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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Aus der nationalliberalen Partei.
** In Dresden hatte Herr Freiherr v. Manteuffel seine Freude darüber ausgedrückt, daß in der «ationalliberalen Partei der manchesterliche Flügel «ehr und mehr in den Hintergrund gedrängt worden sei, sodaß unsere Partei sehr wohl mit den Nationalliberalen Hand in Hand zu zehen im Stande sein werde, daß cs also unsere Aufgabe sei, die nationalliberale Partei so nahe wie möglich an uns heranzuziehen, weil wir nicht nur m wirthschoftl chen, sondern auch in nationalen Fragen auf ihre Unterstützung angewiesen sein werden. Di se Worte haben zu Magdeburg auf dem am 20. d. M. stattgehabten nationalliberalen Parteitage für die Pro- divz Sachsen und die Herzogthümer Anhalt und Lraunschweig Verständniß und Bestätigung gefunden. Schon der Generalsekretär Patzig erklärte im allgemeinen, seine Partei erwarte, daß ihre Anhänger dort, wo andere staatserhaltende Parteien die Mehr- heü haben, zur Bekämpfung der Sozialdemokratie eintreten werden, ebenso aber erwarte sie dort, wo sie die Führung habe, die Unterstützung der übrigen «ationalen Parteien. Die Dresdener Beschlüsse haben sich in dieser Beziehung in gleichem Sinne ausgesprochen.
Wichtiger für die politische Lage find die Ausführungen des Abgeordneten Herrn Dr. Friedberg, btt über die wirthschaftliche Haltung der national«
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„Er kann nicht verhehlt werden, dah die Handels- »«rrräge die Landwirthschaft schwer geschädigt hoben. Als sich in Europa eine schwer« agrarische Krisis vorbereitete und z. B. Italien und Frankreich ihre Landwirthschaft schützen konnten, mußten wir mit verschränkten Armen zusehen. Daher kam es, daß bei uns die abenteuerlichsten Vorschläge auftauchten, welche unsere auf dem Privateigenthum basirende Bwduktion in eine sozialistische umwandeln wollten. Diese Vorschläge sind hoffentlich überwunden. Sie find aber erfolgt, weil wir in der Getreide,ollfrage mit verschräntten Lrmen zusehen mußten. Die Gefahr, daß unsere Landwirthschaft durch eine überseeische «onkurrenz erdrückt werden könnte, ist »och nicht beseitigt. Ei ist nicht auSgeschloflen, oaß bei einer wachsenden Bevölkerung j-ner Länder fich das llederan gebot vermindert. DaS wäre aber ein Wechsel auf die Zukunft, bei welchem unsere Landwirthschaft zu Grunde zehen köm le. Deshalb muß beim Abschluß der Handels« »erlräge mit partiell höheren Getreidezöllen Vorkehrung getroffen werden. (Bravol) Damit sei auch der größt« Theil der Industrie und de» Handels rin- d«rftand«n. (Beifall.) Es handelte sich hierbei um «t vitalsten Interessen unseres Volkes. Die Hälfte des
liberalen Partei referirte. Er äußerte sehr gum S3er= L898> Kusse der Agrargegner u. A. das Folgende:
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(Nachdruck verboten.)
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chande. Das Mädchen scheint indessen noch
Der Himmel mag geben,
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Roman von O. Elster.
(Fortsetzung.)
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7„ inettet werden zu können, ich habe ihr eine Summe
1 Feldes gegeben, sie ist zu ihren Eltern zurückge- ti». «hrt, welche als ehrliche Handwerksleute in einer bends ■ Beinen Stadt WestpreußenS leben. Sie hat mir Um i euch noch versprochen, ihre Schuld zu sühnen."
?einen .Der Himmel mag geben," entgegnete die alte
and. iDame, „daß es der A men gelingt. An uns ist es einen jetzt unsere Schuld zu sühnen, auch ich werde vom armen Mädchen hülfreich die Hand bieten und Erkundigungen einziehen, wo Frau von Santen jetzt kUt . . . .*
Ich wußte, theuerste Mutter, daß Du gerecht 'scheu! Ktheilen würdest!"
Dankbar, mit Thräne» der Freude im Auge, küßte «rno die Han. der Mutier, während Ulla lebhaft ^regt im Zimmer auf und ab ging und am Liebsten Üfort zu Elfiiede geeilt wäre.
Aber Arno, was wird aus jenem Mädchen?" »Die alte Geschichte, Mutter. Eine Zeit lang .. 6*88 alles gut, dann ward der Verführer ihrer überdrüssig, verließ sie und das Ende waren Elend
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2.
In diesem Augenblicke trat Baron Erich in das Erwach. Sein Gesicht zeigte einen Ausdruck tiefer, kUrßer Erlegung.
»Weißt Du schon, lieber Erich," mit diesen Worten J®8 Ulla auf ihren Gatten zu, blreb aber betroffen «hen, als sie sein ernstes Gesicht sah. „WaS ist *ri, Erich?"
»Eine entsetzliche Nachricht." »WaS ist geschehen?"
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Laubes gehört bet Landwirthschaft an. Wenn diese zu Grunde geht, geht auch unser« Kultur zn Grunde. Jede Kultur beginnt mit dem Ackerbau (Lebhaftes Bravo!) .... Das Wort vor der Politik der Sammlung sei mehrdeutig. Jener E taa smann, der «S auSgeiprochen, habe keine nähere Begründung gegeben Es könne nur als Sammlung aller produktiven Berufs stände aufgefaßi werden. Das ist keine Politik der Agrarier, sondern eine Politik aller vernünftigen Leute. Di- Sammlung sei bereits argebahnt mit der Bildung des wirthschaftlichen Ausschusses, welche ein sehr glücklicher Zug war. Vom politischen und idealen Standpunkte sei eine Einigung i öthig. Der wirthschaftliche Kampf habe einen Höhepunkt erreicht, daß alle andeien Interessen, namentlich ideale Gesichtspunkt« zurücktreten".
Wenn auch, wie festgestellt worden ist, eine Anzahl Nationalliberaler aus der Provinz „aus Unzu- friedenhet mit der wirthschaftlichen Haltung eines Theiles der Fraktion" die Theilnahme am Parteitage abgelehnt hat, so läßt doch der lebhafte Beifall der Versammlung, welcher den einzelnen früher verketzerten „agrarischen" Bemerkungen des Herrn Er. Friedberg zu theil wurde, darauf schließen, daß der von Herrn Frhrn. von Manteuffel begrüßte Wandel der Partei weitere Fortschritte macht. DaS ist nicht etwa nur im konservativen oder agrarischen Interesse, sondern vor allem im Interesse unieres Gemeinwohls sehr erfreulich und eröffnet gute Aussichten auf die nächste Reichstagswahl.
Bemerkens werth war auch in einer, die nationalen Fragen, insonderheit die Flottenfrage behandelnden Rede des Herrn Abgeordneten v. Eynern die energische Art und Weise, womit er die „Nationalzeitung" und die ihr verwandte „linksstehende Presse, die sich an den Rockschoß der Partei hänge und sich für national^ liberal ausgebe", abschüttelte. Die „Nauonalzeitung" hatte in ihrem Bericht die betreffende Stelle vor Schreck und Rathlosigkeit unterdrückt, und hat auch in ihren späteren Nummern nnr in sehr schwächlicher Manier sich zu vertheidigen gesucht. DaS wird dem Blatte aber nun nichts mehr helfen; es möge nur seiner Sehnsucht endlich nachgeben und sich zur Börsenschutztruppen-Partei halten.
Die nationalliberale Partei ist thatsächlich durch die „Nationalzeitung" wiederholt sehr stark kompro- mittieit worden, daß man sich über die Geduld, mit der dies ertragen wurde, längst wundern mußte. Nun endlich scheint man die unerträgliche Bevormundung dieses Blattes satt zu haben, denn auch die nationalliderale Reichstagsfraktion spricht der „Nationalzeitung" über die — allerdings gewohnte — in persönlichen Angriffen gipfelnde Form der
Erwiderung auf Hern v. Eynerns berechtigte Auseinandersetzung ihre Mißbilligung aus. Wenn das also desavouirte Blatt sich aber jede „Kontrolle" oder »Zensur" seitens der Vertretung der national liberalen Partei verbittet, so ist das doch nicht ganz begründet; denn das genannte Blatt hat sich von jeher angemaßt, im Namen der Partei zu lprcchen und deren Leitung zu schulmeistern. Hier also war eine „Zensur" vollauf berechtigt.
Pfarrer Naumann und Regierungs- Assessor a. D. v. Gerlachin Kirchhain.
+ Kirchhain, 24. Februar. Der Saal der Prediger'schen Wirtschaft füllte sich am gestrigen Abend noch vor Beginn der Versammlung, welche der national-soziale Pfarrer Naumann du-ch den Regieiungs-Assessor a. D. von Gerlach, der das Mandat unseres Wahlkreises zum Reichstage haben möchte, hatte unberufen lassen. Es ist etwa Jahresfrist, daß Herr Naumann hier sprach und es waren ihrer Viele, natürlich auch viel Gegner, die ihn wieder hören wollten. Herr Assessor v. Gerlach eröffnete die Versammlung und gab, ehe er Herrn Pfarrer Naumann das Wort ertheilte, seiner Freude Ausdruck, daß der Redakteur der »Oberh. Zeitung", Herr Hartmann aus Marburg erschienen und, da er in seinem Blatte über die gest ige Versammlung in Marburg einen entstellten (?) Bericht gebracht habe, wohl auch Rede stehen werde, was Herr Hartmann sofort freudig zusagte.
Wollte Schreiber dieses Berichts nun Alles -einsri» httr-wirdergeben, was Herr Naumann und sein Sekundant, der Herr Vetsammlungsleiter, heute wieder vorgebracht, und was ihm Herr Redakteur Hartmann entgegnet, so müßte der Bericht weit über den Rahmen des hier gebotenen Raumes hinausgehen. Es sei also gleich mit der Entgegnung des Henn Redakteur Hartmann soweit referirt, als daraus die wesentlichen Behauptungen der beiden national- sozialen Partei-Agitatoren mit zu ersehen sind. Die von Herrn Naumann als übliche »konservative Chicane" bezeichnete Versetzung des Pfarreis Groß- Biedenkopf veranlaßte die Bemerkung, daß Regierung und Kirchenregiment, nicht aber in Preußen die konservative Partei Staatsdiener versetzen. DaS von Herrn Naumann so überaus hervorgehobene nationalsoziale Eintreten für die Flotten - Forderung ist allen Nationalgesinnten gemeinsam, und kein speciell national-soziales Parteiverdienst, sondern, um
mit Naumann zu reden, Folge des „Jnstincts der Reichsgesinnung". Das von Herrn Naumann dann über den deutschen Export hierzu Gesagte war auch nichts Neues, was uns die Nationalsozialen etwa offenbaren, es ist durch Vorttäge und Schriften längst bekannt. Auch durch einen von Herrn Hartmann erwähnten Vortrag des Herrn Ptof. Rathgen-Marburg, und als bei dessen Nennung Herr von Gerlach rief: »Der ist nationalsozial," da wurde ihm richtigst entgegnet, nur soweit, als er den national- sozialen Kampf nicht gegen die Konservativen, sondern gegen die Sozialdemokraten geführt sehen will. Diese Sohm - Rathgen'schen National-Sozialen sind aber auf dem Parteitag der Nationalsozialen in Erfurt mit ihrem diesbezüglichen Anträge unterlegen! Pfarrer Naumann kommt nun auf die Bezahlungsfrage der Flotten - Forderung zu sprechen. Er sagt, was zu sagen leicht ist, „die den meisten Schutz für den meisten Besitz genießen, müßten auch das Meiste zahlen". Statt deffen zahlten jetzt die Massen, das Volk, die Sache durch indirekte, durch Kopfsteuer! Es drückten sie die Pettoleumfleuer, die Kaffeesteuer und sonstige indirekte Steuern. Nun, zahlen denn die Wohlhabenden, die doch das Meiste an Kaffee, Zucker rc. konsumiren, wir an hochbesteuerten fremden Liquenren, Cognac usw. die Branntwein-, Zucker- und Kaffee-Steuer nicht auch? Wit viel genießt denn der kleine Bauer, der Arbeiter Kaffee und Zucker, daß ihn die Steuer drückt? Diese Steuer ist beim Zucker, um nur ein Beispiel anzuführen, bei einem Jahres-Kontingent von
1 Million — 4 Millionen per 100 Klgr. o ICO,
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« . = 10 „ , ICO „ 0,15f>,
für jeb« weitere Million „ 100 „ 0,025
mehr Betriebsteuer! Nun rechne man sich's aus, wieviel man essen müßte von Zucker, um durch die Steuer „gedrückt" zu sein. Die Biersteuer beträgt pro festgestellten Doppelcentner vor dem Einmaischen die Steuer aus Getreide, grüner Stärke rc. 4 Mk., aus Stärkemehl G, aus Zucker, Trauben, Syrup rc. 8 Mk., beim Salz die Steuer pro Doppelcentner 8 Mk. und diese Steuern sollen das Volk, also doch die deutschen Konsum. n'en alle, die eben zusammen das deutsche Volk sind, drücken! Herr Naumann sagt, Petroleum und Kaffee dürften nicht besteuert werden, wir producirien ja keins. Nun, wir wollen aber jetzt auch die Spiiitus-Beleuchtungs. Industrie schützen und in unseren Kolonieen fangen wir doch erfolgreich an, Kaffee zu bauen!
»Major v. Santen hat fich in vergangener Nacht — erschossen!"
Wie ein Blitzstrahl aus heiterem Himmel wirkte die Nachricht auf die Anwesenden, welche sich erschreckt mit bleichen Wangen und scheuen Augen an» blickten. Ulla verhüllte aufschreiend ihr Antlitz mit den HZnden, Arno taumelte einige Schritte zurück und mußte fich fest auf die Lehne eines Seffcls stützen, um nicht niederzufinken. Hochaufgerichiet, mit starrem, strengem Antlitz, großen, ernsten Augen, stand die alte Baronin da, als sei sie eS gewesen, welche das furchtbare Wort gesagt. Die Worte Erichs klangen, als sei daS Urtheil, das fie soeben dem Manne zugesprochen, erfüllt worden von der mächtigen Hand des unerforschlicheu Schicksals. Sie faßte sich zuerst und mit leiser bebender, ernster Eiimme sprach sie:
»Gottes Gerichte sind mierforschlich, aber streng und gerecht! Erzähle, Erich, wie es gekommen."
»Es flieht nicht viel zu erzählen, Mutter. Gestern Abend noch war ich mit dem Major im Club zusammen. Er schien heiter und gesprächig, wie immer, nur ttank er sehr stark und beteiligte sich an dem Spiel mit unverhältnißmäßig hohen Sätzen. Als ich um 12 Uhr fort ging, war das Spiel npch im vollen Gange; es handelte fich um große Summen. Der Major schien im Glück zu sein, wenigstens häufte fich das Geld vor seinem Platze immer mehr und mehr. Mir war das Spiel zu hoch, deshalb entfernte ich mich. Der M- jor soll in letzter Z-it stets sehr hoch und sehr viel gespielt haben. Man raunte sich zu, daß er sein eigenes Vermögen schon längst verbraucht habe, nachdem er vergeblich um die Hand der reichen Lomteffe Steinberg geworben habe. Als ich hente gegen Mittag im Club meine Zeitungen las, ttaf ich einige Herren, welche gestern beim Spiel zu
gegen gewesen waren. Sie erzählten mir, daß der Major seinen Gewinn wieder zugesetzt dann auf Ehrenwort gespielt und eine enorm hohe Summe verloren habe, welche heute bezahlt werden müsse. Man sprach von 80—1(0 000 Mark. Eine solche Summe aufou bringen, noch dazu in so kurzer Zeit, wird für den Major ganz unmöglich gewesen sein, das ward mir auch von den anderen Herren be- stättigt, welche meinten, Herr v. Santen werde sich jetzt nicht mehr halten können, sondern seinen Abschied nehm n müssen. Auf eine solche entsetzliche Katastrophe waren wir inbeffen nicht vorbereitet. Sein Diener sand ihn heute Morgen mit zerschmetterter Stirn tobt auf dem Sopha liegen. Er war um 4 Uhr aus bem Club fortgegangen, unmittelbar darauf muß bieThatgeschehen sein.
„Entsetzlich!' flüsterte rief ergriffen Ulla.
,(&r hat sich selbst gerichtet," lprach ernst und mild die alte Dame.
»Wir sitid n'cht seine Richter, an uns aber ist es, Einkehr in uns zu halten und Sühne zu thun für unsere Schuld. Erich, weißt Du, wo fich die frühere Gattin des Unglücklichen aufhält?"
»Nein, Mutter. Doch was soll dir Frage? Frau v. Santen hat fich von uns nnd der Gesellschaft losgesagt..."
„Ja weil wir ihr Unrecht gethan haben. Später sollst Du und soll die Welt Alles erfahren, jetzt Angesichts des Todes jenes Mannes wäre eS nicht recht, die Anklage wieder ihn zu erheben. Mag er droben Vergebung und ewigen Frieden finden.---*
Arno war wieder allein. In Gedanken versunken schritt er seiner Wohnung zu. Er wollte nicht mehr an den entsetzlichen Tod des führen Gatten ElsriedenS denken, aber er vermochte seinen Geist auf keinen anderen Gegenstand zu lenken. Immer aus's Nene ertappte er fich darauf, wie er die Verhältnisse
überdachte, welche durch den Tod des Majors eine so ganz andere Gestalt angenommen hatten. Arno fühlte sogar eine gewisse freudig erregte Stimmung in seinem Herzen emporquellen. Unwillkürlich sagte er fich, daß durch jenen haurigen Abschluß eines wilden Lebens eine Lösung der Verwicklungen eingerieten sei, welche für ihn und Elfriede daS Glück im Gefolge haben mußte. Elfriede war jetzt vollkommen frei von jeder Fessel. Niemand würde ihr verdenken können, wenn sie jetzt der Stimme ihres Herzens folgte, Niemand würde ihr einen Vorwurf daraus machen können, wenn fie ihm die Hand zu einem neuen Ehebunbe reichte. Jetzt erkannte er aber auch, wie recht Elftiebe gehandelt, ihm ihre Hand bislang zu verweigern; nicht als ob er Anstoß daran haben würde, daß ihr früherer Gatte und Vater ihres Kindes noch lebte, aber daS feine Gefühl Elsriden's selbst würde unter dem Gedanken gelitten haben, daß sie durch das Kind noch mit einem anderen Manne verknöpft sei, daß dieser Mann noch immer ein beschränktes Recht auf ihr und ihres KindeS Dasein habe. Arno erkannte, daß seine Mutter im Recht sei, welche in ihrer strengen Anschauung die Trennung der Ehe verwarf, welche dem Weile die Pflicht auferlegt, bei dem Manne, dem Vater ihres Kindes auszuharren, bis der Tod daS Band löse. Sich lossagen von dem unwürdigen Mann mochte die Fran, wenn eS ihre eigene Ehre gebot, aber sich scheiden lasten von dem Mann, weil sich die Neigung einem Anderen zugewendet, das war bie_ Selbstsucht bes Herzens, welche kein volles Glück unb keine Bcsri digung gewähren konnte. Jcht hatte bei Tob mit harter, aber gerechter Hand daS Band gelöst! Die goldene Freiheit war nun der edlen Tulderin zurückgegeden! Noch war eS nicht zn spät! Noch blühte ihr und ihm ein herr- lichcs Glück! (Fortsetzung folgt.)