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Amerika, im Stillen Ozean, in den ostindischen, ; wstralischen Gewässern und am Kap der guten

Für die gesammte Westküste von Afrika mit unsere» drei Kolonieeu stehen nur ein Kreuzer und ein Kanonenboot zur Verfügung, von denen abwechselnd immer ein Schiff in Kapstadt Erholung suchen muß. An der Küste von Ostafrika ist ebenfalls nur ein Kreuzer verfügbar; denn die ständige Anwesenheü des anderen in der Delagoabai erscheint dringend geboten. Nur in Ostafien ist Deutschland zur Zeit dnrch ein Geschwader von sechs Schiffe» vertrete», aber auch dies bedeutet im Vergleich zu den anderen dort interesfirten Mächten, deren Flotten sämmtlich vier bis fünfmal so stark find, wie die unserige, nur einen unzulängliche» Kraftaufwand.

Die durch diese Angaben dargelegte Schwäche der deutschen Kriegsflotte wird um so auffallender, wenn man die deuffche Handelsflotte mit denen der anderen Mächte vergleicht. Wenngleich der Tonnengehalt der englischen Handelsdampfer den der übrigen handel­treibenden Länder zusammengenommen übertrifft, so steht doch Deuffchland mit etwa 900 000 Tonnen an »weiter Stelle, während Frankreich an dritter Stelle nur über wenig mehr als 500000 Tonnen verfügt..

Die Kriegsflotte Frankreichs dagegen weist 50 Schlachtschiffe und Panzerkreuzer und 78 Kreuzer 1. bis 3. Klasse auf, ist also der deutschen Kriegsflotte, an Panzerschiffen um das Dreifache und an Kreuzern um mehr als das Vierfache überlegen. Zieht man ans diesen Zahlen die Schlußfolgerung, so ergiebt sich, daß Frankreich mit seinen Kreuzern im Berhältniß zu seinen Handelsdampfern fast achtmal besser steht als Deutsch­land. Freilich ist auch da« Budget Frankreichs für Heer und Flotte bedeutend höher als das deuffche. Es beträgt dort in diesem Jahre runb 720 000 000 Mark (davon rund 213 000000 für die Marine) und in Deutschland rund 628000000 Mark (davon 863/4 Millionen für die Marine). Dagegen steht die Bevölkerungszahl beider Länder bekanntlich im entgegengesetzte» Berhältniß: rund 37 Millionen Franzosen gegen etwa 52V4 Millionen Deutsche. Der Franzose zahlt im Durchschnitt für Heer und Flotte jährlich etwa 20 Mark, davon 5,75 Mk. für die Marine, der Engländer etwa 17 Mark, während der Deutsche sich auf etwa 12 Mark beschränkt, da­von etwa 1,50 Mark für die Marine. Und trotz der großen Ausgaben Frankreichs für seine Kriegs­flotte hat die ftanzöfische Marinekommission neuer­dings beschlossen, eine» Kredit von 200 Millionen Franks für Neubauten und von 60 Millionen Franks für Reparaturen älterer Schiff- zu fordern, bS bie patriotische Mehrheit der Volksverttetung sicherlich bewilligen wttd.

brüllten den anwesenden ftemdländische» chiffen und der ganzen Welt die Mahnung

je Flottenrevue, welche bei Spethead am 26. d. 38. anläßlich des 60 jährigen Regierungs- s der Königin Viftoria stalffand, hat Groß- vien Gelegenheit gegeben, seine gewaltige See- in einer Weise zu entfalten, die auch auf das bcS Laien ihren Eindruck nicht verhehlen konnte,

mit gerechtem Stolz sprechen die englischen Blätter dieser Parade als einem Ereiguiß, das besser als geeignet sei, dem Auslande einen Begriff von Hiße der britischen Weltstellung zu geben. In ihen hintereinander, je länger als eine deuffche lagen 21 Schlachtschiffe, 11 Kreuzer 1. Klasse, uzer 2. Klasse, 5 Kreuzer 3. Klasse, 20 Tor- oueuboote, 5 Kanonenboote, 30 Torpedojäger, Torpedoboote und 26 andere Kriegsfahrzeuge, im 165 Kriegsschiffe, und ungezählte Feuer-

Rechnet man alle im Kriegsfälle verwendbaren Kriegs- sahrzeugc unter englischer Flagge zusammen, so er­giebt sich die Summe von rund 900 Schiffen mit einem Tonnengehalt von rund 1900 000 To. und bemannt mtt einem Personal von rund 134000 Köpfen. Es ist dabei zu beachten, daß die Zahl der englischen Schiffe neuer Bauart verhältnißmäßig größer ist als in den andere» Kriegsflotten. So sind in den 10 Jahren von 1886 bis 1896 254 Kriegs­fahrzeuge neu gebaut worden, darunter 29 Schlacht­schiffe mit einem Tonnengehalt von 376 900 To., 7 Panzerkreuzer, 13 Kreuzer 1. Klasse, 44 Kreuzer 2. Klasse, 30 Kreuzer 3. Klasse, 9 Torpedokreuzer rc. Gestützt auf solche Macht kann Großbritannien jeder polittschen Konstellation ruhig entgegensehen. Die vereinigten Flotten des Dreibundes sowohl, als die Frankreichs und Rußlands zusammengenommen, find der englischen Seemacht an Zahl und Stärke der Schiffe wie ihrer Bestückung und Bemannung nicht gewachsen. Selbst einer Alliance der beiden nächst starken Flotten, derjenigen Frankreichs und Italiens, könnte England mtt aller Ausficht auf Erfolg die Spitze bieten.

Angesichts dieser Thatsachm und der oben ange­führten Zahlen effcheint es, so schreibt des „MM. Wochbl.", müßig, einen Vergleich zwischen der brittschen und der de u t s ch e n K r i e g s f l o 11 e zu ziehen. Gegen 226 englische Kriegsschiffe hat Deutschland nur 34 zu stellrn (17 Panzerschiffe einschließlich 8 Küstenvertheidiger, je 3 Kreuzer 1., 2., 3. Klaffe und 8 Kreuzer 4. Klasse). Dazu kommen noch 13 Panzer-Kanonenboote. Besonders ungünstig für Deutsch­land erscheint ein Vergleich der Kreuzer, von denen unsererseits beinahe die Hälfte der 4. Klaffe angehört, die in England überhaupt nicht vertreten ist. Dem Gesammt - Tonuengehalt der englischen Flotte von etwa 1900 000 To. stehen deutscherseits etwa 275 000 Tonnen, also etwa ein Siebentel gegenüber, dem englischen Gesammt-Flottenpersoual von etwa 134000 Mann ein deutsches von etwa 22 000 Mann. Wenn also gejagt worden ist, Deutschland brauche keine Kriegsflotte, so ist die Logik dieser Bemerkung — wenn anders sie nicht auf einfacher Unkenntniß beruht — in höchstem Grade selffam. Um über eine Kriegs­flotte ersten Ranges zu verfügen, müßte Deuffchland wenigstens 150 moderne Panzerschiffe und Kreuzer mehr besitzen, als dies jetzt der Fall ist. Die Schaffung einer solchen Seemacht ist in Deutschland nie geplant worden. Wohl aber muß es mehr als zweifelhaft effcheinen, ob die hmtige Stärke unserer Marine allen ihren Aufgaben enffpricht, zu denen

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Telephon 55.

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außer dem Schutz der heimischen Küsten auch die Sicherung der überseeischen Beziehungen und der Handelsflotte gehört.

Der überseeische Handel Deutschlands hat in den letzten 20 Jahren einen Aufschwung genommen, für den ein analoges Beispiel schwerlich gefunden werden dürste; auf allen Meeren weht die schwarz-weiß-rothc Flagge, die Schnelldampfer der großen deuffchen Linie werden auch von Angehörigen anderer Länder bevorzugt, und in dcu großen HandelSzentten frember Erdtheile: in New-York, St. Francisco, Rio de Janeiro, in Kapstadt, Bombay, Singapore, Melbourne, Sydney und vielen anderen Städte» tragen die Firmenschilder der größten Banken und Handelshäuser deutsche Namen. Bon Tag zu Tag wird die deutsche Konkurrenz mehr empsmide», und es fehtt nicht an Stimme» des Grolls und Neides bei Denen, die sich von ihrer bisher dominirenden Stellung Schritt vor Schritt zmückgebrängt sehen durch den Fleiß, die Intelligenz und Zuverlässigkeit deutschen Handels und deutscher Industrie. Die Rhedereien, welche Tausende von Schiffen ansrüsten, die Deutschen, welche über bem Meer eine neue Heimath sich gegründet haben, sie Alle vertrauen auf den Schutz und die Stütze des deutschen Reichs, und diese Stütze wttd ihnen durch das zeitweise Erscheine» eines Allen sichtbaren deuffche» Kriegsschiffes mehr gewährt, als durch diplomattsche Note». Die Entfaltung von Macht und Ansehen des Heimathlandes schafft für die wirthschaftliche Entwicklung überfeeifdjer Interessen eine sichere und ungestörte Grundlage; die Frage aber, ob der sttzM Bestand unserer Flotte an Kreuzern geeignet ift, die Machtstellung des deuffchen Reichs in fernen Ländern würdig zu verttetcn, muß von Jedem, der etwas davon versteht, verneint werden.

An der Westküste von Süd- und Mittelamerika, wo mehr als 100 000 deuffche Reichsangehörige leben, und wohin der Handel auf Hunderte von Millionen sich beläuft, befindet fich seit dem Jahre 1891 kein deutsches Kriegsschiff mehr, bei der letzten Revolutton in Chile mußte der Schutz der deutschen Interessen dem englischen Geschwader übertragen werden. Als int vorigen Jahre Angesichts der Ver- hältnifle in Kleinasien unsere dortigen Landsleute in schwere Sorge versetzt waren, vermochte das Deutsche Reich nicht einen Kreuzer hinzusenden, um sie zu beruhigen. I» der Südsee sollen die deuffchen Interessen aus Samoa, Tonga, Hawaii, den Marschalls­inseln und Neu-Guinea durch zwei Kreuzer vierter Klaffe gewahrt werden mit je 159 Mann Besatzung und einem Landnugskorps von noch nicht 50 Mann.

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Englands Kriegsflotte über die ganze Welt ver- lualitat ; ist, und daß im Mittelmeer, auf den Stationen 5 leiBI kmeiikas und Westindiens, an der Ostküste von

Parkä mm »u schwächen — möglich war, 165 voll be- nte Kriegsschiffe in den heimischen Gewässern zu mrnelu: die größte Kriegsflotte unter einheitlicher ,cKeten igt, die seit Erfindung der Dampfkrast gezeigt kn ist.

bürg -Der Gedanke an diese gewaltige Schaustellung natürlich dazu an, sich noch einmal ein Id von der Seemacht Englands zu machen, einzigen Flotte ersten Ranges auf dem Erbenball, da ergeben die statistischen Nach Weisungen Fol- cS: England verfügt zur Zeit über 73 Panzer- e (Schlachffchiffe und Küstenvertheidiger), 39 Hr 1. Klaffe, 114 Kreuzer 2. und 3. Klaffe, ihnhofs Eanzen 226 Kriegsschiffe. Dazu kommt der is Anhang von kleineren Kriegsfahrzeugen, welcher Äer modernen Kriegsflotte gehört und die Anzahl etzerbi eigentlichen Kriegsschiffe um etwa das Vierfache Wt: Torpedoboote verschiedener Klassen, Torpedo- »aenboote, Torpedojäger, Sloops, Kanonenbooten.

wen jch Herrin der Meere ist. Wenn man bedenkt, nkurreir- - - - - -

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg nnd Kirchhain.

Redaktion «rd ®8>ebition: Markt 21. Jllustrirtes Sonntaasblatt. Verantwortlich für dm allgemein« Thell: Redakteur M. Hartmann

ö für dm «eratmcheil: Joh. An«, «och, beide in Marburg.

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benwÄ Zur Flottenvermehrung.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie die Aniwncen-Bureaux von Haasmstein & Vogler in yVVH «Jranffurt a. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf HXII.^Nhrg. M°ss« in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. ~ _ ,, ö Daube & (So. in Frankfurt a. M R»rttn finnnnn«» Telephon 55.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und rwwi <

Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe- dition 2 M.., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (extt.

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oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg. 2>ÜIinerft(Ig, 5. August 1897.

«Mg mehr oder weniger starke Geschwader unter ise voi Wer Flagge ständig sich befinden, so ist die , pßj isache bezeichnend, daß es — ohne diese Flotten-

---- Original-Roman von Ida John-Arnstadt.

bgefaßt

find,

tbesch!

^aren verschwiegen, wie das Grab; er »ahm'

ein Pflänzchen, das nirgends einwurzeln o« * ^tie Pe btr ungestüme Papa von einem btc ® l» den andern verwiesen. Sie hatte aufge- rung als der Baron wieder zwei prächtige Pferde uung, - hchafft hatte, sie hatte reiten und turnen gelernt IjengeS Ee Bedenke» Taute Almuths lachende» Mundes iclüßr. Auch mtt dem Jagdgewehr konnte sie tirfCU toar über nie zu bewege», das todtbringcnde „pn[ej Vauf ein Thier zu richten; nur lebloses Gestein, ® i .Ciat£ oder einen dürren Ast, nahm sie als Ziel,

iifie? । LM eS' bQ3 sie immer ttafs „Bei solch tbesch^ Ä^iche» Ansicht wirst D» nie und nimmer

(Nachdmck verboten.)

„Baroneßchen."

n Nit 86. Haspe)

mn die (Fortsetzung.)

sweckwi Nach war längst kein Kind mehr; im März

’J1C siebzehn Jahr alt geworden, und heute, an Spogral Jahres letztem Morgen ritt sie neben ihrem ■ abschiednehmend durch den tiesoerschneite» r Zer- morgen ging es hinaus, in die große Stadt ! ätzten Vorbereünng für das Leben, für die

sbelbame," grollte der Baron, »ich muß Dich > theiKe^71' in ein seines Institut, und nächstens ehS । bci H°se vorgestellt . . ."

nh 5 & nn einen Hosknix fertig brächte!" hatte i 5?®ar icbe8 Mal gelacht, doch es war wirklich , , ^slehrer auf der Pracksburg erschienen, und v^. lein Baronesse" hatte alles lernen müssen, das 1 J die „Complimeuts". Daß Muth diese

>. «unste zumeist bei ihrem Vertrauten, dem alten ' eingeübt hatte, — das wußte freilich > die Spitalwäude und der knabenhafte

seine Rolle ernsthaft, faßte die blauen Frackschöße beim Ausschreite» zierlich, wie ein Mädchen, und Pfiff viel schönere Weisen dabei, als der Tanzmeister auf feiner Geige herkratzte. Tante Almuth war nicht ohne Grund effeffüchttg auf den kleinsten Pfründner von St. Markus, aber sie verrietst es ihrem Bruder doch nicht, wo Muth die Dämmer­stunden an gewissen Wochentagen zubrachte, sonder» entweihte, „um des lieben Friedens Willen" ihre jungfräuliche» Lippe» ost genug mtt einer wirklichen „Nothlüge".

II.

Der Morgen war klar und kalt, die Winterlust flimmerte ordentlich im Sonnenschein. Schweigend lag der Wald, nur manchmal brach ein Ast unter der Schneelast oder eine Schaar Krähen umflog lärmend die beschneiten Edeltannen am Wege, lieber den fest gefrorenen See herüber klangen harte Huf­schläge. Baron von Prack ließ seinen Brannen dicht neben „ßeba" gehen, so daß der beide» Thiere Äthern wie eine Wolke um die Pferdeköpfe dampfte. Muth saß im Sattel, als habe fie eben eine Kriegs­erklärung abgegeben, stolz und trotzig; ihr Blond­haar wehte goldig unter dem Pelzbarett hervor und umflog mit bem langen weiße» Schleier zugleich ihr ftisches Gesichtchen, denn der Baron hatte darauf bestanden, daß sie es heute offen trage, zum letzten Male; er sah es so gern, wenn bas Gelock über bem blauen Kleid schimmerte. Die junge Dame blickte confeguent walbeinwärts.

»Run, Muth, hast Du keine Antwort für mich?" fragte Herr von Prack endlich ungebulbig. Muth wandte den Kopf, ein Zug trotziger Cnffchlosien- heit lag um ihren schönen Mund, „ich kann nicht, Papa! Es ist mein letztes Wort in der Angelegenheit."

„Du willst nicht! Ist es denn so schwer „Ja" zu sage», wenn man angebetet wttd und mtt allem nur erdenklichen Glanz und Reichthnm einen edlen Namen annimmt ?"

„3a, es ist unmöglich, wenn ..." Muth er- röthete und senkte die Lider, doch der Baron drängte, „nun? wenn?"

„Man den Besitzer nicht liebt.“ Die Reitgerte in ihrer Hand fünfte durch die Lust, als müsse fie einen Schatten veffcheuchen und ßeba zuckte auf, aber der Baron lachte höhnisch, „was weißt Du überhaupt von Liebe, Du junges Ding! In Deinem Aller wandelt man mit geschloffenen Augen, im Monden­schein: ein Traumleben; wohl bem, ber nicht auf« wacht, bevor ein holdes Band ihn hält!"

„Und bann, Papa? Wenn es zu spät ist?"

„Zu spät! Unsinn! Dafür habe» wir ja unser» ganzen, mühsam aufgebauten Wall von Bildung unb Philosophie, daß wir hübsch im Gleise bleiben mit unferm Wollen unb Streben wie bie Sterne am Himmel."

Muth stutzte; sprach ihr Vater im Ernst? Doch er sagte Wetter: „Das unerschütterliche Fundament jeder guten Ehe ist eine gesicherte Lebensstellung; Reichthum unb Behagen ..." Leda bäumte sich auf, boch der Baron griff bem Thier ruhig in die Zügel. „Was soll das heißen, Muth! Willst Du Reiterkunststücke tteiben, hier, auf ber glatten Fläche?"

„Vorübungen!" lachte fie achselzuckend, dann senkte sie den schönen Kopf und ihre Stimme klang umschleiert. „Papa, kannst Du Dir Deinen Wild- fang wirklich auf bem gefährlichen Boden ber Ge­sellschaft denken? Ich werde überall anstoßen und ausgletten."

„Eben darum sollst Du ihn nicht allein betreten

®rof Chewsky ist ein fein geschulter Held ber Lebens-Arena, ein Mann in ben besten Jahren, ber Dir . . ."

„Nicht Wetter!" Gebietenb hob sie bie Hand mit der Rettgerte und in ihren Augen flammte es dräuend auf, doch den Baron kümmerte das wenig „ES kommt eine Stunde, wo Du anders denken wirst? das Schicksal hat dafür gesorgt; mag es dann nicht zu spat fein, mein Stab! Vorläufig aber sollst Du Deinen Willen haben; ich werbe bem ®rafen schreiben, Du seiest noch zu jung, ich könne unb wolle Dich nicht so unerfahren an feine Sette Hettcn. Erst wenn Du aus bem Institut beim« gekehrt, in einem Jahre würbest Du Dich bann entscheiden."

Herr von Prack hatte dies alles hmgesprochen wie zu fich selbst, ben Blick geradeaus gerichtet • bie Pserbe waren in ihrer ruhigen Gangart verblieben- aber nun toanbte er fich doch nach Muth um: Leichen­blaß, mit erschrockenen Augen starrte fie ihn an ehe fie bie Lippen zu einer Antwort bewegte: „Du scherrett la, Papa! Wie kann man einem ganz freien 3Rann, ben man nicht kennt, für baö Leben ange­hören wollen!" 8

»Du kennst ihn doch, seit Jahren!"

„Nur den äußeren Menschen, nicht den Inwohner• ch glaube, Graf Chewsky hat keine Seele."

„Kind, Kind! Woraus schließt Tu das?"

„Ja weißt Du, er thut immer nur, was alle Welt sehen könnte, und spricht gewählt, als ob er vorläse."

„®r ift eben ein Aristokat durch und durch! er beherrscht sein Wollen und Empfinden und kennt Welt unb Lebe»."

(Fortsetzung folgt.)