v»r«tw»rtlich für dm elgmeb« Th«l: Redaktmr M. Hartman«, f«r dm MmitmthM: Zoh. A«, «och, fcik fa Marburg.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhai«.
Jllustrirtes Sonntagsblatt.
«atogi s»|. Ix| «och, Univ«rsttätO.Bnchd«ck««i dl Marburg, Ätbeftiee ob LrpEou: Mark 91.
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L«l«phou 65.
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Marburg
Sonntag, 19. Dezember 1897
Xmeig« «haart entgegen die «weditiou diese, Blatt«», ftwie di« «nnomm»B-r«aar von Haas«nst«tu 4 Bogl er dl Frankfurt a. M., Saffel, Magdrburg «ab Wien; Rudolf Most' in Frankfurt a. M., Berldl, Münchm n. »Mn, L. L. D«b«4t». in Frankfurt a. R.. B«ltn. Hmmov«. P«i4
Telepbon 55.
Zweites Blatt.
Der achtzehnteMärz 1848 fing sehr fried-
3 m. Eine warme Frühlingsluft wehte. Ein so Sicher Sonnen'chein würde in friedlichen Zeiten
Bei dem schönen Wetter gingen wir, nämlich
Erinnerungen aus 1848.
I Zur März-Revolution des Jahres ■W |48 find in letzterer Zeit vielfach neue Beiträge
4 Gcntlicht worden. Besonders werthvolle Mit- - \ langen gelangen zur Kenntlich durch die soeben j Msgcgebenen „Aufzeichnungen des Prinzen v« tift zu Hohenlohe-Ingelfingen" ulaz von E. S. Mittler u. Sohn in Berlin S12). So erzählt der Prinz über den 18. März i bie vielbesprochenen zwei Schuß das Folgende:
Beilin die Massen und in schönen Frühlingskleidern den Thiergarten htnausgelockt haben.
Wir wurden von Mittags zwölf Uhr ab in den (6M1 fernen durch Befehl versammelt. Man erwartete l Bestimmtheit einen heftigen Kampf.
Segen Mittag schien es, als ob ein solcher Kampf j|1 jt ausbrechen sollte. Ich hatte des Morgens 11| men Vater besucht, der wenige Schritte von mir 11 Hotel de Rome abgestiegen war, und wollte mich i meinen Platz in der Kaserne der Reitenden liüerie begeben, als uns die Nachricht zu Theil kde, es werde doch heute wohl zu keinem Zu- menstoß kommen, und wir, die wir nicht in die lerne am Kupfergraben befohlen waren, durften h unbesorgt um drei Uhr dort Mittag essen. Daran uns aber viel, denn zwei Offiziere schieden aus " i Offizierkorps, der eine war zum Bundestags- i übten nach Frankfurt a. M. entsendet, der andere wo anders hin, und fie aßen zum letzten Male gemeinsamen Offizierstische. Da sollte eine Bowle cht, die beiden Kameraden sollten .weggegessen" n.
Ich war neugierig, etwas zu erfahren, und ging meinem Freunde Grävcnitz, mit dem ich seit dem ste 1846 eine Wohnung zusammen genommen , eine halbe Stunde zu ftüh hin. Auf dem Wege nach der besagten Kaserne am Kupfer- n kam mir die Straße wie verrückt vor. Eine ehbare Volksmenge wälzte sich durch alle Gassen, ch-n aller Stände, die ich nie gesehen hatte, mich auf der Straße an, fielen mir um den , küßten mich und meinten vor Freude, jetzt sei , jetzt sei Alles gut. Ich fragte erstaunt, was vorgegaugen sei, und erhielt zur Antwort: 8, Sie wissen noch nicht, Friede, Freundschaft, Kampf!"
Ich eilte nach der Kaserne, denn diese allgemeine enseligkeit war mir unheimlich. Da erfuhr ich —- daß der König eine Bekanntmachung habe an-
(I >gen lassen, in welcher er ständische Vertretung 1 der Vertretung ständische Rechte gegeben habe, r a» fiel das zwar nicht, denn ich hätte es lieber ‘ S>en, die sämmttichen aufrührerische» Bewegungen äst 1 rtn erst niedergeschlagen Word n, und der König 6 erst dann gegeben, waS er für gut gehatten, )UD 5 in dem Augenblick der Aufregung, wo es wie Ügiebigkett auS Furcht hätte ansseheu können. « ich verhielt mich ganz ftiKe.
tl* tere zu früh angekommene Offiziere, auf dem laneuhofe, die Esiensstunde drei Uhr erwattend. kan" sollte bald halb drei Uhr fein und wir wollten ch ’ I eben von dem Kasernenausgang der Georgen- ößkl> tße nach dem Speiselokal zurückwenden, da kam
1 Feldjägerlieutenant in einer Droschke gefahren. , dar ohne Mütze, sein Uniformrock war zerrisse», [OT, tutete. Er hatte den bloßen Säbel in der Hand, «zählte, er sei harmlos des Weges gegangen, fei eine wüthende Bande Kerle angestürzt, habe faeen: .Verrath, man schießt aufs Volk, die ^ateska mordet unS, da ist Einer, nieder' mtt •1* Darauf sei er allseitig angefallen worden, rftl , mit dem Säbel durchgeschlagen und endlich ip* Äe Droschke geflüchtet, die ihn in bei Saniere
1 Berfolgern entrückt habe. Mtt dieser Nachricht W» wir zu Tische.
Fl So traf mich die Kunde von den vielbesprochene» ^Schatz anf dem Schloßplatze. In der Thal sich die Sache fo verhütten:
Der König hatte die oben angegebenen Ver fassungszusagen veröffentlichen laffett. Alle fried liebenden Menschen waren damit mehr als zuftieden. Eine allgemeine Friedensliebe bemächtigte fich bei Gemüther. Das aber paßte dem Aufstands ausschuß am allerwenigste», denn dessen Führer hätten ja dann gar keine Rolle gespielt. Also mußte irgend etwas erfunden werden, was die allgemeine Seligkeit in allgemeine Wuth verwandelte. Eine große Volksmenge sammelte sich auf dem Schloßplatz, brüllte .Hoch!" und „Hurrah!" und wollte dem König danken. Der König erschien auf dem Balkou, und der Jubel war groß. Bald erneuerte sich der Lärm, man verlangte wieder nach ihm, er erschien und sah eine ganz andere Volksmasse. Aufrührerische Banden aus der Hefe des Volkes, geführt von Ausländern, hatten die friedlichen und befriedigten Berliner Weißbierbürger vom Schloßplatz verdrängt und suchten um jeden Preis einen Zusammenstoß herbeizuführen. Der König sah das veränderte Aussehen dieser Masse sofort, kehrte in die Zimmer zurück und sagte ärgerlich: „Das ist nicht mehr mein Volk, mit solchen Leuten rede ich nicht."
Die Masse tobte weiter. Die im Schlöffe anwesenden Truppen erhielten Befehl, den Schloßplatz zu säubern, aber ohne von der Waffe Gebrauch zu mache». Eine oder zwei Kompagnien rückten aus dem Portale aus, marschirten in Linie auf und rückten langsam vor, in Linie, das Gewehr in der rechten Hand, Kolben nach unten, Bajonett nach oben, um Niemand etwas zu thun. So drängten die Truppen die Massen des Volles langsam vor sich her. Da fielen zwei Schuß!
Diese berühmten zwei Schuß sind viel besprochen worden. Eine Untersuchung ist durch die allgemeine Amnestie verhindett, wenigstens von der Oeffentlich- keit ausgeschloffen. Von aufrührerischer Srite ist allgemein behauptet worden, fettens des Militärs sei anf Befehl des Königs meuchlings auf das harmlos durch die Konzessionen herbeigelockte Volk geschoffen worden. So unsinnig solche Erzählung auch ist — denn was sollte der König ober das Miliiär wohl damit bezwecken —, so wurde fie doch geglaubt, denn in aufgeregten Zetten wird das Unsinnigste eben deshalb geglaubt, weil es so unsinnig ist.
Beim Militär wurde das Gerücht verbreitet, die zwei Schuß seien aus dem Volke gefalle», und ei» von den Aufrührern verabredetes Signal gewesen. Ich glaubte das damals um so eher, als die Fabel von den zwei Schuß auf das Volk sich nicht nur bei allen Erneuten in Deutschland wiederholte, also eine Alt Schema in der Hand der Verschwörer war, sondern dieselben zwei Schuß auch noch an anderen Stellen von Berlin gefallen sein sollten, wo, wie fich später herausstellte, weder Volk noch Militär gewesen war; aber ich bin später eines Anderen belehrt worden.
lieber die Fürchtlosigkeit des Prinzen Wilhelm, nachmaligen Kaiser Wilhelm I., entnehmen wir dem genannten Werke Folgendes:
Bei den Wahlen zur Nationalversammlung nach Berlin waren die verschiedensten Elemente auS der Wahlurne hervorgegangen. In den meisten Gegenden hatten fich die guten Elemente ganz von den Wahlen ferngehalten, und die übelsten Vorkämpfer alles Umsturzes waren gewählt worden. In manchen Gegenden aber hatte die alte Vaterlandsliebe die Oberhand behatten; der Wahlkreis Wirfitz hatte derselben dadurch Ausdruck gegeben, daß er den P r in z e n von Preußen zum Abgeordneten gewählt. Er fuhr nun nach Berlin, um feinen Sitz in der Nationalversammlung einznnehmen und dadurch dem Vettrauen der Wähler zu entsprechen.
Schon war wieder die Gährnng in Berlin im Zunehmen, und es bereiteten fich die Kämpfe vor, die Mitte Juni anSgetragcn wurden. Als wir daher sahen, daß der Prinz wirklich nach Berlin fuhr, als wir hätte», daß er fich jeden Schutz seiner Person verbeten habe nnd in die ihm feindlich gesinnte Stadt, wenigstens in der Majorität feindlich gesinnte Nattonal- b rfammlung fahren wollte, da hielten wir es nicht für möglich, daß er lebendig wieder heranskommen werde. Wir weinte» bittere Thränen nm ihn.
Es gehörte wttklich ein LSwenmnth dazu, in diejenige Stadt zu fahre», welche ihn vor drei Mouaier überall gesucht hatte, um ihn aufzuhängen, und die noch immer von demselben Geiste beseett, von den
selben Elementen beherrscht war, wo es von Neuem gährte, und wo täglich Morde ungesühnt vorfielen. Wir kannten ihn nämlich noch nicht von dieser Seite, »lesen außergewöhnlichen Mann, der, wie er später oft genug gezeigt hat, feinen Platz für Furcht in seinen Nerven hat, den aber die Gefahr reizt, und dem fie Spaß macht. Uebrigens muß man dem Berliner und dem ganzen Preußeuvolk, selbst wenn es irregeleitet ist, die Gerechtigkeit widerfahren lasse», daß es Sympathie für den Muth hat, wo er sich zeigt.
Der Prinz ist vom Bahnhof bin ft in einem offenen Wagen mit königlicher Livree in die Nationalversammlung gefahren. Als er einttat, erhob fich der größte Theil von den Sitzen. Auf der äußersten Linken riefen Einige, aber wirkungslos: „Sitzen bleiben!" Der Präsident sagte, die Debatte unterbrechend: „Der Abgeordnete für Wirsitz hat das Wort." Darauf sagte der Prinz, er sei nur erschienen, um in dankbarer Anerkennung der durch seine Wahl seitens des Wahlkreises bezeugten Vaterlandsliebe einmal feinen Sitz einzunehmen. Da ihm aber feine übrigen Pflichten nicht erlaubten, den Sitzungen stets beizuwohnen, so bäte er, seinen Stell- beitreter einznberufin. Er verließ darauf den Saal. Von der Rechten ertönten einige „Hochs". Selbst die wüthendsten Republikaner waren starr vor Erstaunen und konnten nicht umhin, einen solchen Muth zu betounbem. Unbehindert fuhr der Prinz im offenen Wagen wieder aus Berlin heraus.
Wer allerdings jetzt weiß, daß derselbe Pttnz dreiundzwanzig Jahre später als deutscher Kaiser am zweiten März ohne Bedeckung durch von unseren Truppen Licht chesetzte Straßen des eben beschossenen Paris in voller Preußttcher Uniform, int königlichen Wagen mit der königlich Preußischen Livree gefahren ist, nachdem er bie Eskorte am Thor hatte halten lasten, ber findet in biefer Fahrt in bie eigene Stadt Berlin nichts Besonderes. Und doch ist es die Frage, ob sein Leben in Berlin im Jahre 1848 nicht mehr bedroht war als in Paris int Jahre 1871.
lieber die frühere Stellung Preußens z n O e st e r r e i ch nm die Mitte dieses Jahrhunderts bieten interessante Mittheilungen des Werkes viel Interesse. Es fei hieraus Folgendes erwähnt:
Bei dem Verkehr mit den Diplomaten anderer Mächte und mit den Oesterreichern aller Schattttungen wurde mir auch schon im ersten Monat meiner Anwesenheit in Wien vollkommen klar, wie man in Oesterreich über Preußen dachte. Trotz des siebenjährigen Krieges tm vorigen Jahrhundert, trotz der Niederlegung der deut cheu Kaiserkrone im Anfang diesis Jahrhnndetts, trotz der preußischen Siege über Napoleon in den Freiheitskriegen, trotz der Verträge von 1814 und 1815, welche Preußen eine Stellung als Deutsche Großmacht zuficherten, bettachtete man in Oesterreich nicht nur bei ber Regierung, sondern auch in allen Kreisen Preußen als einen Oester- reichischen Vasallenstaat, als den Kmstaat Brandenburg. Es gab zwar in Oesterreich eine foget annte Pieußische Partei (zu der in der Armee Radetzky und Windischgrätz gehörten), aber diese Prevß-sche Pattei bettachte eben nur ein Zusammengehen Preuß nS mtt Oesterreich als zu Gunsten deS Letzteren in der obschwebenden Frage und folgerte daraus mit einer naiven Logik für Preußen die Verpflichtung, für Oesterreich seinen letzte» Man» und feinen letzten Thaler einzusetzen. Daß Oesterreich deshalb gut thue, auf die Wünsche Preußens eivzugehen, daran zu denken fiel keinem Oesterreich» ein. Oesterreich betrachtete sich in patriarchalischer Weise als de» Baier, Preußen wie alle anderen deutschen Staaten als die Kinder. Kam ein Bündniß mtt Preuße» r» Stande, wie das Schutzbündniß vom zwanzigsten April, so lobte man es in Wien vornehm von oben herab, daß es „korrekt" sei (wie man ein Kind „artig" nennt), aber man fühlte für fich keine Verpflichtung, die Bedingungen deS Verttages Preußen gegenüber zu halten, ebenso wie ein Vater dem Kind- Abend», wenn eS artig zu Bette gehe, zum anderen Morgen Kuchen verspricht, ohne bann das Versprechen zu hatten, wenn er meint, ber Kuchen könne dem Kinde schaden. Unsere seit dem Jahre 1815 be folgte, den Befehlen Mette nichs stets gehorchende Politik, unsere wenig selbsibewußte Fügsamkeit nach ben Zwistigkeiten beS Jahres 1850 befestigte bit
Oesterreicher in ihrer Auffassung. Und biefe Grunb- anschaunng war bei allen Oesterreichern dieselbe. W Als diese Ueberzeugnng in mir gereift war, 'gab ich meinen phantastischen Traum von einer engen unerschütterlichen Verbindung zwischen Oesterreich und Preußen auf. Dieser Gedanke konnte nur verwirklicht werben, wenn, wie bie Sachen jetzt lagen, Preußen wieber Oesterreichs Vasall würbe, ober später, wenn wir einst burch neue Siege gegen Oesterreich bieses Lanb baran erinnert hatten, daß in Preußen noch der Geist Friedrichs des Großen vor- walte. Als daher in der zweiten Hälfte des Monats Juli der Oberstlieutenavt und Flügeladjutant v. Manteuffel, jetzt (1880) Feldmarschall und Statthalter, in besonderer persönlicher Mission vom König an den Kaiser Franz Joseph gesandt wurde, sagte ich diesem, welcher ebenso wie vordem ich, für ein Zusammengehen der beiden deutschen Großmächte schwärmte, und welcher wie Alvensleben in Wien durch eine sehr zuvorkommende Liebenswürdigkeit, schöne Redensarten und Versprechungen geblendet wurde, daß sie nicht eher von einer Oesterreichischen Regierung, welcher Schattirung fie auch sei, für voll und gleichberechtigt angesehen werden würden, als bis wir den Oesterreichern noch einmal „die Jacke vollgehauen hätten".
Damals glaubte mir Manteuffel nicht und lachte über die leidenschaftliche Abneigung des jungen Offiziers. Nach ein und einem halben Jahre kam er wieder nach Wien und sagte mir: „Sie hatten damals Recht. Hier müssen wir schlagen; eher gelten wir hier nicht."
Volkswirtschaftliches.
Thalsperren. Ein Attikel der „Berliner Polst. Nachrichten" über die Einrichtung von Sammelbecken mittelst Thalsperren ist von anderen Tagesblättem, die ihn übernommen haben, vielfach als offiziös bezeichnet, ober es ist doch wenigstens angedeutet worden, daß er aus offiziöser Quelle stamme. Diese Annahme ist nicht zutreffend. Allerdings sind die maßgebenden Fattoren mit eingehender Prüfung der Frage beschäfttgt, ob und in welchem Umfange dnrch Anlegung von Sammelbecken, Stauwehren oder Thalsperren in den Quellgebieten der hochwassergefährlichsten Gebstgsflüsse eine Zurückhaltung der Waffermaffen und dadurch eine Verhütung von Hochwassergefahren erreicht werden kann. In welcher Richtung sich diese Untersuchungen bewegen, beutet ber Attikel ber „Berliner Polst. Nachrichten" richttg an aber er besagt zugleich selbst, baß biefe Untersuchungen sich noch durchaus im Stadium der Vorbereitungen befinden. Will man deshalb in den beteiligten Kreisen nicht ungerechtfertigte ober übertriebene Hoffnungen erregen, so wirb man sich in ber Erörterung derartiger Fragen vor der Hand noch um so mehr Zurückhaltung auferlegen müssen, als gegen die Anlage von Thalsperren auch Bedenken sprechen, die zur Zeit noch keineswegs als überwunden zu betrachten find. Denn abgesehen davon, daß die Einrichtung von Thalsperren außerordentlich kostspielig und nicht ungefährlich ist, stehen im Riefengebirge auch insofern noch technische Schwierigkeiten entgegen, als der Untergrund dott nicht aus Felsen, sondern aus kiesigem Boden besteht. Außerdem ist es schwer möglich, Thalsperren vor Ueberfluthung zu sichern. Wenn es auch Thalsperren von geringerer Höhe giebt, die das lleberfluthen aushalten, so z. B. die über dem ttessten Thalpunkt 15 Meier hohe, aus Granit und auf Graust gemauerte Thalsperre der Betwa in Hindostau, so muß doch davor gewarnt werden, unter gewöhnlichen Verhältnissen Thalsperren auf unbestimmtes lleberfluthen zu bauen, weil bie alsbanu auftretenben Kräfte mit ber erforderlichen Sicherheit, bei ber nicht feststehenden lleberfluthungs- höhe, nicht bestimmbar find, llebermäßig statte und deshalb zu theure Mauern bieten auch keine unbedingte Sicherheit, weil die Felsmassen selbst, gegen welche sie sich lehnen, vom Waffer durchbrochen werden können, wie eS an der oberen, etwa 16 Meter hohen, massiven Sig-Thalsperre in Algerien 1885 geschehen ist, was bann ein lieberlaufen ber unteren, 19 Meter hohen, massiven Sig-Thalsperre unb den Bruch auch biefer zur Folge hatte. In biefem Zahrhunbett ftnb 10 größere Thalsperren gebrochen, davon bie massive H ubra-Thalsperre in Algerien mit