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Redaktiox xnb Expedition: Markt 21.
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Berautworlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg.
Reich der Märchenwelt verwiesen. Der in Frankreich!» Um daS Wesentliche der Ehrlich'schen Theorie chemische Bindung erfahren müssen, so hat diese 2lw übliche Name „Mithridattsme" beweist freilich, daß, an einem concreten Beispiel anSeinanderzusehen, will nähme eine überraschend schnelle und glänzende Be-
stätigung durch das Experiment gefunden, und zwar bei einem Gift, welches so eigenartige Krankhests- erscheinungen macht, wie kein anderes, nämlich beim TetanuSgtst. Zunächst wurde unter der Einwirkung dieses Giftes, von dem man immer schon angenommen hat und aunehmen mußte, daß es auf daS Nervensystem einwirkt, eine mikroskopisch sichtbare Veränderung gewisser Ganglienzellen nachgewiesen, die von Wichtigkeit für die Thätigkeit der Muskeln sind. Das ist ein anatomischer Beweis für die spezifische Beziehung des TetanuSgiftes zum Nervensystem. Wenn aber die Ehrlich'sche Hypothese richtig war, so mußte auch erwartet werden, daß von den Zellen des Centralnervensystems das Tetanusgift chemisch gebunden und damst zum Verschwinden gebracht wird: und diese Deduktion ist in der Thal durch ganz einwandsfteie Versuche als richtig bewiesen worden.
Herr Dr. Ransow hat Tetanusgift in tödtlicher Dosis Tauben eingespritzt, und nachdem der Tod der Tauben an Starrkrampf erfolgt war, hot er die einzelnen Organe auf Giftgehalt untersucht. Ueberall fand er beträchtliche Giftmengen, bloß im Central- uerveusystem war keine Spur davon vorhanden, und als er dann das Rückenmark gesunder Tauben, Meerschweine und Pferde untersuchte, fand er darin in sehr ausgesprochenem Maße tetanusgiftbindende Substanz mit den schützenden Eigenschaften der bekannten Antüoxine. Diese letztere Thatsache ist ganz unabhängig auch von Dr. Wassermann im Koch'schen Institut gefunden und neuerdings publizirt worden.
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7.
Man kann tuberkulosekranke Rinder nach dem Prinzip der Koch'schen Tuberkulosebehandlung mit großer Stcherhest heilen, so daß sie dauernd gesund bleiben, wenn man die Einspritzung des Tuberkulosegiftes von anfänglich kleinen Dosen so weit steigert, daß schließlich solche Giftinjektionen gut vertrage» werden, welche ausreicheu, um gesunde Rinder zu tödteo. Für die Erreichung dieses Zweckes bedarf eS sehr starker Gifte, welche die Wirkung teS Koch- schen Tuberkulins um ein Vielfaches übertreffen. Hat man tuberkulöse Rinder gegen eine Giftdofis immunisirt, die ungefähr dem Werth eines ganzen Liters von dem Koch'schen Tuberkulin entspricht, also gegen eine mehr als tausendfach größere Giftdofis, als wie sie im günstigsten Falle bis jetzt in der Tuberkulosebehandlung des Menschen verwendet worden ist, dann enthält das Blut der Rinder Tuberkulose- Antitoxin, und wir werden nicht fehl gehen, wenn wir den im Laufe der Giftbehandlung sich vollziehenden Theilprozeß auf das im Blute auftretende Antitoxin zurückführen. Dieses Tuberkuloseantitoxin fängt die von de» Tuberkelbacillen stetig abgesonderten Giftmengen ab, veuttalisirt sie und verhindert die krankmachende Zellenvergiftung. Die Tuberkel bacillrn sind jetzt ihrer stärksten Angriffswaffe beraubt, und die lösenden, aufsaugende» und ausscheidendcn Kräfte des Organismus könren sich nunmehr unge-
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hst.29.
vor zwanzig Jahren durch die P a st eur'sche Milz- brandimpfung. Indessen hier sowohl, wie bei der Pockenimpfung und beim Mythridatisme handelt es sich nicht um eigentliche Heilwirkungen; der krankmachende Stoff muß hier vor dem Eintritt der zu bekämpfenden Krankheit gegeben »erden; nachher hat er keine heilbringende, sondern eine schädliche Wirkung.
Zur Erklärung der Jcnner'schen Pockenimpfung und der Pasteur'schen Milzbrandimpfung half man sich mit der Annahme, daß die Keime des ad- geschwächten JufectionestoffeS einen zum Leben der Krankheiterreger nothwendigen Stoff im Körper aufzehren, so daß dieselben bei ihrer spätere» Einwanderung keinen geeigneten Boden für ihr Wachs- thum, vorfinden. Diese Erschöpfungs- oder Def.ct- theorie konnte aber nicht mehr stavdhalten vor einer vorurtheilsfreien Kritik, als experimentell gezeigt wurde, daß von einem Verschwinden' irgend welcher Nährstoffe auS dem immunifirten Körper gar nicht die Rede sein kann.
Ich kann hier nicht eiogehen auf die unzähligen andern Hypothcsenbildungen von berufener und unberufener Seite, die meist nur ein ephemeres Dasein geftist-t, haben und wende mich statt deffen zu den neueren Versuchsergebnissen, welche nicht bloß das »Problem der isopathischen Schutzwükung, sondern
auch das der isopalhischen Heilung in eine hellere Beleuchtung gerückt haben.
Zwei Entdeckungen find da obenan zu stellen. Erstens die Entdeckung, daß nach dem Ueberstehen einer Vergiftung mit Mikrobengiften im Blute Gegen- gifte, die sogenannten Antitoxine, auftreten,und zweitens die Entdeckung, daß bet einigen Krankheiten, beispielsweise bei _ der Cholera und beim Typhus, sich solche Stoffe im immun gewordenen Organismus vorfinden, welche die Cholerabacillen und die Typhus- bacillen auflösen und abtödten.
Mit dem Nachweis der autttoxischen und anti- bacteriellen Körper im immunifirten menschlichen und thierischen Organismus war zunächst ein ganz unerwartetes Erklärungsprincip für die Thatsache der Selbstheilung von Jnfktionskrankheiten und für die Entstehung der Immunität nach der Behandlung mit JnfectionSstoffeu gegeben. ES war damit ein Kunst- griff der Naturheilkrast aufgedeckt worden, den wir ihr In der Serumtherapte sogar nachzuahmen gelernt haben, indem wir die fertigen antitoxischen und antibacteriellen Säfte auf andere Individuen zu Schutz- und Heilzwecken übertragen.
Aber die Frage nach der Entstehung der Antt- körper, mit Hülfe deren der lebende Organismus krankmachende Keime und Gifte unschädlich macht, blieb zunächst ungelöst. Wir wußten zwar, daß wir willkürlich durch wiederholte und immer gesteigerte Zufuhr der Jnfectionsstoffe eine Zunahme der Antikörper int Blute bewirken können, und die Technik in Bezug auf die Gewinnung und praktische Ver- werthung derselben wurde immer mehr vervollkommet. Indessen der Mechanismus des Zustandekommens der vom lebenden immunifirten Organismus gelieferten Schutz- and Heilstoffe blieb ebenso in mystisches Dunkel gehüllt, wie die wunderbare Eigenschaft derselben, welche darin besteht, daß jeder Antikörper zu nichts in der Welt sonst Beziehung hat, als bloß zu dem JnfectiouSstoff, mit dessen Hilfe wir ihn im lebenden Körper erzeugen. Der Avttköiper im Diphtherieserum wirkt ausschließlich auf das Diphtheriegift, auf kein anderes Gift sonst, und wir haben gar kein Mittel, ihn anders zu erkenne», als durch die Aufhebung der diphtherittschen Vergiftung. Und das Richard Pfeiffer'sche Choleraserum löst zwar die Kommabacillen der Cholera auf und tödtet sie ab, läßt aber selbst diejenige» andere» Bacillen ganz unbeeinflußt, welche mikroskopisch und culturell den < Kommabacillen der asiatische» Cholera außerordentlich nahe stehen.
Von dem Moment ab, wo diese Erkenntniß ge- ichert war, vom Jahre 1890 ab, dattrt das Suchen rach giftwidrigen Mitteln; und seit dieser Zeit unter« cheiden wir unter den Mitteln, die unter das ätiologische öeilprincip fallen, neben den antiparasttären, die antitoxischen als wahlberechtigte Sondergruppe.
M. D. u. H.l Was ich Ihnen bis jetzt über die Heilprincipien, welche ix der practischen Medicin zur Verwendung kommen, vorgettagen habe, genügt aber noch nicht, um Ihnen die modernen Heilbestrebungen auf dem Gebiete der inneren Medicin auch nur einigermaßen vollständig vorzuführen. Namentlich die Tragweite des isopathischen Heilprincips ist gegenwärttg so groß geworden, daß Sie eixj ganz unzutreffendes Bild von der heutigen Medicin bekommen würde», wen» ich auf die genauere Besprechung desselben verzichten wollte. Die Koch'sche Tuberkulin- behandlung der Tuberkulose, die Pasteur 'sche Tollwuthbehandlung, die Jenner'sche Pockenimpfung, alle unsere Thierimmnnisirungen zum Zweck der Gewinnung von Heilkörpern, alle diese therapeutischen Leistungen und Bestrebungen fallen unter das iso- pathische Heilprincip. Im innigsten Zusammenhang mit demselben steht auch die Organtherapie, von welcher ich als allgemeiner bekanntes Beispiel nur die Schilddrüsenfütterung bei der Basedow 'scheu Krankheit und bei anderen Krankheitsformen, welche mit Störungen der Schilddrüsenfunction in Zusammenhang stehen, hier anführen will. Und schließlich ist auch die Selbstheilung vieler Krankheiten nur zu verstehen bei richtiger Würdigung des isopathischen Heil princips. Da ist es wohl der Mühe werth, etwas genauer zuzusehen, was dasselbe eigentlich bedeutet, und wie wir es zu erklären haben.
Der Sinn des isopathischen Heilprincips wird am prägnantesten wiedergegeben durch einen Satz, der sich schon in den Schriften des Hippokrates vorfindet und folgendermaßen lautet: .Daflelbe, was die Krankheiten erzeugt, heilt sie auch." Unglaublich
hindert in der Beseitigung der ungiftig gewordenen Tuberkelbacillen bethättgen. Die toeitere Rückkehr zum gesunden Zustande ist dann genau so zu verstehen, wie wenn ein antttoxinbehandeltes diphtherie- krankes Kind nach der Beseittgung des Diphtheriegiftes der Genesung entgegengeht.
Soweit hat die Sache nichts Unerklärliches und Wunderbares für uns. Die Schwierigkeit des Verständnisses der Tuberkuloseheilung durch allmähliche Giftzufuhr beginnt aber sofort, wmn wir fragen, wo den» während der Giftbehandlung das Tuberkuloseantitoxin herkommt. Wenn man da antworten wollte, eS sei ja eine ganz bekannte Thatsache, daß nach systematisch gesteigerter Gistzufuhr, z. B. bei der Pferde ^Handlung mit Diphtheriegift, Antitoxin in das Blut gelangt, so ist einmal durch den Hinweis auf analoge Fälle noch keine Erklärung der Thatsache gegeben, und andererseits werden wir sofort vor die weitere Frage gestellt, warum denn das von den Tuberkelbacillen des tuberkulösen Rindes fortwährend abgesonderte Gift nicht an st» schon zur Antttoxinproduktion führt und wie durch ein Plus von demselben Gift, welches wir als wesentliche Ursache der schon bestehenden Krankhett ansehen, statt einer Verschlimmerung des Krankheitszustandes eine Besserung bewirkt werden kann.
Alle bisherigen Versuche, diese Fragen befriedigend zu beantworten, waren gescheitert, bis Ehrlich eine neue Hypothese in die Erklärungsversuche einführte. Der Hauptinhalt der Ehrlich'schen Hypothese läßt fich mit folgenden Sätzen wiedergeben.
1. Das Tuberkulosegift ist krankmachend nur für solche Individuen, welche eine das Tuberkulosegift chemisch bindende Substanz in lebenden Zellen oder lebenden Geweben besitzen.
2. Wenn die giftbindende Substanz aus den lebenden Körpertheilen in die Blutflüssigkeit gelangt, dann wird sie znm schützenden und heilenden Antitoxin.
Noch kürzer läßt fich die Ehrlich'sche Hypothese folgendermaßen zusammenfassen: „Dieselbe Substanz im lebenden Körper, welche, in der Zelle gelegen, Voraussetzung und Bedingung einer Vergiftung ist, wird Ursache der Heilung, wenn fie fich in der Blutflüssigkeit befindet." Dieser Satz erinnert lebhaft an den hippokratischen Ausspruch: „Dasselbe, was Krankheit erzeugt, heilt sie auch", mit dem großen Unterschied jedoch, daß der hippokratische Satz rein dogmatisch formulirt ist, während Ehrlich's Behauptung der naturwiflenschaftlichen Analyse und experimentellen Untersuchung zugängig ist.
Was den ersten Theil der Ehrlich'schen Hypothese betrifft, daß nämlich die von Bakterien abstammenden Stoffe, wenn sie giftig für ein Individuum sein
Marburg
Dienstag, 1. Februar 1898.
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eschäften
öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain
Druck und Beklag Joh. Ixt- Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei in Marburg, Jllnftrirtes Sonntagsblatt
klingt der Inhalt dieses Satzes und als widersinnig wurde et oft hingestellt. Viel Unheil auch hat er in manchen Köpfen anpericht. t, die ihn als Dogma in ihr Denken aufnahmen nach dem Wort „credo quia absurdum“, und d-r Rest von Mysticismus und Aberglauben, welcher in der Medicin zurück geblieben ist, steht in ziemlich engem Zusammenhang mit der mißverstandenen Aufnahme dieses hippokratischen Satzes in die Homöopathie. Als einziges beglaubigtes Beispiel für seine Geltung kannte man lange Zeit bloß die Schutzwirkung der Pockenimpfung. Was aus alter Zeit über isopathische Therapie berichtet I Der Versuch, in daS Wesen dieser geheimniß- wurde, z. B. daß der König Mühridates Gifte in' vollen Dinge einzudringen, schien fast gänzlich anS- allmählich gesteigerter Dosis zu sich nahm, um sich j sichtslos, als in neuester Zeit Prof. Ehrlich eine an dieselben zu gewöhnen und dadurch der VergistungS-! Theorie bekannt gab, welche geeignet ist, auch dieses gefahr zu entgehen, wurde mehr oder weniger in das! Dunkel aufzuhellen.
Reich dex Märchenwelt verwiesen. Der in Frankreich
Festrede •
Vts Herrn Geheimen Medizinal-Rath Professor Dr. Behring
am 27. Januar.
(Schluß.)
Dieser Lister'sche Gedanke, welcher seinen Ausgang nahm von der Hypothese, daß in den Wund- krankheiten das krankmachende Agens von außen stammt imb durch lebende Mikroorganismen repräseniirt wird, ist jetzt so populär geworden, daß man kaum noch sich vorstellen kann, wie eine so einfache Ueberlegmig in ihren Consequenzex die Chirurgie von Grund aus umgestalten konnte. Und doch hat Niemand vor 40 Jahren vorausgesehen, daß Eröffnungen der Gelenk- höhlen und aller Körperhöhlen, die früher selbst für die geübtesten Operateure das größte Wagniß be- deuteten, jemals so gefahrlos werden könnten, daß man fie unbedenklich sogar zur bloßen Feststellung einer zweifelhaften Diagnose vornehmen darf. Heutzutage fühlt der Chirurg sein Gewissen belastet, wenn ihm zu einer selbstgeschaffenen Wunde eine Wnndkrankheit hinzutritt, während früher die Heilung mit vorausgegangener Granulationsbildung und Siterung als die Regel galt. Das ist sicherlich ein großartiger Umschwung und ein gewaltiger Fortschritt, und alles daS verdanken wir der confequenten Durchführung des ätiologischen Heilprincips in der Chirurgie. Hat die innere Medicin AehulicheS für die Zukunft zu hoffen?
M. D. u. H.! Als ich vor nunmehr zehn Jahren in Bonn im pharmakologischen Institut des Professor Binz, des eifrigften Vorkämpfers der ätiologischen Therapie, meine experimentellen Studien über die Heilbarkeit von bacteriellen Jnfectionskrankheiten begann, da war die Hoffnung noch nicht ausgeschloflen, daß unter der großen Zahl von bacterienfeindlichen Mitteln sich auch eines oder das andere finden würde, welches bei der Tuberkulose, bei der Diphtherie, beim Milzbrand und anderen gut bekannten Bacterienkrank- beiten dieselbe Rolle spielen könnte, wie das Chinin bei der Malaria. Diele Hoffnung hat mich und viele andere Untersucher getäuscht. Es darf fast als ein Gesetz betrachtet werden, daß die lebenden thierischen und menschlichen Körperzellen um ein Mehrfaches empfindlicher sind gegenüber den Desinfektionsmittel», als die bis jetzt bekannten Batterien, so daß, ehe die Batterien durch ein Desinfettiousmittel abgetödtet ober am Wachsthurn im Blute und in den Organen verhindert werden, der infieirte Thierkörper schon vorher von diesem Mittel getöbtet wirb. Der Pessimismus derjenigen, die voraussagte», „eine DeSinfettion am lebenden Organismus ist für alle Zetten unmöglich", schien danach nur zu sehr gerechtfertigt zu sei», und wie wenig da der Hinweis ayf die Chininwirkung als Gegenargument Eindruck machte, das kann man fich leicht vorftellen. Einerseits handelt eS sich bei der Malaria um Parasiten, die mit den Batterien nichts zu thun haben, und andererseits fehlt ja auch jetzt noch immer ein zwingender Beweis für die Zu- rückführung der Chininwirkung auf seine Eigenschaft als ättologischeS Antidot.
Thatsächlich hat daS ätiologische Princip in der inneren Medicin erst eine Umgestaltung erfahren mfiffen, ehe eS bei baeieriellen Allgemeininfeetionen practisch verwerthbar geworden ist. Erst seitdem wir auf die Abtödtung der krankheiterregenden Batterien verzichten, und statt deffen die Batterien gifte unschädlich zu machen suchen, ist es gelungen, Mittel aufzufinden, welche die Zellen und Organe des kranken menschlichen urd thierischen Körpers unberührt laffen und bloß die von außen stammende Krankheitsursache treffen. Im Diphtheriesemm und im Tetanussemm besitzen wir jetzt schon solche Mittel. Die Diphtheriebacillen wachsen ungehindert im Diphtherieheilserum, und wenn fie trotzdem durch dasselbe ganz unschädlich werden, so geschieht das einzig und allein deswegen, Weil ihnen durch ihre Entgiftung die Waffe entrissen wird, durch welche fie gefährlich werden. Mit solchen Bacterienarte», die für den Organismus, in welchen sie eindringen, ungiftig sind, wird derselbe ebenso leicht fertig, wie mit den unzähligen Batterien, bte wir tagtäglich mit den Nahrungsmitteln in uns auf» uehmeu.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese« Blatte-, sowie die Amwncen-Bureaux von Haasenstein & Vogler in nn Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf du. ^UDlQ.
Mofle in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L.
Daube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris Telephon 5o.
in der medicinisch n Wissenschaft das Gedächtniß für ich auSgehen von einer, die Tuberlulosebehandlung be- diese Art des Gistschutzes noch nicht ganz geschwunden' treffenden Thatsache, welche in unseren Marburger war. Lebhafter erregt wurde aber das Wissenschaft- S Thierversuchen im Laufe der letzten Jahre wieder- liche Interesse an der isopathischen Schutzwirkung erst holentlich festgestellt worden ist.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und
Hfl 6)ß Feiertagen. — Quartal-Abonneuients-Preis bei der Expe-
•JiS. äv bitten 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl.
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