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Ltlephon 56.
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Marburg
Mittwoch, 23. Februar 1898.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg nnd Kirchhain "*h""""" Mnstrirtes S-nntagsblatt. —
Anzeigen nimmt entgegen die Eyeditio« diese« Blatte«, sowie die AnnEm-Bureaux von Haasenstrin & Vogler in qd OaUa
SrantfHrt a. St., Caffel, Magdeburg und Wien; Rudolf OO. ^llyrg.
Mosse m Frankfurt a. M., Berlin. München u. Köln, C. L. ..
Daube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari« Telephon oo.
Die nächsten Marburger Ferienkurse.
In Betreff der neusprachlichen Ferienkurse, die Mstea Sommer Hierselbst abgehalten werden sollen, theilten wir unlängst mit, daß die Wahl geeigneter Lortragsräume auf Schwierigkeiten stoße. Diese Schwierigkeiten sind inzwischen dank dem Entgegenkommen der hiesigen königlichen und städtischen Behörden behoben worden. Der erste Kursus, vom 5. bis 30. Juli, wird, wie im Vorjahre, in der Aula der höheren Töchterschule; der zweite Kursus, vom 16. August bis 10. September, in dem größten Hörsaal der Universität abgehalteu werden.
Der erste Kursus wird die französische und deutsche Sprache und bei beiden Sprachen, den in der Lehrerwelt gehegte» Wünschen entsprechend, Aus sprachest hre, Grammatik, Literatur, Realien und praktische Uebungen umfassen. Für den französischen Kursus ist es gelungen, die beiden Professoren an der Pariser freien Universität Dr. abbe Rousselot und Dr. jur. LeScoeur wiederzugewinnen. Herr Professor Rousselot, der nicht nur der hervorragendste Phonetiker Frankreichs ist, sondern auch als Romanist auf dem Gebiete der modernen Dialektforschung in Frankreich die erste Stellung einnimmt, wird diesmal Vorlesungen über die Geschichte der französischen Sprache und über ein grammatisches Thema halten. Nur mit einem Heineren, genügend vorbereiteten Kreise wird er auch einige experimentalphonetische Uebungen anstellen. Elementai Phonetik des Französischen wird diesmal Herr Profeffor Ko schwitz, und zwar, des besseren Verständnisses wegen, in deutscher Sprache vortragen, da, wie die Erfahmngeu deS Vorjahres zeigten, die technischen Ausdrücke dieser Wissenschaft in der Fremdsprache den deutschen Zuhörern vielfach Schwierigkeit machen. Herr Professor Lescoeur, dessen fein durchdachten und formell ungemein gewandten Vorträge feinen vorjährigen Hörern in bester Erinnerung geblieben find, wird diesmal die französische Verwaltung und die rechtliche Stellung der Frauen und Kinder in Frankreich zum Gegenstand seiner Vorlesungen wählen, Themata, die auch für das Verständuiß der französischen Literatur von hoher Bedeutung find. Herr Professor Mercier aus Glasgow, der gleichfalls wiederkehrt, wird in üteraigeschichtlichen Vorlesungen die modernen Romanschriftsteller Daudet, Bourget, Coppse und Rod verführen; Herr Lektor Dr. Doutrepont die Tragödien Corneilles behandeln. Beide Herren werden außerdem, wie im Vorjahre, auch praktische (stylistische und deklamatorische) Uebungen veranstasten. Als
(Nachdruck verboten.)
Werkannt.
Roman von O. Elster.
(Fortsetzuu«.)
Arno faßte sich jedoch und las mit ruhiger Stimme: ,3n Hofkreisen spricht man von einer demnächst bevorstehenden interessanten Verlobung. Der Major bei Gardedragonerregiments und bekannte Sports- menn, Freiherr v. Santen, wird sich mit der Tochter beS Generallieutenant und früheren Flügeladjutanten weiland Kaiser Wilhelms L, Grafen v. Steinberg verloben. Die Gräflich Steinberg'sche Familie zählt zu den reichsten und ältesten Adelsgeschlechtein der Monarchie. DaS Vermögen des Grafen soll sich nach Millionen beziffern. Major v. Santen war bereits timnal vermählt, die Ehe ward jedoch vor einigen Jahren geschieden.'
Arno hielt inne. Eine Weile herrschte Schweigen w dem weiten Gemach. Ulla machte sich am Thee- tisch zu schaffen. Die alte Baronin sah ernst vor sich hü«. Dann sprach sie:
„Ei, ei, allerdings eine interessante Nachricht. Vast Du schon von dieser Verlobung gehört, liebste Ülla . . .'
„Man sprach davon, Mama, aber man glaubte nicht recht daran .... Major von Santen ist diesig, während Eomteffe Steinberg erst siebzehn Jahre zählt.'
„Aber der Major ist noch immer ein schöner Mann und — was wohl dm Ausschlag giebt, ihm 8eht eine glänzende Cariiöre bevor. Wenigstens sprach stch neulich General d. Tattenbach, fein Vorgesetzter KK anerkennend über den Major anS und meinte,
neuer französischer Doceot tritt hinzu Herr Lic-ntiat P e rn o tte, ein jüngerer Soziologe, Schüler Demolins, der sich gegenwärtig in Deutschland mit Sprachstudien beschäftigt, um sich auch nach dieser Richtung für d'e von ihm eingeschlagene diplomatische Laufbahn weiter zu bilden. Seine Vorlesungen werden von der experimentelle» Methode der Gesellschastslehre handel». Die Vorlesungen und Uebungen des französischen Kursus werden diesmal, mit Ausnahme der noch hinzutretenden Unterhaltungsübungen, in de» Vormittage stunden von 8—12 Uhr (statt von 9—1 Uhr), die des deutschen Kursus (mit Ausnahme des Mittwoch) von 3—4 Uhr stattfinden. Au dem deutsche» Julikursus werden wirken, von den vorjährigen Dozenten: Herr Professor Natorp mit Vorlesungen über die Pädagogik des Neuhumanismus, und die Herren Privatdozevten Dr. Kühnemann (Schillers Weltanschauung in seinen Dramen) und Dr. Finck (Ueber sprachliche Formung und Formlofigkeit). Hinzu- tr Jen werden die Herren Professoren: D i s s e, mit Vorlesungen über Bau und Leistung des menschlichen Sprachorgans, die die Grundlage für die phoneti'cheu Vorlesungen und Erläuterungen des deutschen und französischen Kurses geben werden, v. Below (das deutsche Wirthschaftsleben in der Vergangenheit) und Kretschmer (daS deuffche Märchen, besonders das Märchen von Dornröschen), durch welche Vorträge die im vorjährigen Kurse etwas zurückgetretcuen sog. Realien nunmehr die gewünschte Berücksichtigung finden werden. Die für Ausländer bestimmten praktischen deutschen Uebungen wird wieder Herr Dr. Schellenberg leiten, der durch feine ausgedehnte Kenntniß fremder Sprachen und feine Hebung im Unterrichten von Ausländern hierfür besonders vorbereitet ist; die deklamatorischen Uebungen Herr August B e r t u ch, der den Marburgern bereits durch die von ihm gehaltenen Vorträge seiner meisterhaften Verdeuffchnng der Miestral'schen Miröio bekannt ist. Auch Herr Bertuch verfügt über ausgedehnte praktische Sprachkenntnisse.
Die Vorlesungen für den im Interesse der Lehrer und Lehrerinnen an den höheren Schulen der Rhein- Provinz und Westfalens versuchsweise eingerichteten Augustkursus sind ihrer Mehrzahl nach ebenfalls bereits festgestellt. Sie werden außer dem Französischen und Deutschen auch noch das Englische umfassen. Der deutsche Kursus soll im August mehr praktischer Art sein und vorzugsweise den Bedürfnissen der Ausländer entsprechen. Jeder der drei Kurse wird wöchentlich 12 Stunden in Anspruch nehmen, wozu noch Ünterhaltungsübungen treten. An dem deutschen Augustkursus werde» zum Theil dieselben Lehrkräfte wie
daß er wohl bald Regimentscommaudeur werde» würde."
„Du weißt, Mama, daß sich Herr v. Santen von uns zurückgezogen hat. Ich habe ihn allerdings mehrfach in Gesellschaften gesehen, doch niemats mehr mit^thm gesprochen. Er genießt keines besonders guten
„Pah, er ist ein Lebemann, freilich! Aber beton stößt sich heutzutage ein junges Mädchen gor nicht mehr."
„SRan sagt, daß er pekuniär ruinirt fei und sich durch eine reiche Heirath arangiten wolle."
»Man sagt, — man sagt! — War hat man nicht Alles gesagt, als er sich von feiner eisten Frau scheiden ließ. Ich denke, er hat dadurch bewiesen, daß er noch Ehrgefühl besitzt und neben einer koketten Frau nicht leben mag."
„Mama!"
Ulla sah mit ängstlichem Ange nach Arno hinüber, der finster vor sich hinblickend dasaß. Bei den letzten Worten seiner Mutter erhob er sich.
»Du bist im Jrrthum, liebe Mutter," sprach er mit einer Stimme, welcher man die tiefe, innere Be- »egung anmerkte. „Herr v. Santen hat in jener Ehescheidungsangelegenheit nicht wie ein Gentleman gehandelt."
„Arno?! Nimmst Du noch immer Partei für jene Frau?'
„Ja, Mutter, ich werde es ihn», so lange ich lebe. So lange nur von diesem Herrn v. Saute» die Rede ist, kann ich schweige». Er kümmert mich nicht. Aber ich werde nicht dulde», daß man einen Makel ans jene Frau wirst, welche von einer Großherzigkeit beseelt ist, die Ihr freilich nicht ahne» könnt. . .*
an dem deutschen Julikursus thättg sein: die Herren Professor Natorp (Herbart, Pestalozzi und die gegenwärtigen Aufgaben der Erziehungslehre), Dr. Finck (bie Theorieen über den Ursprung der Sprache und stilistische Uebungen) und Professor Disse (Bau und Leistung des menschlich!» Sprachorgans). Außerdem wird Herr Professor Vietor die Elementarphonetik des Deutschen und Englischen behandeln. Die praktischen deutsche» Uebungen werden auch hier von den Herren Dr. Schellenberg und Bertuch geleitet werden. An dem englischen Kursus werden wirken von einheimischen Kräften: H-rrLektor Dr. Tilley (praktische Hebungen) und von ausländischen Dozenten: Herr Dr. Rich. I. Lloyd, M. A. aus Liverpool, gleich hervorragend als Phonetiker und Bitterer» Historiker er hier nur als Litterarhistoriker auftreten wird (Poets of the present generation und Poets of the last generation); Herr ShawJeff rey, N. A., Professor am Clitfow College zu Bristol, der über englische Volkskunde nnd Märchenerzählungen vortragen rund Juterpreiattonsübungen über Sheridans Dritte abhalten wird, vielleicht auch noch Herr Rob. Shindler, M. A. aus London, ein vortrefflicher Kenner der altgriechischen und der modernen Litteraturen. An dem französischen Kursus wird Herr Lektor Dr. Doutrepont V. Hugo als Lyriker behandeln und praktische Uebungm veranstalten. Nur vorübergehend werden voraussichtlich mit einigen Vorträge» auftreten: Der Nati'onal- Oekonom und Senatsredakteur zu Paris Herr Dr. jur. de Sainte Croix, der auch an einem früheren Greifswalder Kursus einen geistvollen litterarkritischen Vorttag hielt, und Herr DrjjJuLOim brnd, Professor am Lycöe Montaigne zu Paris, der Herausgeber des „Etranger," ein Führer der Frauenbewegung und der Friedensliga und Leiter einer internationalen Studiengesellschaft. Mit anderen französischen Lehrkräften schweben noch Verhandlungen; es läßt sich aber mit Sicherheit anuehme», daß es Herr» Prof. K o s ch w i tz gelingen wird, anS dem Kreise seiner ausländischen Freunde auch noch zwei weitere ausgezeichnete stanzösische Docenten zu gewinnen. De» Wünsche» des Organisators würde es entsprechen, auch einen weiblichsn Docenten für die fast zur Hälfte von Damen besuchten Kurse zn finden, doch ist eine Anfrage an Fräulein Marguerite Durand, die Leiterin der Pariser „Fronde", (einer nur von Frauen geschriebenen politischen Tageszeitung), bis jetzt ohne Erfolg geblieben.
Wie die vorausgehende Zusammenstellung zeigt, werden die beabsichtigten Sommerkurse an Umfang alle bisher in Deutschland unternommenen sprachliche»
„Das klingt ja gerade, als ob Du Näheres über das Schicksal jener Fran wüßtest, die ihren Gatten ver- lafle» hat, nur weil sie einen anderen Mann liebte, und seitdem in der Welt verschwunden ist, Niemand weiß wohin!"
„Mutter ich bitte Dich . . ."
„Ja, mein Sohn, Du wirst es nicht leugnen können, daß Elfriede von Santen ihren Gatten beritt weil sie einen andere» Manu liebte. Ich halte eine *e Handlungsweise für unmoralisch, wenn dieser a . *"e Mann auch — mein Sohn ist."
„Mutter. Du weißt nicht, was Du sprichst, sonst würdest Du Dich dieser Worte schäme». Ich mag nicht mü Dir rechten, ich darf das Geheimniß einer anderen Person auch nicht preisgebe», aber ich kann Dich auf mein Ehrenwort verstcher», daß Du Elfriede Unrecht thust, daß sie Versöhnung mit ihrem Gatten gesucht hat und erst dann von ihm gegangen ist, als fein unwürdiges Betragen sie zu diesem Schrttt zwang. Und auch dann bewies fie noch Edelmuth genug, sein würdeloses Leben nicht der Oeffentlichkeit preiszugeben und einen Theil der Schuld auf sich selbst zn nehmen."
Hochaufathmeud, mü blitzenden Augen und glühenden Wangen stand Arno da. Erstaunt blickten die beiden Samen in sein erregtes Gesicht.
„Dein Wort in Ehren, mein Sohn," entgegnete nach einer Weile Frau von der Grotenbnrg. „Aber Du wirst mir verzeihen, wenn ich an eine Täuschung Deinerseits glaube. War Elfriede von Santen im Recht, dann durste sie nicht den Schein des Unrechtes auf sich laden. Ich will nicht fragen, woher Du die Kenntniß jener Umstände hast, ich kann nut denken, daß Du noch in Verbindung mit jener Fran stehst aber, Arno, bedenke, was ich Dir schon vor Jahren fegte, daß ich eine Fran, welche sich von ihrem Gatten
Kurse übertreffen. Dadurch, daß an ihnen zum ersten Male deutsche, stanzösische, und englische hervorragende Dozenten nebeneinander wirken weiden, und daß die Hörerschaft ihren internationalen Charakter voraussichtlich noch mehr verstärken wird, gewinne» diese Kurse nicht nur eine hohe wissenschaftliche, sondern auch polittsche Bedeutung. Die Vereinigung so vieler angesehener Profeffore» aus den drei genannte» Kulturländer» und einer viel größeren Zahl dem Lehrerstande angehöriger, meist ebenfalls schriftstellerisch austretender Hörer aus allen Theilen Europas ist in hohem Maße geeignet, eine Friedensmission auszuüben und zum Verständniß und zur gegenseitigen Würdigung der verschiedenen Nationalitäten unseres Erdtheils beizutragen. Diese erfteuliche Wirkung wird namentlich bei regelmäßiger Wiederholung der Kurse einfreten. Wenn ihre weitere Entwickelung nach den Absichten ihres Begründers vor sich geht, werden sie in Zukunft auch noch über den Anfang des Monats August ausgedehnt werden, so daß ununterbrochen 2'/z Monat an ihnen gelehrt würde, und wird erreicht werden, daß allmählich die deutschen, französischen und englischen Führer neuer geistiger Bewegungen und humanitärer Ideen sich daran gewöhnen, ihre Gedanken an ihnen, vor ihrem hochgebildeten internationalen Publikum vorzutragen. Politische Fragen muffen dabei natürlich ausgeschloss» bleiben.
Die Zahl der wöchentlichen Lehrstunden soll in allen Kursen, von den Sprachübungen abgesehen, die gleiche sein, je 36 Stunden; ebenso das Honorar von 20 Mark für den vierwöchentlichen Kursus. Die Marburger Shirfe übertreffen somit an Billigkeit selbst die billigsten aller deutschen Volkshochschulkurse. Dieses Ziel läßt sich natürlich nur durch die Opferwilligkeit der an ihnen betheiligten in- und ausländischen Lehrer und bei einer andauernd genügenden, verhältnißmäßig zahlreichen Hörerzahl erreiche».
Auch an den Kurse» dieses Sommers wild eS an Gelegenheit zu gleichzeitiger Erholung nicht fehle», der namentlich die Nachmittage des Mittwoch und der Sonnabende gewidmet werde» sollen. Die hiesige Museumsgesellschaft beabsichtigt abermals die Dozenten und Hörer an de» Kurse» zu ihre» Concerte», Balle» und sonstige» Vergnügungen eir zuladen und ihnen ein besonderes Gesellschaftszimmer zur Verfügung zu stellen. Für beide Kurse find überdies entsprechende Er- öffnungS- und Schlußfeiem vorgesehen, bei welchen letzteren ein französisches und, im zweiten Kursus, ein englisches Bühnenstück zur Aufführung gelangen sollen. Auch die Beschaffung von Wohnungen und alle sonstigen geschäftlichen Sorgen werden den Thcil-
toegen berSiebe zu einem anderen Mann hat scheiden lassen, nicht achten kann, daß ich eine solche Fran niemals als meine Tochter anerkennen würde."
„Mutter, auch dann nicht, wen» Du von der Würdelosigkett, von der Schlechtigkeit des Gatten überzeugt bist? Wen» Du selbst eiugestehe« mußt, daß die Frau, um sich ihre eigene Würde und Ehre, um die reine Seele ihres Kindes zu retten, sich von dem Gatten trennen mußte?"
»Du sprichst von Verhältnissen, die hier gar nicht zutteffe».'
„Ja, Mutter, gerade diese Verhältnisse treffen hier zu, ich werde Dir den Beweis bringen."
„Wenn D» das kannst, werde ich Elftiede von Santen selbst um Verzeihung bitte».'
„Ich danke Dir, Mutter für dieses Wort! Ich werde Dich daran erinnern.'--
Er verließ das HanS und durcheilte mit raschen Schritten die sturrndurchtoste» Straßen. Er achtete nicht auf den Weg. I» seiner Seele tobte der Sturm heftiger, als in der Natur, und ließ ihn für die Eindrücke der äußeren Welt nnempfindlich erscheine». Er eilte die Köriiggrätzerstraße hinauf, krenzte die blendend erleuchteten Linde», drängte sich durch die Menschenmenge der Friedrichsstraße nnd vertiefte sich in die Sttaße» nnd ©affen des ^Nordens, welche einsamer und stiller dalage», als die Prunkstraßen im Westen nnd im Mittelpuntt der Stadt. Der Regen hatte nachgelassen, aber noch erglänzten die Häuser, das Straßenpflaster, die Anschlagsäulen, die einzelnen Bäume von triefender Feuchtigkeit und die Gaslaternen, welche hier dunkler zu brennen schienen als in den belebten Straßen, flackerten gleich Irrlichter» in der titbe» Dnustatmosphäre des nämlichen StadttheileS. (Fortsetzung folgt.)