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Marburg

Dienstag, 22. Ium 1897

Erscheint täglich außer au Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 28 Pfg. («xkl. Bestellgeld). JusertionSgebühr für die gespaltene Zeile »der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - ■* **■■ Jllustrirtes Sonntagsblatt,

An,eigen nimmt entgegen di« Eweditiou dies« Blatte«, s*wi« di« Annoncen-Bureaux von Hsasinstrin * Bogl«r in ___

Frankfurt a. M., Taff«l, Magdeburg und Wi«n; Rudolf XXXII. ?tofira Moss» in Frankfurt a. M., Berlin, München «. Iköln, C. L.

D«d« *6». in Frankfurt a. M., Berlin, H«nuod«r, Pari«.

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(Nachdruck verboten.

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»Sa, ja, ich weiß. Er hat recht — ich will “ Mr Ruhe zwingen."

»Soll ich Dir vorlesen?"

Mer und Kaiserin im Rheinlande.

Es war nach der Schiffsparade und Illumination jfföln am Freitag Abend schon gegen ll1/2 Uhr, g$ die Majestäten von ihrer Rheinfahrt landeten gib über den Heumarkt, Altermarkt, Unter Taschen- «cher, an der Ostseite des Domes vorbei zum Nhnhof fuhren. Dicht gedrängt harrte auch jetzt SÄ die Volksmenge auS und begleitete das abreisende filserpaar mit lebhaften Zurufen. Gerade, als Kaiser mb Kaiserin zur Fahrt nach dem Babnhofe den zmdungsplatz verließen, glühte der Dom auf, Wuderbar zauberisch. Der Regen hatte aufgehört, ab er ließ eS sich nicht ganz nehmen, der stolze Nese, den Kaiser in seiner Art zu begrüßen. Lange fcnb er so da, das alte heilige Köln in rother Mmmengluth überragend, der König des Rhein- voms, und seine feurige Beredsamkeit geleitete den latschen Kaiser, bis die dröhnenden Schüsse dessen Wahrt ans dem Bahnhof kündeten. Deutschlands Wser, Deutschlands Dom, sie hatten dem Unwetter Motzt und in Deutschlands Sttom spiegelte sich der Awerschein der Begeisterung. Gegen Mitternacht sil Uhr 45 Mm.) dampfte der Kaiserliche Zug nach Hmhl ab.

Bei der Ankunft Nachts in Brühl hatten die Sajestäten jeden festlichen Empfang abgelehnt, und S hatten sich auf dem Bahnhof auch nur Landrath Dr. v. Dreyse und Bürgermeister Esser eingefunden. Ls der Zug hielt, brachen die in großen Scharen an den Bahnhof und zu beiden Seiten der Schloß- staße aufgestellten Bewohner Brühls in stürmische Hochrufe auS, wofür Ihre Majestäten herzlichst dankten. & geschlossenem Wagen fuhren die hohen Herrschaften «ch >em Schlosse, vor welchem eine Ehrenkompagnie d I60er unter Hauptmann Eigenbrodt aufgestellt «r. Bei der Einfahrt der Herrschaften präsentirte Üt Ehrenkompagnie, die Regimentsmufik fiel ein, nb der Kaiser nahm darauf die Meldung des bgimentskommandems Oberste» Ferno entgegen. 8!>b<mn begaben sich die Herrschaften in das Schloß. Ae Kapelle der 160er führte noch einen Zapfenstreich irrch die Straßen der Stadt aus, und dann verlief 4 gegen 1 Uhr die Menge. Erst gegen 1 Uhr »breitete sich Ruhe über das Schloß, von dessen Nie die Kaiserstandarte wehte.

Von Brühl find den» am Sonntag früh der Nir und die Kaiserin nebst Gefolge um 9 Uhr Ä Minuten bei strömendem Regen und heftigem Nrmwind nach Andernach bezw. Niedermendig ab- kkkist. Der Kaiser, der die Interims-Uniform der

krampfenden Herzen trieb ihr oft die Thränen in die Augen.

Was hatte diese Veränderung in ihr hervorge­rufen? War nicht alle Welt fteundlich und liebe­voll zu ihr? Scherzte der gute alte Doktor Winter nicht ebenso mit ihr, wie früher? Plauderte nicht Onkel Klingebiel in seiner derbzarten Weise ebenso lustig, wie früher mtt ihr? Lachte nicht Alles mit ihr? Lachte nicht eben so hell und herrlich die Sonne vom hohen blauen Himmel? JubUirten die Vögel nicht ebenso hell und schmetternd? Rauschte der Wald, ihr geliebter Wald, nicht dieselben heim­lich trauten Märchen ihr in's Herz wie ftüher? Und durste sie nicht de» erust-steundlicheu Worten des Mannes lauschen, den sie über Alles in der Welt verehrte, den sie liebgewonnen hatte, wie — wie — ihren Vater — ihren Bruder?---

Sie schlug die Hände vor das Antlitz und schluchzte plötzlich büterlich weinend auf. Jetzt wußte sie, weßhalb sie sich so unglücklich fühlte. Jener Mann, dem sie mtt solcher Beeehrnng anhing, der als rettender Held in das Leben der Mutter ge- tteteu war, deffen Bild ihr Tag und Nacht vor Augen stand, sonuenlichtumfloffen, wie au jenem Tage, da er der Mutter erloschene Augm unter- uchte, jener Mann war's, der ihr Weh gethan hatte, der ihr täglich noch weh that durch seine Blicke, eine Worte. Kaum daß sein Auge flüchttg ihre Gestalt streifte, wenn er in das Kraneknzimmer trat; kaum daß er ihren leisen Gruß erwiderte wenn er kam und ging. Kein anderes Wort richtete er an e, als die Verordnungen zur Pflege der Mutter, nd wie hart und ernst klangen diese wenigen Worte, welche er zu ihr sprach! Und wie sanft und mild und fteundlich konnte er zur Mutter sprechen! Wie ganz anders war der Klang seiner Stimme,'

Gotteshauses. Der Kaiser stiftete für die Abtei- Kirche einen Hochaltar. Ihre Majestäten zeigten für die Sehenswürdigkeiten der Abtei überhaupt hohes Interesse. Zur Besprechung über die Ausschmückung war Geheimer Rath Spitta befohlen, der sich auch mit der Congregation wegen der Ausführung des ge­stifteten Altars ins Einvernehmen setzen soll. Seitens des Klosters wurden dem Kaiser und der Kaiserin große Benedikttner-Medaillen überreicht, welche zur Erinnerung an die Feier huldvollst angenommen wurden. Alsdann nahmen der Kaiser und die Kaiser n die interessantesten Thetle des Klosters in Augenschein, so die Klosterbibliothek und die Sammlungen, das Refektorium und die Sakristei, sowie einzelne Mönchs­zellen. Tas Klostergebäude war mit grünen Ge­winden und Laubwerk aufs prächtigste geschmückt. Nach Einnahme einer dargebotenen Erfrischung fuhren Ihre Majestäten um l1^ Uhr nach Niedermendig und von dort nach Andernach weiter.

Gegen 211 trafen der Kaiser und die Kaiserin in Andernach ein. Von der Bevölkerung fteud begrüßt, begaben sie sich nach dem bereitstehcnde Salondampfer und fuhren kurz vor 21/2 Uhr nach Neuwied weiter.

Als vor Neuwied gegen 2x/2 Uhr der reichge­schmückte „Overstolz" mit dem Kaiserpaare, vom Dampfer Preußen geführt und die Kaiserstandarte, darunter die badische Flagge im Topmast, sich nahte, wurden vom Schloßgarten Kanonenschüsse gelöst. Der Fürst, die Fürstin, der Erbprinz und Prinz Wilhelm zu Wied erschienen auf der Landebrücke und begaben sich, als der „Overstolz" anlegte, an Bord, um das Kaiserpaar, das trotz des RegenS auf Deck stand, zu begrüßen. Von beiden Seiten des Rheines schallte den Majestäten lauter Jubel grüßend entgegen, und Fanfaren schmetterten, als das Kaiserpaar herabstieg. Sofort wurde die Abfahrt zum Schloß angetrcten. Im ersten Wagen saß der Kaiser in großer Generals­uniform mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens, mit dem Fürsten zu Wied, begleitet vom Erbprinzen in der Uniform der Garde-Ulanen und vom Prinzen Wilhelm in der der Gardes du Corps zu Pferde. Im zweiten Wagen saß die Kaiserin, die zuvor von Ehrenjungftaueu einen Theerosenstrauß entgegenge­nommen hatte, mit der Fürstin, dann folgten die übrigen Herrschaften. In den Sttaßen bildete der deutsche Kricgerbuud, Gesang- und andere Vereine, die Schulkinder der umliegenden Orte, die Semi­naristen und Gymnasiasten ein dreigliedriges Spalier und begrüßten die Majestäten mtt unausgesetzten Hochrufen. Als der Kaiserl. Wagen in den Schloß-

ich etwas nöthig habe, ist ja das Mädchen da. Geh nur, geh mir. Ich möchte wirklich ein Stündchen allein sein."

Olli fühtte in der That das Bedürfniß nach frischer Lust. Sie wußte, sie konnte die Mutter un­besorgt ein Stündchen allein laffen. So küßte sie denn die Mutter auf die Wangen, die sich beruhigt in die Kissen der Chaiselongne zurücklegte, und ent­fernte sich leise, nachdem sie dem Mädchen noch den Auftrag gegeben, das Vorzimmer nicht zu ver­lassen. Sie lenste die Schritte dem Walde zu, jenem Felseuvorsprung, auf dem sie vor wenigen Tagen den ftemdeu Mann getroffen, der nun so entscheidend in ihr Leben eingegriffen hatte. Ein Kind war sie vor wenige» Tagen noch gewesen, ein harmloses, schelmisch-frohes Kind, das mit dem ernsten Ranne an ihrer Seite scherzen konnte, dessen Himmel selbst das Leid der Mutter mir vorüber­gehend zu verdunkeln vermochte. Und jetzt?

Es war ihr, als läge die Kindheit wett hinter ihr; als blicke sie zurück auf sie, wie von nebel­umhüllter Höhe in eine von Sonnengold durch­leuchtete, lachende Landschaft, die ftohen leichten Fußes durchwandert und zu der sie nimmer den Weg zmückfinden konnte.

Sie sah die Besserung im Zustande der ge­liebten Mutter, sie verstaute dem berühmten Arzt und Gelehrten, daß seine Kunst der Mutter das Augenlicht wieder geben werde, und sie empfand eine innige, beglückende Freude in dem Gedanken, nicht mehr in die erloschenen Augen der Mutter zu sehen, ondern sich mit dem treuen, geliebten Mutterauge zu begegnen. Und dennoch quälte sie eine heimliche Sorge; ein trüber Hauch lag über ihrer Seele, ein so beängstigendes Gefühl in dem sich zusammen-

Gardecürassiere trug, war trotz der Unbilden der Witterung in bester Laune; die Kaiserin, die eine hellgraue Robe trug, fuhr in ihrem Wagen, der Kaiser mit dem General-Adjutanten, General der Infanterie v. Hahnke, und dem Chef des Civü- cabinets saß in seinem Salonwagen. Zahlreich hatten sich die Bewohner von Brühl und der Um­gegend ans der Schloßstraße und am Bahnho: eingefunden; dem Kaiserpaar wurden begeisterte Huldigungen gebracht. In Niederwendig ging vor der Ankunft des Kaiserlichen Sonderzuges das Wetter in Regenböen über, in kurzer Zett triefte das ganze Publicum; die Thellnehmer der viele Kilometer langen Spaliere waren schutzlos dem Unwetter preisgegeben. Als der Zug im Bahnho ^ hielt, mußte für die Kaiserin erst ein Staubmantel zum Schutze gegen den windgepettschten Regen berbeigeschafft werden. Der Kaiser richtete huldvolle Worte an den seiner harrenden Landrath Linz, sprach mit Humor über das Wetter und drückte wiederholt dem Landrath die Hand. Der Kaiserin überreichten Mädchen duftende Blumenspenden. Durch den in einen Garten verwandelten Durchgang des Bahnhofs begaben sich die Majestäten sofort in ihre Wagen, und stotz der Unbilden der Witterung wurden sie auf dem Wege nach Maria Laach mit stürtnicher Begeisterung begrüßt. Lawinenartig wälzten sich die Hnrrah - und Hochrufe die Festsstaße ent­lang.

In Maria-Laach sind dann Ihre Kaiserlichen Majestäten am Sonnabend Mittag IP/2 Uhr unter Glockengeläute eingetroffen und wurden bei der Kirche der Benediktiner-Abtei mit einer Ansprache des Abtes Benzler feierlichft empfangen.

Der Abt sprach den Dank für den erneuten Beweis der Kaiserlichen Huld ans, dabei die unwandelbare Treue zum Herrscherhaus« betonend. Ihre Majestäten ständen an der Glanzstätte der christlichen Kultur der deutschen Lande. Des Kaisers hochherzige Entschließung habe das Gotteshaus seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgegeben und habe den edlen Bau neu belebt. Zur Ehre Gottes und zum unvergänglichen Ruhme des Königlichen Schutzherrn sei die Ausführung im Innern eine Zier der herrlichen Auf- gäbe. Der Abt wies sodann noch auf den Herzensadel der Kaiserin hin.

Der Kaiser begrüßte den Abt, sowie den Erzabt, und wurde» Ihre Majestäten sodann unter dem Ge­sänge der Mönche in die Kirche geleitet. Nach Be­endigung des Gesanges wurde ein kurzes Gebet ge­sprochen, worauf sich die Mönche ins Kloster zmück- begaben. Nun besichtigten Ihre Majestäten die Abtei- kirche und nahmen Einsicht in die Entwürfe für die beabsichtigte innere Ausstattung und Ausmalung des

wenn er zu ihrer Mutter sprach! Ja, diese hatte Recht, wie Glockenton und Orgelklang, wie das ge- heimnißvoll stöstende Rauschen des Waldes, wie das beruhigende Brause» des unendliche» Meeres! Und wen» er sich ihr wieder zuwandte, war es der geschäftsmäßige, kühle Ton des Ai^tes, der zur Pflegerin seiner Pattenti» spricht.

Was hatte sie ihm gethan, daß er ihrer kaum noch achtete. Wodurch hatte sie diese Gleich- gültigkett in seinem Wesen verdient? Hatte er nicht auch zu ihr bei ihrem ersten Begegnen gesprochen, wie er jetzt zur Mutter sprach? Woher die e Ver­änderung in seinem Wesen, die ihr das Herz zerriß und die Fröhlichkeit ihrer Seele zerstöste?

Sie ließ die Hände sinken und starste thräuen- gefüllten Auges hinaus in die Landschaft, über welcher der Sonnenschein flimmernd ruhte. Da vernahm sie Schritte aus dem Waldweg hinter sich. Rasch wandte sie sich um und eine heiße Blutwelle überfluthete ihre Wangen. Der, u it dem sich ihre Gedanken beschäftigt, stand vor ihr und schien sie mit forschendem Auge zu beobachten. Ihr 6er* erbebte unter diesem Blick.

„Ich hatte nicht erwartet, Sie hier zu treffen," Hub er an und Otti glaubte einen geheimen Vor­wurf in dem Klang seiner Stimme zu vernehmen. Sie fühlte, wie der Stolz sich in ihrem Herze» emporbäumte; in leichtem Trotz entgegnete sie: „Mama bedurfte augenblicklich meinet Pflege nicht; ie selbst bat mich, einen Spaziergang zu machen, >a sie allein zu fein wünschte. Uebrigens wollte ch soeben zu Mama zurückkehren."

(Fortsetzung folgt.)

Umschau.

Ans den schon im Auszüge mitgetheilten A n - sprachen unseres Kaisers aus dem Sparen­berg bei Bielefeld und im Gürzenich in Köln geben wir den stenographischen Wortlaut der Stellen noch wieder, welche die äußere und die innere Politik besteffe». Zur Ersteren sagte Se. Maj. im Gürzenich in Köln:

An dem Postament des Denkmals sah ich die beiden Figuren: Köln mit dem Oelzweig in der Hand, das Bild des Friedens, in dem der Gewerbfleiß des Bürgers unter dem Schutze der Monarchie sich entwickelt, auf der andern Seite der Meergott mit dem Dreizack in der Hand, ein Zeichen dafür, daß, seitdem unser großer Kaiser unser Reich zusammengeschmiedet, wir auch andere Aufgaben auf der Welt haben: Deutsche aller Orten, für die wir zu sorgen, die deutsche Ehre, die wir auch im Ausland auf­recht zu erhalten haben. Der Dreizack gehört in unsere Faust. Und ich denke, die Kölner Bürgerschaft ist eine von denen, die dies am besten verstehen wird. So ist es mein Wunsch, daß Golt es mir verleihen möge, in den Bahnen mein 18 Großvaters zu wandeln, der Welt den Frieden zu erhalten, die ja erst existirt, seitdem das deutsche Reich wieder da ist, desgleichen aber nach außen die Ehre des Reiches in jeder Weise Hochhalten zu können, unserer vaterländischen Arbeit und der Industrie der produzir enden Stande die Absatzgebiete zu sichern und zu erhalten, die wir brauchen. In dieser Gesinnung erhebe ich mein Glas und trinke auf das Wohl, Gedeihen und Vorwärtsgehen von Köln und seiner Bürgerschaft. Alaaf Köln!

Die Stelle der Bielefelder Rede Sr. Majestät zur inneren Politik lautet:

Tief durchdrungen von dem siegreichen Erfolg« evangelischer LiebeSthätigkett, die grade auf westfälischem

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Hof einfuhr, wurde die Wied'sche Flagge herabgeholt und statt ihrer die Kaiseiflagge gehißt. Sodann fand Frühstückstafel und Cercle int Schlosse statt. Die Abfahrt wurde in ähnlicher Ordnung gegen 5V2 Uhr angetreten. Dabei ließ der Kaiser sich den Bürger­meister Waldeyer vorstellen und drückte ihm wieder­holt die Hand. Das Regenwetter dauerte an.W-M Sonnabend Abend legte der Dampfer „Overstolz", der die kaiserliche Standarte trug, kurz vor 7 Uhr an der reich geschmückten Aandungsbrücke in Bonn a». Ein zahlreiches Publikum brachte Ihren Majestäten lebhafte Kundgebungen dar. Der Kaiser erwiderte die Grüße nach allen Seiten. Die Kaiserin begab sich in geschlossenem Wagen zum Bahnhofe und setzte die Weiterreise nach Brühl fort. Der Kaiser fuhr in offenem Wagen durch die festlich gefönt 1 ckten Sttaßen zum Landrath von Sandt, wo er eine Viertelstunde verweilte, und begab sich sodann zum Corpsbau derBonuerBorusse».

tat 6^ reift * .............

(3736, ^.Rem, mein Kind. Laß mich nur allein — ich

Roman aus der Gegenwart hon O. Elster.

(Fortsetzung.)

»Ich denke mir de» Professor," sprach Frau Meubrink wie im Traume, „als eine hohe statt- * Erscheinung. Das geistreiche kluge Gesicht um- ein blonder Bart, Kaufes, blondes Haar um- die hohe Denkerstirne und unter den dunklen Auren blicken die tiefblaue» Auge» mild und fteund- p und doch so ernst und klug hervor."

»Mama, Mama," rief Otti erstaunt, erschreckt 2' »woher weißt Du — Du beschreibst Professor auf das Genaueste!"

. »Sch weiß nicht — ich glaube mir ist sein Bild Traum erschiene». Ich sah ihn leibhaftig vor

2 Mtn, ich sah in feine freundlichen Augen, in 2* Mistes mildes Antlitz und plötzlich sah ich — P Otti, höre nicht auf meine Worte. Ich bin . iN, die Operation, die Schmerzen in den Augen, fortwährende Ruhe, das Schweigen um mich

ach! könnte ich doch nur wieder hinaus, in ’ «orten, in de» Wald . . ."

»S)a weißt doch, Mama, was Profeffor Ehlers gj-orbaet hat. Acht Tage mußt Du das Zimmer

6th‘BN: Deine Wangen werden gewiß blaß ge- 01 stin. Geh, mein Kind, mtt zu Liebe. Wenn

'Nftk ; Iw» ' n 8« wummern . . . iet oyne «sorge, u ' H sm rtu^9' ganz ruhig. Geh Du ein wenig in ‘ Seit Tage» bistDu nicht aus dem Hause