In
ungiui -pezial, 8 werd;
mein glichen ■ fichne mäßige (1003 ge. Haar- icr Art. t) Mit . Haar- Hause stecken, idt,
MOW MW.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «uv Kirchhai«.
fl^kLltie.*nb En-ckttion: Mar» 21. Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
.M 3!)
Telephon 55.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnemcnts-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (cxkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile ober deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Mittwoch, 16. Februar 1898.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte», sowie die Annnncen-Bureaux von Haasensteiu & Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hanuover, Pari»
33. Jahrg.
Telephon 55.
Erstes Blatt.
tine) 1898. Erfolg
t Reiui- liundes. länzenq üblen h und 8 Alter.
(257 mmarkt.
wir< er- Latten, ron Herrn, •g. Tödut
i M uel 1 Beweis kni-'.' pil; trasse,
ßfd.-Ab- (467
ier.
IM. 3.-
,4r.m oßOgrs.
;gasse
keil
lter Zv
>ett itni
(84!
Ein ftanzösisches Urtheil über den Alldeutschen Verband.
I« Nr. 33 des „Figaro" vom 2. Februar richtet her bekannte französische Schriftsteller JuleS Roche nMter der Neber schuft: „L’Invasion ailemande" einen ernsten Mahnruf an seine Landsleute, in dem er sie über die Gefahr belehrt, von Deutschland auch virthschaftlich überflügelt zu werden. Insbesondere verweist er dabei auf den Bericht des französischen Konsuls in Antwerpen, auS dem hervorgehe, daß Antwerpen im Begriffe sei, handelspolitisch eine dusche Stadt zu werden. Das bedeute aber nur eben einzelnen Abschnitt auf dem von Deutschland beschrittenen Wege, der, ebenso wie einst der Zoll verein zur Errichtung deS Deutschen Reiches geführt habe, jetzt von einem die Deutschland verwandten Nachbarstaaten mitumfassenden Zollbunde schließlich zur Schaffung eines „größeren Deutschland" führen werde.
Unter den Kämpfern für dieses Ziel weist Jules Roche dem Alldeutschen Verbände einen hervor- ragenden Platz an, indem er von ihm schreibt:
„Ich spreche hier von dem „Alldeutschen Verbände", der seinen Sitz hauptsächlich in Berlin und tu Leipzig unter der Präsidentschaft des ReichStags- abgeordneten Professor Hasse hat, von der wöchentlichen Veröffentlichung des Verbandes, den „Alldeutschen Blättern", die in Berlin erscheinen, und ton den auf Veranlassung des Verbandes in München systematisch unter dem allgemeinen Titel „Der Kampf um das Deutschthum" veröffentlichten Flugschriften, deren je e noch einen besonderen, dem behandelten Gegenstand entsprechenden Untertitel hat.
Der Alldeutsche Verband ist noch jung, er wächst rasch. Am 1. Januar 1897 hatte er 9443 Mitglieder, am 31. Dezember 1897 waren es 12 974. Denselben Daten entsprechend war die Zahl seiner Ortsgruppen zuerst 66, davon 23 im Ausland, dann 95, davon 28 im Ausland. Außer den verschiedensten Veröffentlichungen entfaltet der Verband eine unablässige persönliche Thätigkeit. Besonders werden Songreffe vergnstaltet, die letzten waren in Leipzig und am 12. Dezember v. I. in Düsseldorf, die einen wichtigen Widerhall fanden.
ES ist noch nicht lange her, daß diese Bewegung entstanden ist: zum Ziel hat fie, die HandelSintereffeu von Belgien, Holland und Luxemburg dem jetzt bestehenden deutschen Zollbund anzunähern, demselben eiuzugliedern, indem fie ihre Arme und ihr Herz diesen jetzt entfrembeten und unter dieser Entfremdung leidenden Brüdern weit öffnet; — und schon trägt
0.
ten ödU ® die Ferne, versinnbildlicht durch das Bild auf $ 0 de» Titelblatt der Flugschriften: ein Ritter in
glänzender Rüstung das Haupt mit Lorbeer umkränzt anb mit silbernem Strahlenglanz umgeben, in ber
M
', Zinn, Alter-
d
ger.
die Bewegung Früchte. Der Gedanke macht Schule, strahlt ans, wächst, verbreitet sich auS der Nähe
einen Hand das nackte Schwert, in der anderen i die Kaiserliche Standarte, die in die Ferne zu fliegen scheint. Der Ritter sitzt auf einem wunderbaren Pferd, daS, wiehernd vor Freude und Stolz aus- schrettet, den Weltraum zu erobern.
Aber Siegftied auf dem kühnen Roß Grane rettet nicht mehr ans, um die Göttin auf dem feuer« lohenden Felsen zu befreien — et hat sich, den Verhältnissen angepaßt und gründet Handelshäuser.
Und uun muß man den enffcheidevden Schluß «S dem Ganzen ziehen. Man kann darin die LieblingSziele der deutschen Seele erkennen, die nicht iber ihren Erfolgen einschläft, die durch die noth- »endig werdenden Anstrengungen nicht zurückgeschreckt loird und die weitaussehende Pläne zu erdenken und «lszuführen weiß."
Soweit Jules Roche. Im ganzen könne» wir ja mit diesem für einen Franzosen auffallend unbefangenen Urtheil über den Alldeutschen Verband Pffrieden sein, und wir wollen daher nicht mit ihm darüber rechten, baß er von allen unseren Zielen lirr bas eine erwähnt, bas auf den wirthschaftltchen Zusammenschluß mit ben anbern germanischen Stämmen gerichtet ist.
ers uni chafttt nete ii »wie aui
(7501 »Vt, II.
befolgt ,reiner atnrei
(863 rrad, ße %r.J iethen. csdetg 1
Umschau.
In Berlin im Circus Busch nahmen an ber gestrigen Generalversammlung bes Bunbes ber Lanbwirthe in Summa wohl 4500 Personen Thcil. In ber Eröffnungsrede führte Herr v. Plötz aus: Die Ueberzeugung von der Noth der Landwirthschaft sei bis in die höchsten Kreise gedrungen. Die letzte Rede des Staatssekretärs v. Bülow beweise, baß ber BiSmarck'sche Winb noch nicht ganz vcrbannt sei. Rebnet forberte bie Landwirthe zu festem Zusammenhalten unb zu weiterem, energischen Eintreten für die berechtigten Forberungen ber Landwirthschaft auf. Die Versammlung nahm einstimmig auf Antrag des Geschäftsführers bes Bunbes, Dietrich Hahn, einen B e - schlußantrag an, welcher lautet: „Der Bund vertritt die Politik ber Sammlung, welche zur Stärkung Deutschlands im Innern unb nach Außen ben Schutz ber gejammten vaterländischen schaffenden Arbeit gegen ben ausländischen Wettbewerb unb bie innlänbische Ausbeutung erstrebt, unb verlangt bie Wiedergewinnung einer erträglichen Konkurrenzlage für bie deutsche Landwirthschaft gegenüber dem AuSlande, bie Wiederherstellung gesicherter Existenzbedingungen für bie Landwirthschaft, das Gewerbe unb ben Handel unb in gleicher Weise für ben bebrohten Mittelstand. Die bisherige unsichere und schwankende Haltung ber Regierung in ben wirthschastlichen Fragen erforbert mehr als je starke Majoritäten im Reichstage, sowie in ben Lanbesvertretungen, bie auf bem Boden ber nationalen Wirthschastspolitik stehen. Um bei ben nächsten Wahlen solche Mehrhetten zu erzielen, ist ber Zu- samm nschluß derer, bie auf diesem Boden stehen, dringend erforderlich. Der Bund richtet deßhalb an die politischen Parteien, welche den Bestrebungen nahestehen, die Bitte, die Politik ber Sammlung beS Bunbes wirksam zu unterstützen und die bevorstehenden Wahlen nicht durch übertriebene Betonung der parteipolitischen Gegensätze und durch unberechtigten Druck in solchen Wahlkreisen nahestehende Parteien zu gefährde», welche z. Zt. im Sinne des Bundes wirthschaftlich gut bertreten sind."
Der Kaiser von China hat durch einen besonderen Erlaß de» Generalgouverneur und die oberen Behörden der Provinz Kiangsu, in welcher Schangai liegt, angewiesen bem Prinzen Heinrich einen nach jebtr Richtung hin würdigen Empfang zu bereiten. Nach einem am 12. d M. beim Reichs-Marineawt eingegangenen Telegramm des stellverttetendeu Befehlshabers in Kiavtschan, Korvettenkapitäns Truppel, find drei deutsche und ein französischer Missionar in Tsingtau-Fort eingetroffen. Die deutschen Missionare, darunter ein Provikar, hatten die Absicht, den Prinzen Heinrich zu begrüßen und dem Kaiser ihren Dank abzustatten für den energischen Schutz ber Mission unb für die Opferfteudigkeit der Marine. Die Missionare wurden herzlich aufgenommen und veranlaßt, bis Montag zu bleibe», um die Danksagung bei dem Chef des Kreuzergeschwaders, Vizeadmiral v. Diederichs, anzubringen. Zu Sonntag war ein feierlicher Gottesdienst für die Katholiken in Aussicht genommen. Die deutsche unb französische Mission beabsichtigen Lanb anznkaufen für Errichtung von Prokuren. — Dem „Bert. Lok.-Auz." wirb au8 Tsingtau-Fort von gestern Mittag telegraphirt: In Gegenwart des Herrn Gouverneurs von Kiaotschau, des Korvettenkapitäns mit Oberstlieutenants-Rang Truppe!, des Kommandeurs des Seebataillons Majors Kopka v. Loffow, sowie des Lagerkommandanten v. Oppeln-BronikowSki, sämmtlicher Offiziere und Mannschaften, sowie von überaus zahlreich herbeigeeilten Chinese», fand heute der erste katholische Feld- gotteSbienst statt. Das feierliche Hochamt celebrirte ber apostolische Provikar Mgr. Freibancmetz. Ihm assistirte» bei der heiligen Handlung- bie beutschen Missionare Pater Wewel unb Pater Erlemann, sowie bie französischen Patres Anrede und Pacifiqne. Als Messediener (Akoluthen) fungirten zwei Soldaten. In der Predigt, welche Pater Erlemann hielt, bantte er tiefgerührt bem Kaiser unb ber Kriegsmacht bes Reiches für ihren mächtigen Schutz ber gefährdeten Missionare, bie fürderhin Unthaten ber Chinesen nicht mehr zu fürchten habe», bei bene» noch unlängst, wie allen in trauriger Erinnerung ist, zwei junge Missi
onare ihre» Opfermnth mit bem Märtyrertode habe» bezahlen müssen. Die ganze Feier, welcher der herrlichste Sonnenschein leuchtete, bot ein ergreifendes, großgatigeS Bild. Nach derselben wurden bie Missionare voffk Admiral empfangen unb äußerten sich entzückt über bie nun vollzogene Wandlung ihrer Lage und über bie Aufnahme, bie ihnen allseitig zu Theil geworben war. Sie ftühstückten in bem Osfizierkasino bes Ostlagers; Abends veranstaltet ber Gouverneur zu Ehren feiner geistlichen Gäste einen geselligen Abend. Die Missionare kehren morgen wieder nach ber bischöfliche» Residenzstadt Tsining in Südschantung zurück, werden bann aber »lieber eintreffen, wen» Prinz Heinrich in Kiaotschau ankowmeu wild, wobei auch ber Bischof Anzer anwesend fein dürfte.
Porteur ertheilte Auskunft für Dritte kein Recht auf gleich« Behandlung gewähren solle.
Der Staatssekretär Fihr. von Thielmann be- aründete dies damit, daß die Auskunft auf Grund borge« Tegttr Proben ertheilt werde, also nur für jeden speziellen Fall maßgebend sein könne. Die weitere Anregung der Errichtung einer einheitlichen richterlichen Zentralstelle für Zollsachen beantwortete der StaatSsekreM» dahin, daß die Zollverwaltung nach der Veisasiung Sache der Einzelftaaten sei und die mit diesen über die Frage augeknüpsten Verhandlungen kein Resultat gehabt haben. Für die einheitliche Reichsinstanz sprach sich der
Abg. Graf Stolberg und auch der dem Centrum angehörend« Abg. Fritzen au».
Abg. Meyer- Danzig fragte nach der Stellung der verbündeten Regierungen zu der vom Reichstag in Ueber- einstimmung mit den Landtagen der größten Bundesstaaten erhobenen Forderung des Reichstage», daß die Zoll« trebltc für die Einführung von Getreide- und Mühleu- föbrikatm aufgehoben werden.
Deutsches Reich.
Setlfn, 14. Sehr. Se. Majestät ber Kaiser nahm heute Vormittag um 9 Uhr ben Vortrag des Chefs bes Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths Dr. von Lncanus unb baran anschließend bie Marinevorträge entgegen. Ihre Majestät bie Kaiserin ertheilte am 12. b. MtS., Mittags, im Königlichen Schlosse bem zum Ober-Präsibial-Rath in Königsberg ernannten bisherige» Landrath be8 Kreises Nieder- Barnim von Walbow unb bem Direktor bes Königlichen meteorologffchen Instituts..Geheimen Regier, rmrs, Rath, ProfeMWWWWWWMWWWDW^^^>
— Hinsichtlich bes Kleinbahnwesens erklärte in ber B u b g e t c o m m i f f i o n bes Ab- georbnetenhauses auf eine Anfrage bei Minister, baß basselbe sich sehr-günstig enrwickett habe. Seit bem Bestehen des Gesetzes seien 180 Kleinbahnen genehmigt, davon 43 int letzten Jahre gegen 33 int Vorjahre. Am stärksten sei bie Entwickelung in Branbenburg, darnach in Sachsen, Schlesien unb Pommern. Durch bie bisher stattgehabten Bewilligungen seien 1880 Kilometer Kleinbahnen gesichert. Bei ber Genehmigung verfahre bie Regierung sehr vorsichtig, um bie Entwickelung gesund zu erhalten unb eine bei bem Vorhanbensein von reichlichen Gelbmitteln leicht mögliche wilde Spekulation zu verhinbern.
— Bei ber Specialberathung zu Kapitel 10 Titel 1 ber Einnahme (aus bem Personen- unb Gepäckverkehr) würbe von bem Referenten bie Reform ber Personentarife angeregt. Der Minister erklärte, baß bie Regierung eine Vereinfachung ber Perfonentarife für erwünscht halte unb bereit sei, mit ben anberen deutschen Regierungen, welche, wie auch bie Reichseisenbahnverwaltung mit ihr überein» stimme, dieserhalb in Unterhandlung zu treten. Eine wesentliche Ermäßigung ber Tarife halte sie nicht für angezeigt, ba ja bereits vielfache Ermäßigungen eingetreten seien. Mit einer Reform ber Personentarife sei eine Reform ber Gepäcktarife zu verbinden.
Karlsruhe, 14. Febr. Die südwestdeutschen Vereine deutscher Studenten, beitreten von den Universitäten Heidelberg, Sttaßburg, Tübingen, Bonn, sowie von den technischen Hochschulen Darmstadt und Karlsruhe veranstalteten am Sonnabend hier eine Sympathiekundgebung für die Deutsche» Oesterreichs. OsthauS Bonn schilderte in der Einleitungsrebe die Kämpfe des bedrängten Deutschthnms gegen die slavische Hochfluth in der Ostmark. ZustimmnngStelegramme wurden an die Reichsrathsabgeorbnete» Schönerer und Wolf, an die deutsch-österreichische Studentenschaft und an Bismarck abgesandt. Dem Großherzog wmde ein Hul- digungSgruß übermittelt.
Der Staatssekretär beschränkte sich hn Wesentlichen auf die kurze Erwiderung, daß die Frage bem Bundesrathe vorliege unb ein enbgiltiger Beschluß noch nicht gefaßt sei.
Auf eine Anfrage be» Abg. Rickert stellte b«r Staatssekretär Graf Posabowsky eine Verorbnnng darüber in Aussicht, was im Sinne des Margarinegesetze» unter „getrennten Verkaufsräumen" zu verstehen sei.
Abg. Graf Limburg-Stirum befürwortete «inen wirksameren Zollschutz für Fahrräder, wogegen der Abg. Barth, wie in allen Fällen, Widerspruch erhob.
Preußisches Abgeordueteuhaus.
Berlin, 14. Februar. n g.) Dar Abge
ordnetenhaus setzte in seiner hMMWhung die Berathnng d,S ForftetatS fort.
Eine längere Erörterung knüpfte sich an den Titel Ober- förster. Abg. Hofmann (mtlib.) brachte zur Sprach«, daß bei der Besetzung der Oberförsterstellen groß« Ungleich- heiten obwalten.
Abg. Krause (Waldenburg, freikous.) äußerte den Wunsch, daß den au» dem Civildtenst hervorgegangeneu Oberförstern ihre Vorbereitungszeit als Forstassefloren an« gerechnet werden möge.
Dem hielt der Minister v. Miquel entgegen, daß damtt ein allgemeiner Grundsatz durchbrochen werden würde.
Beim Titel „Revierförster" empfahl der Abg. von W a l d o w (kons) den von seiner Partei eingebrachten Antrag, für den nächsten Etat eine wesentliche Erhöhung des Einkommens der Förster vorzusehen.
Minister Freiherr vonHammerstein betonte, daß man es an Woblwollen für die Förster nicht fehlen laste. Aber die Weiterführung der Agitation, wie sie jetzt von ihnen betrieben werde, müsse die Subordination erschüttern; er (der Minister) könne nur aufs eindringlichste vor einer solchen Agitation warnen. '
Abg. Horn (natl.) trat dem kenservativen Anträge bei.
Minister vr. von Miquel suchte durch Aufzählung besten, was ben Förstern an Emolumenten jetzt zugebilligt sei, ben Nachweis zu führen, baß in ber That biefer Beamtenklaffe ein erhöhtes Wohlwollen von ber Regierung entgegengetrageu werde.
Abg vonWoyna (freikons.) erklärte Namen« seiner Parteigenoffen, baß ihnen früher ber Antrag, b-m sie sympathisch gegenüber stänben, zu unbestimmt gewesen sei, baß sie aber nunmehr ihm beiträten unb daß sie auch baS Gehalt ber Walbwärter unb Forstaufseher erhöht wissen wollten.
Weiter sprachen zu biesem Thema, unb zwar im Allgemeinen die Gehaltserhöhung der Förster befürwortend, die Abgeordneten Jorns (uattonalliberal), von Schöning (konservativ), v. Plötz (k-ns.), Rickert (freif. Sewing), Schaffner (natlib.), Schmidt - Warburg (kons.), Schulz (freif. Volksp), Graf Limburg • Stimm (kons.). Dann wurde ber Etatstitel genehmigt und ber konservative Antrag ber Budgetkommisfiou überwiesen.
Nächste Sitzung Dienstag (Interpellation Szmnla über bie ländliche Arbeiternoth)
Ausland.
Frankreich.
Paris, 14. Febr. In der heutigen Verhandlung des Prozeß Zola war Nachstehendes von wesentlichem Jntereffe. Labori fragt de» Zeugen Bertillon: Wie kommt es, daß Zeuge, wie viele Andere, erkennt, daß er von einer Dreyfusaffäre nur dann nicht sprechen darf, wenn er
Parlamentarisches.
Reichstag.
Berlin, 14. Febr. (40. Sitzung.) Aus ber Tages ordnung des Reichstages stand heut« zunächst die erste Berathnng der Konkursordnung in Verbindung mit dem die Abänderung der Konkurkordnnng betreff«oben Anträge ber Abgg. Rintelen unb Genoffen. Sämwtliche Rebner sprachen sich für bie lieberweisung beiber Gegenstände an die Justizkommission aus, die nach mehrftünbigei, in die Einzelheiten eingehender Diskussion beschloffen wurde.
Darauf setzte baS Haus bie EtatSberathnng fort unb ttanbte sich ber Berathung de» Etats ber Zölle unb Vei brauchssteuern zu.
Vom Abg. Hammacher wurde bie Verordnung vom 13. Januar betreffs ber AukkunftSertheilnng In Zollsacte, zur Sprache gebracht und bemängelt, daß die einem Im
vor Gericht steht, nicht aber auch, wenn er sich von Berichterstattern der Zeitungen auSftagen läßt, die seine Erklärungen veröffentlichen? Labori fuhrt das vorn „Echo de Paris" veröffentlichte Interview BerttllonS an. Berttllon erwidert: Dos find ebenso viele Ungenauigkeiten wie Worte. B.: Glaube» Sie, daß das Bordereau von Esterhazy ist? Bertillon: Durchaus nicht. Präsident: Weshalb glauben Sie, daß das Bordereau nicht von Esterhazy ist? Berttllon: Weil e8 von der Hand eines Anderen ist. (Lachen.) Präsident: Haben Sie geheime Schriftstücke oder nur Bruchstücke der Handschrift Alfred Dreyfus vorÄugen gehabt? Bertillon: Ich habe die geheimen Schriftstücke nicht gesehen. Labori: Erklären Sie uns vor Eutopa, das die Augen auf uns gerichtet hält,