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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchham.

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3«h. Koch, llnüxrsttätr-Buchdnukrra in Marburg, Brrantwarüich für dm allg»m»dr« Th«il: Rrdattrnr R. Hartman«,

Ridaüioumd^p^ttionr Markt 91. VVUlHUyVVlUU* für bcn ««atvtthttl - Joh. «»«. «ach, bdbe in Marburg.

M 251.

Ttlepbou 65.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonmmems-VreiS bei der Expe­dition 2 3T';., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (ejH. Bestellgeld. JnsertionsgebnhL für die gespalten« Zeile oder deren Raum 10 $fg Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Dienstag, 26. Oktober 1897.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte», sowie di« Annoncen-Bureaux vou Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moffe in Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. Daube & Co. in Frankfutt a. M.. Berlin. Lannoo«. Vari».

XXXIIJahrg.

Telephon 55.

Unsere Rechtspflege und zreßtreibereien über vermeintlich ungerechte Urtheile.

t sie auch komme, ausgeschlossen ist. Die Richter unabsetzbar und völlig unabhängig. Die Ge-

in unzulässiger Weise einzuwirken, von vorn-

7

i.

Führend früher wenigstens die Urtheile der Ge- e ein noli me tangere zu sein pflegten, hat M auch hierin ein bemerkenswerther Umschwung »gen. Die Gerichte sind bei unS thatsächlich so L, daß eine Beeinflussung derselben, von welcher

slpf Sorganisation mit ihren Kollegialsprüchen und n Znstanzenzuge macht jeden Versuch, auf den

n aussichtslos. Daher ist denn auch niemals Fall bekannt geworden, in welchem ein solcher ach gemacht worden wäre. Thatsächlich haben ms einer Rechtspflege zu erfreuen, die besser ist irgend eine andere der Welt, und um die wir

allen anderen Staaten beneidet werden. Die eilt find in ihrer Allgemeinheit nicht nur gerecht Näh unparteiisch, sondern zeichnen sich auch, bank der ürfnist unseren Richtern geforderten wissenschaftlichen praktischen Vorbildung, durch eingehende und

zeugende Begründung aus. Daß unter den vielen ' senden von Urtheilssprüchen, welche täglich gefällt l-Kasft Kg, auch einige wenige Fehlsprüche sind, und 1 nicht nur in den unteren, sondern auch _____ den höheren Instanzen, das ist ein Ifiand, der allen menschlichen Institutionen , isiet. So lange die Richter eben auch nur ischen sind, so lange wird dieser Riangel bestehen

«u. Es ist auch durch nichts erwiesen, daß

2CU tt heutige Judikatur etwa schlechter geworden i. Trotz der ungeheueren Anforderungen, welche

ter

!r Breite vorzuführen und so zu thun, als handle ich nicht nur um einen einmaligen, gelegentlichen thum, sondern um allgemein verbreitete Rechts-

moni «euere Gesetzgebung an den Fleiß, das Selbst- eichniss im und den praktischen Blick der Richter gestellt find diese den in sie gesetzten Erwartungen in RiMi Umfange gerecht geworden.

(581 Wollte aber heute Jemand sich ein Urtheil über »Rechtspflege aus einem gewissenTheile unserer se bilden, so müßte dieses, wie es in der hier «gegebenen Zuschrift eines preußischen Richters it.N.A.Z." heißt, freilich ein ganzschiefes werden und *____ «entgegengesetzt der Wirklichkeit ausfallen. Denn

Ijrtt phört mit zu den Gepflogenheiten jener Blätter, < verfehlte Urtheil ihren Lesern in recht ausführ-

anschauungen, welche dem Gesetze und dem gesunden Menschenverstände geradezu entgegenliefen. Oftmals ind es sogar nicht einmal wirkliche Fehlsprüche, andern nur schiefe Ausdrücke und Unklarheiten, die ür die schließliche Entscheidung kaum von Einfluß waren, trotzdem aber gründlich breitgitreten werden.

Soweit es sich um politische Prozesse handelt, >aben die Urtheile von vornherein leider mit dem- elben Ucbelstande zu rechnen, welcher jedem Urtheil in einem Civilprozeffe anhastet. Sie können nicht alle Parteien befriedigen. Hier ist es denn noch am Ehesten zu verstehen, daß sie in politischen Zeitungen zum Ausgang von Er­örterungen genommen werden. Indessen bleibt es dennoch zu bedauern, daß solchen Erörterungen einfach das Mäntelchen juristischer Wissenschaft ungehängt und der Nachweis versucht wird, daß die Urtheile dem gegenwärtigen Stande unserer Gesetzgebung widersprächen. Die meisten Leser find nicht im Stande, das Falsche in solchen Erörterungen zu er­kennen; was in ihrer Zeitung gedruckt steht, wird als wahr hingenommen, und die in gegnerischen Zeitungen oder wissenschaftlichen Werken erscheinende Widerlegung wird nicht gelesen. Wollte die Presse sich damit begnügen, ihr Mißfallen mit dem Spruch auszusprechen und für eine Aenderung der besehenden Gesetze zu plaidiren, da diese nach ihrer Meinung nicht der Gerechtigkeit entsprächen, so wäre damit schon viel gewonnen. Jedenfalls würde die Autorität der Gerichte dadurch nicht untergraben.

Am Bteisten schreit jene Presse natürlich, sofern ein Urtbeilsspruch in ihre eigenen vermeintlichen Interessen eingreift. Sie, die gegen den Egoismus und die Hervorkehrung eigener selbstsüchtiger Inter­essen im wirthschafilichcn Leben nicht genug zetern kann, verliert in solchem Falle jede Objektivität und urtheilt aus rein subjektiven Gesichtspunkten. Wer wollte bestreiten, daß mit dem Begriffe des groben Unfugs in der Rechtsprechung oftmals gekehlt wird. Aber die Behauptung, daß durch die Presse über­haupt kein grober Unfug begangen werden kann, ist so falsch, daß sie einer juristischen Widerlegung gar nicht bedarf. Wenn ich durch aufregende falsche Nachrichten, die ich einem Anderen mündlich mit­theile, und für deren Verbreitung ich sorge, allge­meine Beunruhigung Hervorrufe, so mache ich mich deS groben Unfugs schuldig. Wenn ich mich aber zu dieser Heldenthat der Presse bediene, dann sollte ich desselben Vergehens nicht schuldig sein? Der Uusinn ist zu groß, und doch wird er immer und immer wieder aufgetischt. Welche Vorrechte hat

die Presse nicht für sich in Anspruch genommen in der Frage der Zuständigkeit der Gerichte, der Stellung der verantwortlichen Redakteure, der Pflicht zur Zeugenaussage u. a. m. Wir bestreiten gar nicht, daß in diesen Forderungen zum Theil ein ge- ünder Kern liegt. Aber wenn die berechtigten Forderungen bisher nicht erfüllt sind, so darf man deswegen doch nicht die Gerichte schelten, die lediglich die bestehenden Gesetze auszulegen und anzuwenden haben.

In letzter Zeit sind die Angriffe auch gegen Ur« Iheile in Zivilprozessen geführt worden und wer kann wissen, wohin wir noch kommen. Nur die Schwurgerichte find ein Blümlein Rührmichnichtan geblieben; sie sind das verhätschelte Schooßkind jener Presse, dessen Kompetenz man möglichst er­weitern möchte. Dieser Umstand ist bezeichnend sür die Objektivität. Denn gerade die Schwurgerichte haben nach dem Urtheil aller Sachkundigen die meisten Fehlsprüche aufzuweisen.

- Wenn in dem Volke das Vertrauen zu der Rcchtsflege erschüttert würde, so wäre dadurch ein unermeßlicher Schaden angerichtet, auS welchem lediglich die Sozialdemokratie Nutzen zöge. Wir glauben nicht, daß es dahin kommt; denn immer hat auf die Dauer die Wahrheit über Falschheit und Verleumdung den Sieg davon getragen. Eine Warnung aber zur Abkehr vom falschen Wege kann niemals schädlich sein.

Umschau.

In weiten Kreisen glaubt man heute hinsichtlich des Vorhandenseins kirchlicher Nothstände beruhigt sein zu dürfen. Man weist auf die große Zahl der in letzter Zett erbauten Kirchen hin, wofür Berlin namentlich dem Kaiserhause großen Dank chuldet, und meint, daß dadurch alles aufs beste bestellt worden sei. Das ist aber ein gewaltiger Jrrthum. Die Nothstände sind damit keineswegs behoben, sie find wohl stellenweise gemildert; aber beseitigt find fie nicht. Zur Aufklärung über diese wichtige nicht nur für die Reichshauptstadt, sondern für die Gesammtheit wichtige Angelegenheit, ist soeben ein Schriftchen erschienen und uns übersendet worden:An die Arbeit! Ein Wort für den Kirchen­bau und für die Stadtmisflon in der Reichshauptstadt" von Ernst Evers. (Verlag der Buchhandlung der Berliner Stadtmisfion, Johannistisch 6.) Wir em­pfehlen dies beachtenswetthe Schriftchen gern weiterer Verbreitung.

Wa» ist in Berlin so fragt der writbekannte 8er- äfier in den letzten zwanzig Jahren bester geworden? 1877 hatten 87 geistliche Kräfte durchschnittlich je 14- bi» 16000 Seelen zu versorgen und 1897 befinden sich etwa 79 Berliner Geistliche in demselben Nothstände, da auf «den von ihnen durchschnittlich die Zahl von je 14167 Seelen kommt. Namentlich in einzelnen Mastengemeinden kann auf diese Weise von einer geordneten seelsorgerischen Thätigkeit keine Rede sein. In einer derselben haben in einem Jahre 2502 Taufen, 1756 Konfirmationen, 794 Trauungen, 12307 Kommunikationen und 74n kirchliche Beerdigungen tzattgefunden, wo soll da für die drei Geist­lichen noch Zeit zur Seelsorge übrig bleiben ? Daß in solchen Gemeinden das kirchliche Leben stagniren muß, wird zuge­geben weiden; zählen einzelne derselben doch 100(00 Seelen und mehr. Mit Recht weist Herr Pastor EverS demgegen­über darauf hin, daß Städte mit 40- bis 50000 Seelen wie z B. Elbing, Bromberg, Flensburg, Halberstadt, Stralsund, Hildesheim drei bis vier Kirchen mit 6 bis 9 Geistlichen zählen und fordert baldige Theilung der erwähnten Berliner Massengemeinden. Nach di» Verfasser» Berechnung würde, um dem dringendsten kirchlichen Nothstand Berlins abzuhelfen, der Neubau von zwanzig Kirchen uöthig sein.An di» Arbeit" ruft er darum und führt dabei auS:Es ist in der Reichs Hauptstadt noch nicht alles verloren, Unglaube und Umsturz treiben ihre Maulwurfsarbeit in der Reichshauvtstadt vielleicht eifrig« als anderswo; aber woher kommt e», daß fie hier so groß« Erfolge haben! Die vorstehenden Zahlen (der erwähnten Schrift) rufen uns zu: wenn die Kirche mehr Arbeiter hätte, dann würden sich noch viele Tausende für da» Evangelium zurückgewinnen lasten, viele Gleichgiltige und Gefährdete würden vor dem Sttauchelu und Fallen bewahrt werden können."

Wir empfehlen nochmals allen konservativen Kreisen die Schrift des Herrn Pastor Evers auf das Wärmste und hoffen, daß des Verfaffers Weckmf offene Ohren und warme Herzen finden wird.

Der bayerische Staatsrechtslehrer M v. Seydel spricht fich in einem von ihm veröffentlichten Gut­achten zu Gunsten eines Reservatrechts Bayerns in Bezug auf den einheitlichen Militäigerichtshof aus dem Grunde aus, weil Bayern nach dem Bündniß- vertrage die volle Militärhoheit bester und zu dieser jedenfalls die Militärjustizhoheit gehöre. Diese Deduktion wäre unanfechtbar, wenn anzunehmen wäre, daß die Einsetzung eines obersten Reichsgerichtshofes als Revistonsinstanz für die im N^men des Königs von Bayern entscheidenden Militärgerichte erster und zweiter Instanz mit der Militärjustizhoheit Bayerns nicht vereinbar wäre. Allein dies kann nicht ohne Weiteres zugegeben werden. Preußen befitzt, wie die anderen Bundesstaaten, verfaffungsmäßig, abgesehen von dem Recht der Gesetzgebung und Aufsicht, die volle Justizhoheit. Die preußischen Geriete sprechen im Namen des Königs von Pieußen Recht, genau

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(Nachdruck verboten.)

Das Teufelchen.

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t und Arno von Delft ritt durch den thau- Wald. Er trug einen Jagdrock, hohe, eng« - de Stiefel und einen breitgerandeten Hut, Hirschfänger an der Seite, ein gutes englisches r\ über der Schulter! wollte er hier jagen?

scht und gekühlt von Nachtthau und Nacht- fianden die Bäume; von ihren Zweigen tropfte eilen, und das hörte man deutlich in der Waldes stille. Schlanke Aeste streiften den »es Reiters, der sein schönes Pferd im Schritt * ließ und ihm die Zügel lässig auf den Hals hatte. Dies war nicht der Wald am See, tt mehrmals schon mit Virginie Redezvous gehabt

Roman von Marie Ber> har».

(Fottsrtzung.) war in früher Morgenstunde des

l (i-d- Bett' VPfg-, »Pfg.; me« >lar« weiß Sil« i W» ferner: me» .3M-

* ~~ der lag viel weiter links hinüber. Dieser 1* gehörte Arnos Oheim, Herrn von Malte ky, 's war ein stattlicher, sorgsam geschonter ^bestand mochte einen bedeutenden Geld- «h haben.

Aur vereinzelt, gleich lenchtenden Goldpfeilen, te die Sonne durch das Grün, aber ihre Strahlen itti noch nicht, und der Reiter. griff mit der ftösttlnd in sein Jagdwamms. Er hatte all' "Mich emporsprießenden, morgenfrischen Wald- ;ca*6®£ nicht Acht, auf seinem schönen, männlichen Mchr stand ein Zug verdrossener Langeweile, der .M"de nicht Vortheilhaft kleidete. Von Zeit zu drehte die Linke mechanisch den Bart und zog . irefer an den Mundwinkeln nieder, und die i s'nbrauen vibrirten leise, wie in verhaltener Un« W6 Denn ungeduldig war Arno von

Delft, höchst ungeduldig! Wie fatal, daß sein diesmaliger Urlaub,. um derdummen Geschichte" willen, die ihm da in Pest passirt war, so über Gebühr ausgedehnt sein mußte! Er fing an, sich schmerzlich zu langweilen bei den ländlichen Genüssen seines biedern Onkels, der ja seine Schuldigkeit gethan und für seinen eleganten Schwestersohn eine enorme Summe peinlicher Schulden abgetragen hatte Das war ganz gut und schön .... was sollte er sonst noch in diesem Posen?--Das Abenteuer

mit Virginie? Nun ja, es hatte ihm Freude gemacht. Aber nun nahm fie die Sache ernst, nun kam fie ihm mit unbequemen Plänen, er­zürnten Vätern, Verlobung, Flucht und Heirath!

Er hieb mit der geschmeidigen Reitgerte auf eine am Wege stehende zierliche Birke, und ärgerte sich über den Blätter- und Thautropfenrkgen, den sie auf ihn niederschüttelte. Er war ärgerlich auf den Wald, auf den Sonnenschein, auf Virginie, auf die ganze Welt.

Eine Männergestalt, die fich plötzlich in seiner unmittelbaren Nähe von einem Baumstamm, an dem sie gelehnt hatte, loslöste, machte sein Pferd stutzen, so daß er es fest in die Hand nehmen mußte. Er schaute zornig nach dem unwillkommenen Störer hinüber, wo hatte er doch gleich dies roih und weiße Gesicht mit den blauen Augen und dem Kraus­kopf gesehen? Ah, der impertinente Maler, der obskure, junge Mensch, der Virginie neulich so unbe- int gehuldigt hatte! Es war ihm lieb, daß er ihn traf, er kam ihm gerade recht!

Aufgepaßl!" rief er in lautem, herrischem Ton und riß seinem Wotan einen scharfen Peitschenhieb über, daß er einen gewaltigen Satz nach vorwärts that, als wolle er den vor ihm Stehenden Nieder­reißen.

Selber aufgepaßt!" kam es ebenso kurz und befehlend von Heinrich Arusbcrg's Lippen zurück, zugleich griff er das Pferd beim Zügel und zwang es mit eiserner Hand zum Stehen, während er selbst nicht um einen Finger breit zurückwich.

Was soll das heißen?" fragte der Reiter, bog fich weit vor und sah dem Maler mit höhnisch mitleidigem Blick in das ausgeregte Gesicht.AuS dem Wege, Herr--ich weiß wahrhaftig

nicht Ihren Namen, ihnt auch nichts zur Sache! Daß aber Leute Ihres Schlages einem Kavalier überall weichen müssen, liegt, dächte ich, auf der Hand! Noch einmal also: aus dem Wege, oder ich sehe mich gezwungen, mein Pferd vorwärts zu treiben und kann nicht dafür stehen, wo gerade meine Peitsche hintrifft!"

Heinrich Arnsberg antwortete nicht. Aus seinem ftischen Gesicht war alles Blut gewichen, selbst seine Lippen waren bleich geworden. Er hielt noch immer den Zaum des Pferdes mit starker Hand fest und seine Augen sahen furchtlos in die des Reiters empor.

Nun, was soll's? fragte dieser hochmüthig. Wollen Sie vielleicht meine Protektion erbitten, junger Tizian?"

Ich will," gab der Andere leise zurück, und die Adern seiner Stirn schwollen an,von Ihnen er­fahren, was Sie mit Virginie von Tyrnan vor­haben, und bei Gott! Sie sollen nicht eher von der Stelle, als bis ich es weiß!"

Sehr pathetisch und schön gesagt!" nickte Arno mit herablassendem Lächeln.Die Sache geht Ihnen wohl persönlich sehr nahe, wie?"

Sie werden doch das Mädchtn Heiratheu wollen?" fragte Heinrich Arnsberg mit derselben leisen Stimme.

Sind Sie ihr Vormund? Bin ich Ihnen darüber Rechenschaft schuldig?"

Sie ist die Schwester meines Freundes, und ich . . ."

Und ich bin selber über Kopf und Hals in fie verliebt!" vollendete der Reiter lachend.Nun aber, junger Mensch, bin ich der Geschichte müde! Hand vom Zaum und den Weg frei, oder die Folgen Über Siel"

Sie stehen mk Rede, oder ich erkläre Sie für einen feigen Schurken!"

Arnos Antlitz wurde fahl, und feine Hand zuckte nach der Sette, wo er den Degen zu tragen pflegte. Er fand de« Hirschfänger und riß ihn ungestüm heraus.

Heinrich Arnsberg sah ihm ruhig iu'S Gesicht.

Nur zu! Es spräche für den Titel, den ich Ihnen soeben gab, wenn Sie einen waffenlosen Mann anfielen!"

Arno lachte höhnisch auf und schleuderte die Waffe im Bogen von sich.

Nein, abstechen wie ein Thier möchte ich Sie denn doch nicht! Aber* er besah ihn mit messenden Blicken von Kopf bis zu Fußfind Sie auch satisfaktionsfähig?"

Soweit ein Ehrenmann es gegen einen Menschen von Ihrer Sorte sein kann ja!"

Sie gehen etwas weit in Ihren Beleidigungen gegen mich, es genügte mir vollkommen an der einen. Gut denn . . . ich werde Ihnen Gelegenheit geben, daß Sie Ihrem in Virginie von Tyrnan ge­kränkten Stolz Rechnung tragen können."

Er lüftete nachlässig den Hut und trieb seinen ungeduldig stampfenden Hengst mit einemen avant an.

(Fortsetzung folgt.)