Mmg.
, Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«. EMdMo»: Mar« 21. Jlluftrirtes Sonntagsblatt.
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Marburg
Mittwoch, 19. Januar 1898.
Anzeigen nimmt entgegen dir Expedition dieses Blatte», sowie die Anwmcen-Bureaur von Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. Daube & Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari»
33. Jahrg.
Telephon 55.
Schwierigkeiten. Sympathie für Zola's Werke haben wir nie gehabt, aber fein jetziger Muth macht den Mann jetzt sympathischer, obgleich auch er unterliegen wird. Schriftsteller wie die DümaS' und Zola usw. ^aben dort auf die öffentliche Meinung einen sehr großen Einfluß und Zola'S Vorgehen wäre garnicht zu unterschätzen, wenn seine Argumente stichhaltig sein könnten. Das find sie aber nicht, denn auch sie bestehen zum großen Theil jedenfalls mit aus einer Anzahl der unendlich vielen Unwahrheiten, die in Paris die öffentliche Diskussion solch' interessanter Fragen zeitigt. Von diesen Unwahrheiten hält Zola leider einen Theil für echt, sie werden sich aber auch als unecht erweisen und Zola wird es sicherlich noch bereuen, sich mit solchem Elan zu DreyfuS Gunsten in's Zeug gelegt zu haben.
Sicher, so meinen wir, wird schließlich diese Dreyfus-Affaire daS Kabinet Meline nicht zu stürzen vermögen; so heftig, wie sie austrcten, find solche Sachen doch in Frankreich auch ziemlich rasch wieder vergessen. Sie beschäftigen mehr Paris, als das gesummte Frankreich. Letzteres ist in seinem Wesen ruhiger, als seine Centrale und kümmert sich weniger um deren Skandalmacherei. Jntereffanter ist für das ftauzöflsche Volk entschieden die auswärtige Politik, eS ist, trotz aller Pariser Ableugnerri, doch im Grunde friedliebend, ihm kommt eS darauf au, ohne Sorge seinen Kultur-Aufgaben und seinem Erwerb nachgehen zu können. Wenn sie dabei jetzt sehen, wie ihre Regierung dem deutsche» Botschafter daS Großkreuz der Ehrenlegion verlieh, so ist ihnen das ein sicheres Zeichen, daß gerade von der Seite, gegen die am meisten in Prris geschrieen wird, keine Gefahr droht, und ein solch' Fundament der FriedenSficherung ist dem französische« Volke jetzt in der That lieber, als alle Pariser .großen Affairen 1*
Umschau.
Durch daS bürgerliche Gesetzbuch wftd auf dem Gebiete des Lotterierechts eine große Umwälzung hervorgerufen, die ein weiteres Eingreifen der Reichsgesetzgebung unbedingt erforderlich machen wird. Das bürgerliche Gesetzbuch hat nämlich angeordnet, daß ein Lotterieverrrag verbindlich ist, wenn die Lotterie staatlich genehmigt ist. Wenn also Reuß ä. L. demnächst eine neue StacrtSlotterie einführt, so kann jeder Preuße, trotz der preußische« Verbots, in auswärtigen Loiterieen zu spülen, rechts
gültig reußische Loose erwerben und civilrechtlich eben Gewinn einklagen. Das künftige Reichsrecht wird ihn vom I. Januar 1900 an unbedingt schützen. Hierüber ist unsere juristische Litteratur einig. Eine andere Frage ist die über die Fortdauer der landesgesetzlichen Strafandrohungen. Eine Anzahl von angesehenen Juristen hat sich auch für die Unverbindlichkeit dieser Strafandrohungen entschieden. Neuerdings hat Professor Endemann in Halle in der deutschen „Juiisten-Zettung" diese Frage gründlicher erörtert. Auch er kommt zu dem Schluffe, daß eine Handlung, die von der Rechtsordnung positiv mit voller Sanktion ausgestattet ist und von den Gerichten als verbindliches Rechtsgeschäft anerkannt werden muß, vor dem Forum des Strafrichters keinesfalls als schuldhafte rechtswidrige Handlung angesehen werden darf. Dringt diese Ansicht, die vieles für sich hat, in die Rechtsprechung ein, so würde daraus die Gefahr einer vollständigen Ueberschwemmung mit staatlich genehmigten Loose» entstehen, durch die die kleinen Staaten versuchen würden, ihre Fftranzlage auf Kosten der Einwohner der größer« Staaten aufzubessern. Dieser Gefahr müßte, so meint sehr richtig die .Köln. Ztg.", mit allem Nachdruck entgegengetreten werden. DaS tonnte aber nur im Reich und Seitens der Reichsgesetzgebung geschehe»; und hier wird die Lösung bei der Eigenart der Frage jedenfalls mit sehr großer Schwierigkeit verbunden sein.
Französische Blätter wiederhole» jetzt nachstehende, den englische» Blättern nicht recht geglaubte Behauptungen ; Deutschland habe die pachtweise Ueber- lassung K i a o t s ch a u S n»d großer Gebietstheile der Umgebung auf 99 Jahre gefordert, China dagegen nur in eine Pachtung auf 50 Jahre und Ueber- lassung der Bucht und ihrer Ufer gewilligt; so ständen gegenwättig die Dinge. Die Deuffchen bei langten nachdrücklich das Recht, Eisenbahnen zu bauen und Bergwerke anzulegen, wie und wo eS ihnen gut dünkt, und es heißt, Cvina habe den Bau einer Bahn von Kiaot-chau nach Tsainantschu (wahrscheinlich Tfinanfu) zugestanden. Die Deuffchen sollen in der Ausdehnung von einer Meile auf jeder Seite des Schienenweges Bergwerksrechte erhalten und den Chinesen soll gestattet sein, Aüionäre der Gesellschaften zu werden. Deutschland fordert ferner eine Entschädigungssumme von 200000 TaelS, den Bau einer Kirche und mehrere Tausend TaelS für die Familien der ermordeten Missionare.
Deutsches Reich.
Berlin, 17. Jan. Se. Majestät der Kaiser empfing gestern Vormittag um 11 Uhr, vor dem Beginn der Feier des Krönungs- und OidenSfesteS, im hiestgen Königlichen Schlosse den bisherige» Kaiserlich chinesischen Gesandten Hsü -Ching-Chen in AbschiedS-Audievz und unmtttelbar darauf in Antritts-Audienz de» Nachfolger desselben, Herrn Lii» H a i - H w a n. Sodann hatten die Präsidien deS Herrenhauses und des Hauses der Abgeordneten die Ehre des Empfanges. Die Audienz wähtte nur wenige Minuten. Der Kaiser begrüßte die Herren und beglückwünschte Herrn v. Kröcher als ntuge« wählten Präsidenten, indem er die vortreffliche Geschäftsführung deS langjährigen Präsidenten v. Köller rühmend hervorhob. Im Uebrigen wurden polittsche Fragen nicht berührt. — Heute Bormittag nahm Se. Majestät den Vorttag des Chefs deS Civil- kabinetS, Wirkliche» Geheimen Raths Dr. von LucanuS und hierauf die Borttäge der Marine entgegen.
— Die .Rordd. Allg. Ztg." meldet: In der englischen Presse war kürzlich die Meldung aufgetaucht, daß der Besuch deS Kaisers in Cowes für den kommenden Sommer mit der englische» Königsfamilie verabredet sei. Diese Nachricht beruht dem ganzen Jnhaüe nach ans Erfindung.
— Fürst BiSmarck hat auf ein LegrüßungS« telegramm, das an ihn nach der großen Flotten- kundgebung in Berlin am 13. d. M. während eines gemeinsamen Festmahls deS ComftäS und sonstiger Theilnehmer im Kaiserhofe abgesandt wurde, an den ReichSrath v. Haßler in Augsburg folgende Antwort gesandt: .Euer Hochwohlgeboren danke ich verbindlichst für Ihre telegraphische Mittheilung und fühle mich hochgeehtt durch die Begrüßung, die mir von so ansehnlicher reichsfreundlicher und kompetenter Stelle zu Theil wurde, (gez.) v. BiSmarck."
— Laut telegraphischer Meldungen an daS Ober- Kommando der Marine find die Schiffe der 2. Dtvifio» des Kreuzergeschwaders — S. M. SS. .Deutsch- land" und .Gefion" —, Dtvifionschef Sonne» Admiral Prinz Heinrich von Preußen, Königliche Hoheit, in Ade» angekommen und beabfichtigten, heute nach Colombo in See zu gebe«; S. M. S. .Nixe", KommandantKorvetten-Kopitän Goecke, ist am 15. Januar in San Thoms (West - Afrika) an» gekommen und wollte an demselben Tage nach Monrovia in See gehen; S. M. S. .Charlotte",
J°. 15
Telephon 55.
Aus Frankreich.
♦ Wie wir gemeldet, hat sich dieser Tage der Deutsche Botschafter Graf Münster in Paris ^ffönlich bei dem Präsidenten der franzüfischcn Republik, Herrn Fanre, für die Verleihung des Groß» kreuzes der Ehrenlegion bedankt. Es ist Hefe Verleihung, welche aus Anlaß deS Abschlusses «s Togo - Abkommens zwischen 6er französischen Republik und dem deutschen Reiche erfolgt ist, wohl die höchste Auszeichnung, welche die ftauzöflsche Republik einem Botschafter verleihen kann. Daß fie dem deutschen Botschafter zu Theil geworden, ist politisch sehr bemerkenswetth. Sie beweist, daß die Leziehungen der franzöfischen Republik zum deutschen faiferreid) jedenfalls zur Zeit viel bessere find, als S ein Theil der Pariser Presse geflissentlich darstellt. Laß die ftanzöfischen klerikalen Blätter Herrn Fanre mb seine Minister wegen dieser Auszeichnung jetzt heftig angreifea, ließ fich nur erwarten. Aber die französische Regierung wird sich auS diesen Angriffen ebensowenig machen, wir aus den Raisonnements der khmrvrnisten. Sie weiß, daß von jeher, und namentlich seit dem Frankfntter Frieden, das Schüren von .Haß' gegen Deutschland ein Gewerbe einer zanzen Anzahl von Leuten, mehr in Paris, als in den sonsttgen ftanzöfischen Departements geworden ist. Hatten diese Revanche-Schreier im Anfang der 70er Jahre leichtere Arbeit, wie dies leicht erklärlich ist, so gehört jetzt schon mehr dazu, um auf Erfolg rechnen zu können; es muß da eben Astes hei angezogen «erden, natürlich also auch die Auszeichnung des Grafen Münster. ■
V Bon jeher hat in Frankreich diese oder jene Minorität von Schreiern die öffentliche Meinung bcherrschen wollen. Gleich der Deutschen mit den Men Reichsnörglern ist deßhalb auch die ftanzöfische »Regierung nicht in der angenehmsten Lage. Aber namentlich das Kabinet Mäline hat es bisher ttefflich »erstanden, fich auf das Geschickteste aus heiklen Situationen zu ziehen, und es ist in seiner Stellung wesentlich auch durch Faure'S Besuch in Rußland rwd die Proklamirung der russisch-ftanzöfischen Allianz zefestigt worden. Auch die Dreyfns-Krifis, die jetzt « Paris heraufbeschworen werden sollte, hat daS Kabinet bereits ziemlich überwunden; daß allerdings der bekannte Schriftsteller Zola fich mtt der ganzen Wucht feiner Beliebtheit jetzt de» verurtheilten f Kapitäns noch auf feine etwas theatralische Weise «mimmt, dies macht dem Kabinet noch einige
(Nachdruck verboten.)
Werkcrnnt.
Roman von O. Elster.
(Fortsetzung.)
.Still, Elly l Nicht so 1 Sie dürfen nicht so sprechen. Wir kennen uns schon lauge .... nicht ^ahr! Ja, wir haben schon als Küider zusammen ßffpielt.... aber daS ist lange, lange her... . •tnigften» für mich, der ich wett älter bin, als ich scheine. Sie dagegen find das liebliche Kind geblieben, »ilches Sie früher waren . .. aber Elly, Sie müssen l«r Zeit vergessen ..."
; f Das junge Mädchen kämpfte mtt dem Seinen. Mötzlich schlug fie die Hände vor das Antlitz und nach in Thrünen an».
i »Elly, verzeihen Sie mir ... . aber e» mußte doch
einmal gesagt werde» ..."
»Äb lassen Sie mich, Arno," schluchzte das junge Mädchen, „Ich weiß ja, daß Sie mich nicht lieben, ^er ich hoffte, daß Ihre Liebe wiederkommen werde, ^<h seit jene schöne Frau auf der Groteuburg zum Besuch ist, habe ich alle Hoffnung verloren ... ach bin sehr unglücklich . . ."
.Um Gotteswillen, Elly, von wem spreche« Sie?" i i «n Arno erschreckt ans.
Mit blitzenden Augen sah Elly ihm inS Gesicht.
»Von wem ich spreche?" fuhr fie erregt fort. ■~en Frau v. Santen, der schönen Schlange, welche «e Männer bezaubert . . ."
»Aber Fräulein Elly . . ."
»3a, ja, auch Sie hat fie bezaubert durch ihre Scheinheiligkeit. . ."
«Elly, Sie find ungerecht!"
»Nein, ich bin nicht ungerecht! Uran v. Santen V eine Scheinheilige! Sie thnt al» ob fle kein
Wässerchen trüben könnte, aber in Berlin erzählt man fich allerhand Geschichten von ihr ... . sie lebt in Unfrieden mit ihrem Gatte» ... fie treibt ihre» Gatte» aus dem Hause .... fie ist eine Kokette ... ja, eine scheinheilige Kokette!"
.Sie wisse» nicht waS Sie sprechen?"
,O gewiß weiß ich daS! Frage» Sie doch meinen Bruder, der Frau v. Santen von Berlin her kennt. Frage» Sie doch die särnmtlichen Herren und Damen! DaS Urtheil lautet übereinstimmend vernichtend für Fran v. Santen. Arno, wie konnten Sie fich von ihr so tänlcheu lasse»! — Ich bin nur ein einfaches dummes Mädchen vorn Lande, aber daS habe ich nicht um Sie verdient . . .
Aufschluchzend entfernte fie fich.
Arno stand fassungslos da. Konnte eS wahr fei», waS er eben gehört hatte? Nein — und tausendmal Netti, eS konnte nicht wahr fein ! Elly, die Wett, alle Menlchen fie müssen fich getäuscht haben 1 Wen» die tiefen und doch so klare« Auge», wenn die reine Stirn jener Fran lögen konnten, bann fiel Alles nm ihn zusammen, bann »ar das heiligste Gefühl seines Herzens geschändet unb er vermochte nicht mehr an Reinheit, Edelmnth, Stolz unb Frauenwürde zu' glauben.
Er mußte Gewißheit haben! Aber wie? — Konnte er ihr auch nur ein Wort von dem Verdachte sage«, den man in fein Herz zu säen versucht hatte? — Würde fein Zweifel sie nicht töbtlidb. beleidigen? — Würde fie ihn eines Wortes der Antwort würdtt en? — Aber wenn das Enffetzliche wahr fein sollte, würde fie ihn dann nicht mtt bitterem Hohn unb Spott zn- röckweisen? — Rathlos stand er da, fassungslos um- herblickend. Dann sank er auf die Bank unb verbarg aufstöhuenb fein Antlitz in bie Hände. Rach einer | Welle raffte er fich auf, strich mtt der Hand über bie!
Stirn nvb Augen, während ein bitteres Lächeln fein Anilttz verzerrte. ,D« bist ein Thor," murmelte er. »Was kümmert Dich die Fan v. Saute», die Gattin eines andere» Mannes. Sie wftd nicht besser fein, als alle ihre Schwestern.".....
VI.
ES war Regenwetter eingetreten. Die Tage flössen einförmig und einsam auf Schloß Grotenbur, dahin. Baron Erich war in Geschäften nach Berlin gereist. Die alte Baronin hatte fich eine Erkäftun, zugezoge», welche fie an ihr Zimmer fesselte; die sehr zur Bequemlichkeit neigende lllla verließ dar Schloß, ihre luxuriös eingerichteten Gemächer und die Veranda nur in AnSnahmefälle». So war Frau v. Santen fich oft allein überlassen, wenn sie fich nicht mtt ihrem Töchterchen beschäftigte. Aber Maus war noch zu klein, als daß Elfriede mtt ihr die weiten Spaziergänge, welche fie liebte, unternehmen konnte, zumal bei dem fcnchten Wetter, welches jetzt herrschte. Früher hatte Arno Frau v. Santen auf diesen Streifereien begleitet, doch feit dem Fest auf Schloß Stetterbmg ließ fich der junge Gelehrte nur bei den gemeinschaftlichen Mahlzeiten blicken, die übrige Zett brachte er in seinem Thurm zu, wo er fich, wie er seiner Schwägerin an eine Anfrage sagte, mtt einer wissenschaftlichen Arbett beschäftige.
Elfriede war eS ftellich nicht entgangen, daß in Arnos Wesen eine selrsame Wandlung fich vollzogen hatte. In de« letzten Tagen vor jenem Fest war er Hefter und gesp ächig gewesen, wen« er an ihrer Seile im Schattin deS Waldes dahinschritt «der wenn fie zusammen auf den Kaisen der Groteuburg standen und auf daS flache Land hin überschauten, daS einst, so wett das Auge reichte, de« Freiherren von der Groteuburg augehöi t hatte. Schon auf dem Heim
wege von dem Feste war die Wandlung ihr gegenüber hervorgetrete». Er war steif und förmlich, wie er sich anderen Damen gegenüber gab, obgleich er sonst mit ihr freundschaftlich, ja fast vertraulich verkehrt hatte. AIS fie stch erkundigte, ob ihm etwas fehle, antwortete er ausweichend, spottete über fich selbst unb über bie Gesellschaft in einer bitteren, scharfen Weife, welche Elfriede noch nicht an ihm bemerkt hatte, unb versank bann wieder in fast verletzendes Schweigen. Elfriede kannte feine Abneigung gegen die lauten 8er» gnügungen. Sie schob feine Mißstimmung auf den Zwang, den er fich in der Gesellschaft hatte «»fertigen müssen und glaubte, daß er morgen der Alte wieder fei» werde.
Sie sollte fich indessen getäuscht habe». Sie tiaf nie mehr allein mit ihm zusammen; er schien eS vermeiden zu wollen, mit ihr zusammen zu fei» ober mit ihr zu spreche», und schloß sich in fein Zimmer ein, welches er nur verließ, um bei den gemeinschaftlichen Mittagsessen z» eisch-ineu. Selbst das Abendessen ließ er fich auf fein Zimmer bringen. Elfriede vermochte fich diese Beränbernug nicht zu erklären. ES schmerzte sie, daß fie sein Set kauen, feine Freundschaft verloren haben sollte. I» diesen Tagen deS Allein» seins fühtte fie mit scheuem Erschrecken, daß Amo ihrem Herze» «jener und lieb geworden toai, daß fie feinen anregenden Umgang beim fite und eine geheime Sehnsucht empfand, den Ton seiner ernsten Stimme zu vernehmen, in fein geistreiches, kluges, von einem melancholischem Schatten überhauchte» Antlitz zu sehen. Sie grübelte vergeben» darüber »ach, wodurch fie ihn verletzt haben könnte.
(Forffetznug folgt.)