Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

leder

be-

ö

(6194

Telephon 55.

iche»

746

)7.

'ste

■I

Original-Roman von Ida John-Arnstadt.

iciaii

»rg-

j L les

Ned- zübc-k

uncr, R-n-- sterö rkaus bleib ngeS >19» Vt.

Durch die offenstehende Eßzimmerthür lockte und leuchtete es von Gemüthlichkeit und Glanz und aus der Küche herauf — eigentlich gegen das Gesetz der feinen Welt — zogen allerlei vielverheißende Düfte von Gebratenem und Backwerk: Tante Dina neigte das Lockenhanpt in Anerkennung, den „alles klappte* und das war gut. Die „Neue* kam ja aus hoch- adelichem Hause und war eine reiche Erbin, wenn auch keine Millionärin wie der Goldfisch aus Amerika!

mahnuug in Bezug auf Haltung und Gefichtsausdruck für diesen besonderen Fall. Dann war die „Neue* da; aber Fräulein Schneider prallte förmlich zurück vor ihr, zum heimlichen Gaudium sämmtlicher „Blümchen*: so imponirend groß und schön und an» muthig in jeder Bewegung hatte sie sich den Trotzkopf nicht vorgestellt: nur die Verneigung ihr gegenüber und das lustige Kopfnicken nach den jungen Damen hin gefiel ihr nicht; viel zu nachläsfig und verttaulich! Da gab es zu thun, viel zu thun l und jetzt — noch bevor sie vorgestellt war — warf fie Pelzbareü und

dem fiebzehnjährigeu Trotzkopf Herumtragen. Diese letzteren auszutteibeu und die wilde Bergblume hof- uud salonfähig zu machen, dazu hatte man ihrem Vater das Institut in der Refidenz vorgeschlagen. Der stattliche Herr mtt dem Künstlerkopf war selbst dage­wesen und hatte neben reichen Trinkgeldern für die Leute und der ganzen Pensionssumme auf ein Jahr den besten Eindruck auf Fräulein Schneider hinterlaffeu

Man mußte seinen Ansprüchen gerecht werden und dem verwöhntem Töchterchen gegenüber das Strenge mit Milde verschmehen! O, Tante Dina kannte die verborgensten Falte» jeder Mädchenseele und verstand, alle Sprüh- und anderen Tcufelchen nachhalttg auszutreiben l Ein Jahr unter ihrer Zucht mußte Wunder schaffen und sie sah den goldenen Dankesausdruck des Vaters als Kreuz oder Brache auf ihrem „Grauseidenen* glitzern und die ihr ge­währte Tantieme nm ein Bettächlliches wachsen. Welch' erhebender Gedanke im Hinblick auf die hübsche, eiserne Kaffette in ihrem Schreibttschschrauke!

„Tante Dina, hören Sie? Der Wage»!* Wie elekttistrt sprangen die jungen Damen auf und Tante Dina benutzte die Minute Zett noch zu einer Er-

„Neiu, mein Vater begleitete mich.*

„Und giebt anferm Hause die Ehre?'

„Nein, er fährt in einer Stunde wieder zurück.*

„So hätten Sie so lange bei dem Herrn Baron warten können; der Wagen wäre später wieder vor- gefahreu.'

„Papa wünschte es nicht.*

_ Das kam alles so kurz und knapp über die frischen, ideal geschwungenen Lippen. Keine Spur von Demuth und Verbindlichkeit! Wie sollte es ge­lingen, die ersten aller Tugenden auf solch stolzes, ttotziges Reis zu pfropfen ? Tante Dina dachte mit Schaudern an den nächsten Hofball und die Vor­stellung bei den Herrschaften, welche Baron von Prack so sehr betont hatte und die, des Balles wegen, sehr nahe bevorstand.

Was sollte das werden in der kurzen Zett! Na,

Brust bargen und die ersten in Kämpfen und Siegen waren. . . . Sind die Ostelbier nicht jene deuffche» Gestalten, welche mit der Entschiedenheit ihrer deutschen Gesinnung die Wacht an der Weichsel hallen und mit Opfermuth und Zähigkeit die landwirthschaft- lichen Interessen zn fördern suchen?! Und darum, eben darum sollen wir diesen großen, tüchtigen, kem- deutschen Volksstamm, dieses Volk deutscher Land» männer, Haffen und ihnen fluchen; Da müßten die Bayem siebenfach gehörnte Esel sein, toenn fie auf diesen I.... leim kriechen wollten. Die bayerischen Bauern sind deutsche Männer, und darum halten sie lieber zu den deutschen Land- wirthen östlich und westlich der Elbe, a l S z u den undeutschen Börsianern, deren Zeitungs» schreibem und ihren Nachbetern.....*

Nassau bringt dies die gewiß nicht wüuschenswerthe Perspektive, daß nach Einführung der neuen Hessischen Städte- und Landgemeinde - Ordnung auch in diese Wahlen die Parteipolitik getragen wird.

Es haben in Bezug auf die Landtagswahlen diejenigen wohl recht, welche eine offizielle Betheiligung d« Sozialdemokratte an den preußischen Landtags­wahlen für ein Ungemach nicht halten. Wenn Herr Bebel schreibt, die Ankündigung der Wahlbetheiligung habe bei „Junkem und Junkergenoffen Mißbehagen und Schreck erzeugt*, so ist das Unsinn. Die Miß­stände, welche daraus erwachsen können, daß die Sozialdemokratie auch bei den Wahlen zum Abge­ordnetenhause ihre demagogische Agitattou entfaltet, werden dadurch ausgewogen, daß die „Mitläufer* der den Umsturz anstrebenden Partei genöthigt find, offen Farbe zu bekennen. Diejenigen tapferen Helden aber, die bei den Reichstagswahlen das Heer der Sozialdemokratte durch geheime Abgabe ihrer Stimme verstärken, werden zu Hause bleiben. Der moralische Erfolg also wird diesmal keineswegs auf der Seite der Sozialdemokratie sein.

Ob übrigens die Sozialdemokratie iu unser Ab­geordnetenhaus selbständig einen Kandidaten bringen würde, bleibt doch sehr zweifelhaft, ihre Betheiligung wird das Resultat im Allgemeinen kaum beeinflussen können. Wo die Demokratie in Wahlkreisen bedroht gehalten wird, da helfen schon jetzt die „Genossen.* Treten ste aber erst selbständig in die Wahlkampagne ein, nun, so wird die Demokratte gewiß eher diese Hülfe entbehren muffen, als erreichen. Denn dann ist doch klar vorauszusehen, daß dort, wo fie eine demokratische Kandidatur unterstützen wollen, sie dem wahlverwandten Freisinn ihre Bedingungen stellen werden; geht dann der Freisinnskandidat auf letztere aber nicht ein, nun so verliert er eben die bisherigen Helfer. Für Herrn Richter bliebe also ein weiterer Schritt ins sozialdemokratische Lager, dem die Frank­furter Demokratie in vielen Dingen fast schon angehört, der einzige Ausweg; ob er aber in der Zeit, da er beide Arme »ach den Links- nationalliberalen und Herrn Lieber zum großen ge­meinsamen liberalen „Kampf gegen die Junker und die angebliche Reaktton* ausbreitet, mtt Herrn Bebel paktiren kann, bleibt für ihn dann doch recht ftaglich. Und Herr Bebel schreibt doch: „Wir müssen gewisse Minimalforderungen stellen, ohne die wir unsere Hülfe nicht gewähren.* Herr Bebel will da sicherlich mit den Radikalen und Freisinnigen Schacher treiben; er will ihnen sichere Hülfe der Sozialdemokratte in anderen Kreisen zusagen, wenn die Demokratte der

beim Anblick der jungen Mädchen in ihrem mangel­haften Deutsch gesagt, und war nicht zu bewegen gewesen, ihr Zimmer auch nur auf eine Stunde zu verlassen; man mußte ihr die Mahlzeiten allein serviren. Unerhört 1 Neun junge Fräuleins auS den ersten Adelsfamilien waren dieser Geldfürstin feine Damen! Und wie hatte man ihr den Empfang in Scene gesetzt! Fünf Tage lange war int Institut von nichts anderem gesprochen worden, als von der Brasilianerin und ihrem enormen Reich- thum; das schönste Zimmer des Hauses wurde für die Verwöhnte eingerichtet, sogar ein neues Tafel­service angeschafft und nun diese Erfahrung! Fräulein Schneider wäre „unsterblich blomirt* gewesen vor ihren neun Zöglingen, hätte fie fich schlauer Weise nicht einer unschuldigen, kleinen Unwahrheit bedient. „Sie kann das Klima nicht vertragen und muß fich erst einer Kur unterwerfen, fie kommt wieder,* da­mit hatte ste die plötzliche Abreise der „Unbegreiflichen* motivirt und ihren Zweck erreicht, die Pensionärinnen bedauerten und glaubten es. Und nun ward wieder ein „Stern* erwartet; was sollte sie an diesem für Erfahrungen machen? Mtt einem Seufzer der Resignation begab sie fich hinauf in den Salon, allwo das Pensionat als reizende Tafelrunde mitten im Zimmer unter der Hängelampe der edlen Rede­kunst pflegte.

„Frau Dollar ist zur Bahn gefahren," llang es ihr einstimmig entgegen.

„Weiß ich, weiß ich doch, meine Blümchen,* antwortete Fräulein Schneider überlegen und glitt geräuschlos auf ihren Sophaplatz, den „Blümchen* die alte Lehre von der Richtigkeit der Dinge und der Wichttgkiü der Erscheinung auf's Neue vorzu- ttagen. Es war heute der englische Lehrtag und so geschah es in dieser Sprache.

Marburg

Sonntag, 22. August 1897.

as;«' icseö'

5194 897- t.

das Blondhaar ganz ungenirt. Schrecklich!

„Fräulein von Prack — Fräulein Schneider,' sagte Frau Dollar in ihrer müden, Nagenden Art und zog fich zurück, ihrem „guten Geist* das andere Thell der Vorstellung überlassend. Zunächst fragte Tante Dina schier entsetzt: „Sind Sie allein ge» kommen, mein — Kind?*

3.

De.

Umschau.

Die Privatenquete des Herrn G ö h r e über ländliche Arbeiterverhältnisse wird unserer An­sicht nach viel zu viel beachtet. Auch diese neueste „Thai* des ehemaligen General-Sekretärs des evangelisch-sozialen Kongresses ist nichts »eiter als ein Tendenzstückchen, reklamenhast in Scene gesetzt und dazu bestimmt, dem „Lebenszweck" des Herrn Göhre — der Verhetzung der Landarbeiter — zu dienen. Mit der berüchtigten aber total verunglückten Landarbeiter-Enquete des evangelisch-sozialen Kon­gresses hat Herr Göhre die Klassenverhetzung auf dem platten Lande begonnen; jetzt scheint er dieses edle Unternehmen mit neuen Kräften fortführen zn wollen. Er selbst hat Aufrufung, Organisierung und Schutz" der Landarbeiter in seiner Schrift über die evangelisch-soziale Bewegung als ein „agitatorisches Meisterstück" bezeichnet. Vermuthlich traut er sich zu, „was noch Niemand fertig bekam", kurzer Hand zu erreichen. Das wäre aber arge Selbstüber­schätzung. Derartige Leistungen, wie sie neuer» dings wieder Herr Göhre vorgeführt hat, sind nichts neues; sie erregen wohl in engen Kreisen solcher Leute, die auf dem Lande gar nicht Bescheid wissen, einiges Kopfschütteln; allein auf die Land­arbeiter selbst, um die sich nun Herr Göhre auf­hetzend bemühen will, macht das keinen Eindruck. Die Landarbeiter wissen selbst am besten, wieviel von derartigen Schilderungen, die nur auf ganz seltene Fälle zutreffen, geflunkert ist. Darum halten wir die neue Göhresche Tendenzarbeit eben für kein „Meisterstück* und gönnen es dem, auf Reklame jeder Art sich wohl verstehenden Herrn Pastor wirklich

Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. •— Ouartal-Abonncments-Preis bei der Expe­dition 2 2T1-, bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgelds Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

^uierzienraih gegenüber, wenn auch mit weniger Eufwaud. Ja, fie hatte Glück gehabt im Leben, bezüglich ihrer Wirksamkeit als Erzieherin; der angesehensten Familün hatten ihren Töchtern - -Pensionat Winller* den letzten Schliff geben A" und verdankten dem Heinen Fräulein die Erfolge. Heute zum ersten Male hatte fie ^Demüthigung erlitten ohne gleichen: nach nur ewigem Aufenthalt war eine junge, reiche ^Uianerin Knall und Fall abgereist, weil eS ihr ™ gefiel. „Es sind keine Damen,' hatte sie

Sozialdemokratie und Landtags­wahlen.

Rach Erfurter Beschlüssen soll die sozialdemo- Uische Partei fich energischer um die Wahlen, auch » Landtagswahlen kümmern. Auch hier besorgt st dies durch Broschüren. So hat man jüngst im steife Saalfeld ein „Mahnwort an die Landtags- Mer* in die Dörfer getragen, ans dem wir jrfgenbe Stilprobe herausholen möchten. Anläßlich Än Beurtheilung der neuen meiningischen Gemeinde- sbmmg heißt es in diesem Flugblatt wörtlich also:

.Dir Richter-, Bürgermeister- und sonstigen Abge- sbnettn verrichteten Hebammendienste oder standen zu Ge­ntier, als das allgemeine und gleich« Stimmrecht im Ktionalen Froschteich versenkt und das Geldbeutelstimmrecht Ä unfehlbares Heilmittel gegen die Sozialdemokratie selig gesprochen wurde. Das Selbstverwaltungsrecht der Ge- sinbtn wird zu einem Schatten herabgedrückt und der ifflbtag mit Ausnahme des sozialdemokratischen Abgeordneten Lchder machte sich zum Schatten dieses Schattens."

Sei uns in Preußen hat bekanntlich in letzter Seit gar manche sozialdemokratische Versammlung die zwge diskutirt, ob sich die Sozialdemollatie an den immenben preußischen Landtagswahlen betheiligen »St- Unsere Leser wissen, daß die Meinungen tiger Führer sich gegen eine solche Betheiligung ^gesprochen haben; aber die Parteileitung scheint Wem diese Betheiligung zu wünschen und hofft W augenscheinlich, daß der kommende Hamburger Zvteüag sich bereit finden werde, in diesem Sinne fi beschließen. Schon daß man für diesen Gegen­md als Referenten in Hamburg Herrn Auer wählte, tick hierauf hin, andererseits aber ist Herr Bebel «cher schriftstellerisch für die Betheiligung thätig.

Es ift noch gar nicht solange her, da schrieb Herr bchel gegen die Betheiligung an diesen Wahlen. Ssm aber dieser etwas sehr autokratische frühere Ähziger Drechslermeister merkt, daß sich seinen An- Weu eine bemerkenswerthe Gegenströmung innerhalb

Partei entgegenstellt, so sagt sich des öfteren der Wer Bebel, daß der Klügere nachgiebt. Herr Wi mausert sich dann einfach ohne jeden Skrupel. A tritt er denn jetzt mit der ihm eigenen Energie W ein, daß die Sozialdemokratie auch bei den mßischen Landtagswahlen künftig aus ihrer Pasflvi- heraustrete und wünscht, hierfür solle sich der ^tteitag in Hamburg aussprechen. Wenn Letzteres ? geschieht, so steht auch wieder eine stärkere Be Fügung der Sozialdemokratte an den preußischen dsmnnalwahlen in Aussicht. Für uns in Hefsen-

(Rachdruck verboten.)

„B a r o n e ß ch e n."

Anzeigm nimmt entgegen die Expedition dieser Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaux vou Haasmstein & Vogler iu VYVTI Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf

M-sse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. --

Daube & Co. in Frankfurt a. SOI.. Berlin. Hannover. Pari«. Telephon 55.

Sozialdemokratie einige Kreise mit Hülfe ihrer Wahl- Männerstimmen schon vorher gewährleistet. Herr Richter hat noch so herzlich wenig Kreise, daß von einem solchen Handel doch nicht die Rede für ihn sein kann. Uns Konservativen aber könnte die Be­theiligung der Sozialdemokratte als selbstständige Wahlpartei nur recht sein, fie wird znm Danaer­geschenk für die Demokratte.

Wenn übrigens mit demokratischer Hilfe wirklich ein ober zwei Sozialdemokraten in unser Abgeord­netenhaus gelangten, nun so wärS auch nicht schlimm. Denn erstens ist im Preußischen Abgeordnetenhause denn doch bessere Disciplin, als im Reichstage; Lügen und Uebertreibimgen der Sozialdemokraten werden dort besser und energischer als im Reichstage abge­führt werden. Sodann aber haben wir ja vom Landtag im Königreich Sachsen, wo seit Jahren Sozialdemokraten, darunter Bebel, Liebknecht, von Vollm r, Freitag u. A. Abgeordnete waren, gesehen, wie in einem nicht von der Demokratie beherrschten Par­lament, also im Gegensatz zum Reichstag, die Wahl sozialdemokratischer Abgeordneter zum Heile führen kann. Ihr, dieser sozialdemokratischen Hetzerei und Flunkerei im sächsischen Landtage, ist es zu danken, daß sich im Königreich Sachsen alle Orduungsftaktionen, auch die Fortschrittler, geeinigt haben zu einem großen Wahlcartell gegen die Sozialdemokraten! Wir Konser­vativen sind deshalb absolut nicht gegen eine offizielle Wahlbetheiligung der Sozialdemokratre an den Land­tagswahlen. Ob die Bebelianer gemeinsam mit Richter, ober allein ihr Geschrei gegen „Junker und Reaktion" ertönen lassen, ist uns ganz egal. Beiden aber schreibt, womit wir hier für heute schließen wollen, ein bayrisches Blatt zu ihrer Hetze gegen die ostelbischen Junker Folgendes- bajuvarisch kräftige Wort ins Stammbuch:

„. . . WaS für Bettler und Schurken find denn nun die Ostelbier, daß sie von den Berliner Zeitungen und den Wanderrednern uns Bayern, Schwaben und Rheinländern als verabscheuungswürdige Hallodri hingestellt werden?! Sind denn die Ostelbier nicht zumeist Abkömmlinge süddeutscher Bauern­kolonisten, welche unter den großen Kaisern des alten Reiches dort angefiedelt wurden, um in bei einen Hand die Pflugschar, in der anderen das Schwert zu führen, die Pflugschar, um deutsche Kultur zu verbreiten, das Schwert, um das eroberte und germanifftte Land gegen Polen und Slaven zu ver- theidigen?! Sind die Ostelbier nicht jene kräftigen Landmänner, welche unter der napoleonischen Zwing- Herrschaft deutsche Wuth und deutschen Muth in ihrer

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Jlluftrirtes Sonntagsblatt.

° _________für den Zmeratentheil- Joh. Au«. Koch, beide in Marburg.

J (Fortsetzung.)

519? toaI neben sämmtlichen Fenstern des

«Nelstockes auch „Tante Dinas" Parterrezimmer

*1— "ächtet. Das Fräulein stand vor dem Spiegel * 2 bemühte fich, ihrem ergrauenden Wellenscheitel

*■ A vorschriftsmäßigen Fall zu geben; es wollte

rrt 2* recht gelingen; das Haar dazu wurde immer

^"cher, und hier um Mund und Augen lag was nicht hin gehörte: kam es doch schon, Alter? Mtt fünfzig Jahren? O! es hatte

letBw ^?vch Zett damit! Aber einmal mußten fich

: uns Schatten doch zu Fältchen bertiefen; bei einem

[einen * Hofknixe konnten die Füße plötzlich versagen,

?uud dann? bann kam der Feierabend, denn $®l«n Schneider war viel zu eitel, als daß sie eTyrtte Dame" noch ht der Gesellschaft hätte er« mögen. Nun, sie konnte dieser Stunde mit E** entgegensehen, der Geiz war ihr nicht die alles Nebels, sondern alles Reichthums ge- sie hatte fich ein hübsches Sümmchen gespart ^schnitt ihre Coupons so gut wie der Herr

Freilich sollte ste neben ihrem vielen irdischen Gut und der Schönheit ihres Vaters auch beffen unbeug­samen Sinn und die Launen ihrer nie gekannten Reisemantel <mf den ersten, besten Stuhl und'ördntte Mutter besitzen, sowie ein Heer dummer Stteiche in das Blondhaar ganz ungenirt. Sckrecklick!