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Telephon 55.

Wöchentliche Beilagen: Krcisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.

StoaMoi tob 6tWbilion: Markt 81. Jllustrirtcs Tonntagsblatt.

Marbura ,»~.....

Bestellgeld^^' l^setttensgeM^für ^dte^gespattene Zelle Kankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; ti rrrn.Jadrg

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Fürst Bismarck und die Konservativen.

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Als der konservative Delegirtentag am 19. November g Beilin versammelt war, richtete er ein Begrüßungs- segramm an den großen Kanzler nach Friedrichsruh ob erhielt von diesem darauf einen Dank, in dem « ihm die Konservativen als seinepolitischen heiinbe* angeredet wurden. Der Vorsitzende, jpr Freiherr von Manteuffel, bemerkte bei Ver- Hmg dieser Antwortdepesche mit vollem Rechte: Fso er Fürst Bismarck bekennt sich zu uns." ft gleicher Vertrauensbeweis aus Friedrichsruh «d der großen Dresdener konservativen Versamm- N am 7. März d. I. dadurch zu Theil, daß Graf hebert Bismarck, der als Gast anwesend war, tztzliche Grüße von seinem Vater mitbrachte, und

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J mehr aufrecht erhalten werden; denn Fürst xa> ' ®®nuncd selbst hat sie unzweideutig desavouirt.

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verhallen; denn wir wissen sehr wohl, welch ictt kschiedenen Eindruck ein gesprochenes und ein ge- (3844 ^ebenes Wort macht und kennen die Schwierigkeit »er. knappcn Wiedergabe vertraulicher Aeußerungen --Äst für Journalisten, die (was sehr selten der Fall Ude« L» Völl g objektiver Weise an sie herantreten.

Die in einem Wiener liberalen Blatte dem hoch- nehrten eisernen Kanzler in den Mund gelegten, die «servativen Führer schwer verletzenden Worte können

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Döings machen aber zur Freude der Bismarck- Mr neue Glossen aus Friedrichsruh die Runde «h die Presse. Allein auch von diesen bezweifeln '< daß sie so gesprochen oder gemeint waren, wie gänNy ^allenthalben in unserer Gegnerschaft aufgefaßt

| Was ist nun seitdem geschehen, daß in der Presse rsserer Gegner behauptet wird, Fürst Bismarck sei den Konservativen abgerückt, er sage ihnen derbe fthrheiten, deren Folgen sie bei den nächsten Wahlen i spüren haben werden? Die Konservative mespoudenz ertheilt hierauf nachstehende Antwort: (550$ Htres Erachtens hat die konservative Partei nicht ,ttjg 1 B geringsten Anlaß, sie jetzt mit ungünstigeren iWu als damals zu betrachten, gegeben. Darum ItM | ü>m wir uns auch gegen Ausplaudereien von stichsruher Tafelgesprächen stets zweftfelnd und

ich der dort glänzend gefeierte Alt-Reichskanzler in «bi Telegrammder Hoffnung eines Zusammen- Wsies aller wirthschaftlich und politisch Konser- wiven", also doch der Zuversicht auf die Mitwirkung In Konservativen bei Verfolgung seiner nationalen Münk Ausdruck gab.

(Nachdruck verboten.) Baroneßchen." Original-Roman von Ida John-Arnstadt.

(Fortsetzung.)

i »®uten Abend, Graf Chewsky!" sagte Muth lauter, leicht bebender Stimme, der große Mann r0 auf wie ein erschrockenes Kind,ahl wie * baä möglich? Du meine süße, holde Braut!

kommst Du hierher?"

.Mit dem Zuge aus der Residenz, wie Sie

rogerst.

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Ja, ich hatte Verspätung heute

ein Freund hielt mich zurück. Nun, ich bin

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qet | ^ dankbar: so kann ich mit Dir, mein And, auf der Pracksburg erscheinen."

lllvf .heute Abend noch?"

stotiette der kleine

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tur, -Darum nicht? Ich bin ja zu jeder Zeit will- ^ne«; Dein Vater ließ mich oft holen, manchmal (553'. in der Nacht; weißt es ja, Liebling! . . . .

^Muth trat stolz zurück und wandte sich dem

>vigslos dreinblickenden Tabert zu;mein Freund fltt 5 ältere Rechte und bedarf der Ruhe; komm n y. ich führe Dich bis zum Spital. Schlafen

' ?ut, Graf Chewsky!" Muth betonte den Gruß r rtP ^lleuthümlich; Chewsky lächelte,diese kleinen

^cen entzücken mich an Dir, Muth. Du er- -M, doch, daß ich Dich und den alten Herrn da A.jr- Wie geht's Tabett, er Glücke pilz? Ich gröl,- -ach lange nicht gesehen.

(4611 - »^ange nicht, Herr Graf,

^duer und hielt dabei seines Baroneßchens i j® 1° fest, als ob er sich sürchtcte. Muth ei­le den Händedruck warm und innig und sprach,

werden. Manches, was in diesenGlossen" gesagt ist, erkennen wir als richtig an; so haben auch wir uns schon über die Unlust zu politischer Arbeit in konservativen Kreisen wiederholt lebhaft beklagt. Allein im großen und ganzen müssen wir die Ver­öffentlichung dieser angeblichen Aeußerungen des Fürsten Bismarck nicht nur int Interesse unserer Partei, sondern in Bezug auf die gesummte politische Lage sehr bedauern und können sie nicht un­widersprochen lassen.

Gewissermaßen als Resume der Friedrichsruher Glossen über die konservative Partei ist folgender Satz zu betrachten:

Wie es heute in der Fraktion ausfieht, weih ich nicht. Die außen sichtbaren Leistungen können mir nicht gerade Bewunderung abzwingen. Ich hab« oft das Gefühl, daß die Herren die Begriffe konservativ und gouoernemental ver­wechseln, und frage mich manchmal, ob sie s-lbst eigentlich genau wiffen, was sie konserviren wollen."

Wir glauben, daß die außen sichtbaren Leistungen der konservativen Partei solche sind, daß deren Führer mit gehobenem Haupte den übrigen Parteien gegen­über treten und auch ihren Wählern gegenüber be­stehen können. Wenn Graf Herbert Bismarck am 7. März zu Dresden äußerte, jetzt sehen wir ja etwas Morgenroth, so ist diese günstige Aussicht doch wesentlich der konservativen Politik zu verdanken. Aus dieser Politik geht auch klar hervor, daß die Konservativen ganz genau wissen, was sie konservieren wollen: Die Religion, das Vaterland, die Monarchie und dem­gemäß deren Grundlagen: die berechtigte Autorirät und die nationalen Produktivstände. Von diesen Grundsätzen ist die konservative Partei keinen Augen­blick abgewichen. Darum können sie auch gar nicht in die Lage kommen, die Begriffe konservativ und gouvernemental zu verwechseln.

Untergouvernemental" kann doch nur die Ab­sicht, mit jeder Regierung durch Dick und Dünn gehen zu wollen, verstanden werden. Ein solches Verhalten aber, das hat wiederholt auch die Haltung der angeblich gar nicht in's Parlament gehörige» Beamten gezeigt, liegt der konservativen Partei ganz fern. Unsere Partei hat vielfach ernsthaft und energisch Opposition gemacht, wenn nach ihrer Ueber- zeugung die Regierung sich auf falschen Bahnen be­wegte; sie wird dies auch in Zukunft in solchen Fällen ohne Zögern ihun. Wie unsere Führer nicht einmal, sondern hundertmal betont haben, legt unsere Partei den größter Werth auf ihre Selbständigkeit, und wer die Stimmung der Konservativen im Lande kennt, weiß, daß reinjgouvernementale Wege für eine konservative Partei nicht gangbar sind. Ebensowenig

vor einer Stunde, Graf Chewsky, sah ich Sie in anderer Begleitung."

Chewsky stutzte jetzt,wie meinen Sie das, Baronesse?"

Mit einer Dame."

Ah, richtig; sie schien wett herzukommen, aus London, wenn ich nicht irre."

Sie irren sich nicht, und sie sollte wieder nach London zurück, auf zwei Monate; doch sie ging einen andern Weg, die Unglückliche ..."

Wie so, mein Herz? Dn sagst das so ernst; es ist ihr doch nichts pasfitt unterwegs? Ich ver­ließ sie in Weidenthal; da sie zwei Stunden Warte­zeit hatte."

Die Drei waren den Damm entlang gegangen während des Gesprächs; bei der mangelhaften Be­leuchtung sah Keines des Andern Gesicht; und jetzt blieb Muth stehen, sie kämpfte offenbar mit einem schweren Entschluß.

Nun, kleine Unschuld!" fuhr der Graf fort, waS ist es mit der Dame, die mir allerdings mehr als Überspannt vorkam. Sie hielt mich, glaub' ich, für ihren Gemahl und erzählte mir merkwürdige Geschichten. Lächerlich! Aber es wird mir eine Lehre sein, frembeu Damen gegenüber künftig weniger ritterlich aufzutreten. Ich kenne nicht einmal ihren Namen, wie viel weniger ihre Gesichtszüge; sie war tief verschleiert ..."

»Tief verschleiert, wie das Geheimniß, ich weiß es wohl; aber bei Gott, der Schleier soll gelüftet werden! Auf Wiedersehen, Herr Graf!"

Meine künfttge Gemahlin verspricht mir ja eine kleine Heldin zu werden. Möchte es Dir gelingen, mein Kind, ich werde Dich gern unterstützen, doch jetzt ... ist es zu spät für heute. Du sprichst

aber kann eine konservative Partei grundsätzliche Oppositton treiben ober bernagogische Agitation entfalten. Das sinb Dinge, welche sich mtt unserer Aufgabe, bas Bestehenbe zu konserviren, nicht ver- tragen. Wir benfen, daß auch Fürst Bismarck in Vieser Beziehung uns recht geben werbe.

Wenn unsere gegnerische Presse sich mit lautem Hallo an bie Ausnützung der Bismarck'schenGlossen" heranmacht, um bei ihrem Kampfe gegen dieJunker" auch auf die Autorität des Altteichskanzlers Hinweisen zu können, so ist das von jener Seite nicht ehrlich, ja nicht einmal klug gehandelt. Wenn die alten Bismarckhasser erst endlich soweit find, die bis zuletzt geleugnete Autorität des großen Kanzlers anzuer­kennen, so können wir ihnen auf ihre Anwendung apokrypher Friedrichsruher Gespräche mtt fest verbürgten und geradezu vernichtenden Aeußer­ungen des Fürsten Bismarck über ihr gemeingefähr- fährliches Treiben dienen. Wir werden dann nicht den Kürzeren ziehen.

Umschau.

DerPolitischen Korrespondenz" schreibt man aus St. Petersburg, 3. September:

Die vor einer Woche erfolgte Dioklamnung der russisch-französischen Allianz beherrschtbegieis- licherweise noch immer die Diskussion in der russischen Bresse. Es ist vor Allem bemerkenswerih, daß die Erörterungen der russischen Blatt r über dieses wichtige Eieigniß sich in voller Uebereinstimmung mit der Auffassung befinden, welche hierüber in den hiesigen Regierung-kreisen vorherrscht- Sowohl in letzteren, wie auch in der öffentlichen Meinung Rußlands erblickt man iu der russisch-französischen Allianz nichis anderes als eine Garantie der nationalen Jntereffen und der Sicher­heit der beiden verbündeten Staaten, sowie der Erhaltung des allgemeinen Friedens, indem die Kräfte des Zweibundes jenen des Dreibundes das Gleichgewicht zu halten bestimmt find. Mit voller Einmüthigkeit wird >n allen maßgebenden Kreisen Rußlands der Gedanke zurückgewiesen, als ob die Allianz zwischen Rußland und Frankreich zur Befriedigung spezieller Interessen des einen ober des anderen der beiden Alliirten abgeschlossen worden wäre. Auch die in gewiflen deutschen Blättern aufgetauchte Annahme, daß der Zweibund, nachdem er, wie sie glauben, nicht gegen den Dreibund ge­richtet sei, seine Spitze gegen England kehre, wird hier als irrig bezeichnet. In Wahrheit haben weder Großbritannien, noch Deutschland. Oesterreich-Ungarn oder Italien von dem Zweibunde irgend etwas zu befürchten, so lange als die Politik der genannten Staaten eine friedliche bleibt, als sie Frankreich und Rußland nicht bedrohen und nichts unter­nehmen, was die Jntereffen derselben schädigen könnte. Es wird demnach ausschließlich von England selbst abbängen, ob der Zweibund eine feindliche Spitze gegen dasselbe an­nehmen werde ober nicht. Rußland und Frankreich haben allerdings kein Bedürfniß, mit England eine Separat- verständigung zu suchen die diesbezüglichen Gerüchte ent-

überhaupt in Räthseln. Hat man bie Frembe etwa gar verhaftet?"

Eleuber!" sagte Muth verächtlich unb zog den schwerathmeuben kleinen Tabett mit sich fort auf einen Seitenweg, unb ber hochgeborene Sprecher folgte ihr nicht, fonbern blieb stehen unb lachte, in die Häube klatschenb,superbe! Nun denn, auf morgen, kleine Hoheit!"

VI.

Fräulein Almuth von Prack im schwarz- feibenen Kleide wie immer, eine ebensolche Spitzen­barbe über ben ergraueuben Scheitel, um bas besorgt finnenbe Gesicht gelegt staub am Kamin im Empfangszimmer der Pracksburg unb warf alte, vergilbte Briefe in bie Flammen, Blatt um Blatt; nur bas Flattern, Knistern unb Aufwirbeln des Papieres war hörbar, sonst nichts, kein schwerer Athemzug, kein Seufzer, unb boch verbrannte Tante Almuth bie Reliquien ihres Lebens. Was sollte sie bamtt, draußen unter fremden Menschen, als alternde Lehrettu und Gesellschafterin neugieriger, spottsüchtiger Kinder? Die Läden lagen vor ben Fenstern; aus ben bunten Ampeln fiel felfamer Lichtschein, auf Statuen unb Palmen grün unb bas fanfte, liebe Altjungferngeficht. Der neue Besitzer hatte sich telegraphisch angemelbet, noch für biefen Slbenb. Eine fonberbare Jbee von einem gänzlich Unbekannten, boch Tante Almuth wunderte sich über nichts mehr in dieser Welt; nur seinen Namen hätte sie gern gewußt, so ganz war der Frauen vielbespötteltes Theil, bie Neugierbe, doch nicht er­storben in ihr unb bas Telegramm war nur unter« zeichnetder Eigcnthümer." Bis hier herauf in ben Surgfrieben" braunen bie Signale vom Bahnhof nicht, boch ber Zug mußte längst herein fein, jeben

kehren somit der Begründung - sie sind jedoch vollkommen bereit, in Gemeinschaft mit Großbritannien au der Regelung jener internationalen Fragen zu arbeiten, welche sämmtliche europäische Großmächte alseuropäisches Concert" zu lösen bestrebt sind. Dahin gehört beispielsweise die Belegung des türkisch-griechischen KonflitteS Keiner der Mächte ist eS in den Sinn gekommen, England von ihrer gemeinsamen Arbeit behufs Regelung dieser Angelegenheit auSzuschließen, sondern dieses hat sich selbst bei Seit« gestellt und dadurch die Konstantinopler Friedensverhandlungen erschwert und verzögert. Die Mächte verfolgen jedoch durchwegs friedlich« Ziele, es kann demnach vernünftigerweise nur ihr Wunsch sein, auf, die Mitarbeit Englands bei der Herbeiführung des Friedens schluffeS zwischen der Türkei und Griechenland, sowie bei allen ähnlichen internationalen Fragen rechnen zu können. Selbstverständlich darf sich hierbei England nicht, wie dieS schon öfter der Fall war und jüngst wieder ge­schehen ist, von dem Hintergedanken leiten lasten, sich der gemeinsamen Intervention der Mäckte lediglich in der Absicht, anzu'chließen, um dieselbe im letzten Augenblicke zum Scheitern zu bringen und stch selbst auf die Position einersplendid Isolation zurückzuzieh«n. Die russisch-französische Allianz verfolgt demnach durchaus friedliche Ziele. Aber trotzdem haben die an Bord desPothuau" zwischen dem Zaren Nikolaus II. und dem Präsidenten Faure gewechselten Toaste sowohl bei d«r russischen wie bei der französischen öffentlichen Meinung hohe Befriedigung hervorgerufen, da dieselben den Schleier von dem scheinbar geheimnißvollen Charatter, in welchen die Beziehungen zwischen Rußland und Frankreich gehüllt waren, einigermaßen gelüftet haben. Nun ist vor aller Welt die internationale Situation der beiden verbündeten Staaten klar und letztere können in Hinkunft auch wirksamer als bisher auf dieErhaltung des allgemeinenFriedenS und die Emwickeluug ihres Fortschrittes im Innern hinarbeiten. Zweifellos wird die Proklamirung der russisch - französischea Allianz zur rascheren Regelung der türkisch-griechischen An­gelegenheit beitragen, worauf eine energische Aktion des ge- sammien europäischen ConcerteS behufs Lösung aller übrigen türkischen Fragen folgen soll Schließlich mag noch bemerkt werden, daß Niemand hier an rin« Verkürzung der nationalen Jntereffen der einzelnen Staaten durch die Theilnahme an dem europäischen Concerte glaubt. Die Aufgabe des letzteren, dessen Festigkeit man in der russischen Hauptstadt ernsthaft wünscht, ist eS, sich mit der Regelung der inter­nationalen Fragen, welche den europäischen Frieden tanziren, zu befaffen. Das kann mit mehr oder weniger Glück geschehen, aber weder die Mitglieder des Dreibundes noch jene des ZweibundcS können dadurch in der Ver­theid gung ihrer speziellen nationalen Interessen im Ge­ringsten behindert werden. Zweibund und Dreibund reichen sich blos die Hände, nm, sei es mit oder ohne Mitwirkung Englands, die Regelung jener Fragen zu versuchen, welche iür die Erhaltung des europäischen Friedens von Wichiig- kest find.

Im Westen von D e n t s ch - O st a f r i k a, in ben Lanbstrichen östlich unb nörblich vvm Tanganjika entwickeln bie bentschen Bezirksbeamten eine vielver­sprechende Thätigkeit. Der Hauptmann Langhelb von Tabvra hat einen großen Zug durch die Landschaften im Osten vvm Tanganjika gemacht bis zum Rikwasee, den er fast ausgettvcknet vorfand. Gerade in jenen

Augenblick konnte der neue Besitzer doch vielleicht @raf Chewsky ein treten; Barbe war schon feit einer halben Stunde an das Flmseuster kommauditt worden, damit sie sofott öffnen könne, wenn am Hofthore geschellt wttd. Das letzte rosa Baud vom letzten Briespacket löste sich unter Fräulein Almuth'S schlanken Fingern und toanberie, gleich ben umschlossen gehaltenen Blättern, in die Flammen; nun zog bie Einsame einen der kleinen geschnitzten Sessel heran und setzte sich daraus nieder, dicht am Kamin und den feinen Kopf sinnend in die Hand gestützt. Und sie kamen, die unbewußt heraufbeschworenen Er­innerungen und Gedanken, in langer Reihe; kein noch so ernstes Bestreben bafinte ihren Zug; Vergangen­heit unb Gegenwatt mit hunbett wechselvollen Silbern. D, es war alles vorbei, Freube unb Leib! Was nun geschah? Der alte Gott lebte ja noch; Tante Almuth'S Sieben, bet böse, unglückliche Bruder und Muth, waren nicht unbeschirmt! Was Muth, das ahnungslose Kind, wohl angeben würde, wenn Tante Almuth'S Briese statt von der Pracksburg eines Tages aus H., der fünftigen Heimath bei fremden Menschen, kamen?--

Das Fräulein sprang erschrocken auf und strich sich über die Stirn; hatte es nicht eben geläutet am Thor? Ja, ja; es kamen Schritte; aber was? Eine jubelnde bekannte liebe Stimme!Muth!" schrie Tante Almuth auf und stürmte hinaus, die Füße toantten ihr und das Herz klopfte heftig, und da stand sie vor dem großen, schönen Mädchen und flog lachend unb toeinenb in Muths ansgebiette Arme hinein.

(Fottsetznng folgt.)