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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg nnd Kirchhain.
** febafttea UAd eextoten: marti'si. hS""6"1 Jllustrirtes Sonntagsblatt. C««nto»rtli^ für btn aSgtmemea Lh«il: Ätbattatt M. Hartmann, __y 1 ________Mr ten Hchratmthail: Joh. 8*g. «och, bNd« fa Marburg.
nimmt entgegen di. Eyeditio« btefH Blattes, f°»i'di. Annoncen-Bureaur von HaasvlstNu & Vogler tu vvTII
X v rn w Frankfurt «. M., Lafsel, Magd«burg und Wien; Rudolf mll.^lUsrA.
onnabend 27 November 1897 2l6f!t Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, 6 L. ,,
VUUUVU1V a 1 ' 1 »«üb« »Lo. in Frankfurt a. M., «.rliu. Hannov«. Bari,. Telepbon 55.
Erschaut täglich außer an Werktagen nach Sonn- und <7 970 Feirrtageu. — Ouartal-SkbonnementS-PreiS bei der Srpe-
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Oesterreich, Rußland und der
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slW< ^iten? Mein Mann sowie daS ganze Schloß -—*-■ M im tiefften Schlummer. Aber bet herrliche
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•®erotB, gewiß/ rief sie eifrig, raffte leicht bie
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er bem Ausschüsse bet ungarischen Delegation die auswärtige Lage gegeben bat. Der Ar ist inzwischen auch in bem Ausschüsse bet ichischen Delegation in Wien in Bezug auf die ige Lage mehrfach befragt worben uns hat
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Berhältniß Oesterreichs zu Rußland betrifft, hat hierzu bei Minister Folgenbes erklärt: habe sich ganz klar bahin ausgesprochen, daß bei eibunb ber Grundpfeiler der Politik erreich «Ungarns unb ein eminent-8 sbollwerk sei, daß aber sein Zweck nur nn- ßärdig erreicht worden wäre, wenn die R gierung i auch danach getrachtet hätte, mit den außtrhalv
Dreibund.
♦ Wir haben unlängst an anderer Stelle dieses
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i.Hy- ' :! ziw aus 51 an ü
(Nachdruck verboten.) Manövergäste.
Original - Roman von O Erster.
(Fortsetzung.)
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- umö cuigcyucie; „Wenn es ^ynen
- 87 Mgen macht, gnädige Frau, zugegen zu sein, v 7 die Arbeiter anstelle . . ."
_ werden, daß man beiderseits zur Ueberzeuguug dgte, daß keine solchen Differenzen bestanden, die 1 ausgeglichen werden könnten. Ebenso irrig 1 die Auffassung, als ob Oesterreich - Ungarn in rfhustki Balkanstaaten überhaupt ans leben Einfluß verbrieft hätte. Einen natürlichen Einfl iß werde die
, reizenden Frau strahlten! Wie ihre Wangen 1C3S r8! Herbert Sannow wandte sich ab. O die alten 100* jungen hatten doch noch Macht über ieiuHerz! , J”?“ von Dönitz hatte sich als eine große
! _ Mn des Landlebens und der Landwtrlhschafl j P- Wenn sie nicht bei ihrem Gatten war,
* sie mit den Nichten des Obersten in den 101 und Feldern umher, besuchte Ställe, schaute
> 86« ^e ihres duftigen Morgenkl ides enger und , 108) * rasch an seiner Seite dahin. Ihre Angen lOl-J duften sich. Wie die tiefblauen Augensterne der
Nach tod)ie vermöge ihrer wirthschaftlichen Beziehungen cherdoi ihrer geographischen Lage stets ausüben, aber (686 Wtte sich nicht tu die inneren politischen Ver
borgen, die leuchtende Sonne, daS Zwitschern Bigel, das Alles trieb mich hinaus! Ach, wie 1 es doch auf dem Lande!"
L wbert lächelte ironisch.
abt 19, idensbund, seine einzige Aufgabe, d-n Frieden zu Bnihl An. Die Garantien für die Erhaltung des atme könnten aber durch die Anbahnung fteund- (6J1 tlicher Beziehungen zu anderen Mächten nur it werden. Einer der Delegirten habe die ft uuv- ftche Ausgestaltung deS Verhältnisses Kerreich-Ungarns zu Rußland so Q, Bellt, als ob Oesterreich-Ungarn sich bisher mit ' :1Mb in offenem Widerspruch befunden hätte. ^1ICI1 V fei eine ganz irrige Auffassung. ES konnten 1 Verständnisse über die Behandlung einzelner Fragen 1^- hm, aber eS wäre stets das Bestreben der öfter- ^.ungarischen Regierung gewesen, solche Miß ^"p! didnisse zu beseitigen, und das gleiche Bestreben Hutji auch auf der anderen Seite bestanden. Es «6« immerhin als ein friedlicher Umstand be-
seine früheren _ Erklärungen theils wiederholt, r um Mißverständnissen vorzubeugen, näher er- inlfci. Nöthig hat er dies namentlich auch be- I vfHjch der Stelle seiner ersten Rede gehabt, welche
19 *ttn Sie sich etwa vor mir? Ich verspreche r alte Erinnerungen ruhen zu lasten."
- - ? Elte Erinnerungen?! Harten ste denn uoch 8100' ?L^er ihn? Ah, das sollte sie nicht glauben! - /Beugte sich unb entgegnete: „Wenn eS Ihnen
in grij ßt8 die Ausführungen des österreichischen Ntinisters ^Aeußern, Grafen Goluchowski wieoergegeben,
;02i ’t51 kurze Zeit, gnädige Frau," entgegnete er. re, »wta, nein, ich möchte stets auf bem Lande 108) ■!" rief PriSea lebhaft. — „Aber nicht wahr, i Sie begleiten? Ober," fo setzte ste, in Ojjs, 8 ölten spöttischen Ton zurückfallend hinzu,
wer, 6 I Bündnisses stehenden Mächten vertrauensvolle jungen zu pflegen. Der Dreibund sei ein
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hältnisse mischen; dasselbe gelte von Rußland. Das Bestreben, die Großmächte für Partei - Jutereffen zu gewinnen unb zum eigenen Vortheil gegen einander auszuspielen, bestehe viel eher in den Balkanländern selbst, als eine Geneigtheit bei den Großmächten, darauf einzugehen.
In Frankreich haben diese Ausführungen nicht verfehlt, ein gewisses unbehagliches Gefühl zu hinterlassen. Man möchte dort die Freundschaft Rußlands, natürlich nur für französische Zwecke, in Generalpacht haben. Deßhalb ist es kein Wunder, daß jetzt bei „Temps", b. i dasjenige Blatt, welches die französische Regierung am liebsten zur Verbreitung ihrer Anschauungen benutzt, des Grafen Goluchowski's Ausführungen vornehmlich in dreibundsfeindlichem Sinne bespricht. DaS sranzösisch-offieiöse Organ betont da ganz besonders die Beziehungen Oesterreichs zu Rußland, namentlich die Verkündung des zwischen Rußlanb und Oesterreich bestehenden Einvernehmens bezüglich aller Fragen ber Orientpslitik. Dieses Einvernehmen sei an sich zwar bekannt gewesen, ixbeffea fei bie amtliche Verkündung demerkenswerth. Der öffemlichen Meinung werde man nicht einreben können, daß dies eine Frucht des Dreibundes sei. „Temps" alaubt vielmehr, der Dreibund habe dadurch einen haften Stoß erlitten, wenn man auch in Berlin Oesterreich offen keinen Vorwurf wegen seiner An Näherung an Rußland machen werde. Einen Grund für diese Annäherung erblickt „Temps" im Abschluß des Zweibundes und in der dadurch herbeigeführten Steigerung der Macht Rußlands. DaS Zustandekommen deS österreichisch russischen Einvernehmens fei unter der Hegemonie Deutschlands zur Zeit des Fürsten Bismarck richt möglich gewesen.
Die Herren Franzosen sind bekanntlich während ihrer mit gar vielem geliehenen Golde bezahlten Liebeswerbung bei Rußlanb gar schnell mit dem angeblichen „Bündniß" dagewesen, wenn von russischer Seite irgendwie nur zunächst ein Einvernehmen mit Frankre ch in ber auswärtigen Politik betont worden ist. Natürlich möchten ste jetzt ans dem in Wien konstatirten Einvern-hmen zwischen Oesterreich unb Rußlanb ein speeielles „Abkommen" hinter bem Rücken DeullchlandS unb Italiens konstrniren. Das glaubt ihnen aber in Deutschianb boch Niemanb. Man hat ja noch in letzter Zeit wahniehmen können, wie vor der italienischen Reift des österreichischen Ministers des Auswärtigen ber beutsche Staatssekretär des Aeußern v. Bülow den Grafen Goluchowski besuchte, unb wie sodann nach Rückkehr des Grafen Goluchowski auS Monza in der Presse, welche dem
Grafen nahe steht, schon vor den Ausführungen des Ministers in der ungarischen Delegation Italiens volle Uebereinstimmung mit der auswärtigen Politik Deutschlands und Oesterreichs laut und offen konstattrt wurde. Und jetzt möchte die ftanzösische Regierungspresse bie Welt glauben machen, daß inzwischen ohne Wissen Deutschlands und Italiens Oesterreich ein Uebereinkommen irgendwie geheimer Art mit Rußlanb geschloffen habe. Die Zeit so unanftichtiger österreichischen Politik ist längst vorüber, ihr gehört als letzter Akt ber von Benst'sche völlig mißlungene Versuch an, Oesterreich 1870 auf Frankreichs Seite zu ziehen!
Mit bem harten Stoße, bett jetzt durch das von Graf Goluchowski betonte österreichisch-russische Einvernehmen der Dreibund erlitten haben soll, ist'S wieder einmal nichts, und die Franzosen, die sich so ost selbst belogen haben, thaten dies auch mit ihren obigen Ansichten deS „Temps". Die ftanzösische Regierung fühlt es, wie Rußland, daS sich durch Oesterreich in seinen Interessen absolut nicht beeilt-- trächtigt weiß und der aufrichtigen Friedenspolitik deS Dreibundes mit Recht voll tiertraut, sich int Interesse des europäischen ConeertS den Friedens-Intentionen des Dreibundes aufrichtig anschließt. Damit zerstört es vor Allem die falsche Hoffnung Frankreichs, eS werde ihm Rußland Elsaß Lothringen zurückerobern helfen. Rußland wird im Gegentheil weder Frankreichs, noch Englands egoistische Pläne begünstigen, es wird mit bem Dreibund für den Frieben sorgen, unb man ist in Paris verstimmt, weil ber Friebe ber Unterdrücker ber nach wie vor dort ersehnten französischen Revanche ist!
Umschau.
Der BunbeSrath hat in seiner gestrigen Sitzung bem Entwurf eines Gesetzes über bie Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Uebereinfunft mit den Niederlanden wegen Ausdehnung des Abkommens vom 11. Dezember 1873 auf die Thierärzte die Zustimmung ertheilt. Ferner wurde eine Reihe von Etatsentwürfen zum Reichshaushalt für 1898/99 genehmigt, unb zwar bte Entwürfe betr. den allgemeinen Pensionsfonds, den Reichsinvaliden, fonds, die Verwaltung des Reichsheeres, die Marineverwaltung, die Post- unb Telegraphenverwaltung, das Reichsamt bes Innern, ba8 Reichsschatzamt, das Reichseisenbahnamt unb bie Reichsdruckerei. Den zu ständigen Ausschüssen wurden überwiesen die Vorlagen, bett, die Uebersicht ber Reichsau gaben unb -Einnahmen
für 1896/97, betr. ben Gesetzentwurf wegen Feststellung des Reichshaushaltsetats für 1898/99, betr. die Ausprägung von Reichsstlbermünzen, betr. den Gesetzentwurf wegen Aufnahme einer Anleihe für Zwecke ber Verwaltungen bes ReichsheereS, ber Marine unb ber Reichseisenbahneu, betr. ben Gesetzentwurf wegen Verwendung überschüssiger Reichseinnahmen aus dem Etatsjahre 1898/99, und betr. den Gesetzentwurf wegen anbertoeiter Festsetzung des Gesammt- kontingents ber Brennereien. Endlich wurde über einen Sr. Majestät dem Kaiser für bie Besetzung einer Rathsstelle beim Reichsgericht zu machenden Vorschlag unb über eine Reihe von Eingaben Beschluß gefaßt. — Der Staatsminister, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. Bülow ist zum Bund esrathS- bevollmächtigten für das Königreich Preußen ernannt worden.
Die geradezu skandalösen Vorgänge im österreichischen A b g e 0 r d n e t e n h au s e am 24. d. M. finden in bem, bem Grafen Badeni nah-stehenden Wiener „Fremdenblatt" nachstehende, natürlich nur zu Ungunsten ber Deutschnationalen ausgefallene, aber nicht ben Tschechen zu Leibe gehenbe Darstellung:
Als mebitie Abgeordnet« der Reckten den Abgeordneten Wolf von dem Platze vor der Präsidenteniribüne hinweg- drängen wollten, kam e« zu einem Zusammenstoß zwischen Wolf- einerseits unb den Abgeordneten Brezrio ky nnd Pospjschil andererseits, dock wurde ein schädlicher Konflikt von mehreren Abgeordneter der Rechten verhindert. Abg. Pfersch« stürzte sich in daS Gewühl vor dem Präfidententisch, wurde aber zurückgedrängt und hift g gedruckt, worauf er fein Taschenmesser zog nnd einigen Abgeordneten der Rechten znrief: „Zurück, oder ich steche Jeden niederl Ich werd« Ihn n den Bauch aufscklitzen!" Pfeische erklärte später, er habe sein Mester gezogen, weil er in d<m Gedränge so stark gedrückt wurde, daß er sich persönlich bedroht fühlte Di« Behauptung, Pserscke sii derartig gedrückt woiden, bezeichnet daS „Fremdenblatt" a'S nnbegrür det. Abg. Cchuklje faßt« den Abgeo bretm 4 feifdie am Handgelenk, sodaß er sich 1 icht rühren konnte. Un «>deß e> tiranben andere Abgeordnete Viersche daS Mester Scknklje gerieth bei dieser Episode in arge Bedrängniß. Sckönerer ergriff zweimal einen Mintster- fantenil und sckwang ihn gegen die Rechte Mehrere Abgeordnete entristen ihm den Sessel Dvd-i kam eS zu einem Zusammenstoß zwi'chen den Abgg Haeenhofer und Schöneren Wie vielfach berichtet wird, hätte Abg. Woff gegenüber einem Abgeordneten ber katholischen Volk-partei erklärt: „Bei ber näcksten Sitzung wenden wir unsere Revolver mitbringen unb dos Gesindel erschießen!'
Andre Wiener Blätter veröffentlichen hingegen ein CommuniquS ber deutschen Fort- schrittspartei, nach welcher in ber gestern abgehaltenen Sitzung derselben folgende Resolu'ion gefaßt wurde: „Der Club der deutschen Fortschrittspartei
neugierig zu, wie bie große Milchcenttifuge mit lärmenbcm Gerast l arbeitete, interessirte sich für die Fütterung ber Kühe unb Pferde, fütterte selbst die Hühner unb Tauben unb holte bie Eier vom Hühnerstall. Bei all dem entwickelte ste eine entzückenbe Grazie unb ihr lebhaftes lustiges Geplauder nahm jeden gefangen, der mit ihr in Berührung kam. Nur der ernsthafte Inspektor schien bie junge, schöne Frau zu meiden. Wenn fie bas Wort an ihn richtete, erwiderte er kurz nnb eivfilbig nur das Nöthigste, sodaß Hertha unb Gerttub Frau von Dönitz schon gebeten hatten, sich doch mit bem seltsamen Menschen keine Mühe zu geben.
„6r ist verloren für unsere Gesellschaft," meinte Gerttub. „Eigentlich ist es schade nm ihn. Er ist ein solch gescheidter unb gebildeter Mann."
Pnsca lächelte. Sie wußte es bester, weßhalb Herbert Sannow sie zu meiden schien, hatte fie doch chon öfter bemerkt, daß er fie heimlich von dem F nsterchen seiner Wohnung aus beobachtete, wenn ie über bett Kies des Schloßhofts trippelte, um sich in ben Park zu geben.
Die alten Erinnerungen machten ihn so schweigsam auch an biefem herrlichen Herbstmorgm. Eine Zeit lang gingen fie stumm neben einanber. Plötzlich lachte F au von Dönitz auf.
.Was amüftrt Sie so, gnädige Frau?"
„Der Gedanke, daß jetzt zwei alte Freunde, wie wir, stumm und still neben einander herttaben und ich fast mit feindlichen Bi cken betrachten."
„Mit feindlichen Blicken?"
„Nun ja! Sie thun es wenigstens! Wodurch habe ich diese schlechte B Handlung verdient, Herr Sannow, die Sie mir angedeihen lasten?"
„Aber gnädige Frau . . ."
„Ja, ja, Sie behandeln mich schlecht. Wenn
ich Sie anrede, antworten Sie kaum. Wenn ich auf den Hof komme, verschwinden Sie so rasch wie möglich um die nächste Ecke. Sie sehen mich mit finsteren Blicken an! Sie meiden mich, wo Sie können! Weßhalb thun Sie das Alles? Hab' ich Ihnen etwas zu Leid gethan?'
„Nein, gnädige Frau," entgegnete Herbert, indem et finster zu Boden schaute. „Aber ich habe jetzt viel Arbeit — ich stehe im Lohn deS Herrn von Allenberg, ich möchte nicht, baß man mir ben Vorwurf machte, ich verttöbelte meine Zett . . .'
»Die Zeit vertrödeln? Ah, Herr Sannow, Sie nennen es die Zeit verttöbeln, wenn Sie mit mir einige freundliche Worte sprechen? — O welch ein Bär find Sie geworden!"
„Verzeihung, es war wohl nicht bas richtige Wort. Aber man wirb hier so — ich weiß eS elbst nicht, wie es kommt — meine Stellung bringt es mit sich . .
Sie reichte ihm bie Haub. Er that ihr in biefem Augenblicke wirklich leib.
»Ich will Ihnen verzeihen," sagte fie lächelnd, „wenn Sie mir versprechen, sich zu brstern unb mich öfters mitzunehmen zu Ihren Arbeiten . .
»Aber gnädige Frau . . ."
»Ja, ja! Ich habe zum Beispiel noch niemals eine Dreschmaschine gesehen. Der Oberst sagte mir, >oß da drüben auf dem Vorwerk eine solche arbeitete. Wollen Sie mich dorthin mitnehmen?"
Gin freundlicher Schimmer erhellte Sannows Ar.tlitz. „Heute Nachmittag wird die Maschine arbeiten. Wenn Sie mich dann begleiten wollen .. .“
»Sie werden mich bereit finden. Um welche Zett?" „Um fünf Uhr, wenn ich bitten darf."
„Gut. Ich mache mich dann frei. Nun besten Dank! Jetzt muß ich in das Schloß, mein Mann
erwartet mich. Aus Wiedersehen heute Nachmittag . . . ."
Sie reichte ihm bie kleine weiße Hand, an deren schlanken Fingern bie Brillantringe in bet Sonne funkelten. Einen Augenblick hält er bie kleine Hand in ber seinen, bann beugte er sich nieder und drückte einen Kuß auf die weichen Finger. Sie lächelte ihn fteundlich an — er war doch noch nicht ganz und gar btt ungelenke Bär geworben. Dann nickte fie ihm zu nnb flatterte, wie ein scheues Vöglein in ben Park zurück. 1
Eine Weile staub Herbert ba nnb schaute bem weißen Kleide nach, das hier unb ba in ben Büschen auftauchte, um balb zu verschwinden. Mit einem leichten Serffzer wandte sich der einsame Mann ab und schritt den Fei dem zu.
Wie hätte das Alles so ganz anders kommen könne»!
Seit dieser Stunde sah man Frau von Dönitz öfter in Begleitung Herberts, bald zu Fuß die nächsten Felder durchwand-rnd, bald zu Pferde weitere Touren unternehmend. Herr von Allenvetg schüttelte den Kopf, Frau von All'vberg rümpfte die Nase und Hertha und Geittud fanden das Benehmen der Frau v Dönitz etwas auffallend. Indessen erzählte Prisca selbst mit lachendem Freimuth, daß sie und Herr Sannow alte gute Bekannte seien, daß sie schon als Kinder mit einander verkehr!, in her Tanzstunde zusammen getanzt hätten und daß sie sich sehr freue, Herbert Sannow nach so langen Jahren einmal wieder zu sehen: alle Iugend- erinnerungen wurden aufgefrifdit; von gemeinsamen Bekannten geplaudert; kurz, fie selbst stcllie ihren Verkehr mit dem Inspektor so liebenswürdig, so harmlos bar, baß es kleinlich petoe’-n wäre, hätte» sernerst.hende Personen über diesen Verkehr weniger harmlos denken wollen. (Fottfttzung folgt.)