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Birginie athmete tief auf. Unter dem k»nzentrirten

iei^9 OcIe besteht, ein ganz neues Blick dieser dunkelblauen Äugen wich die fröhliche

KCÖ,a^8 Unternehmen, das aber, unternehmende, lachlustige Stimmung, die fie soeben

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Konetzki ist erst seit zwei Jahren

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»Welche rechtschaffene Frau verfolgte nicht mit dem größten Interesse de» Beruf des Mannes? Sie werde» vielleicht gehört habe», Herr Rittmeister, daß hier in Czernow eine große Fabrik für Zube-

,Mein Onkel?" Wie sollte er wohl? Den alten Mann interesfirt sein Braunkohl-Abbau, sein Torf, grubenreichthnm unendlich vielmehr als Menschen- beobachtung und wer diese Kunst weder studirt »och liebt wie sollte der fie bei einem Andern vorauSsctze»? Sie können sich vielleicht denken, meine Gnädige, daß unsere Unterhaltung sich zumeist um ganz andere Dinge dreht."

»Sie muffen ihm viel von Ihrem Leben in Pest erzähle», nicht wahr?"

»Auch das, doch find unsere Neigungeu himmel­weit von einander verschieden."

»Ich kann es mir denken, Herr von Maliski, ein biederer, einfacher, alter Mann, Landwirth mit Leib und Seele, und Sie dagegen" Birginie stockte.

»Wollen Sie nicht vollenden, gnädige Frau? Sie dagegen ein Salonheld wollen Sie das

wenn es gelingt, der Industrie der Provinz Posen einen neuen Aufschwung geben dürfte! Für mich peciell ist gerade dies Unternehm en von höchstem Jntereffe Bälle, Toiletten, gesellige Vergnügungen, Alles gebe ich willig in den Kauf dagegeu schwärme ich für Thymian, Lavendel, Krause- münze und Salbei, aus welchen Pflanzen unsere ätherischen Oele gewonnen werde». ES aebt mir nichts darüber!"

noch beherrscht, die ganze Freude an dem kleinen Abenteuer, die fie so keck und übermüthig gamacht hatte, und ein eigen beklommenes Gefühl überkam fie, für welches fie keinen Namen fand.

.Herr von Malis« hat niemals gesagt, daß Sie ein so großer Menschenkenner wären," bemerkte fie unficher.

Em paar Tage später trat Herr von Tyrann um die sechste Abendstunde in das Wohnzimmer seiner Frau.

.Ich traf den alten Malis« vor Tisch an der Grenze der Wongrower Forste», er will heute legen Abend seine» Neffen zu uns herüberbringen. WaS ist dabei zu lachen, Teufelchen?"

.Entschuldige, Väterchen, mir fiel nur etwas komisches ein."

»Dabei mußt Du Vorsicht lernen, mein Kind. ES ist nicht schicklich, den Menschen plötzlich in'S Gesicht zu lachen!"

»Also Besuch?" sagte Frau Doris und stand eilig auf. »Und das sagst Du uuS jetzt erst!"

»Ich hatte eS total vergeffen, ein paar Herren machen ja auch nicht so große Umstände; die Vergnügungen der Pester Salons können wir

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Sie sprach mit nachdrücklichem Ernst, und ihr vis.ä-vis seufzte innerlich: »Also prosaisch und hausbacken. Thymian und Krausemünze und dazu solche Augen, solch' unvergleichlich schöne Augen! Der Mmsch muß es ihr angethan haben!"

»Ihr Gemahl ist zu beneiden, Frau von KonetzN," kam eS wieder laut von seine» Lippen, »in Ihnen eine so eifrige und verständnißvolle Gefährtin und Theilnehmeri» seiner industriellen Schöpfungen ge- vnden zu haben, obschon die Natur Sie meiner nn- naßgeblichen Meinung nach auf em ganz anderes Gebiet hingewiesen hat!"

»Und wenn nun der Schein trügt? Wmn Sie ich men?"

,34 irre mich selten, meine Gnädigste! Halten

Bürgerrecht und Bürgerpflicht.

Z» der heutigen Zeit ist soviel von Bürgerrecht Rede, daß man glaube» möchte, dieses durch Serfassung verbriefte, von keiner Seite bedrohte gut sei in Gefahr. Dagegen hört man leider davon, daß es neben dem Bürgerrecht auch Bürgerpflicht giebt. Das Bürgerrecht ist, SW, fest gesichert. Diejenigen, welche es gefährdet hinstellen, sprechen nicht die Wahrheit, wisse» selbst, daß Niemand daran denkt, das chMgsmäßlg gewährleistete Recht in Frage zu Je selbst suchen aber dieses Recht entgegen ,Jedem das Seine" gewährenden Verfaffungs- dWuuge» auf Kosten der Kron- und Staatsrechte moeitern. Dieses Bestreben ist als friedenstörend wrzuwelsen.

Ä der Bevölkerung ist man über daS Wesen Volksrechle im Allgemeinen zwar nicht aus- Md, aber doch immer noch besser unterrichtet, als das der Volkspflichten. Darum ist es ein ver- Pdoues Unternehmen, daß ein rechtskundiger Bei- Geh. Oberfinanzrath Marcinowski, «schlein herausgegeben hat, das unter dem ^^Bürgerrecht und Bürgerpflicht" alles das

- , (Fortsetzung.)

>4 denn so frauenhaft aussehe?" dachte gttarf einen verstohlenen Blick in den Spiegel, &bImJbtnmä6i9e' 9r°Me Gestalt zeigte in dem ^anliegenden Sommerkleide, die langen, ^'M??grmW6enfrt|,6t *"** - |n unser« Heim ach.' «wider« fie anmuthisen Bewegung nach dem nächsten ' fie selbst fich ihm gegenüber nieder- waren noch nie in Posen, Herr Ritt- tn^L.018 901,3 junger Offizier, vor etwa zehn hatte dieses Gut damals einen anderen

Wickelung ermöglicht und in dem die Staatsbürger im vollen Verständniß ihrer Pflichten in Gemeinsinn und Menschenliebe sich vereinigend ihr Glück und ihre Befriedigung da.in suchen, ihren Mitbürgern, die fich in ungünstiger Lebenslage be­finden, helfend zur Seite z» stehen. Es wird fich dann die Ausgleichung, die Versöhnung zwischen Reichthnm und Armuth in wohlthuender, befriedigenderer Weise vollziehen, als fie durch die sinnlose Umge­staltung der bestehenden Gesellschaftsordnung jemals zu erreichen wäre. Der beste Staat wird der fein, in dem die beste Verfassung und die am besten ge­ordnete Verwaltung besteht, der aber auch die besten Bürger, d. h. solche Bürger besitzt, die nicht allein danach trachten, selbst glücklich zu sei», sonder» auch das ernste Streben haben, ihre Mitbürger glücklichzumachen.

Nur derjenige Bürger wird fich im Besitze und Genüsse der ihm durch die Staatseinrichtungen ge­botenen Rechte und Vortheile wohlfühlen und fich derselben würdig und dankbar beweisen, der fich be­müht, di.se Wohlthat durch Handlungen zu vergelten, die der Erhaltung und Befestigung des Staates dienlich find. Dem Bürgerrecht steht die Bürger­pflicht gegenüber.

(Nachdruck verboten.)

Das Teufelchen.

Roman von Marie Ber» Hartz.

Umschau.

An der Sitzung des Staatsministeriums am Mittwoch, die fünf Stunden dauerte, nahmen außer sämmtlichen attiven Ministern auch die Staats­sekretäre Frhr. v. Thielmann und Nieberding, sowie der stellvertretende Staatsseketär v. Bülow Thell. Die Vorlage des Staatssekretärs Tirpitz hat die Billigung des Staatsministeriums gefunden und ist bereits ebenso, wie der Entwurf betreffend die Ent­schädigung unschuldig Verurtheitter dem Bundesrath zugegangen. ____________

Die Furcht vor einem Soziali st en­ges etze kam in der ersten Sitzung des sozial­demokratischen Parteitags durch den Mund des Herrn Bebel drastisch zum Ausdruck. Der sozialdemokratische Führer äußerte da u. A.:

»Ich wundere wich nur, daß die Leute, die den An­spruch erheben, Politiker zu sein, in solchen Dingen nicht weiter sehen, als ihre Nase reicht. Können wir in Deutsch­land sagen, so wiidS bleiben? Ich habe vor Jahren gesagt: Nehmen wir uv« in acht, wir find noch nicht über den Berg, wir stehen erst vor dem Berge, wir kommen jeden xag dem Berge näher, aber wie es dann kommen wild, wiflen wir nicbt. Ist e« denn ein Geheimuiß, daß jeden Sie, ich bitte, diesen Ausspruch nicht für Arroganz! Die Menschenbeobachtung ist eine Kunst, die geübt, die studirt sein will, und ich habe fie geübt und studirt mit vollster Hingabe, mit unermüdlichem Interesse. Sie hat es mir gelohnt, indem fie zu einer schon von >er Natur gegründete» Veranlagung nun »och die lebung, die Sicherheit des Blicks, das vergleichende Irtheil gesellte, und daher ... ich wiederhole es Ihnen: ich irre mich feiten."

Tag gegen die Sozialdemokratie lo?geschlagen werden kann, ist es ein Gebeimniß, daß dir JunkeiPartei jeden Augen­blick bereit ist, gegen uns «in Ausnahmegesetz zu schaffen? Ist eS ein Geheimniß, daß die deutsche Bourgeoiste jeden Moment auf« neue bereit ist, gegen uns loszugeben? Haben wir daS nicht schon einmal gehabt? Die große Mehrheit der heutigen Genosien kennt da« nur vom Hörensagen, wir haben eS durchgemacht Und ich habe nicht den Wunsch, ein zweitesmal die Liquidation durchzumachen . . . Darüber sind wir doch alle einig, kommen einmal neue Stürme gegen die Sozialdemokratie, daun find sie anders als das Sozialistengesetz . . .*

3m Reichstag spricht Herr Bebel und sein Anhang ganz anders als hier im Streife der Genossen". 3m Reichstage machen die Sozial­demokraten den Zuhörern weiß, daS Sozialistengesetz habe der Umsturzpartei nur Nutzen geschaffen und ein neues Ausnahmegesetz könne der Sozialdemokratie nur erwünscht sein. 3» Hamburg zeigte fich aber die rechte und auch begründete Furcht der sozial- demokratische» Führer vor einem zielbewußten und scharfen gesetzlichen Vorgehen gegen sie. Die offen­bare Furcht Bebels und feiner Führeikollegen vor einem neuen Ausnahmegesetze ist die schlagendste Ver- mtheilung aller derjenigen Doktrinäre, die den Staat zu Grunde gehen lassen möchten, um nur die Gleichberechtigung" der Sozialdemokratie nicht an« zutastcn.

Die Meldung einer Berliner Korrespondenz, daß alsbald nach Zusammentritt des Reichstages Seitens der verbündeten Regierungen die Aufhebung des Ver­bots der Verbindung politischer Vereine im Wege der Reichsgesetzgebung vorgeschlagen werden solle, klingt w ehr als unwahrscheinlich. Obwohl eS sachlich nicht ohne Bedenken ist, in einem einzelnen Punkte reichsgesetzlich in daS landesgesetzlich geordnete Vereinsrecht einzugreifen, so mochte diese Lösung der Frage diskutabel fein, so lange die preußische Re­gierung nicht erklärt hatte, auf das Verbindungsverbot ohne Kompensationen nicht verzichten zu können, und demzufolge eine parlamentarische Kampagne eingeleitet und durchgeführt worden wäre, welche, wenn man an der dabei bekundeten Auffssiung nicht festhalten wollte, ein politischer Fehler gröbster Art gewesen wäre. Man würde durch einen solchen Schritt die­jenigen Parteien vor den Kopf stoßen, welche der Staatsregierung in der Vereinsgesetz-Kampagne zur Seite gestanden haben, und einen Mangel an politi­scher Festigkeit und Stetigkeit bekunden, welcher dem Ansehen der Regierung nichts weniger als förberlij) fein müßte. Die unter diesem Gesichtspunkte fich ergebenden Bedenken gewinnen, so sagt nur zu richtig nicht sagen? Den» unter dieser Bezeichnung hat man 3hnen sicher nur von mir gesprochen."

Sie ssthlte, wie sie erröthete, aber fie antwortete fteimüthig: .Nun ja!"

,3ch hoffe, ein längerer Aufenthalt bei meinem Onkel wird mir Gelegenheit geben, vielleicht in etwas daS Vorurtheil, das Sie gegen mich gefaßt, zu ent» «ästen," entgegnete er, fich erhebend.Für heute gestatten Sie mir, mich zu beurlauben,--viel­

leicht aber gewähren Sie mir da» Glück fernerer Gastfreundschaft?"

Sie neigte zustimmend das Haupt und stand gleichfalls auf.

Meine Empfehlung 3hrem Herrn Gemahl", agte er mit mit tiefer Verbeugung, und er »ahm hr bezauberndes Lächeln, das fich wie Sonnenschein rber das liebreizende Gesichtchen ergoß, mit auf den Weg als ihre» Abschiedsgruß.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchbain

Redaktion mrd EMedttion r Markt 91. Jllustrirtes Sonntaqsblatt. Verantwortlich für den allgemein« Thell: Redakteur R. Hartmann

--' für den «eratrntheü: Joh. An» Koch, Mw in Marburg. '

zusammenttägt, was in Bezug auf diese Gegenstände SU wissen dem Staatsbürger nöthig ist. Wir empfehlen die billige Schrift (Preis 50 Pfg.) au: das Angelegentlichste und bemerken, daß fie insonder­heit zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, die zu den vornehmsten Bürgerpflichten gehört, ein vortreff­liches Rüstzeug fein wird.

Der stärkste und hartnäckigste Feind des Gemein« finns, des Kittes, der den Staat zusammenhält, ist der Eigennutz, die Selbstsucht. Diese zurückzudränge», sie auf das Maß zurückzuführen, welches die fort­schreitende Entwickelung des Staatslebens ermöglicht, muß jeder Staatsbürger als eine feiner wichtigsten Ausgaben betrachten. Zeder Staalsbürger so führt der Verfaffer au8, welcher die Möglichkeit und Gelegenheit, sich dem Staatswesen nützlich zu machen, verabsäumt, verfehlt die ihm im Staate obliegende Lebensaufgabe und ist ein unnützes Mitglied der staatlichen Gesellschaft. Der Bürger, der in Gleichgiltigkeit gegen die Aufgaben dtzs Staates fich von den Staatsangelegenheiten fern hält, nur an seine eigenen denkt und nichts thut, was zur Erhaltung und Stärkung der staatlichen Gemeinschaft beittagen kann, ladet daher eine schwere Schuld auf sich.

Die Weltverbesserer, die mit der bestehenden Staatsordnung unzufrieden find und an ihre Stelle einen neuen Staat setzen wollen, in dem die nach ihrer Meinung bestehenden Mängel, insbesondere die bestehende Ungleichheit des Besitzes durch befriedigende Staatseinrichtungen ausgeglichen werden sollen, find nur darin einig, daß zunächst der Umsturz der jetzigen Staats- und Gesellschaftsordnung in's Werk gesetzt werden soll. Den Plan für den bann nen zu errichtenden Zukunftsstaat zeichnen fie nur in allgemeinen fast unerkennbaren Umrissen. Soviel ist aber auch au8 diesen, wie wir schon ost hervorhoben, immer ersichtlich, daß in dem geträumten Staatswesen der unerträglichste Zwang herrschen, daß von einem Bürgerrecht nach heutigen Begriffen dort nicht die Rede sein würde. Unleugbar aber ist da8 der beste Staat, in dem Bürgerrecht und Bürgerpflicht gleich­mäßig einander die Wage halten, in dem die geistigen und wirthschastlichen Strafte unter dem Schutze einer starken, ausgleichenden Staatsgewalt sich frei ent­wickeln können.

Als der beste Staat wird daher, so heißt es schließlich in der erwähnten Broschüre, dasjenige Staatswesen zu gelten haben, welches eine Staats­einrichtung aufzuweifen hat, die die freie, von Religion und Sttte getragene geistige und wirthschastliche Evt- der entrüstete Offizier. Er muß schwer reich sein, es ist nicht anders denkbar!" Wieder laut: »Ihr Herr Gemabl ist, wie ich durch meinen Onkel hört, groß in industriellen Bestrebungen schenken Sie, meine Gnädige, denselben gleichfalls 3hre Theil- nahme?"

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und CWWV - - 1"

Feiertagen. - Quartal-Abonnemenls-Preir bei der Erve- Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte,,

dition 2 M... bei allen Postämtern 2 M. 25 Pfg. (erfl wwie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein & Vogler in vWtl

Bestellgeld Jnsertionsgebühr für die gespaltet Zeile M 6aW- Magdeburg und Wien; Rudolf HHI.Jllhrg

oder deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Seile 25 Pfg Sonntag, 10. Oktober 1897. Moss« in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. 77

»' Daube & Lo. in Frankfurt a. M.. Berlin. Hannover. Dari«. Telephon 55.

[C Sie vermissen nicht die Genüsse und i Großstadt, die Abwechselung des

/gzzS, g.^7 Badelebens in dieser ländlichen ©infam« (, f> gnädigste Frau?"

7 Ulan ein glückliches Familienleben hat, iu derartige Freuden entbehren." Sie sah z6221 c nieder und lächelte wieder. M - den Menschen bei ihrer Fugend und

M ohne Wefteres

' e $tan sur ein bezauberndes Lächeln pachte der Rittmeister, während Birginie fich selbst zu der diplomatischen Antwort be- $te, wobei ihr das Lachen ganz nnvermeid-

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