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gefunden, nebst einer alten Pferdedecke und unter Mitnahme dieser Sachen dem Flüchtigen de» Weg abzuschneiden versucht. Einige Minuten später habe ihm dieser auch wieder bett Weg gekreuzt und nun hätte er „Halt" gerufen. In diesem Augenblicke wäre es ihm bestimmt so vorgekommen, als ob es der Eigenthümer des Gewehrs, da» er schon länger kenne, nämlich der Wagner von Ibra sei. Um nun sich sicher zu stellen, habe er zunächst noch einmal eine Mühle abgespürt, ob da nicht etwa Jemand schon fortgegangen, und wäre dann nach Ibra geeilt und habe dort auf den Bürgermeister gewartet. In Gemeinschaft mit diesem sei er zum Wagner Schüler, der Name wäre ihm sitzt erst eingefallen, sonst hätte er ihn im Walde mit Namen gerufen, gegangen, aber da sei Alles still und ruhig gewesen. Auf das Pochen habe der junge Schüler geöffnet und ganz verwundert gethan. Die sofort vorgenommene Haussuchung nach nassen Kleiber« oder sonstigen Spuren habe nur insofern ein Resullat ergeben, als daß sie ein paar nasse Schuhe gefunden. Mit diesen Schuhen sei er (der Förster) dann wieder an die betreffettbe Stelle im gelbe gegangen, dieselben hätten genau in die Spuren des Wilddiebs gepaßt; zugleich habe er auch die Spur eines Rehes entdeckt, dem jedenfalls der Schuß gegolten. Der ebenfalls als Zeuge vernommene Bürgermeister Bornschier wußte auch, daß Schüler damals den Eindruck machte, als ob er soeben aus dem Bette gekommen sei. Der Angeklagte bemerkte zu den Aussagen, daß weder er noch sein Later eine Pferdedecke besitzen, da sie ihr Fuhrwerk mit Kühen besorgten; die nassen Schuhe rührten davon her, weil er am Abend vorher Klee und Streuzeug geholt habe. Die Verhandlung, deren Einzelheiten einer richtigen Wilddiebsgeichichte glichen, endete bamti, daß das angefochtene Urtheil in eine Gelbstrafe von 40 Mk. event. 8 Tage Gesängniß umgewandelt wurde; außerdem beschloß man, daS Gewehr von Gerichtswegen einzuziehen. — Bei dem letzten Falle nahmen auf der Anklagebank die Eheleute Kaletsch von Langenstein Platz. Dieselben waren vom Schöffengericht zu je 7 Tage Gesängniß und in die Kosten verurtheilt worden, weil sie den Feldhüter Klingklhöser nebst Ehefrau von Langenstein beleidigt und bedroht hatten. Das Gericht wilderte die Strafe bedeutend, nachdem der Sachverhalt genügend aufgeklärt war, denn die Frau hat wegen Beleidigung nur 6 Mk. und ihr Mann wegen Bedrohung nur 9 Mk. Strafe zu zahlen.
Veiantworlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg.
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Roserstraße 10.
Erscheint täglich außer cm Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. — Quartal-Abonnernents-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile ober deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
chäfts- 'g und etlung, (329
merkte zunächst, daß er es nicht für paffend halte, wie hier ein städtischer Beamter bloSgestellt werde. Sodann meinte er, das vorgelegte Projekt müsse im- Grundriß unbedingt beibehalten, während die Fassaden noch geändert werden könnten; man brauche aber hierzu nicht ein Aufgebot bet Architekten Europas, außerdem sei aus einem Schulgebäude, bedingt durch die in den Sälen vorkommenden vielen Fenster, ein Bau von künstlerischer Wirkung nicht zu schaffen.
Was zunächst den ersten Punkt dieser Behauptung betrifft, so stehen wir durchaus nicht auf dem Standpunkt, daß ein jeder Marburger städtische Beamte über jeder Kritik erhaben steht, wir halte» eS sogar für unsere Pflicht als Bürger und Sachverständige, auf etwaige Mängel in der städtischen Bauweise aufmerksam zu machen, und ist es durchaus nicht unsere Absicht gewesen, eine Person anzugreifen, sondern nur die Sache. WaS nun den zweiten Punft betrifft, so ist auch aus einem Schulgebäude erst recht ein in künstlerischen Beziehungen den heutigen Anforderungen entsprechender Bau herzustellen, welches wohl am besten bewiesen werden kann durch die von den Professoren Neumeister und Haberle herausgegebenen Konkurrenzen, Mädchenschule für Darmstadt, Bergschule für Bochum.
Wir halten es für unsere Pflicht, darauf hinzuweise», und ersuchen die Vertreter der Bürger bei der Stadt, dahin zu wirken, daß im Interesse des Baues und der Stadt, um eine wirkliche brauchbare Grundlage für die Ausführung des Baues zu erhalten, eine Konkurrenz unter deutschen Architekten ausgeschrieben werde.
Wilh. Spahr. Eichelberg und Dauber.
Paul Schenk, Architekten
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und gab die Erlaubniß, worauf Hirsch hinging und einen Hahn des Landwirths Sport, welch ersteren er gerade im Garten bemerkte, erschoß. Der Bürgermeister brachte nun die Sache zur Anzeige und das Schöffengericht Gladenbach sprach de» Angeklagten frei, gegen welches Urtheil die Staatsanwaltschaft Berufung einlegte. Hirsch gab den Sachverhalt heute ohne Weiteres zu und entschuldigte sich damit, daß er im Auftrag seines Gutsherrn gehandelt habe. Unter Aufhebung des ersten Urtheils wurde der Angeklagte zu 3 Mk. Geldstrafe und in die Koste» verurtheilt. — Als nächster Angeklagter erschien der 1862 in Ibra geborene Wagner Ludwig Schüler welcher sich wegen Jagdvergehens zu verantworten hatte. Der Angeklagte war vom Schöffengericht zu Oberaula zu 25 Mark Geldstrafe verurtheilt werden, weil er am 23. Mai v. I. in der Feldgemarkung Ibra die Jagd auögeübt haben soll, ohne dazu berechtigt gewesen zu fein. Gegen dieses Urtheil legte nicht der Angeklagte, sondern die Staats auwalffchaft Berufung ein. In der heutigen Verhandlung erklärte der Angeklagte, daß er an dem fraglichen Morgen, einem Sonntag, im Bette gelegen hätte, als es heftig an der Hausthüre pochte. Dann sei er sofort hinunter, nachdem er sich nothdürftig bekleidet und habe dann den Förster Neumann und den Bürgermeister seines Ortes bemertt. Jetzt habe man ihm das Gewehr seines Vaters, der ebenfalls noch int Bette gelegen, gezeigt, mit der Frage, ob dies sein Gewehr sei, worauf er sofort hinauf nach seinem Vater gegangen wäre und diesem von der Sache Mittheilung gemacht hätte. Dieser habe ihm sofort gesagt, daß sein Gewehr im Bienenhaus stünde und dort gestohlen sein müsse, wenn es der Förster besitze. Der Förster und der Bürgermeister hätten dann noch das ganze Haus nach Spuren usw. durchsucht. Er fühle sich vollständig unschulvig bei der Sache und habe nur deßhalb nicht gegen das Urtheil appellirt, weil der Fölster beschworen, daß et ihn genau erkannt. Zeuge Förster N-.umann von Wahlshausen gab an, daß er am Sonntag, den 23. Mai, Morgens gegen 41/, Uhr eine Wilddiebs- Patrouille unternommen. Plötzlich habe er seitwärts einen Schuß fallen hören und sei nun direkt darauf losgegarge», um möglicherweise den Schützen zu erwischen. Trotz des dichten Nebels, der gerade
geherricht, habe er einen Mann über eine
schmale, in den Wald hineinreichende Landzunge laufen und an der anderen Seite im Wald verschwinden sehen. Jetzt habe er auch das Gewehr
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Marbnrg, 19. Jan. Bei dem gestrigen zweiten Fall erschien als Angeklagter der 25jährige Guls- oerwalter Carl Hirsch auS Hermannstein, welcher sich wegen Sachbeschädigung zu verantworten hatte. Der Ang klagte bemertte nämlich schon seit längerer Zeit, daß fremde Hühner im Garten seines Gutsherrn Vetter allerhand Schaden verursachten und ging deßhalb zum Bürgermeister und erwirkte sich die Erlaubniß, dem Garten schädliche Vögel und Thiere abschieße» zu dürfen. Der Bürgermeister war selbstverständlich der Meinung, daß es sich um die Vertilgung von Krähen, Katzen u. s. w. handele
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Eingesandt.
Am 8. Januar dieses Jahres richteten wir ein Gesuch an den hiesigen Stadttath, in welchem wir empfahlen, für das zu erbauende Realschulgebäude eine öffentliche Konkurrenz auszuschreiben. Da dieses Ersuch dem Stadtrath in der Sitzung vom 13. dS. Mts. nicht Vorgelegen hatte und wir ohne Antwort geblieben waren, richteten wir vorgestern zu Punkt 19 der Tagesordnung des Bürgerausschusies an letzteren nachfolgendes Gesuch:
Wir^halten vor einiaer Zett in einem Gesuche an den hiesigen Stadtrath, den Neubau eines Overreallchulgebäude» betreffend, ersucht, im Interesse der Erlangung einer wtik- lich brauchbaren Grundlage, sich dem Vorgehen anderer Städte anzuschließen, eine öffentliche oder engeie Konkurrenz hierfür unter den deutschen Architekten zur Ausschreibung zu bringen. Auf dieses Gesuch sind wir bis jetzt ohne Nachricht geblieben und wenden uns deßhalb an den städtischen Bürger auischuß mit der ergebenen Bitte, im Interesse der Erhaltung unseres historischen Stadtcharakters unserem Anträge Ausdrucke zu verleih.», damit endlich auch mal in unsre städtischen Bauentwürfe jener gesunde Zug kommt, der sich auf vielen Gebieten des täglichen Ledens bemerkbar macht. Das Projekt des Herrn Stadtbaumeisters entbehrt Selbftständigke t und künstlerische Empfir.dung, die jedoch angewandt, keine Vertheuerung der ganzen An- -lage Hervorrufen würden. Durch Ausschreibung einer Konkurrenz würde keine Verzögerung und Vertheuerung in der Ausführung eutstchen, da sich die Angelegenheit noch im Anfangsstadium befindet. Die Fertigstellung des Schul gebäudes bis Ostern 99 ist als Illusion zu betrachten, da die Fertigstellung der Straßen dann aber auch der sich überall fühlbar machende Mangel an Ziegelmatertal von silbst hinderlich eingretfen würden. Ebenso müßte eine zu frühe B Nutzung der Gesundheit d-r B wohner besonders schädlich sein, wie auch eine Austrocknung des Gebäudes durch die neue Centralneizung, selbige vollständig ruiniren mutzte. Bei dem Konkurrenzaurschreiden würde derjen ge Herr, dem der erste Breis zufiel, auch mtt der Her- ellung der Bau Zeichnung betraut werden Hierdurch tonnte dann bie für die Sitzung vorgesehene Anstellung eine« städtischen Technikers in W gfall kommen, weil die Ileberwachung der r Ausführung lercht von den andern Baubeamten bewerk stelligt werden könnte. Wir stellen deßhalv den Antrag, der stadtrsche Bü geransschuß wolle im Interesse der Stadt fmanzen die Aust llung eines TeedntkerS vorerst zurückstellen lassen und ein allgemeines Konkurrenzausschreiben veranlassen.
Bei ben Verhanblungen würbe bies Gesuch als nicht zur Tagcsorbnung gehörig bem Stabtrath überwiesen. Bei ber hierüber enlsteheuben Debatte »ahm Herr Oberbürgermeister Schüler bas Wort unb be-
Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham SUbaftiori Md EMdÄon: Mattt 21. Jllustrirtes Sonntagsblatt.
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Voraügl. Theemischungen i Mk. 2.80 n. 3 50 p. Pfd. In höchste! h nj
Krauen emge fährt. (Kais. Kgl. Hofl.) Probepaek. 60 n. 80Pt
filtert Anzeigen nimmt entgegen die Ewedttiou diese» Blatte»,
sowie die Ann'mcm-Bnreaur vou Haasenstein L Vogler in qq
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Donnerstag, 20. Januar 1898. S, - SÄttä «■*•»