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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhai«
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^WfZur Frage der Meineids-
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Marine-Infanterie zufolge aus 1200 von der Matrosen- hinzu: 2 Pionier-
vorgeseheneu Frage. Diese durch die türkischen Vertreter ihren Kollegen informationsweise mitgetheilten Grundsätze umfassen u. A. folgende Punkte: Fest« tellung der Grenzen für die Zollfreiheit der Konsvln, Sicherung der Vollstreckung der Urtheile der türkischen Gerichte gegen griechische Konsuln in Civil- und Handelssachen, Regelung von Hausdurchsuchungen bei griechischen Unterthanen, Regelung der GerichtS- bmpetenz rc. DaS zwette Protokoll bestimmt, daß >er vorgesehene Handels- und Schifffohrtsvertrag nnerhalb zwei Jahren nach erfolgter Ratifikation deS Friedensvertrages abzuschließen sei, widrigenfalls beide Mächte auf das durch Art. 11 des Friedensvertrages hergestellte Regime zurückkommen würden.
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Aus Port au Prince meldet „Reuters Bureau" vom gestrigen Tage: Der Chefredakteur des Blattes „Jmpattial", Namens Frederique, der als der Verfasser einer Reihe von Schmähartikelu gegen die Deutschen bezeichnet wird, wurde unter der llnklage, daß er gesucht habe, die Bevölkerung gegen die Regierung aufzustacheln, verhaftet und an Bord eines haitianischen Kriegsschiffes gebracht.
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III. Kompagnie: Hauptmann von Hartmann, Sekondelieutenauts Seitz, Häseler und v.Hoemskerk; IV. Kompagnie: Hauptmann von der Heyde, Premierlieutenant Scholle, SekondelieutenantS Barche- witz und Grünewald. — Kapitänlieutenant Grapow hat den Dienst als Führer der kombinirten, für Ostafien defignirten Artilleriekompagnie übernommen. Mit der Vorbereitung des nach China zu entsendenden Transportes ist daS Rechnungsamt des zweiten Seebataillons beauftragt worden.
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offiziere, 230 Mann Infanterie, Pioniere unb Feld telegraphisten. Die Mannschaften von der Armee, die fich freiwillig meldeten, traten ganz zum See- Bataillon bezw. zur Matros nartillierie über. Zur An illerie Kompagnie für China gehören 50 Fcld- und 25 Fußartilleristen, sowie 3 Lieutenants der Artillerie. Die Armeeosfiziere der Matrosenartillerie ! »leiben in ihrem Armeeverhältniß, die beiden Pionieroffiziere dagegen werden zum Seebataillon verletzt. Der für Ostafien bestimmten Matrosen Arttlleiie- Kompagnie find zugetheilt: Lieutenant z. S. von Mörsberger, Unterlieutenaut z. S. von Behm, Feuerwerker Reiher, geprüfter Zahlmeisterappl'kant Köntgcr. Der Stab des für die Chinaexpedition formirten Seebataillons setzt fich wie folgt zusammen: Kommandant Major Kopka von Lossow, Adjutant Lieutenant z. S. von Sofie; I. Kompagnie: Hauptmann Maure, SekonndelieutenantS von Thaurenay, Reihe, Hanuemann; II. Kompagnie: Hauptmann von Oppeln-BrovikowSki, Premtrrlieutenavt Hiepe, Sekondelieutenauts von Vitzthum und Busse;
als Sünde angesehen wird. Dann bewirken die atheistischen, irreligiösen Lehren nicht nur der Sozial- stemokraten, sondern einer ganzen Anzahl namentlich moderner Berliner Schriftstellerin Büchern und Bühnen- tückcn, daß der Begriff der Heiligkeit deS Eides in »en Herzen gar Vieler in beklagenswerthester Weise chwindet. Es entstehen die „Leute mit dem weiten Gewissen", mit denen Erbarmen zu haben der Rechtspflege in einem christlichen Staate gar traurig tehen würde.
Deßhalb ist eS eine Hauptaufgabe des Seelsorgers, Alles zu thun, um dem Volke wieder den rechten Begriff von der hohen Bedeutung des Eides beb zubringeu. Der Menschen Verkehr unter einander soll neben der Nächstenliebe auf Treu und Glauben be- mhen; die heiligste Versicherung aber, die der Mensch außer zur Wahrung des öffentlichen RechtS, wie wir oben ausführten, zur Wahrung seiner Glaubwürdigkeit und seines Ansehens abgeben kann, ist der Eid vor Gericht. Nicht nur der Geistliche kann hier heutzutage seelsorgerisch helfend ein- grcifen, indem er der Gewissenlosigkeit thunlichst entgegentritt, nein auch Elternhaus und Schule müssen hier rechtzeitig das Ihrige thun. Heilig ernst ist uns um die Seele beim heiligen Abendmahle, da stehen wir durch Christum unserem Gölte gar nahe zu innerster Läuterung und Glaubensstärkung, aber ebenso nah stehen wir bei dem Eide unserem Gotte; durch ihn prüft auch Er der Mensche» Harzen und heilig sollte jeder gläubige Christ den Eid halten, denn er gehört z» den vornehm st en Bethätigunge» christlicher Wahrhaftigkeit!
SoitatyJ mntietitiy össnejf ■ Satatnyj
Der definitive türkisch-griechische Friedensvertrag besteht aus dem eigentlichen Friedensinstrument und zwei Protokollen, welche von den beiderseitigen Unterhändlern am 22. November (4. Dezember, fignirt find. Der Vertrag zerfällt in 16 Artikel, deren wesentlicher Inhalt fich resümiren läßt, wie folgt:
Art. I. Einleitung.
Art. 2. BeKimmung einer Kriegsentschädigung von 4 Millionen türkischer Pfund
Art. 3. Festsetzung der Räumung Thessaliens biuueu Monatsfrist.
Art. 4. Auswechselung der Kriegsgefangenen nach der Ratifikation des Friedensv,itrageS.
Art. 5. Volle Amnestie für alle in die SritgSereigniffe verwickelt gewesenen Personen.
A>t. 6 stellt den freien Verkehr der beiderseitigen Uuter- thanen auf dem Gebiete beider Staaten wieder her.
Art. 7 regelt da» Aurwanderungsrrcht der in Thessalien lebenden Muhammedaner, von denen diejenigen, welche di« hellenische Ratio, alität erworben haben, binnen 3 Jahren nach erfolgter AuSwich elung der Ratifikation für die otto- man sche Nation« iiät opiiren können. Den Auswanderern bleibt das volle Ve fügungsrrcht über ihr in Griechenland gelegener u> bewegliches Eigenthum Vorbehalten.
Art. 8 benimmt die Zahlung von 100000 türkischen Pfund Seiien» Griechenland» zur Entschädigung der durch den Krieg geschädigten Privatpersonen.
Art 9 bestimmt den Abschluß besonderer Vereinbarungen zwischen Griechenland und der Türkei zur Regelung der Koniularverhältniffe und der damit zusammenhängenden Fragen
Art. lo vertilgt dir Aufrechterhaltung der Konvention vom 24. Mai 1881 über die Abtretung ThesialieuS an Griechenland iabgesehen von den durch den vorliegenden Vertrag g> änderten Bestimmungen derselben.
Art. 11 bestimmt, daß die beiden vertragschließenden Theilc bii nen 3 Monaten nach Ratifizirung des Friedens- vertrage« Ver«inbarungen über die zwischen beiden Staaten noch strittigen Nationalitätrfragen, eine Konsularkonvention im Hinblick auf Art. 9, einen AuSlieferungSvertrag und eine Konvention, betreffend di» Unterdrückung des Brigan- tazzo, schließen werden. Bi« zum Abschluffe eine« HaadelS- und Schifffah iSoertrageS wird der freie Handels- und SchiffsahrtSvelkehr in reziproker Weif« wieder hergestellt.
Art. 12 betrifft d e Wi- der Herstellung bezw. die Regelung des Poftoerkehr» zwischen beiden Staate« durch eine Konvention.
Art 13 regelt den Telegraphenverkehr.
Art. 14 enihält die Verpflichtung beider Regierungen, auf ihren Territorien keine die Sicherheit und Ordnung im Nachbar staate bedrohend« Agitation zu dulden.
Art. 16 verfügt, >aß Differenzen beider Staat«, dir fich aus dem Vertrage ergeben sollt«, einem auS den Berti etern der Großmächte zu Konstantinopel zu bildeudm Schied gerichl« unteibriitrt werden können.
Art 16 enthält die Ratifikationsklausel.
Das erste dem FriedenSvertrage beigeschlossene Protokoll enthält die prinzipsillen Grundlage» für die Regelung der im Art. 3 des Präliminarfriedens
M 290.
Telephon 55.
Umschau.
Die verstärkte Abt Heilung :nr China besteht der „Post" Mann Infanterie unb 200 Mann Artillerie. Von der Armee traten
Anzeigm nimmt entgegm di» Spedition dirseS Blatt»«, sowie di, Annoncm-Bureemx von Haasenstein & Vogler in vwil Frankfurt a. M., Eaffel, Magdeburg und Wim; Rudolf aAAiI.
Moss« in Frankfurt a. M., Brrlin, Münch« u. Köln, E. L. ~ ..
Daub« * Co. in Frankfurt a. M.. Berlin. Hannover. Pari«. XtI,D 0
Mn« Kgl. Sachs. Justizministers v. Abeken, und lksrm Erlasse haben es in den deutschen Staaten die ött Justizverwaltungen wahrhaftig nicht an e durch enrsprechknde Verfügungen in dieser fehlen lassen. Abgenommen haben «Hebern bie Meineibe wenig. Erlangt der von Salisch durch den Reichstag und durch Mung des Bundesraths nach der Sanktion des in der JustizpraxiS Gesetzeskraft, nun so iich die Zahl der Meineide sicher, wie wir schon verringern, aber im Verhältniß auch nur in Maße, daS eben mit der sehr kleinen Anzahl änbe der vielen Meineide, an denen die Justizbetheiligt sein soll, Schritt halten muß. fegten schon oben, auch die Justizverwaltungen ia8 Ihrige, beim wir meinen, bie Haupt- i für Abnahme bet vielen Meineibe liegt von MS nicht ihnen ob, sonbern denen, die S e e l s o r g e für ihre Mitmenschen zu F-lde gemacht haben. Man hat auch in JustizpraxiS diesem Umstande Rechnung ge- , da gab eS den religiösen Eid unter Zu- deS Geistlichen, was entschieden weniger Meineide . Der Justizpraxis liegt es unserer Ansicht «b, die Meineide möglichst streng zu bekämpfen, ft keine Zwischendinge, wie Versicherung au: lag u. s. f. einfübten zu lassen, sondern der absichtlich vor Gericht falsch schwört, ins ns zu schicken — denn dort allein gehört er hin.
Hauptgrund der Zunahme der Zahl der e ist kein anderer, als die z u n e h m e n d e G e - rnlosigkeit. Der Eid vor Gericht ist die iflfte Zusicherung, die ein Mensch zu Wahrung iffentlichen RechtS an dieser Stelle zu geben
Deutsches Reich.
Berkin, 9. Dezember. Se. Maj. der Kaiser begab fich gestern Nachmittag nach Berlin und wohnte Abends der Vorstellung von „Don Juan" im Königlichen Opernhause bei. Nach der Vorstellung lehrte er nach dem Neuen Palais zurück. Heute Vormittag von 9 Uhr ab hörte Se. Majestät die Vorträge deS Kriegsministers, GenerallieutenantS v. Goßler, und daran anschließend des Chefs deS Militärkabinets, Generals v. Hahnke.
— Der Bundesrath hat in seiner heuttgen Sitzung den Gesetzentwürfen, bett. Aenderungen deS Gerichtsverfassungsgesetzes und der Strafprozeßordnung und bett. Aenderungen der C'vilprozeß- ordnung, sowie dem Entwurf eines zugehörigen Etn- ührungsgesetzes die Zustimmung ertheilt; ebenso einer Abänderung dcS PostzollregulativS und — mit einer Abänderung — der Vorlage, bett, den Entwurf von Grundsätzen für die Handhabung von Bestimmungen der Gewerbeordnung über den Gewerbebettieb im Umherziehen, insbesondere über die Mitführung von Kindern. Schließlich wurde über einen Sr. Majestät dem Kaiser für die Besetzung einer Reichsgerichtsrathsstelle zu machenden Vorschlag und über eine Reihe von Eingaben Beschluß gefaßt.
— ZeitungSmeldungen zufolge ist in Liverpool vom Kapitän des auS Westafrika gekommen« Dampfers „Niger" die Nachricht verbrettet Iworden, daß Anfang November eine deutsche Expedition von 200 Mau» mit 6 Offizieren im Hinterlande von Kamerun durch Eingeborene niedergemacht worden sei. Diese Nachricht ist, da mit Kamern» Telegraphenverbindung besteht und in Berlin keinerlei bezügliche Meldung vorliegt, als vollständig auS der Lust gegriffen zu bettachte».
Verringerung.
Wir haben gestern an anderer Stelle |(g der konservativen Partei, den Herr
——- A dazu bei, daß bei bethörten Anhängern ihrer
* der Meineid auS politischen Gründen nicht
® Ivh. «(. Koch, UmverfitätS-BUchdnrckeni in Marburg,
' Redaktion and Expedition! Markt 21.
Jllustrirtes Sonntagsblatt.
iiMir t Weiler fleht der Anttag die Bestrafung der Anerkl K falschen Aussagen auch Unbeeidigter vor ——- i vor, und läßt den Gerichten einen weiteren E darin, ob sie unglaubwürdige Zeugen übet» LJ | vereidigen wollen, ober nicht.
ttooan fe Verringerung bet Meineibe ist seit vielen tet find ® «ne ernste Sorge auch der preußischen der 5» «derer Justizverwaltungen gewesen. Einer bei T i wirksamen Erlasse hierzu war derjenige des
Erscheint täglich außer an Werktag« nach Sonn- und
Feiertagen. — Qnartal-AbonnemeMS-PretS bei der Expe- wlHvVll4!l
ditton 2 M., bei allen Postärntem 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. ö
Bestellgeld». JnfertionSgebühr für die gespaltene Zeil« 11 ion»7
d«r«n Raum 10 Pfg., Reklamen für dt« Zeil« 25 Pfg. L>0NNaveNl), 11. LMMVkr 1K97
j eingebracht hat, Erwähnung gethan, welcher zaringerung bet großen Meineibszahl wohl mit abS0im>wd) bavon erwartet, baß künftig den Zeugen - ’ ; sachverständige» vor Gericht der Eid nicht wehr , sondern nach ihrer Aussage abgenommen
a9 fei ^un schwindet ja ober bei leidet sehr vielen t kn, und nicht eben nur bei ungebildeten, das ]SÄ dive Rechtsgefühl in beklagenswerther Weise. jPE^ vägt ein ganz bettächtlicher Theil von Pattei- isgern der Sozialdemottatie durch Wort und
(Nachdruck verboten.) Manövergäste.
Original-Roman von C. Elfter.
(Fortsetzung.)
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letzt wat eS zu spät! Jetzt, wo Herr v. Allen-
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eldst die Abrechnung verlangte, konnte doch Her- -°ch nicht mehr mit dem Seständniß kommen, eigenmächtig an einen stemden Mann, ohne
• welche Sicher hett eine beteutenbe Summe vet- ti : habe.
.j it mußte dar Geld hetbeischaffen — unter allen • *>ben!
sprang empor und eilte hinaus, nm selbst sein W.i» sattel». Kopfschüttelnd sohe» Michelmann I^ie andere» Knechte ben Jnspettor nach wenigen in der Richtung bet nächsten Eisenbahnstation Midi engen.
ry angekornme», telegraphttte Hetbett an Haup r Dönttz und ersuchte ihn nm ttlegtaphisc
\ ib doch Me er dem Obersten irgend eine ügnng, irgend einen Schuldschein ober dergleichen ft itgen müssen, wenn er ihm von bem Darlehen Reul» ? eilung machen wollte!
t« । » hatte bet unglückliche Mann daS Sestänbniß i«0 schuld von ein-m zum andern Tage verschoben,
Sntwott, wann er auf das Geld rechnen könne. Er müsse die Summe in den nächsten Tagen zahlen und bitte dringend um Rückerstattung. Bor zwei, drei Stunde» konnte indessen die Antwott Horst'« nicht eintreffen. Herbert hatte noch Zett, nach der nächsten Stadt zn fahren, die nur eine Station entfernt war um zu versuchen, ob er hier das Geld erhallen könnte. Er dachte au Bierbaum der in der Stadt eine GeschästSniedetlage besaß. Vielleicht wat der Händler gerade anwesend. An ihn konnte fich Herbert wenden. Er stellte fein Pferd in daS Gasthaus ein und fuhr mit dem nächsten Zuge nach bet Stadt.
Herr Bietbaum machte ein sehr erstauntes Gesicht, als er ben Inspektor au» Sleiko bei fich eintreten sah. Rasch sprang er von feinem Schemel herunter, legte bie Feder fort unb streckte Hetbett die breite, fleischige Hand entgegen.
„Ein seltener Besuch, Herr Inspektor," sagte er schmunzelnd, in der Meinung, Herbert sei gekommen, um mst ihm ein Geschäft abzuschließen. „Ein selleuer Besuch, aber desto willkommener."
„Ich habe mit Ihnen zu sprechen, Herr Bier- bäum. . ."
„Allein?"
„3a!"
„Dann bitte hier herein l"
Er nöthigte Hetbett in ein kleines Kabintt und chloß sorgfältig bie Thüte.
„Nun, was giebl's, Herr Inspektor? Hoffentlich tragen Sie mir die Hestigkett nicht nach, welche ich bei meinem letzten Besuch in Sleiko zeigte. Lieber Gott, m.in Zorn galt ja nicht Ihnen ..."
„Sprechen wtt nicht davon, Herr Bietbaum. Ich komme in eigener Sache. Ich gebrauche Geld. . .
Herr Bierbaum sah in da» bleiche, erregte Gesicht Herbett'S nnitz lächelle pfiffig.
„Geld, Herr Sannow, ist heute eine seltene Waate. Ich bin erstaunt, daß Sie, ein so sparsamer, solider Manu ix guter Stellung Geld brauchen . . ."
„Meine Hochzett steht bevor, da werde» Sie be- greife» ..."
„Aha, Ihre Hochzett mit Fräulein Anna Könneke I Wisse» Sie Herr Inspektor, daß diese Hochzett..."
„Schweige» Sie vo» dieser Angelegenheit. Können oder wolle» Eie mir mit einem Darlehen helfen?"
„Wie viel brauchen Sie?"
„Zwettausendfüvfhundett Matt!"
„Zweitausend — fünf — hundert Matt I? — Aber, Herr Sannow, wie sollt' ich zu so viel Geld kommen I So plötzlich--"
„Machen Sie doch nicht so biel Geschichten. Sie besitze» mehr als das u»d könne» e» auch entbehre». Er kommt nur auf Ihren guten Willen an."
„Hm, hm, welche Sichetheü würden Sie mit geben können?"
„Ich will Ihnen mein Gehalt verpfänden."
„Und wenn Sie Ihre Stellung verlasse»?'
„Ich habe lebenslänglich»n Konttakt."
„Und wen» Sie sterben?"
„Ich werde mein Leben versichern lassen."
„Das ist ja alles recht schön, Herr Sannow, aber ich habe augenblicklich die Summe nicht disponibel. Müssen Sie das Geld sofott haben?"
„Ja .. .*
„Daun bebaute ich. In einigen Tage» könnte ich Ihnen vielleicht helfe» ..."
Bierbaum sagte bie Unwahrheit. Et hätte bar Selb sofott geben können, aber sein Verdacht wat durch die seltsame Erregung Herberts erweckt und er wollte, ehe er daS Selb gab, Erkundigungen einziehen, weßhalb Sanno» eine so große Summe »öthig hatte. (Fortsetzung folgt.) M