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^eu^e Poesie in den Herzen gipfeln, da muß über dem Herzen ein strammer und geschickter Kopf sein, und das ist es ja gewesen, daß wir das Glück haben, einen solchen Kopf zu besitzen, der daS errungen, was das deutsche Lied seit Jahrhunderten als zu Er- nngendes besungen bat. Nicht mein Gefühl, meine Pflicht, meine innerste Ueberzeugung spricht dafür, daß die Landwirthschaft mit das Fundament des preußischen Staates, des deutschen Vaterlandes ist. Man muß es zurückweifen wenn gesagt wird, der Staat muß allein den Landwirth in kritischen Zeiten über Bord halten. Der Landwirth, der nicht versteht, sich zu helfen, verdient nicht, Landwirth zu lein und nicht Deutscher; denn jeder Deutsche dar erst dann, wenn seine Kräfte erschöpft sind, an Hilfe appelliren. So liegt die Sache: Erst sollen, und wie ich weiß, wollen die Landwirthe sich selbst helfen. Erst wo ihre Kraft aufhört, da kommt die Hlfte des Staates, und diese läßt unser Kaiser und König den Landwirthen im vollsten Maße angedeihen. In diesem Maße und in dieser Hinsicht sind die Landwirthe auf Staatshflfe angewiesen, wenn sie sich voll bewußt sind, daß sie sich zuerst selbst zu helfen haben. Aber darüber steht eine höhere Macht, die Hilfe Gottes, und der deutsche Landwirth ist bis dahin auch der gottesfürchtigste Mann gewesen. Jede Rede will ein Ende, jede Rede will in einem Toast gipfeln. Wie könnte diese Rede anders gipfeln als in der Hoffnung, daß unser deutsches Vaterland, wie es im Jahre 1870 tapfer zusammengestanden hat, auch im Innern als echte Deutsche sich bewähren mögen. Meine Rede klingt deshalb aus in dem Sinne, daß wir Deutsche, echte, wahre Deutsche sein und bleiben mögen. Es lebe unser herrliches deutsches Vaterland!"

hoffen wir, daß unsere deutschen Freunde nichfsoweit gehen werden. Sollte dieses dennoch der Fall sein, so werden wir ihre Auslassungen mit derjenigen Seelenruhe entgegennehmen, die uns charatterisirt." Wir Deutschen können die Sache auch ruhig hinnehmen, denn England hat mindestens ebenso großes Interesse an einem neuen Vertrag, wie wir. Der nächste Anlaß zu Englands Kündigung, der neue canadische Zolltarif, geht von dem Grundsätze aus, daß England und seine Kolonien sich gegenseitig Vorzugstarife ein­räumen. Dem stehen jedoch die Handelsverträge mit Deutschland und Belgien entgegen, die auf Grund ihrer Meistbegünstigungsklausel auch an den Zoll­vergünstigungen theilnehmen, die sich England und seine Kolonien gegenseiftg bewilligen. Die Kündigung dieser Verträge war deshalb die Vorbedingung für den von Kanada gewünschten engeren zollpolitischen Zusammenschluß Englands zunächst mit Kanada und danach wohl mit seinen Kolonien überhaupt. Es stehen hier große Interessen im Spiel, der Handel Englands mit Belgien und Deutschland repräsentirte bisher höhere Wertbe, als der mit seinen Kolonien. Nach den Angaben des neuesten Statisftschen Jahr­buchs des Deutschen Reiches (Jahrgang 1897) be­trug im Jahre 1895 der Werth der Einfuhr Großbritanniens nach Deutschland (Spezialhandel) 578,4 Millionen Mark, der Werth der Ausfuhr Deutschlands nach Großbritannen 678,1 Millionen Mark. Dazu kommt aber einerseits die Einfuhr aus den englischen Kolonien mit 303 Millionen Mark (darunter Britisch Ostindien mit 192 und Britisch Australien mit 113 Millionen Mark) und anderer­seits unsere Ausfuhr nach jenen Kolonien mit rund 97 Millionen Mark. Die Kündigung ist von Seiten Englands die erste formelle Absage an das Frei­handelsprinzip, das fteilich in der Praxis auch in England schon mannigfach durchlöchert ist und als wirthschaftliches Dogma auch dort nur allgemein an­erkannt wurde, so lange die englische Industrie allen anderen überlegen war. Jetzt fürchtet man in Eng­land die deutsche Industrie wegen ihrer Ueberlegen- heit. Der Vertrag vom 30. Mai 1865 besteht vorläufig noch ein Jahr in Kraft, bis zum 30. Juli 1898, und dieses Jahr wftd benutzt werden, um neue Vereinbarungen zu ermöglichen. Wie die Nordd. Allgem. Ztg." hört, machte auch der groß­britannische Botschafter bei der Uebermittelung der Kündigung zugleich Vorschläge wegen Verhandlungen über einen neuen Vertrag. In Berlin beurtheilt man lautKöln. Ztg." die englische Kündigung im allgemeinen sehr ruhig, nämlich indem man dabei

ere Frage habe ich im Laufe der Zeit mir selbst «wortet. Der Nibelungen Schatz und Hort be-

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SV.

Marburg

DienstagZ^August 1897

Nibelungen unser deutsches Vaterland wiedererlangt, die den Rhein nicht mehr zu Deutschlands Grenze, sondern zu Deutschlands Strom gemacht haben, dann wäre es wohl nicht richtig, wenn in einer solchen Versammlung nicht die erste Huldigung unserem Kaiser gelten würde. Am Rhein hat unser Kaiser das Können und Wissen sich zu holen bemüht, mit dem er gegenwärtig mit bestem Willen zum Wohle aller produktiven Stände zu regieren und den Frieden zu erhalten gewillt ist, den Frieden, den alle produktiven Stände und vor Allem die Landwirth­schaft in der schwierigen Lage, in der sie ist, unbe­dingt nöthig haben. So bitte ich Sie, meine Herren, einen Theil des Schatzes, das Rheingold, in die Hand zu nehmen, Ihren Pokal mit Rheingold zu füllen bis an den Rand und ihn zu leeren auf das Wohl unseres geliebten hochverehrten Kaisers. So wollen wir diesen mit Rheingold gefüllten Pokal austrinken mit dem Rufe: Seine Majestät unser Kaiser und König Wilhelm II., unser Herr, er lebe hoch!"

In der zweiten Rede sagte dann der Herr Minister: Von Geburt ein Rheinländer, hing ich schon früh der Landwirthschaft an und durch Verheiratung mit einer Rheinländerin noch mehr; denn meine strenge Gebieterin, die fest den Daumen über ihren Gebieter hält, ist eine Original-Rheinländerin. (Heiterkeit und Beifall.) Mir sind also Landwirthschaft und Weinbau am Rhein an's Herz gewachsen und ich bin selbst für meinen Schwiegervater vor 20 Jahren Weinbauer hier am Rhein mitten unter Ihnen gewesen. Da wäre es doch seltsam, wenn man am Rhein als Landwirth groß geworden ist, wenn man landwirth- schastliches Interesse durch eine Rheinländerin erhält, daß man dann kein Herz für die Landwirthschaft hätte. Und wer da sagt, daß ich der Landwirthschaft helfen könnte, aber nicht wollte, gegen den wendet sich mein Zorn und gegen den werde ich mit Freimuth auftreten und sagen, das ist eine Un­wahrheit. Und das behaupte ich nicht für mich allein: Eine schlechte Regierung, die es nicht begriffe, daß eben Wehr- und Lehrstand, vor Allem die Landwirthschaft, die Stütze des Staates ist. Was würde aus unserm preußischen Staate werden, wenn nicht aus den Kreisen der Landwirthe Wehrkräfte, wenn nicht aus den Reihen der Grundbesitzer treue Beamten erwüchsen, wie es seit Jahrhunderten der Fall gewesen ist. Und ich weiß gewiß, daß jeder Hohenzoller weiß, daß, wenn er dieses Fundament nicht sicher hält, der preußische Staat nicht mehr bleibt, was er bisher gewesen ist, der Kopf von Deutschland. Wo deutsche Geschichte, deutsche Sprache,

Umschau.

Die Kündigung der Handelsverträge mit Deutschland und B e l g i e n, welche die eng­lische Regierung erfolgen ließ, bildet das Hauptthema in der Tagespresse. Etwas Feindliches gegen Deutsch­land hat sie, das geht schon aus dem Tone hervor, in dem die LondonerTimes" sie bespricht. Sie sagt:Die Kündigung sei die Antwort der Regierung auf die Vorschläge, welche Canada gemacht habe, um die Handelsbeziehungen mit dem Mutterlande enger zu schließen. Es sei vorauszusehen, daß die Kündigung den Zorn der deutschen Presse Hervorrufen werde, vielleicht auch, daß man sage, man könne sich au einen neuen Vertrag nicht gefaßt machen. Indessen

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gparnis W verborgen sein sollte, die Rede war. ..... «rveMN resfant ist für mich die Sage durch die Frage iS«? 6 gewesen, worin der Schatz wohl bestand. Die

(4 k treuer Hut. Er ist gehoben von Kaiser Wilhelm Heu» t Großen und Kaiser Friedrich, die das Schwert «km®- , Nibelungen in die Hand nahmen und die ilität tschen Völker auftiefen, daß sie ihr Höchstes er­sten. Bewacht wird dieses Gut auch heute von 1 gegenwärtig regierenden deutschen Kaiser, der mit Schwert in der Hand uns den Frieden erhalten eidungi i mit dem Schwert zu Land und zu Wasser, uncto de Herren! Wenn man das Glück hat, so wie

* Minister-Reden am Rhein.

Unser preußischer L a n d w i r t h s ch a f t S - ister, Frhr. von Hammerstein, hat am ipqi? 3uli bei dem Festmahl zum Jubiläum der land- Mchaftlichen Akademie in Poppelsdorf bei Bonn

Sage, ist mir immer die Sage vom Helungenhort die bedeutsamste und schönste tXz/v rsen. Ich werde mir gestatten, dieses kurz etwas itr auszuführen. Bedeutsam ist die Sage für i deßhalb gewesen, weil sie sagt, daß das Beste, 6 Deutschland habe, hier im oder am Rhein liege.

* fintsam ist ferner für mich die Sage gewesen, weil 4 einem noch zu erringenden Schatze, der im

a m Ma zu wissen, was cs bedeutet, ein großes deutsches "land zu erringen, wenn wir uns noch derer er« ü*,,.' tt8' die mit starker Hand mtt dem Schwerte der

iheimsfty in einem Schwerte, in goldenen Schätzen und, glaube, im Rheine selbst. Das Schwert,

«lüsame Reden gehalten. Die zweite dieser Reden en wir im Auszug bereits am Sonnabend unter am Depeschen erwähnt. Heute lassen wir beide dieser Stelle folgen. Die erste Ansprache Sr.

j Benz lautete:Im Rheinland, im Lande des iaea 8 Men Weins, im Lande der Lieder, im Lande

rruch ige vorlege: Ist der Schatz gehoben? so antworte ins A voller Ueberzeugung, er ist gehoben und steht

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Redaktion und Expedition: Markt 21. Jlluftrirtes S-nntaasblatt. Verantwortlich für den allgemeinen Theil: Redakteur M. Hartmann

- -----n fc den Afferatentheil: Joh. Nug. Koch, beide in Marburg. '

Bzollern im Jahre 1870 gehoben und kräftig ge- »ttfti innigen, und soweit, kann man sagen, ist ein Theil Schatzes jetzt gehoben. Auch ein anderer Theil und li Schatzes ist seit einer Reihe von Jahren gehoben, em Ei Ihrer vollständigen Zustimmung sicher, wenn sten R sage, dieser Schatz ist des Rheines goldener Wein, s Mm nti wie alle Schätze der Erde und unübertroffen : glän i allen Weinen der Welt. Der Hauptschatz ist

:in, i Mellos der Rhein selbst. Wenn ich mir die

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Slngeigen nimmt entgegen die Expedition diese? Blatte»,

bi Annoacen-Bureaux von Haasenstein & Vogler in VYVII O> Sfranffurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XaaII.<((11)1(1 Moss« ht Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L.

Daube & Co. in Frankfurt a. M.. Berlin. Hannover. Paris. Telephon o5.

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(Nachdruck verboten.)

Baroneßchen." Original-Roman von Ida John-Arustadt.

(Fortsetzung.)

en; aber es gratultrt mir kein Mensch; Du and Stephan nicht! Ich rühre kein Stück an, ^rst es sehen! Schenke nur alles den Bettel- m Wachelsee.---Wer war der schöne

Besuch? Kommt er wieder?"

»Tas weiß Gott, Liebchen!" seufzte daS Fräulein, wird ihn wohl wieder mttbringen. Gefällt

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leschw- Der alte Mann räusperte sich verlegen und Muth ngsstöi 6 aus vollem Halse.Willst Du mit dem

. 1 "vagen und der Mieke kutschieren, Papa, oder neS d >Du eine Equipage mitgebracht. ?"

and fl1 »®ie ist denn das, Almuth? Haben wft . . .

(! ' bie Pferde verkauft?" Der Baron drehte einen des zerrissenen Briefes nervös zwischen den Niehsti vrn und fragte so ängstlich leise, als fürchte er der Antwort. Seine Schwester nickte weh- »st« sind fürstlich geworden. Prinz Max N für seinen Marstall erstanden. Wft sprechen 6 darüber, Walter. Was ist's mft Don de

-A muß ihm sofort nach. Hoffenüich erreichen Hu noch vor Zugesabgang. Stephan, Du be- Irnich!"

'---Mute weitere Aufklärung griff er nach Mantel ®ttt und eilte davon, alles um sich her ver- in Sturm und Nacht hinaus. Stephan jjF" ihm kaum folgen.

,Das ist ein närrischer Geburtstag, Tante lächelte das Kind unter Thränen,die Sachen liegen bescheert und der Papa ist

,O ja, Tante, es war ein schöner Fremder!"

Fräulein von Prack hatte sich auf ihren Fenster­platz gesetzt, Muth stand neben ihr und Beide blickten wortlos und sinnend durch die Scheiben in die dunkle, sturmdurchbrauste Regennacht hinaus. Plötz­lich schlang das Fräulein den Arm um Muth's Taille und küßte sie auf die Stirn.Ich wünsche Dir Glück und Segen ..."

Hali!" kommandftie Muth, bog den Lockenkopf zurück und während sie die Daumen ihrer gefalteten Hände umeinanderdrehte, sprach sie wefter:ich weiß, was Du mir jetzt sagen wirst, Tantchen, hör mal zu: Also, ich wünsche Dir Glück und Segen zum Geburtstage; bleibe hübsch gesund und sei nicht mehr so wild und unartig. Du bist nun zehn Jahre alt! . . . Nicht wahr, so klingt Dein Sprüchlein; alle Jahre und immer hilft's nichts!"

Diesmal wftd es helfen, Muth; der Papa ist wieder da," . . . drohte Tauft.

Die Kleine blinzelft widerspruchsvoll mit den Augen und stürzte auf ein eben entdecktes Papier- restcheu zu; es war auf dem Teppich liegen ge­blieben. So sehr sie sich bemühte, die darauf gc« chriebenen Worte unter der Hängelampe zusammen zu buchstabiren, es gelang ihr nicht.Komm' mal her, Tante Almuth, wie heißt das? Ist Sylva ein Mädchenname?"

Fräulein von Prack stand schon neben Muth; ie prüfte den kleinen Fund das einzige Sfteffchen, welches ihres Bruders geballter Hand entfallen war als enthielte es eine wichtige Inschrift. ®8 sind spanische Worte glaube ich, wahrscheinlich ein Brief des fremden Herrn an Papa. Wir werden es erfahren, Muth, wenn mein Bruder . . . wenn Dein Papa wieder kommt. Sehe jetzt noch

ein paar Stunden zu Bett, mein Kind, es ist erst vier Uhr."

Das Fräulein strich ihrem Liebling die wirren Locken aus der Stirn und bemühte sich, die Kleine sanft nach dem Schlafzimmer zu geleiten, doch diese schüttelte energisch das Köpfchen und proftftfttc, nem, Tante, ich bleibe bei Dir; bestelle nur den Morgenkaffe und lege noch ein paar Torfstücke in den Ofen; ich will meinem Geburtstage einmal zu­erst in die Augen sehen."

Was war da zu machen? Tantchen fügte sich, und ehe noch der erste Hahnenschrei den Morgen verkündigte, brachte Bärbe den dampfenden Trank herein. Das Fräulein war ein wenig eingenickt in ihrer Sopha-Ecke; Muth stand am Fenster und sah zu, wie der Wind eine Wolkenschicht um die andere zcrblies; aber sie fuhren Beide herum, als Bärbe kläglich bat,ach, gnädiges Fräulein crlanben Sie mir, hier zu bleiben; ich fürchte mich so in der Küche; die Kochtöpfe fingen und Phylax heull, und wie Hans den. ftemden Herrn an die Bahn sühren mußte, zeigte er mir int Vorbeigehen ein Geldstück, wie es gar keines giebt und sagte mir inS Ohr:Du Bärbe, 's ist möglich, daß das mein letzter Gang ist mit dem Teufel ist nicht gut wandern," nun ist auch unser gnädiger Herr und Stephan nach, und . . ."

»Du bist eine unverbesserliche Thörin, Bärbel" schalt das gnädige Fräulein,hier gratnlfte lieber unftrm Geburtstagskind und tauche ein Stück Napf­kuchen in Deinen . .Kaffee" wollte fie sagen, aber dieses klangvolle Wort aller deutschen Köchinnen drang nicht an Bärbes Ohr, sondern ein Krach, so heftig, daß die Fenster und Bärbes Kniee um die Wette erzitterten, das schwere Hofthor war mit aller Gewalt zugeschlagen worden und hastig an­

stürmende Männerftitte kamen die Freitreppe heraus. Bärbe flüchtete hinaus, denn es war der Baron. Leichenblaß und zitternd vor Kälte trat er ein, Stephan hinter ihm her. Er warf dem alten Diener Mantel und Hut über den Arm und begann eine ruhelose Wanderung durch das sonst so traute Ge­mach, hie und da wie in Verzweiflung oder Wuth auf ein Geräth schlagend und unverständliche Worte hervorstoßend.

Muth wagte nicht, sich zu rühren und blickte entsetzt bald den Vater, bald Tante Almuth an; es war ja das erste Mal in ihrem jungen Leben, daß sie den Ausdruck entfeffelter Leidenschaft kennen lernte.

Walther, besinne Dich doch," bat Tante Almuth vorwurfsvoll, doch der Rasende starrte sie wie geistesabwesend an.Weibergeschwätz!" knirschte er außer sich und begann feine unheimliche Wanderung von Neuem. Endlich sank er erschöpft auf das Sopha und stützte den Kopf in die Hand. Sofort fand sein Kind neben ihm und streichelte ihm zärt­lich die Wange; auch die Schwester präseuürte ihm eine Tasse heißen Kaffee.Ist Dft eine Unan­nehmlichkeit geschehen? Hast Du Don de Velho nicht mehr getroffen?" Sie fragte so innig und theilnahmsvoll und beugte sich, ihm in die Augen zu blicken; doch er stieß sie Beide von sich, Schwester und Kind.Laßt mich! Fragt mich nicht! Nie wieder! Hört Ihr es?" gebot er auf» bringend und stürmte hinaus. Die Thür siel 'challend hinter ihm zu. P

Und fie fragen ihn nicht, nie wieder.

(Fortsetzung folgt.)