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Trlephon 55.
Vor der Entscheidung
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JW mit bittender Geberde die Hand hinstreckend,
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Marburg
Freitag, 23. Juli 1897.
Erscheint tfiglidb außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Erve- dition 2 Pkr., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (erkl. Bestellgeld,. Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
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Aber Sie besann sich noch recht-
611 (451 36.
^Nachdruck verboten.)
Der Kurierzug.
Dem Leben nacherzählt von H. Waldemar.
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geschützt wird. Der einsichtsvolle Politiker steht deshalb kopfschüttelnd vor den Vertretern der Ordnungs- parteien, die sich, wie auch Rechtsnationalliberale und nicht demokratische Centrumsmitglieder jetzt zu diesem Schutze verstehen, statt der Staatsgewalt die unerläßlichste Waffe in die Hand zu geben, um Thron und Altar, um die bürgerliche Gesellschaft vor dem Unheil zu schützen, welches in unabsehbarem Maße die revolutionäre Sozialdemokratie über sie bringen muß.
Fällt die Novelle durch das Abgeordnetenhaus, so hat, deß sind wir gewiß, die gewählte preußische Volksvertretung den Willen des weitaus größten Theils der Wählerschaft nicht erfüllt. Es ist eine tief betrübende Erscheinung in Preußens Geschichte, daß dessen Regierung jetzt die Mittel nicht erlangen könne» soll, den Staat Preußen und in ihm das Deutsche Volk vor innerer revolutionärer Zerrüttung zu schützen, denjenigeu Staat, der der führende gewesen in Deutschlands glorreicher Einigungs - Geschichte. Jetzt ist in dieser Novelle von dem angeblichen Schreckgespenste der „Reaction" wahrhaftig nichts enthalten. Das aber sagen wir getrost den Centrumsmitgliedern, die nicht um den demokratischen Führer Dr. Lieber, und den Rechtsnationallibeialen, die sonst nicht mit der National-Zeitung gehen, als sicher voraus, daß nach Ablehnung der Novelle schon bei den nächsten Wahlen die Zeit kommen wird, da s i e gegen die Wirkungen dieser Ablehnung „reagiren" wollen werden! Dann aber wird es zu spät sein. Und wenn in Reich und Staat auch fernerhin die Dirme so zu Gunsten der Sozialdemokratie nnd ihrer Führer weiter gehen weiden, dann kann <ines schönen Tages der Staat, dem man den gesetzlichen Schutz seiner Sicherung verweigerte, auch noch event. zur letzten Staatsraissu zu greifen gezwungen sein. Dann ist es zu spät, das Volk, dessen Verführer sich bei solcher Gelegenheit immer zuerst drücken, vor den Folgen seiner Verblendung zu retten, es sieht dann, was ihm die Hetzer eingebrockt haben — und wer diese Hetzer durch Ablehnung der Ver- emsgesetznovelle heute weiter gehen ließ, der trägt dann für das Volksunglück die Verantwortung!
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er die Ablehnung oder Annahme der preußischen ereinsgesetzuovelle in der Fassung derHerren- Wbeschlüsse stehen wir der Chance, die Novelle ■t im Abgeordnetenhause doch eine geringe Ma- W finden, stark zweifelnd gegenüber. Sollten unsere Zweifel mit der Sonnabend Abstimmung i bestätigt finden, nun dann nur um so besser, r Ausschlag lag von Anfang an und liegt noch ■e Bt bei den Nationalliberalen. Sie laden die ganze " ' mutwortung auf sich für die Gestaltung der Dinge i den nächsten Wahlagitationen in Preußen und ■ für die Zukunft ihrer Partei. Es wäre ja denk- ltiin r- daß ihnen dies der ehemalig nationalliberale ’ urilige Vicepräsident des preußischen Staatsmim- en ’ rinns von Miquel noch einmal vor der Abstimmung ---■ t Augen führte, aber Helsen wird's kaum. Wir
ft" "immt entgegen die Expedition diese- Blatte», ^^"^ure-mx von Haasenstein & Vogler in vvvn
TOnffÄ: ^L'JW Magdeburg und Wien; Rudolf AAäH. JlMg. ö i" Frankfurt a.M, Berlin, München u. Köln, C. ü! ö
Daube & Eo. in Frankfurt a. M.. Berlin. Hannover, Pari- Telephon 55.
bem Wege zum Bahnhöfe traf Wagner fttannten. Der junge Arzt war so sehr in ton,« Floren, daß er erst aufschaute, als er Ä Doktor, Sie wollen wohl Ihre Dienste
c. (Schluß.)
— -^^ites Herz pochte mächtig. Sie wußte A/"pstEtch Roland war, wie leicht er sich ab- ,lt 8 fühlte! Was hatte sie gethan! — Wie Hirv sie nur so unvorsichtig fein!
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!>er_vermeintliche Haß nichts weiter war als ein-!Platz, als ihm keine Autwm-t rar T ?? ® - Spanne Zeit all' die Qualen erdulde» die das qmL r$'ba8 »lcht ei» Wimmern? — Er spät" erzeugt. ' 6°8 lauschte angstvoll und wiederholte seinen Ruf - da.
In sausender Geschwindigkeit fuhren sie dabin «J” ^er Nähe hörte er die trotz
— die Telegraphenstangen flogen an ihnen vorüber, — Ro-land fcmcr Mei: »Ro-land, Bäume und Sträucher verschwanden vor ihren Augen,! J“”b
Felder lösten sich mit Dörfern ab — da huschte ei«! rTV ~mL überflog seine schlanke Gestalt, als au gescheuchter Hase, dort flog eine Kette Rebhühne!!^ M ber Stelle näherte. —
~ Endlich sahen sie das Ziel vor sich —| Zwei ineinandergeschobene Wagen bildeten ein endlrch tollte Gewißheit werde». — Doktor Wagner! Untrennbares Ganzes — Holzsplitter ragten gefährlich umklammerte trat Eisenstange, als vermöchte er fom,b‘e Lust — Eisentheile hatten sich in die Holz- bester gegen den Schmerz, gegen die tödtliche Spannung! "°^ gebohrt — und mitten in diesem fürchter- °^uk°mps-n. - luhen Durcheincmder war sie, die Gesuchte, wohlbe-
Imn sichre» sie langsamer. — I halten, aber soeben erst durch des Sohnes Ruf aus
Der Kurierzug! — [tieffter Ohnmacht erwacht.
Da lag er vor seine» Blicken. Auf der Unglücks-, »Mutter!"
lvlle huschten Gestatten hin und her, die sich ge=| t Alle Angst and Pein, alle gewaltsam zurück-
pensnsch gegen den dämmernden Abendhimmel ab-1 gehaltene Liebe brach sich Bahn in diesem einzigen
b"ben —- einzelne Schmerzensschreie tönten herüber,Wort.
— Axtschläge und das Hämmern auf Eisen hallte, »®u lebst! Gott sei gepriesen — o, Mutter!"
’ «S. be“ Kommenden entgegen. — I Ihr aufleuchtender Blick dankte ihm mehr, als es
, ?tr{J,|JinSe Arzt sprang von der Maschine, noch, Worte vermocht hätten.
aeftretften ~-®1 We 60^8 mit mt8d Mit Hilfe einiger Arbeüer begann das ae- m Söbk»?"^^ b -e ?’f0en lch'eneu ihm aus, fährliche Unternehmen der Befteümg Aber endlich Schrfrfroahirs11 10 8toon6 « fie, das, wurde auch das letzte hemmende Stück weggeboben EJ“* “ fich aufzuaehmeu. — In dem Die weißhaarige Mattone richtete sich mübfam »»r
der zerttnmmerte» imd in die Erde gewühtten,und ward in stürmischer Zärtlichkeit hn« s» 1 Ä W°ge» lagen Tobte und wimmernde Verwundete., Armen umfaßt. W<5Mt von Rolands
l^Ee sich ihm eine Hand entgegen und dort! Der Letzte hatte den A .
"»M*« im r-d-Aampft. _ hfcta gefunben. 8 ®ni'"
„Mutter! rief er gedämpft, mit hohler StimmeI
„Mutter, Mutter," schrie er über den grausigen, ----------—
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_ Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckbai«
Redaktion xnb (Spedition: Markt 21. Jllustrirtes Sonntagsblatt. Verantworüich für de» allgemeinen Theil: Redakteur M. Hartmann
' - ------------------ö ** für den Z-seratenthell: Joh. Ang. Koch, beide i» Marburg. '
Umschau.
Der Bundesrath hat in der Sitzung vom 24. Juni d. I. den Vorschriften, nach denen die Kontingentirung der Brennereien für die Kontingentsperiode 1898/1903 5» erfolgen hat, seine Zustimmung ertheitt. Nach diese» Vorschriften ist eine Neuveranlaguug zum
„Ich?" fragte er überrascht. „Wozu?"
„Sa, Mensch, haben Sie denn nichts gehört von dem großen Unglück. — Zusammenstoß zweier Züge, hier ganz in der Nähe — sollen einige recht schwere Verwundungen vorgekommen sein. — Um Gotteswillen Dottor, was haben Sie?" schrie der Andere plötzlich auf, als Wagner, den der Schrecken fast übermannte, vergeblich den Mund öffnete, um eine Fruge 5» stellen. Endlich hatte er sich so wett gefaßt, um mit rauher Stimme das einzige Wort: „Kurierzug?" hervorzustoßen.
„Der Kurie^ug — Sie erwarteten doch nicht? — Sie waren wohl auf dem Wege dahin? — Doktor warten Sie doch, ich gehe mit —"
Aber Dottor Wagner hörte nicht mehr.
Der Kurierzug! Wie ein Douuerwort klang es ihm in den Ohren. — Wollte sie nicht auch diesen Zug benützen — sie, die--
Er eilte, so rasch ihn seine Füße trugen, nach dem Bahnhofe.
Unbeschreibliche Austegung herrschte dort. — Er kam gerade recht, um noch auf einer Hilfslokomotive die Unglücksstätte zu erreichen. Als ob es so und nicht anders fein könne, stellte er sich »eben den Führer. — Keiner machte ihm den Platz fettig. _ Wohl kannte man ihn, aber mehr noch r r.,C CI Umstand, war es der Schmer, der sich Dis seinem Gesicht versteinert zu haben schien, der ihm alle willfährig machte.--
. Er konnte nur das Eine denken: Das unerquick- lche Verhaltniß sollte kett, solch trauriges Ende finde», so nicht!
Er spannte alle Willensttast au, um nicht feine Qual httianszuschreien. — An dem furchtbaren Weh, das ihm im Herzen brannte, erkannte er, daß
■ Ja tat nie geglaubt, daß sich die einsichtsvolleren Mit- ttäsk kd« einer um Staat und Reick so verdienten Partei, käste ' Rechtsnationalliberalen, durch eine Neuschöpfung te $t ! »National - Zeitung und ihrer Kolleginnen, durch in d Mung eines „Ehrbegriffes", nach welchem dem (411 Monszwange unbedingt die bessere Einsicht des ^Vertreters zu opfern ist, zu dem „Ruck nach 8" bewegen lassen würden. Aber es ist so, die'e M werden am 24. in Berlin, gestreichelt von der ID IF! ber Herren Bebel, Richter, Naumann und ffcr, ihr Votum gegen die Herrenhaus-Fassung der aeinsgesetzuovelle abgeben.
Die Novelle ist a priori von der Opposition «u Werk krassester „Reaktion" hingestellt worden. ' * von ihr in der sozialdemottatifchen und ' wkratlschen Presse jede nur denkbare Hetz- und 'v Mstergeschichte für „das in sedier Freihett be ar, hie, aufzuklärende Volk" verbreitet worden, und ck machte namentlich jetzt, vor der Entscheidung
Furcht die Sozialdemokraten erfinderisch. Sie rchte», daß durch Annahme der Novelle es «-künftig gesetzlich verwehrt werden könnte, (461 Versammlungen unter dem rohen Gejohle ««jähriger Burschen gegen Thron, Altar un l)" °™*nb zu Hetzen, gegen die heutige Gesellschasts- ahafit innig als alleinige Retterin die „Sozialdemokratie" . bin Mellen und so die Krippe derselben mit Arbeiter- — «schkn für die Führer oder durchbrennende Kassirer "er Partei reicher zu füllen! Mit den Sozial- •«säten treten für „Wahrung dieser Volksfreibeit" [ tm Abgeordnetenhause alle Diejenigen ein, die
24. d. M. dort gegen die Novelle stimme». Es ist ^4k^^„Bolksfreiheit", es ist nur die „Volksver- -Erechheit", welche mit Ablehnung der Novelle
Kontingent zulässig: a. für die vor dem 1. Oktoberfzum Börfenfviel herrrnrnif#« nfimnhr 1897 entstandenen landwirthschastlichen und Material-!die Börsenwaare oft gor nicht den Anforderungen 9nXCenf,nÄefb?6£r enb8ÜIti9e8 besonderes des Müllers an die Qualität entspricht. Da sich 1897 I ÄeSft Scheingeschäst vom börsenmäßigen effecttven
}8.97 . betriebsfähigem Zustande sich befunden i Liefernngsgeschäft aber nicht unterscheiden läßt so bleibt
haben, b. für b ejenigen landwirthschastlichen da die Nachthitte des Sch-ingesL
Brennereien, deren wirthschastliche Lage durch Der- nur übrig, d a s B ö rs e n t ermi n a^sch ä f t r^,^u»S oder Vergrößemng der regelmäßig be- in Getreide überhaupt^! verbielen wüb^enb °bhpr1DnJfi ^"bwirthschsftlich genutzten Fläche was um so unbedenklicher geschehen kann, als durch "b^elaufenen 4 Bettiebsjahre eine I ein derarttges Verbot das solide effettive Lieferunas- we entliche Veränderung erfahren hat, c. für die- geschäft in keiner Weife aefiinbert Trh S £
Brennereien, welche als! Verbot voraussichtlich zur Gesundung des Lokal- SÄStt lte *? W'T'”” « E-st- erWhLg” S - 8 Kontingent betheiligt waren und im Laufe der vor-I ____________
hergehendeu 4 Jahre dauernd und vollständig ent-! Während die Kölnifcke Lettin,»« „nh m.
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> Die 1mter3ei(^„eten Ä^„„ÄSen aogeieyen von besonderen Ausnahmefalle» — em | des Regierungsbezirks Köln kvreckeu bierdurck ibre B^mre?1i1o?derttck^welck-^"^ Se Zustimmung aus zu be! Stellungnabme ber
mH» sorberlich, welcher nur bann berücksichtigt l Mitglieber ber Norbwestlichen Gruppe bes Vereins ^mtoenn " der der Steuerbehörbe, in beren! deutscher Eisen- und Stahl-Jndusttieller in Düssel- Beznke die Brennerei liegt, vor dem 1. Oktober 1897! dorf vorn 5 Juli d li Tu JliZ. ff‘^IfiS to?Vbfi^u!a?b t,tDfOni 1001 sC" ?9enen Bünden und richten auch ihrerseits an Anttäge anßer^ id ÄS?*?®' \ Mitglieder des preußischen Abgeordnetenhauses ^ age “»Ber Bet bet Steuerbehörde auch bet einem I das Verlangen, daß das Gesetz rur Eraänruna
Steueraufstchtsbeamten zu Protokoll erklären. Die und Abänb"ru^g^^von^^Bestimmung!« K
Anträge auf Neuveranlagung können bis zur Er- samtulnugeu und Vereine if der ibm uo» h,m
stattung bes schriftlichen Gutachtens über bie Neu-! preußischen Herrcnhause gegebenen Faffuna anae=
Veranlagung zuruckgenommen werben. Ein Abbruch! nommen werben möchte"
ber Voychrlften wirb zur Einsichtuahme ber bei Christoph Anbrea e, Sammet- unb Vlüfckfabrik bmü g?ba®entoe re nbCn M St-ueramte Mülheim - Rhein; Franz C l o u t h? Rheinische gepalten. ----------- Gummiwaarenfabrik, Köln - Nippes, Felten n.
I-WÄÄ'däX'’» LI'- c in Getreide zutreffend I Maschinenfabrik, Köln • Humboldt"
bm NlUmUchen Angebot und der Bebarfsnachftng«! Filma Rolff u. Cie Sieabura' fS Knieibst. « k°»,Iich- PreisverschiebungenICie., Ä tS,’ nnb -nd M-ilerlB-rft-r/Mt!? ÄTÄ,
"T" Sie böse, Roland? Ich — ich höbe es J 9ut gemeint."
• ^.«faßte die gebotene Seine Hand und drückte
dQI8 g,'?ne Lippen.
setis iT 3. °b das möglich wäre, Lieselotte. Ich l" bann ^lbst die Sonne verfinstern.
■ ~5f thut das ohne triftigen Grund?" l-l !L L?""^«giges Gesichtchen ergoß sich ,, n; i£!e Aöthe, und fast ichie» es, als wegrücke». Aber Sie besann sick
M fragte:
haben Sie nun beschloffen?" : ieufzte.
'V Id tottbc fie empfangen."
~ banke Ihnen, Roland, dantt Ihnen Herzen. Will's Gott, so soll dieser
. o der Anfang eines neuen Lebens für Sie