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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai».

Jllustrirtes Souutagsblatt. M.

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(Nachdruck verboten.)

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartal-Abonnements-Prcis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postäuitern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Der allgemeine Parteitag nahm am Mittwoch, waS wir vorab betonen möchten, einen ausgezeichneten Verlauf. Schon lange vor der an­gesetzten Stunde war der mächuge und prächtige Saal des Dresdener evangelischen Vereinshauscs von einer großen Zahl von Thetlnehmern gefüllt. Die Stimmung war eine gehobene, zuversichtliche. Nach einer mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Eröffnungs­ansprache des Herrn Dr. Mehnert und nachdem das brausende Hoch auf Ihre Majestäten den Kaiser und den König von Sachsen verklungen war, wurde zur Erledigung des ersten Punktes der Tagesordnung Allgemeine Stellung der Partei" geschritten. Der Vorsitzende, Herr Freiherr v. Manteuffel, durch Beifallsrufe bewillkommnet, wies zunächst auf seine Ausführungen am Dclegiertentage hin, worin er sich über dasselbe Thema verbreitet hatte. Der konser­vative Führer erklärte zuerst die Stellung der Parte zu de« Antisemiten habe sich seither nicht geändert. Für die Konsei vativen seien die Antisemiten nach wie vor als Gegner zu betrachteu. Die unschöne Haftung bei den letzten Ersatzwahlen, die Aeutzerung v. Lieber­manns, die Konservativen sollten um Frieden bitten und die Kriegskosten bezahle», können mir in dem Festhalten an der am Delegier tentage kundgegebenen gegnerischen Stellungnahme zur Reformpartei bestärken. Herr Freiherr von Manteuffel verbreitete sich hierauf über das gegen­wärtig erfreuliche Verhältniß der Partei zumBunde der Landwirthe" und betonte, daß dieser seinen Charakter als wirthschaftliche Vereinigung niemals außer Acht lassen dürfe. Er wies die Unterstellungen, als sei die Partei auf dem Wege gouveinementa! oderpflaumenweich" zu werden, scharf zurück und betonte unter allgemeiner Zustimmung, daß die Selbständigkeit der Partei auf das entschiedenste ge­wahrt bleiben müsse. Eine Partei, die nicht wider­streben könne, vermöge auch in Stunden der Gefahr nicht zu stützen. Mit Dankbarkeit gedachte Herr Frhr. v. Manteuffel auch des Fürste» Bismarck, de» er unter heiterem Jubel der Versammlung als kritisches Mitglied der Partei bezeichnete und hervor­hob, daß gerade im kommenden Wahlkampfe die Konservativen keine bessere Hilfe haben werde», als die des Fürsten Bismarck. Herr Frhr. v. Manteuffel zeichnete darauf die Stellung der konservativen Partei zur Regierung, deren energisches Auftteten in der letzten Zeit der Redner dankbar anerkannte. In der Stellung zumBunde der Landwirthe" forderte Herr Frhr. v. Manteuffel, daß man dort den Besitzstand achte, also antisemitische Einbrüche abwehre, ferner daß man

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Liste« lügen tt. auf.

in denen er gleichmäßige Berückstchttgung jedes ehr­lichen Berufs fordert, folgt lang anhaltender Beifall.

In der hierauf folgenden Diskussion äußert sich Herr von Frege sehr beifällig, ebenso Herr von Ploetz. Letzterer stimmt namentlich Herrn Freiherr» von Manteuffels Auseinandersetzungen bei, daß Bund der Landwirthe und Konservative zusammen­gehören, warnt vor gegnerischen Verhetzungen und erklärt, daß eine Bevorzugung der Antisemiten nicht stattfirde. Die Instruktiv» an die Vertrauensmänner des Bundes decke sich mit Herrn Freiherrn von Manteuffels Forderungen.

Herr Freiherr von Manteuffel accepttrt diese Er­klärungen dankend und äußert sich dahin, daß eine Hauptaufgabe des Parteitages in der festen Aus­einandersetzung mit den Antisemiten bestehe.

Hierauf wird Resolution C unverändert ein­stimmig angenommen.

Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf die kommenden Reichstagswahlen; zu diesem Thema er­griff Herr Graf z u L i m b u r g - S t i r u m , aus der Versammlung durch Zuruf bewillkommnet, das Wort. Der Herr Redner führte aus, daß die konser- vattve, als die bestgehaßte Partei doppelt aufmerksam sei» müsse. Bezugnehmend auf die von gegnerischer Seite veröffentlichte»Bismarck Glossen", habe sich herausgestellt, daß wohlwollende Aeußerungen als scharfe Angriffe auch neuerdings wieder ausgegebeu werden. Der Herr Redner geht auf die Vorwürfe wegen Beamten-Bevorzugung, Stteberei und Gouverne- mentalismus ein und erklärt es für falsch, daß alle Beamten abhängig sein sollen; schwankende Charaktere seien auch keine guten Beamten. Stteberei ist nicht bei uns zu Hause und daß wir nicht gouvernew ental, ist aus allen Reden nachzuweisen. Freilich, Oppo­sition nur um Opposition willen machen wir nicht! Herr Graf zu Limburg Stttum bespricht sodann unser Verhältniß zu den anderen Parteien und drückt seine Freude über den Wandel der Nattonalliberalen und deren wirthschaftliche Annäherung aus. Seine große Genugthuung äußert der Herr Redner über die Aus­einandersetzungen mit dem Bunde der Landwirthe und erwartet unbedingte Bundcshilfe, wenn es sich um Bekämpfung von Sozialdemokraten oder Demokraten handelt. Im weiteren Verlaufe seiner Rede stellt Herr Graf zu Limburg-Stirum fest, daß die Partei fest auf dem Boden der Verfaffung stehe, spricht sich gegen Stichwahlen aus und weist darauf hin, daß Aenderungen des Wahlrechts niemals konservativer­seits, sondern stets von der Linken verlangt wurde». Der Herr Redner betont die Schwächen des Paria-

Roman von O. Elster.

(Fortsetzung.)

~ Frau v. Santen fühlte, wie ihr die Röthe der Scham und Entrüstung in die Wange» stieg. Sie wollte indessen ihren Gatten nicht verurtheileo, ehe sie nicht bestimmte Beweise hatte. Sie erhob sich und sprach in gekünstelter Ruhe:

Daß Du uns verläßt, Dortcheu, davon kann keine Rede sein. Ich werde jetzt selbst nach Elftlede sehe». Der Umgang mit Minna scheint mir auch nicht passend für das Kind. Erwarte mich hier."

Sie ergriff den Hut, warf eine leichte Jacke über und eilte in den Park. In ihrem Herzen kämpfte die Entrüstung über das »»würdige Benehme» ihres Hatten, mit der Scham über ihre eigene Stellung. Eie fühlte, daß es nicht so weiter gehe« konnte; es «nßte em Ende gemacht werden, sollte sie nicht die Achtung vor sich selbst verlieren und sollte nicht ihre Tochter durch die Leichtfertigkeü des BaterS schon in frühester Jugend verdorben werden. Wie kleinlich er­schien ihr jetzt die Rücksichtnahme auf die Welt und bie Gesellschaft, welche sie bislang abgehalten hatte, fa Trennung von dem Gatte» auch äußerlich zu be­wirken! Wie kleinlich, den Schein einer zufriedenen Ehe aufrecht zu erhalten! Wie verächtlich die Lüge ihres ganzen Dasein! Und ihre Tochter? Mußte Re nicht unter dem stetem Einfluß eines solchen Mannes ieiden? Mußte nicht ihre reine, kindliche Seele, ihr »«schuldiges Herz nach und »ach verdorben werden, wenn fle Tag für Tag das leichtferttge Leben ihres Sättig sah? Freilich jetzt »nd für die nächsten Jahre hatte es noch keine unmittelbare Gefahr. Aber der Krim zu einer leichtfertigen Auffassung des Lebens

die Chancen der Kandidaten prüfe und nur für chancenvolle eintrete dies sind stets konservative. Die Parteileitung ihrerseits wird dem Bunde niemals einen pflaumenweichen Kandidaten präsenttren.

Ter häufig durch lebhaften Beifall und durch Zusttmmungsiufe unterbrochenen Rede folgte lauter, anhaltender Beifall. Hierauf wurde in die Diskussion eingcireten.

Nach kurzer Debatte, an der sich insbesondere Herr Freiherr von Durant und Herr Reichstagsabge­ordneter Dr. Kropatscheck wirkungsvoll beteiligten, wurde Resolution A. unverändert, Resolution B. mit kleinen redaktionellen Aenderungen unter allgemeinem Beifall einstimmig angenommen.

Nach Schluß der Diskussion ergriff zu seinem Referate über den ersten Theil des zweiten Punktes der Tagesordnung Herr Dr. K l a s i n g das Wort. Er gab eine klare, packende Darstellung der konser- vattven Sozialpolitik. Mit Energie trat er den viel­fachen Legenden entgegen, welche auf Kosten der Konservativen verbreitet werden; insonderheit hob er hervor, daß die Partei nicht daran denke, auf einen Stillstand oder gar Rückschritt der Sozialreform hin­zuarbeite». Eine planmäßige Fortführung der Sozial­reform werden die Konservativen stets in jeder Hinsicht zu fördern besttebt, zu einer einseitigen, lediglich die Jnteresien des Arbeiterstandes berücksichtigenden, die Lage der produktiven Stände außer Acht lassenden Sozialpolitik würde die Partei aber nicht zu haben sein. Die Partei werde dagegen stets für gerechte Sozialpolitik, welche aber niemals dem Demo- ttatisirungS - Prozeß Vorschub leisten darf, eintreten. Die Arbeiter dürften nicht von der Erwerbsgruppe, zu welcher sie gehören, losgelöst werden. Der Herr Redner tritt schließlich für Einschränkung der Frauen- und Kinderarbeit, für Ausgestaltung der Arbeits­nachweise und der Einigungsämter, sowie des Ge­nossenschaftswesens und möglichst allgemeine Sonn­tagsruhe in Staatsbetrieben ein.

Lebhafter Beifall wurde den Ausführungen des Herrn Redners gezollt, eine weitere Diskussion über diesen Theil der Tagesordnung nicht beliebt.

Ueber konservative Wirthschaftspolitik sprach so­dann in klarer sehr wirksamer und durch vielfachen Beifall ausgezeichneter Weise Herr Graf von Kauitz, indem er hauptsächlich die Handelsverttäge beleuchtete. Wir verzichten darauf, die ausgezeichneten Ausführungen des Herrn Redners hier auszugsweise wiederzugeben, verweisen dagegen unsere werthen Leser auf das demnächst zur Veröffentlichuug gelangende Stenogramm. Den Schlußworten des Herrn Redners,

Als der Ausruf des Kindes ertönte, blickten beide erschreckt auf und Minna sprang empor, in tödt« licher Verlegenheit dastehend. Ueber deS Rittmeisters Antlitz zuckte die Flamme deS Jähzornes. Langsam erhob er sich.

Es ist gut, daß Du kommst," sprach er, sich zur Ruhe zwingend,ich habe soeben mtt Fräulein Minna eine Verabredung getroffen."

»Diese Verabredung iuteresstrt «ich sehr wenig," entgegnete Frau v. Santen.Du erlaubst wohl, daß ich Elftiede mit mir fort nehme."

Bitte noch einen Augenblick .... Fräulein Minna haben Sie die Güte, Elfriedchen fortzu­führen."

Elftiede bleibt bei mtt, Fräulein Minna ist nicht die geeignete Wärterin meines Kindes"

O gnädige Frau.*

Hier scheint ein Mißverständniß obzuwalten." unterbrach der Rittmeister das Mädchen. Gehen Eie nur, Fräulein Minna, ich werde Frau v. Santen zum Schloß zurückbegletten."

Das Mädchen entfernte sich mit gesenktem Haupte und warf einen scheuen Seitenblick ans Frau von Santen.

Auch Frau v. Santen wollte gehen.

Ich ersuche Dich »och einen Augenblick zu bleiben," ertönte die drohende Stimme ihres Gatten.Ich habe mit Dir zu sprechen."

DaS was ich gesehen habe," entgegnete Frau v. Sauten stolz,macht alle Worte überflüssig"

Ich bitte, nicht einen zu hohen Ton anzuschlageu. Deine Eifersucht auf das Mädchen ist lächerlich. Ich habe gesehen, daß Fräulein Minna eine vortreffliche Wärterin Elftiedeus ist und habe sie ersucht, die Pflege des Kindes zu übernehmen und mit uns »ach Berlin zu übersiedeln."

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Vom Parteitag der deutschen Konservativen.

Nachdem wir in zwei vorhergeheuden Artikeln die beschlossenen Resolutionen mitgetheilt und letztere eingehender besprochen haben, erübrigt es »och, auch über den äußeren Verlauf des Allgemeinen Parteitages der deutschen Kcnservativen zu Dresden, der in der ablaufenden Woche stattgefunden hat, zu berichten:

Programmmäßig trat zunächst am Dienstag in den späten Nachmittagsstundcn der Gesammtvor- stand der konservativen Partei zu einer Sitzung zusammen, in welcher die letzten Vorarbeiten für den Parteitag geleistet wurden. Die von dem engeren Parteivorstande vereinbarten und vom Elfer- auSschus'e acciptirten Resolutionen fanden einstimmige Annahme. Demnächst wurde über die kleine Zahl der von Parteimitgliedern eingegangenen Anträge verhau )elt. Es ergab sich, daß die meisten derselben sich mit dem Inhalt der erwähnten Resolutionen deckten, daß somit deren besondere Vorlage gegen­standslos geworden war. Einige Anträge aber mußten auf Beschluß des Gesammtvorstandes zurück­gelegt werden, weil sie sich nicht im Rahmen der Tagesordnung bewegten, also für Erörterungen im Parteitage nicht geeignet waren. Schließlich schritt die Vorstandsversammlung noch zu einer ErgänzungS- wahl für den Elferausschuß. Gewählt wurde an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Hofpredigers a. D. Stöcker Herr Professor Dr. Inner. Eine vertrauliche Anfrage des Elferausschusses an Herrn Superinten­denten Schmalenbach - Mennighofen wegen Annahme einer event. auf ihn fallenden Wahl ist leider abge­lehnt worden.

Die abendliche Vorversammlung in 6en für die Parteitagsmitglieder reservirten Sälen des königlichen Belvedöre auf der Brühl'schen Terrasse war glänzend zu nennen. Es waren zahlreiche Parlamentarier aus dem Reichstage wie aus dem preußischen und sächsischen Landtage anwesend. In zwangloser Aussprache vereinigte» sich die Pa:tei- genossen. Herr Hofrath Dr. Mehnert hielt unter lauf em anhaltenden Beifall die Begrüßungsrede. In ftoher und zuversichtlicher Stimmung sahen die Parteimitglieder, welche alte Bekanntschaften erneuerte» oder neue anknüpften, dem Hauptverfammlungstage entgegen. Sie konnten dies, wie der Verlauf des Parteitags ergab, auch mit vollem Rechte.

* *

Frau v. Santen stand sprachlos da. Sie sand keine Worte um ihren Ekel, ihre Verachtung auszu- drücken.

Nun," herrschte er sie an,bekomme ich eine Antwort!"

Aus Deine Zumuthnng habe ich keine Antwort, Die alte Dorothea genügt mir als Pflegerin meines Kindes am Allerwenigsten würde ich aber jenes Mädchen bei meinem Kinde dulden."

Dorothea wird alt und stumpf, außerdem ist sie eine gänzlich ungebildete Person."

Die Bildung und schlaue Verworfenheit jenes Mädchens besitzt sie allerdings nicht."

Ich habe die Erziehung unseres Kindes zu regeln. Ich werde Dorothea fortschicken, da ich Fräulein Minna engagirt habe."

Elfriede maß ihn mit einem stolzen Blick, sodaß er unwillkürlich die Augen niederschlng.

Ich werde es zu verhüte» wiffen," entgegnete Elftiede in vornehmer, hoheitsvoller Ruhe,daß meine Tochter der Geliebten ihres Vaters anbertrout wird . . ."

Sie ergriff das Kind fest bei der Hand und ent­fernte sich, ohne eine Blick zurück zu werfe». Der Rittmeister schien auf sie zustürzen zu wollen, doch ge­waltsam hielt er sich zurück, lachte kmz und höhnisch aus und schritt in der entgegengesetzten Richtung eilig davon.

Es ist gut so," murmelte er ingrimmig vor sich hin,die Feffel wird nachgerade unerttäglich."

Am Abend desselben Tages noch theilte Frau v. Santen ihrer Freundin Ulla mit, daß sie eine» Bries ihres Vaters erhalten habe, welcher sie an fei» Krankenbett rief: Frau v. d. Grotenburg bemühte sich vergebens, ihre Freundin zurückzuhalten.

(Fortsetzung folgt.)

und die ersten Eindrücke, welche das Kind vom Leben empfängt, find die bestimmenden für das ganze fernere Daseins. Es war die Pflicht der Mutter, ihr Kind vor diesem verderblichen Keim zu hüten und Ein­flüsse von ihm fein zu halten, welche des Kindes Seele und Herz für immer vergiften konnten. Be­stätigte sich Dortchen'S Verdacht, den nur zu deutlich die Worte der alten Dienerin verrathen hatten, dann durste keinerlei Rückficht mehr genommen werden . . ., bann galt es des Müdes reine Seele zu retten.

Der Goldfischteich lag an einer einsame» Stelle des Parkes, umringt von einem düsteren Tannenwäldchen. An dem eine» Ende des Sees befand fich eine kleine Grotte aus künstlichen Felsen, welche von Schlingge­wächse» überwuchert wurden. Es war ein kühler, feuchter Platz, welcher meistens einsam und verlasse» dalag. Eine düstere Sage knüpfte fich an de» Ort, vor langen Jahre» sollte sich die »»glückliche Gattin eines Baron v. d. Grotenburg in dem dunklen Wasser erttänst habe», da ihr Gatte sie ans das Schnödeste betröge» hatte.

Der« Weg führt in Schlangenwindungen durch dasDebüsch und das kleine Wäldchen, sodaß man erst unmittelbar vor der Grotte stehend einen Einblick in dieselben erhielt. So erschien auch Frau v Santen unvermuthet vor der Grotte, ohne haß die auf der Bank Sitzenden ihr Nahen bemerkt hatten. Die kleine Elftiede bemerfte ihre Mutter zuerst und lief mit einem ubelnden Ausruf:Mama! Mama!" auf sie zu. Fest nüefte Elfriede ihr Kind an fich. Was fie da vor ich sah, erfüllte fie mit Ekel und Entrüstung. Auf >er Bank saß ihr Gatte und die Zofe. Herr von Santen hielt Minna'S Hände in de» ©einige» und chie» eifrig auf das Mädchen einzureden, welches in augenscheinlicher Verwirrung die Augen niederschlng.

Marburg

Sonntag, 6. Februar 1898.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieser Blatte», sowie die Ann'mcen-Bnreanx von Haasenstein & Vogler in qq evt,

granffurt a. M., Cassel, Magdeburg «nb Wien; Rudolf O0. ^lMg.

Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. T,.,n6nn Daube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari, XtU^on °5-

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