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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Htbetttai md eaxMtbn: Markt Sl. für kn Mnatwth.il- Zoh. Mng. «och, MN in Marburg.

M 295.

r«l«phon 56.

SrschebN täglich außer an Wrrktagm nach Sonn- und firthrtagen. — Qnartal-AbonnanmtS-Prrig bei der Expe­dition 2 SD?!., bei allen Postämtern 2 SM. SS Pfg. («kl. Bestellgeld». ZuserttonSgebühr für di« gespalten« Zeil« ad« der« Statut 10 Pfg., Reklamen für bi« Zeil« 26 Pfg.

Marburg

Freitag, 17. Dezember 1897

«»»eigett nimmt «ntg«g«n bi« Sptbitisn dies« Blatts, sowie bk Ltmoncen-Bureanx von Haaswstein & Vogler in w VTT Seit a. M., Cassel, Magdeburg nnb Wkn; raibolf Az All. ^)lllsl-8 in Frankfurt a. M-, Berlin, München n. «öl», L L. <y,r.h6nn kk In Ovenfhrrt . STD »—tt* Cmmw L«ltpv0N W>.

Falsche Volksfreundlichkeit.

jemand liebt eS mehr, in seinen Reden und

ijtm sich als ausschließliche Pächter der wahren fteundschaft hinzustellen, als die radikale sokratie. Wenn man aber die Vertreter

Richtung aufmerksam in ihrem Thun und

a beobachtet, und damit die „Erfolge" ver-

a will, die sie in Wahrheit zu Gunsten des i erreichen, so lassen sich keine aufweisen. Diese

ilen Demokraten find, wie auf daS Deutlichste

tiefer Thatsache heroorgeht, Leute, welche unter

IltA iiets vorgeschobenen allgemeinen Phrase „von IllP dringend nöthigen Wahrung der Volksrechte" ■■•W Soll zu nichts kommen lassen. Es

ich auf allen Gebiete», namentlich aber in Jnoustrte und Handel unter diesem Frieden emporrafft zu einer Weltmachtsstellung ehrendster Art. Wir leben unter der Aegide und Regierung eines Kaisers und treu um ihn geschaarter deutscher Fürsten in einem Reiche, das es verstanden hat, seinen Besitz on Kolonieen auf das 5 fache der Größe des Mutter­landes auszudehnen und daS jetzt auch in China Fuß faßt; dabei besitzt dies unser Reich im Verhältniß zu fast allen anderen Reichen dieser Größe in 2 Milliarden nur wenige Schulden, daS ist nicht einmal die Hälfte der 1871er französischen Kriegsentschädigung. Hierzu haben wir für unsere Sicherheit das mustergiltigstc, geschulteste und tapferste Heer der Welt und glauben überdies nicht zweifeln zu sollen, daß auch die noth

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(Fortsetzung.)

mS Uialtin Berg litt . IIV Skich nach dem Di

hatte

an Migräne und

♦g># ta hatte sie sehr angegriffen; fie ruhte mit ge- 1 ßknen Augen in dem Sessel. Hertha kümmerte

«icht um die Beiden an dem Theetisch in der

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auch ganz klar, daß es mit den radikal-demo- Agitattonen beim Volke viel eher vorüber wenn dem Volke, das sie in ihr Garn zu wünschen, die Wahrheit über die politischen und die politische Lage unseres Vaterlandes würde. Da würde einfach der Brotbaum der

Demokraten, das Pflänzlein Unzufriedenheit, verkümmern müssen — und das wäre das wste, was diesen Männern der „uuentwägten" ung und Volksverstimmung pasfiren könnte, lb machen sie es in Stadt und Land so, wie lverwandter „Genosse" Bebel im Reichstage: was ihnen zugetragen wird, bettachten fie nur dem Gesichtspunkte des Nutzens für ihre agi- n Zwecke; waS in dieses System paßt, ist wahr und richttg, was nicht hineinpaßt, ist unwahr, oder wird ignorirt

te sich bisher ein Mensch in Deutschland nur emjenigen über die Verhältniffe Deutschlands ichtet, was die radikal»demokratischen Blätter üeoner ihm Vorführer», so müßte er allerdings Begriff von den Verhältnissen deS angeblich

, geknechteten, unter der ewigen Steuerschraube Volker" haben, über den man ihn mit- belächkln müßte. Es ist deßhalb jedenfalls S»t, wenn hin und wieder erwähnt wird, wie in Wirklichkeit um unser Volk sieht. Da bietet sich vielfach ein Bild, das jeden Deutschen gar wohl mit Befriedigung er« kann und das gerade uns vor allen Nationen

iger Anerkennung und Genugthuung ver-

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13 stau

27. Jahre eines ununterbrochen aufrecht er« Friedens sehen wir heute in allen Staaten •i Vaterlandes ein rühriges und fleißiges Volk, tttmöge deutscher Intelligenz und Schaffenskraft

. ..... Diner auf ihr Zimmer znrück-

Ü8. Tante Wanda war ermüdet; die gestrige

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jf dunklen Ecke des Zimmers; ihre Finger glitten

■aber die Tasten und spielten eine schwermüthige ’ ^ie. Ihre Gedanken weiften in weiter Ferne. 1 kgleit, ten den Mann, ben sie noch immer liebte, sie ihn nnwerth ihrer Liebe glaubte, und

■a einiger Zeit, wie Lieutenant Wietholz erzähft ■» nach Ostaftika zu reifen gedenke, um dort an Eämpftn gegen die arabischen Sklavenjäger theil- dnen.

?mha hatte es in ihrem jnngftänlichen Stolz : über sich vermocht, sich näher nach Lennewitz zu ^igen, und auch Gertrud gebeten, mit Lieutenant Hholz nicht über feinen Kameraden zu sprechen. -Wenn Herrn v. Dennewitz daran liegt", sprach $ trotzigem Stolz, „sich zu redjtfeitigen, so wird Hst Mittel und Wege finden, sich uns wieder zu wir düif n ihm nicht entgegenkommen."

Eider Kurt v. Dennewitz schien die Anwesenheit Elllenberg'schen Damen in Berlin nicht bemerken Zollen. Er ließ nichts von sich hören und ■; ja, er war sogar, als man sich unter ben *8 begegnete, auf die andere Seite der Sttaße toi, UM die Damen nicht begrüßen zu müssen. . ließ allerdings auf ein schlechtes Gewtffen Mn. Selbst Gerttud war zweifelhaft geworden,

(Nachdruck verboten.) Manövergäste.

Original - Stanau von £. Elfter.

wendige Verstärkung unserer Flotte die schließliche Genehmigung des Reichstags finden wird. In keinem anderen Staate ferner geschieht soviel für die ärmere, wirrhschaftlich schwächere Bevölkerung, wie in unserem Deutschen Reiche, wo, wie dies der Staatssekretär des Reichsschatzamtes Herr Graf PosadowSky-Wehner erwähnte, von den Arbeitgebern für die Arbeiter infolge des diesen zu Gute kommenden Alters- und Jnvaliditätsgesetzes, nnb der für die Arbeiter geschaffenen Unfall- nnb Krankenkassen-Ver­sicherungen ic. täglich eine Million ge- geben wird. Wenn ferner von einem Steuerdruck int Reiche, wie in den Einzelstaaten gesprochen wird, so ist das der Wahrheit in's Geflcht geschlagen. Die indirekten Reichsstenern sind nicht hauptsächlich, wie dies die Demokratie zu behaupten für ihr nützlich befindet, für die ärmeren Leute drückend. In den Einzelstaaten aber zahlen, wie bei uns in Preußen die ärmeren Leute, die von den Demokraten als so steuergeplagt hingestellt werden, überhaupt gar keine Steuern an den Staat, oder doch nur sehr geringe, wie jährlich 4 Mark!

AugefichtS all' dieser Thatsachen ist es eigentlich doch nicht recht begreiflich, daß sich unser deutsches ärmeres und wirthschaftlich schwächeres Volk von demokratischen und sozialdemokratischen Agitatoren in deren Blättern und Reden so unendlich Vieles weiß- machen und falsch darstellen läßt. Es geschieht dies doch schließlich wahrhafttg nicht zum Vortheile bet Vaterlandes ober zum Vortheile des Volkes — fonbern lediglich auS bent Egoismus bei Agitatoren und Führer, die sich unter dem Anscheine „VolkSretter" zu sein, nur an die Krippe drängen, in die z. B. bei der sozialdemokratischen Partei viele Sozial­demokraten mehr, als an den Staat Steuern,

ob nicht hinter dem Gerede der Frau v. Dönitz doch ein Körnchen Wahrheit verborgen lag. Frau von Allenberg war empört über die „Rückstchtslofigkeit" Kutt's und wies jedes Gespräch über ihn mit stolzer Miene zurück. So hatte auch Lieutenant Wietholz keine Gelegenheit gefunden, feinen Freund zu rechtfertigen.

„Weßhalb sehen Sie den» stets auf meine Hände," fragte Gertrud lachend, „und achten nicht auf Ihre Arbett? Geben Sie mir doch die Zuckerdose einmal her, Sie lässiger Mensch!"

Hans Wietholz erröthete. Rasch gehorchte er.

„Verzeihen Sie mir, Fräulein Gertrud," entgeg­nete er, sich entschuldigend. „Ich konnte mich von dem Anblick nicht trennen! Ihre niedlichen Hände bereiten den Thee mit solcher Zierlichkeit..."

„Ach, schweigen Sie doch von meinen Händen Sie sind noch ganz braun vom Sommer Herl Warten Sie nur, wenn das Fräulein Berg gehört hätte."

„Fräulein Berg ist glücklicherweise heute'Abend nicht zugegen . ..'

„Glücklicherweise?!"

„Ja, glücklicherweise! Da kann ich doch mit Ihnen plaudern, wie mir um's Herz ist. — O Ger­trud ..."

„Still, ums Himmelswillen! Die Tante!"

Die beiden jungen Leute blickten sich erschreckt nach Taute Wanda um. Doch diese lehnte das müde Haupt in den Sessel zurück. Die geschlossenen Augen, die gleichmäßigen Athemzüge verriethen, daß Tante Wanda eingeschlafen war.

Ihre Augen begegneten sich. In Wietholz' Augen flammte ein zärtlicher Strahl auf, enöthend senkte Gerttud die blauen Augensterne.

„Sie find ein böser Mensch," flüsterten ihre Lippen in verlegenem Lächeln.

ohne jebes Murren jährlich zahlen. Wir gönnten vor allen Dingen den beihörien Leuten, es würden ihnen diese Steuern für das materielle Wohl­ergehen der Führer durch kommende endliche Einsicht erspart. Durch die radikal demokratischen Nörgler und UnzufriedenheiiS - Apostel ist bas „Volk" in Deutschland noch zu garnickts gekommen, als zu auch materieller Schädigung, die ihm durch die von der Demo­kratie beschützten Börse und Groß-Ringe und durch die von hnen protcgirten anderen Dinge geworden sind. DcS- l)alb lasse man doch endlich den Glauben an solche Inzufriedenheits - Apostel und freue s i ch als Deutscher der gewaltigen Errungenschaften, deS Friedens und der Wohlfahtt unseres schönen deutschen Vater­landes.

Umschau.

Die „Cont. Tel. C." berichtet: Se. Maj. der Kaiser, welcher Marineinfanterie-Uniform angelegt hatte, traf gestern Vormittag 11 Uhr 40 Min. auf dem Dammthorbahnhofe in Hamburg ein. Zur Begrüßung waren Bürgermeister Dr. Versmann und drei Senatoren auf dem Bahnhofe erschienen. In der Begleitung Sr. Majestät befanden sich Se. König!. Hohheit Prinz Adalbert, der komman- dirende Admiral, Admiral v. Knorr, StaatSsettetär, StaatSminister v. Bülow, Staatssekretär Tirpitz, die Kabinetschess von LucannS, von Hahnke und Frhr. v. Senden-Bibra», der Ober-Hof- und HauSmarschall Graf zu Eulenburg, Generallieutenant von Pftssen, die Flügeladjutanten Oberst Graf Klinckowsttöm und von Boehn sowie der Generalarzt Dr. v. Leuthold. Se. Majestät begrüßte die zum Empfange erschienenen Herren auf baS Frennbl chste nnb begab sich fobann mit benfelben unb feinem Gefolge zu Wagen nach dem Rathbause, auf bei Fahrt von bei Bevölkerung mit stürmischen Zurufen begrüßt. Se. Königftcke Hohheit Prinz Abaldert begab sich vom Bahnhofe mit mehreren militärischen Begleitern nach bem Hasen, um eine Runbfahit auf ber Elbe zu unternehmen. Das Wrtter war Anfangs trübe, später auftlaienb. Nach Besichtigung des Rathhauses fanb in ber festlich bekortrteu Rose bcs Rathhauskellers ein Frühstück von 18 Gebecken statt. Um 1 Uhr 10 Minuten erschien Se. Majestät der Kaiser mit seinem Gefolge in der Börse, empfangen von den Mitgliedern der Handelskammer, und begab sich auf die Gallerte, welche durch Teppiche und Blumen geschmückt war. Saal und Gallerteen waren von einer vieltausend­köpfigen Menschenmenge besetzt. Als der Kaiser an

Doch Hans Wietholz war ruhig geworden. Er mochte wohl in Gertruds Augen gelesen haben, daß ihm seine Kühnheit schon im Voraus verziehen war. Er ergriff Gertruds Hände, beugte sich rasch nieder und preßte die kleine», weiche» Hände innig an die Lippen.

„Gertrud, liebe, theure Gerttud, ich liebe Sie... oh, ich liebe Sie schon lange..

Laut klirrend fiel die. filbeine Zuckerzange zu Boden, welche Gerttud in ber Hand gehallen hatte. Wietholz sowohl wie G-rttnd erschrocken heftig. Tante Wanba erwachte und rückte den Lampenschirm etwas zur Seite. Hertha erhob fich von ihrem Platz am Flügel und hat lächelnd auf das verlegen fich über ben Theetisch beugenbe Paar zu.

„Soll ich Euch helfen?" fragte fie mit schelmischem Lächeln.

Gertrud wußte nicht,, was fie erwidern sollte. Tiefe Gluth überflammte ihr reizendes Gesichtchen und mit einem: „Ich habe etwas vergeffen!" eilte fie aus dem Zimmer.

Tante Wanba fragte erstaunt: „Was hat denn Gertrud? — Ist der Thee noch nicht fertig?"

Lächelnd reichte Hertha der Tante eine Tasse Thee und entgegnete: „Vielleicht kann Lieutenant Wietholz Dir eine Einklärung geben, liebe Tante. Ich will einmal sehen, ob ich den Flüchtling zuiück- bringen kann."

Auch fie verließ das Zimmer; Lieutenant Wiet- holz aber eilte auf Fran Allenberg zu, ergriff ihre Hand, küßte fie und flüsterte:

„Ja, gnädige Frau, ich habe Ihnen viel, sehr viel zu sagen. .

XVI.

Am folgenden Tag traf der Oberst v. Allenberg in Berlin ein. Tante Wanda hatte ihn von dem Vor­

der Brüstung erschien, brach das Publikum in an­fallende donnernde Hochrufe aus. In Vertretung des abwesenden Handelskammerprästdenten hielt Adolf Voermann eine Ansprache an Se. Majestät den ?aiftr, in der er auf die hohe Ehre deS kaiserlichen Besuches hinwies, heiße Wünsche für eine glückliche Fahrt des Prinzen Heinrich aussprach, und die er mit den Worten schloß: „Dem mächtigen Schttmherrn des Deutschen Reiches und »er deutschen Flagge auf allen Meeren, Sr. Maj. Kaiser Wilhelm II. ein donnerndes Hoch!" Die Rede, welche mehrfach von lautem Beifall unterbrochen wurde, rief beim Schluffe tausendstimmigen, brausenden Jubel hervor. Se. Majestät der Kaiser banfte sicht­lich erfreut und reichte Herrn Woermann die Hand. Um 1 Uhr 20 Minuten begab sich Se. Majestät ber Kaiser zu Wagen nach dem Dammthor-Bahnhofe, um nach Kiel zu fahren, überall von den Huldigungen des Publikums begrüßt. Im Gefolge Sr. Majestät befindet fich auch Generaloberst Graf Walderfee. Ihre Königl. Hoheiten der Prinz unb bie Prinzeffin Heinrich haben sich gestern Vormittag auf dem Kreuzer „Deutschland", ber die Werft bereits verlassen hat, eingeschifft, und sind mtt demselben zur Regelung des Kompasses von Kiel in die Wiker Bucht gefahren. Mittags ist ber Kreuzer „Deutschland" wiederzurückgekehrt, woraus Ihre Königl. Hoheiten fich in daS Kieler Schloß begaben. Nach 3 Uhr Nachmittags ttaf der Kaiser mit dem Prinzen Adalbert in Begleitung des kommandirenden Admirals, Admirals v, Knorr, des Staatssekretärs Tirpitz, des Staatsministers von Bülow und ber übrigen Herren m Siel ein und wurde am Bahnhofe von dem Prinzen Heinrich herzlichst begrüßt. Zum Empfange waren Admiral Köster, Stadtkommandant Oberst v. Höpfner und Oberbürgermeister Fuß er­schienen. Unter lebhaften Kundgebungen des Spalier bildenden zahlreichen Publikums begaben fich der Kaiser sowie Prinz Heinrich und Prinz Adalbert nach ber Jensenbrücke unb fuhren von dort mittelbst Salon- p'naffe mit Admiral v. Knorr und StaatSsettetär Tirpitz zunächst an Bord des Kreuzers „Gefion", während bie im Hafen anwesenden Kriegsschiffe Salut­schüsse abgaben. Auf ber „Gefion" würbe alsbald bie Kaiferstandarte gehißt und ber Kaiser hielt eine Ansprache an bie Besatzung, worin er biefelbe er­mahnte, eingedenk deS Fahneneides fich brav zu hatten und ihr Lebewohl wünschre. Der Kommandant Kor­vettenkapitän Follenius brachte rin dreimaliges Hurrah auf ben Kaiser aus. Hiernach fuhren der Kaiser, die Prinzen, sowie die Admirale zum Kreuzer

gefallenen telegraphisch benachrichtigt, da fie die Zu- stimmung zu einer Verlobung Gertruds mit Lieutenant Wietholz nicht ertheilen wollte.

„Das find mir schöne Geschichten," rief der Oberst lachend, al8 er in das Zimmer trat und ihn Gettud unter Tbränen jubelnd umarmte. „Kaurn vier Wochen in Berlin und schon verlobt fich mein Nesthäkchen mit diesem kleinen Lieutenant, dem der Schnurrbart erst noch wachsen soll?"

Gertrud schloß des Oheim» Mund mit ihrer kleinen Hand und verbarg dann unter ver­schämtem Erröthen das Gefichtchen an ber Schulter des Onkels.

„Lieber, guter Onkel," flüsterte fie, wtt haben n»S schon lange lieb."

„So? Schon lange? Nun doch wohl erst seit dem letzten Manöver! Diese Manövergäste haben eine Unruhe in unser stilles Slciko gebracht! — Aber beruhige Dich, mein Kind, wenn alles zutrifft, was Tante Wanda über Lieutenant Wietholz ge­schrieben hat, so habe ich gegen Deine Liebe nichts einzuwenden.

Er wehrte sanft die Umarmungen der glück­lichen Seinen Braut ab und wandte fich an Hrrtha. „Nun und Du, meine kleine Melancholische, fragte er neckend, „haben wir unser Herzchen noch frei gehalten? Du bist die Aeltere und es wäre eigentlich an Dir die Reihe ..."

Hertha erröthete.

„Mich triffst Du noch fo wieder," entgegnete sie, „wie ich Dich verlassen habe. Du mußt mich schon noch eine Weile behalten."

(Fortsetzung folgt.)