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LÄephon 55.

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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

ItoaMim nd> «v-dttio»: Markt Sl. fc*** Jllustrirtes Sonntagsblatt.

Ertchr^ täglich au^ M Werktagm nach Soml mw »fimut entgegen die Expedition dieses Blatte«,

WlU¥vUrn sowie die «mwncm-Bnreanr von Haasenstetn & Vogler in yYVTT

w^ftenaeft I ' 2J^ n,fhnrP.^ oM. ö M., Eaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf aaXII. njaQlg.

KdL'ZL^B Dienstag, 30. November 1897. ßLLL°LL MtSLLLtLL ».

jy Neubestellungen auf dieOber- ,jsische Zeitung" für den Monat De- Ader werden von sämmtlichen Postanstalten KBriesträgern, unseren Zeitungsboten, so- p m der Expedition, Markt 21, ange-

Mimen.

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(Nachdruck verboten.)

Nachdem i» der Entwickelung der Technik eine iMe Ruhe eingetreten ist, und in allen Marinen i Wesentlichen dieselben Schiffstypen vorhanden L, haben sich die Seemächte in den letzten Jahren Wachlich der Durcharbeitung der organisatorischen, tischen und strategischen Fragen gewidmet. ES

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| Der Entwurf eines Gesetzes, betr. die deutsche Flotte.

s Die zur Zeit vorhandene Kriegsmarine bedarf t Berstäikung, um den erheblich gestiegenen See- dkßen des Deutschen Reichs im Kriege und «tat den erforderlichen Schutz zu gewähren. Um i diese Verstärkung eine gesunde Grundlage zu ge­sell, müssen sich die beiden gesetzgebenden Faktoren iJfai darüber einigen, wie stark die deutsche «ie werden soll. Zu diesem Zweck ist eine B e - siußfassung des Reichstags über die Soll- rtt der Marine nicht zu umgehen. Eine solche aber nur zu erzielen, wenn dem Reichstage ein la in Form eines Gesetzentwurfs vorgelegt

H heute die Anschauungen hierüber so geklärt, daß hedenkllch Stärke und Zusammensetzung der deutschen üfgimarine gesetzlich festgelegt werden kann.

Ä dem von den verbündeten Regierungen auf» irllien Gesetzentwurf wird der S ch i ff s b e st a n d W r deutschen Flotte, abgesehen von Torpedofahrzeugen, £ Wchiffen, Spezialschiffen und Kanonenbooten, wie t tzmd uormirt: Verwendungsbereit sollen *- ß Linienschiffe, 8 Küstenpanzerschiffe, 9 große ui 26 kleine Kreuzer; als Materialreserve ®otn dazu 2 Linienschiffe, 3 große und 4 kleine * Her. Diese Stärke der Flotte wird von den ver- Htm Regierungen als ausreichend, aber auch als j ^Wich bezeichnet, wenn das Reich seine maritimen » chabm erfüllen soll. In Anrechnung kommen au; den Sollbestand von dem am 1. April 1889 vor- 4 ^enen und im Bau befindlichen Schiffen als Linien- < 12, als Küstenpanzerschiffe 8, als große Kreuzer

Manövergäste.

Original-Roman von £>. Elfter.

(Fortsetzung.)

L »Gestatten Sie," fuhr Frau von Dönitz lächelnd £7- »baß ich einmal ein wenig helfend und bessernd pW"

Mne seine Antwort abzuwarten, machte ste sich Arbeit. Geschickt löste ste die in einfache», Hwäßigen Falten herabfallenden Gardinen von Haltern, stieg leicht und graziös auf einen Stuhl ^festigte den Schleier, so daß mau von dem ® 601 dem kleinen Nähtisch einen fteien Aus- 7® den Park hatte. Dann ward der Nähttsch, i» ziemlich gerader Stellung vor dem gestanden, etwas schräg gerückt, der Korb- lL ® ungezwungener Stellung daneben, das auf dem Tisch in leichte Unordnung ge- 7^, und als Frau v. Dönitz dann lächelnd ?Erat, erstaunte Herbert selbst über die Set» welche die zierliche Hand PriSca'S mit Griffe» hervorgebracht hatte.

mache Ihne» mein Kompliment, gnädige

y*® warten Sie nur! Ich bin noch nicht rief sie ftöhlich und eilte von einem Segen» i Littm Ludern, ordnete hier das Blumenbouqet Base anders, stellte dort die Nippessachen 'durch,inander, rückte den Sophatisch auf einen Platz, schob die beiden Seffel zurecht, ^9att die Gardinen in gefälligen Falte», kurz, wie man zu sagen pflegt, daS ganze Zimmer «u Sopf.

vcrbm schaute ihr mit wehmüthigem Lächeln zu. " "udereS Aussehen gewann daS einfache, schlichte

10 und als kleine Kreuzer 23. Es sind also an Neubauten noch erforderlich 7 Linienschiffe, 2 große und 7 kleine Kreuzer; die gegenwärtige Zahl der Küstenpanzerschiffe wird für genügend erachtet.

Unzertrennlich von der Aufstellung eines gesetzlich »grenzten Sollbestandes der Flotte ist die Festlegung der Frist, binnen welcher dieser Bestand erreicht werden muß. Es ist dies nur die logische Konsequenz aus der ersteren Thatlache. Würde hier eine Lücke gelaffen, so würde die Erreichung des Sollbestandes ganz ins Ungewisse gerückt und damit ein Zustand ver­längert, dem man eben durch die g e s e tz l t ch e Regelung der Dinge ein Ende machen will. In dem Entwurf wird daher folgerichtig verlangt, daß die Mittel für die erforderlichen Neubauten so rechtzeitig in den Reichs­haushaltsetat aufzunehmen sind, daß der Sollbestand der Flotte bis zu einem bestimmten Zeitpunkte, nämlich bis zum Schluß des Rechnungsjahres 1904, erreicht wird.

Auf die Dauer kann aber der Sollbestand nur aufrechierhalten werden, wenn für die nach Ablauf ihrer natürlichen Lebensdauer unbrauchbar gewordenen Schiffe rechtzeittg Ersatzbauten eingestellt werden. Diese Lebensdauer wird von der Martneverwaltung für Linien- und Küstenpanzerschiffe auf 25 Jahre, für große Kreuzer auf 20 und für kleine Kreuzer auf 15 Jahre bemessen. Auch hier fordert der Gesetzentwurf, daß die Mittel für diese zur Erhaltung des Sollbestandes nothwendigen regelmäßigen Ersatz­bauten rechtzeittg in den Etat aufgenommen werden.

Damit schließlich im Kriegsfälle die Schlachtflotte leisten kann, was man von ihr erwartet, ist ein be­stimmtes Maß von Indien st Haltungen während des Friedens und das dazu erforderliche Personal unerläßlich. Von dem Umfange der Jndiensthaltungen hängt die zu wählende Organi satton der Schlachtflotte ab. Da jede Organisation etwas Dauerndes fein muß, so müssen auch die zur Durchführung derselben nöthigen Jndiensthaltungen gesetzlich gesichert sein.

Zn diesem Zwecke bestimmt die Vorlage, daß die Mitt.l für die Jndiensthaltungen der heimischen Schlacht­flotte jährlich bis üu solcher Höhe in den Reichshaushall«- etat einzustellen sind, daß dauernd im dienst gehalten werden können: ervens zur Bildung von 'aktiven Forma Honen 9 Linienschiffe. 2 große und 6 kleine Kreuzer, zweiten« al» Siommschiffe von Reserveformationen 4 Linienschiffe, 4 Küstenpanzerschiffe. 2 große Kreuzer und 5 kleine Kreuzer, dritten» zur Aktivirung einer Reserveforma Hon auf die Dauer von zwei Monaten 2 Linienschiffe oder Küstenpanzerschiffe. Nach Maßgabe de» Bedarf» unterliegt der jährlichen Festsetzung durch den Elat die Bereitstellung der für die Jndiensthaltung der Torpedosahrzeuge, Aus-

Zimmer durch ihre geschickte Hand, und wie anders würde sich sei» Lebe» gestalte» habe, wen» ... er mochte den Gedanken nicht ausdrücken und wandte sich leicht auffeufzend ab.

Jetzt bin ich fertig," rief PriSca, klatschte in die Hände und sprang leicht und gewandt von dem Stuhl, anf den sie gestiegen war, um ein Bild anders zu hängen. Mit lachenden Lippen, strahlenden Augen und glühenden Wangen stand sie vor Herbert, dcr bewundernd z» ihr emporschcmte.

Wie gefällt es Ihnen so?" fragte sie.

Sie find eine Zauberin," entgegnete er, ergriff ihre Hand, die er an die Lippen preßte.

In diesem Augenblick ward die Thüre geöffnet und Anna, Herbert's Brant, trat ein. E'staunt blieb sie stehen und sah mit großen, erschreckten Augen auf die vornehme Dame und ihren Bräutigam.

Herbert biß sich auf die Lippen. Frau v. Dönitz aber fand sich rasch in die neue Situation und trat mit freundlichem Lächeln auf Anna zu.

Ihre Braut, nicht wahr, Herr Sannow?"

Ja, gnädige Frau, Fräulein Anna Könnecke, meine Braut."

Ich bin sehr erfreut, Sie endlich kennen zu lernen, mein liedeS Fräulein," fuhr PriSca fort, Ihr Bräutigam ist ein aller Bekannter von mir, in früheren Jahren haben wir viel zusammen getanzt da wollte ich denn auch daS Nestchen sehen, welches er sich und Ihnen bereitet hat. Deshalb treffen Sie mich hier, mein liebes Fräulein. Und nun sehen Sie sich einmal bas Zimmer an 1 Ich habe es etwas anders arrangirt, wie Sie. Vielleicht gefällt es Ihnen so bester. Ihr Bräuttgam war wenigstens sehr zuftieden . . ."

Anna stand noch immer innerlegenem Schweigen da. Welch' ein Unterschied zwischen ihr und der

londsschiffe, Schulschiffe, Spezialschifft und Kanonenboote erforderlichen Mittel

Was den Personalbestand betrifft, so sollen nach dem Gesetzentwurf an Deckofstzieren, Unteroffizieren und Gemeinen der Matrosendivifionen. Werftdivifionen und Torpedo-Abtheilungen vorhanden sein: 1. ein und «inhalb» fache Besatzungen für die im Auilande befindlichen Schiffe; 2. volle Besatzung für die zu akttven Formationen der heimischen Schlachtflotte gehörigen Schiffe, die Hälfte der Torpedofahrzeuge, die Schulschiffe, die Speziattchiffe; 3. Besatzungsstämme für die zu Reserveformationen der heimischen Schlachiflotte gehörigen Schiffe, sowie die zweite Hälfte der Torpedofahrzeuge; 4. der erforderlich« Land­bedarf; 5. «in Zuschlag von 5 Prozent. Die nach Maß­gabe dieser Grundsätze erforderlichen Etatsstärken des Personals dieser verschiedenen Kategorien bleiben der jähr­lichen Festsetzung durch den ReichShaushaltsetat Vorbehalten.

Bei der Ausarbeitung des Entwurfes sind folgende Erwägungen maßgebend gewesen:

DaS bisherige Verfahren, diejenigen ausländi­schen Stationen, auf denen Deuischland größere Jntereffen hat, mit kleinen Kreuzern zu besetzen und da- v«b«n einige Schiffe mit größerer Gefechtsstärke im Dienst zu behalten, hat stch bewährt. Ei forderlich sind zur Wahr­nehmung der heutigen Seeintereffen des Reichs im Aus­lände 3 große Kreuzer (2 in Oftafien. 1 für Mittel- und Südamerika), 10 kleine Kreuzer (3 in Dftaften, 3 in Mittel­und Südamerika, 2 in Oftafrika, 2 in der Süds«), 4 Kanonenboote (2 in Oftafien, 2 in Westafrika) und 1 Stationsschiff in Konstantinopel.

Im laufenden Jahre standen für diese Zwecke nur 2 groß« und 8 klein« Kreuzer, sowie 2 Kanonenboote und 1 Stationssa iff zur Verfügung und auch die« nur dadurch, daß der heimischen Schlachtflotte die 3 besten der vor­handenen Aufkläruugsschiffe entzogen wurden. Um den AuilandSdienst in dem nöthigen Umfange zu versehen, ist in der Heimath eine Materialreserve nothwendig zum Ersatz für reparaturbedürftige Schiffe. Dazu find 3 große und 4 kleine Kreuzer erforderlich.

Was den Schutz der vaterländischen Küste und die Verhirderuug einer Blockade betrifft, so unterschied schon der Flotteugründungsplan von 1873 für diesen Zweck eine lokale und eine bewegliche Veitheidigung. Die Mittel zu der lokalen Küstenvertheidigung sind in ausreichendem Maße in den Küstenpanzei schiffen und Panzerkanonenbooten vorhanden. Dagegen ist heute die Zahl der kriegSbrauch baren Linienschiff« von 14, welche bereits 1873 für erforder­lich gehalten wurden, auf 7 gesunken. Zwei der vor­handenen Linienschiffe bedürfen einer 1*/» Jahre beau- fp umenben Reparatur, 3 weitere find int Bau begriffen Wenn nun vor fast einem Vierteljahihundert 14 Linienschiffe als da» Mi destmaß eracht«t wurden, so ist jetzt, wo särnmt- liche Nachbarmächte ihre Kriegsflotten wesentlich verstärkt haben und die Seeinter'effen des Reichs so erheblich gestiegen sind, eine Vermehrung der Verwendung»bereiten Linienschiff« auf 17 wohl kein« übertriebene Forderung. Zu der Zahl 17 führt aber auch die weitere Erwägung, daß die eigene Gefechtsformation, wenn sie auch im Kampf mit einer über­legenen Flotte eine Möglichkeit deS Erfolges haben soll, so v eie Schiffe haben muß, als in einer Formation einheitlich geleitet und zur vollen Ausnutzung gebracht werden können. Dies sind nach einer eingehenden Erprobung der Fachleute

eleganten Erscheinung Prisca'S? O, Herbert mußte den Unterschied bemerken 1 Wie anmulhig krauste sich das ltchtolonde Haar um das blühende Antlitz Prisca'S und wie einfach und schlicht umrahmten die Flechten daS stille Gesicht Anna'S. Wie leicht und graziös wiegte stch die schlanke Gestatt PriSca's in der biegsamen, feinen Taille, und wie klein und unbedeutend war die Figur Anna's, die er sonst doch so zierlich und nett gefunden hatte!

Er war mit Blindheit geschlagen gewesen!

^Willst Du nicht Frau v. Dönitz Deinen Dank für die freundliche Mühe abstatten, welche ste sich mit dem Zimmer gegeben hat ? fragte er in rauhem Tone.

Anna fuhr auf. Für diese künstliche Unordnung sollte sie der Frau noch danken? Dieser Frau, welche ihr das Herz Herbert's geraubt hatte, wie sie schon alle die Tage gespürt, seit Frau v. Dönitz auf Sleiko war? Ach daS war zu viel ver­langt ! Der Zorn wallte in ihrem einfachen ehr­lichen Herzen empor. Heftig stieß ste heraus;

_Ich kann nicht finden, daß das Arrangement der gnädigen Frau sehr geschmackvoll ist. I"

Anna -!"

Frau v. Dönitz lachte auf. Ihr bereitete dieses unerwartete Znsammentteffen mit der Brant Herbert's ein pikantes Vergnügen. Wie war eS nur möglich, daß Herbert Sannow dieses Mädchen liebte! Nein, das konnte nicht möglich sein! Oder Herbert hatte ste, PriSca von Hohenau, niemals geliebt und ste hatte sich m ihm arg getäu'cht Es war einfach lächerlich, daß ste mit diesem Mädchen rioalifiren sollte. Und von dem Mädchen selbst war es eine Keckheit, die Liebe eines Herbert Sannow zu er­strebe», eines Mannes, de» eine PriSca von Hohenau einst ihrer Zuneigung für würdig erachtet hatte. DaS verdiente eine, Züchtigung und PriSca war

j7 Schiffe, eine Flotte an« zwei Geschwadern mit? jeM Schiffen nnb ein besonderes Flaggschiff für den kvtnmau- direnden Admiral. Liegt in dieser taktischen Nothwendigk Ü ^1^ ^Ivtnoglichkeit einer Verminderung der Schiffrzahl, so enthalt sie doch auch ein Hemmniß gegen «ine belieb ge Ver­mehrung ; denn eine solche Formation ist ein in stch ge­schloffener Ganzes. Zur Führung der 16 Schiffe bedarf ^lr°Fm?n^lren^e Admiral ein Flaggschiff, das dem Gefecht nicht fernbleiben kann, also ebenfalls ein Linienschiff sein muß. Damit aber jederzeit 17 Schiffe int MobilmachnngS- fatt Deitoenbung8Bereit zur Verfügung stehen, find 2 Linien- fmiffe als Reserve nothwendig. Der Mehrbedarf an Linien- schiffen gegen die früher planmäßige Zahl 14 beziffert sich oi Gine Schlacht flotte besteht aber nicht nur au« Linienschiffen, sondern sie bedarf auch noch einer größeren

°?n Kreuzern als Anfklärungs- und Vorpostenschiffe. Wahrend in England anf jedes Panzerschiff der Schlacht- flotte 2, in Frankreich 1 bis 2 Kreuzer kommen, begnügt sich unsere Marineverwaltung für die rangirte Schlachtflotte bon 17 Linienschiffen und die Küstenpanzerschiffsdivistonen mit 6 großen und 16 kleinen Kreuzern.

Soll die Festlegung des Sollbestande« der Flotte über- Haupt einen Sinn haben, so muß auch, wie schon oben be- njerft, gesetzlich feststehen, bis zu welchem Termin diese« Ziel erreicht werden soll. ES muß eine Sicherheit geschaffen ©erben, daß diese Flotte auch baldmöglichst gebaut wird; es muß verhütet werden, das wir aufs Reue Dinge erleben wre die, daß die int Jahre 1873 im FlottengründungSplan geforderten 14 Linienschiffe er ft 1894 vollzählig vorhanden waren, und daß in Folge Mangels an rechtzeitigen etfafc&auten t-otzdem heute nur 7 kriegsbrauchbare Linien­schiff« zur Verfügung stehen.

Was die Vermehrung des Personal« b-ttifft, so besteht kein Zweifel, daß die Erhöhung der Zahl von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften ebenso wie deren Ausbildung ohne besondere Schwierigkeiten durchzn- fwen ist. Bei einer jährlichen Einstellung von 120 Kadetten und einer Erhöhung des Schiffsjungenetats von 600 auf 1000 Köpfe wird die Persoualvermehrung in 7 Jahren erreicht werden.

Es bleibt die Finanzfrage zu bettachieu. Hier ist vor Allem festzustellen, daß »ach Ansicht der verbündete» Regierungen das Flottengesetz auSgeführt werden kann, ohne daß neneStenern oder eine einmalige große Anleihe er­forderlich sind. Es wird vielmehr bestimmt angenommen, daß die Deckung der nöthigen Mittel in jedem Jahre auf dem bisherigen budgetmäßige» Wege vollzogen werden kann. In jedem Jahre müssen die nöthigen Mtttel auf den Etat gebracht und der Beschlußfassung der gesetzgebenden Faktoren unter­breitet werden. Die verfassungsmäßigen Rechte des Reichstages bleiben somit völlig unberührt. Genau in derselben Weise und in demselben Umfang wie der Reichstag binden sich die Regierungen durch das Flottengesetz. Keineswegs handelt es sich dabei um eine Ein­richtung im Sinne des Armee - Septennates, durch welches die Mannschaftsstärke des Heeres für 7

grausam genug, die für das Brautpaar so peinliche Scene noch zu verlängern.

Ich bin erstaunt," sprach sie mit spöttischem Lächeln,daß Ihnen mein Arrangement nicht ge­fällt, mein liebes Fräulein. Freilich, Sie find in der ländlichen Einsamkeit aufgewach eu, da lernt man feinen modernen und großstädtischen Geschmack. Aber Sie sollten doch stets bedenken, mein liebes Fräu­lein, daß Herr Sannow in ganz anderen Verhält- nisien aufgewachsen ist. Ich habe wenigstens Heim Sannow als einen Herrn kennen gelernt, der Sinn und Verständniß für künstlerisches Arrangement besitzt ..."

Anna preßte die Hände auf das Herz. Es war ihr, als sollte fie die schöne, vornehme, stolze Frau von der Schwelle des einfachen Zimmers reißen. Die vornehme Dame erschien ihr wie der böse Dämon ihres Lebens und ihrer Liebe. Das spöttische Lächeln Prisca'S schnitt ihr in's Herz und der ironische Klang der Stimme raubte ihr den Äthern. Sie fühlte auch, daß ihr Herbert auf immer verloren sein würde, wen» fie den dämonischen Einfluß des schönen Weibes nicht von ihm fern halten konnte. Und stark in ihrer treuen Liebe raffte fie fich empor, unterdrückte die Thränen und trat mit blitzenden äugen, die Röthe des gerechte» Zornes auf den Wangen vor die schöne Frau, welche spöttisch lächelnd auf fie niedersah.

Gnädige Frau," sprach sie mit bebender Stimme, ich bin ein einfaches Mädchen, Sie haben Recht. Aber Herr Sannow hat mich als solches kennen uni> lieben gelernt, ich habe nichts erheuchett, ich habe mich gegeben wie ich bin und bleiben werde. Herr Sannow war zufrieden, ich kann wohl fegen, er war glücklich ... ob er jetzt »och glücklich ist, nachdem eie ihn an eine glänzende Vergangenheit erinnert haben, das zu entscheiden überlaffe ich Ihnen."

(Fortsetzung folgt.)