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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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B«mtw»rüich für dm oEgtmtfam Lh«ll: Rtdattmr M. Hartmann, für dm Dgiatmthril: Zoh. An». «och, Mb« fa Marburg

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tlQ| Irlephon 55.

Erscheint täglich «lher cm Werüagm nach Sonn- und C1YX ,A

Feiertagen. Qnartal-AbonnemmtS-PrriS bei der Expe- JLft UvVllVlI

dition 2 ML, bei allen Postämtern 2 Mk. SS Pfg. (exkl. «V

toÄSSÄ.S £ Mittwoch, 1. Dezember 1897.

,nu W,e*8<6ei: ^toottion1»» au Jllustrirtcs Sonntagsblatt

«M»igm nimmt entgegen di» Syedttio« diese» Blatt»«, fo®« di» Annonem-Bureani von Haas»nstii» & Bögler in VYVTT n Frankfurt a. M., Eaffel, Magdeburg und Mm; Rudolf A.AÄ11. xyUljrfl. Most« in Frankfurt a. M., Berlin, Münchm u. «öln, 6. L. ss

vaub« * Co. in Frankfurt a. M.. Berlin. Sannot«, Bari». Tarphou 55.

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Erstes Blatt.

gegenüber der Reichsregierung dasvöllig gefährdete mrlamentarifche Bewilligungsrecht zu verrhetdigen." Das wußte jeder Mensch, der diese angeblich extra volksfreundlichen Parteien beobachtet, vorher; hier

te ist formell »achgesucht gewesen vom Gesammt- cabinet Badeni; das verhindert, daß man sagen könnte, der Kaiser Franz Joseph habe einfach sich vor den Demonstranten und Dr. Lueger gebeugt. Dieses

einfach, wie vorher, von der Nothwendigkeit,

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taolc That von hoher Bedeutung gewesen, daß durch Genehmigung des bürgerlichen Gesetzbuches Bem Gebiete des bürgerlichen Recht» eine Ein-

I eine Majorität zu Gunsten der nationalen Sache ta. Nicht etwa, daß wir erwarteten, daß sich Richter'sche Partei, daß sich die Sozialdemokratie,

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>ilft eben der beste und schlagendste Nachweis der Regierungen absolut nichts; wollten sich die Volks­tribunen dieser Parteien irgend einmal der Logik der !'Hatsachen, die ihnen die Regierungen voiführen, ügerr, nun so könnten sie eben nicht mehrFührer" hrer Parteien sein, und darauf kommt es ihnen u erster Reihe an!

In der Hoffnung auf eine Majorität in diesem Reichstage könnte Einen in etwas schon die That- fache bestärken, daß der Rickert'sche Freisinn, wenn auch ein kleines Häuflein Leute nut, sich bekanntlich in der Flottenverstärkungsfrage von Anfang an nicht völlig ablehnend verhalten hat. Aber uvS fehlt auch gegen diese Herren, und zwar auf Grund ihrer schließ­lichen früheren Abstimmungen im Reichstage das Vertrauen. Täuschten wir unS mit unserem Miß­trauen einmal in ihnen, dann soll'» unS natürlich nur recht sein. Die Seite, auf die wir aber zur Bildung einer Majorität bauen, das ist das Ccnirum. Wir haben jüngst die Stellungnahme deS Prinzen Arenberg vom Centrum zur Flottenfrage unseren Lesern mitgeth ilt. Wir wissen, es giebt unter den Reichstagsabgeordneten des Centrums heute eine ganze Anzahl idr Vaterland gesichert wissen wollender Männer, die nicht um den demokratischen C.ntrums- führer Di. Lieber stehen. Es sind dies Herren, denen es fern liegt, sich etwa umParteischachers" mit der Regierung Willen den Gründen der Ver­nunft zu verschließen, und wir wiffen, daß diese Centrumsmiiglieder die Flottenfrage für unser Reich als eine Lebensfrage wohl ansehen. Auf diesen Theil des Centrums bauen wir doch schließlich für die erhoffte Majorität. Bringen es diese Herren fertig, diesmal eine nationale Lebensfrage bei der Abstimmung höher zu stellen, als den Fractionszwang, dann erwerben sie sich ein Verdienst um unser großes, schönes Vaterland, das ihnen das deutsche Volk nie vergessen wird.

WaS sodann die zweite Frage, den Sturz des österreichische» 6a b in et 8 Badeni an- belrifft, so betrachten wir biefen Vorgang und die Ernennung des Ministers Gautsch zum Chef des neu zu bildenden Cabinets durchaus nicht zu optimistisch. Wir hoffen, wie wir schon gestern gesagt, daß die Badeni'ichen Sprachen-Verordnungen beseitigt werden, aber all' zu leicht wird dies Herrn Gautsch, der doch unter Graf Badeni als Minister für dieselben m i t eingetreten ist, auch nicht werden. Die Demission des Cabinets hat aber noch andere Seiten;

(Nachdruck verboten.)

Manövergäste.

Original - Roman von £>. Elfter.

(Fortsetzung.)

Geschmack so wenig getroffen habe. Das Arrangement eines Zimmers ist aber bald wieder geändert. Aber nicht so leicht ist eS, ein verfehltes Leben wieder ein­zurichten. Nicht war, Herr Sannow? Das haben wir beiden so recht gefühlt? Auf Wiedersehen, mein Freund, wenn es Ihr Bräutwen gestattet."

Mtt leisem, höhnischem Auflachen entfernte sie sich, ©anno«» fand nicht den Muth, sie zurück,u- hatten; mit verschränkten Armen stand er da, düster zu Boden starrend. An seinem Herzen zerrte und riß ein heftiger Schmerz; Verzweiflung, Scham, De- müthigung, alle diese Gefühle stürmten auf ihn ein und drohten ihn zu vernichten.

Anna war auf einen Stuhl gesunken, hatte die Hände vor das Gesicht geschlagen und weinte bitterlich.

Du hast dich unverantwortlich betragen," sprach Herbert bart und streng, vor seine Braut tietenb und sie mtt finsterem Blick messend.

Verzeihe mir, Herbert," schluchzte Anna.Ich konnte nicht anders o ich weiß es wohl, eS war nicht recht von mir aber ihr Spott ihre Ironie ah sie ist eine schlechte Fiaul Sie will unsere Liebe vernichten . . ."

Sprich nicht solchen Unfinn. Was kümmert sich Frau v. Dönitz nm unsere Liebe Dich

Er sprach in einem Tone der Geringschätzung, der Anna auf'S Tiefste erschreckte

Herbert!" schrie fit auf.Ich bitte Dich, sage mir um Alles in der Wett, liebst Du die'e Frau..

Sanuow's Herz krampfte sich schmerzhaft zu­sammen. In seinem Innern schrie eine Stimme; Ja, ich liebe diese schöne, herrliche, kluge Frau Dieses Weib, das in seiner Schönheit einer Götti- gleicht ich liebe fit xnb biefe Liebe wird mich

kzah! » von autoritativer Seite von der Volksvertretung t. g l Reiche zu dessen Stärkung und Sicherung ver-

süddeutsche Volkspartei und was sonst zur Position gehört, für die Vorlage aussprechen würden.

gen 6 ist diesen Leutchen unmöglich, fie find eben die M iivzipielle Opposition, die Alles verneint,

»®näbige Frau!" . . .

Vr versuchte sie zurückzuhatten. PriSca iu- ds® ^wehrte ihn mit stolzer Gebärde ab.

>- ® har wollen Ihre Braut nicht wieder eifersüchtig 2?;* sprach fie spöttisch.Leben Sie wohl mein ^Ue,n und verzeihen Sie mir, wenn ich Ihren

[7i »irb. Die Presse bieier Parteien spricht heute, iirich die Reichsregierung in ber Begrünbung des ' jjj v-vmfs ganz genau nachgewiesen hat, wie dem k Utrecht des Reichstags auch nicht im Geringsten ; 3 tat Flotten-Verstärkungs-Plane Eintrag gethan

iersn. ga, die wir gestern veröffentlicht haben, und die Österreich durch den Sturz des Ministeriums gbe n i herbeigeführte Sage, welche die öffentliche T* targ am meisten beschäftigen. Der heute zu [)^ nnengetretene Reichstag zeigte bekanntlich bis- cine Majorität, welche in nationalen

) 3i [gen herzlich wenig Erfreuliches zu Stande ge- äl« jjjt hat. Immerhin aber ist es von ihm eine

! geschaffen hat. Itzt nun tritt an diesen Reichs- ei r m inem letzten Jahre die Forderung, der ni) j rrnnten Wehrkraft des Reiches die nöthige Aus- (i Stang durch die Billigung des Planes der ver- hh.« Seien Regierungen zu den Flotten-Verstäikungen I-, ton«.

0 Sir haben in Bezug auf den jetzt veröffentlichten sttzentwurf und den heute wieder zusammenge- J tatn Reichstag die Hoffnung, es werde sich diesmal

KT Neubestellungen auf dieOber- M fische Zeitung" für den Monat De- Mr werden von sämmrlichen Postanstaiten K Briefträgern, unseren Zeitungsboten, so- W j m der Expedition, Markt 21, ange- tarnen.

-Ihre Fräulein Braut scheint ein sehr lebhaftes ®taament zu besitzen, bester Freund," wandte sich P ®ca spöttisch an Herbert, der sich vergebens be- get^tzte, Anna zu beruhigen. »WM

rief er, welche Sprache? Es ist

(7$ g»Ah, Hubert, Du thust mir Unrecht! Bon Dir je » J gern Alles ertragen, denn ich habe Dich

" _ Hfrzen lieb und ich lebe der Ueberzeugung, daß S Du mich liebst, wenn auch in diesem Augen- F6 Dich ei» falscher Glanz blendet ..."

I »3ch verbiete Dir, so zu sprechen!"

»Mafien Sie nur, lieber Freund," unterbrach ihn h*® ironischem Lächeln und überlegener Ruhe, i 8laut war überrascht, mich hier zu finden.

l'jj ®ott, junge Mädchen find ja so leicht zur

geneigt. Aber ich versichere Sie, mein ° 8 Fräulein, daß Sie keine Ursache zur Eifersucht . 2tn- Ich gönne meinem alten Freunde Herbert ^Ütazem Herzen daS Glück, welches et gewiß in ^biebe findet. Und da sich Brautleute stets viel ^zahlen haben, so toiß ich Ihr t6te-i-t6te nicht

Zur Lage.

* Heute find es natürlich vornehmlich die 106081 fetten «Soria gen der verbündeten Rcgier-

lachgeben aber wäre ein sehr bedenkliches gewesen. Kaiser Franz Joseph war sicher schon vorher Jb. i. ehe er in Wien eintraf, entschlossen, diesen Parlaments- Skandalen ein Ende zu machen, und deßhalb drückte er dem Grafen Badeni den Wunsch aus, einer anderen Persönlichkeit eine neue Kabinetsbildung zu überlassen. Als der Kaiser in Wien ankam, hatten aber die Parlaments-Skandale nicht mehr bloS den Charakter einer Rettung der deutschen Sache, sondern sie waren vielmehr Sache der Sozialdemokratie geworden, die auch am Sonntag den Zug von 30 000 Arbeitern zum Parlamentsgebäude in Wien organifirt hatte. Deßhalb mußte das Äabinet erst noch Ordnung schaffen, ehe es ging, sonst beugte sich einfach in Wien die Siaats-Antoritäf vor den Sozialdemokraten. Und solch' einer Beugung sieht der Abgang des KabinetS Badeni, sicher nicht zum Heile des dortigen Regierungs - Ansehens, leider immerhin verzweifelt ähnlich!

Deutsches Reich.

Berlin, 29. November. Seine Majestät der Kaiser nahm im Neuen Palais heute Vormittag von 9 Uhr an die Vorträge des Chefs des Ctvil- kabinets, Wirklichen Geheimen Raths I >r. von Lucanus, des kommandierenden Admirals, Admirals von Knorr, des Staatssekretärs des Reichs-Maiine- amts, Kontre - Admirals Tirpitz und des Chefs des MarinekabinetS, Kontre - Admirals Freiherrn von Senden-Bibran entgegen.

Das Staats-Ministerium trat heute Nach mittag 2 Uhr im Dienstgebäude, Leipziger Platz 11, unter dem Vorsitz des Minister-Präsidenten Fürsten zu Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen.

Eisenbahnminister Thielen veranstaltete gestern Abend einen diplomatischen Bie abend, zu welchem die sämmtlicheu Minister eingeladen waren. Auch der Herr Reichskanzler hatte der Einladung Folge gegeben.

Staatssekretär v. Bülow ist mit der Stell­vertretung des Reichskanzlers im Bereiche des Aus­wärtigen Amtes betraut.

Der kommandirende General des IX. Armee­korps, Generaloberst Graf SBalberfee, ist aus Altona auf der Durchreise nach Breslan in Berlin eingcttoffen.

verderben! Schon wollte er h-stig erwidern, schon wollte er feinem gewaltigen inneren Schmerze Luft machen, indem er das Geständniß feiner wahn­sinnigen Leidenschaft hinauSrief in alle Wett, indem er das einfache Mädchen da vor ihm, welches ihm jetzt so häßlich erschien, von sich stieß, als er in daS flehend auf ihn gerichtete Auge Anna's blickte, als er in ihrem großen blauen Auge die namenlose Angst ihres Herzens, die unsägliche Seelenpein laS, und tiefstes Mttleid mit dem unglücklichen Mädchen erfaßte ihn, daS er doch zu sich herauf^ezogen, daS sich mit seiner Liebe an ihm emporrankte, nicht Gegenliebe heischend, eine stille Salbung unb herzliches Mitgefühl. Tief bewegt wanbte er sich ab. Mit krampfhafter Anstrengung nnterdrückie er den Wunsch seines Herzens, sich frei zu machen von allen Feffelu seines engen Lebens unb mtt heiserer Stimme ent­gegnete er:

Du bist eine Närrin! Ich habe nicht baS Recht, eine Dame zu lieben, wir beibe gehören zu­sammen, ich ber Inspektor und Du . . ."

Er Vollenbete bie Rebe nicht, aber fie setzte trau­rig hinzu:Unb ich bie Wirthschasterin. . . .

Er zuckte mit ben Schultern unb fragte: UebrigenS wie kommst Du hierher? Ich erwartete Dich erst in einigen Tagen,"

Du bist einige Tage nicht bei uns gewesen." entgegnete fie sanft, mit biltenbem Blick zu ihm aufiebenb,unb ba dachte ich da wollte ich unb jetzt treffe ich Dich in Gesellschaft jener Dame. ..."

Du solltest bankbar fein, wenn jene Dame so regen «ntheil an unserem Geschick nimmt Hat fie boch sogar unser Zimmer aufgeräumt." . . .

Wie bieKreuzztg" hört, steht bie Er­nennung bes Superintenden U m b e ck zum General- uberintenben ber Rheinprovinz fest. Herr Umbeck, Mitglieb ber Generalsynode, gehöre der Mtttelpartei an.

Der für Deutschland neuernannte chinesische Gesandte Lu-hai-huan wird sich am 3. n. M. auf dem ReichspostdampferBayern" des Nord- rentschen Lloyd nach Europa einschiffen, um seinen Berliner Posten anzutreten.

Die Kommission für Arbeiterstatistik trat heute unter dem Vorsitz des Unter-StaatssekretärS im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Fleck zu­sammen. Als Kommiffare des Staatssekretärs deS Innern wohnten die Regierungs Räthe Koch und Dr. Engelmann, als Kommissar des König!, preußischen Ministers für Handel und Gewerbe der Regierungs- Assessor von Mayeren und im Auftrage des Senats zu Hamburg der Fabrikinspettor Giesecke den Ver­handlungen bei. Die Tagesordnung bildete die Ver­nehmung von Auskunftspersonen über die Arbeitszeit in Getreidemühlen, lieber die Vernehmungen wird stenographisch Protokoll geführt.

Laut telegraphischer Meldungen an das Ober- Kommando der Marine ist S. M. S.Loreley", Kommandant Kapitän-Lieutenant von Witzleben, am 27. Novdr. in Smyrna angekommen und beabsichtigt, am 30. Noobr. nach Konstantinopel in See zu gehen; S. M. S.Kaiserin Augusta", Kommandant Kapitän zur See Köllner, ist am 27. November in Aden eingetroffen und beab­sichtigte , gestern nach Colombo in See zn gehe»; S. M. S.Wolf", Kommandant Korvetten - Kapitän Schröder (Johannes), ist am 27. November in St. Vincent angekommen unb be» adfichiigt, am 30. November nach Freetown in See zu gehen; S. M. S.Charlotte", Kommandant Kcpitän zur See Thiele (August) ist gestern in St. Thomas eingehoffen.

Wie dieB. N. N." melden, geht das PanzerschiffOldenburg" demnächst als Ersatz fürKaiserin Augusta" in das Mitteluuer.Olden­burg" hat 5200 Tonnen Deplac-ment, 3900 Pferde­kräfte und 389 Mann Besatzung. Der Kreuzer Geier" wird übermorgen für Mittel- und Süd­amerika in Dienst gestellt. Das Kommando hat Korvettenkapitän Jacobsen vorn Stabe des Ober­kommandos der Marine, einer unserer tüchtigsten Seeoffiziere, erhalten.

Kiek, 29. Novbr. Prinz Heinrich von Preußen begab sich heute zum Besuch der Kaiser­lichen Prinzen nach Plön und gedenkt am Abend hierher znrückznkehren.

Aufgeräumt? 1 Du lieber Gott, jeden Gegen- stand hat fie an einen Platz gestellt, wohin er nicht gehört ... mir kommt es vor, als wenn eine entietzliche Unordnung hier herrschte. Kein Möbel steht gerade, die Gardinen hängen schief, die Bilder . . . nein, nein, mir gefällt das Zimmer gar nicht mehr..."

So räume eS nach deinem Geschmack wieder ein," entgegnete Herbert mit scharfer Ironie, ergriff seinen Hut und verließ daS Zimmer. Sein Herz quoll über vor Scham und Schmerz. O wie blind war er gewesen! Was sollte an» seinem Leben, ans feiner Zukunft werden I

Anna sah ihm traurig nach. Dann floffen ihre Thränen wieder reichlicher.

Ich paffe nicht »u ihm," flüsterte fie schluchzend, unb doch habe ich ihn so lieb so lieb ... wenn wir boch allein geblieben wären, bann würde alles gut g, worben sein . . ."

Als Herbert gegen Abenb in bie Wohnung zvrückkehrte, war Anna fo tgegangen. Die Garbinen hingen in geraden, gleichmäßigen Falte» von den kleine» Fenstern nieder, die Diübel standen wieder in ber strengen, schlichten Ordnung es war Alles wieder, wie früher.

Er mochte bo8 Zimmer nicht mehr sehen. Er verschloß bie Thüre unb zog sich in sein kleines Arbeitszimmer zurück, in bem die Möbel anS atter Zeit standen. Hier sank er leise und schmerzlich onsstühnenb auf ben Stuhl an bem Schreibtisch nieder, stützte bie Sih ne in bie Hand unb starrte in düstere Gedanken versunken vor sich hin.

(Kortsetznng folgt.)