öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain
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Herbert erschrack. Er hatte an diese Möglichkeit gar nicht mehr gedacht und wenn ihm einmal der Gedanke gekommen war, daß Anna ihn verlasien müsse, so hatte er diesen Gedanken mit Gewalt verscheucht. Und jetzt war doch der Augenblick der Trennung gekommen. ES gab ihm einen Stich ins Heiz. Jetzt würde er wieder einsam und verlassen wie vordem sein, seine mürrische Stimmung würde zurückkehren, wenn er die sanfte Stimme und da» fröhliche Lachen SunaS nicht mehr vernahm. Er sah sie vor sich stehen in ihrer mädchenhafter Schüchternheit, mit liebendem Bl ck umfaßte er die schlanke, zierliche Gestalt, mit Wohlgefallen weilte sein Auge auf dem herrlichen aschblonden Haar, daS in weichen Wellenlinien daS niedliche Gesichtchen umgab, er sah das Erröthen ihrer Wangen, er blickte in die zaghaft zu ihm emporgeschlagene», feucht schimmernden, blauen Augen, und mit einem Male ward eS ihm klar, daß Anna ihn liebte, und daß er selbst eine herzliche Zuneigung zu dem einfache« Mädchen gefaßt hatte. Der Gedanke schoß ihm durch die Seele: „Wmn Du dieses Mädchen, das so lieb und gut zu Dir gewesen, für immer an Dich fesseltest, würdest Du dann nicht zufriedener und glücklicher werden, würdest Du dann nicht ganz mit der Vergangenheit abschließen können, die noch immer trüben Schatten auf Dein Dasein wirft? Würdest Du nicht ein neues, schöneres Leben beginne» können, einen neuen Wirkungskreis Dir eröffnen und trotz Allem, was Du erfahren, noch glücklich werden? Was nützt aller Reichthum, was nützen alle Güter dieser Welt, die in unserem Herzen nur immer neue Wünsche und neues Verlangen erwecken? In der Beschränkung, in der Selbstgenügsamkeit, in der einfachen Natürlichkeit liegt allein daS Glück unseres Lebens und hier steht vor Dir ein Wesen, daß alle diese Eigenschaften besitzt, welche Dei» Leben noch glücklich gestalte« können.'
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nommen, indem er die Gründung einer deutschen genossenschaftlichen Creditbank in Scherrebek bewirkte, die sich die Aufgabe stellte, die wirthkchaftlich schwachen Deutschen von dänischen Zwange zu befreien. Seiner thatkräftigen Wirksamkeit ist es gelungen, auch in rein deutschen Gegenden für seine Gründung Interesse zu erwecken und deutsches Capital nach dem Norden zu ziehen, und so find denn auch seine Eifolge nicht gering gewesen. Jndeß läßt fich in dieser Beziehung noch viel thun, und deutsches Geld würde dort an unserer Nord- ■ grenze sicherlich besser angelegt sein, als in Griechenland oder Argentinien. Auch nach einer andern Richtung geht jedoch die Thätigkeit Jacobsens, die mit der Anstedlungskommisfiou des deutschen Vereins für das nördliche Schleswig und des AnsiedlungS- vereins in Rödding zusammenwirkt. Besonders in den Jahren 1864—1871 find aus dem nördlichen Schleswig eine Menge von jünger« Leuten nach Dänemark ausgewandett, um sich so dem preußischen Militärdienst zu entziehe». Ihre Eltern streben nun danach, ihren Grundbesitz zu verkaufe», um bei ihren Kindern in Dänemark ihr Alter verleben zu können. Da nun eine Einwanderung aus Dänemark nicht stattfindet und demnach die Preise für Grund und Boden verhältnißmäß niedrig sind, so geht das Streben der Deutschen im nördlichen Schleswig dahin, deutsche Landleute herbeizuziehen, sei es als Käufer, sei eS als Pächter von Besitzungen, die bisher in dänische» Händen sind, um so daS Deutschthum in der Nordmark deS Reichs zu stärken. Auch diese Arbeiten der Deutschen haben ihre Erfolge gehabt und schon bewirkt, daß eine ganz Reihe kleinerer und größerer Landgüter von Deutschen angekauft worden ist. Bisher ist eS indeß nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Platz und Gelegenheit für deutsche Ansiedler ist noch reichlich vorhanden; aber Geldmittel haben die Anfiedlungsveretne nicht zu ihrer Verfügung, wie die staatliche Ansiedlungskommisfion in den Ostprovinzen, und die Ansiedler sind daher auf ihre eigene Kraft in höh rm Grade angewiesen als die, welche nach Posen und Westpreußen ziehen; um so mehr aber können solche Zuwanderer das Deutschthum stärken.
Armuth und Noth immer größer. Die soziale Frage erhob drohend ihr Haupt, die alten Sitten und Ordnungen geriethen in Verfall, Verschwendung, Genußsucht und Vergnügungssucht, Laster und Ver brechen nahmen überhand. Es war, als ob ein fremder Geist fich unseres Volkes bemächtigt hätte.
Und dieser fremde Geist kann nicht durch Gewalt und Gesetze, sondern nur durch den Geist des Christenthums überwunden werden. Dieser Geist hat noch heute die Kraft, auch ein ganzes Volk zu erneuern und wieder gesund zu machen. Wenn daher unser Volk diesem Geist wieder sich hingiebt, so brauchen wir an seiner Zukunft noch nicht zu verzweifeln. Es wird, wenn auch langsam, so doch sicher vorwärts gehen. Schon mehren sich die Anzeichen, welche eine Wendung zum Bessern hoffen lassen. ES scheint, als ob die Erkenntniß dessen, was uns noth thut, sich immer mehr Bahn bricht. Möge auch der diesmalige Bußtag dazu beitragen, indem ein jeder an seine eigene Sünde denkt und an die Nothwendigkeit der eigenen Besserung, ansiatt nur andere anzuklagen und alle Schuld in den Verhältnissen zu suchen! So wird auch der Bußtag ein Gnaden- und Segenstag. DaS walte Gott!
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Manövergäste.
Original - Roman von C. Elfter.
(Fortsetzung.)
Verhältnisse auf dem Schlosse
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Tel'vbon 55.
schreibe», noch fich sonstwie beschäftigen könne, spr ch A»na mit leise zitternder Stimme, als ob fie von ihm eine Gunst erbitte:
„Wenn e8 Ihnen Freude macht, Herr Sannow, so komme ich gern des Tages einige stunden, um Ihnen vorzulesen oder mit Ihnen zu plaudern.'
„Sie wollten mir wirklich das Opfer briwgtn ?" rief freudig erstaunt Herbert aus, um, als sie mit einem leise schüchternen „Ja' ant »ortete, ihre Hände zu ergreifen und diese iu einem aufwallertten Gefühl der Dankbarkeit zu küssen. Hätte H rbert Sannow nicht die schwarze Binde vor den Auge» getragen, die tiefe Gluth auf Auna's Wangen wäre ihm ficherlich nicht entgangen.
Seit dieser Unterredung kam Anna fast jeden Tag, Herbert die eingelanfenen Zeitungen ober aus einem Buche vorzulesen oder fich mit einer Handarbeit zu ihm zu setzen «nb mit ihm zu plaudern. Der Kranke gewöhnte fich so an den fünften Tonfall der Stimme Anna'S, daß ihm etwas fehlte, wenn er ihre Stimme nicht vernahm. Sie verstanb es, feine üble Laune hinweg zu scherzen, seine Ungebulb zu beschwichtigen unb ihn mit neuer Hoffnung auf bessere Zeiten zu erfüllen. Das Leben erschien ihm nach unb nach toieber lebenSwerth unb er sehnte sehr balb an jedem Tag den Augenblick herbei, wo Ann i mit leichtem Schritt daS Zimmer betrat und fich mit ihrem Buch oder ihrer Arbeit z» ihm setzte. Auch als Herberts Augen fich wieder bewerten unb er bie schwarze Binde mit einem grünen Augenschirm vertauschte, bat er Anna, ihm noch öfter Gesellschaft zu leisten und ihm vorzulesen, da der Arzt ihm ja noch jede Anstrengung der Augen verboten hatte. Anna erfüllte diese Bitte nur gar zu gern. Ihr Herz hatte den einsamen, mit fich selbst z rfallenen Manu lieb gewonnen, so lieb, daß sie mit Schrecken an den Augenblick dachte, wo fie »ach der Rückkehr der Baronin ans Berlin Sleiko verlasien sollte. Sie bemerkte auch sehr wohl bex wohlthäÜgen Einfluß,
Umschau.
Vor einiger Zeit ist bei dem Landgericht in Flensburg ein Prozeß zum Abschluß gekommen, der einen Einblick in die dänischeAgitation gestattet. Anklagt waren die Vorsitzenden zweier dänischen Vereine in Apenrade, des Landwirthschaftlichen V-reins und des Lesevereins, weil fie entgegen den Bestimmungen über polittsche Vereine Frauen als Mitgl eder aufgenommen hatten. Ihr Einwand, die genannten Vereine seien nicht politischer Natur, wurde auf Grund umfangreichen Materials widerlegt, sodaß die vom Schöffengericht ausgesprochene Verurtheilung bestätigt wurde. Unter den Zeugen ist der däni che Redakteur Haussen, Landtagsabgeordneter für den 2. schlcswig holsteinischen Wahlkreis, zu nennen, der Verfasser einer Schrift „Sönderjylland" .Südjütland), der zu dem Ausfall des Prozesses wesentlich beitrug. Dieser wie andere Zeugen erklärten die genannten Vereine für unpolitisch; sie gaben jedoch zu, daß die Mitglieder sämmtlich Dänen und die Arbeiten und Zusammenkünfte beider Vereine wesentlich geeignet seien, das Nationalbewußtsein der Mitglieder zu erhalten und
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den sic auf Herbert ausübte, sie freute sich darüber und hielt es fast für ihre Pflicht, dem Kranken auch fernerhin Gesellschaft zu leisten, war fie doch jetzt, nachdem der Baron Sleiko wieder verlaffen hatte, die einzige Person auf dem Gute, die Herbert Sannow an Bildung und Erziehung nahe stand.
Es waren stille, einsame aber köstliche Stunden, welche die beiden jungen Menschen miteinander verlebten. An dem runbttt Tische, bei bem gedämpften Schein der Lampe saßen fie einander gegenüber, er behaglich zurückgelehnt in dem Sopha, fie auf dem Stuhle mit einer Handarbeit beschäftigt oder ihm vorlesend. Sehr häufig bat Herbert fie aber auch, die Arbeit oder die Lektüre zu unterbrechen unb mit ihm zu plaudern. Sie mußte ihm dann von ihrem einfachen Leben erzählen, von ihrer Heimath in dem rauschende» Walde, von ihrer glücklichen, ftohen Kindheit, von ihren Eltern und all' den kleinen, harmlosen Abenteuer», die fie hier und da erlebt hatte.
Sie lachte» dann heimlich zusammen; ja, Herbert Sannow selbst wurde gesprächig unb er erzählte seinerseits ans seinem Leben, feiner Solbatenzeit unb von ben wetten Reisen, bie er früher unternommen batte. Wenn daS Gespräch stockte, bann setzte sich H'rbert auch wohl an baS Piano, welches bie Baronin ihm zur Verfügung gestellt hatte, unb spielte bie einfachen Volkslieder und kindlichen Weisen, denen Anna so gerne lauschte.
Als der Frühling inS Land kam, war Herbert Sannow fast vollständig hergestellt, seine Augen bedurften noch einiger Schonung, aber er konnte bereits einigen feiner B^rnfsgeichästen wieder nachgehen.
„Sie brauchen mich nun nicht mehr, Herr Sannow,' sprach eines Tages Anna mit leiser Stimme, indem sie die Augen zu Boden senkte. „In den nächsten Tagen dürfe» Sie das Zimmer wieder verlasien unb auch ich werde ja bald von hier foitgehen, da die gnädige Fran binnen Kurzem zurückkehrt «nb bie Wirthschast toieber selbst übernimmt/
ZUM Buß- und Bettage.
Fmn morgen bie Glocken läuten, rufen sie bie
zu stärken, lieber eine Tbierschau hatte ein Zeuge geschrieben, bie praktischen Erfolge wären zwar gering, bie politische Wirkung aber um so bebeutenber ge wesen. Das ganze nörbliche Schleswig ist von ben Dänen mit einem Netz solcher Vereine überzogen, die zwar nicht unmittelbar politische Ziele verfolgen, von denen aber auch die Aussage gilt, daß „fie geeignet sind, das Nationalbewußtsein zu stärken unb bie Partei zusammenzuhalten." Wenn man, so heißt es hierzu in der „Kölnischen Zeitung", gar bie Reben lieft, bie bei ben Festen solcher Vereine gehalten unb bann in bet dänischen Presse ab« gedruckt werde», so kommt man unwillkürlich zu der Frage: Wo hört der unpolitische Verein auf, unb wo fängt bet politische Verein an? Außer ben rein polittsche» Wahlvereinen sind da die Sprachvereine, Lese-, VorttagS-, Dilettanten-, Gesang-, Bürger-, Äckerban-, Handwervereine u. A. zu nennen, die ganz ähnlich geartet sind. Nicht geringe Mittel stehen den Dänen zur Verfügung; denn nicht auf ihre eigenen Kräfte find bie 120 000 Protestler angewiesen — barauf muß man ihre Zahl schätzen, ba fie bei einer Wahlbethciligung von etwa 73 Prozent runb 14000 Stimmen aufbringen —, fonbern große Geldmittel fließen ihnen aus Dänemark zu, wo eine Menge „südjütischer' Vereine nur für ihre Unterstützung arbeitet; von Zeit zu Zeit erscheinen die »otdschles- wig'schen Führer der Dänen in den Vereinen, um durch die Schilderung der Verhältnisse südlich der Königsau den Eifer ihrer Gönnet anzuspotnen. Am merkwürdigsten für jemand, der mit den Verhältnissen nicht b er traut ist, ist es, daß der Abgeordnete Haussen in der Schrift „Südjütland' die Sparkassen für die Vorwerke bet nationalen Vertheidigung erklärt; aber bie Sache verhält sich in bet That so. Be- soubers in ben ländlichen Gegenden üben die Verwalter der Sparkasien durch ihre Kapitalien bei Wahlen große Macht aus; oft genug ist es vorgekommen, daß wenig bemittelten Deutschen, bie es wagte», ihrer Ueberzeugung nach zu stimmen, wenige Tage »ach bet Wahl Hypotheken von ben dänischen Sparkassen gekündigt worden sind, während andere, die ängstlicher waren, sich durch Reden der Dänen haben bewegen lasien, überhaupt nicht ober gar dänisch zu stimmen, um nicht auch solche Kündigungen zu erhalten. Dieses Machtmittel den Dänen zu entwinden, hat zuerst der energische Pastor Jacobsen in bet Nähe bee Nordsee unb bet dänischen Grenze unter»
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»neigen nimmt entgegen die Spedition dieses Blatte«, jotoie die Annoncen-Bureaur von Haasenstein & Vogler in VYVIl Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf AAA11. xyUDTfl. Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. <r»r#h6nn 55
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Kirche liegen, erst bann kau» es wieder besser idd ~31 Man mag über die christliche Religion fci, wie man will, das muß jeder Einsichtige zn-
«N Zustände fich immer trauriger gestalteten. Auf ISzvJL ■
Erscheint täglich außer an Werüagen nach Sonn- und 6KT>***I******
Feiertagen. — Ouartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe- ZjLPt JAV U
ditto» 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. D
Bestellgeld). JnserttonSgebühr für die gespaltene Zelle cmu* * *4«rt<* 17 10Q17
ober bereu Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg. UllttlDOa), 1 /. 1/(006111061 lö97.
3a. was soll der Bußtag? DaS ist eine Frage, He allerdings eine klare Antwort erheischt. Die ze ist ja doch das Innerlichste, waS es geben kann. ® Süße thun heißt, seinen Sin» ändern, sich i erneuern in feinem ganzen Wesen und Leben, das läßt sich so wenig gebieten, wie bie Liebe, j muß von innen herauskommen, aus bet obigen Erkenntniß: ich bin auf verkehrtem Wege, iu's Verberben führt, unb es giebt keine anbete Gang für mich, als umzukehren auf ben rechten |. Unb zu biefer Erkenntniß ben einzelnen wie 1 ganze Volk zu bringen, das ist in der That der li des Bußtages.
Wer unsere Verhältnisse kennt, bet muß ja zürn, daß es so nicht weiter gehen kann, wenn nicht Iber große „Kladderadatsch" kommen soll. Wohl t unser Volk äußerlich noch groß und mächtig da, 1 wie sieht's im Innern aus? Gleicht es nicht ts Menschen, der in Gefahr steht, an Blntver- «z zu sterben? Ist doch von allen Seiten das 1 @ift in seinen Körper gedrungen! Da giebt rar ein Heilmittel, das ist die Buße. Erst, b unser Volk fich wieder auf fich selbst besinnt, « Gott unb Heiland wiederfiudet unb bamit Lebenskräfte, welche in seiner Religion
jjteB fast im ganzen bentschen Reiche zur Bußtags« t Wird dieser Ruf überall als solcher '— pttn und befolgt ? Stehen nicht Tausende gtanfenbe kopfschüttelnd ober gar spottend gegenüber unb sprechen: Was soll
solch ein Tag? Er paßt nicht mehr in
i, vor allem nicht in unsere Zeit, er ist nur ein Mi8 mehr bafür, wie weit wir noch zurück sind?
kurzen Jahre des wirthschafilichen Aufschwungs _____ tot siebziger Jahren folgte ein ebenso rascher Wert! hrgang, Krach kam auf Krach. Während auf
Men Seite die Reichthümer dis iu's Ungeheuer-
Et sich, daß die junge Wirthschafterin und ' kwste Inspektor öfter geschäftlich zu bet« hatten. Dabei berührte ihn das be- ®®e Wesen des jungen Mädchens auf das Mmfte und es schmeichelte ihm zugleich, baß 8,3 mü einer gewissen Hochachtung zu ihm empor» ■ Doch alles dieses wäre allein wohl nicht im gewesen, ihn zu bem Entschlüsse zu bringen, ®it bem einfachen Mädchen zu verlobe», wen» ’ tiu anderer Umstand hinzugetreten wäre, der ' Anna von ihrer liebenswürdigsten und an» Taften Sette zeigte.
Hilbert Sannow erkrankte nach Weihnachten an ^ngenentzündung, welche ihn auf lange Zett an tofte» fesselte. Die Einsamkeit war um so
j rWidjer, als der Arzt vollständiges Abschließen ^es angeorbnet hatte. Außer bem Baron, bet $?ber Erkrankung beS Inspektors für einige »ach Sleiko zurückgekehrt war, ben alten Michelmann, bet Herbert Sannow bediente, beiden Hofverwaltern sah der Kranke wochen-
* Niemand. Er glaubte oftmals zu verzweifeln
^8tI finsteren Einsamkeit, er verwünschte baS unb hätte wohl gar Allem mit gewaltsamer ei» Ende gemacht, wenn ihm nicht in der Ge» iknuas, der jungen Wirthschafterin,. eine sanfte Mitleidige Trösterin erschienen wäre. Zuerst kam um nach Diesem ober Jenem in ber Wiith-
>'* to fragen. Die sanfte Stimme, baS Mttgefühl, ' «US ihren Worten hervoi klang, beiührten ben ? Kranken auf das angenehmste unb beruhigten .erregten Nerven. Als er einstmals über die Langeweile klagte, ba er weder lesen, noch