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IhbattioH Mb ExpÄition: Markt 31.

v««ntw»rtNch für bro all,«nein«, Thttl: Redaktmr M. Hart«-»», für dm »s«r-tmth«il: Joh. g»g. «och, beide in Marburg.

öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.

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Jfä 145.

EricheiM täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quanal-AbominnenIS-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertiontzgebübr für die gespaltene Zeil« »der denn Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Donnerstag, 24. Ium 1897.

»nyip» nimmt entgegen bi« Ewrditio» dieser Blatte«, s»«i« di, «nnoncen-Bureaux von Haasenstrin & Bögler in Frankfurt a. M., Taffet, Magdeburg und Mm; Rudolf XXXII Most« in Frankfurt a. M., Berlin, Münchm «. Köln, C. L. 4

Daube *6». in Frankfurt e. M., Berlin, H-nnov«, Pari».

Nachklänge über den Evangelisch-sozialen Kongreß.

@in Spiegelbild über das Ansehen, welches der Mgelisch - soziale Kongreß in maßgebenden Kreisen late genießt, bringt tiefbetrübt Herr Pastor Goehrc n beiSozialen Praxis". Er schreibt dort:

.Man hatte bei den Vorbereilungen für den Kongreß et üblich dieSpitzen" der LeipzigerGesellschaft" zur Sioen Theilnahme höflich aufgefordert kühle Ablehnung ic die Antwort gewesen. Man hatte, entsprechend dem Wgelischen Charakter des Kongresses, wie immer die Ver­edlungen mit einem Gottesdienste eröffnen wollen und 6 dazu die Thomaskirche erbeten, ste ward vom dperinlendenten von Leipzig, D. Pank rundweg rei­chert mit der Begründung, daß man Kirchen nicht für 8e eine mit agitatorisch - politischen Zwecken hergebe; man sche sich dann an die Johanniskirche gewendet und auch tet verschlossene Thüren gefunden......Man hatte,

k üblich, sodann die sächsischen, thüringischen und sonstigen Uörden zur Betheiligung an der Tagung des Kongresses cheladen aber kaum daß auf diese Einladung über- tapt eine Antwort, geschweige eine zustimmende, eingelaufen Kie. Während in den ersten Jahren deS Kongreffes, von M bis etwa 189\ Minister und Geueralsuperintendenten, segierungs- und Konsistorialvräsidenten, Ministerial- und dosistorialräthe zahlreiche und clbstversiändliche Gäste der dn'ammlungen waren, fehlten diesmal solche und mit ihnen it höheren städtischen Beamten gänzlich."

Dieser absoluten Nichtbeachtung des nicht zum Missten Dank der Thätigkeit des Herrn Goehre ß Generalsekretär aus der schiefen, zur Sozialdemo- itfie führenden Ebene immer tiefer hinabgeglittenen smigelisch-sozialen Kongresses, steht eine steigende lbkchr der staatserhaltenden Elemente «u seinen Veranstaltungen zur Seite. Aus dem mgelisch-sozialen Kongreß hat sich folgerichtig die Wannte national-soziale Bewegung entwickelt, die anfänglich zwar versuchte, unter christlich-sozialer UliLke noch konservatives Gebühren zur Schau zu ilgen, allein gar bald in die schärfste Gegnerschaft i unserer Partei ein trat, als ihr wahres Gesicht er- wit worden war. Gegenwärtig wird man es wohl rgendS mehr bestreiten wollen, daß die konservanve wtei richtig handelte, als sie die Demaskirung der bnlmannschen Sozialisten unternahm; ebensowenig ikd man es leugnen dürfen, daß dienational« SMle" Richtung seitdem den Evangelisch-sozialen üugreß fast absolut beherrscht hat.

. Auch die achte Tagung des Kongresses hat die Wcht zum Dominiren der Naumannschen Sozialisten Ee gezeigt, wenn dieselben auch, wie schon im vorigen bemüht waren, zurückhaltend aufzutreten. Wie i scheint, ist aber diese Absicht nicht in dem ge-

(Nachdruck verboten.

Erloschene Sterne.

Roman aus der Gegenwart von D. Elster.

(Fortsetzung.)

V.

,Jch begreife in der That nicht, verehrter Herr «vfeffor, weßhalb Sie jetzt schon nach Berlin zu- ?lÄhren wollen. Sie selbst gestehen zu, daß Sie Tshrer Klinik augenblicklich zu entbehren sind, daß * einen vorzüglichen Assistenzarzt zur Verfügung ^ru, der Sie vertreten kann. Sie selbst bedürfen ^Erholung nach der Anstrengung der letzten Zeit ^Ärem Beruf, ja, in des Himmels Namen, was M Sie denn nur aus unserer friedlichen Idylle 'Btzlich fort."

l^er kleine Doktor Winter gerieth förmlich in Atzung bei diesen Worten, schloß heftig und ge- ^ichdoll den Deckel des Bierkmges, aus dem er getrunken hatte und sah seinen berühmten

°«gen mit vorwurfsvollem Blick an.

»Vermögen Sie sich in der That den Grund * M denken, mein lieber alter Freund?" fragte Professor lächelnd.Sie sollten doch wohl weßhalb Frau Ottilie den Doktor Robert Affler nicht wieder schm wollte?"

»Ah bah, die alte längst vergessene Geschichte.

Ottilie war durch ihre Krankheit nervös ge- verschüchtert durch ihre jahrelange Blindheit, .hatte sich in ihrem Schmer und ihre Ent- Rung eingesponnen, wie die Spinne in ihr Netz, . E"öeu Sie verehrter Freund, das Netz zerrissen, ^haben ihr Gesundheü, Augenlicht wiedergegeben, ^lle sich da nicht freuen, ihren Retter von inicht zu Angesicht wieder sehen zu können. Es

wünschten Maße erreicht worden. Ueberwiegend kamen Redner zum Worte, die gemäßigteren Gesinnungen huldigten. Bezeichnend aber bleibt die Thatsache, daß auch diesmal die auf dem Boden des Marxschen Anti - Kapitalismus sich bewegenden Ausführungen sehr starken Beifall fanden. Zwar wurde selt­samer Weise von Herr Professor Delbrück ver­sichert, daß der Kongreß einHort des Friedens" sei; doch die Klassenkampfstimmung der National­sozialen kam immer wieder unter Beifall zum Durchbruch.

Schon bei der Begrüßungsversammlung schlug Pfarrer Naumann den entsprechenden Kampfeston an. Er bat, auch dasreligiöse Moment" zu seinem Rechte kommen zu lassen; allein auch dieser für den Kongreß eigentlich recht überflüssigen Bitte lag die Tendenz zu Grunde, Stimmung gegen das Kirchen­regiment zu machen, also die berechtigte Autorität zu schädigen. Herr Naumann behauptete, Pfarrer Kötzschke sei seines Amtes enthoben worden, weil er gethan habe, was im Jahre 1890 der preußische Oberkirchenrath den Pastoren zu thun empfohlen habe: sich um die sozialen Dinge zu kümmern, mit den Arbeitern zu reden. Ist das christlich, solche falsche Behauptungen aufzustellen? Hätte Herr Kötzschke im friedlichen Sinne mit den Arbeitern geredet, hätte er im christlichen Geiste sozialen Frieden ge­predigt, so würde ihm das Niemand verwehrt haben; allein er hat frieden st ü r e n d gewirkt, er hat zum Klassenkampfe aufgereizt, wie das ja auch von einem Manne nicht anders zu erwarten ist, der folgendes Bekenntniß in einem sozialdemokratischen Blatte ab­gelegt bat:

»Die letzten Ziele der Sosialdemokratie find höchst edel, sind durchaus christliche, und auch ihre Agitatton läßt sich nicht tadeln. Dies sei voll und ganz anerkannt. Die im letzten Grunde idealen Ziele der Sozialdemokratte seien ein großer Segen, dessen man sich nicht genug er­freuen könne."

Wenn nun Herr Naumann den Evangelisch-sozialen Kongreß benutzte, um durch unwahre Darstellungen gegen das Kirchenregiment Stimmung zu machen, so hätte dagegen Einspruch erhoben werden müssen. Leider ist das nicht geschehen.

Der national-soziale Führer verfolgt in Fällen, wo er mit allzu offenherzigen Aeußerungen auf Widerspruch stößt, die Takttk, von Mißverständnissen zu reden. Mißverständlich aber war sein Versuch, dasreligiöse Moment" wie er es meint zu seinem Rechte kommen zu lassen, keineswegs; ebensowenig mißverständlich war sein scharfer Ausfall auf das Eigenthum in der ersten Hauptversammlung.

Herr Naumann bekannte sich direkt zu dem Grund­sätze: Eigenthum ist Diebstahl. Er meinte, der Eigettthumsbegriff sei bei uns zu sehr entwickelt, es gebe sogar (!) geistiges Eigenthum. Das Gebot Du sollst nicht stehlen" sei heute ein anderes als früher und die christliche Kirch : müsse sich fragen, ob sie unter allen Umständendiesem" Staate, der keine Garantie gegen Mißbrauch des Eigenthumsrechts gebe, dienen solle.

Herr Professor Wagner trat diesen Ausführungen entgegen, er that dies leider viel zu schonend und baute Herrn Naumann durch die Bemerkung, seine Worte ließen Mißverständnisse zu, eine goldene Brücke, die dieser bereitwilligst auch betrat, um nach alter Art zu erklären, er sei in der Thal mißverstanden worden. Wenn er vorher geäußert hatte, das Gebot Du sollst nicht stehlen" sei heute ein anderes als früher, so bekannte er sich jetzt zu der Ansicht, das Christentbum müsseunbedingt" an dem Gebote »voll festhalten." Was will Herr Naumann nun eigentlich gesagt haben?

Umschau.

DieNordd. Allg. Zig." bringt folgende Meldung:Der Kaiserliche Botschafter v. Bülow wird, dem Vernehmen nach, von dort abreisen, um sich an das Hoflager Sr. Majestät des Kaisers zu begeben. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß die Reise mildern Gesundheits­zustände des Staatssekretärs Freiherr von Marschall in Zusammenhang steht." Herr von Bülow wurde schon seit einigen Tagen als der mnth- maßliche Nachfolger des Frhrn. v. Marschall genannt; nun scheint festzustehen, daß er thatsüchlich auf diesen Posten berufen werden wird, wie es heißt, zunächst als Stelloertteter. Es heißt auch, der Regierungs­präsident Frhr. von Rheinbaben in Düsseldorf solle Staatssekretär des Reichsschatzamtes werden.

Nachdem bei der gestrigen Abstimmung im Ab­geordnetenhause der freisinnige Abgeordnete Richter sich ganz gehörig blamirt hat (siehe den Bericht) und nachdem die Nattonalliberalen sich ver­ständiger Weise von der Linken nicht umgarnen ließen und selbst derfreundnachbarliche" Rath des Abg. Richter, die Vorlage jetzt zu werfen, nicht verfing, wird nunmehr das Herrenhaus zu sprechen haben. Man wird annehmen dürfen, daß dieses den Torso in sachgemäßer Weise ergänzen wird. Da es im Hochsommer kaum noch möglich fern wird, zwischen

Der kleine Doktor lächelte den College« Der» chmitzt an; aber fein Lachen ging in starres Er- taunen über, als er die Wirkung seines gut ge­weinten Scherzes sah. Der Professor sprang ernst auf. Sein Anllitz legte sich in finstere Falten, seine Hände ballten sich zur Faust.

Also so weit ist es schon mit mir gekommen," größte er,daß man meiner spottet, als sei ich ein thörichter Jüngling, der seine Gefühle nicht bemeifiern kann? Glauben Sie mir, Doktor Winter, daß ich noch Herr über mich und meine Leidenschaften bin, > ich meinem Herzen nicht die tyrannische Herr- chaft über meinen Verstand einräume. "

nicht so albern, daß ich meinen sollte, ich könnte mit meinen vierzig Jahren noch Liebe erwecken, und ich liebe es auch gar nicht, mich lächerlich zu machen, indem ich um ein junges frisches Leben werbe."

Nun, nun, Verehrtester, gar so alt und hin­fällig und bernünftig brauchen Sie fich nicht hinzu- stellen. Sie sind ein stattlicher Mann in den besten Jahren. Was hindert Sie denn jetzt, um die Hand und das Herz Frau Ottiliens zu werben, die Ihnen das Schicksal um zwanzig Jahre verweigerte? Frau Ottilie ist eine stattliche schöne Frau sie ist wieder aufgeblüht unter Ihrer Pflege und ich zweifle nicht daran, daß Sie, verehrter Freund, tiefen Ein- brud auf ihr Herz gemacht haben. Ich erkenne sie kaum wieder, so hat ste fich zu ihrem Vorthell verändert."

Der Profeffor sah den Sprechende» bei diesen Worten starr an, als verstünde er ihn kaum. Dann Machte er plötzlich laut auf und rief:Ich Thor, ich dreimal thörichter Thor! Ja, ja, lieber Doktor Sie haben recht. Frau Ottilie, das wäre eine Frau ür mich, ober . . . Lassen sie uns das Gespräch abbrecheu, bester Freund. Ich danke Ihnen für Ihre Worte, die eine treffliche Lehre für mich ent- ijalten. Mit meiner Abreise werde ich es mir noch einmal überlegen. Jedenfalls sprechen wir uns vor- her noch ich weiß wirklich noch nicht was ich thue. _ Und nun will ich Sie nicht länger von Ihrem Frühschoppen zurückhalten, ich mache lieber noch einen Sang in den Wald vielleicht spreche ich auch in der Villa Fahrenbrink vor, um mich zu überzeugen, wie es dort steht."

thut mir fast leid, daß ich zu der Täuschung der Frau beigetragen; habe und Ihren werthen Namen verschwieg."

Gerade weil Frau Ottilie wieder sehend ge­worden ist und wir ihr in den nächsten Tagen die verhüllende Binde von den gesunden Augen nehmen können, darf ich mich ihr nicht mehr zeigen. Lieber College, diealt; längstvergessene Geschichte" ist leider nicht vergessen. Die Wunde, welche damals unseren beiden Herzen geschlagen wurde, ist schlecht vernarbt, sie würde von Neuem aufbrechen, wenn wir uns Auge m Auge gegenüberftehen sollten. Das will ich vermeiden, und wenn auch die Binde von ihren körperlichen Augen füllt, dann mag doch die mit­leidig verhüllende Binde vor ihrem seelischen Ange ihr erhalten bleiben. Es ist besser für sie und für mich."

»Ei, ei, Sie werden ja ganz sentimental, lieber Professor," lachte der kleine Doktor.Soll ich Ihnen einmal ein Wort im Vertrauen sagen, liebster College ? Einem alten Mann, der ihr Vater sein könnte, dürfen Sie es schon hingehen lassen. Pro- eflor, Sie find verliebt."

Das sollten Sie thun, Professor. Die Damen, namentlich Frau Ottilie, erwarten sie seit einigen 3ch bin | Tagen mit Ungeduld. Ich glaube man könnte Fran

beiden Häusern des Landtages eine Einigung herbe 4 zuführen, erscheint es wahrscheinlich, daß der Landtag geschlossen werden wird, sobald das Herrenhaus seine erste ©eiammtabftimmung voll­zogen hat; die endliche Erledigung der gesetzgeberischen Aufgabe würde dann der Zukunft Vorbehalten bleiben.

3n Dresden fand vorgestern im Residenz­schlosse unter dem Vorsitz des Königs eine Sitzung des in Sachen der Thronfolge im Fürstenthum Lippe gebildeten Schiedsgerichts statt, welche Vormittags 11 Uhr ihren Anfang nahm. Vorher hatte Se. Majestät die Vertreter und Rechtsanwälte der Parteien, und zwar: den Staats- Minister, Wirklichen Geheimen Rath von Wegenern und den Justiz-Rath Dr. Deitz für die Fürstliche Lmie Schaumburg - Lippe, den Geheimen Justtzrath, Professor Dr. Kahl und den Justtzrath Erythropel für die Erbherrlich Gräfliche Linie Lippe-Biesterseld, den Regierungsrath Gerna Grafen und Edlen Herren zur Lippe-Biesterfeld-Weißenseld und den Rechtsanwalt Dr. Kranz für die Erbherrlich Gräfliche Linie Lippe-Weißenfeld in Audienz emp­fangen. Nachmittags von 1/22 bis 2 Uhr wurde die Sitzung unterbrochen und ein gemeinsames Früh­stück eingenommen. Nach dem Frühstück wurde die Berathung fortgesetzt. Gestern ist das Schiedsgericht zu einer nochmaligen Sitzung zusammengetreten.

In London nahmen die Festlichkeiten des gestrigen Tages einen in der englischen Geschichte noch nicht dagewesenen glanzvollen und gelungenen Verlauf. Um 10 Uhr Vormittags begab sich der Lordmayor Faudel - Phillips zu Pferde und in Begleitung der Sheriffs nach dem Temple-Bar, der alten Ostgrenze der Stadt London, wo er um 10 V, Uhr eintraf, um die Ankunft der Königin zu er­warten. Als der Königliche Zug an dem Temple- Bar Halt gemacht hatte, trat der Lordmayor, der inzwischen abgesessen war, an den Wagen der Königin heran und überreichte dieser dasPearl"-Schwert der Stadt London. Die Königin nahm das Schwert entgegen, händigte es aber dem Lordmayor wieder aus, der darauf wieder zu Pferde stieg und sich mit den Sheriffs dem Zuge anschloß. Den zweiten Halt machte die Königliche Prozession um 12t 4 Uhr vor der Saint-Pauls-Kathedrale, wo ein kurzer Gottes- dreust im, Freien stattfand. Die Königin, w-lche ganz in schwarz gekleidet war und einen weißen Sonnenschirm aufgespannt hatte, blieb während der ganzen Ceremouie in ihrem von acht Isabellen ge-

Ottilie die Binde schon von den Augen nehmen und sie durch einen grünen Schirm ersetzen . . . ."

Nein, nein," warf der Professor hastig ein, solange ich hier bin, muß sie die Binde tragen."

»Es ist rührend, mit welcher Genauigkeit Frau Ottilie Ihre Vorschriften befolgt. Gestern nahm ich ihr die Binde ab, um die Augen zu untersuchen, sie vermochte die Gegenstände im Zimmer genau zu unterscheiden, sie war glücklich darüber, aber rasch band sic das Tuch wieder vor die Augen, sie er­innerte fich Ihrer Vorschrift, lieber Professor, und gehorchte ihr willig, obgleich ich ihr versichern konnte, daß der Anfenthatt in dem halbdunklen Zimmer ohne Binde ihren Augen nichts schaden würde."

Sie ist eine sehr geduldige Pattenttn."

Sie ist es erst durch Sie geworden, Professor. Mso Sie wollen wirklich kein Gläschen mehr hinten? Na, bann auf Wiedersehen und sprechen Sie nur einmal bei Fran Ottilie vor."

Die beiden Herren schüttelten fich die Hände. Dann vergrub fich Doktor Winter in die neuesten Zeitungen, während der Professor mtt raschm Schritten sich entfernte. Nach wenigen Minuten er­reichte er den Wald und athmete erleichtert aus, als ihn der kühle Schatten, und der würzige Dust der Tanneu umfing.

Die Unterredung mit dem Doktor hatte ihn in einem Entschluß noch mehr beftärft, sich Frau Ottilien nicht zu entdecken und sofort abzureisen. Was nützte aller Kampf gegen das leidenschaftliche Gefühl, welches über sein Herz eingebrodjeu war, wie die plötzliche Sturmflnth über die friedlich still da-> liegende Insel.

(Fortsetzung folgt.)