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Telephon 55.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Ann--ncen-Bureaux von Haasenstein <t Vogler in Frankfurt a. Hl., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C L. Daube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris

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Niarburg

Sonnabend, 1. Januar 1898.

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wn Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Druck und Verlag: 8°h Aug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei in Marburg, Verantwortlich für den allgemeinen Thell- Redatteur M. Hartmann

R-daktton und Expedition: Martt 21. WVIWWHyVWUi xür den Ais-ratentheil- Ioh. Aug. Koch, beide in Marburg.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und 1 Feiertagen. Quartal-Abonncmeuts-Prcis bei der Erpc- 1 Sitton 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. <exkl.

Teitnfaon 55 Bestellgeld). Jnserlionsgebühr für die gespaltene Zeile

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Zum Jahreswechsel.

** Mit frohem Muthe stehen wir an der Schwelle des neuen Jahres, und mit Dank an den allmächtigen Sott werfen wir einen Rückblick auf das mit seiner Hilfe zurückgelegte ereignitzoolle und arbeitsreiche Jahr, das abzuschließen wir eben im Begriff stehen. Ist dieser Rückblick auch nicht in allen Punkten als ein erfteulicher zu bezeichnen, so kann doch mit Ge- nugthuung gesagt weiden, daß wir in dem zu Ende gehenden Jahre in unseren Bestrebungen, das Ge­meindewohl zu fördern und schädigende Mißstände abzustellen, ein gutes Stück weitergekommen find. In demselben Maße, wie auf diesem Wege fortge­schritten wird, wird auch der innere Frieren in unserem Baterlande wieder einkehren und der durch partei­politische Treibereien genährte wirthschaftliche Kampf sein Ende erreichen.

Das Wort von derPolitik der Sammlung" hat überall in den deutsche» Gauen Verständniß ge­funden und voll Verstauen harrt man der Thaten, die auf jenes vorsteffliche Wort unbedingt folgen müssen und folgen werden. Wir stehen jetzt, wie die letzten Reichstagsverhandlungen gezeigt haben, einer geschloffenen, und wen» nicht der Anschein trügt, auch entschlossenen Regierung gegenüber, von der mit Zuverficht erwartet werden kann, daß fie vieles von dem wieder gutmachen wird, was in früheren Zeiten verfehlt worden ist. Wenn aber das Volk erst wieder spüren wird, daß ein homogenes Regiment besteht, welches selber die polttische Führung übernimmt und sich nicht durch wechselnde parla­mentarische Majoritäten bald hier, bald dorthin steibe» läßt, dann wird auch das Verstauen wieder­kehren und die vielfach im Lande herrschende und ihm zum Unsegen gereichende Unzufriedenheit schwinden.

Eine wahrhafte Polistk der Sammlung kann nur national sein. Wenn früher einmal von einem Wort- führer der freisinnigen Vereinigung gesagt wurde, die nationale Phrase" müssegetödtet" werden, so hat man sich in der letzten Zeit gerade auf dieser Seite davon überzeugen müssen, daß der nationale Gedanke in Deutschland so tief wurzelt, daß er durch Hopf« fechterische Kunststücke nicht auSzurotten ist. ES ist in der That eine hocherfreuliche Erscheinung, daß neuerdings wieder daS deutsche Nationalbewußt- sein mit frischer Kraft aufflammt und daß selbst die denpatriotischen Phrasen" abholde Demokratie ge- nöthigt ist, diesem allgemeinen Zuge Rechnung zu tragen. Hoffen wir, daß die leitenden Männer Deutschlands mit diesem nationalen Schatze zu wuchern wissen werden.

Schon bei der Centenarfeier, an welcher olle Deutschen, mit Ausnahme einer des deutschen Namens unoerthen Rotte, das gesegnete Andenken des großen Kaisers Wilhem I. gefei-rt haben, quoll die nationale Begeisterung mit Macht hervor, und noch jedesmal hat sie sich auch dann bethätigt, wenn ce galt, dem größten, in Abgeschiedenheit lebenden Staatsmanne unseres Jahrhunderts, des großen Kaisers großem Kanzler die Dankbarkeit der Be­völkerung zum Ausdruck z» bringen.Todt" ist also dienationale Phrase" niemals gewesen. Um so lebendiger aber ist das Nationalbewußtsein in den letzten-Monaten geworden, als es schien, als sei das große nationale Werk der Instandhaltung einer würdigen deutsche» Flotte durch eine nur nach Parteiintereffen handelnde Opposition gefährdet. Da zeigte sich die Macht des nationalen Gedankens in aller Größe und das opofittonelle Häuflein schmolz zusammen. Man kann gestost behaupten, daß das Ansehen Deutschlands im Auslande, daS eine Z-it lang infolge verschiedener Ursachen nicht mehr auf der Höhe früherer Jahre gestanden hatte, seitdem wieder ein achtungsgebietendes und stolzes ge­worden ist.

Der Begriff nationale Politik deckt sich nicht nur im Volks empfinden, sondern auch in der That mit dem Begriff antienglische Politik. Daß jetzt bei uns wenigstens keine anglophile Politik getrieben wird, dieses Bewußtsein ist im Lande mit großer Genug- thuung empfunden worden. Mit stolzer Freude und mit heiße» Segenswünsche» begleitet das deutsche Volk deßhalb die Chinafahrt des einzigen Bruders unserer Kaiserliche» Majestät. Mit ebenso starkem Widerwillen aber nimmt es Kenntniß von den höhnischen und verletzenden Auslassungen einer oppositionellen Presse, die von jeher unsere nationalen Interessen denen des Auslandes, insonderheit Eng­lands, unterordnet, derselben Presse, unter deren Aegide im Jahre der Centenarfeier die Errichtung eines Revolutionsdenkmals in der Reichshauptstadt betrieben worden ist.

Diese in der Residenz der Hohenzollern unerhörte antimonarchische Demonstration, bei welcher ein guter Theil der bürgerlichen Demokratie sich der Führung der Sozialdemokratie untergeordnet hat, wird hoffent­lich manchem Verblendeten die Augen darüber öffnen, wie weit es bei uns unter dem bisher beobachteten System des Gehenlassens gekommen ist. Immer dreister werden bei aller formalenMäßigung" die Angriffe von fozialrevolutionärer Seite, und die von fanatischem Hasse durchtränkten sozialdemokratischen Reden im Reichstage, die unter dem Schutze der Immunität in die Bevölkerung getragen werden,

(Nachdruck verboten.) Manövergäste.

Original - Roman von C. Elfter.

(Schluß.)

Wenn Anna in Sleiko war, verließ Pitty, so nannte max den Hund, das junge Mädchen keinen Augenblick. Mit tolle» Sprünge» xnb lautem Gebell begrüßte Pitty jetzt Herbert, der sich kaum ben Lieb­kosungen des Hunbes erwehren konnte.

Da öffnete sich bie Thür bes Zimmers, welches Knna zur Wohnung bestimmt unb mit ihren Möbeln ausgestattet hatte. Anna selbst erschien an ber Thür, in einfachen Hauskleibe, mit weißer Schürze angethan eine Näharbett in der Hand. Da der Wagen an der Hinte thür des Hauses vorgefahren war, hatte fie das Kommen Herberts nicht bemerfen können. Jetzt wollte fie sehen, weßhalb Pitty so heftig bellte.

Als fie Herbert erblickte, erbleichte fie jäh. Die Näherei entfiel ihren Händen, die stch vor der Brxst faltete». Sie rang nach Äthern, bann übe: flammte tiefe Glnt ihr liebliches Gefichtchen.

Auch Herbert fand kein Wort der Begrüßung. ®ie lieblich erschien ihm jetzt erst daS junge Mädche» ber Umrahmung ber Thür, int Hintergründe das einfache, aber peinlich saubere und ordenttiche Wohn­zimmer. Blitzartig durchfuhr feine Seele ber Gedanke: 3®, hier bei dem einfachen, sanften, stille» und frommen Mädchen, hier in ber Ruhe und dem Frieden dieser ewfachen Häuslichkeit wirst auch Du Deine Ruhe, Deine» Friede» wiederfindeu.

Anna! Liebe Anna!" rief er und breitete die "nxe aus.

Jubeln b flog fie an feine Brust, schlug bie Arme nm seinen Nacken unb barg das von Thränen Über­strömte Antlitz an feinem He zex.

Innig preßte er fie an sich unb küßte ihren blonben Scheitel.

Der Oberst war indessen näher getreten.

Nun, lieber Saunow, haben Sie jetzt einen Ent­schluß gefaßt?" fragte er lächelnd.

Herbert reichte ihm tief bewegt die Hand

O welch ein Thor bin ich gewesen!"

DaS hab' ich ja immer gesagt, lieber Herbert," entgegnete lachend Herr v. Allenberg.Also Sie bleiben bei mir?

So lange Sie mich behalten wollen!"

Nun denn, für's ganze Leben ..."

Fest umschlangen sich die Hände der beiden Männer, die fich in trenefter Freudschaft gefunden hattten, fest umschlang Herbert seine Braut, deren Werth er erst jetzt, in der Zeit des Leidens, des einsame» Nach­denkens erkannt hatte.

XVIII.

Wenige Wochen später fand bie Hochzeit ber drei jungen Paare in der kleinen, alten Dorfkirche von Sleiko statt. Wer von de» drei Paare» glücklicher war, wäre schwer zu fegen gewesen. Glück und Liebe strahlte ans alle» Augen, als fich die drei jungen Frauen umarmten unb bie drei jungen Ehemänner fich zum Frenndschastsbunbe bie Hände reichten.

Eine bemerkenswerthe Rebe hiett ber alte Oberst während des Hochzeitsmahles. Es würde die Geduld des freundlichen LeserS allzusehr in Anspruch nehmen heißen, wollten wir dir Rede vollständig hierher setzen.

zeiaev, daß es hohe Zeit war, bie Fiktion von ber (81 lchberechtigung einer solchen Partei zu zerstören. Mit Erfolg ist bamit vom Bunbesrathstische aus ber Anfang gemacht worben; mau kann auch hier nur besten Fortgang wünschen.

Was nun insonberheit bie konservative Partei betrifft, so ist gegen biefe bas Kampfgeschrei mit einer kaum jemals erreichten Heftigkeit auch in bem zu Enbe gehenden Jahre erhoben worden. Käme es auf die Lungenkraft unserer Gegner ober auf bas Maß der von ihnen verschwendeten Druckerschwärze an, so könnte man in ber That meinen, bas letzte Stünblein ber konservativenJunker" habe geschlagen. So leicht aber lassen, das werden unsere geschätzten Gegner noch oft wahrnehmen müssen, die Konser­vativen fich nichtvernichten", und eine besondere Ironie hat es gewollt, daß die ärgsten Schreier jetzt ob ber Spaltung im eigenen Lager verworren und rathlos dastehen. DaS soll uns aber nicht allzu st geSsicher machen; den» unsere Feinde find viele, und kein Mittel ist ihnen zu schlecht, um uns zu schädigen. So muß denn unsere Pattei aus dem alt'N Jahre die Lehre mit in's neue Jahr hinüber­nehmen, daß beharrliches Kämpfen und ernstes Auf- stch-selbst-stellen ihre erste Aufgabe bildet. Die Zu­versicht, daß eS Die gute und gerechte Sache ist, die die konservative Pattei vertritt, enthebt unsere Pattei- mitg ieder nickt der Pflicht, diese Sache bett Feinben gegenüber selbstlos zu vertheidigen unb ihr, Schritt vor Schritt kämpfenb, neuen Boden zu erobern. Dazu soll uns der in wenigen Wochen zu Dresden statifindende Parteitag bie Waffen stählen. So wollen wir beim mit frohem Mnthe in bas neue Jahr eintreten und treu und beständig an der Aus. breitnng des konservativen Gedankens, an der Er­reichung der nicht behufs Erlangung von Sonder- interessen, sondern zum Besten des Gemeinwohles uns efttdten Ziele weiter arbeiten: Mit Gott für König und Vaterland, für Kaiser und Reich!

Umschau.

Laut einer Mittheilung desReuterscheu BureauS" ist ein kurzes Stefanie der in Kiel von Kaiser Wilhelm gehaltenen Rede in der ch inesischen Hauptstadt per Kabel emgetroffen. Die Chinesen, sagt der Reutersche Bericht, »erhalten sich zuwartend unb meinen, bie Lösung der Schwierigkeiten könne erst ihiev Anfang nehmen, nachbem Prinz Heinrich mit bem Geschwaber eingetroffen fei. In ben leitenben Kreisen Pekings halte man um so mehr an einem bilatottschen Verfahren, als man nicht weiß, wie, von Dentschlanb abgesehen, die übrigen

Sie handelte eben, wie alle Hochzeitsreden vorn Leid und Freud der Liebe; nur den Schluß möchten wir wiedergeben:Lassen Sie unS anstoßen, meine Freunde," sprach der alte Herr,auf unsere drei jungen Ehepaare! Anstoße» aber auch auf das Manöver unb seine Gäste, ohne welche all' daS, was »ns jetzt erfreut, nicht hätte geschehen können. Die Manöver­gäste deS letzten Herbstes, fie haben viel Unruhe in dieses Haus und in unsere Herzen gebracht. Aber schließlich haben fie un« auch das Glück gebracht, denn welches HanS wäre glücklich, wenn nicht dasjenige, welches drei fich liebende junge Ehepaare beherbergt. Gedenken wir also stets in unserem Glück der lieben Manövergäste, bie eS geschaffen. Mögen fie selbst ihr Glück hier gesunde» haben . . . möge in alle Häuser, wo solche Manövergäste einkehren, auch das Glück einziehen!"

Die Gläser Hangen zusammen und laut jubelnd ertönte daS Hoch der Festgesellschaft, in das sich der schmetternde Tusch der Mufik mischte--

Als Herbert Sannow mit feiner jungen Frau in sein stilles Haus ttat, kam ihnen Michelmann mit einem Brief entgegen.

Ich möchte nicht stören, Herr Inspektor . . ."

Rasch erbrach Herbert den Brief. Er war von Horst v. Dönitz, ber in seinem und seiner Gattin Namen zur Hochzeit Glückwünsche sandte.

Wie beneide ich Dich jetzt," so schtteb Horst v. Dönitz,um dir Heimath, welche Du in Sleiko, in dem kleinen, freundlichen Hause und an der Seite Deiner Fian gefanben hast! Du hast Recht getban nickt hinauszustürmen in bie weite Welt. Was hättest Du, wenn Du auch Geld und Gold gewinnen würdest, sogenannte Ehre und Ansehen in ber Wett was

europäischen Mächte schließlich Stellung nehmen. Zum Wiberstanb gegen Dentschlanb finbet man nicht den Muth, solange man nicht ber ausgiebigen Unter­stützung bnrch eine andere europäische Nation ficher ist. Die chfaeflscheu Behörden find einigermaßen ve: wundert, daß englische Hilfe noch immer ausbleibt. An den von den englischen Blättern in Shanghai zur Besetzung Kiautschns gegebenen Kommentaren nimmt man großen Anstoß. Man hatte nicht er­wartet, daß Engländer Beifall spenden könnten, wenn von Deutschland für Unthaten, die gegen Europäer verübt find, Genugthuung gefordert wird. I» weiteren Kreisen der chinefischen Bevölkerung beginnt fich wegen ber Lage ein Gefühl ber Bangigkeit zu verbreiten. Das abergläubische Volk ängstigt fich auch wegen ber bevorstehenben Sonnenfivsterniß. Fällt biefe doch gerade auf den chinesischen Neu­jahrstag !

So ziemlich in allen Artikeln der englischen Presse, die fich mit den ostafiatischen Angelegen­heiten befaffen, kehrt bie Phrase wieder esmüsse etwas getban" werden. Bisweilen rückt man auch mit Andeutungen heraus, was etwa zu geschehe» habe, und bieTimes" hat kürzlich ben Vorschlag gemacht, bie von Shanghai nicht nicht allzu weit entfernte Tschusan-Jnsel zu besetze». Es flieht ein englisches Buch überDas verlorene Reich*. Darin find alle Gebiete aufgezählt, welche England hätte haben können, aber durch Mißgriffe nicht bekam. Im Jahre 1867 erschien ein Werk von Fortune mit bem TitelAufenthalt unter ben Chinesen". Darin würbe bie Nothwenbigkeit, Tschusan wieder zu besetzen, eingehend dargelegt.Der Hafen von Ting-Hae", sagte der Verfasser,böte de» britischen Truppen eine prächüge Unterkunft. Die Insel ist gesünder als Hongkong ober irgenb ein anberer nördlicher Hafen. Und das heißt etwas für die brittschen, in China ftationirten Mannschaften. In allen unseren Krügen mit China hat das Klima mehr Opfer gefordert, als die Waffe» des Feindes." Niemand anders als der große Herzog von Wellington nannte Tschusan den Schlüssel Chinas. Es bestehl ein Vertrag mit China wegen Tschusaus. Darnach hat England wenigstens ein Recht, dagegen zu protestiren, daßder Schlüssel Chinas" wicht in die Hände einer anderen Macht geräth. Der Bocca Tigris - Vettrag ist vom April 1848 datttt. Der Vertrag von Tientfin vom Jahre 1858 bestätigte den ersteren Vertrag. Nach ihm sollten die btttische Regierung und deren Untertanen Antheil an allen Privilegien und Vortheilen genießen, welche der Kaiser von China jemals einer andere» Nation gewähren würde. Bttttsche Kriegsschiffe sollten,

hättest Du, wen» Du All' daS hättest und besäßest und doch nicht die Ruhe, den Frieden Deiner Seele, Deines Herzens 1 Ich habe all' das besessen, nach dem Du Dich damals, als ich Dich in Sleiko sah, sehntest unb grämtest, wie ich wohl gemertt habe. Ich habe Alles besessen unb war nicht glücklich, fonbern ewig kämpfenb nnb sorgend, eS zu verlieren! Und jetzt, wo ich eS verloren habe, was habe ich jetzt? Was bin ich jetzt? In einem kleinen, elenden Städtchen an ber russischen Grenze fitze ich als penfionitter Major xnb muß ftoh sein, baß man mir die Stellung eines BezirkSkommandeurs gegeben hat. Doch an diesem für Dich so freudigen Tage will ich Dir nicht m'. meinem Leiben, mit meinem Unglück kommen. W--.de glücklich unb zufrieden mit dem Loose, das das Schicksal Dir bereitet hat! Das ist mein Wunsch nnb der Wunsch meiner Frau, die die Deinige von ganzem Herzen grüßen läßt. Lebewohl."

Tiefbewegt reichte Herbert den Brief feiner jungen Gattin.

Ich will ihn nicht lesen, Herbett. Erzähle mir, waS Dein Freund schreibt," sprach Anna sanft, die blauen Augen senkend.

Herbert zog die junge Frau in feine Arme.

Laß uns seiner und seiner Gattin in Freund­schaft gedenken," sagte er leise.Als fie uns trennen wollten, wußten fie nicht, was fie thaten. Nicht fie trugen bie Schuld an unserem Leid, sondern ich allein."

Anna schloß seinen Mund mit ihrer Hand.

NicktS mehr von Leid und Kummer, D» lieber, lieber Mann. Vor uns liegt eine schöne, eine goldne Seit . .

Ende.