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Erscheint täglich anher an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abouucrncnts-Prcis bei der Expc- bitton 2 Mk., bei allen Postänircrn 2 Mk. 25 Pfg. (cxkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebnhr für die gespaltene Zeile »der deren Raum 10 Pfg.. Reklame» für die Zeile 25 Pfg.

J2 39

Telephon 55.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain Jllustrirtes Sonntagsblatt.

eni?e0tn bie Expedition dieses Blattes, sowie dieAniwneen-Bureaux von Haasenstein & Vogler tu nn

< /. iono Sraiitfurt a.?-, (SaffeI Magdeburg und Wien; Rudolf 33. ^Zühtg.

Mlttwoch, 16. Februar 1898. -n Frankfurt a. M, Berlin München u. Köln, S. L g-rfX.

Daube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari» Telephon oo.

Zweites N43latt«

Eine Rede des Herrn v. Podbielski.

In Köln hat am Sonntag bei einem Frühstück, das ihm zu Ehren der Präsident der Kölner Handels­kammer, Geh. Corumerzttnralh Michels gab, der Staatssecretär des Reichs-Postamts, Herr vonPod - b i e l s k i in einer Rede u. A. gesagt: »Sie werden mir nachfühlen, daß es für mich eine schwere Auf­gabe sein wird, der Nachfolger eines so bedeutende» Mannes zu werden. Meine Herren, ich bin noch ei» unbeschriebenes Blatt und die Zukunft muß es erst beweisen, ob ich auch in der Lage bin, die Stelle auszufüllen, an die mein Kaiserlicher Herr »ich berufen hat, ob ich fähig bin, der Nachfolger jenes hervorragenden ManneS zu sein, der als Organisator des Verkehrs auf diesem Gebiete so bedeutendes geleistet hat. Zweifellos ist meine Auf­gabe keine leichte. Aber auf der andern Seite kann ich nm so zuversichtlicher diese Aufgabe übernehmen, als Herr von Stephan die Fundamente gelegt hat, auf denen sich die Postverwaltung entwickelt hat und hoffentlich auch noch weiter entwickeln wird. Die Stellung unsrer Reichspostverwaltuag, dir im Welt­verkehr eine führende geworden ist, zu erhalten, das wird meine Aufgabe fein, der ich mich voll und ganz widmen werde. Es ist die Reichs postverwattung^gewisser- maßen der Träger der deutschen Reichsidee. Denn nicht nur in den Städten findet man die großen Reichspostgebäude, sondern auch draußen auf dem Lande, in dem kleinsten Ort im weiten Lande finden wir die Gebäude der Postverwaltung soweit wir um uns blicken. Aber die deutsche Reichspost ist auch der Ausdruck der Reichskraft. Denken Sie, meine Herren, au den Aufschwung, den der Verkehr ge­nommen hat; erscheint doch in der Reichspostverwalt­ung die Zeit nicht fern, in der wir täglich eine Ein­nahme von einer Million zu ve, zeichnen haben werden. Die Reichspost ist aber auch der Träger von des Reiches Größe, Macht und Kraft nach außen über das Vater­land hinaus. Sie hat gleichsam die Brücke geschlagen zu den von Deutschland fernen Ländern. Denken Sie an die Reichspostdampfer, auf denen die Reichspost­flagge weht. Sie zeigten den außerhalb Deutschlands Wohnenden, daß die Verkehrsbeziehungen, die Deutsch-

tNachdruck verboten.)

ex IX an nt.

Roman von O. Elster.

(Fortsetznug.)

Still, still! Nichts», nicht so! Auch ich ttage einen Theil der Schuld? Erlassen Sie mir, dar­über zu sprechen. Erzählen Sie mir etwas von Ihren Erlebnissen."

Was siebt es da viel zu erzählen! Ich habe Jahre lang in der Wilduiß Südamerika's gelebt, habe die Prairieu, die Urwälder, die Kordilleren Brasiliens, Nicaraguas und M-xikos durchstreift ich war ver­schollen für die Welt, in die ich nicht wieder zurück- kehren mochte. Man hielt mich für tobt. Mir war es recht. Da warfen mich die Anstrengungen des wilden Lebens auf das Krankenlager. Bei einem Sturz mit dem Pferde brach ich den Fuß, man brachte »ich nach nach Rio de Janetto in das Hospital, mehrere Monaten kämpfte ich mit dem Tode, mir wäre eS recht gewesen, wenn ich aus diesem Leben hätte scheiden können. Freunde schriebe» au meine Verwandten in Deutschland, ich erhielt die erste Nachricht aus der heimath, der ich entflohen war, man schrieb mir auch beiläufig, daß Sie fich von Ihrem Gatten ge­trennt neue Lebens Hoffnung zog in mein Herz jetzt wollte ich leben und gesund werden! Ich ward gesund, ich eilte in die Heimath mit einer seligen Hoffnung i» Herzen und fand fand o, Elfriede ich war ein Thor, ein erbärmlicher Thor, der Ihre Güte, Ihre Freundlichkeit nicht verdient! Verzeihen Sie mir, »an sprach schlecht von Ihnen und ich ich glaubte den Leuten."

Er schwieg. Er streckte ihr bittend die Hand entgegen. Sie saß bleich, mit fest zusammengepreßten Händen ihm gegenüber. Tiefe Erregung wühlte in ihrem Herzen, aber sie bezwang fich und mit einem Watten Lächeln erwiderte sie:

land unterhält, heute nicht mehr reichen von FelS zum Meer, sonder» von Land zu Land, von Meer zu Meer. Wir leben in einer beweglichen Zeit und Sie alle, meine Herren, die Sie die Stürme mitge­macht haben, die zur Einigung des Vaterlandes ge­führt haben, Sie wissen alle, unter welch' schwerem Ringen wir schließlich zu dem geeinigten Deutschen Reiche gekommen sind. So hoffen auch wir bei der Reichspostverwaltung unter der schirmenden und für» sorgenden Hand des geeinten Reiches, vereint mit den übrigen Factoren, das zu erstrebe», was das Vaterland will. Es gilt für die Postverwaltung heute nicht allein, die Entwicklung deS Verkehrs innerhalb des Reichs zu föidern und zu heben, sondern auch unserer wirthschaft- liche» Expansionsfähigkeit nach außenhi» die Wege zu ebenen, dem Handel neue Erwerbsquellen zu erschließen. Zu meiner großen Freude habe ich gehört, daß auch Ihre Handelskammer sich entschieden für die Ver­mehrung der Reichspostdampfer nach Ostafrika ausge­sprochen hat. Es ist erftenlich, daß fich eine so be­deutende Handelskammer in diesem Sinne geäußert hat, und ich werde nicht verfehle», hierauf bei den Berathungen im Reichstage besonders hinzuweisen, und ich bin der Ueberzeugung, daß Ihr Beschluß schwerwiegend ins Gewicht fallen wird. Aber auch unsere Kolonieen bedürfen befferer Verbindungen. Noch vor wenigen Jahren standen wir im Welthandel an vierter Stelle. Frankreich und die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben wir überwunden und jetzt stehen wir mit England an zweiter Stelle. England ist uns noch mit 4 Milliarden überlegen, aber wir wollen nicht raste», bis wir an erster Stelle stehe»; dies muß unser Strebe» fein. Wir find zwar spät auf dem Weltmarkt auf getreten. Es ist daher verständlich, daß wir uns erst eine» Platz haben erobern muffen und es ist nicht zum wenigsten das Verdienst unseres Kaisers, der das navigare necesse est stets wiederholt hat, daß Deutschland allmählich Fuß gefaßt hat und sich seine Stellung ans dem Weltmarkt ge­sichert hat. Wir aber haben die Pflicht dafür zu sorge», daß wir im Weltverkehr auch den Platz be. Haupte», den wir uns mühsam errungen haben. Von den frühesten Zeiten an sind unsere Herrscher aus dem Hohenzollernhause und nicht zum mindestens unser Kaiser unentwegt für die Wohlfahrt unseres Landes eingetreten und haben es für ihre vornehmste Pflicht gehalten, für das Allgemeinwohl zu arbeiten. Auf

diesem Wege müssen wir unferm Kaiser folgen. Die Grundpfeiler, auf denen fich etwas Großes erreichen Mt, find des Reiches Einheit, des Reiches Macht und des Reiches Wohlfahrt. 3» diesen drei $ mieten muffen wir uns zusammen finden, welcher politischen Richtung man auch angehört. Das alte Köln ist in dieser Hinsicht stets mit an führender Stelle ge- wesen. Hege» und pflegen Sie, meine Herren, auch künftighin immer diesen Gedanken an die Kräftigung Deutschlands und an des Reiches Wohlfahrt. Darum trinke ich diesen deutschen Wein am deutschen Rhein auf Kölns Wohl und auf seine Handelskammer! Köln und feine Handelskammer leben hoch, hoch, hoch!

Landwirthschastliches.

Obstbau-Schutz. Der Minister für Landwirth- schaft hat unter Hinweis auf die imReichsanzeiger" üom 4. d. M. enthaltene Bekanntmachung über den Schädling sowie auf die zur Verhütung der Ein­schleppung desselben unterm 5. d. M. ergangene Kaiserliche Verordnung das Augenmerk der Behörde», Landwirthschaftskammern und landwirthschaftlichen Vereine auf die von der San JofH-Schild- l a u s dem heimischen Obstbau rc. drohende Gefahr hingelenkt und zugleich ersucht, die beteiligten Kreise ouf diese Gefahr aufmerksam zu machm. Zur Ver­breitung der Kenntniß über das Insekt, über welches auch die Deuffche Landwirthschaftsgesellschast schon Einiges veröffentlicht hat, sind in Bälde geeignete Flugschriften rc. zu erwarten; auch wird seiner Zeit für Vertheilung von Wandtafeln mit Darstellungen deS Infekts Sorge getragen werden. Bei Zweifeln über die Anwesenheit des Schädlings in Pflanzungen find u. A. das Kaiserliche Gesundheitsamt, die Herren Professor Frank an der landwirthschaftlichen Hoch­schule in Berlin Dr. Hollrung zu Halle a. S., Oekonomierath Goethe in Geisenheim, Garteninspektor Ritter zu Engers, ferner das pomologische Institut Proskau Auskunft zu geben in der Lage.

Marktberichte.

, ..Frankfurt, 14. Februar. (Getrribemarkt). Der heutige Wochenwarkt brachte für Brodsrüchie auf Anregung öon auSwartS etwas gebesserte Preise, doch konnte der Um­satz noch nickt in befriedigender Weise profittten. Land- weijen fest gehalten aber reichlich ar geboten. Landroggen wenig offrirt und unverändert. Ausländische Brodfrücht«

Wie laßt fich eine wohlschmeckende geformte Speise aus Milch beretten? Sehr leicht und schnell durch einfaches Kochen derselben mit Mondamin, dann in eineForm gestürzt und erkaltet, mit Fruchtsaft oder Compot, auch mit gekochten Früchten, Aepfeln rc. beigegeben. Der Vorzug einer solchen Speise liegt in dem gröden Nährwert, wie auch in der leichtesten Verdaulichkeit und ist außer dem besonders gern willkommen m seren lieben Kleinen, wie auch dem Großen. Zusatz von Citrone, Vanille, Mandelu rc. n- W, je nach Wunsch, den Geschmack. Für die gute Qualität des Mondamin bürgt am besten da» mehr btnn weltbekannten schottischen Firma. ES ist überall in Paketen ä 60, 30 und 15 MENge zu haben En gres für Marburg bei Türk und Pabst; und Alb. Rosenthal in Frankfirrt a. M

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30,50, Nr. 2 Mk. 27,0027,50, feinere Marken Mk. 2800 bis 28/ 0, Nr. 3 25,50 -26,00, feinere Marken 26 50 bis ^,co, Nr. 4 24,00 24.50, fein«. Marken 2®75-25,2? Roggenmehl hiesiges Nr. 0 Mk. 23,7524,75, Nr 1 Mk. iSn'r26^2r' Mk. 15,75- 16,00. Alles per 100 N

S.acf kA?, ^er. Futterartikel begehrt und ft». Weizens-Halen Mk. 4,25 4,35 Weizenklei« M. R7K Roggenkleie 4,654,75, Futternull 5,50 bis 6,75, Biertreber, getrocknet, Mk. 4,75 - 6,00 je nach Qualität Alles p« 50 Kilo mtto effektiv loco hi«.

Frankfurt O.M., 7. Februar. (Viehmarkt.) D« heutige Viehmarkt war mit 396 Ochsen, 28 Bullen 728 Kühen, Rindern und Sttereu, 267 ßälbtn. i89 £antjntta, »34 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. 66 - 68 Mk., 2. Qual. 60 M 62 Mk., Bullen 1. Qual. 53-65 Mk., 2. Onas 49 bi, 51 Mk., Kühe, Rind« und Sti«. 1. QM 67-59 äS 2. Qualität 44-46 Mk. Alles per 60 Mo Schlag «'* Kälber 1 Qualität 73 - 75 Pfg., 2. Qual. 60 bto

d 1. Qual- 66-60 Pfg., 2. Qual. 48 bi,

62 Pfg. Schweine 1. Qual. 62-63 Pfg., 2. Qual. 60 bi,

bk MS- Alles per '/, Kilo Schlachtgewicht. Aus Orft«.

reich standen 24 Ochsen ,uw Verkauf,

Und da wollte das Schicksal, daß wir uns hier Wiedersehen sollten? Hier, wohin mich der Arzt der Krankheit meines Kindes wegen sandte und Sie wegen Ihres Fußes ..."

Ja Elfriede, das Schicksal hat es gut mit mir gemeint. Jetzt eist werde ich völlig gesund, jetzt nachdem ich Sie wiedergefunden habe."

Sie hatte sich erhoben. Mit träumendem Auge schaute sie in das Grün der Bäume, deren Zweige zu den geöffneten Fenstern hereinwinkten. Dann athmete sie tief auf und sprach:

Und jetzt, Arno, wollen wir Freunde bleiben." Ja," rief er freudig aus.Freunde für das ganze Leben!"---

XV.

Der Verkehr zwischen Arno und Elftiede gestattete ich von Tag zu Tag herzlicher.

Die kleine Elftiede genas zwar von ihrem Krampf­anfall, doch mußte sie einige Tage das Bett hüten. Arno widmete sich dem Kinde mit der größten Hin­gebung ; er sah mehrere Male am Tage nach dem Befinden der kleinen Kranken, brachte Ihr Blumen, bunte Steinchen und Muscheln aus seinen Sammlungen ;ium Spielen und las Kind gewann den fteundliche» Arzt und Pfleger von Herzen lieb, so daß eS immer und immer wieder fragte, wenn Arno fern war, wann der gute Onkel Doktor wiederkomme. Mit stiller Freude und Rührung beobachtete Elfriede die Freundschaft zwischen ihrem Kinde und Arno. Wie weit zärtlicher, nniger «ar diese Freundschaft und Liebe, als die- enige, welche der Vater dem Kinde entgegengebracht. Der Vater hatte sich niemals längere Zett mit dem finde beschäftigt. Wohl hatte er ihm kostbare Spiel« achen gebracht, aber selbst mit dem Kinde zu spielen, ich in deS Kindes Seelenleben zu versenken, die Regungen des kindlichen Herzens kennen zu lernen, daran hatte er nicht gedacht. Des KiudeS Geplauder ward ihm bald langweilig; er hing nicht mit dem

Herzen an dem Kinde, sondern hatte es nur als ein niedliches Spielzeug betrachtet, das man bei Seite stellte, wenn men kurze Zeit mit ihm ge­tändelt. In der letzten Zeit ihrer Ehe hatte fich Herr v. Santen fast gar nicht mehr um das Kind gekümmert; er hatte andere Interessen und überließ deßhalb auch ohne großen Widerspruch das Kind der Mutter, als die Ehe getiennt wurde. Gerade die achtlose, nachlässige Haltung des Gatten dem Kinde gegenüber hatte Elfriede den Entschluß der Scheidung leichter gemacht.

Wie anders Arno! Er konnte fich Stunden lang mit dem Kinde beschäftigen. Er erzählte ihm hübsche Märchen, denen eS mit gefpantefter Aufmerksamkeit lauschte. Er fpielte mit ihm, baute aus den bunten Steinen hohe Häuser, grub mit ihm auf dem Sand­haufen tiefe Löcher, in denen sich Elfriedchen lachend versteckte kurz, Arno hätte seinem eigenen Kinde gegenüber nicht liebevoller und zärtlicher sein können. Das Kind lohnte diese Liebe mit begeisterter Anhang, lichkiet. Onkel Arno war fein drittes Wort. Mit der Frage nach dem Onkel Arno erwachte es am Morgen, mit einemGuten Nacht" lieber Onkel Arno schlummerte es am Abend ein. Stets nur von Frauen umgebe», war ihm der Verkehr mit dem ernsten und doch so leunblidjen Manne neu und reizvoll. Onkel Arno und das Kind waren bald unzertrennliche Gefährten.

Schon in den ersten Tagen der Krankheit der kleinen hatte Arno ihr versprochen, wenn sie wieder gesund sei, wollten sie einmal nach dem Rhein ähren, um das schöne Standblld der Germania auf dem Niederwalddenkmal zu besuchen. Heute an dem chönen, warmen Sommernachrntttag hatte man den Ausflug unternommen. Der Schnellzug brachte die kleine Gesellschaft in kaum zwanzig Minuten nach Bingerbrück.

Dort nahm Arno ein Ruderbot, um nach Aßmannshausen überzufahren, von wo aus man mit der Zahnradbahn nach dem Niederwald fahren

wollte, um später über Rüdesheim und Bingen zurückzukehien.

DaS Kind jauchzte laut auf und klatschte in die Händchen, als das schlanke Boot durch die dunkel­grünen Wogen des Rheinstromes schoß. Törtchen hielt sich etwas ängstlich an dem Rand des kleinen Fahrzeuges; Elfriede blickte mttttäumerischenAugen auf die in hellem Sonnenlicht blitzenden Fluthen, auf die rebenumkränzten Höhen, aus deren Thälern die Dörfer und Weiler hervorschauten, und deren Gipfel Schlösser und zerfallene Burgen krönte». Buutbe- wimpelte Dampfer rauschte» und brauste» vorüber, schwer beladene Segelkähne zogen langsam stromab­wärts und mächtige Lastdampfer schleppten ganze Flottillen von Schiffe» strommaufwärtS. Kleine Nachen schofle» hin und her. Die Wellen gurgelten und murmelten an den Felsen des Bingerloches und der zerklüfteten Loreley. Ab und zu erklang der Pfiff eines Dampfers, die Gtocke eines Kirchleins vom Ufer oder aus den Weinbergen der lustige Jauchzer der Winzer und Winzerinnen. Der wonnige Zauber eines sonnigen Sommertages auf dem schönsten der deutschen Ströme, nahm Elftiedens Herz ge­fangen. Sie fühlte sich leicht und glücklich und blickte dankbar lächelnd zu Arno hinüber, der am Steuer fitzend ihren Blick ausfing und glücklich, freut ig erwiderte.

Arno's Wesen war ein anderes geworden Ter ttenge, finstere Ernst war aus seinen Züge» ver- schwunden. Sein Antlitz, fein Auge erglänzten wieder rn Jngendsreude und Jugenkrast. Sein Fußleiten war fast ganz geschwunden, schon vermochte er wieder weitere Spaziergänge zu unternehmen und in einigen Wochen hoffte er ganz genesen zu sein. Sein Geist, nu Herz, sie waren schon genesen von dem Trübsinn und dem düsteren Ernst der letzten Jahre. Neue Hoffnung hatte sich in sein Herz geschlichen, neue Hoff­nung zu der alten Liebe, die er seit Jahren treu im Herzen bewahrt hatte. (Fortsetzung folgt.)