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Bei Gemeinschaftshafi sollen die Ge-
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Hüten, sowie monatlich mindestens einmal ttstaud und dem Arzt besucht werden.
In den WendelgSngea der französischen Kammer wird erzählt, daß der Viceprästdent deS Senats Scheurer-Kestner tharsächlich mit dem Ministerpräsidenten Meline und dem Kiiegsminiüer Billot eine Unterredung über die Angelegenheit Dreyfus gehabt hat, demselben jedoch weder eine neue That- sache, noch ei» neues Dokument mitgetheilt habe. Sm militärgerichtliches Urtheil kann aber nur zur Re» Vision gelange«, wenn entweder eine neue Thatsache auftritt oder Dokumente, die zur Zeit deS ProzesieS unbekannt waren, entdeckt werden. Daher wird die Regierung, wenn sie interpelliri wird, antworten, daß sie nur fortfahren könne, DreyfnS als schuldig zn betrachten, nud daß kein Anlaß zur Revision des ProzesieS vorliege.
In der Türkei billigt ein Bericht der Minister an den Sultan de» auf Ersuchen des Sultans tn
M -263.
Telephon 65.
* im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindlichen 6 noch nicht mit schwerer Freiheitsstrafe vorbe. Oen Gefangenen von Gefangenen schlimmerer Art 'diel wie möglich abgesondert werden.
stand, der durch keinerlei tarifarische Maßnahme der Eisenbahnen geschmälert werden kann, denn mit der Wasserkraft können auch die billigsten Eisenbahntarife nicht in Konkurrenz treten. Die Interessenten an den Wasserstraßen haben aber auch ein direktes Intereffe, die Ei'enbahntarif« für AuS- fuhrzucker verbilligt zu sehen, da der Zucker, der per Bahn noch den Umschlagsplätzen gekrackt wird, um dort auf da« Schiff zu kommen, an der Ermäßigung theilnehmen, die letztere also auch tat Wafferverkehr fördern würde/
Was die B e s ch ä f t i g u n g der Gefangenen anbetrifft, so soll von der durch das Strafgesetzbuch eingeräumten Befugniß zur Zuweisung von Arbeit in der Regel Gebrauch gemacht werden. Ausnahmsweise kann Gefängnißsträfiingen, sofern sie im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sich b> finden und Zuchthausstrafe noch nicht verbüßt haben, mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde gestattet werden, sich selbst zn beschäftigen. Bei der Zuweisung von Arbeit soll auf den Gesundheitszustand, die Fähigkeiten und das künftige Fortkommen, bei Gefäugnißsträflingen aber auch auf den Bildungsgrad und die Berufsverhältnisie Rücksicht genommen werden. Bei Jugendlichen soll außerdem besonderes Gewicht auf die Erziehung gelegt werden. Die Berwerthung der Arbeitskraft der Gefangenen ist so zu regeln, daß die Interessen deS Privatgewerbes möglichst geschont weiden. Insbesondere soll darauf Bedacht genommen werden, die Verdingung der Arbeitskraft der Gefangenen an Arbeitgeber Möglichst einzuschränken, dkN Arbeitsbetrieb auf zahlreiche Geschäftszweige zu vertheilen und auf Lieferungen für die Staatsverwaltung zu erstrecken, unter allen Umständen aber eine Unterbietung der freien Arbeit zu vermeiden. Selbstbeköstigung sowie der Gebrauch eigener Kleidung, Wäsche und eigener Bettstücke wird den Gefangenen, die einfache Hast verbüßen, sowie den Festungsgefangenen gestattet. Inwieweit diese Vergünstigungen auch den Gefängniß- sträflingen zu Theil werden dürfen, ist der Bestimmung der obersten Aufsichtsbehörde und den Hausordnungen Vorbehalten.
Abgesehen von den Zuchthaussträflingen soll eine Veränderung der Haar- «nd Barttracht nur aus Gründen der Reinlichkeit und Schicklichkeit eintreten.
Besondere Bestimmungen find füe Krankheitsfälle, sowie über Seelsorge und Unterricht gegeben. Die jugendlichen Gefangenen sollen Unterricht in den Gegenständen der Volksschule erhalten, desgleichen die erwachsenen Gefangenen unter 30 Iah tn, soweit ste dessen bedürfen.
Täglich soll den Gefangenen, fotoeit e8 ausführbar ist, mindestens eine halbe Stunde Bewegung im Freien gestattet werden. *
Der schriftliche Verkehr der Gefangenen unterliegt der Aufsicht des Vorstandes. Eingaben an die Gerichte, die Staatsanwaltschaft und an die Aufsichtsbehörde dürfen nicht zurückgehalten werden.
Zur Austechterhaltung der Disziplin find folgende Disziplinarmittel für zulässig erklärt: Verweis, Entziehung hanSordnungsmäßiger Vergünstigungen, Entziehung der Bücher und Schriften; bei Einzelhaft: Entziehung der Arbeit, Entziehung der Bewegung im Freien, Entziehung des Beillagers, Schmälerung der Kost, Fesselung und einsame Einsperrung. Wo gegen Zuchthanssträslinge zur Zeit noch andere Disziplinarmittel eingeführt find, dürfen auch diese in den bisherigen Grenzen angewendet
werden. Die einsame Einsperrung kann auch noch durch Entziehung hausordnungsmäßiger Vergünstigungen, durch Entziehung der Bücher und Schriften, durch Entziehung der Arbeit, durch Entziehung des Bettlagers, durch Schmälerung der Kost und durch Verdunkelung der Zelle geschärft werden. Dauert die geschärfte einsame Einsperrung länger als eine Woche, so falle» die schwereren Schärfungen am vierten, achten und dann an jedem dritten Tage fort. Gegen Gefangme unter 18 Jahren ist Fesselung sowie Schärfung der einsamen Einsperrung durch Verdunkelung der Zelle ausgeschlossen. Ihnen gegenüber kommen noch die in Volksschulen gegen Personen desselben Alters und Geschlechts zulchsigm Zucht- mittel zur Anwendung.
Vor der Vollstreckung aller schwereren Disziplinarstrafen erhält der Arzt Gelegenheit, Bedenken dagegen geltend zu machen. Mindestens alle zwei Jahre einmal werden die Anstalten durch die Aufsichtsbehörde yder ihren Beauftragte» besichtigt.
Der Alldeutsche Verband theilt Nachstehendes mit: „DaS Königliche Polizei- Präsidium zu Berlin hat das Austrein der österreichischen Abgeordneten Funke, Prade und Wolf in der vom Alldeutschen Verbände beabsichtigten öffentlichen Versammlung in Berlin verboten und erklärt, eventuell gegen die genannten Herren mit einem Ausweisungsbefehl vorgehen zu müssen. Begründet wird diese Haltung mit dem Hinweis darauf, daß es sich bei dem Sprachenstreite »m eine innere Angelegenheit Oesterreichs handle, in die sich von hier aus einzumischen mißlich sein würde. Erschwerend komme hinzu, daß gerade Vertreter der extremsten Opposition in Oesterreich hier sprechen sollten, deren Verhalten einen sehr unerwünschten Verlauf der Versammlung erwarten lasse. $)ie geplante Versammlung ist infolge dessen von den Veranstaltern anfgegeben worden/
Umschau.
Das Ministerium der öffentlichen Arbeite» hat sich auf Antrag deS Vereins der deutschen Zncker- indnstrie entschlossen, die Herabsetzung der Frachten für Zucker aller Art zur Ausfuhr anzubahnen. Die ständige Tarif - kommisflon der deutschen Eisenbahnen soll demnächst darüber berathen, ob dem Antrag des Vereins zu entsprechen sei. Zu diesem Zweck find die Handelskammern und kaufmännischen Korporationen um gutachtliche Aeußerung über den Anttag ersucht worden. Das Fachdlatt „Die deutsche Zuckerindusti ie' hebt die Nothwendigkeft einer solchen Frachtermäßigung hervor; es sagt:
Wenn Jemand hier zu Laude auf den Gedanken kommen sollte, einM Posten Zucker zur Ausfuhr 1600 Kilometer weit mit der Eisenbahn zu verfrachten, so würde er für diesen Uebermnth mit 6.87 Mk. pro Doppelcevtner bestraft werden, mit anderen Worten, er müßte fast die Hälfte deS WeltmarktwertheS der Waare der Staatskasse überlassen. Di« t ompagnie des Chemins de fer du Nord, die den größten Theil deS französischen ExportznckerS transvortirt, würde für di« ermähnte Entfernung nur J,43 Mk. pro Doppelcentner nehmen, «nd nach den Grundsätzen der SsterreichischenBahneu würden für dieselbe Entfernung 2,15 Mk gefordert werden. Der Zucker ist rin Gegenstand de« Weltverkehrs, in welchem namentlich Deutschland, Oesterreich- Ungarn und Frankreich miteinander in Konkurrenz stehen.
Die Aelteste» der Magdeburger Kaufmannschaft find gegen die Frachtermäßigung, well fie von ihr eine Beeinträchtigung der fich hauptsächlich deS Wasserweges der Elbe bedienende» Magdeburger ZuckergeschästS befürchte». Das genannte Fachblatt bemerkt hierzu,
daß „durch die Biuuenwaffrrwege weit fibtr zwei Drittel unsere» ZuckerexportS bewältigt werden, und daß auf der 616« ungefähr di« Hälfte der gesammten deutschen Zncker- auSfnhr vor fich geht. Da« ist ein unangreifbarer Befitz-
ErschriM täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouarial-Abomiements-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg, (exkl. Bestellgeld. JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg.
Die ersten Paragraphen regeln die Unter« itingnn g der Gefangenen. Weibliche Gefangene sckn in der Regel in besonderen Anstalten (816= «tagen) untergebracht werden; auch solle» zur wachung weiblicher Gefangener möglichst weibliche tenftcte verwendet werden. Jugendliche Gefangene Sen von erwachsenen Gefangenen streng getrennt galten werden.
Für Neubauten wird daS Uindestmaß des Lust- mnsin Einzelzellen und in Zammelräumen festgestellt. 1« Luftraum der Einzelzellen soll mindestens 22 cbm tagen und das Fenster eine Lichtfläche von mindestens Quadratmeter haben. Bei Räumen, die zum kfenthalt' eines Gefangenen nur bei Nacht und in it arbeitsfreien Zeit bestimmt find, beträgt das imdestmaß des Luftraums 11 Kubikmeter. In llüwschaftlichen Aufenthaltsräumen sollen 16, in mmischaftlichm Schlaft äumen 10 und in gemein» Wichen Arbeitsräumen 8 Kubikmeter ans die Person «fallen.
Die Einzelhaft soll vorzugsweise angewendet itiben, wenn die Strafe die Dauer von drei Monaten übersteigt oder der Gefangene das 25. Lebens ch noch nicht vollendet oder Zuchthaus, Gefängniß- da geschärfte Haflstrafe noch nicht verbüßt hat. Hoch sollen Gefangene unter 18 Jahren ohne Ge- chnigung der Aufsichtsbehörde nicht länger als drei tonatt in Einzelhaft gehalten werden, und diese ist Big ausgeschlossen, wenn von ihr Gefahr für den Perlichm ober geistigen Zustand des Gefangenen > besorgen ist. Endlich soll jeder in Einzelhaft begliche Gefangene täglich mehrmals von Anstalts-
Die Meldung der „Köln. Volksztg/ von einem Ueberfall auf Missionare in Süd- Schantnng scheint sich nach eingegargeuen amtlichen Nachrichten zu bestätigen. Ueberfalle« wurde die Missionsstation Nmtschoufu. Als ermordet gemeldet wird der Missionar Nies, als vermißt Missionar Ziegler, emkomme» ist Missionar Stenz. Die bei der Sachlage g'botene» Maßnahme» find deutscherseits bereits eingeleitet.
»jenen wenigstens für die Nacht möglichst .... kmbei getrennt werde». Auch bei Tage sollen
Grundsätze über den Vollzug von Freiheitsstrafen.
Die vom Bundesrath in der Sitzung vom 18. Oktober d. Js. genehmigten Grundsätze über den Mzug von Freiheitsstrafen bezwecken nicht, die Miene der Vollstreckung gerichtlich erkannter Strafen Miltiz und.erschöpfend zu regeln. Vielmehr sollen nr bis zu einer grundsätzlich zu erstrebenden reichs- zisitzlichen Regelung des Gegenstandes, die aber zur M uicht ausführbar erscheint, die wichtigste» Grund- ltzr über die Behandlung der zu einer Freiheftistrafe Mrcheilten Gefangenen festgestellt werde«. Von den Mstuilichsten Bestimmungen seien hier folgende hervor-
öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
*** Xttattbn mA ffijwWm.: Mar» Sl. um« Jllustrirtes Sonntagsblatt. Verantwortlich für b«n allg«m«m« Thril: Redaktrur R. Hartmau» ,___ ' U Mr dru ««ratenthril: Joh. «»,. »och, Brib« in Marburg.
W«” nimmt entgegen bi« Expedition dieses Blatte,, fmie bi« Annoncen-Bureanx vou Haasenstrin & Vogler in yYVH _ . m Magdeburg und Wien; Rudolf HHI. Jllhlg.
Dienstag 9. November 1897 Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, E. L. , , . „
' o _________________ * Daub« & Co. in Frankfurt a. M.. Berlin. Hannover, Vari». Telephon 65.
(Nachdruck verboten.)
Bebe's Bild.
Novelette vou 8. von Salbend er».
(Schluß.)
Herbert war der Verzweiflung nahe. Alle Ber- Susanne zur Rückkehr zu bewegen, waren fehl Wogen. Sie habe zwar nicht gänzlich aufgehört, treffe für ihn zu hege», fie glaube sogar, daß * Liebe zu ihm nicht erloschen sei, aber die Bitter- der an seiner Seite gemachten Erfahrungen sei '.iroß, daß fie fich entschließen könnte, das ge- ^»same Leben wieder aufzunehmen.
»Armer kleiner Junge, wen» Du es wüßtest, tttft Du uns gewiß wieder zusammen/ hatte »bert gesagt.
»3a, er allein wäre dazu imstande/ hatte ’faine erwidert. Dabei blieb ste.
»Und er ist tot/ seufzte Herbert.
Seitdem zog er fich von jedem Umgänge zurück ’ lebte wie em büßender Einsiedler. Die Er- ^biiß war ihm gekommen, daß er m seiner Freude $ den Besitz des Kindes und in seinem Kummer n dessen Verlust, wenn auch fich selbst ganz nn- W, nen Egoismus gezeigt hatte, der fein tief kränken mußte. Während er der @e= ^8ten, deren Herz vielleicht noch mehr als das * blutete, eine Stütze hätte fein sollen, an der .fich aufrichten konnte, hatte er fie vernachlässigt ** nur an fich gedacht. Er quälte fich jetzt mit
Selbstvorwürfen, und zwar um so mehr, je größer seine Sehnsucht nach Susanne wurde. Zu spät. Es »ar zu Ende zwischen ihnen. Konnte er ihr darum zürnen?
So verstriche» Monate. Herbert hatte Susanne nicht mehr gesehen. Der einzige, dem er fich rückhaltslos anvertrante, »ar der Maler von Bebe'S Portrait, daS so gewattsam in Stücke gegangen war, ihm hatte er auch von seinem vergeblichen Bemühen, eine Bersöhnwig herbeizuführen, gesprochen.
„Mein lieber Herbert/ hatte dieser gesagt, „Ihr dauert mich beide, daß fie aber ebenso leidet, wie Du, davon bin ich fest überzeugt, und wenn auch zwei in Groll voneiuandergehen, so lange fie fich um einander grämen, ist der Faden, der fie bindet, noch nicht zerrissen, er scheint mir sogar bei Euch, trotz allem, noch recht dauerhaft zu sein. Die Mögligkett ist also noch immer vorhanden, daß der eine den anderen herüberzieht. Damm zieh, mein Lieber, zieh mit Deiner ganzen Kraft!'
Herbert schüttelte den Kopf. „Sie ist ttotzig fest. Ich hätte ihr eine solche Festigkeit nicht zugettant. Ich fürchte, der Faden würde zerreißen, und ich weiß nicht, ob er fich je wieder zusammenknüpfen ließe. Nein, die Probe darauf möchte ich doch nicht wagen/
Der Maler wurde nachdenklich. „Vielleicht/ überlegte er bei fich, „gelingt es dann einem dritten, den Faden unbemerkt kräftig anzuziehen. Das dürfte
doch nicht ollzufchwer fein. Die Frage ist nur, wo man am besten zugreift.'
Da fiel sein finneuder Blick auf die Stelle über dem Sopha, wo das von ihm «gefertigte Bild gehangen hatte. Plötzlich zeigte sein Geficht einen zufriedenen Ausdruck, »ie jemand, der etwas gefunden hat, nach dem er suchte. Hatte er wirklich gefunden?
Die ttüben Herbsttage machten Herbert die Vereinsamung noch unerträglicher. Er hatte kein Ange für die Schönheiten des Sommers gehabt, keinen Blick für feine Blumen, kein Ohr für feine gefiederten Sänger; als aber die Schwalben fich zusammenscharten und eifrig von Abschied, weiter Reise übers Meer und Wiederkehr zwitscherten, lauschte er ihnen und dachte bewegt: „Ach, wer doch, wie Ihr, bei der Rückkunft das Glück wiederfinden könnte!'
Da reifte in ihm ein Entschluß. Eines Tages erschien er unerwartet im Atelier seines Freundes und überraschte diesen mit der Mittheilung, daß er entschlossen sei, auf längere Zeit fich fortzubegeben, und wenn er draußen daS gesuchte Vergessen fände, vielleicht für immer; die nöthigen Vorkehrungen habe er schon getroffen, auf feine Stellung werde er verzichten.
Der Freund hatte die Arbeit, mtt der er fich beschäftigte, unbemcift von Herbert weggerückt. Dann erhob er fich, drückte ihm die Hand und sagte:
„Es war für mich kein Zweifel, daß Dir über kurz oder lang der Gedanke an eine Flucht von hier,
denn solche ist eS, kommen würde. Ich kann Dein Vorhaben nur billigen, er rettet Dich vor sonst un- anSbleiblicher Melancholie. Wann gedenkst Du denn zu reifen?'
»So bald wie möglich, doch, da wir schon vor dem November stehen, möchte ich den stillen Tag, den wir den Todten widmen, »och hier verleben. Mein armer Junge wartet auf mich; ich würde mir später bittere Vorwürfe machen, wenn ich an diesem Tage nicht zu ihm gegangen wäre. Willst Du wich begleiten?'
»Dir zu Liebe gern. Theile mir aber noch vorher die Stunde mit, die Dir genehm ist, bamit ich mich danach einrichten kann.'
Herbert erwartete den Freund vergeblich zur bestimmten Stunde, der Maler schickte aber einen Brief, in dem er es bedauerte, sein gegebenes Versprechen nicht halten zu können, er have soeben seine Begleitung Jemand versprechen müssen, dem er fie ans ciwm ganz besonderen Grunde nicht abschlagen körne. „UebrtgenS/ so schloß der Brief, „habe ich eine Ucberraschung für Dich.' —
Herbert drängte ein mißmnthiges Gefühl, das in ihm über diese Absage aufsteigen wollte, zurück und machte sich allein auf dm Weg. Er fand Niemand in der Nähe des Grabes; ein Sonnenstrahl, der sich gerade auS dm Wolken verirrte, ft I darauf. Nichts regte sich dort außer einem Rotschwänzchen, das die Blumenume, welche den kleinen Gravstein krönte, zum Sitz erkoren hatte und von dorther seine»