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' ^Itsk Berta: s»h- A»» »och, Univttsttäts-Buchbruckeni in Marburg, Q|- ~ Rtbettton und krprditiou: Markt 21.
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Anreiz«, nimmt entgegen die Expedition diese« Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein & Vogler in VVVTI Frankfurt a. M., Taffel, Magdeburg und Men; Rudolf AÄAil.
SWeffe In Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln, E. L. <r.r.h6«« ka
Daube LLo. in Frankfurt a. M.. Berlin. Hannover. Vari«. Telephon 56.
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Erstes Blatt
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senschutztruppe und freisinnige
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Ö«|' We Generalversammlung, die am Sonnabend lk jetiin abgehalten worden ist, war nur von 150
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cmviertel Millionen Druckschriften verschiedener
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«finifl, die Rechnungslegung sei G e - IftSgeheimniß, abgelehnt, ein „Geschäfts- chrm. welches von denen aller anderen Vereine
freisinn. Um sie herbeizuführen hat er durch die Mittel der Börseuichutztruppe die Bauernbunde gegründet. Was die Herren Barth, Pachnicke und Rickert jetzt auch immer an allerlei Wohlthaten ihren „Bauern" versprechen mögen, werden sie, sofern ihnen die Spaltung der Landwirthschaft gelänge, niemals halten können; denn sobald das Manchester- thum an ber Macht ist, handelt es, wie wir ja leider am eigenen Leibe erfahren haben und worunter ja insbesondere die deutsche Landwirthschaft heute noch leidet, brutal egoistisch. Losgelöst vom Grundbesitz wäre der Bauernstand eine quantite negligeab'e mit der der Freisinn hohnlachend sein Spiel treiben würde.
Bis jetzt habe» die freisinnigen Bauernbundgründer den Zusammenhang dieser Gründung mit der politischen Partei sowie mit dem „Schutzverbande" klüglich geleugnet. Das „Berliner Tageblatt" zieht aber den Schleier hinweg und schreibt klipp und klar: „Vom Schutzverbandewurden die beiden Bauernbunde „Nordost" und „Schutzverein der mecklenburgischen Landleute", die heute schon eine Macht dar st eilen, nach Möglichkeit gefördert". Für wen stellen diese Verbände „eine Macht" dar? Für die Börse. Denn waS die Börse „nach Möglichkeit fördert", hat eben den Beruf, den Interessen der Börse zu dienen. Vou diesem und nur von diesem Gesichtspunkte mögen die Landleute die freisinnigen Bauernbund-Gründungen betrachten Wird denn ein denkender Laudwirth daran glauben, daß unsere Börseninteressenteu auS reinem Wohlwollen bedeutende Geloopfer dringe» könnten, um die Lage der Bauern zu verbessern? Wird er annehmeu, so unverbesserliche Mauch,sterpolitiker, wie sie in dem „Schutzverbande gegen agrarische Uebergriffe" Führerrollen spielen, hätten ein Herz für die Landwirthschaft? Wir müßten an der Intelligenz unseres deutschen Bauernstandes zweifeln, wenn wir an eine solche Verirrung glauben wollten. Die angeblich Tausende vou Anhängern der fteifiunigen Bancrnbunde sind unserer Ueber- zeuguug nach nur das Opfer ihrer Leichtgläubigk,it, die jedoch umso verzeihlicher ist, als die freisinnigen Bauernbundgründer ihren Zusammenhang mit der Börsenschutztruppe in jeder Weise verschleiei t und ihre Verkleidungen so gut gewählt haben, daß auch ausi merksame Leute dadurch leicht getäuscht werden konnten. Sache der konservativen Landwirthe wird es sein, durch kräftige Gegenagitatiou die von de» Börsen- bevollmächtigten verführten Beruftgenosien für die gemeinsame Sache wieder zu gewinnen und sie über das wahre Wesen des „Schutzverbandes gegm agrarische Uebergriffe" aufzukläreo.
Verantwortlich für den allgemein« Theil: Redakteur 8t Hartmann, für den -Reratentheil: Joh. 8*g. «och, beide in Marburg.
richtet sein ganzes Augenmerk auf die geräuschlose Ausrüstung manche st erlicher Hilfstruppen und ahnungsloser vom weiblichen Freisinn angeworbener Bauernkolonnen. Das Ziel des „Schutzverbandes" ist bekanntlich die Vernichtung der .Junker", die Herr Dr. Barth als „die gefährlichste Menschenklasse" bezeichnet hat, und auf dieses Ziel, dem man bei den nächsten ReichStagswahleu um em gutes Stück näher zu kommen hofft, wird mit aller Macht und mit allen Mitteln hingearbeit> t. Die Taktik, welche die wohl ausgerüstete Börsenschutztruppe dabei verfolgt, ist nicht ungeschickt, sie ist der eigenen Nährmutter, der Börse, entlehnt und gipfelt in dem Grundsätze, das, was man auf geradem Wege nicht zu erreichen vermöge, müsse man versuchen „hinten herum" zu erreichen.
Auf bi,fern Wege „hinten herum" arbeiten bie Herren Barth, Pachnicke und Rickert sehr eifrig in Pommern unb in Mecklenburg unb wenn bie Zahlen, bie kürzlich durch freisinnige Blätter gingen, den Mitgliederbestand der freisinnigen „Bauern-Vereine richtig ausdrücken, so wird man immerhin zugeben müsse», daß die Verkleioungstaktik des weiblichen Freisinns nicht ohne Erfolg geblieben ist, ein Erfolg freilich, der am letzten Ende sicherlich nicht der Rtckert'schev, sondern der Bebel'schen Partei zu Gute kommen wird. Unter der Aegide der Börsenschutztruppe sind bis jetzt «weifte sinnige Bauernbunde, der „Nordost" und der „Schutzverein der mecklenburgischen Lanbleute" gegründet worden. Seltsamerweise haben sich verschiedentlich ländliche Besitzer bereit finden lassen, die Propaganda für diese, ausschließlich Börsen- und Großhandelsintereff,» dienenden Gründungen zu übernehmen. Diese Herren leisten ihren Berufrgenoffen und der deutschen Landwirthschaft einen sehr schlechten Dienst. Wohl thuen bie freisinnigen Begründer dieser Bauernbunde das Möglichste, um die leichtgläubigen Landleute durch Versprechungen einerseits und Hervorheben aktueller Miß stände andererseits zu ködern; allein der Hauptzweck der Bauern- bundgrüi,düngen ist auSgesprochenermaßeu doch der, einen Keil zwischen ben ländlichen Klein- und Großbesitz zu treiben, um auf diese W ise leichter mit der Landwirthschaft überhaupt fertig werden zu können. Wenn G r o ß - und Kleinbesitz auf dem platten Lande zusammenholten, sind sie unüberwindlich und können auch auf parlamentarischem Wege ihren berechtigten Einfluß ausüben. Getteunt aber ist die Landwirthschaft ohnmächtig.
Auf eine solche Ohnmacht ipekulirt der Manchester-
M 268
Telephon 55.
Ueber bie Wahlen zum elsaß-lothringischen Lanbesausschusse wirb ber „N. A. Z." auS Straßburg unter bem 10. b. M. geschrieben: „Bei ben am 6. b. M. erfolgten Landesausschußwahle« in den vier großen Gemeinden und den 20 Landkreisen find sämmtliche 22 Abgeordnete, die sich zur Wiederwahl gestellt hatten, wiedergewählt tooiben. Im Kreise Zabern wurde der verstorbene Staatsrath Klein durch den ReichStagsabgeordneten Dr. Hoesfel ersetzt, im Kreise Hagenau ber an ben Rechnungshof nach Potsbam berufene Kreisbirektor Dr. Clemm durch ben Gutsbesitzer Bat iston. Durch alle Wahlen ging ein konservativer Zug, ber klerikale unb rabikale Ansturm auf bie Landesausschußmandate war auf der ganzen Linie vergeblich. DaS erregt natürlich ben Zorn der Preßorgane jener Parteien. In ihrem Aerger über ben Mißerfolg beschimpfe» sie bie Wahlmänner, bie ihnen die Gefolgschaft ver.- weigert habe», und schelt.« auf das schlechteste aller Wahlsysteme. Dieses Wahlsystem ist aber viel bester als sein Ruf in der demokratischen Preste. Es beruht in seiner untersten Grundlage auf dem allgemeinen, direften Stimmrechte. 34 Abgeordnete werden vou den auS allgemeine» Wahlen hervor- gegangenen Bezirkstagen, den alten „Conseils generaux“, gewählt, die übrigen 24. deren Wahl am 6. November stattfand, in den vier großen Gemeinden (Straßburg, Metz, Kolmar und Mühlhausen) unmittelbar vom Gemelnderath, in den 20 Landkreisen durch Wahlmänner, die bie Gemeinderäthe
Umschau.
Der Verein Preußischer Volksschullehrer- innen hat an ben Herrn Kultusminister eine Petition gerichtet, in welcher eine Zusatzbestimmung zu § 16 des Lehrer - Besoldungsgesetzes erbeten wird. Durch eine willkürliche Auslegung dieses Paragraphen er« ahren nämlich bie Lehrerinnen an vielen Orten eine reträchtliche Kürzung ber Miethsentschäbigung. In ber Petition werben daher folgende Bitten ausgesprochen: 1. Die den Lehrerinnen gewährte Mieths- entschädigung möge während der Dauer ihrer einstweiligen Anstellung nicht gekürzt werden. 2. ES möge den Lehrerinnen prinzipiell überall die gleiche Miethsentschäbigung gewährt werden wie den untrer» heiratheten Lehrern. 3. ES möge den Lehrerinnen, die unterstützungsbedürftige Angehörige bei sich aufnehmen müssen, und ben verwittweten Lehrerinnen mit Kinbern die gleiche Miethsentschäbigung gewährt werben wie ben verheiratheteu Lehrern.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain Jllnstrirtes Sonntagsblatt
fa reichlich mit Gelb unterstützt hat, so geht 1 «S hervor, baß ganz bebrütende Mittel zur Ver- °ig stehen. Eigenthümlicherweise wurde eine « Auskunft über die Kassenverhältnisse mit der
--.„.■en gratis versendet, sondern auch noch fast n kam nm£( Millionen Flugblätter vertheilt, über ein
Uhr derbreitet, 619 Versammlungen abgehalten und ^sinnigen Parteien in sieden Nach- und Stich-
& lE graa her Geschäftsbericht mittheilt, daß der 11 dttzverbanb" nicht allein eine ungefähr dreimal deraiW^jch erscheinende Korrespondenz in je 550
®et .Schutzverband gegen agrarische Uebergriffe" ifff fe LSrferischutztruppe genannt) ist weder an Zahl i l''N w Kapazität seiner Mitglieder von Bedeutung.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und .*.**C<****
Feiertagen. — Quartal-Abomrements-Prei« bei der Expe- wlRFPllvlI
bttion 2 M!., bei allen Postämtern 2 Ml. 25 Pfg. (exkl. ö
Bestellgeld.. JnsertionSgebühr für die gespalten« Zelle 1A 1 on'7
aber berat Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zett, 25 Pfg. LMMÜg, 14. yiDDCttWCr 1897.
offen« > erheblich abweicht.
[6891 Mein in diesem nicht öffentlichen Verfahren des ktzvereineS" liegt, wie die „Eons. Corresp" [ «hrt, Methode; denn auch sein sonstiges Wirken ieht unter Ausschluß ber Oeffentlichkeit. Er j i keine Mitglieder, er sammelt nur Gelder; er i t keine laute Agitatton, sondern er wirkt in der P t; er tritt nicht in seiner Eigenschaft als Schutz
ab auf, vertritt keine programmatisch n Forder- | sondern er bleibt vollständig im Dunkel und
160 Personen besucht und die Erörterungen über 22 smgesetz, Preisnotirungen und agrarpolitische ff p, die von einigen Handelsherren undHandels- it voll- ttivertretern gepflogen wurden, hatten nach dem »l der „Freisinnigen Zeitung" wenig Zweck und nten Neues nicht zu Tage. Der Schwerpunkt Ult. tat Wirken des Schutzverbandes liegt aber auch i in der Zahl oder der Kapazität seiner Mit- rthta er, sondern iu deren finanzieller „Schwere". Vf™ ,8chutzverband" ist eben nur behufs „Finanzierung" k verschiedenen agitatorischen Unternehmungen des i ßvnS gegründet und diesen Zweck erfüllt er, wie erwähnte Generalversammlung gezeigt hat, „voll
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(Nachdruck verboten.) Manövergäste.
Original - Roman von O. Elfter.
(Fortsetzung.)
^er Inspektor sank auf ben Stuhl vor bem Schreib-
N ück, stützte bie Stirne in die Hanb und blieb i "ftm Sinnen verloren fitzen. Er glaubte mit ^"sangenhett abgeschlosten zu habe» und nun, ei» Freund auS ber glänzenden Zeit seines hep to begegnete, flammte bie Erinnerung in seinem agri> Bi wieder empor, gleich einem strahlenden Ge- nw V sei» Lebe« mit rothem glühendem Licht über- «d.
die Zeü war schön gewesen, wo er lebig aller auf ben Höhen des Leben« geschwebt hatte
umringt von Freunden unb lebenslustige» I Mn, ben Kelch ber Freude geleert l Wo er der , KK Liebling ber eleganten Damenwelt gewesen r die Herrlichste von Allen ihn geliebt! Ja, “o-, WMa v. Hohenau hatte ihn geliebt! Er merkte $ ihrem weichen Händedruck! An dem glühenden -3 M sanften Blick ihrer Augen! An ber Hin * «S *h ihrem Wese» ihm gegenüber lagl O / der er gewesen, daß er den Augenblick un fi hatte vorüber fliegen lassen? Weßhalv hatte Laicht erklärt? Weßhalb Priskas Liebe ncht i errungen? Weßhalb war er später nicht 3« ihr zurückgekehrt? Kleinmüthig und bei
,®at er gewesen 1 Mil Priska im Bunde würde bCf besiegt haben! Würde er die Kraft ge-
*** Naben, Alles Verlorene für sich unb bas ge- herrliche Weib zu ückznerobern.
sah fie noch vor sich stehen, als er Abschied um bie Reise ht das Ausland anzutreten, ^usaßten sich ihre Hände, tief und innig tauchten
ihre Blicke ineinander, als sie mit zuckenden Lippen fragte: „Und sehe ich Sie nach Ihrer Heimkehr wieder?" unb er mit ausflawrnenben Blick erwidert: „Mein erster Gang nach meiner Rücklehr gilt Ihnen, Priska!"
Unb bann war er geschieben auf Nimmerwiedersehen !
O diese Erinnerungen! bie so alten, schönen Erinnerungen!
Er erhob sich unb trat an baS Fenster, rni trüben Blicken bie Vorbereitungen zu ber Ausfahrt ber Gäste deS Herrn v. Allenberg beobachteub.
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Vor ber breiten Treppe beS Schlosses hielten mehrere Wagen, ein bequemer Sanbauer unb zwei hohe, gelbe Pürschwage». Die Mehrzahl ber jungen Offiziere schlossen sich ber Partie an unb erwarteten bereits, planberub auf ber breiten Terrasse ber Treppe auf unb adgehenb, ben alten Herrn v. Allenberg mü seinen Damen. Pünktlich zur angesetzten Zeit, trat ber Gastgeber auS bem Portal beS Schlosses. Ihm zur Seite ging Ob.rst v. Glasenapp, Fran v. Allenberg führeab. Im Schutz beS würbigen Fräulein Berg folgten in Helle» Sommertoiletteu, be» Matrosen- Hut mit flatterndem Band keck auf bie blonden Locken gedrückt Hertha und Gertrud, welche leise zusammen flüsterten unb schelmische Blicke auf bie Offiziere roa. fen, bie bie alten Herren und Damen ehrerbietig begrüßten.
„Das ist ja eine stattliche Versammlung I" rief Herr v. Allenberg lachend anS. „Es freut mich, meine Herren, daß Sie so zahlreich erschienen find. Aber, nun bandelt es sich um die Platzfrage . . .'
„Ich denke," nahm Frau v. All-ndorf in ihrer würdevollen Weise das Wort, „Gertrud unb Hertha,
Fräulein Berg unb ich, wir fahren in bem Landauer. Für den Herrn Oberst ist auch noch Platz in dem Wagen. Die übrigen Herren könne» sich ja auf die Jagd wage» vertheileu."
„N.in, »ein, gnädigste Fra» Baronin," sprach lächelnd Oberst v. Glasenapp. „Ich bitte um Ler- zeihung, aber Ihr Arrangement will mir durchaus uicht gefallen. ES toiib mir selbstverständlich ein großes Vergnügen fein, mit Ihnen, gnädige Fra», zusammen zu fahren, aber ob eS den jungen Dame» Vergnügen macht, mir altem Graukopf auf ber Fahrt gegenüber zu fitzen, ist mir den» doch etwas zweifelhaft. Unb bann beben Jen Sie meine armen Lieutenants I"
»Brovo, bravo, alter Freund," rief laut lachend Herr v. Allenberg, indem er feinem früheren Kameraden einen nicht allzu zarten Schlag auf den Rücken versetzte. „Das nenne ich ein Wort zur rechten Zett! Liebste Wanda," sprach er bann lächelnb zu seiner Gattin, „überlaß bas Arrangement heute nur einmal mir. Lieber Glasenapp, willst Du meiner Frau in ben Wagen helfen? Fräulein Berg, barf ich ebenfalls bttten, sich beS bequemen Landauers zu bedienen? Unb bann haben Sie, Herr Hauptmann v. Dönitz wohl bie Güte, neben Fräulein Berg Platz zu nehmen."
Hauptmann v. Dönitz machte gute Miene zum bösen Spiel unb er reichte unter tiefer Verbeugung der alten Erzieherin den Arm, sie mit etwas ironischer Galanterie zu der Equipage geleitend.
„Unb nun," rief fröhlich Herr v. Allenberg, seinen N chten verschmitzt mit ben Augen zublinzelnd „Kommt einmal her, Ihr jungen Herren unb Ihr Mädels! Du, Hertha, nimmst den Wagen mit den Füchien und Du, Gertrud, die Rappen! Die Herren mögen sich Verth eilen wie es Ihnen beliebt, ich selbst
werde den Landauer kuischiren. Unb nun allons, auf Eure Plätze ... ."
Unter allgemeiner Heiterkeit begann ein wahrer Sturmlauf auf bie beiben Jagdwagen. Die jungen Herren bemühten sich sämmtlich, den Platz neben den schönen Lenkerinnen ber prächtigen Gespanne zu erringen. Endlich hatten alle Platz genommen. Dem Premierli utenant v. Dennewitz war es gelungen, den Sitz neben Hertha zu erobern, während der kleine Lieutenant Wietholz zu feinem größte» Bedauern den letzte» Platz auf bem Wagen Gertruds erhalte» hatte.
„Seid Ihr fertig dahinten?" rief Herr v. Allenberg.
„Ja, Onkel!"
„Vorwärts denn! die Zügel frei."
Der alte Herr klatschte mit der Peitsche, seine beiden munteren Nichten schnalzten mit den Lippen und dahin flogen die drei Wagen über ben Schloßhof zum Thore hinaus, die breite Straße nach dem Landsberg einschlagend.
Bei dem Bogen, ben die Wagen beschreiben mußten, um das Thor zu pasfiren, fuhr man dicht bei den Fenstern des kleinen JnspcktorhauseS vorüber. Herr v. Dönitz glaubte zu sehen, daß sich an einem F nster bie Vorhänge leise bewegte», als blicke Jemanb verstohlen ben bavonrollenden Wagen nach. Herbert Savnow, ber in ber Thal noch immer am Fenster staub, sah ben spöttischen Blick seines Frennbes unb trat rasch in das Zimmer zu-ück. Ader seine Gedanken folgten den Wagen und begleiteten die Gäste nach bem Forsthause, ber Heimath feiner Braut. Er sah, wie sein künftiger Schwiegervater ben vornehmen Gästen in bcmüthiger Ehr-rbietung entgegeneiltf, er sah, wie seine Braut bie Gäste bebhnte unb wie die neugierigen Blicke der jungen Offiziere ber schlanken Gestalt des Mädchen folgten, unb sah das spöttische