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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

*** Hthaäioi Mb Erv.ditton: Marti 91. Jllnstrirtes Sonntagsblatt. Vmmtvwrtlich für dm «llgmrrmm Theil: Rtdattmr M. Hart««»»,

__________________________________________________ ' __________ T*t 3e«retatte«U: J»h. Ang. »koch, bett« in Marburg.

Feiertagen. - Quartal-AbonnemmtS-PreiS^bn der Exp^ f»2k Mt ki* bMt» »feite»,

dition 2 Mk., bei En Postämtern L Mk. LS Pfg. (ZI. M von Hsasrnstein L BoEr m

Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gesvalten« Ml. DllNNprstUll 17 ^Itm 1RQ7 ro' « of XXXU. JahrÜ.

oder der»» Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile LS Pfg 4JunnCr|lUg, 1 i . xSUHI löH /. SS?. » 3B.» Berlin,^Münchm n. Köln, C. L.

----------------------------------- w sei8* < <« in Frankfurt a. M Berlin, Hanno v«, Pari».

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Erstes Blatt

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Echtigen Freisinn dermaßen zusetzten, daß er heutigen f ~8t8 als ausschlaggebender Faktor in Berlin gänz-

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kel s Äoman aus der Gegenwart von O. Elster.

(Fortsetzung.)

Herr Kliugebiel kommt zu uns, Mama," sagte

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* 8aäZ»samkeit

.Willkommen, Klingebiel,

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rief fie bann dem

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sollten sich auch einmal an

Frau Fahrenbrink.

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«»uibwkj, nq pe oann oem Kommenden Jägersmann entgegen.Ich danke , daß Sie sich meiner einmal wieder erinnert Was giebt's denn Nmes ans dem Scharffen-

noch ti ). £ - n j.J*e Stadt. Sie soll ^°ktor Ehlers wenden,

(Nachdruck verboten.

Erloschene Sterne.

sich auch einmal wieder aus feiner hierher verirrt?" erwiderte die Blinde

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'Ad Ihr Gast gefällt Ihnen?"

'^idiugS. Es ist ein Doktor, Frau Fahren- - Doktor Ehlers, ein Augenarzt . . .?" ^ttt Augenarzt?"

sagte er. Und ich glanb wohl, daß er Wajitft« Arzt ist, wenigstens hat er für die alten Johanne, wiflen Sie, meiner «weifa, eine Salbe verschrieben, die ihr jetzt große Erleichterung verschafft hat. Ich wttl ^zept noch einmal machen lassen, deßhalb komme

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4 fion der Bildfläche des allgemeinen Stimmrechtes «schwunden ist und in der Provinz nur noch soweit «svricht, als ihm dies Scsteus der sozialdemokrati- t chrr Parteileitung in Gnaden gewährt wird.

Wenn wir nun heute sehen, wie in den Krei en 38 Berliner Bauhandwerkerorganisationen die Strike- I httei immer mehr an Terrain gewinnt und die I; welche bei relativ höchsten Löhnen fich der I | pmgstm Arbeitszeit erfreuen, mit aller Gewalt in tIlt5 ^kämpfe förmlich hineinkommandirt werden, so W doch die Frage nahe, in wessen Jatereffe dies Wleht. Und da kann die Antwort nur dahin aus­

Die sozialdemokratische Gewerk­schaftskampagne.

Solange eine sozialdemokratische Bewegung in Marschland existirt, waren die gewerkschaftlichen Ber- sigungen ihr bevorzugtester Tummelplatz. Denn Üefe boten das sicherste und unverfänglichste Mittel, ja Arbeftern auch agitatorisch beizukommeu und fie L die polftischen Bestrebungen der Partei einzu- Mgm. Deßhalb legten und legen die Führer der Sozialdemokratie, und von ihrem Standpunkte aus Wrlich mit triftigstem Gmnde, das größte Gewicht tamf, daß zwischen der politischen und der gewerk- Wlichen Aktion der hinter dem sozialdemokratischen teuer einhermarschierendenArbeiterbataillone" stets ® möglich enge Fühlung herrsche, und wenn in den süverkschaften eine außergewöhnliche Rühiigkeü wahr- «hmbar wird, so unterliegt es für den Kenner der Wältniffe keinem Zweifel, daß ein politischer An- Kag im Werke ist. So war es im Jahre 1872

nch dem Rücktritte des Dr. von Schweitzer vom Nfidium des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, ® ist es heute. Die Gewerkschaften, namentlich die W, tearbeiter, wurden damals zu politischen Wahl- . Äivsorganisationen gedrillt, und die damaligen um- fkU-, sßeuden Streiks der Berliner Bauarbeiter wurden, Ndel- Ev°hl die Sozialdemokratie öffentlich fich stellte, als Ähe fie von Lohnkämpfen ab, thatsächlich zu eben- elen Pflanzschulen der Reichstagswahlpropaganda, i der sozialdemokratischen Einexerzirung der Ge­schäften gingen im Laufe der Jahre die Kern- >peu der Partei hervor, welche dem seinerzeit all-

b-Aicht viel, Fran Fahrenbrtek," entgegnete mit iSs 2aAm ber Först«, indem a Frau Ottflieus ^.herzlich drückte und Ottilie freundlich zunickte, baß wir einen Somm«gast bekommen ja. Sie nehmen ja jetzt auch Sommer-

»Lllt!^b to,eber' wenn uns ein« so recht

fallen, daß hinter den Streikhetzereien Bestrebungen polifischer Art fich verbergen, welche durch den Um­stand zur Genüge besinnt erscheinen, daß im nächsten Frühjahr die allgemeinen Reichstage wählen bevor­stehen und die sozialdemokratische Parteiführung sich im Hinblick auf den kommenden Wahlkampf mit den kühnsten Hoffnungen trägt. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so soll nächstes Jahr tambour battant auf der ganzen sozialdemokratischen Front gegen die Stellungen des Staates und d« Gesellschaft Sturm gelaufen werden. Vorher aber empfiehlt es fich, Manöver abzuhaften und die stellenweise etwas locker gewordene Fühlung zwischen gewerkschaftlicher und polifischer Organisation wieder so enge als irgend möglich zu gestalten. Die Schult« an Schulter in den Kampf zurMürbemachung" des Kapitals und der Kapitalisten gezogenen Arbeit«bataillone bringen, gleichviel welch« Ausgang ihren Streiks beschieden sein mag, eine ganz andere Leistungsfähigkeit zum Kampfe um die Reichstagsmandate mit, als Leute, die im geruhsamen Genuß d« Früchte ihrer Arbeit die Lust, den Geschmack am Kämpfen zum Thefl, wouicht ganz eingebüßt haben. Wie der Hamburger Hafenarbeiterstreik, trotz seines für die Streikenden verderblichen Ausganges, von den in Berlin sitzenden Führern der Partei keineswegs be­dauert wird, so würden diese auch eventuellen Streik­niederlagen in Berlin eine für ihre Sache günstige Seite abzugewiunen wissen. Die Hauptsache ist, daß überhaupt gestreikt wird. Denn jeder Streik setzt Imponderabilien in Bewegung, die von der Sozial­demokratie wahlagitatorisch verw«thet wnden könne». Hieraus folgt für die Arbefter und für die behörd­lichen Kreise, daß sie Einsetzung ihr« ganzen Autorität und Energie dafür zu sorgen haben, daß nicht arbeitswillige und arbeitsfähige Elemente durch die sozialdemokratischen Emissäre in gesetzlich nnzu- läsfiger Weise teirorifirt w«den. Das Koalitions­recht der Arbeiter darf von den Genossen nicht dahin gemißbrancht werden, daß fie die Arbeitsfteiheit eska- mofiren. Wie bei allen sozialdemokratischen Manövern, so steht auch hier die M a ch t f r a g e im Vordergründe. Würde die Entscheidung im Sinne der Streikhetzer fallen, so wäre damit auch eine gar nicht hoch genug zu schätzende Anwartschaft auf nächstjährige Wahlsiege gegeben. Darum ist es Pflicht der Arbeitgeber, d« Machfirage nicht aus dem Wege zu gehen, und der Behörden,, in dies« Streikkampagne den Versuchen, arbeitswillige Elemente zu »«gewaltigen, mit Nach­druck zu begegnen.

Umschau.

Aus den Briefen Bismarcks an Kaiser Wilhelm den Ersten, die in dem kürzlich er­schienenenBismarck-Jahrbuch" veröffentlicht sind, dürften nachstehende Stellen heute das bestehende Interesse »eiter Kreise «wecken: In einem Schreiben vom 11. August 1877 heißt eS.Gesetzentwürfe, die ich der Industrie schädlich oder uupraftisch halte, entstehen in meiner Abwesenheit, und der Kampf da­gegen macht mir viel eigene Arbeit; noch mehr das Verlangen, in unseren Zoll- und Steuergesetzen und im Eisenbahnwesen die Reformen anzubahnen, die ich nothwendig glaube, für die ich aber keinen Beistand finde. Ich bin eben unter Ew. Majestät Ministern, allenfalls mit Friedenthal, d« Einzige, d« vermöge seines Besitzes zugleich zu denRegierten" gehört und mit diesem empfindet, wo und wie die Schuhe drücken, die uns vom grünen Tische der Gesetzgebung angemessen wnden. Die Minist«, die Räihe, die Mehrzahl der Abgeordneten find gelehrte Leute, ohne Gewerbe, unbetheiligt an Industrie und Handel, außer halb des Lebens stehend; ihre Gesetzentwürfe, überwiegend Juristenarbeüeu, stiften oft Unhefl, und die Abgeordneten aus dem praktischen Leben sind einmal, die Gelehrten gegenüb«, im Landtag und Reichstag die Minderheit, und dann treiben fie leid« mehr Politik, als daß fie ihre materiellen Jnteresien vertreten sollten Ein Schreiben vom 3. Dezember 1878 enthält die folgende Stelle:Die Reichstagsverhandlungen werden in diesem Jahre wegen der Notwendigkeit tief «greifend« finanzieller und wirtbschaftlich« Reformen besonders schwierig und voraussichtlich von harten Kämpfen d« Parteien unt«einander und gegen Ew. Majestät Regi«nng begleitet sein. An einem schließlichen günstigen Erfolge, auf dem finanziellen wie auf dem wirthschastlichen Gebiete, zweifle ich aber nicht, wenn es gelingt, die Einigkeit des Statsrninisteriums in fich und mit ben wichtigeren Bundesregierungen zu erhallen und d« Regierung diejenige Festigkeit und Entschlossenheit zu bewahren, welche Ew. Majestät Führung uns in allen schwierigen Lagen gewahrt hat, und d« wir, nächst Gott, große Erfolge v«danken.

Finanzminist« v. Miquel, deffeu plötzliche Rückkehr ans Wiesbaden berechtigtes Aufsehen macht, ist zusammen mit dem Fürsten Hohenlohe vom Kaiser empfangen worden. Es scheint kaum noch einem Zweifel zu unterliegen, daß eine Aenderuug innerhalb der Regierung

ziemlich nahe bevorsteht, vorausgesetzt, daß die im Zuge befindlichen Unterhandlungen sich nicht noch zerschlagen. Mele wollen wissen, He« v. Miquel solle an Stelle des Staatssekretärs des Reichsamtes des 3nn«n von Bötticher treten. Was letzteren betrifft, so weiß man ja, daß es feit Jahr und Tag sein Wunsch war, seine Ministerthätigkeit aufzugeben. Endlich fei noch konstatirt, daß in unterrichteten politischen fireifen die Ueberzeugung obwaltet, Fürst Hohenlohe werde, wie die Krise auch enden möge, vorläufig in seinem Amt als Reichskanzler verbleiben. Gleichzeitig bringen verschiedene Blätter Mittheilungen über anderweitige Personalveränderungen in hohen Stellen. Dieselben find jedoch einstweilen ganz unverbürgt, und deßhalb lohnt es fich nicht, davon Notiz zu nehmen.

Die Macht des Junkerthums ist so schreibt di-Sächfische Arbeiterzeitung" witthschaftlich untergraben, und nun ist der Moment gekommen, wo wir in die Untttwühlung den politischen Hebel einsetze» muffen."Die wirtbschaftliche Unter» wühlung desJunkerthums" (mti diesem Ausdruck bezeichnet das sozialdemokratische Organ ausdrücklich die Gesammtheit der Landwirthe) macht, wie man steht, den Sozialdemokraten große Freude, fie be» ttachteu dieselbe als erste Etappe für einen Sieg ihrer Sache. Man wird fich nun nicht mehr darüb« wundern können, daß die sozialdemokratische Reichs tagS- ftaktion Hand in Hand mit den manchesterlicheu Verttetnn des Großkapitals die fich«ste Stötze d« Caprivi'schen Handelsvertragspolitik gewesen ist.

In L e i p z i g fand qeftern Vormittag die fei«» liche Uebergabe des neuen Universitätsgebäudes der König!. Sächs. Landes-Univerfilät im Beisein des Königs, der Königin und der königlichen Prinzen, sowie zahlreicher geladener Gäste in d« großen präch­tigen Aula statt. Nachdem Profeffor Dr. Modisch ein begeistert aufgenommenes Hoch auf das sächfische Herrscherpaar ausgebracht hatte, ergriff der Kultus­minister Dr. v. Seydewitz das Wort zu einem Rück­blick auf die Entwickelung der Univerfilät, in welchem er hervorhob, daß das Königshaus allezeit seine ganze Kraft für die Förderung von Kunst und Wissenschaft eingesetzt habe, und betonte, daß der Universität das Recht ber freien Forschung auf keinem wissenschaft­lichen Gebiete genommen ober verkürzt werden würde. Hierbei wies der Redner auch auf eine Richtung hi«, welche fich feit einig« Zeit in wetten Kreise» geltend mache und die den Werth ber geschichtlichen

»Mir kann fein Arzt mehr helfe», lieber Freund," entgegnete Frau Ottilie düst«.Wozu auch? Ich habe mich jetzt an die ewige Nacht, die mich um- hüllt gewöhnt, ich habe vngeffen, wie die Welt ausfieht, zu meinem Glück, beim bie Well bietet doch nur wenig Erfteuliches."

Sie dürfe» so nicht sprechen, liebe Fron Fahren­brink, die Welt ist so schön und Ihre Tochter wünschen Sie nicht, einmal Ihre Tocht« in b« vollen Schönheit ihr« Jngeub zu sehen?"

Stan blickten bie glanzlose» Auge» bei Blinde» in bie Ferne.

Ich wünschte es wohl," murmelle» ihn zuckenben Lippe»,ab« ich fürchte mich . . . ."

Mama, liebste Mama," flüsterte Otti, fich zärt­lich an die Mutter schmiegend.

Die Blinde athmete auf.

Kommen Sie in das Haus, Kliugebiel," sprach fie, dem Gespräch eine and«e Wendnng gebend.Ein frisch« Trunk wttd Jhne» nach dem heißen Weg gut thun."

Ich danke Ihnen, Frau Fahrenbrink .'. ."

Doch diese schritt, ohne eine Antwort abzu- warten, auf dem ihr wohlbekannten Wege dem Hanse zu. Zögernd blieb d« Förster stehen.

Nun, Onkel Kliugebiel," sagte Otti lächelnd, willst Du nicht mitkommen?"

Ich habe Dir noch etwas zu sagen, Kind ..." Bon dem fremben Arzt?" fragte Otti erregt. »Der alte Förster nickte.Ja, von ihm. Er schickt Dir tiefen Strauß Brockenblumen, de» er selbst gepflückt..."

Ah, Brockeuroseu und Myrithen!"

,3a, so nennt der Volksmund die Blume». Er läßt Dich schön grüßen und er hätte sein Versprechen nicht vergessen. Mtt dem Doktor Wint« hat «

schon gesprochen, morgen kommt « mtt Doktor Winter zu Deiner Mutt« ..."

Wie dankbar bin ich ihm! Also ist « wttklich Dein Sommagast, der berühmte Profeffor?"

D« berühmte Profeffor?"

Nun ja, « ist Profeffor te Berlin . .

»Also doch. Ja, ich hab' schon so etwas ver- muthet. Denk' Dir nur, Kind, er geht mit dem Plane um, hier ter Walde fich anzukause», nm eine Ruranfialt für Augenleidenbe und Blinde zu «. richten, « behauptet, hi« in d« reinen, frischen, staubfreien Waldlust würde « weit größere Erfolge «zielen, als te dem staubigen Berlin. Doch fprich mit Seiner Mutt« nicht darüber, sie soll te fein« Weise aufgeregt werden, sagt Doktor Ehl«s."

Otti senkte das Haupt; eine feine Röthe stieg m ihren Wangen empor beim Anblick des frischen duftigen SttaußeS ber Brockenblnmen, b« zarten weißen, rosig angehauchte» Anemone» und d« kräftig und würzig duftenden dunkelgrünen Blättchen der krausen B ockenrnyrrthe. DaS Bild des Mannes, deffe» Hand diese Blumen gepflückt, stand deutlich« den» je vor ihr« Seele, so vermochte fie de» ernsten Gelehrten gar nicht zu denke», wie « nach diese» kleinen Blumen auf dem Brockenfelde, zwischen den gigantische» Felstrümmer», im Schatte» d« hnndert- lährigen Tannen gesucht.

Ich habe volles Vertrauen zu Doktor Ehl«s," agte fie nach einer Weile.Laß uns alle An­ordnungen ans das Genaueste befolgen. Und nun komm' zur Mama?"

D« alle Hegemeister Kliugebiel war ein lang» ährig« Freund Frau Ottiliens. Schon mtt ihrem Vater, dem Revierförster Wendelin, seinem uu- mtttelbaren Vorgesetzten, war « befieunbet gewesen

mid hatte lange Jahre hindurch mit ihm zusammen auf dem Scharffenstein, der einsamen Försterei te dem waldreiche» Brockenrevier, gehaust. Die letzten Jahre nur hatte fich das steundschastliche Verhältnis zwischen den beiden Männern geänbnt; ber Revier- erster ward von Jahr zu Jahr mürrisch« und b«» schloffen«. Aus dem allzeit lustigen Jägersmann war ein finster«, menschenscheu« Sonderling ge­worden, schroff und streng im Dienst, auch gegen bie Untergebenen, hart gegen die Waldftevl« und grausam den Wilddiebe» gegenfib«, so daß eS nicht übenascheu konnte, als man ihn an einem Herbstmorgen erschossen im Walde fand. Der That» bestand Uetz keine Zweifel, daß er vo» Wilderern «schaffen war.

Die finstere Laune des Vaters warf auch einen düsteren Schatten auf Ottilie. Kurz vor seinem Tode verhekathkte fie fich mtt dem Sohn des ver- ftorbenen reichen Holzhändlers Fahrenbrtek, d« mtt ihrem Bat« eng befrennbet gewesen war. Der reiche Mann genoß keinen guten Ruf tn ber Gegend, aber sei» Geld war doch zu mächtig, als daß seine Gegner offen gegen ihn vorzugehen wagten. Dennoch wäre eS wohl zu ein« Katastrophe gekommen, wenn d« alle Fahrenbrtek nicht plötzlich einem Schoganfall erlegen wäre. Sete Sohn Wilhelm übnnahm da» Geschäft, nachdem « Ottilie Wendelin geheirathet satte. Er war ein tüchtig« Kaufmann, etwas herb und rauh te feinem Wese», ab« durchaus ehrenhaft, leißig und thätig.

Kurz vor dem Tode seines Bat«s war er von weiten Reisen zurückgekehrt, bie seine Bildung wesent­lich gefördert hatten.

(Fortsetzung folgt)