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Derantwirülch für kn ellgenuinen Lhell: Sebeftear M. Hartman», für bat ArserotrntheU: Ioh. lag. «och, bette ta Marburg.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

* **' la Jllnftrirtes Sonntagsblatt.

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Telephon 65

Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile »der deren Raum 10 Bffl.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Donnerstag, 13. Januar 1898.

Anzeigen nimmt entgegen die Expeditiou dieses Blatte«, sowie die Annnncen-Bureaux von Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. iS., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C L. Daube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris

33. Jahrg.

Telephon 55.

Die Eröffnung des Landtages

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Taphu prusten für die Mitglieder stattgefunden. Die dabei 9 ,r, j M« demMiuisterpräfidenten, Fürste« zuHoheu.

Lehrbllch.

letzte« Tagung, namentlich in Folge der anhaltenden

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Januar, Von it

Delika- unden« ung, «ch

täte weitgehende Berücksichtigung finden können.

Der Ihnen alsbald zugehende Entwurf eines Ge­setzes, betreffend den Staatshaushalt, wird die gesetzt liche Feststellung von Grundsätzen für die Veran-

Steigerung der Erträgnisse aus den meisten Staats­betrieben, fortgesetzt günstig gestaltet.

DaS am 1. April v. I. abgeschlosiene Rechnungs­jahr hat einen höheren lleberschuß als das Vorjahr ergeben.

Ebenso kann für das laufende Rechnungsjahr ein erheblicher lleberschuß, wenn auch »ach den bis­herigen Schätzungen nicht in gleicher Höhe, erwartet »erden.

Der StaatShauShaltSetat für 1898 99 hält in Einnahme und Ausgabe das Gleichgewicht. Die ge- ßeigerten Einnahmen haben es gestattet, für fast alle Zweige der Staatsverwaltung Mehraufwendungen in größerem Umfange in Aussicht zu nehmen. Bei

hat gestern im Weißen Saale des König!. Schlosses j, Berlin nach de« vorhergegangenen üblichen Gottes-

Serr Reii. Uebungz- röffnusgz, , (19t taub.

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gmut jg ein neue

lohe-SchillingSfürst verlesene Thron­rede hat nachstehenden Wortlaut:

Erlauchte, edle und geehrte Herren von beiden Häusern des Landtages!

Se. Majestät der Kaiser und König haben mich beauftragt, deu Landtag der Monarchie in Allerhöchst- ihrem Namen zu eröffnen.

Die Finanzlage des Staates hat sich seit der

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!such Bitte stank.

I reichlicher Bemessung der Mittel zur Deckung es stlttal dauernder Ausgaben habe» insbesondere die ein- irr«, W\ maligen und außerordentlichen öff'Ullichen Bedürfnisse !N Kolo-

(Nachdruck verboten.)

. .«sie drei Stockwerke. Das unterste war ein Gewölbe, dann folgten zwei Zimmer, welche

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fort niet: heilhaitt, iark ei»

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schlagung, Führung und Kontrolle des Staatshaue Halis Vorschlägen. Der Entwurf steht überall auf dem Loden deS verfassungsmäßigen Rechtszustandes; er beabsichtigt im Wesentlichen, Grundsätze zusammen» zufasscn und auszugestalten, die schon seither bei der Lerwaltung der Einnahmen und Ausgaben des EtaateS theils im Anschluß an Verwaltungsvorschriften, cheils in tatsächlicher lleburg befolgt, in einzelnen Tragen auch bereits mit dem Landtage vereinbart worden sind. Die gesetzliche Fest! gung dieser Grund- sätze wird dazu dienen, die Sicherheit und Gleich­mäßigkeit ihrer Handhabung zu gewährleisten und mehrfach hervorgetretene Zweifel und Schwierigkefte« P beseitigen.

»Und interesfirst Dich wenig für die alten Schar- tB' setzte Arno lächelnd hinzu.

,, »3ft das der Dank, daß ich Dein Armband täglich fragte Ulla spöttisch.Aber geh nur, da sehe e. otaulein Winter, die Haushälterin schon mit ihren Ochern kommen.-

An der Seite ArnoS schritt Elfriede drm alter« ^wlichen Thurm zu, welcher aus dem ftühesten Utelalter stammte und in dem der junge Gelehrte i eim "ufgcschlagen hatte. Der Thurm, welcher ch die kleine Wendtltceppe und einem halbdunklen

»->» 3V21M 7S 8% 103 S 8Vl 24 lös»

Roman von O. Elster.

(Fortsetzung.)

IV.

,$« wolltest ja Frau v. Santen Deine Samrn- *8» zeigen, «nie,* sagte einige Tage später Ulla, «8 man nach dem Diner de» Kaffee auf der Svanda «ahm.Der heutige Nachmittag ist passend baz», da wir uns doch nichts anderes vorgenommen habe,.'

I junger ; l Geschch I kundM * r|älteijtr i t sich t-i ' iesbezsz! erforitp der Citi in bn hrjeff» i oafferfit- nd Hslz- siternnrS' ttharbki. ter H 64 senstei» asi-l.

»Sehr gern,' entgegnete Arno,bin ich bereit, ®am gnädige Frau Gefallen finde» . . .'

1W73 g, »Gewiß,- erwiderte fteundlich Elfriede und erhob -"| WS W »Kommst Du nicht mit, Ulla?'

- | » »3hr müßt mich eutschuldigen,- antwortete die

' | ktwaS gelangweilt.Ich erwarte die HauS-

1 10'S um mit ihr das Arrangements zu dem Diner

7 WS ^bespreche«, daS morgen stattfinden soll. Ihr müßt

3V« *W>lb schon allein gehen, üorigenS kenne ich die °r-,iA Sammlung schon...' T\i ft* \v 3^ Viv w 5%

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Nach den bisherigen Erfahrungen stehen die durch die Stellung der AmtSkauttonen dem Staate er­wachsenden Vortheile nicht im richtigen Verhältnisse zu den Koste» und Weiterungen ihrer wirthschaft- lichen Lasten, die dadurch deu Beamte« auferlegt werden. ES soll daher die behufs Sicherung der Ansprüche deS Staates bestehende Verpflichtung der Beamten zur Stellung von Kautionen int Wege des Gesetzes allgemein aufgehoben und damtt eine erhebliche Erleichterung der betteffenden Beamtenklassen herbeigeführt werden.

Ihre verfassungsmäßige Mitwirkung wird zu einer Neuregelung und Verbesserung des DiensteiokommenS bet Geistliche» beider Konfessionen in Anspruch ge­nommen werden, welche nicht ohne Berettstelluogen weiterer staatlicher Mittel zu erreichen ist.

Die Stellung der Privatdocenten an de» Uni- verfitäten entbehrt zur Zeit der gleichmäßige» und zum Theil überhaupt einer ausreichende» rechtlichen Grundlage, so daß eine gesetzliche Regelung dieser Verhältnisse angezttgt erscheint.

Wegen Erweiterung des Staatseisenbahnnetzes, Förderung der Kleinbahnen und Verbesserung der Wohnungsverhältnisse ständiger Arbeiter und unterer Be­amten wird Ihnen auch in dieser Taguvg ein Ge­setzentwurf vorgelegt werden.

Die erfreuliche, insbesondere seit Errichtung der Zentral - Genossenschaftskasse in raschem Foitschreiten befindliche Entwick lung der Genossenschaftswesens macht eine nochmalige Erhöhung des Grundkapitals der Kaffe erforderlich. Diese soll hierdurch in de» Stand gesetzt werden, noch mehr als bisher den An­sprüche« der sich ununterbrochen vermehrende« wirth- schaftlichen Organisationen der Mittelklassen in Stadt und Land zu genügen.

Zur Fortführung des AnfiedeluogSwerkes in den Provinzen Posen und Westpreußen wird eine Er­höhung der durch Gesetz vom 26. April 1886 be­willigten Mittel beabsichtigt. Ein darauf bezüglicher Gesetzentwurf wttd Ihne« unverweilt zugehen.

In großen Theilen der Provinz Westfalen und einiger angrenzender rheinischer Kreise entspricht die Eioführung eines unmittelbaren gesetzlichen Anerben­rechts den Rechtsari schauungen, Erbgcwohnheiten und wirthschafttichen Bedürfnissen der Bevölkerung. Es ist deßhalb eine Ausdehnung des gesetzlichen Anerben- rechtS auf diesem Gebiete in Aussicht genommen.

Die durch Hochwasser in verschiedenen Theilen deS Landes letzthin herbeigeführten beklagenSwerthen Verheerungen haben daS landeSoäterliche Herz Er. Majestät des Kaisers und Königs tief bewegt. Die

vollgepfropft mit Büchern, chirurgischen und natur» wiflentschaftlichev Instrumenten, als Studirzimmer ArnoS dienten. DaS dritte Stockwerk, durch eine schmale, eiserne Treppe mit dem Studirzimmer ver­bunden, bildete nur ein gtößereS Gemach, in dem Arno seine Sammlungen ausgestellt hatte. AuS diesem Gemach führte wiederum eine kleine Treppe zu der Plattform deS Thurmes, von welcher man eine wette Aussicht auf das vor dem Schloß sich aus breitende, fruchtbare Thal genoß. Eine schwere Fallthür verschloß den Zugang zu der Plattform; eine andere Fallthür in dem Studirzimmer führte zu dem Gewölbe.

Die Einrichtung der Zimmer zeigte den künst­lerischen und wissenschaftliche«, gebildeten Geschmack des Bewohners. Aus de» Bestände» des Schlosses hatte sich Arno die ätteste« Möbel auSgewählt. «Große eisenbeschlagene Truhen und Schränke, altväterliche steiflehnige Sessel und Stühle, ei« derber Eichentisch mit geschnitzten kreuzw'ise übereinanderliegenden Beine«, eine alterthümliche und seltsam geformte Ampel und tiefdunkle Bilder im schwarzen Rahmen, sowie alte Gobelins und Teppiche erfüllten den ersten Raum, in welchem nur der große Schreibtisch vor dem mit alldeutsch n Glasscheiben versehenen Fenster modernes Fabrikat war. Germanische und römische Waffen, mittelalterliche Spieße, Schwerter, Hellebarden und Büchsen bildeten in den Winkeln und Ecke» starrende Pyramiden. In den Schränken standen erostblickende Folianten neben den Werken der modernen Wissen­schaft und Literatur. Auf den Bretern und Börten prantien alldeutsche Krüge und Trinkgefäße. DaS zweite Gemach zeigte einen heileren, mehr oriental­ischen Charakter. Schwellende Divans, persische Teppiche, indische Seidenvorhänge, japanische Vasen und der­gleichen jetzt so modern gewordene Gegenstände gaben

StaatSregierung hat die zur Linderung der ersten Noth und behufs Ausführung der unaufschiebbaren Herstellungsarbeiten nothwendigen Maßnahmen unge» säumt gettoff-n und die sogleich erforderlichen Mittel, in Voraussetzung der verfassungsmäßigen Zustimmung des Landtags, flüssig gemacht. Nachdem eS hierdurch und mit Hilfe der aus allen Theilen Deutschlands eingegangenen überaus dankenSwerthen, reichen Spenden gelungen ist, dem dringendsten Bedüifniß vorläufig abzuhelfen, bedarf eS nunmehr noch der Bereitstellung weiterer öffentlicher Mittel zur Beseitigung der Ver­heerungen und ihrer Folgen. Ein bezüglicher Gesetz­entwurf wird Ihnen unterbreitet werden.

Zur dauernden Sicherung der betteffenden LandeS- theile gegen UeberschwemmungSgefahr-n find Er­örterungen eingeleitet, welche die Regnlirung der in Betracht kommenden Flußläufe, deren planmäßige Unterhaltung, sowie sonstige, eine geregelte Wasser­abführung erleichternde Einrichtungen bezwecken.

Meine Herren I Wichtige Aufgaben harre» der Lösung. Die Regierung Sr. Majestät rechnet dabei auf Ihre verständnißvolle, pattiotische Unterstützung. Möge die gemeinsame Arbeit auch in dieser letzten Tagung Ergebnisse zeitigen, die dem Daterlande zu dauerndem Segen gereichen!

Auf Befehl Sr. Majestät deS Kaisers und Königs erkläre ich den Landtag der Monarchie für eröffnet.

Nach Verlesung der Thronrede brachte der Präsident des Herrenhauses, Fürst zu Wied, das Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und König aus, in welches die Versammlung dreimal begeistert einstimmte, nm sich alsdann allmählich zu trennen.

Umschau.

Dem Vernehmen »ach ist in den gegenwärttg im Bundesrathausschuß in Berathung befindlichen Ent­wurf von Vorschriften über de» Verkehr mit Geheimmitteln io den Apotheken in Aussicht genommen, in erster Linie die für die Ab­gabe stark wirkender Arzneimittel in den Apotheken maßgebende» Vorschriften (BundeSrathsbeschluß vom 13. Mai 1896) auch tei der Verabfolgung von Geheim mittel» zur Richtschnur zu geben, wie daS ja im Wesentliche» im § 35 der Preußischen Betriebsvor­schriften vom 16. Dezember 1893 auch bereits be­stimmt ist. Weiterhin wttd geplant, daß diejenigen Apotheker, welche sich mit dem Vertrieb von Geheim- mittel» befassen, zur Führung eines Berzeichnsse» verpflichtet werden, auS welchem Name, Preis, Zu­

dem Raum ein außerordentlich behagliches Gepräge. Aber alle diese Gegenstände, Möbel, Teppische, Vv'> hänge, Nippsachen, Waffe» ». s. w. waren durch­aus echt, Arno hatte ste selbst von seinen Reisen mit heimgebracht.

Schon diese beiden Zimmer erregten da» Interesse Elfrieden» im hohen Grade. Sin leich'er Au»inf deS Erstaunen» entschlüpfte jedoch ihren Lippe», als sie daSMuseum' betrat, wie Ulla de» Raum nannte, in dem Arno seine Sammlungen aufbcwahrte.

DaS Gemach stellte einen altegypüschc» Tempel dar. Zur Seite de» Eingang» erhoben sich zwei Säulen auS dem Tempel zu Karnak mit dem feltfam und schöngeformten Lotos kopitäl. In der Mitte ragte die Spitze eines schlanken Obelisken empor, zu dessen Füßen ein Sphinx aus Theben ruhte, deren erlosctene Augen Elfriede geisterhaft anblickten. Altegyptische und indische Stoffe in den matte« Farben, welche auch heute wieder so modern geworden sied, hingen an den Wänden nieder. Statuen, welche die bizarre Phantasie der alten Egypter, Inder und Perser ge­schaffen, schauten zwischen den bunter Webereien hervor; hier der Körper eines fräftigen Mannes mit dem Kopfe eines Stieres; dort ein Stier mit einem bärtigen Manneshaupte; an dritter Stelle der Leid eines schönen Weibes mit einem Reiher köpf und dort eine Löwin mit dem seltsam schönen, melancholisch blick nben Antlitz einer Jungfrau. Tongefäße, Krüge, Orna­mente aller Art standen umher, und auf den teppich- behängten Tischen lagen die kleinen Gegenstände, Schmucksachen, Gemmen, Armreife, Halsbänder, Spangen, welche Arno auf seinen weiten Wettfahrten gesammelt hatte.

Frau v. Santen schauerte leicht Rammen, als sie sich von den wunderlichen Götterbildern einer längst untergegangenen Welt umringt sah.

sammensetzung und Verfertiger de» Mittels ersichttich sind. Auch über die Kennzeichnung der Gefäße und äußeren Umhüllungen der Geheimmittel sollen Be­stimmungen getroffen, ebenso ein Verbot der An­bringung von Empfehlungen, Danksagungen usw. er­lassen werden. Diejenigen Geheimmtttel, die ihrer Zusammensetzung gemäß nur auf ärztliche Verordnung abgegeben werden dürfen, sollen mtt einem ent­sprechenden Vermerk versehen werden. Der Schwer­punkt der Vorschriften scheint aber in einer Be­stimmung zu liegen, nach welcher durch Anordnung der Landeszenttalbehörde das Feilhalten und die An­gabe bestimmter Geheimmittel verboten «nd der zn- lässige Höchstbetrag des Verkaufspreises bestimmter Geheimmittel festgesetzt werden können.

Die Deutschen in Alexandrien haben am 4. d. MtS. an de« Prinzen Heinrich nach Port Said folgendes Telegramm ge­richtet:Auf der zum Schutz der Deutschen im Aus­lande im Auftrage Sr. Majestät deS Kaisers unter­nommenen Fahrt nach dem fernen Orient berühren Ew. Königliche Hoheit in Aegypten das erste außer­europäische Land, in welchem Deutsche in größerer Anzahl Gcm inwesen gegründet haben, in denen heimathlicher Sinn und Sitte in Kirche und Schule deutsche Pflegestätten gefunden habe«. Mit gespannter Aufmerksamkeit haben wir Deutsche in Alexandrien die Entwickelung der Vorgänge in China verfolgt und höchste Befriedigung über die kräftigen Maß­regeln Sr. Majestät des Kaisers empfunden. Eure Königliche Hobest wollen daher gnädigst gestatte«. Ihnen beim Anlaufen der ägyptischen Gestade ehr­erbietigen Gruß und innigste Segenswünsche dar­zubringen. Möge die Fahrt Emer Königlichen Hoheit glücklich verlaufen, möge sie dazu dienen, fflenufltr uung zu verschaffen für die den deutschen Mlsfionaren zugeiügte Un'ill und deutschen Einfluß im fernen Osten auf allen Gebieten zu stärken. Möge eS durch sie gelingen, einen Stützpunkt für eine zum Schutze des deutschen Handels im Auslande so nothwendige, starke Kriegsflotte zu erhalten.'

Wir hatten in unseren gestrigen Ausführungen an leitender Stelle an die Thatsache, daß in letzter Sitz» g des Bürger-Vereins in Marburg ein radikal­demokratischer hiesiger Verleger z« einer für die Stadtverordneten-Wahlen einzuberufenden öffentlichen Versammlung gerathe«, die naheliegende Folgerung geknüpft, daß er resp. seine Partei darin die Kandidatenfrage in die Hand nehmen

Wahrlich, Baron Arn»,' sprach sie mit leiser scheuer Siimme, als fürchte sie die schlafenden Stein­bilder zu wecken,Eie find ein fleißiger Sammler ge­wesen. Aber ich gestehe, daß ich in der altert Kunst­geschichte nicht so bewandert bür, um mich in Ihrem Museum allein zurecht finden zu könne».'

Wev» eS Sie interesfirt, gnädige Fra«, werde ich Jbne» gern als Führer dienen.'

Mtt seiner sanfte», halbverschleierte» Sttmme gab Arno die Erlämerungen zu den verschiedenen Gegen­ständen. Nach und nach erwärmte sich seine Sprache. Man merkte, mit welcher Liebe er an seinemMuseum' hing und wie tief er in daS Perständniß der Älter« tdumswifsenschaft eingedrungen war. Besonders reich­haltig war seine Sammlung geschnitzter Kameen und Gemmen. Alle Zeitalter, alle Völker waren vertteten; selbst die moderne Steinschneidekunst war nicht ver­nachlässigt worden.

Plötzlich ergriff Arno eine herrliche Gemme aus der römischen Kaiserz'it und hob sie gegen das Licht, daß der Stein im bläulichen Sttahl funkelte.

Sehen Sie gnädige Fra«,' sprach er daun tief- aufathmend und scheinbar mst den Worten kämpfend, es ist mein Lieblingsstein er stellt eine persische Sonnenpriesterin dar, welche flehend die Arme zu der ausgehenden Sonne emporstrectt. Sie würden mir eine Freude machen, wenn ich Ihnen den Stein als Zeichen meiner Dankbarkeit und Verehrung zum Geschenk machen dürfte . . .'

Aber Herr Baron, ich würde Sie berauben . . . womit habe ich Ihre Dankbarkeit verdient?'

Ich bin Ihnen von Herzen dankbar, gnädige Frau, weil ich in Ihrem Auge Verständniß für meine Studien, für meinMuseum" lese.

(Fortsetzung folgt.)