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M'chlM Reifung

öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Jllustrirtes Sonntagsblatt

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die Interessenvertretungen, statt auch ihrerseits die

dem großen

gern infamen Ideale zu pflegen und

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(Nachdruck verboten.)

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Forst-

unter selbstverständlicher Wahrung des Einzelnen zum Ausgleich zu bringen.

Wohles des

Wollen aber

die Usambara- Handwerker, die auf dem Orien»

Calice eine Note der Pforte, betreffend die befriedigendeErledigung seinersämmt» lichen Forderungen und Beschwerde». Der Zwischenfall gilt als beigelegt.

Dampfers für den Tangauyika, Eisenbahn, die Heraublldung der Vorbildung der Beamten u. s. w. talischen Seminar.

Die Energie Oesterreich-UngarnS in der Mersina« Affäre hat geholfen. Am gestrige» Tage, au dem Mittags das Bombardement Mersina's beginnen sollte, erhielt früh 1 Uhr in Konstantinopel der österreichisch - ungarische Botschafter Freiherr von

Wenn einzelne Berufe sich Interessenvertretungen chaffeu und in diesen ihre — auch die weitest­gehenden — Wünsche vertreten, so ist dagegen nicht wohl etwas einzuwenden. Die politischen Parteien aber sind nicht dazu da, bloße Sonderinteressen zu vertreten, sondem sie haben dem Gemeinwohl zu dienen und diesem zu Liebe die Sonderinteressen

der Beratbung dieses Etats wurden besonders ein» gehender Erörterung unterzogen: der Forstschutz im Schutzgebiete, die Landvermeffung, die Begründung einer tropischen Versuchsstation, die Beschaffung eines

Verantwortlich für dm affgtmthuti Ttzetl: Redakteur M. Hartmann, für dm HEeratmtheil: Joh. Keg. Koch, beide in Marburg.

ich** IdilT srobeft ufGäJf rreicl nach« Liebis mark» essereß inove*

lieber die gemeldete Besetzung Kiautschau'S durch die Deutschen wird des Näheren berichtet: Am Montag Morgen legte Admiral DiederichS das deutsche Geschwader gefechtsbereit den drei von 1500 Chinesen besetzten Forts von Kiautschau vor und stellte dem chinesischen Kommandeur eine dreistündige Räumungsfrist, landete darauf und rückte mit 600 Mann und sechs Geschützen gegen die Forts vor, die von der Besatzung in eiliger Flucht verlassen wurden. Der Admiral marschirte ungehindert ein, ergriff Besitz und hißte die deutsche Flagge, die vom Geschwadersalutirt wurde. Der chinesischeKommandeur, der mit seiner Familie zurückblieb, rief den deutschen Schutz an und erhielt ihn. Die britischen und amerika­nischen Kriegsschiffe erhielten Weisung, zur Beobachtung des Verlaufes nach Kiautschau abzugehen. Die in der Kiautschau-Bat gelandeten deutschen Truppen solle» dort bleiben, bis für die Ermordung der deutschen Missionare in Ienschufu vollste Sühne geleistet ist. Nun wird übrigens berichtet, daß die Gewaltthat nicht das Werk von Banditen ist, sondern durch den Gouverneur Lipinheng angestiftet wurde, ehe dieser nach der Provinz Szetschuan abreiste, zu deren Generalgouverneur er ernannt worden ist. Die deutsche» Befatzungstruppeu haben Winterquartiere bezogen. Proviant und Ausrüstung wird ihnen von Schanghai geliefert. Ueber die Ermordung der deutschen Missionare ging dem Bischof Anzer ein weiteres Telegramm aus Südschantung zu, wonach die Ermordung im Dorfe Tschangkiotschuang stattfand und wahrscheinlich vorher geplant war. Aus dem Telegramm erhellt anscheinend, daß die Christen sich gewehrt haben, sodaß es auf beiden Seiten Verwundete gab. Die Mandarine thäten nichts; bisher sei kein Uebelthäter gefangen. Die Thür der bischöflichen Residenz in Ienschufu sei erbrochen.

Ganzen zu dienen, sich absondern und die Parteien, denen sie sonst nahestehen, bekämpfen und schwächen, o schwächen sie dadurch sich selbst uud schädigen ihre eigenen Interessen.

So muß das heutige, dem Dienen abholde politische Treiben die Gemüther verwirren und schließ- ich zur Anarchie, zum Kampf aller gegen alle führen. Eine wesentliche Aufgabe, um zu gesunden politischen und sozialen Verhältnissen zu gelangen, besteht demgemäß darin, die sich immer breiter machende Herrschsucht Einzelner im öffentlichen und int gewerblichen Leben zurückzudrängen. Der Be­völkerung kann also nicht dringend genug zugerufen werden: dient dem Ganzen, dann dient Ihr am besten auch Euch selber!

der Gegenwart hat das Wort „Dienen" die meisten einen üblen Klang. Jeder möchte äudig" sein, viele möchten herrschen; das wird als etwas HerabwürdigendcS em-

. DaS ist einer derjenigen Jrrthümer, unter die heutige Zeit krankt, unter denen das Ge- ohl leidet. Wenn die Gesammtheit gedeihen irafj jeder als Th eil d e S Ganzen sich und dem Ganzen „dienen". Dienen ist nie- \ eine Schande, ist vielmehr eine Ehre. Wie Knigs Majestät sich als ersten Diener deS bezeichnet, wie die Angehörigen der Armee des Beamtenstandes stolz darauf sind, wiederum >SSnige und dem Vaterlande zu diene», so muß t an seiner Stelle beflissen sein, das „Dienen" zu Ehren zu bringen.

An bürgerlichen wie im politischen und Staats- I hat fich ein Kampf um die H errschaft riefelt, der unsere ganze öffentliche Ordnung in

St. Elisabeth.

Zum 19. November.

Vom St. Elisabeththurme Zu Marburg ertönet heut, Mtt feierlich ernstem Schalle, Weithin der Glocke» Geläut. Verkündend mit Hellem Munde Elisabeth'S Sterbetag, Daß heute ihr mildes Ange Uud edles Herze brach.

Das Herz, das tat heil'geu Feuer Der göttlichen Liebe schlug;

Das Herz, das mit Glaubensstärke Die Leiden der Erde trug;

DaS Herz, daS mitleidig fühlend Die Noth der Arme» gctheilt. Und mit barmherzigen Hände» Des Bruders Wunde geheilt. Küudet'S ihr Glocke» nur immer! Im Winde verhallt euer Klang, Doch bei Klang des edlen NamenS Währt schon Jahrhunderte lang. Des WeibeS von edlem Herzen Gedenket man für uud für. Des Fürstenhauses der Hessen Herrlichster Ärone und Zier.

Zu Caflel am Hospitale, Da hatte die Zeit verwischt Ihr Bilduiß in Stein gehauen, Jüngst wurde es anfgefrischt. Wie eS in leuchtenden Farbe» 3hm wieder da ist z» schau'», Bleibt sie in leuchtender Tugend Ein Musterbild edler Frau'u.

(«aff. lüg. Ztg.)

hause rette», heute, wo die glänzende Gesellschaft der Offiziere bort versammelt war? Er warf bie Reitpeitsche, welche er schon ergriffen hatte, bitter auflacheub ans den Tisch zurück ttnb war bereits im Begriff, daS Pferd adzubestellen, als ihn ein trotziges Gefühl erfaßte. Er nahm die Reitpeitsche wieder auf, eilte hinaus und schwang fich auf das Pferd, um iu raschem Galopp davouzuretteu.

Je näher er dem Walde kam, desto langsamer ließ er daS Pferd gehe», bis schließlich das Roß deu Waldweg, den der Retter sonst im flotte» Jagdgalopp zu mache» gewohnt war, im laugsamen Schritt hin- auffchlich. Die Zügel entsänke» Herberts Händen, die zusammengefallet auf dem Sattelknopf ruhte», mit müden, melancholischen Blicken schaute er vor fich hin, achtlos an de» Schönheiten der monderhellten Waldnacht vorüber rettend.

An einer Biegung des Weges begegneten ihm die nach Sleiko heimkehrenden Wagen mit der plau­dernden und lachende» Gesellschaft. Er mochte nicht mit der Gesellschaft zusammen treffe», rasch bog er in eine» engen Seitenweg ein, aber die Gesellschaft hatte ihn beretts bemerkt, er hörte, wie der Ober t v. Allenberg rief: „Halloh, Herr Sanuow, wohin so schnell?" Und wie eine lachende Mädchenstimme erwiderte: „Laß ihn doch, Onkel! Er eilt auf Flügeln der Liebe z» seiner Bram!" — und die brennende Röthe der Scham färbte seine Wangen.

Später als gewöhnlich traf er auf dem Forst­hause ein. Dort war Alles »och tu größttr Auf-

Manövergäste.

Original - Roman von O Elfter.

(Fortsetzung.)

Sollte er heute Abend auch nach dem

Umschau.

Wie schon telegraphisch kurz von uns berichtet worden, ttat gestern unter dem Vorsitz des Direktors der Kolonial-Abtheilung Freiherrn v. Richthosen der Kolonialrath zusammen. Der Vorsitzende sprach zunächst dem Herzog - Regenten von Mecklenburg- Schwerin den Dank des Kolonialraihs für fein Er- cheinen aus und theilte mit, daß der Fürst zu Wied und die Herren Ministerial-Präfident Dr. v. Grimm, Professor Dr. Ebert, Ban girier von der Heydt, Hofrath Dr. Mehnert, Pros.ssor Dr. Schweinsuiih, Kaufmann Thormählen, RegierungS - Rath a. D. Freiherr von Tücher und Direktor des Norddeutschen Lloyd Dr. Wiegand an der Theilnahme verhindert seien. Als Vertteter des Reichs-Schatzamts war der Geheime Regierungs-Rath Twele anwesend. Nachdem der Vorsitzende einen allgemeinen Ueberblick über den derzeitigen Zustand der Sctiutzgebiele und über die wichtigeren Ereigniffe im Bereich der Kolonial-Ver­waltung feit der letzten Tagung des Kolonialraths gegeben hatte, ttat der Kolonialrath in bie Tages- orbnung ein. Den ersten Gegenstand bei selben bildete der Etat für daS ostafnkauische Schutzgebiet. Bei

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Erscheint täglich außer an WerSagen nach Sonn» uud Feiertag« — Ouartal-AbormemmtS-PreiS bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 26 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JusertionSgebühr für die gespaltene Zeile «d« der« Raum 10 Pfg., Reklamen für bie Zeile 25 Pfg.

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Deutsches Reich.

Berlin, 18. Novbr. Se. Majestät der Kaiser begab fich heute früh 8 Uhr vorn Neuen PalaiS nach Berlin und wohnte im Lustgarten Hierselbst der Ver­eidigung der Rekruten der Garnisonen Berlin, Spandau, Charlottenbmg und Groß - Lichterfelde bei. Nach Beendigung derselben nahm Se. Majestät militärische Meldungen entgegen. Um 1 Uhr hörte er im hiesigen Schlosse ben Vortrag des Kriegsministers, General- Lieutenants von Goßler und sodann den Vorttag des Chefs des Militärkabinets, Generals von Hahnke. Demnächst empfing Se. Majestät der Kaiser im Beisein des Chefs des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths Dr. von Lucanus die Bildhauer Cauer und BegaS und gewährte später dem General- Konsul , LegationS - Rath von Müller sowie dem General-Konsul Coates eine Audienz. Um 4 Uhr begab Se. Majestät fich nach Letzlingen zur Jagd.

— Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sitzung dem Gesetzentwurf über die Entschädigung der im Wiederaufnahmeverfahren frei» gesprochenen Personen die Zustimmung ertheilt und eine Reche von Etatsentwürfen zum Reichshaushaltsetat für 1898/99, und zwar die Entwürfe über Einnahme an Zöllen, Verbrauchssteuern 2t., über Einnahmen an Stempelabgaben, die Etats- entwürfe für die Verwaltung der Reichseisenbahnen, bie Reichsjustizverwaltung, den Reichskanzler und die Reichskanzlei, und den Rechnungshof genehmigt. Ferner wurde der Vorlage, bette ff. nd Ergänzung der Eingangsbestimmung unter Nr. XXV c der Anlage B zur Verkehrsordnung für die Eisenbahnen Deutsch­lands in Bezug auf die Beförderung vom SicherheitS-- sprengstoff der Güttler'sch u Pulverfabriken, und dem Entwurf eines NachttageS zum Besoldungs- und Penstonsetat der Reichsbankbeamten mit Ausnahme der Mitglieder deS Reichsbankdirektoriums für 1897 die Zustimmung ertheilt. Die Uebersichten der Ein­nahmen und Ausgaben der Schutzgebiete für die Etats jähre 1894/95, 1895/96 und 1896/97 und der Gesetzentwurf für Elsaß-Lothringen über die anderweitige Bemcsiung der Witlwen- und Waisen- penfionen wurden ben zuständigen Ausschüssen über« wiesen. Schließlich wurde über die Sr. Majestät

und fich zu ihrem Bräuttgam wandte, „jetzt bin ich fertig und toir können plaudern — ja, aber mein lieber Schatz, was machst Du denn für ein trübe» Gesicht? Hast Du Aerger in der Wirihschast ge­habt?" ,

„Nein," erwiderte er kurz, „bie Wirihschast ist vollstänbig in Ordnung."

„Aber D» bist nicht wie sonst," fuhr fie besorgt fort. „Fehtt Dir etwas?"

Aergerlich stand er auf. „Mir fehlt nichts! Aber sage mtt, wer hat heute die Gäste bei Euch bedient?"

»Wie Du nur so fragen kannst," entgegnete fie lächelnd. „Ich habe eS getha». Du weißt doch, daß unsere Minna im Aufwarten so ungeschickt ist."

„Dacht ich'S mir doch," sprach er finster, „daß Dn Dich soweit Herabgelaffen hast."

„Aber, Herbert..."

„Du solltest doch wiflen," fuhr er ärgerlich fort, „daß es fich für meine Braut nicht schickt, die Dienste eines Schenkmädchens zu verrichten. Und nun gar heute Abend, wo ein Freund von mir unter der Ge­sellschaft war! Sein spöttisches Lächeln hast Du wohl gar nicht bemerkt?"

„Traurig senkte Anna daS Köpfchen und stam­melte verlegen:

„Ja, Du hast Recht, ich habe eS wohl bewerft. Einer der Herren sah mich stets so erstaunt an, eS wird Dein Freund gewesen sei» . . ."

Sie schlug die Hände vor das Gesicht und weinte bitterlich. Sie fühlte deutlich den Unterschied zwischen ihrer und seiner LebeuSanschauung und hatte doch nicht den Muth, ihm zuzurufen: „Du thust wir Un­recht, Dein Stolz thut mir weh, eS ist keine Schande, ehrliche Arbett zu verrichten."

(Fortsetzung folgt.)

dien untergraben. Keiner will gehorchen, jeder selbstständig den Herrn spielen. In den Fabriken atf den Arbeitsstätten wollen die Angestellten

; der Herr soll nicht wehr im eigenen Hause walten können, sondern an die Gebote feiner teilten gebunden fein.

schlimmsten aber ist es in der Politik. Früher t8 als Hauptziel der politische» Parteien, dem «Wohle, dem Vaterlande zu bienen und der schied der einzelnen polittschen Richtungen bestand daß die Ansichten über die Wege, die zu diesem führen sollten, in der einen Partei andere waren, in der anderen. Heute handelt es sich bei den n Parteien darum, behufs Verfolgung materieller en bie Herrschaft in bie Hände zu bekommen, (die Stelle ber Fürsorge für das Gemeinwohl ist die Sorge um bie Partei getreten.

Die Folge dieses Wandels wußte selbstver- ich die fein, daß auch innerhalb der Parteien I das Bestreben zu herrschen, die Pflicht zu verdrängte. Allerlei Sonderintereflen sind zu I« Zwecke gellend und der Herrschsucht dienstbar

worden. Wer sich zum „Führer" berufen

, warf sich zum Beschützer eines engeren r weitere» Kreises bestimmter Jntereffenten oder Vertreter eines eigenartigen Gedankens auf und hchi auf die Spitze getriebene Sonderwünsche.

Königen nimmt entgegen bie Eweditton dieses Blatte», sowie bie Amwnem-Bnreauk von Haasmstii» & Vogler in VVVTT Frankfurt a. M., Lafsel, Magdeburg und toten; Rudolf AAÄI1. ^yuljly Stoffe in Frankfurt a. M„ Berlin, Münch« u. Köln, 6. L. KR

thtufl« A CLo ht StTffnffwrt « SD SUrfln Amuw SLmia Telephon 00.

(t stellt. In den Werkstätten der Handwerker ist „(*05 Moritat der Meister und damit auch die der aus.

Marburg

onnabend, 20. November 1897

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regnng über ben zahlreichen Besuch unb voll-r Stolz erzählte ber Förster von ber Leutseligkeit ber Offi­ziere nnb besonders des Obersten von Glasenapp. Schweigend hörte Herbert diesen Erzählungen zu, in» b m er bfifter vor fich hin starrte. Seine Braut war noch in der Küche beschäftigt gewesen, jetzt ttat fie, mtt einer großen, blauen Schürze angethau, auf einem Kaffeebrett Gläser und Taffen tragend, in daS Zimmer und begrüßte ihren Bräuttgam mit freund­lichem Lachen: „Da bist Du ja, lieber Herbert," rief fie. „Du kommst heute später als gewöhnlich! Doch daS wacht nichts, ich habe viel zu thnu gehabt, eS waren, wie Du weißt, Gäste hier, sie waren sehr liebenswürdig zu uns."

Während dieser Worte stellte fie die Taffen und Gläser iu den Schrank und lachte ftöhlich auf. Her- bettS Stirne zog fich in düstere Falten. Wie häß­lich sah daS Mädchen in der wetten Schürze auS grobem Leinen Lus, welche ihre sonst so zierliche Ge­statt dick unb unförmig machte. DaS Gesicht war geröthet, bie Haare in Unorbunug gerathen unb bie Hänbe noch feucht unb roth von ber Arbett in ber Küche. Unwillkürlich verglich Herbert biefe Heine, jetzt so häßlich erscheiueube Gestatt mit dem glänzenden Bilde PriskaS v. Hohenau, welches ihm heute wieder so lebhaft vor Augen gerieten war. War er blind gewesen, daß er jemals dieses unscheinbare Mädchen hatte hübsch finden könne»?

Der Förster erhob fich. „Ich werde dranße» noch eine Pfeife rauchen," sprach er mtt guttnüthig verschmitztem Lächeln, beim er wußte, baß Herbert gern bes AbenbS ein Stündchen mit feiner Brant allein verplauderte.

Herbert schwieg noch immer und beobachtete mit finsteren Blicken bie mit beut Geschirr hanttrenbe Anna.

„So!' rief biefe, indem fie bie Schraukthür schloß