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Telephon 55.
"temt rntgrgen die Expeditiou dies« Blatte«, s°wi« die Amwncen-Bureaur vou Haaseosteiu & Vogler in vvTO Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg und Men; Rudolf aÄAIL
SDDttttflbölb 11 (SßbfPttthPT 1RQ7 ? Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln, 6. L. ^unuuuuiu, XX. 1OJ i. Daube & tto. in Frankfurt a. M.. Berlin. Lannoo«. Vari«.
öchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg ««d Kirchhain.
Btootttol e» aöxdttdm: Jllnftrirtes Sonntagsblatt. Verantwortlich für dm allMneinm Thril; Redaktmr H Hartmann,
_____________________ ** >ur vm MNrateuttzeu: Joh. An«. Loch, beide in Marburg.
Erscheint täglich auß« an Werktagm nach Sonn» und M» 6)19 Feiertagen. — Ouartal-AbonnementS-VreiS bei d« Expe-
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Lelepyon 55. ob«; beten Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
dies Bürgerrecht von jedem selbständigen männlichen Gemeinde»Angehörigen erworben, welcher Angehöriger des Deutschen Reiches ist, die bürgerlichen Ehrenrechte besitzt, seit zwei Jahren im Marburger Stadtbezirk einen Wohnsitz hat, keine Armen-Unterstützung auS öffentlichen Mittel» empfängt, die schuldigen Gemeinde - Abgaben gezahlt hat und außerdem ein Wohnhaus im Stadtb^irke besitzt, von seinem innerhalb des Stadtbezirks belegenen Grundbesitze zu einem JahreSbetrage von mindestens 6 Mk. an Grund- und Gebäudesteuer vom Staate veranlagt ist oder endlich zur StaatSeinkommensteuer oder zu einem fiugirteu Normalsteuersatze von mindestens 4 Mk. veranlagt ist, oder ein Einkommen vou mehr als 660 Mk. hat. ES folgt nun noch eine Reihe von Bestimmungen hierzu im § 5 der Städteordnung, die man mit den Erläuterungen von Dr. G. Anton (Marburg, Elwert'sche Buchhandlung) am beste» einfirht.
Für alle Diejenige», welche in Marburg am 1. April 1898 noch nicht Bürger find, kann durch OrtS- statut die Entrichtung vou Bürgerrechtsgeld eingeführt werden. Daß fich Marbmg bei seiner wenig glänzende» Finanzlage solch' eine Einnahme entgehen laffen sollte, glauben wir nicht. Bor der Berichtigung des Bürgerrechtsgeldes darf natürlich dann das Bürgerrecht nicht auSgeübt werde». Bon der Zahlung des Bürgerrechtsgeldes Befreit find die unmittelbaren und mittelbaren Staatsbeamten, die Lehrer und Geistlichen, welche gemäß dienstlicher Verpflichtung ihren Wohnsitz in Marburg nehmen, Militärpersonen, welche fich 12 Jahre in aktivem Dienste befunden habe», bei der ersten Niederlaffung, sowie die vorher erwähnten Personen bei der ersten Verlegung deS Wohnsitzes nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienste. Er sind Abstufungen in dem Betrage des Bürgerrechtsgeldes statthaft und es darf natürlich das Bürgerrechtsgeld innerhalb derselben Gemeinde vou Jemandem, der einige Zest aus ihr verzogen war, und dann in sie wieder zurückkehrt, nicht zweimal erhoben werden.
Umschau.
Ein bedeutsamer Schritt auf gewerkschaftlichem Gebiete bereitet fich vor, der für die Weiterentwicklung der Arbeiterbewegung große Folgen haben kann. Der Verband der deutschen Buchdrucker nimmt eine Sonderstellung in der deutschen Arbeiterorganisation ein, er ist der kräftigste, zahlungsfähigste, hat die besten Unterstützungskassen und war der best-
Marburg und die Einführung neuen Städte-Ordnung. ii.
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"echt die Befähigung zur Üebernahme unbe°
(Nachdruck verboten.)
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tcdtverordneten, ohne dabei an die Wer der Abtheilung gebunden zu sein. Ehreu- dzrr wähle», wenn fie ihren Sitz nicht in dem KÄLbezirke haben, in der ersten Abteilung, so WÄ Bismarck, wenn er bei uns mitwählen will, p 15, Abs. 3).
1 Das Wahlrecht der Formsm, juristischen Msonen und Aktiengesellschaften ordnet der § 10 WStädteorduung. Uns interesfirt hier nur in der ; l^prsache das Wahlrecht der Bürger, die außer dem
rlleude Gesammtsteuersumme, so findet die Bildung er Abtheilungen in der Art statt, daß von der übrig Stuben Summe auf die erste und zweite Abtheilung die Hälfte entfällt. I» die erste und zweite Ab- iluag gehört auch derjenige, dessen Steuerbetrag r chellweise in das erste oder zweite Drittel fällt.
Wähler kann zwei Abthellungen zugleich ange ; läßt sich Bei gleichen Steuerbeträgen nicht ent» , welcher unter mehreren Wählern zu einer wmten Abtheilung zu rechnen ist, so giebt die dhabesische Ordnung der Familiennamen, bei gleichen Wen das LooS de» Ausschlag.
I e d e A b t h e i l u n g wählt aus der Zahl r stimmberechtigten Bürger ein Drittel der
* Unser Marburger Magistrat hat nun jetzt Äigst für die im November d. I. stattfindeuden ßjMvcrordneten»Wahlen die Stimmberechtigten (aus- eummen die in § 10, Ads. 2 und 3 der Städie- iiimmg aufgeführten), nach Maßgabe der von ihnen 8 der Gemeinde zu entrichtenden direkten Staats- isent, also Einkommen» und ErgänzungSstmeru und Nr Gemeinde., Kreis-, Bezirks- und Provinzial- iaeru in drei Abtheilungen zu theilen, uni M dermaßen, daß auf jede Abtheilung ein Drittel ic Gesammtsumme der Steuerbeträge aller Wähler öt Wo direkte Gemeindesteuern nicht erhoben naben, treten an deren Stelle die vom Staate ver- Lrzrt Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer. Für & nicht zur Staatseinkommensteuer veranlagte ftrsm ist an Stelle dieser Steuer ein Betrag von ä Mk. zum Ansätze zu bringen. Wähler, welche m Staate zu eher Steuer nicht veranlagt sind, Men in der dritten Abtheilung. Verringert sich ' ' «folge deffen die auf die erste und zweite Abtheilung
Etter Aemter in der Verwaltung besitzen. ES wird nnten — 11 — -
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„Bar 0 neßchen."
Original-Roman von Ida John-Arnftavt.
(Fortsetzung.)
. Fräulein Almuth von Prack fuhr fort: „Nächsten T^rtag habe ich eine Zusammenkunft mit dem ^Uleüiden Herrn, dem Sohn der Dame, auf dem «Ätnthaler Bahnhöfe; er reist nämlich durch und
Dich persönlich sprechen, bevor ich bei seiner ^irr ein trete."
1 ^-Aun, ich führe ja Deinen Name», und da W eitles Tantchen sich nie photographieren läßt, : wben die Herrschaften wohl auch kein Couterfei; ^krfcheine ich eben, statt Deiner! — Ist das die Annonce?" Muth ergriff die Zeitung;
' betreffende Stelle war rotz unterstrichen und «tete;
^.»Gesucht wird zum ersten April für eine Dame ® beten achtjähriges Töchterchen — Beide des ??4eu nicht mächtig — ein Fräulein aus feinem welches geläufig ftanzösisch spricht, zur Ge- ^chaft und Repräsentation. Gehalt 1800 Mark.
Anerbiet unter Chiff. M. 100 i. d. Exped. ‘oeitiutg.*
. ^Das paßt," nickte Muth und entsaftete auch t „der Handschrift nach ist der Herr Sohn . «elehrter," sagte fie und blickte nach der Unter- »p »0 weh, nur die Chiffre! Aber es ist eine ^schriebene Hand, der Herr kann nicht mehr Zl fEin und der Stil macht ihm Ehre; ich bin Hierifl wie er aussieht, gewiß eine blaue Brille y/iae unendliche Platte, seinen weißen Be- ^busen nach; was er da über Pädagogik sagt, j * noch über die Normalbegriffe. Nu« erst muß
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ich ihn kennen lernen, Tantchen! Gell, Du überläßt mir die Stelle?"
„Wenn fie Dich nun aber nicht wollen, Mutz, sondern nur gerade eine solch' alte Erfahrene, wie ich bin?"
„Ja, wissen denn die Herrschaften, wie alt Du bist? AuS dem Briefe geht eS doch nicht hervor? Hier betont man doch nur de» echt weiblichen Sinn und Klarheit der LebenSanstchten, gepaart mtt Festigkeit I Hör' Tantchen, zwischen den Zeilen steht etwas zu lesen, dem Du nicht gewachsen bist, nämlich, daß dieS Prinzesfin-Töchterlein ehr recht verwöhnter Trotz- köpf ist. Da paffe ich vorttefflich; wir werden uns verstehen! . . . Herrgott, Bärbe, wie stehst Du denn auS?" unterbrachen beide Damen das Gespräch, als die Köchin, weiß im Gesicht, wie eine Kalkwand, hereiuschlüpfte und die Pottiere fest hinter sich zusammenfaßte. „Ach, ach! Fräulein Mützchen! Gnädiges Fräulein Baronesse, bitte, einen Augenblick!" stotterte die ölte Person ganz atzemlos und ttocknete fich mit dem Schürzenzipfel die Stirn. Muth stand schon neben ihr. „Denken's Ihne» nur, Er steht draußen mit einer Frauensperson, der .... der Teufel .... vou damals!" Auch Muth zuckte zusammen wie in Furcht. „Tantchen, ich bitte Dich! Siehe, wer eS ist," sagte fie in bebenden Lauten und drückte beide Hände auf ihr hochklopfendes Herz.
Tante Almmh blickte fie verwundett an. „Schon nervös? Das macht die Stadtlust. Nimm Dich doch zusammen, Muth! — Bärbe, Du bist unvernünftig wie ein Kind. Laß mich hinaus!"
Die Heldin aus der Küche verschwand durch einen andern Ausgang, aber auch Fräulein Almuth trat erbleichend zurück, als fie die Flügefthür geöffnet hatte; an ihr vorbei flog ein Wesen Herrin, ganz in
orgauisttte. Auf das sozialdemokratische Programm war er nicht eingeschworen, er beliebte eS, hin und wieder auch anderer Meinung zu sein, als die Genossen Stadthagen und Singer eS wünschten; er kehtte fich auch nicht an den Bierboykott oder den Saalboykott. Der Redafteur des VerbandSorganS (der „Correspoudent"), „Genosse" Gasch, wollte jedoch den Verband in daS sozialdemokratische Fahrwasser ziehen, waS der Verbands leitung (Döblin und Genossen) sowie der Mehrzahl der Buchdrucker nicht paßte. Gasch wurde seiner Stellung als Redafteur der „Correspoudent" enthoben, gründete aber sofort die „Buchdruckerwacht", in der er unter dem Beifall der sozialdemokratischen Presse den Vorstand deS Verbandes unauSgestzt angriff. ES gelang ihm auch, eine Anzahl Verbandskollegen um fich zu sammeln, die besondere Versammlungen abhielten und mit allen Kräften gegen den Verband arbeiteten. Der Verbands- Vorstand unterbreitete daher den Mitgliedern zwei Fragen, deren wichttgste: „Wünschen Sie, daß settenS der VerbandSleitung gegen die Verbandsschädiger nach Absatz a und b im § 5 deS Statuts vorgegangen werde?" von 13 251 mtt „Ja" beantwortet wurde; mit „Nein" stimmten nut 5164. Die sozialdemo- kratische Presse hatte ein anderes Ergebniß erwartet und zog nun sofott mildere Satten auf, doch ließ fich der Verbandsvorstand dadurch nicht abhalten, eine Bekanntmachung zu veröffentlichen, in der er sagt: „Da eine wettere Rücksichtnahme dem gewissenlosen Treiben Vorschub zu leisten scheint, so bleibt nur der Weg übrig, den Verbandsschädigern ihren Platz außerhalb der Organisation anzuweisen. Wtt Bringen daher zur Kenntniß, daß solche Mttglieder, welche ferner die in der „Buch- druckerwacht" zutage ttetenden Bestredungen des Henn Gasch durch Ausübung von Verttanensämtern in der gegnerischen Vereinigung, Abhaltung von Sonder- zusammenftinften zwecks Förderung dieser Bestrebungen oder sonstige von der Oppositionsleitung veranlaßte, zu Schädigungen des Verbandes führende Maßnahmen unterstützen, die daraus fich ergebenden Konsequenzen zu tragen haben." D. h. fie werden hinausfliegeu. Es ist möglich, daß die sozialdemokratische Gewerk- schaftSorganisation einen tiefen Riß erhallen wird, wenn Tausende von Buchdruckergehilfen sich dem TenoriSmuS der Sozialdernottatte entziehen. Die Arbetterbewegung würde in der letzte» Zett keinen bedeussamern Schritt aufzuweisen haben.
Herr Göhre hat den Anttag an den Erfurter Delegirientag der Nationalsozialen gestellt, die
duftende, weiße, pelzverbrämte HM« gewickell; weiß verschleiert. Im Nu sanken Müffchen, Kapote und Mantel zu Soben unter zwei kleinen bebenden Händen, und ein wunderbar schönes, schwarzlockiges Frauenhaupt wandte fich nach rechts und links. „Sylva," rief Mutz!" ou8 der Kaminecke her, dahin fie fich geflüchtet hatte, und „Muth, Du Bösewicht, bist Du da?" Hang es zurück; bann knixte bie Elfengestaü vor Tantchen, ,0 guten Abend, Fräulein von Prack! Ich bi», der gekauft hat hier! Mir gehött diese Burg mtt allem; mit Walther und feiner liebe» Schwester und seinem Kind, dem Muthche» hier ... Wo ist mein Walther, der böse Mann? . . . Schnell herein, Mariano, und stelle tzu mir vor!"
Noch bevor Mutz Zett gefunden, tzrer Freude Ausdruck zu geben und Tante Almuth auch nur eine Ahnung von dem Zusammenhang der Dinge bekam, stand Doftor de Belho vor de» Damm; das Ampellicht warf einen beinahe verftärmdm Schein auf seine eblen Züge.
„Gnädiges Fräulein, zum zweiten Male komme ich wie ein Räuber, zu später Abenbstuube: vergeben Sie mtt um bieser, meiner Schwester, willen 1 Sylva sehnte sich nach ihrem Gemahl .... Ist Baron Walther hier?"
Tante Almuth regte sich nicht; jebeusallS wähnte fie zu ttäumen; erst als Doftor be Belho zu Mutz herantrat unb Sylva mit ihrer süß lautcnben Stimme fragte, „Schwester Almuth, lieben Sie mich?" kam wieder Leben und Verständniß in ihre Züge. „Muth, ... Don de Velho, ... was bedeutet dies Alles? Ist . . . diese Dame wttklich meines Bruders Frau?"
„Gewiß, gnädiges Fräulein; war es damals chon, vor fieben Jahren und es wäre sicher Alles
Resolutionm des Züricher „internationalen" Arbeiter- schutzkongresses in sein Programm aufzunehmm. Zur Begründung dieses Vorgehens schreibt Herr Göhre u. A.: „Wir haben von jtzer allen Werth darauf gelegt und eS auch schon dmch die That bewies«, daß wir unS in Sachen der praktischen sozialm Reform und Arbeiterverttetung von Niemandem den Rang ablaufen lassen... Wir wärm dann zugleich die ersten, die von jenen Züricher Verätzungen dm ersten emsten prattisch- polttischm Gebrauch machten." DaS ist auch ein Standpunkt, der freilich bei den Nattonalsozialen stets festgehallm worden ist; denn sie warm — solange sie überhaupt wirken und — Hetzen —, immer die ersten, welche sich bie Idem anderer Leute zu Nutze gemacht habm. Da fich die Herren aber schließlich doch werdm Hiergegen müssen, daß die Sozialdemokrat« ihnen im Wettlaufen immer noch ein gutes Stück zuvorkommen, werden fie wohl endlich, so prvphezeiht richttg die „Cons. Corresp.", zu dem Entschlüsse kommen, mit fliegmden „nationalen" Fahnen in daS sozialdemokratische Lager übe^ugehm.
ES war begreiflich, daß — noch dazu angesichts der Bierteljahreswmde — bie schiedlich-friedliche Zeitung „DaS Volk" fich die FrirdrichSruher „Glossen" über die konservative Partei nicht entgehe» laffen, sondern fie noch übertrumpfen würde. Der hierdurch aufs neue bewiesene ohnmächtige Haß deS christlich- sozialm Organs gegen unsere Partei wird konser- vativerseitS mtt heiterem Gleichmuthe ertrag« werd«. Wir nehmen demgemäß von diese» Ergüssen nur Notiz, um wieder einmal das wahrheit»- widrige Wese» der Zeitung „Das Volk" dadurch zu charatterifieren. Das christlich-soziale Organ fragt nämlich, „wann Hütt« die Konservative» der Regiemng gegenüber auftecht gestanden?" Hundertmal — so behauptet es darauf — seien sie nmge« fallen. Von diesen „hundert Umfällen" zählt nun das „Volk" mtt Mühe und Notz ein halbes Dutzend auf und schreibt n. 8t.:
„Als Fürst Bismarck ben Kulturkampf machte, machte« sie mtt; al« er sistiert wurde, sistierten fie mit; als er wieder auSbrach, brachen fie mit aus. Als Kaiser Wilhelm christlich- soziale Reformen ankündete, jubelten fie ihm zu; als christlich» sozial für Unfiun «klärt wurde, stießen fie Stöcker aus der Partei auS und folgten Stumm; al« das Sozialistengesetz gemacht wurde, fanden fie e» nötzig, als er aufgehoben wurde, übnstüsfig; und als vor knrzem die Aera Hohenlohe ganz aus Berfehm — gewollt hatte eS ja eigentlich niemand roieb« in ein Umsturzgesetz hiueintappte, tappten die Konservativen mtt
anders gekommen, hätte ich zu Ihn« reden dürfen, doch Walther wollte es nicht ... ich muß gesteh«, ich selbst löste jede Beziehung zwischen uns . . . ver- zetz« Sie mtt, Fräulein von Prack, ... ich liebte meine Schwester stets abgöttisch und war zu jener Zett der Ansicht, Sylva müsse unglücklich werd« mtt Baron Prack . . . fteüich ich rechnete nicht mit bei Großmacht, bie Ansichten nnb Pläne umbläst wie ein Kartenhaus, mtt ber allmächtigen Liebe. Heute ... bin ich bekehrt, vollstänbig bekehrt unb stelle meine Schwester ruhig« Herzens bahin, wo ihr einziger Haft unb Platz sein wirb auf immer» bar, an Walthers Sette. Können wir b« Baron sprechen?"
Von nun an schwirrte, jubelte unb klagte es in allen Stimmlauten durcheinander; fett Jahrhunbert« vielleicht hattm biefe Wände nicht so viel Wunber- bares umschlossen wie hmte, Bangen unb Freude, Liebe und Leid. DaS Erzähl« wollte kein Ende nehm«; dazwischen rüttefte Schneesturm an d« Läden, Hinte das Silber und Porzellan ans dem eilig herbeigettagenm, reich besetzten Theetisch, d« Bärbe jedesmal mtt niedergeschlagen« Lidern um» kreiste, wenn fie wieder einen Gang Herumreich« mußte: eS war doch schade, daß der so lange gefürchtete Fremde sich als ein ganz gewöhnlicher „Doftor" entpuppte und das heimliche Gruseln nun auf hörte!
Sylva war untröstlich. „Muth, wie konntest Du reifen ohne mich! . . . Wo, wo ist Walther? Ich sehne mich zu tobt!" rief fie immer wieder unb beschwor ihren Bruder, dem Flüchtigen nachzureisea, noch in dieser Nacht, bis er ihn finden würde.
(Fortsetzung folgt.)