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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain.
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getreten. ES wurde zunächstsdie Frage nach dem Höchstbetrage der Freiheitsstrafen einer eingehenden Erörterung unterzogen, au der sich die der gestrigen Sitzung beiwohnenden Landeshauptleute von Südwest- Afrika und Togo betheiliqten. Hierauf wurden die Bestimmungen über die Modalitäten der Gefängniß- trafe (Zwangsarbeit, Kettenhaft), der Prügel- bezw. liuthenstrafe und ihrer Vollstreckung und die Be- timmungeu über die Geldstrafen besprochen. Mü ■er in Artikel 11 der Beschlüsse vorgeschlagenen Ausdehnung der Todesstrafe für Eingeborene auf Verbrechen, die nach dem Reichs-Strafgesetzbuch mit mildere» Strafen bedroht sind, erklärte sich der Kolonialrath mit Rücksicht auf die Sicherheit der Weißen in den Schutzgebieten und auf die Noth- wendigkcit der Erhaltung der Integrität der deutschen Herrschaft in den Kolonien im wesentlichen einver- tanden.
Gestern trat der Kolonialrath zusammen und nahm die am Sonnabend, den 20. v. Mts., unterbrochenen Verhandlungen über Strafrechtspflege der Eingeborenen in den deutschen Schutzgebieten wieder auf. Nachdem der Vorsitzende die in der letzten Sitzung angenommenen Artikel 1 bis 6 der Beschlüsie des Ausschusses für die Strafrechtspflege in der Fassung des Kolonialraths rekapitulirt hatte, wurde in die Berathuogen der folgenden Artikel ein-
urlheilung vorsätzlich herbeigeführt oder durch grobe Fahrlässigkeit verschuldet hat. Gegenstand des dem Vemrtheilten zu leistenden Ersatzes ist der für ihn durch die Strafvollstreckung entstandene Vermögensschaden. Unterhaltungsberechtigten ist soweit Ersatz zu leisten, als ihnen durch die Strafvollstreckung der Unterhalt entzöge» ■ t. Die Entschädigung wird aus der Kasse desjenigen Bundesstaates gezahll, bet dessen Gerichte das Strafverfahren in erster Instanz anhängig war. Bis zum Betrage der geleisteten Entschädigung tritt die Kasse in die Rechte ein, welche dem Emschädigten gegen Dritte um deswillen zustehen, weil durch deren rechts- wisrige Handlungen seine Verurtheilung herbeigeführt war. Ueber die Verpflichtung der Staatskasse zur Entschädigung wird durch einen besonderen Beschluß des im Wiederaufnahmeverfahren erkennenden Gerichts Bestimmung getroffen. Der Beschluß ist von dem Gericht unmittelbar nach der Verkündigung des im Wiederaufnahmeverfahren ergangenen Urtheils zu erlasse». Das Gericht muß mit denjenigen Mitgliedern besetzt sein, die bei dem Urtheil mitgewirkt haben. Der Beschluß unterliegt nicht der Anfechtung durch Rechtsmittel; er tritt außer Kraft, wenn das Urtheil aufgehoben wird. Wer auf Grund des die Verpflichtung der Staatskasse zur Entschädigung aussprechenden Beschlusses einen Anspruch geltend macht, hat diesen Anspruch bei Vermeidung des Verlustes binnen drei Monaten nach Zustellung des Beschluffes durch Anttag bei der Staatsanwaltschaft desjenigen Landgerichts zu verfolgen, in dessen Bezirk das Urtheil ergangen ist. U Ihr den Antrag entscheidet die oberste Behörde der Landesjustizverwaltung. Gegen die Entscheidung ist binnen einer Ausschlußfrist von drei Monaten nach Zust llung der Entscheidung die Berufung auf den Rechtsweg zulässig. Für die Ansprüche auf Entschädigung find die Zivilkammern der Landgerichte ohne Rücksicht auf den Wctth des StteitgegenstandeS ausschließlich zuständig. Bis zur endgiltigen Entscheidung über den Anttag ist der Anspruch weder übertragbar, noch der Pfändung unterworfen.
Was hatte Hertha v. Sttahlau für eine Berechtigung, glücklich fein zu wollen, wenn sie, Prisea v. Hohenau, ttotz aller Schönheit, ttotz des sie umgebenden Glanzes vergebens das Glück des Lebens er- ftrebt hatte?
Ein trüber finsterer Schatten flog über ihr schönes Antlitz.
O sie hätte glücklich werden können . . . einst, vor langen Jahren! Damals hatte sie wahrhaft geliebt, damals hatte sie sich mit inniger Zärtlichkeit dem Gefühl der Liebe hingegeben und hatte in jungfräulicher Verschämtheit gebebt, wenn der Geliebte ihr sich genähert hatte. Damals hätte sie glücklich werden und glücklich machen könne». Aber der Mann, der sie geliebt, er hatte sie verlassen. Sie wußte nicht, weshalb, sie glaubte, daß er seinen Spott mü ihr getrieben und eine Bitterkeit hatte si» ihrer bemächttgt, welche alle die häßlichen Eigenschaften ihres leidenschaftliche» Herzens weckte. Damals war sie hart, grausam, herzlos und gefall- süchttg geworden! um sich auS der Misere deS elterlichen Hauses zu retten, hatte sie de» Hauptmann v. Dönitz die Hand gereicht. Dar glänzende Leben in der Reichshauptstadt sollte für das verlorene Glück entschädigen, und mü einer gierigen Leidenschaft stürzte sie sich in den Sttudel der Vergnügungen. Was ein Mann, wie sie wähnte, an ihr verbrochen, daS sollte die gesammte Männerwelt büßen. Der Mann, der sie liebte, war ihr entflohen, dafür sollte die Welt der Herren ihr huldigend zu Füßen liegen und anbetend zu ihr aufschauen. Sie gefiel fich in der Rolle der Venus Imperatrix, wie sie öfter mit spöttischer Bewunderung seitens der Damen genannt wurde. Sie wähnte sich glücklich und glaubte, den großen Schmerz ihres Lebens überwunden zu haben.
Da kam fie hierher! Sie sah den Mann wieder, der sie einst geliebt und der fich von ihr gewandt hatte. Sie fand ihn unter de» unglücklichen Ler- hältniffen leidend, sie sah, d.aß er schuldlos an der Nichterfüllung ihrer Wünsche gewesen, und all das eingebildete Glück ihres Lebens flatterte davon, wie leichter Morgennebel vor dem frischen Ostwinde. Doppelt unglücklich fühlte fie fich, doppelt enttäuscht von dem Leben, dar ihr nur einstigen Schein für echtes Glück, flatterhafte Gefallsucht für wahre Liebe geboten. Die alte Liebe glimmte »och unter der Asche ihres Herzens.
Von Neuem lohte das Feuer empor! Von Neuem schoflen Pläne und Gedanken durch ihren Geist, wie fie daS Glück erringen konnte, »ach dem ihr Herz fich in heißer Leidenschaft sehnte. WaS machte eS ihr, daß Herbert fich mit einem Mädchen verbunden, daS ihn treu und wahrhaftig liebte und unglücklich werden mnßte, wollte Herbert fie verlassen? War nicht auch fie, Prisca v. Hohenau, unglücklich geworden? Weßhalb sollte denn eine Anna Könneke dar Glück genießen, nach dem fie fich ihr ganzer Leben gesebnt? Möchte Anna zu Grunde gehen, waS lag daran! Wenn nur Herbert zu ihr, zu seiner erste» und wahren Liebe zurückkehrte.
In solchen heißen Plänen und Hoffnungen bewegte fich die Gedankenwelt PriscaS. Sie wollte Herbert von den engen Fesseln befreien, mochte daraus werden, was wollte. Das Ende hatte fie in ihrem leidenschaftlichen Sinne noch nie bedacht.
Und doch hatte fie fich den Kampf leichter gedacht, al» er wirklich war. Annas Liebe war zu stark, als daß fie einfach bei Seite geschoben werden konnte, und Herbert zu redlich denkend, als daß er leichthin auf die Pläne Priscas eingegangen wäre.
(Fortsetzuug folgt.)
Die englische Prefle interesfirt fich natürlich ür unsere deutsche Flotten-Vorlage. Die „St. James Gazette* schreibt: Wenn es dem Kaiser Wilhelm gelingt, den Reichstag für seinen Plan zu gewinnen, wird für uns der Fall eintreten, nach dem großen Grundsatz GoschenS bezüglich des Gleichgewichts der Seemächte zu handeln. Wir hoffen, daß unsere Admiralität nächstes Jahr in ihren Voranschlägen gebührende Notiz von dem deuffchen Flottenvertheidigungsgesetz nimmt. Auch einen anderen Punkt sollten wir nicht außer Acht lassen. Dcutsch- land will seine neuen Schiffe selbst bauen. Auf diese Weise vermehrt eS die Zahl seiner Arbeiter und sein Schiffsbau-Inventar. Zugleich wird es geschickter int Bau von Kriegsschiffe». Dadurch wird eS ein immer größerer Konkurrent für uns bei Schiffsbestellungen anderer Nationen. Daran zu denken, ist natürlich nicht Aufgabe unserer Admiralität, sondern unserer Schiffsingenieure. Ob Deutschland feine Flotte gegen un8 verwenden will ober nicht, jedenfalls wird es uns ein furchtbarer Konkurrent im Flottenbau werden.*
ifer Wilhelm II. und der Reichstag.
h Unsere Leser kennen die Worte, welche Kaiser m vorgestern nach Verlesung der Thronrede zu dem Reichsparlamente gesprochen. Wir gestehen, diese Worte haben uns tief ergriffen, jMt in so mancher Hinsicht. Schon daß es Kaiser nöthig erschienen ist, dem offiziellen Wort- ber Thronrede noch diese persönliche Kundgebung »gen, ist für unsere Verhältnisse im deutschen läge nur zu bezeichnend. Die derzeitige ütioncHe Mehrheit des Reichstags läßt eben mit und Recht die Ablehnung der Marine-Verstärkungs- t befürchten, fie verkennt selbst in
-t» einsichtsvolleren Elementen
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T«I«phon 55.
Umschau.
Der Gesetzentwurf, betreffend die Ent- chädigung der im Wiederaufnahmeverfahren fr eig esp r o ch e ne» Personen, regelt die Materie unabhängig von einer Revision der Strafprozeßordnung. Der Kreis derjenigen Per- ouen, die eine Entschädigung beanspruchen können, und der Umfang des zu leistenden Schadenersatzes tnb indessen in derselben Weise begrenzt, wie dies mich de» Gesetzentwurf, betreffend Aenderungen und Ergänzungen des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Sttafprozeßordnung, der in der vorigen Session dem Reichstag vorgelegt, in dieser aber nicht erledigt worden ist, in Aussicht genommen war. Im Einzelnen bestimmt der Entwurf, daß Personen, die im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen oder in An Wendung eines milderen Strafgesetzes mit einer geringeren Strafe belegt werden, Entschädigung aus der Staatskafle verlangen können, wenn die frühere Strafe ganz oder theilweise gegen fie vollstreckt worden ist. Das Verfahren muß die Unschuld des Verurtheilten bezüglich der ihm zur Last gelegten That ober be züglich eines die Anwendung eines schweren Straf- gesetzes begründenden Umstandes ergeben haben. Außer dem Berurthellten haben diejenigen, denen gegenüb, r er kraft Gesetzes unterhaltspflichtig war, Anspruch au; Entschädigung. Der Ansp uch auf Entschädigung ist ausgeschlossen, wenn der Veruitheilte die frühere Ver-
Deutsches Reich.
Berlin, 1. Dezbr. Se. Majestät der Kaiser begab fich heute gegen 8 Uhr früh mittels Sonder» zugeS von der Statton Wlldpark nach -B a r b y.
— Der Herr Reichskanzler wurde gestern nach der Eröffnung deS Reichstags von Sc. Majestät dem Kaiser zur Frühstückstafel befohlen, nach deren Beendigung er Sr. Majestät Vortrag erstattete.
(Nachdruck verboten.)
Manövergäste.
Original-Roman von v. Elster.
(Sortierung.)
-Ich bitte Sie, gnädige Fra»,* entgegnete Hertha wgstvollem Ton, der ihren tiefen Seelenschmerz h, „mir Alles mitzutheilen. Herr v. Dennewitz
sich mir allerdings genähert.* . . .
Nein, nein, ich sage Ihnen nichts . . . aber h wenn ich es erst bedenke, so ist eS doch wohl
Pflicht, Ihnen nähere Mittheilnngen zu Hören Sie also! — Herr v. Dennewitz in Berlin wohl mit Recht als ein sehr gefähr- Meusch. Dem Eindruck feiner interessante» önlichkeit kann fich so leicht keine Frau entziehen n weiß diesen Vortheil zu benutzen. Er flattirt ? einer Liebe zur andern — er — doch nein, daS '«ichtS für Sie. . .*
-Ich bitte, gnädige Frau . . .*
Elenden zu entlarven und ein Unglück zu verhüten. Nochmals, ich danke Ihnen.*
Mit stolz emporgeworfenem Haupte verließ fie daS Zimmer. Fran v. Dönitz hatte fich erhöbe» und blickte mit scheinbarem Erstaunen Gertrud an.
„Diese Wirkung meiner Worte hatte ich allerdings nicht erwartet,' sprach fie. „Fräulein Hertha war ja in furchtbarer Aufregung . . .*
„O gnädige Frau,* rief Gertrud vorwurfsvoll, „Sie wiffen nicht, was Sie gethan haben. Die arme, arme Hertha!*
Sie eilte ihrer Schwester nach.
Frau v. Dönitz stand eine Weste finnend da. Ein häßlicher, bitterer Zug um die stolz geschweiften Lippen Dernnfialtete ihr schöne» Gesicht. Dann lachte sie plötzlich laut auf und sprach: „DaS ist doch wieder eine kleine Abwechslung in diesem langweiligen Leben! — Also hier wollte fich Dennewitz sinnisten! O »ein, mein Herr! So leichten Kaufes entlaste ich Sie meiner Gefolgschaft nicht! Da güt es zuerst einen härteren Kampf . . .*
Sie setzte fich wieder in den Schaukelstuhl, lehnte das Haupt an, schloß die Augen und wiegte fich leicht hin und her. Sie glich in diesem Äugen- blick einer jener Schlangen, deren Gistzah» indeflen schon manches junge Leben grausam veinichret. Eine Entschuldigung für die Grausamkeit der schönen Frau gab eS nicht. Prisca fand eine Freude daran, ihre Mitmenschen zu quälen, die Samen mit bitterem Spott zu übergießen und der Herrenwelt die Macht ihrer Schöuhett fühlen zu lasse». Sie wußte nicht nur, daß fie schön, nein, daß fie auch grausam toar, und fie empfand eine gewisse Schadenfreude, wen» fie ihrer Grausamkeft die Zügel schießen laste» konnte, wie eben jetzt dem jungen Mädchen gegenüber.
8 sagen sollen . . .*
L Hertha hatte fich mit heftiger Bewegung der ung Prisca'S entzogen. Mit bleichem Ant- in Thräne» schimmernden Äugen, zitternd vor 7-rgung stand fie da. Gertrud trat an fie heran 7° wollte den Arm nm die Schwester legen, p1 Hertha stieß fie zurück und sprach mit bebenden ^veu:
.. -Ich danke Ihnen, gnädige Fra», für Ihre Mit- ^bwgen. Sie kommen noch früh genug, um einen
,t um eine Lebensfrage für unser risches Volk handelt.
Die Worte deS Kaisers nach der vorgestrigen nniebe sind ein so inniger Ausdruck von reinster jorgniß um Deutschlands Geschick, von Opfer« rbigftem Pflichtgefühle und von dem Verantwortlich- igifühle unseres Kaisers gegenüber dem allmächtigen k für das Sr. Majestät von seinen großen Vor- mi überkommene Vermächtniß auf Deutschlands isochrone, daß jeder deutsche Mann ihm nur auf» lizsten Dank entgegen bringen muß. Wie kläglich um fich einer solch echt Deutschen hohen Aussig von den Interessen des Reichs gegenüber die akratischen und sozialdemokratischen Phrasen aus, ! denen fich diese Leute Mühe geben, die Bergung der Flotten-Vorlage der verbündeten Re- nmgen durch den Reichstag zu hintertreiben!
Aber auch in anderer Hinficht habe» wir Seiner «jestat Worte als deutsche Reichsangehörige al» t hochbedeutsame Kundgebung zu würdigen: fie tin mustergiltiges Beispiel dafür, wie es jedes deutschen Mannes Brust in Bezug auf S Sinnen und Trachten für daS deutsche Vater- ih anssehen sollte! Wohl wissen wir, daß im Mde genommen Se. Majestät in dieser Gesinnung i begegnet mit Millionen deutscher Herzen, mit t Mehrheit des deutschen Volkes. Aber groß ist ch immerhin, unendlich groß die Zahl derer, iche s, denken, wie ihre Führer in der oppositionellen Gtagsmajorität, traurig groß!
Da ist eS denn die vornehmste Pflicht eines des, dem nationale Gesinnung innewohnt, Alles :hm>, daß, wenn die jetzige Reichstags-Majorität ch diese Flotten - Vorlage ablehnen sollte, diese
Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-AbonnvumtS-Prei» bei der Expedition 2 Mk, bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (extt. Bestellgeld». JnsertionSgebühr für die gehaltene Zeile •bet deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
^Mck«dS«lagr Ioh Ang. Koch, Univerfitätr-Buchdruckerei in Marburg, »«raMwortlich für de» allgemein«, Theil: Redakteur «. Hartmann,
Redaktion und Expedition: Marü 21.ft, den «eratentheil- Joh. Äug. «och, beide in Marburg.
Anzeigen nimmt entgegen die Eyeditiou diese» Blatte», sowie die Annoneen-Bureaux von Haasenstein & Vogler in vYVII Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf aAAII.
Most« i» Frankfurt a. M., Berlin, München u. Söln, C. L. ,,
Daube» Co. in Frankfurt a. M.. Berlin. Hannover. Vari». Telepbon 55.
.Er hat ein Lerhältniß mit einer Sängerin — r5 weiß e» genau ... er hat dieser Person fast _ । 7* ganzes Vermögen geopfert und nun — nun sucht »ach einer reichen Partie . . . aber mein Gott, ein Hertha, waS haben Sie? O ich hätte doch
Gefährdung der Sicherheit des Deutschen Reiches durch besten Parlament nicht wieder geschehen kann. Davor aber sichert, da die Regierung und d i e O r d n u n g s - P a r t e i e n absolut den Conflict verabscheuen, auf den die Opposition g e f l i s s e n t li ch st hintreibt, nur das gemeinsame Eintreten mit aller Macht unter Hintansetzung aller FractionS- und Sonder- Interessen bei de» Neuwahlen zum Reichstag. Mögen diese nun wirklich zeitlich normal erst im Sommer nächsten Jahres, oder mögen sie nach eventueller Auflösung des jetzigen Reichstages, die wir bet Ablehnung der Flotteu-Vorlage für unumgänglich ansehen, früher erfolgen, das spreche» wir est hier aus: Wer bei diese» Neuwahlen eine Schuld auf sich lädt, indem er >ie Ordnungsparteien vom gemeinsamen Handeln wider die Opposition abbringt, der begebt eine uuver- antwortliches Unrecht gegen das deutsche Reich und das deutscheVolk!
Marburg
Freitag, 3. Dezember 1897.