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Telephon 66.
Rechtspruch wehklagt, weil dieser einen sozialdemokratischen .Großen" betroffen hat.
Gerade weil ein gebildeter Mann es war, der, im Stande seine Worte so zu stelle», daß er annehme» durfte, nicht gefaßt zu werde», dem Träger der Krone zu drohen wagte; gerade deshalb war es nöthig, straftechtlich Vorzugehe». Biele „Genossen" würden sonst durch ihre Führer angeregt worden sein, ähnlich zu verfahren, und diese würden nicht immer vermocht haben, die Klippen, die Herr Liebknecht geschickt zu umschiffen strebte, zu vermeiden. Solche vorfichtige Kraftworte find, wenn fie straflos bleiben, stets als Anstiftung zu Majestätsbeleidigungen zu betrachte».
Mann laffe Herrn Liebknecht also ruhig seine verdiente Strafe abbüßen. Wer den alten Herrn, der in seinen siebziger Jahren noch einige Monaten im Gefängnis zuzubringen gezwungen sein wird, aus menschlichen Gefühlen heraus bedauert, der mag es thun; wir empfinden kein Bedauern. Allein das Nörgeln a» dem Reichsgerichtsbeschluß, das versteckte oder offene Bedauern, daß nicht lieber auf die Anwendung des Gesetzes verzichtet worden sei, als gerade den sozialdemokratischen „Senior" noch in seine» letzten Lebensjahren zum Märtyrer zu stempeln, das ist nach unserer Meinung nicht dazu angethan, um Kiastgefühl und Selstbewußtsein der Sozialdemokratie gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Daß das sozialdemokratische Märtyrerverzeichnis durch Herrn Liebknecht noch um eine Nummer bereichert wild, kann den Staat unmöglich abhalten, seine gesetzlichen Machtmittel zum Schutze der staatliche» Grundlagen streng und konsequent in Anwendung zu bringen.
sie gelobt, daß fie den Freier abgewiese», eigentlich verstände sich das von selbst, denn seine süße, gold- lockige Fee sei tausend Mal zu schade für diesen pießbürgerlichen Fabrikanten. Als fie ihn gebeten hatte, ernsthaft zn reden und einen Entschluß zu faffen gegenüber den Erklärungen ihres Vaters, hatte er gelacht, und fie seine kleine, scheue Taube ge- nannt, die jedes energische Wort einschüchtern könne. So schlimm werde das nicht gemeint sein, das wären nur Schreckschüffe, weiter nichts, fie sollte nur nicht verlangen, daß er jetzt vernünftige Dinge rede »nd mit großen Plänen umgehe. — Auf ihren zag-s hast vorgebrachten Vorschlag von Entführung und heimlicher Tranung hatte er wieder nur Helles Lachen als Antwort.
Nun wandelte fie allein durch den Park, unzu- rieden mtt fich selbst, mit ihm, mst der ganzen Welt. Was sollte fie von Arno denken? War er wstklich so arm oder so verschuldet, daß er es nicht wagen konnte, fie heimzuführen? Aber sein reicher Onkel, der ihn so innig liebte, und ihr guter Vater, »er fich sicher, o ganz sicher, dem fait accompli fügen würden? — Kein Gedanke von Mißtrauen gegen ihn trübte Virginies Sinn; trotz ihrer Letcht- ertigkeit und ihres ost scharfen Blickes kam ihr feinen Moment der Argwohn, Arno könne ein rivoleS Spiel mit ihr treiben! So doch hiest sie fich selbst um ihrer Schönhett, Liebenswürdigkeit und gesellschaftlichen Stellung willen, daß ihr die Idee einer so niedrigen Handlungsweise vollständig fern lag. — Es war recht seltsam, daß fie bei alledem nicht trauriger war. Wollte sie wahr gegen fich elbst sein, so mußte sie sich gestehen, daß fie mehr ärgerlich und enttäuscht als eigentlich gekränkt war! । Sie war in ihrer Selbstliebe, in ihrer Eitelkeit : verletzt worden, das fühlte fie deutlich, — Arno i
in durti sn Apt Jwaar»
Munition zu fliehen. Herr v. Hagen war zu ihrer Verfolgung, begleitet von den Herren Dr. Hahl, Bol ominSki, Blum und dem Polizeiunteroffizier S t ö r m e i, ausgezogen und ist auf diesem Zuge das Opfer eines Schusses aus dem gestohlene» Gewehr geworden. Noch an demselben Tage traf S. M. S. „Falke" am Ort der That ein, und erfolgte die Bestattung unter militärischen Ehrenbezeugungen und dem Trauergeleit der Offiziere und Mannschaft des kaiserlichen Kriegsschiffes. Bis auf Weiteres hat die Verwaltungsgeschäfte des Schutz- gebieteS der kaiserliche Richter Dr. Hahl, die Generaldirektion für die Neu-Guinea-Kompagnie Herr Wandres übernommen. Die allgemeine Ruhe erscheint nicht gefährdet. Die ersten Nachrichten über das beklagenswerthe Ereigniß* waren s. Z. von dem stanzösischen Transport-Aviso „kEure", Kommandant Fregattenkapitän L e c u n e, der das Schutzgebiet ans einer Reise nach Neukaledonien berührte, dorthin und davon nach Australien und hierher übermittelt worden.
Die in den letzten Monaten auf deuffchen Eisenbahnen vorgekommenen Unfälle haben dem Reichs- Eisenbahnamte zu einer Prüfung der Frage Anlaß gegeben, ob eS nicht zur Erhöhung der Be- triebSsicherheit räthlich fei, die vom Bundes- rathe für daS Eisenbahnwesen erlaffeuen allgemeinen Ordnungen nach verschiedenen Richtungen zu ergänzen. Das Ergebniß der Prüfung ist den meistbetheiligten Bundesregierungen in Gestalt bestimmter Vorschläge mitgetheilt worden. Zugleich wurden die Regierungen eingeladen, sich bei einer die Beschlußfassung des BundesratheS vorbereitenden kommissarischen Verhandlung, die für Ende November in Aussicht genommen ist, vertreten zu laffen. Zur Bcrathung find u. A. gestellt: die obligatorische Einführung von Vorfignalen, die Einrichtung der Streckenblockirung auf allen stärker befahrenen Bahnlinien, die größte zulässige Stärke sowohl der Güterzüge, als auch der schnellfahrenden Personenzüge, die Einhaltung des Fahrplanes durch die Güterzüge, die Entlastung der mit der Regelung der Ein- und Ausfahrt der Züge und mst der Zugmeldung betrauten Stationsbeamten von anterweiten Geschäften, die Verstärkung der Kuppelungen usw.
ächte iddinfr ; erobert, auf Güte erreicht an achte JLiebig- ^zmarke. besseren mnover.
Die Bestätigung des Strafurtheils gegen Liebknecht
Wh daS Reichsgericht wird in der Presse mehr als lithig erörtert. Man wundere sich uicht, wenn die Sozialdemokratie aus der ungeheueren Wichtigkeit, die W den meisten Zeitungen diesem Rechtsspruch unserer jSchstr» richterlichen Instanz beigelegt wird, auf daS Schwergewicht ihrer Partei weitgehende Schlüffe zieht.
hätte ihr jubelnd zu Füßen stürzen muffen und ihre Großherzigkeit preisen, die ihm Heimath, Eltern, Alles opfern wollte, daß er eS uicht getha», hatte fie wohl gewundert und geärgert, uicht aber im tiefsten Herzen getroffen! —
„ Und wenn er nun Ja gesagt hätte .... wie würde es wohl geworden fein? Es wäre doch ein großes Wagestück gewesen, und eigenllich hatte fie unverantwortlich leichtsinnig gehaudett, ihm Derartiges vorzuschlagen! Gut, daß er nicht darauf eingegangen war!! WaS Alles hätte fie aufgeben müffen! Die i Eucrn .... diese einzig guten, zärtlichen Eltern, die es wahrlich nicht nm fie verdient hatten, daß fie ihnen mit schnödem Undank lohnte! Und Lobkowitz, das ihr oft so einförmig, so langwellig erschienen war, war es nicht doch eine sichere, warme, behagliche Heimath für fie? Da lag das WohuhanS vor ihr, vom letzten Abendfonnenschein schwachgoldig überhaucht! Aus den Schornsteinen stieg bläulicher Rauch in die klare Lust empor; eS war ein friedvolles Bild, und Vstginie fühtte, wie es ihr wunderlich weich und wehmüthig an's Herz griff, — fie wußte eS plötzlich mit größter Bestimmtheit: fie konnte uicht fort von Lobkowitz, fie würde es nie verlassen! —
In der Vorhalle webten schon graue Dämmerungsschatten, und ebenso war es in dem hohen Speisesaal, welchen fie jetzt durchschreiten wußte. An der Schwelle aber zögerte ihr Fuß, denn aus dem angrenzenden Raum klang ihr eine weiche, tiefe Männerstimme entgegen. Sie blieb ftappirt stehe», dann schob sie ein wenig die Vorhänge auseinander. Das konnte doch unmöglich Alexander fein, der da fang 1 Di Eltern hatten ihr freilich erzählt, daß er in Wien Unterricht genommen habe nnd sehr mufikalisch fei, — aber diese Stimme!
zu einem Festtage, nicht zum Wenigsten für die Noth- leidenden und mit Sorge Beladenen. ES giebt daher nur den Gefühlen eines ganzen, von Dankbar- kest erfüllten Volkes Ausdruck, wenn an ihrem Festtage heiße Gebete zum Himmel steigen, um Glück und Segen für die Fürstin zu erflehe», auf deren Haupte die Kaiser- und Königskrone nur als ein Schmuck ihrer hohen Tugenden erscheint.
Auf Veranlassung deS Justiz Ministers hat Kultusminister Dr. Bosse der wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen die Frage vorgelegt, ob eine Erhöhung der Altersgrenze für Sttafmündigkeit von 12 auf 14 Jahren von: medizinischen Standpunkte aus deren Vorfitzender Ministerialdirektor der Medizinal-Abtheilung Geheimrath von Barffch ist, wird fich daher in einer der nächsten Sitzungen mit dieser Frage beschäftigen, die von großem Jntereffe für die Allgemeinheit ist. Die wlffenschaftlichen Deputation hat übrigens be- retts einmal die Frage erörtert, von welcher Altersgrenze ab eine strafrechtliche Verfolgung zulässig sei. Es war das vor dem am 31. Mai 1870 erfolgten Zustandekommen des preußischen Sttafge- setzbnches, das am 1. Januar 1871 in Kraft trat und ein Jahr später Reichs st rafgesetzbuch wurde. Auf daS damals von der Deputation abgegebene Gutachten hin, wurde die Altersgrenze für Sttafmündigkeit auf 12 Jahre festgesetzt. Doch spricht manche Erscheinung dafür, daß mau heute geneigt ist, diese Grenze zu erhöhen.
Die Ernennung deS Boffchasters von Bülow zum Staatssettetär des Auswärtigen Amtes und Staatsminister ist vorgestern von Sr. Majestät vollzogen worden.
Nach neuerdings auf amtlichem Wege eingegangeuen Nachrichten aus Deuffch - Neu - Guinea ist der kommiflarifche Landeshauptmann v. Hagen am 14. August von einem Buka-Eingeborenen in dem Dorf Malangau (zwischen Stephane ort und Erima, dicht neben letzterer Pflanzungsstation) erschossen worden. Der Mörder gehörte zu den Leuten, die wegen Verdachts der Ermordung des Forschungsreisenden Ehlers und seines Begleiters Piecivg vor einiger Zeit in Hast genommen waren. Diese» Au- geklagteu, die bis zur Aburtheilung durch den kaiser- lichen Richter Dr. Hahl im Gefängniß zu Stephane ort gehalten werde» sollten, war es gelungen, auszubrechen und unter Mitnahme eines Gewehrs mit
Deutsches Reich.
Berlin, 21. Oktbr. Se. Majestät der Kaiser ist heute stüh 10 Uhr in Karlsruhe angekommen und von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog
In einfachen, schwermüthigen Tönen wogte die begleitende Musik auf und ab — man sah den MondeSstrabl zitternd über dem Waffer irren und die Binsen fich wiegend zu einander neigen. Die tiefe Männerstimme hatte einen umflorten, ttaumerischen Klang, als erzähle fie fich selbst im Halbwachen Sinnen ein laug gehütetes Geheirnniß.
So schön konnte er fingen, — so wunderschön? Und dies war wirklich Alexander mit dem kühlen Slid und dem spöttischen Lächeln? Es war Vrrginie, als löste fich etwas in ihrer Seele, als käme ein quälender Zwiespalt zur Ruhe, und fie fuhlle, wie warme Thräueu au» ihren Wimper» quollen. r
„Weinend muß mein Blick sich senken. Durch die tiefste Seele geht Mir ein süßes f eingedenken Me ein stilles Nachlgebet!"
rtu-?" “"toprödtei Leidenschaft, schwankend zwischen Gluck und Leid, kamen die wundervollen Dichterwotte au[ den Weikrl der Töne dahergezogen und staibe» wehmuthlg aushauchend dahin.
Der Spieler hatte noch die Hände auf den Tasten liegen und sah gedankenvoll in den dämmer- »unklen Raum vor fich hi», als fich ihm gegenüber >ie Falten des Thürvorhaugs theilten und eine leiste, Helle Gestalt mit unhörbarem Schritt ihm entgegeneilte.
„Alexander! Alexander!" nur sein Namen konnte re sagen, denn ihr Herz schlug ungestüm, ihre Auaen landen voller Thräueu.
(Fortsetzung folgt.)
(6361
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Umschau.
Ihre Majestät die Kaiserin Augusta Viktoria vollendet heute wieder ein Lebensjahr. Mit dem Kaiserlichen Gemahl, den Kindern des hohen Paares, dem gesammten Königlichen Hause und allen befreundeten Fürstengeschlcchtern vereinigen sich das preußische und deutsche Volk in den wärmsten und aufrichtigsten Glückwünschen für die Kaiserin. Alle verehren in der Landesmutter das Muster und Vorbild einer deutschen Frau und Fürstin. Erst in >en letzten Monaten und Wochen haben die Tage am Tegernsee nicht minder wie die in Schlesiens Ueber- chwemmungsgebieten beredtes Zeugniß von dieser alle Schichten durchdringenden Verehrung abgelegt. Wo immer Ihre Majestät erscheint, gestaltet fich der Tag
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auf oc »Hwldemokratie dadurch neuer Anhang zugefühtt rssel nnf ehe. Wäre das wirklich der Fall, dann müßte auft »ui tat es eben ertragen. ES kann aber thatsächlich (648! w stärkeres Zeichen von Mangel an Kraftgefühl “ guten Glauben an die gerechte Sache, die man 1g* ^pfreten meint, gebe», als wenn man über einen
Die Melodie war ihr ganz unbekannt, nicht aber Verse:
„Auf dem Teich, dem regunaslssen.
»eilt d-S MoM.es Heller Glmrz."
öchenttiche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchkai«
Rebattto* mck 21. '*$**”t Jllustrirtes Sonntagsblatt. «ttantoMöi# für den algtmtfa*i Thal: Redakteur M. Hartman»
a fr >■ »chratmthal- Zoh. «och, bade in Marburg.
Erscheint täglich außer an Werktagm nach Sonn- und <
- Quartal-Abonnemenls-PreiS bei der Expe- 2U t (W Ult » mt '"tgegen di. Expedition dieses Blatte«,
ditton 2 Mc., bei allen Postämtern 2 Mk. 26 Pfg. (exkl. WWW» Wie bi« Amwncen-Bureaux von Haasewftein & Vogler in vVvtj
Bestellgeld-. JnsertionSgebühr für die gespaltene Zette . no Magdeburg und Wien; Rudolf XXXH.
°d« bmn Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zette 25 Pfg. L-0NNllbeNd, 23. Oktober 1897. °-M, BerlinMünchen u. Köln, C. L. ~„h6nn
----- ______ »aub« » So. in Frankfurt a. M.. Berlin. Hannover. Vari«. Telephon 56.
u ’ ~ iw«'« ymit ein oouflauvlges
^mß auf Virginies Lippen geschwebt, da war «och einmal auf jene Warnung von heute Vor- 5* zurückgekommen und hatte fie mit so nach- illflr Ernst wiederholl, daß es baare Unvernunft ^uware, jetzt eine derartige Beichte zu wagen, vwhdltdj schrieb Herr von Tyrnau den ver- -ia Absagebrief an den jungen Jaworsky,
uach seiner eigenen Aussage, sehr schwer ' “ hatte seine Thür verschlossen und ge-
gegeben, ihn nicht zu stören. Frau ) v ordnete Tischwäsche und Silberzeug mtt der “rciMeeem X’ere8fAlexander ar Bettete auf feinem ib4 ^®er, und fein Freund malte. — Virginie war F“® unbeobachtet, sie flog wie ein Vogel, dem . k, Käfig geöffnet hat, den Waldweg entlang, ' . " blauen See zu.
fc/, fügsam und nachdenklich kehrte fie »ach ^ laugen Weile zurück. Wohl hatte fie Arno y.J.£n und ihm die Begebenheiten des Tages mit« ~ Jaworsky's Antrag, ihre Weigerung, V y. Euters Willensäußerungen, die fie scharf be- (64db la' absichtlich übertrieb, um die Wirkung der- t, h ihn zu beobachten — aber diese Wirkung urchaus keine erschMemde gewesen. Er hatte
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l- Aroiy als vch e Not«-
Roman von Marie Bern har».
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j , ~88 hatte Herr von Thrnau mit einem Seufzer sein verwöhntes, von Liebe und ^,,..o,^7,,^gebeneS Töchterchen und — eine Vernunft- Mt S ®8 to” undenkbar! Er war weich und
5 gewesen, hatte sie feinen Liebling, feinen "b«G, **aea Sonnenstrahl genannt, den er schmerzlich
Herr Liebknecht, der Senior der sozialdemokrattsch.» Mrnschaft, der Veteran der Revolution, ist zu vier Mate» Gefängnis verurtheilt. Gut. Die Frage tau doch nur sein, hat der Vermtheilte die Sttafe «dient oder nicht? Die Persönlichkeit des Verurtheilten iß dabei völlig Nebensache. Daß der Sttafanttag eicht nur berechtigt, sondern auch »othwendig war, jat der Spruch des Reichsgerichts einfach dargethan, daß Herr Liebknecht die Sttafe, die ihn bei seinem Mr ja allerdings schwer genug trifft, verdient hat, • «scheint ebenfalls zweifellos.
„ Der sozialdemokratische Führer ist als konsequenter „ gemb der monarchischen Regierungsform bekannt, wo , o — nebenbei bemerkt ungestraft — die Monarchie 5 hr-bsetzen konnte, hat er e8 ohne Zögern stets ge- : ihm. Auch auf dem Breslauer Parteitage hatten ^Wbknechts ttästige Worte nur den Zweck, unter Be» | r ’Nmg aller Vorsichtsmaßregeln gegen die Einschreitung ■ = te Staatsanwalts, vor dem Parteitage eine gewisse
| Eapfexfeit der höchsten Stelle gegenüber zur Schau , i tragen.
kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß die ’ «lauer Delegierten die Worte Liebknechts so auf» ( haben, wie Liebknecht das beabsichtigt hatte, ^ beweist der wiederholtt Beifall gerade bei dieser Sollte eine derartige Redeleistung für sttaf-
i »klärt werden, weil Herr Liebknecht es war, der lmsgeübt? DaS wäre doch eine förmliche Bankerott-
g des Staates gegenüber der sozialdemokratischen Wäre das geschehen, bann hätten gewisse
» Recht, von einer Todesangst vor der Sozial»
I Mokratte zu reden.
^H^Wie verkehrt ist «s also, das Reichsgerichtsurtheil zu bedauern, weil dadurch Herr Liebknecht
Märtyrer gestempelt sei und weil angeblich der
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letroff ins. 6