Die Mama verwies dem Töchterchen wohl diese häufige» Frag«, aber die Ungeduld des Kindes ließ fich nicht zurückhaltm. UedrigenS schien auch daS alte Dortchen nicht ganz unschuldig an den Fragen und der Ungeduld deS Kindes zu sein, denn die greife Wärterin erzählte dem Kinde immer und immer wieder von dem gute» Onkel Arno, de» fie jetzt hier in dem schönen Schlöffe Wiedersehen sollten. Ungeduldiger konnte die Kleine nicht den Weihnacht», abend «»orten, als den Augenblick de« Wiedersehens mit Onkel Lru».

unb ihrer Fertigstellung in allernächster Zeit ent« gegensehen. Und aus dieser intereffanten Entdeckung zieht fie befriedigt den Schluß:

Di« ganz« Agitation, welch« io Handels- und G«- werbekre f«n für das Flotteng.setz betrieben word u ist, «- mist sich durchaus als eüelHumbug; es wird dies aber nicht d»°inrige Schwindel in der Flottenagitation fein, den bte nachfte Zukunft aufdecken wird

Sie hat sich vor der Zeit gefrrat, wie fie fich übrigens leicht hätte sagen können, wenn ihr die Entdeckersteude und die Sorge, ihren Kunden die neueste Entdeckung möglichst brühwarm borgutrag«, dazu die nöthige Ruhe gelaffen hätte. Die Kreuzer, die dieFreisinnige Zeitung* aufzählt, find aller­dings vorhanden oder werden vor 1904 vor­handen sein; aber verfügbar für den AuS- landsdienst werben fie in bem nöthigen Um­fange erst durch baS Flottengesetz. DaS Gesetz ver- langt 42 Kreuzer, vorhanden sind ber« 30, davon wirb gegenwärtig natürlich eine bestimmte Anzahl zum Dienst in der Heimath gebraucht. Kommt ba» Gesetz zu Stande, so werden von ben vorhanden« Kreuzern immer mehr für den Dienst im Auslände verfügbar. Zum Uebeifluß wollen wir nochmals daran erinnern, daß für den Schutz von Handel und Industrie nicht bloß die im Auslande kreuzenden Schiffe in Bettacht kommen, sondern ebenso sehr die Schiffe in der Heimath, die für jene gewissermaßen das Rückgrat bilden. Der Abg. Müller-Fulda hat das in der Kommiffion ganz richtig ausgeführt aber freilich wird der Abgeordnete Müller-Fulda für dieFreisinnige Zeitung* nur so lange eine Autorität in Marinesachen gewes« fein, al» sie glaubte, ihn für ihre Stellung'in'Anspruch nehmen zu können.

Deutsches Reich.

Berti«, 1. März. Se. Majestät der Kaiser traf Vormittags in Wilhelmshaven ein unb begab fich sofort nach bem Exerzierschuppen, wo bie Verewigung ber Matrosen stattfindet. Es herrschte stürmisches Schneewetter. Se. Majestät hielt an die Rekruten eine Ansprache im Anschluß an die Farbe» der deutsch« Flagge: Schwarz sei die Arbeit, weiß die Ruhe und der Fried«, roth baß Blut, welches erforberlich fei, Beide» zusammen zu halt«. Er ermahnte bie Maunfchast«, ihre Pflichten ttmlich zu erfüllen unb gedachte dabei der Kameraden in Kiaotschau. Der Marine-Inspekteur, Kontte-Admiral Hoffman», brachte nach der Vereidigung, welche Lieutenant zur See v. Albinus vornahm, ein Hoch auf den Kaiser aus. Die geistliche Handlung voll- zogen die Marineoberpfarrer Goedel und Wiefeman». Se. Majestät besichtigte nach der Vereidigung i» Begleitung deS kommandürnd« Admirals von Knorr und de» StaatSsettetärs de» Reichsmariueamt:» KontteadmiralS Tirpitz die Neubauten der beibra

Aber die beiden ersten Tage verfloffe», ohne daß Amo erschien. Auch am Tage de» heüige» Abend» war er nirgend» zu seh«. Ulla lächelte verschmitzt und bat Elftiede, d« groß« Saal nicht ,« betret«, ber heute A«oS Reich sei. Schon seit frühen Morgen sei ex beschäftigt, den Weihnachtsbaum zu schmück« und die Geschenke aufzubaue».

Für Dich, mein Schatz, plant Arno eine ganz besondere Ueberraschung,* setzte sie geheimnißvoll Hinz».

Die Dämmerung sank nieder. Ihr Kind in dm Armen haltend, faß Elftiede in ihrem Zimmer. E» konnte ftaglich erschein«, ob ihr oder ihres Töchterchen» Herz erwartungsvoller dem Augenblick entgegenpochte, wo der To» ber Glocke erklang, welche fie in den Saal rief. Sie hätte »ein« mögen, so voll de» fteudigen Danke» gegen ba» allgütige Geschick war ihr Herz. Und doch fühlte fie fich so frei und leicht, so froh unb glücklich, wie noch nie in ihrem Leb«! Die Stunde nahte, welche über ihr Glück entscheid« sollte! Die Stunde welche d« bester« Schleier von ihrem Leben nahm, daß ste in eine helle, glänzende Zukunft blicken tonnte. Die wahre, heilige, ftomme Weihnachtsstimmung überfluthete ihre Seele und goß eine selige Ruhe in das erwartungsvoll pochende He^. ,O Du ftöhliche, o D» selige, gnaden» bringende Weihnachtszeit,* flüstette fie mit bebend« Lippen nnd preßte ihr Kind inniger an die Brust.

- (Schluß folgt.)