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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchham.
Rcdaküo. eeb Erpedilion: Maiü 31. h”‘rt"w Jllustrirtes Sonntagsblatt. in Marburg-^ ”
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Telephon 65.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile ober deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Freitag, 14. Januar 1898.
Aiqeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Ann-mcen-Bureaux von Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u Köln, C. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris
33. Jahrg.
Telephon 55.
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(Nachdruck verboten.)
®We, daß Sie ein Zichen mit sich nähmen,
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Anblick Sie sich meiner erinnerten, wie
mich Ihrer beim Anblick dieser Gemme erinnert
§ 3 ber und ber di 1893
'«Haas, finget.
?ar err- # latz L .50, * 196 J
Roman von O. Elster.
«Fornesung.)
»lllla verspottet meine Vorliebe, die übrigen Damen ' lchen nur eine oberflächliche Neugierde, selbst meine Kutter betrachtet meine Wissenschaft nur als eine Spielerei, einen Sport, unt> mein Bruder — nun, pidige Frau, Sie kennen ja meinen Bruder. Aber Ihnen habe ich Verständniß gefunden, bebhalb i -sichte ich mich Ihnen dankbar erweisen und
Englische Politik.
Die „Grenzboten“ haben kürzlich in einem treff« jjchcn Artikel darauf hingewiefen, mit welcher rücksichtslosen Folgerichtigkeit England stets aus die Zuiück- diängung und Schwächung der Staaten hingearbeitet hat, die der Erreichung seines Zieles, die Weltherrschaft der englischen Industrie und de« englischen Handels, im Wege standen. In der Wahl seiner Mittel ist England dabei niemals ängstlich gewesen, es hat sie nach Zeit und Umständen stets gewechselt, iber das Ziel hat eS unverrückt im Auge behalten mb auch erreicht, denn trotz des großen Aufschwungs des deutschen Handels und Gewerbes steht England bi dieser Beziehung heute doch unleugbar noch an erster Stelle. Freilich sind wir ihm hart auf den Fersen und daher auch die englische Feindschaft, ja ber englische Haß gegen daS aufstrebende Deutsch- . land, dämm aber heißt eS auch für uns zu lernen ' oa8 dem Geschicke der Staaten, die einst mit Eng-
, land um die wirthschaftliche Vormachtstellung rangen, ex erster Stelle Holland und Frankreich, an zwetter , Spanien und Portugal.
h Nach der Besiegung Spaniens stand Holland zu , Anfang des 17. Jahrhunderts unbestritten an der > Spitze der damaligen Kolonialmächte, und es ist eine h nicht tief genug zu beklagende Thatsache, daß zu > dieser Zeit sich Deutsch and in jenem unseligen dreißig- . jährigen Kriege selbst zerfleischte, der schließlich auch • bas staatliche Band löite, das uns mit Holland ber» - knüpfte. Wenn daS Deuiiche Reich damals Hand - in Hand mit dem doch auch deutschen Hollcwd ge« > trogen wäre, das für sich all in zu schwach war, > btn nordamerikanischen Kontinent zu besiedeln, dann > rcke Deutschland längst jene Weltmacht geworden, > die England heuie ist, und Die Welt hätte ein deutsches > Angesicht. Aber den Kaisern aus dem Hause HabS- > 5mg hatte es von je an einem Verständniß für die 'i deutsche Seegewalt gefehlt, und das völlig vereinzelte 's Holland, daS th örichterweise versäumt 4 hatte, seine Fl o tt e auf dem früheren J td;tungg e bi e t e n b en Stand zu er« >f halten, unterlag dem englischen Gegner, der eS ws keinem anderen Grunde bekriegte, als well er »■ Holland von der Höhe feiner Kolon almacht herunter« > ■ stützen wollte. Seitdem zählt Holland nur noch zu ., bei Mächten zweiten Randes.
' Nun kam Frankl eich an die Reihe, dessen Handel ' ruh Industrie feit Coloert einen mächtigen Aufschwung ' Stammen hatten, und daS in Nordamerika und
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. Ein eigenes Gefühl der Beklemmung bemächttgie Elftiesen'S Herzens. Es klang aus den Worten mio's eine tiefe Empfindung hervor, zugleich aber ^4 eine Bitterkeit, eine Unzufriedenheit, welche Elfriede * Erstaun-n und Unruhe versetzte.
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»Soll ich nicht unzufrieden sein,' fuhr Amo fort, Ibeui ich fein Gesicht verfinsterte, .wenn man mich • ben Fesseln der Eonvenienz einengt, daß ich mich Kt regen kann, daß der Flug meines Geistes ge» .^wt wird, daß dem Willen, der Menschhett zu helfen, Menschheit zu erfreuen, zu belehren, unüberfteigbare fronten gezogen werden? Ach, gnädige Fiau, ich Ihnen darf ich vertrauen! Sie werden mich Stehen! In Jorem Auge habe ich gelesen^ daß Sie i über Welt und Menschheit denken, als die Kob puppen unserer Gesellschaft. Welche Kämpfe übe ich durchwachen müssen, als ich meine ärztliche der Menschheit widmen wollie l Nur weil man M dieser „unpassenden Beschäftigung* fern halten ipute, hat man meiner anderen Neigung, der Liebe
Indien weit größeren Kolonialbesitz hatte als England. Als nun gar der kinderlose Karl II. von Spanien den Enkel Ludwig XIV. zum Erben seines Thrones einfetzte, da stand eine für England bedrohliche Vereinigung der ftanzöstschen Handelsmacht mit der spanischen Kolonialmacht zu erwarten, und von diesem Augenblick an war England entschlossen, Frankreich ein ähnliches Schicksal wie Holland zu bereiten. So leicht wie diesem gegenüber sollte es England fteilich nicht gelingen, und eS dauerte ein volles Jahrhundert, bis Frankreich als Handels- und Kolonialmacht niedergerungen war. Erst der Pariser Friede endete den mit dem spanischen Erbfolgekrieg begonnenen Kampf, den England zumeist auf deutschem Boden und auch durch deutsche Soldaten führte, indem e8 Frankreich in blutige Kriege mit den festländischen Mächten verwickelte. Aber jeder Friedensschluß endigte mit einem Siege Englands und brachte ihm reiche koloniale Beute. Im Utrechter Frieden erhielt England Gibraltar, Neufundland, Neuschotlland und einen Theil Kanadas; der österreichische Erbfolgekrieg und der siebenjährige Krieg — Lord Chatam erklärte damals, er gedenke Amerika in Deutschland zu erobern, brachte ihm ganz Kanada und Florida ein, und Frankreich, das nur noch mit Mühe feine Heere gegen Friedrich den Großen aufzubringen ber» mochte, war in feiner Schwäche völlig außer stände, die Eroberungen Hastings und Clives in Indien zu verhindern. DaS Werk krönten bann endlich die Kriege von 1796—1815, die England keineswegs zu Gunsten der Bourbonen führte, sondern einzig um Frankreich als Kolonialmacht völlig niederzuwerfen, und der Siegespreis Englands bestand in dem Erwerbe von Helgoland, Malta, Kapland und Ceylon.
So war auch dieser mächtige Gegner bezwungen und es blieb nur noch übrig, die letzten Reste der spanischen und portugiesischen Kolonialmacht wenn nicht ganz zu beseitigen, so doch für England unschädlich zu machen. Dazu brauchte man keinen Krieg zu führen, dazu genügte das englische Gold, daS in den amerikanischen Kolonien jener Staaten den Aufruhr gegen das Mutterland schürte und deren Losreißung herbeiführte, indem es durch feinen Einfluß die nunmehr unabhängig gewordenen Kolonieen gleichzeitig wirihschafllich vollkommen unter die Botmäßigkeit Englands brachte.
Dies waren die Wege, die England zu feiner heutigen Größe geführt haben, das die Mittel, durch die es seine Mitbewerber niederzwang. Daß zu diesen Mitteln auch die rücksichtsloseste Prohibittv-
zu der Natur und der Erforschung des AlterthumS Vorschub geleistet, nur deshalb, sonst säße ich jetzt als Legattonsrath in irgend einem Gesandtschaftshotel ober als Lieutenant in irgend einer kleinen Garnison, jetzt wissen Sie Alles, gnädige Frau, und werden meine Bitterkeit begreifen! Noch keinem weiblichen Wesen habe ich mein inneres Denken und Fühlen so offenbart wie Ihnen, — verzeihen Sie mir.“
„Ich bin Ihnen außerordentlich dankbar für Ihr Vertrauen,* flüsterte Frau b. Santen, indem eine leichte Röthe ihre Wangen überhauchte.
„So lassen Sie nuS Freunde bleiben, gnädige Fran und zum Zeichen Ihrer Einwilligung nehmen Sie die Gemme.“
Sie fühlte, daß fie ihn verletzen würde, wenn sie sein Geschenk zurückwies. Sie nahm die Gemme mb betrachtete fie mit finnenbem Auge. Die Schnitzerei stellte eine weibliche Figur bar, welche baS schöne Antlitz und die entblößten Arme betend zur Sonne emporhob. DaS faltenreiche Gewand war von ben Schultern znrückgefunken und ließ Hals unb Nack n frei. In üppiger Fülle wogte das gelöste Haar über bie Schulter bis zum Gürtel nieber.
Frau v. Santen blickte auf.
„Sie sagten vorhin, baß bie Sonnenanbeterin Sie an mich erinnert hätte,“ sprach fie lächelnd. „Ich finde keine Aehniichkeit zwischen dieser persischen Priesterin mit dem Haifisch schönen Antlitz und mir . . .“
„Ich streifte am früher» Morgen bei aufgehender Sonne durch die Gebüsche des Parkes,“ entgegnete Amo in leisem, sinnendem Tone, als erzählte er ein Märchen aus seiner Kinderzeit, während seine Augen den Sonnenstrahlen folgten, welche durch das schmale Fenster in daS Gemach fielen und die bunten Webereien erglühen ließen. „Durch Zufall kam ich in die Nähe des Schlosses. Da öffnete fich ein Fenster, eine]
Politik gehörte — wir nennen nur die Navigationsakte Cromwells — sei hier wenigstens angedeutet.
Heute fieht England fich Deuffchland als seinem gefährlichsten Nebenbuhler in Industrie unb Handel gegenüber, und es wäre thörichte Sentimentalität, wollte man bei uns annehmen, daß England geneigt sein könne, mit uns anders zu verfahren als mit Holland und Frankreich. Am allerwenigsten wird es fich ober in feinem Verhalten durch Rücksichten auf die „StammeSverwandsschast“ leiten lassen. Gegenüber den Lehren der Geschichte ist nnS die Richtschnur vielmehr deutlich bm gezeichnet: das Deutsche Reich muß auch zur See stark genug sein, um einem englischen Angriff entgegentreten zu können, es. muß auch zur See so stark sein, daß fein Bündniß für diejenigen Staaten werthvoll ist, bie mit uns England gegenüber bie gleichen Interessen haben, und von bene» uns keine politischen Gegensätze scheiden. Das gilt in erster Linie von Rußland, dessen größter Gegner auf politischem wie wirthschaftlichem Gebiete England ist. Ein enger Anschluß des Deutschen Reiches an Rußland gestattet unS, frei von ber Sorge um Frankreich, unsere be rechtsten Ansprüche auf bie wirthschaftliche Ausnutzung ber Welt zu verfolgen, inbem wir unsere Kolonieen ausbauen unb erweitern unb die Erzeug isse unseres GewerbefleißeS ungehindert den fernsten Welt- tf)eilen zufuhren.
Den Erfolg eines Zusammengehens mit Rußland haben wir bereits in der Bes tzung KiaotschauS vor Augen, die unS endlich den unbedingt nothwendiaen militärischen Stützpunkt für unsere Handelsinteressen in Dftaften verichasst und die Sicherheit giebt, daß Deutschland bei der dort beginnenden Auftheilung nicht leer ausgehen werde. Wie man jenseits des Kanals aber hierüber denkt, das zeigen uns die Gehässigkeiten in ben englischen Zeitungen, und diese sollten uns erst recht darüber belehren, daß wir auf dem rechten Wege find.
Nicht tbörichte Großmannssucht hat uns na» dem fernen Ostafien geführt, sondern die logische Entwickelung der Thatiachen, die unser unvergeßliche! Heldenkaiser und sein großer Kanzler geschaffen haben. Auf dem Wege zu dem von ihnen geft ckt n Ziel stellt fich uns das auf die Weltherrschaft seiner Industrie unb seines Handels eifersüchtige England entgegen; England also ist der Feind, nicht Rußland
Die Folgerungen, die wir auS dieser Thatsache zu ziehen haben, liegen klar zu Tage.
schlanke Frauengestatt lehnte fich hinaus und st eckte die todfeen Arme wie betend zur Sonne empor, wie die keusche Priesterin des heiligen, reinen Feuers hier auf der Gemme,“ fetzte er leise und scheu hinzu.
Elftiede erbebte. Sine beifee Sluth färbte ih-e Wangen; ihre Augen blickten in schämiger Verwirrung zu Boden. Er war es also gewesen, weichet fie am ersten Morgen beobachtet hatte, als fie das Fenster öffnete, nm die frische Luft zu genüfeen ? Hatte fie ahnen können, daß er schon am frühen Morgen ben Park durchstreifte, sie wü de sicherlich vorsichtiger gewesen fein. Sollte fie ihm zürnen, daß er fie heimlich beobachtet hatte? Jh e Stirn trübte ein leichter Schatten, der Arno;S Auge nicht entging.
„Verzetten Sie mir, gnädige Fran,“ bat er mit zitternder Stimme.
Ihr Unmuth verschwand. Sie war thöricht, ihn für den Zufall verantwortlich zu machen. Sie erhob mit leichtem, schalkhaften Lächeln die Äugen zu ihm und drohte mit dem Finger.
.34 nehme die Gemme,“ sprach fie bann, „bamit Sie nicht zu oft an das Bild Ihrer Phantafie erinnert werden.“
,O, wie danke ich Ihnen,“ rief Arno freudig aus, ergriff ihre Hand unb preßte sie, ehe es Elftiede zu verhindern vermochte, an bie Lippen.
Rasch entzog fte ihm bie Hanb.
«Lassen Sie uns jetzt gehen, Ulla wirb mit ihren Haushaltungsgeschäften fertig sein.“
Sie versuchte einen leichten, gesellschaftlichen Ton anzuschlagen, aber es gelang ihr nicht ganz, ihre Stimme bebte unb bie Glmh ihrer Wangen verrieth ihre innere Bewegung.
„Wenn Sie gestatten,“ entgegnete er leise, „bleibe ich hier zurück.“
„Aber weshalb?“
Umschau.
In Breslau hat eine Versammlung ber schlesischen Mitglieber bes „Bundes der Landwirthe“ stattgefunden, von der die „Nat.- Zeitung“ sagt, daß fie wohl als „Verbrüderung der dortigen Konservativen einschließlich der Frei» konservativen mit dem Bunde bezeichnet werden dürfe.“ Ohne uns düsen Ausdruck anzueignen, möchten wir, so schreibt hierzu die „N. Pr. Ztg.“ treffend, unsererseits bemerken, daß ber Verlauf ber Versammlung in jebem Falle eine gründliche Wider» legung ber zahllosen Tendenznachrichten bedeutet, die in ber letzten Zeit von der gefammten Presse über die angebliche Verschlechterung ber Beziehungen zwischen den Konservativen unb bem Bunde verbreitet wurden. Gerade das von ber jetzigen „Verbrüderung“ redende Blatt hat fich, wie kaum ein anderes, bemüht, diesen Glauben mit Hilfe der kleinlichsten Silbenstecherei zu verbreiten.
Für die Gegner der nothwendigsten Verstärkung unserer Flotte ist eine Rede beherzigens werth, die am 11. d. M. der englische Staatssekretär des Innern, Sir M. W. R i d l e y in Fleetwood hielt. Er führte aus, England habe in ben chinesischen Gemässem eine hinreichend starke Flotte, um feine Interesse« zu schützen und jeder nur möglichen Vereinigung von Mächten überlegen zu fein. ES gäbe Leute, welche behaupteten, daß einige Großmächte über England lachten; aber d efe Mächte wüßten auch, daß England den Schlüssel zur Lage in der Hand habe. Wenn eS zu einem Zusammenstoß käme, dann werde es ein Zusammen» stoß auf der See sein; wer dann gewänne, das wisse man in Engla nd recht gut.
Man nimmt hier die Fr eispr echung Esterhazys, so wird der „Köln. Ztg.“ aus Berlin geschrieben, wie ein Ereigniß auf, auf das man noch dem ganzen Gange der Untersuchung v'rbereitet sein mußte. Namentlich nachdem die O ffcntlichkett bei allen wichtigen Aussagen auS» g schlossen war, war alles, was folgte, Vorauszusehen, allerdings mit einer Ausnahme: Niemand konnte in Deutschland darauf gefaßt sein, daß Esterhazy, der die schlimmsten Beleidigungen gegen Frankreich auS» ge prochen unb fich als ein leidenschaftlicher Feind seines Volk S gezeigt hat, jetzt von einem Theile ‘ben dieses Volkes in begeisterter Weise gefeiert
„Ich möchte den Eindruck dieser Stunde fich in meiner Seele vertiefen lassen, damit ich ihn nie, nie wieder vergesse. Haben Sie nochmals Dank, herzlichen Dank, gnädige Fran, für Ihre Freundlichkeit, für Ihre Güte. Es ist mir, als habe ich einen Blick in eine neue Welt gethan.“
Er schlug die Hände vor das Antlitz und stand schwe'gend da. Elftiede wollte fich leise entfernen, doch Plötzlich reckte fich Amo empor, warf das Haupt in den Nacken, als schüttele er eine Last ab und sprach in dem gewöhnlichen, fast gleichgilttg Hingenben Tone seiner Stimme:
„Verzeihen Sie, gnäbige Fran, wenn ich Sie burch mein ungestümes Wesen erschreckt habe. Ich verspreche Ihnen, eS soll nicht toitber Vorkommen. Halten Sie mich nur auch fürderhin werth Ihrer Freunbichast, Ihres Lertiauens.“
„Sie führten eine seltsame Sprache, Herr Baron.“
„Ich weiß eS, ich weiß eS! Aber hörm Sie nicht auf meine Worte, gnädige Frau; vergessen Sie was ich gesprochen habe, und bewahrm Sie mir nur Ihre Freundschaft. Darf ich hoffen?*
Auf meine Freundschaft stets, Baron Amo, aber nun lassen eie mich gehen, es wird in der Thal Zett, daß ich zu Ulla zurückkchre.“
„Ich begleite Sie, gnädige Frau.“
Auf ber Veranda traf man bie alte Fran von ber Grotenburg im eifrigen Gespräch mit Fräulein Elly von Stetten und deren Bruder, welche auf einem Spazierritt begriffen auf Schloß Grotenburg einen kurzen Haft gemacht hatten.
Arthur v. Stetten eilte Fran v. Santen in über» eifriger Höflichkeit entgegen.
(Fortsetzung folgt.)