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öchcntliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

WßmG H«lgGr S»h. An«. Koch, UnivnfitStS-Bachdmck««! in Marburg, Berettttettii* für b« «Sgmtta« $b«il: Ädxtftar Ä ertmena,

Rtbettiea wb «oxditi-ar Mar« 21. ffr bta S*ratrot6ttt: Joh. Ä»g. «och, Mbt in Marburg.

,K 303.

Telephon 56.

krschebN täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonn«mentS-Pr«i» bei der Expe­dition 2 MI., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld». Jnsertionsgebühr für di« gespalten« Zeil« »dar dar« Kaum 10 Pfg., Reklamen für di, Zeil« 25 Pfg.

Marburg

Dienstag, 28. Dezember 1897

lne«ig« nimmt entgegen di, Sweditio» diese» Blatt», sowie di« Annonttn-Bnreanx von Haasenstrin & Bögler in Frankfurt a. M., Laffel, Magdeburg und Wim; Rudolf Stoff« tu Frankfurt a. M., Berlin, Münch« u. «81h, L. L. «6« *6». in Frankfurt e. M.. Berlin. Sauuover. Bari».

HM.Jchrg.

Telephon 55.

AbounemeM - Einladung

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;$i« »Oberhesfische Zeitung" ist mit dem »Kreis­et für die «reise Marburg nnd Kirchhain", sowie g ,Jllustrirt«n Sonntags blatt" und den

Mt dem 1. Januar 1898 beginnt auf die

Oberhessrsche Zeitung" um«» Vierteljahrs-Abonnement.

MngSliften der «gl. Preuß. Klaffenlotterie unter den in chug täglich erscheinenden politischen Zeitungen die gc- ch« und am weitesten verbreitet«.

Di« .Oberhessische Zeitung" hat eS stch in g Reihe zur Aufgabe gestellt, einzutreten für di« Macht | das Ansehen von Kaiser und Reich, für Thron, Vater- tmd Altar!

Die .Oberhefsische Zeitung" ist bestrebt, M, wo sie nur gelesen wird, da» nationale Bewußtsein, «e zur Monarchie, Liebe zum Vaterlande, Gottesfurcht i religiösen Sinn, wie Achtung vor onsereu Gesetzen und ährten staatlich« Einrichtung« zu fördern!

Du.OberhessischeZeitung" sucht dies Ziel ch gediegen«, sachlich gehaltene, populär geschriebene Leit- ätl zu erreichen. In ihrer Rubrik .Umschau" wird sie s bisher eine Ueberstcht üb« die wichtigsten Tag«Ser«ig» s aus dem Gebiete der inner« und äußeren Politik und « Besprechung bringen, und die Borgäuge in den iöMmten, in Reich und Staat, unter dem Tagesbericht t bisher zusammrnstelleu. Durch ihre Beibindung mit »Ksntiumtal-Telegraphen Campagn e in Berlin ist die «er hessisch« Zeitung" in der Lage, ihren Lesern vchiaal-Telegrammen die neuestm Ereignisse im Jn- iSuSlande unverzüglich zur Äenutniß zu bring«.

Dm Vorgang« in unserer Provinz wie dem »eien Theile wird die .Oberhessische titu n g" ganz besondere Aufmerksamkeit widm«, auch S sie nicht nur durch ein gediegenes Feuilleton, i durch Zusammenstellung unterhaltender verschiedener ihlichten für ihre Leser Sorge tragen, sondern, wie eineS- & den Vorgängen auf dem Gebiet« von Kunst und Geschäft, so andererseits dem volkswirthschaftltchm und »bwirthschaftlichen Interesse durch einschlägige Wwtlichung« thunlichst entgegenzukommen allezeit be- ti sein.

Inserate finden, die sechSspaltige Zeile 10 Pfg, ! der ansehnlichen Auflage der .Oberhessischen Mitnu g" in derselben di» geeignetste und weiteste Ver- W»ug Dadurch, daß alle Staats- und Somwunal- Älden b«8 Bezirks die .Oberhesstsche Zeitung"

zu ihren Bekanntmachungen benutz«, ist das Halten der- elben von entsprechendem Nutzen für jeden Leser.

Schließlich bitt« wir unsere Les«, Freund« und Gönner, unter ihren Bekanntenkreisen für die Weiterver­breitung der .O b e r h e s s i s ch e n Z e i t u n 8*8 thunlichst mitwirken und so auch ihrersetts Helfer und Förderer einer nationalen und loyalen Politik sein zu wollen, einer Politik, die fich aller umstürzlerischen Teudenz der heutigen Zeit gegenüber treu bleibt in der hohen Devise: »Mit Gott für Kaiser und Reich, für König und Vaterland!"

Zu Deutschlands Vorgehen in China.

* Weniger eilig, als sonst, können wir an großen Feiertagen die TageSpresie durchsehen. Und so zeigen fich denn in den jüngsten Nummer der norddeutschen, wie der süddeutschen demokratischen Presse schwarz aus weiß Auslassungen, welche für denjenigen, der stolz daraus ist, ein Deutscher zu sein, doch einen widerwärtigen Eindruck machen muffen. Es ist ja auS schon so vielen Beispielen bekannt, daß die Demokraten in Deutschland nicht nur in gar mancher englischen Institution mit großer Vorliebe was viel Erbabeneres erblicken, al» in unseren be­währten und vielfach mustergtltigen Einrichtungen in Deutschland. Wett betrübender aber ist eS, wenn die doch immerhin deutschen Zeitungen der Demokratie das Echo englischer Schmähungen sein zu sollen glauben. So liest man vor Weihnachten über die Abfahrt unseres deutschen Geschwaders von Kiel nach China in Eugen Richters .Freisinniger Zeitung" Folgendes:

»ES läßt fich nachgeradr nicht mehr verkenn«, daß das äußere Arrangement und die Kundgebungen, mit denen man jüngst die Abreise des Prinz« Heinrich und zweier Kriegs­schiffe umgeben hat, saft auf dem ganzen Erdball ein« große für Deutschland nicht günstige Erregung hervorgebracht hab«. Alle vom Auswärtigen Amt reffortirend« Offi­ziös« schreiben fich jetzt die Finger müde, um nach all« Richtung« h n zu beschwichtigen. Früher war dergleichen nicht erforderlich, denn zu deS Fürsten Bismarck Zeiten wurden Unternehmung« in überseeischen Gebieten mit so wenig Aufheben wie möglich eingeleitet Man erinnere sich nur der ersten Flaggenhissungen in Afrika und Australien"

Es ist doch ganz außerordentlich bezeichnend für den deutschen Parlamentarier und Freisinnschef, daß er über diegeräuschlosen" Maßnahmen des Fürsten Bismarck s. Zt. genau de» nämlichen Spektakel mit den gleichen unpatrioti- schen Gehässigkeiten verübt hat. ES bleibt

unvergessen, wie überdies gerade Herr Richter die Bismarck'sche Kolonialpolitik fortgesetzt den Eng­ländern zu Liebe in der hetzerischesten Art von der Welt angegriffen und im Dezember 1884 be­kanntlich die Ablehnung deS für die Kolonialange­legenbeiten nothwendig gewordenen dritten Direktors im Auswärtigen Amt inszenirt und herbeigeführt hat!

Der süddeutschen Demokratie wird gleichzeitig die Rechtfertigung ein-S Herrn Leopold Gutmann, des Vertreters für Goeppingen in der Handels- und Ge­werbekammer zu Reutlingen, fatal. Der Genannte gehört politisch derdemokratischen Volkspartei" an, hat fich aber der Kundgebung der Handels- und Ge­werbekammer zu Reutlingen für die Flottenvorlage angeschloffen und erklärt imSchwäb. Merkur" zu näherem Auffchlufse hierzu:

.M«in« Abstimmung und ihre Begründung ist von wirthschaftlich«n Erwartungen ausgegangen. Seit 1871 ist der deutsche Export, von welchem «5 Pioz. über See geht, mit 3/i Milliarden der zweitstärkste der Welt geword« und hat fich bi« deutsche Handelsflotte mehr als verdreifacht. Bei diesen gesteigerten Interessen und dem Wettbewerb um den chinesischen Markt mit anderen! Nationen glaube ich. daß bi« Forberung eines starken, unb zwar eigenen Schutze« unserer maritimen Interessen wohl in Erwägung zu ziehen ist Gewohnt, in meinem eigenen Gewerbebetriebe von bem Grundsatz au» zugeh«, den verantwortlichen Fachmännern einen weitgehenden Einsluß zuzu gestehen unb bei ihr« Anträgen, welche mir keine zu große Belastung bringen, mich zustimmenb zu verhalten, wenn keine sonstigen wichtigen Gründe bagegen sprechen, glaubte ich auch in diesem Fall diesem Grundsätze folgen und für die Flotteovorlage stimmen zu müssen. Wenn Andere, namentlich solche, bei denen die politischen Motive io den Vorderg«nd treten unb ausschlag­gebend sind, mit ihren Erwägung« zu einem ander« Resultat kommen, so liegt eS mir ferne, die» nicht zu be­greifen."

Hier sagt also Herr Gutmann feinen süddeutschen demokratischen Frakttonsgcnosseu es ganz offen in's Gesicht, daß ihre Ablehnung der Flottenverstärkung aus politische, nicht aus sachliche Motive zurückzuführen ist. So verhält sich's natürlich auch mit der Ablehnung der norddeutschen Demokratie!

Diesen bei den Demokraten wahrscheinlichauch vaterländischen" Stellungnahmen stehen zwei, der Demokratie zweifellos nicht passende Kundgebungen gegenüber. ES ist zur hier zuletzt berührten Flottenftage ein dem Herrn Reichs­kanzler zugegangenes Schreiben des Arbeiters Joseph Henning aus der lothringischen Eisenhütte Ucckingen" im gleichnamigen Ort, in dem dieser Ar­beiter, warm für die Flotten-Vorlage eintretend, schließlich (natürlich auf daS Risiko hin, von der

Demokratie alsgekauft" verdächtigt zu werden), dem Herrn Reichskanzler schreibt:

»Da die Ausführung« des Sozialismus und d«S Frei­sinns der Marin «Vorlage gegenüber darin gipfeln, daß di« Lage der deutsch« Arbeiter eine drückende sei und in Folg« dessen die Vorlage nicht anznnehmen sei, um dem Reiche neu« Steuern zu ersparen, so glaube ich auS eigener Erfahrung darauf erwidern zu können, daß dem nicht so ist. Ich war in mehreren Fabriken thätig und habe die Erfahrung ge­macht, daß Arbeiter, welche 4 und 5 Mk. den Tag ver­dienten, schlechter auSkamen als solch«. den« bloß 2,50 Mk. zur Verfügung standen, um ihren Unterhalt zu bestrestetu Unzufriedene und Nimmersatte Elemente bat es von jeher gegeben und wird eS fernerhin geben. Gerade Diejenigen, welche immerhin die traurige Lage der Arbeiter hervorhebm unb bas Gift der Unzufriebenheit den Arbettem vorsetzen, sollten den Anfang mach«, um dieser so großen Noth der Arbeiter abzuhelfen, stehen ihn« doch vietteljährlich 140000 Mk. Abonnentengelder, ohne den Jnseratentheil berechnet, zur Verfügung. Für solche Aufwiegler des Volkes kann man bie Zügel nicht stramm genug anziehen. Dies bie Meinung eine» rechtbenk«nd-n brutschen Arbeiter»."

Sodann aber verzeichnen wir hier, als treffliches Gegenstück zu der obigen Kundgebung der Eugen Richter'schenFreis. Ztg." die nachstehende Auslassung deS Organs des italienischen Ministerpräsidenten di Rudini, derOpinione". Sie schreibt:

Während Deutschlands diplomatische Handlungen in Haiti und China ihren Weg ging, vollzogen fich parallel andere Ereignisse, wie die Berathung im Reichstage über die Flottenvermehrung, die Be­zeichnung des kaiserlichen Bruders als Rächer oder vielmehr Schützer der deutschen Interessen in China, die Feierlichkeit, die man der Entsendung neuer Streitkräfte dahin verleihen wollte, und die durch des Kaisers persönliches Wort gesteigert werden sollte. Es ist eine Politik der Kraft, die, wie bemerkt wurde, aus deu Handlungen der deutschen Krone spricht. Aber es muß hinzugefügt werden, daß es ebenso eine Politik der Klugheit ist, einer Klugheit, die durch den Besuch Kaiser Wilhelms in Friedrichsruh ihren Schlußstein erhalten hat. Die Rede, mit der ber Soifer seinem Bruder den Scheidegruß gab, ist ein Muster ihrer Art. Mit Unrecht würde man sie als einen Provokattonsakt ansehen. Sie ist eine der abgewägteste» politischen Aeußerungen. Reben dem jugendlich kriegerischen Tone steht zum Schutze des guten Rechts die Klugheit und Mäßigung, daß nämlich Deutschland eine rein defensive, nicht offensive Politik führt, nnd neben der Anrufung eventueller kriegerischer Lorbeeren steht der menschliche Ton in der Erklärung, daß Niemand in Deutschland den Prinzen um die in Chinas Gewässern zu pflückenden

(Nachdruck verboten.)

Frau

Manövergäste.

Original - Roman von O. Elfter.

(Fortsetzung.)

Der Oberst suchte sie zu trösten, doch Dönitz schüttelte traurig das Haupt.

-Wir wollen nicht mehr davon sprechen", unter* sie trübe lächelnd den alten Herrn.Es ist mehr zu ändern und wir müssen sehen, wie 18 mts einzurichten haben. Mein Besuch galt aber ^sächlich Ihnen, liebes Fräulein", wandte sie fich D errötheud an Hertha,ich möchte mit Ihnen Wort allein sprechen, vielleicht gestatten Sie mir, 1 Oberst und Sie, gnädige Fran, daß ich mich Fräulein Hertha auf kurze Zett in das Neben- h zurückziehe, ich habe Fräulein Hertha eine Fritze Mittheilung zu machen."

Der Oberst blickte erstaunt auf seine Nichte, welche was Frau v. Dönitz ihr zu sagen wünschte, $ verlegen die Augen fenfte.

-Fürchten Sie nicht, Herr Oberst," fuhr Prisea »daß Ihre Fräulein Nichte und ich Heimlich- 8(5 haben. Ich wollte nur ein Unrecht gut machen, einige unbedachte Worte von, mir angerichtet

1 kben scheinen."

jSte ergriff Hertha's Hand und zog da» junge rWn in das Nebenzimmer.

^.Fräulein Hertha," flüsterte fie leidenschaftlich WV,ich finde keine Ruhe, ehe ich Ihnen nicht k Geständniß gemacht habe. Ich hötte, daß Reliant v. Deunewitz Dienste in der ostaftika- rton Schutztruppe nehmen will, ich ahne, was ^auz Deutschland forttreibt die Liebe zu

»O gnädige Fran l"

Ja, die Liebe zu Ihnen, die ich damals in Sleiko mit meinem thörichten Geschwätz gestört habe. Glauben Sie mir mein liebes Fräulein, ich dachte mir nichts Böses dabei. Erst später er­fuhr ich durch Zufall von Lieutenant Wietholz, welches UnheÜ ich angerichtet. Verzeihen Sie mir, meine liebe Hertha, jenes Geschwätz ist grundlos und falsch, Lieutenant von Deunewitz ist ein Ehren­mann . .

Ich danke Ihnen, gnädige Frau," erwiderte Hertha tief bewegt,für dieses Eingeständniß und den Entschluß, mir gegenüber Ihr Unrecht gut zu machen. Vergessen wir jene häßliche Stunde, sprechen mir nicht mehr davon, ich bin nicht durch Ihre Worte unglücklich geworden, sondern durch mein eigenes Mißtrauen."

Aber Sie sollen nicht unglücklich werden!"

Hertha erröthete; dann sprach fie lächelnd mtt ver­legen zur Erde gesenkten Augen:

Ich bin auch nicht unglücklich mehr, liebe gnädige Frau ... sett einer Stunde bin ich die Braut Kurt'S, Jubelnd umarmte Frau v. Dönitz das junge Mädchen, es herzlich küssend.

O so gratulire ich Ihnen von ganzem Herzen! Möge Ihnen daS reichste Glück blühen . . ."

Gerttud streckte mit schelmischem Lächeln den Kopf in die Thür.

Sind die Samen mit Ihrer Unterredung zu Ende?"

Ja, mein liebes Fräulein, und tausendmal leichter um'S Herz werde ich jetzt Berlin verlassen," rief Prisca, liebkosend der Hand Herthas Wange streichelnd.

Ich wollte die Damen nur vorbereiten," fuhr Gertrud schelmisch lächelnd fort.ES ist neuer Besuch gekommen, der, wenn ich nicht irre, eigen!»

lich Dir gilt, liebe Hertha. Lieutenaot v. Deunewitz hat den Onkel soeben um eine Unterredung bitten lassen."

Hertha verhüllte ihr glühendes Antlitz in die Hände. Frau v. Dönitz jubelte auf unb rief: WelcheSLGlück, daß ich heute noch hierher ge­kommen bin! Nun will ich mich aber rasch empfehlen. In solch ftoheS Familienfest paßt eine Fremde nicht hinein."

Sie umarmte die jungen Mädchen, trug ihnen Grüße an den Onkel und Tante auf und entfernte fich rasch.

Als am Abend Fräulein Berg in den gemein­samen Salon erschien, da fich ihr Schnupfen, wie fie behauptete, gebessert habe, erstaunte fich sehr, am Thee- ttsch Hertha mti einem jungen Offizier beschäftigt zu finden. Erschreckt blieb fie in der Thür stehen unb starrte auf das Paar, bas so Bertieft in die Be­schäftigung der Zuberereitnng des Thee» schien, daß eS den Eintritt des würdigen Fräuleins ganz übersehen hatte.

Der Oberst lachte laut auf, als er daS strenge Gesicht der guten alten Dame sah.

Ja, ja, liebes Fräulein," rief er,eine Neber- raschung! Gestatten Sie, daß ich Ihnen den Ver­lobten HerthaS, Herrn Premierlientenant Kurt v. Deunewitz vorstelle."

Fräulein Berg rang nach Äthern. Zwei Ver­lobungen in einigen Wochen?! Das war zu viel für ihr altjüngferliches Herz. Sie vermochte kaum ihren Glückwunsch anzubringen.

Sie kennen mich wohl kaum wieder, Fräu­lein Berg," fragte Kurt, die Hand der alten Dame küssend.

O gewiß, gewiß," entgegnete Fräulein Berg fassungslos.Ich erinnere mich noch sehr gut . . .

aber Herr Lieutenant Wietholz erzähtte uns doch, daß Sie nach Ostafrika zu den Negern wollten ... soll denn Fräulein . . . ?'

Beruhigen Sie fich," erwiderte Kurt lächelnd. Fräulein Hertha braucht mir nicht nach Ostaftika zu folgen. Ich bleibe hier."

Wie? Sie bleiben hier? Sie gehen nicht fort?'

So klang e» von allen Lippen überrascht durcheinander. Nur der Oberst lachte schmunzelnd in den Bart. Kurt nahm lächelnd die Hand feiner Braut.

Seit heute Nachmittag," sprach er,weiß ich, daß ich nicht nach Afrika gehe. Als ich meine liebe Hertha wiedergefunden, da war eS mir klar, daß ich jetzt hier. größere und schönere Pflichten zu erfülle» habe» würde, als da nute» im Sonnenbrand der Tropen in Ostaftika, wo ja die Kämpfe mit den Arabern ohnedies zu Ende geführt find. Ich fuhr geradewegs zu dem Regimentskommandeur, um mein Abschiedsgesuch rückgängig zu machen. Der Comman- deur empfing mich sehr freundlich.ES paßt fich gut," sagte er lachend,daß fich unsere Wünsche be­gegnen. Auch ich würde Sie ungern verlieren, ich wollte morgen noch einmal mtt Ihnen Rücksprache nehmen und habe deßhalb Ihr Abschiedsgesuch noch zurückbehatten. Hier ist es! Nehmen Sie es wieder zurück. Hoffentlich kann ich Ihnen im nächste» Monat das Hanptmannspatent überreichen." Wer war froher als ich! Aber einer kleinen Prüfung mußte ich meine liebe Hertha doch noch unterwerfen. Wenn Sie dich nimmt, so sagte ich mir, wenn Du nach Ostaftika zu den Neger» gehst, dann ist Ihre Liebe echt und so verschwieg ich bislang, daß ich nicht dorthin gehe, nur Herrn v. Allenberg machte ich natürlich pflicht­gemäß die Mittheilung. (Fortsetzung folgt.)