Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», iowie die Ann-mren-Bureanx von Haasenstein & Vogler in qq Frankfurt a. Öl., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Ou. 01)1(1. Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C L. V
Daub« & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Partt TÄephon 5o.
SßechM ZÄMg
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Jlluftrirtes S-nntagsblatt. • * * tSÄ— ”■
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und ..f.
HjA OK Feiertagen. — Quartal-Abo,memems-Prcis bei der Expe- ■ M1’ 1J111’H
•/IS. bitten 2 SH., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl.
Telephon 65 Bestellgeld). Jnserttonsgebühr für die gespaltene Zeile Qß 1QQQ
pder deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg. VvNNIUg, OV. ^MMUr 10)70.
MM" NeubesteLungen auf die „Oberhessische Zeitung" für die Monate Februar mck März 1898 weidenivon sämmt- lichen Post »«Halten und Briefträgern, unseren Zeitungsbotes, foroi- in der Expedition, Markt 21, noch fortwährend angenommen.
Eine österreichische PreßstimMe.
Anknüpfend an das dem F l o t t e n g e s e tz entgegengestellte Gerede von .uferlosen FlottenplSnen" äußert das „Wiener Frerndenblstt":
.Allgemein wurde das Schicksal der FlottenplLne für sehr ungew ß gehalten und man vernahm schon vom Beginn jenes Spiels von Angebot und Zuschlag, mittelst welchem Regierungen von wenig Kraft und kurzem Blick die Parteien und Fraktionen um die nächste Ecke henrmzuloo sen suchen. Die Frage ward laut, welchen Preis die Reichsregierung für die Annahme ihrer Entwürfe de» entscheidenden Fraktionen des Reichstags zahlen oder doch zu mindest anbieten gab versprechen würde.
Da kam Kiaotschau. Deutschland horchte auf. Endlich eine That! Das Deutsche Reich hatte kräftig zugegriffen auf einem GeZet, daS durch fremde Anstrengungen und f-emdeS Blut vorbereitet worden »ar, und erwarb ohne irgendwelche Opfer im Fluge ei» Terrain, das für Deutschlands Handel von der unermeßlichsten Bedeutung sein wird. Krtegskundige wollea außerdem in der Festsetzung auf der Landzunge von Shantung ein strategisches Mcistei stück ersten Ranges ervlickcn, das in den wahrscheinlich bevorstehenden Wirren in und um den fernen Osten Deuffchland eine ganz hervorragende, heute noch kaum andeutbare Stellung geben wild. Die anfängliche ZwZfelmeierei ängstlicher deutscher Besserwisser verflog rasch vor der Eoidenz, daß die Reichsregierung die Aktion vortrefflich eingeleitet und derart gesichert hatte, daß Verwicklungen und weitergehende Schwierigkeiten ausgeschlossen sind. Rasch schlug die Stimmung um; mehr kann man von einer Regierung »icht verlangen, als daß sie ohne Risiko und ohne Opfer rasch große Erfolge erzielt, die Niemand an- z»tasten 03er zu vestrctten denkt. Endlich waren auch die starrsten Refraklaire besiegt.
Aus den lärmenden Geschäftssierteln der Hansestädte, auS den reinlichen, blühenden Städten und Städtchen am Rhein, vom flachen, mageren Lande
(Nachdruck verboten.)
W e r a n n f.
Roman von O. Elster.
(Fortsetzung.)
Ihr war so dumpf und schwül zu Sinn, als ob ße ersticken sollte. Die erste Zeit ihres Aufenthaltes a Schloß Grotenburg hatte sie sich leicht, frei und glücklich gefühlt; sie hatte ihre Reise, ihr Alleinsein ÄS eine Befreiung von einem Zwange empfunden, dem ße in Berlin unterworfen war, obgleich sie dort an ta Seite ihres Gatten auch in vollster Einsamkeit gelebt hatte. Settdem war aber ein Ereigniß einge« treten, welches ihre Unbefangenheit zerstört, ihren Stolz gedemüthigt und ihre sichere Halttrug gebrochen hatte. Dieses Ereigniß mußte auch in ihrem Ber- hältniß zu dem Gatten eine Aenderung hervorbringen. Sie hatte keine thatsächliche Schuld auf sich geladen, »der schon, daß sich ihre Gedanke» mtt Arno be- schästi-t, empfand ihre feinfühlige Seele als Schuld. Sie vermochte ihrem (Satten nicht mehr so frei und offen, wie früher in das Auge zu sehen. Sie hatte abgeschloffen mit jenem Gefühl, welches sie zu Arno gedrängt, aber sie kämpfte noch mtt dem Entschluß, *>ie sie ihrem Gatten gegenüvertreten wollte.
Und wieder trug der Edelmuth ihrer Seele den Sieg über die egoistische» Regungen ihres Hebens havou. „Vielleicht," so flüsterte sie mit bebenden Lippe», „trägt Dein Herdes, verschlossenes Wesen die Schuld, daß Dein Gatte sich von Dir zurückgezogen hat. Du haft niemals versucht, sei» Wesen zu ver- ßrhe», Du hast stets gefordert, daß sich Kurt Dir
an der Elbe und Oder, wie aus den prächtigen Ackerstrecken Thüringens und der bayerischen Lande, von überall her scholl der begeisterte ober, was noch besser fft, trocken erwägende und schaif bejahende Ruf: Sa, e s i st gut so, wir wollen, wir brauchen eine starke Flotte zum Schutz des gewaltige» Handels, den der Segen deutscher Siege dem Reiche beschiedeu hat. Seit vielen Jahren war die Stimmung int Deutschen Reich nicht annähernd so cinmüthig, so bedingungslos für die Regierung, hinter der doch immer miet er der Kaiser -selber steht, unb das Ergebniß allenfallfiger Neuwahlen zum Reichstage würbe ohne alle Frage eine überwältigenbe Majorttät für bie Regierung sein. Nach menschlicher Voraussicht erscheint ber Erfolg ber Flottenvorlage gesichert. Das Alles war das Werk weniger Wochen uud wurde ohne irgend welche Opfer und ohne die leiseste Gefährdung oder auch nur Schwankung der Reichspoliiik erreicht.
Dieses Musterbeispiel praktischer Polittk regt ganz außerordentlich zum Nachdenken an. Ohne Zweifel hat der kühne Griff »ach Kiaoffchau Deutschlands Interessen gefördert, sein Ansehen unb seine Stellung in ber Welt vermehrt, bas deutsche Selbstbewußffein gehoben. Eine nationale Thai, wie biefe, schweißt im Lande zusammen, was widerstrebend und widerhaarig war, und beugt Alles neuerlich unter die Autorität ber Regierung, ohne es fühlen zu lassen, ohne cs zu begehren. Die Stellung ber Regierung ist im Innern eine weit stärkere geworben als früher, das ist der köstliche Reflex ihres AufttetenS außerhalb des Reiches, weil es vom Erfolge gekrönt war. Es ist daS eine große Kunst. Man braucht nicht zu übertreiben und den Erfolg von Kiaotschau mit dem von 1866 und 1870 71 zu vergleichen in seinen Wirkungen auf die fortschreitende Bildung ber brutschen Nation, allein baS ist nicht zu verkennen, baß diese Aktion im richtigen Augenblicke geschah und namentlich im Innern wohlthätig gewirkt hat. Die Menschen find in der Maffe so dankbar! Ein Wort, das, an den Einzelnen gerichtet, wirkungslos bleibt, wirkt, in die Maffe geworfen, wie Zunder, und noch mehr ist dies auf dem Felde der That der Fall. Für eine nationale That, die vom Geschichtschreiber kommender Jahrhunderte kaum als Episode angesehen und verzeichnet werden wird, ist die Gegenwart dankbar, erwärmt, begeistert sich an ihr, ein Volk schließt sich in solchem Falle noch enger aneinander. Und das ist in einem Staate, wie das neue Deutsche Reich, eine gewaltige Nothwendigkeit, darum, sie zu begreifen und ihr gerecht zu werden, eine große Sache. Ja, eine That. WaS das aufdringlichste Hervorkehren der „Staats-
ist leichtsinnig, aber er hat Dich doch einst geliebt, er liebt unser Kind noch immer — versuche, ehe es für immer zu spät ist, um Deines Kindes willen eine Verständigung anzubahnen, komme ihm liebevoll und sanft entgegen. Vielleicht kann noch alles gut werden."
Sie setzte fich au das Fenster und warttte, bis ihr Gatte kommen würde, deffen Zimmer neben de» ihrige» lag, und mit diesem durch eine Thüre verbunden war.
Stunde» vergingen. Mitternacht war längst vorüber, als ber Rittmeister in sein Zimmer trat. El- friebe hörte, wie er feinen Reisekoffer öffnete, um einige Kleibuugsstücke herauSzunehmen.
Sie erhob fich. Mtt schwankenben, zögernden Schritte» ging ste zu der Verbindungsthüre. Mtt bebender Hand ergriff sie die Klinke. Sie athmete tief auf. Ihre Linke preßte stch fest aus daS erregt pochende Herz. Ihre Wangen überzog geisterhafte Bläffe. Sie zwang die Erregung gewattsam nieder und öffnete die Thüre.
Der Rittmeister blickte erstaunt auf.
.Ah," sprach er gleichgültig, „Du bist e». Ich glaubte Du schliefest schon."
Er beugte sich wieder zu dem Koffer nieder.
„Kann ich Dir bei bei bem Orbnen Deiner Sachen behülflich sein?" fragte sie stockenb, inbem eine glühende Röche ihre Wangen stberftog.
Herr v. Santen bettachtete sie aufmerksam, während ein spöttischer Lächeln über sei» rotheS Antlitz
zuckte. Dau» trat er näher an seine Gattin heran.
vrd Deiner LebenSauffanung anschli ß-u solle. Du
Deine Aufmerksamkeit überrascht mich," ent«
---------------„------ --1 gegnete er, »ährend fein großes, schwimmende» Auge hattest bie Pflicht, zu versuchen, ob Du nicht seinesbie schlanke bebenbe Gestatt mit gierigem Blick ,» «affaffungen theileu konutest. Er ist nicht schlecht, er! ««fassen schien. „Du mußt mtt diese Uebeiraschung
notl Wendigkeit", waS bie bestgemeintesten Appelle an das Staats- unb Volksgefühl nur langsam unb un vollkommen, zuweilen gar nicht erreichen, da» vollbringt bie entschiedene, klug unb geschickt angesetzte That. Mit Initiative ohne rauhe Griffe finb Völker leicht zu führe». Allein ba muß bie Initiative sein, bann wirb sie auch anerkannt «erben, währenb daS Predigen von Vernunft ohne wirkliche That den Maffe» gegenüber meist wenig Wirkung thut. Das erkannt und im richtigen Augenblicke handelnd eingegriffen zu haben, ist ein Beweis großen politischen Talents. Man weiß, wo eS in diesem Falle zu suchen ist: Beim Deutschen Kaiser selbst, der nach Hohenzollern-Art auch jetzt wieder verstanden hat, sei» zögerndes Volk mit kräftigem, dabei doch geschmeidigem Griff auf der Bahn kriegerischer und nationaler Entwicklung ein Stück vorwärts zu bringen."
Umschau.
Die „Hamburger Nachrichten" widmen dem Geburtsfeste des Kaiser» eine Betrachtung, die den erfreuliche» Beweis liefert, daß die Stimmung zwischen Berlin und F r i e d r i ch s r u h sich wärmer und fteundlicher gestaltet hat. Wir entnehmen derselben folgende Bemerkungen, die hin und wieder mit einer Krstik zu begleiten bei diesem Anlaß wohl überflüssig sein wird: „Kaiser Wilhelm II. herrscht nicht nur, et regiert auch. Deßhalb ist es bei ihm kaum möglich, die herkömmliche staat-rechtliche Fiktion aufrecht zu erhalten. Es ist deßhalb auch schwer, ihn an feinem Geburtstage losgelöst von der Politik des Landes als Staatsoberhaupt an fich zu feiern, etwa wie die Engländer ihrer Königin huldigen. Es flieht Situationen, wo dies dennoch geschehen muß, und wir selbst waren in der Lage, bei festliche» Anläss n in Gemäßheit des formalen Lerfassungsrechts zwischen dem Kaiser und ber Politik, die von seinen Ministern verantwortlich geführt wurde, zu unterscheiden. Aber es ist dies doch eine unnatürliche, innerlich widerspruchsvolle und unerquickliche Situation; es gewährt ein Gefühl der Befreiung, wenn man auf diesen Nothbehelf verzichten und den Kaiser nicht nur in abstracto feiern kann, sondern als daS, was er in Wirklichkeit ist, als thatsäch- lichen Führer der Nation und Lenker der Geschicke Deutschland». Daß wir zu der Möglichkeit gelangt find, dies zu können, bafü1" find wir dem Monarchen in erster Linie Dank schuldig, denn wir find der Ansicht, daß seine Hanttungen und Entschließungen, durch bie wir in biefe Lage gekommen
verzeihe», ich war an solche Aufmerksamkeit fett langer Zeit nicht mehr gewöhnt."
Elfriede senkte bie Ange». Sein glänzenber Blick, sein rotheS gedunsenes Gesicht, seine fich überstürzenben Worte verrietüen ihr, baß er bem Wein in überreichem Maße zugesprochen hatte.
„Vergicb mir, Kurt," sprach ste leise unb sanft, „toenn ich — wenn in letzter Zeit zwischen uns nicht Alle» so war, wie es sein sollte — waS an mir liegt, soll es anders werden — Du sollst mtt mir zufrieden sein. . . .'
Zaghaft lächelnd erhob ste da» Auge zu seinem weingeröthete» Geficht und strecktt ihm bie Rechte entgegen Er schien biefe Bewegung indessen nicht zu bemerke», sondern verwandte keine» Blick von ihrem Antlitz, da» die Regungen ihrer Seele deutlich wieder- fptegelte.
»Weist Du die Hand der Versöhnung zurück, Kurt?" fragte sie mild.
,AH — nein — Pardon! — Gewiß nicht. . .
Er ergriff hastig bie schmale Hand seiner Gattin, betrachtete fie ein Weile nachdenklich, bann zog er sie plötzlich an seine Lippen.
»Weißt Du," sagtt er bann lachend, „ba» ist eigentlich ei» derbammt vernünftiger Gedanke von Dir! Hier auf ber Grotenburg wird'» doch zuweilen recht langweilig werden, da hilft einem denn bie alte Liebe über manche Stuube hinweg . . ."
„Kurt 1"
Ihre Hand zuckte in ber feinen, al» wollte sie fich ihm gewattsam entteißen. Seine ftivole» Worte schmerzten Elfriede tief.
„Ah, Pardon," sagte er rasch. „Ja, ja, ich vergaß .. . Du liebst ja diese Art z» sprechen nicht. .. aber, Kind, über bie thörichteu Jngendfaseleieu sind
find, dem Vaterlande zum Heile gereiche». Wen» jetzt das deutsche Volk wieder von einem höhere» Geiste beseelt ist, als es noch vor kurzem ber Fall toar, wenn ber nationale Gedanke sich wieder kräftiger regt, das Vertrauen zum Staate und zur Regierung fich sichtlich hebt, toenn die deutsche Unternehmungslust demgemäß nen<n Aufschwung nimmt, so führen wir das in der Hauptsache darauf zurück, daß es der Kaiser verstanden hat, die Wege wieder aufzufinden, auf denen allein zu d>m Ziele zu gelangen ist, daS uns allen vorfchwebt: zur Erhaltung unb Förderung von Reich und Volk in ihrer jetzige» politischen und wirthschaftlichen Machtstellung, zur Wohlfahrt, zum Blühe» und Gedeihen Deuffchland» auf allen Gebieten. Die unheimlichen Erscheinungen, die un» früher die Festesfreude am Kaiserlichen Geburtstage zuweilen trübten, haben aufzuhören begonnen. Wir dürfen uns der Hoffnung hingeben, daß von der jetzt eingefchlagenen Politik so leicht nicht wieder abgewichen wird. Tie» alles wäre nicht möglich gewesen, ohne daß der Karser gewollt hätte. Dafür, daß er dies gethan, sprechen wir ihm ehrerbietigst Dank und Anerkennung aus. ES giebt Fehler, die nicht zum zweiten Male gemacht werden, unb wir rechnen sowohl auf bie hohen intellectuellen Eigenschaften be8 Monarchen, auf seine Erkenutniß dessen, waS nützlich und was schädlich für Deutschland ist, als auch auf die ihn bestimmenden psychologischen Momente. Die Geschicke Deutschlands werden »ach menschlicher Voraussicht noch über ein Menschenalter hinaus von ber Entwickelung Kaiser Wilhelms II. als Monarch und Charafter wesentlich beeinflußt werben; Grunb genug für alle Deutschen, bafür zu sorgen, daß Kaiser unb Volk in ihrem Empfinden und in ihren Aussaffungen ein» bleiben.
Die „Freifinnige Zeitung" zählt „die Restauration des Reichstages" zu den „schwierigen Fragen für die innere Verwaltung des Reichstages". Der Umstand, daß der Restaurateur bei ber Diäten- lofigkeit und ber geringen Präsenz nicht auf bic Kosten komme, zwinge zu ber Atterrative, entttfber aus der Reichskaffe Zuschuß zu gewähren zur Verpflegung der Reichstagsabgeordneten im ReichstagSgebäude, ober endlich denselben Diäten zu bewilligen. — Man sieht, wie tief in den Augen der „Freisinnigen Ztg." der Parlamentarismus gesunken ist. Vielleicht erinnert fich daS Organ des Herrn Richter der Zeit, wo trotz Diätenlofigkeit und ohne Verpflegungszuschuß Reichstag — wie Restaurant gut besetzt waren. Wir geben keineswegs die Hoffnung auf, daß eine solche
wir beide hinan» ... ich gestehe, ich war grenzenlos dumm, zu vergeffen, daß ich eine so hübsche, reizende Frau habe ..."
Er küßte wiederholt ihre Hand und versuchte «Ifriebe an fich zu ziehen.
Elftiede schauderte zurück.
Sollte die Versöhnung in dieser ftivolen Laune geschloffen werden? Dann konnte fie von ihm nicht ernsthaft genommen werde»! Dan» war alle ihre Hingebung nutzlos! Ihr Opfer toar vergeblich gebracht worden!
Mit rascher Bewegung entzog fie sich seiner Um- armung unb befreite ihre Hand.
Herr v. Sauten lachte spöttisch auf.
„Noch immer spröde?'
„Kurt," entgegnete fie mtt bebender Stimme unb ftammenben Auge», „höre mir zu. ES widersteht mir, in diesem Augenblicke zu scheuen. WaS ich sage, ist mein heiliger Ernst und ich bitte Dich, mich ruhig auznhören und meine Worte genau zu überdenken .... um unsere» Kindes w len bitte ich Dich . . .!"
„Da» klingt ja ganz feierlich. Nun denn, ich höre!e
Ec warf fich aus daS Sopha, ließ den langen Schnurrbart durch die Finger laufen und bettachtete fie mtt aufmerksamen Blicken. Er war Kenner genug, um zn sehen, daß seine Gattin v. vollendeter Schönheit toar. Aber di-se Schönheit war von einer etfigeu Kitte nnd Kurt v. Santen liebte da» Prickelnde, da» Lebhafte, ba» Neckische und Frivole. Er war nicht der Pygmalion, welcher diese schöne Statue zu warmem Leben hätte erwecken könne».
G«ffetz«g folgt.)