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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Zkreife Marburg und Kirchhai«.

^OmdBalagr S»h. «»».«och, Uuivnfitätr-Buchdrmttrri in Marburg, v»«mtw»r«ch für dm TM: R«dakt«r M. H-rtw-s».

Ittdaktio» «d Expedition: Markt 81. st, »« Miattnthall: Iah. «»g. «och, b«id» i» Marburg.

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Erscheint täglich außer an Werttagm nach Sonn- und yeiertagen. Qnartal-AbonnrmentS-PreiS bei der Expe­dition 2 Mt., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. («xll. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für di« gespaltene Zeile »der der« Raum 10 Pfg., Reklamen für dir Zeil« 25 Pfg.

Marburg

Sonnabend, 12. Juni 1897.

Angeigm nimmt rntgegm die Expedition diese» Blatt»», (»eHt di« Annoncm-Bureaux von Haasrnstrin & Bögler ie _ Frankfurt a. M., Lass«!, Magdeburg und Wim; Rudolf AAÄ11 iflhrfl Moff» in Frankfurt a. M., Berlin, Münchm u. «Mn, C. 8. -O ) »

Daube £ So. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

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Zum Prozeß v. Tausch.

Wenn man sich die Pretztreibereien, die Suche

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(Nachdruck verboten.)

Die Bettlerin von Marburg,

historische Erzählung von Arthur Eugen Simsou.

(Schluß.)

,®8t für den Gefangenen, daß er fort ist," vlch der Oberst,ich aber muß es bedauern, da

Hintermännern, die Verdächtigungen hervor- M«der Personen und ganzer politischer Richtungen, ( an den Prozeß gegen Leckert - von Lützow an- gjxsten, vergegenwärtigt und die Ergebnisse des Men beendeten Strafverfahrens gegen v. Tausch, ^dessen Einleitung der ersterwähnte Prozeß galt, Wnt vergleicht, so ergiebt sich für die betheiligte Me ein überaus beschämendes Fiasko. Mit mrsend Masten" machten die, sich an Herrn Frei­er» v. Marschall andrängendenFreunde" die mit hchusiasmus begrüßteFlucht in die Oeffentlichkeit" uh, undstill auf gerettetem Boot" kehren sie zurück, chie Hintermänner, ja ohne auch nur einen Anhalt je das so entrüstet bekundete Mißtrauen gegen ' «gebliche Jntriguen der Beamtenschaft der politischen hlizei gefunden zu haben. Zwei armselige Schächer, Fl .Muschindcr", die nur aus dem Grunde ver- wird j schien, dieöffentliche Meinung zu fälschen", weil jt Sensationsbegierde einer gewissen Presse und

ig» Er schien mir vollen Glaube» zu schenken, reichte freundlich die Hand und sagte:Ja, Sie find Üblich hintergavgen, das ist nun aber nicht mehr Vorläufig dürfen Sie nicht wieder »ach Ich s^bst habe im Felde keine bleibende 7^te, werde Sie jedoch dem Müller einstweilen 1 beste» Obhut übergeben. Jetzt kann ich nicht mehr verweilen, da mich ernste Pflichten ab- gtosr komme dagegen morgen schon mit meinem iheL Mment wieder, um dann, mit dem übrigen Heere den Feind mit Gottes Hilfe zu vertreiben."

je8 großen Theiles des Publikums das Treiben sicher Leute begünstigt, haben daran glauben müssen. , 1 «s ist das ganze praktische Ergebniß.

Die demokrattsche Presse sucht sich allerdings aus i hem Fiasko dadurch herauszuziehen, daß sie be- iotptEt, die politische Polizei sei gerichtet. Das ist «t Nichten wahr. Was ein einzelner Beamter aus Ligeschick und Ueberhebung verschuldet, kann auf das Wtut selbst keinen Schatten werfen. Das Miß- Lien aber, welches im Auswärtigen Amt gegen die Msche Polizei gehegt wurde, hat sich, wie die h^eßverhandlungen ergeben haben, keineswegs 1 pkchtfertigt. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir \ «nehmen, daß Herr Freiherr v. Marschall in dieser hsücht das Opfer von einzelnen in seiner Nähe Endlichen Elementen, die jenes Mißtrauen sowie sch Mißtrauen gegen hervorragende Männer und ; sze politische Parteien systematisch nährten und Sigrrten, geworden ist.

Gelichtet ist also nicht die politische Polizei, 3 Adern gerichtet ist in erster Linie derjenige Theil » Presse, welcher unter dem Deckmantel einer Äido-Offiziositat journalistischen Intriganten Thür ab Thor öffnete, und jener andere Theil der Magen, welcher diese journalistischen Privatarbeiten $ offiziös verwerthete, ihnen dadurch Kurs verlieh in gleichem Stil, nach einem Ausdrucke des Herrn Frhrn. von Marschall, Beamte gegeneinander- ? verhetzte. Gerichtet ist auch jener Journalismus, der,

zp.^ald nachher ritt er fort und ich verblieb in der Tags darauf traf er mit dem Regimente ^kr ei», besetzte die über die hochangeschwollene ^ führende Brücke, verbarrikadirte sie, ebenso das rechten Seite des Flusses befindliche weit- Mühlengehöste, in welchem ich war, und *:t$c dicht dabei, am Wege nach Niederklein,

^3ch berichtete nun alles Nöthige der reinen Mhrit gemäß, so kurz nud bündig, wie ich eS «vsgchle.

^^»eine Anwesenheit hier verrathen und unseren hjdtacn dadurch hinderlich werden kann. Jetzt aber n r Sie mir kurz den Verlauf Ihrer Angelegen- ohne Rückhalt und seien Sie versichert, daß, wenn, * ich annehme, Alles zu Ihren Gunsten spricht, Sie Schutz bei mir finde» sollen, sowett das hier

Felde möglich ist."

nachdem er in einem vertraulichen Gespräche pikante Dinge erfahren hat, sich sofort hinsetzt und sie ent­weder zu einem Leitartikel verarbeitet oder für eine spätere Verwendung protokollarisch niederschreibt. Vor solchenfindigen" Journalisten möge Gott jedes Menschenkind bewahren; jedenfalls aber haben Be­amte allen Anlaß, zu derartigen Vertrauensmännern über nichts anderes als über das Wetter oder allen­falls noch über Essen und Trinken zu sprechen.

Der ganze Prozeß von Tausch, sammt seiner Einleitung in Sachen Leckert, war nichts als ein großer Klatsch, in welchen eine Unzahl selbst ganz unbeteiligter Leute wie beispielsweise Herr Konsul Rene, dem Herr Staatssekretär von Marschall jetzt ausdrücklich bestätigt hat, daß damals über seine Person ins Blaue hineingeredet worden sei hinein­geredet worden ist. Darum dieFlucht in die Oeffentlichkeit!" Darum dieser enorme Apparat, diese riesigen Kosten und das Meer von Tinte und Drucker­schwärze !

Wir sprachen im Anschluß an den Prozeß Leckert unser Bedauern über dieseFlucht" aus und wiesen darauf hin, daß nach preußischen Traditionen ein Disziplinarverfahren das einzig Richtige gewesen wäre. Heute find wir mehr als je dieser Meinung und die Aeußermig des Oberstaatsanwalts, er habe nicht da­rüber zu entscheiden,ob es nothwendig gewesen sei oder nicht", daß Herr von Marschallmit kühnem Griff den Schleier gelüftet", bestätigt unsere Ansicht; ist doch auch in den Verhandlungen indirekt der Be­weis erbracht, daß es möglich gewesen wäre, die An­gelegenheit, auf disziplinarischem Wege zur Zufrieden­heit zu ordnen.

Wem kommt eine solcheLüftung des Schleiers" der, wie wir immer hervorheben müssen, nur das lichtscheue Treiben untergeordneter Journalisten ver­barg, die sich jede anständige Zeitung auch so schon von Leibe hielt, zu gute? DerSozialist" giebt darüber Aufschluß, er schreibt:

Durch sein (von TauschS) Mißgeschick hat er es fertig gebracht, daß wir einen Einblick in die Geheimniffe ge­wisser staatlicher Jnstttutionen gewonnen haben, der n n 8 bei unserer Staatsunterwühlung noch oft sehr dienlich sein wird." Und die demokratisch« Btrliner Zeitung" äußert:Mit der Aufdeckung dieser Wirthschaft, die mit dem Begriffe der politischen Polizei verbunden ist ist eine neue schwere Erschütterung der Staatsantori tat erfolgt, und man wird die Flüchte davon schon rechtzeitig zu kosten bekommen."

Mit diesem Vorhaben, die Prozeßverhandluugen gegen v. Tausch und v. Lützow zustaatsunter­wühlenden" Agitationen auszunutzen, wird man sich

noch besondere Verschanzungen, damst die Franzosen hier keinen Uebergang erzwinge» könnten.

Kaum waren die Arbeiten fertig, als bei einem dichten Nebel in der Nacht die Feinde wirklich die Brücke eroberten, die Schanze jedoch bei Niederklein so tapfer vertheidigt fanden, daß sie mit großem Verlust zurückweichen mußten.

Anderen Tags, bei abermaligem dichten Nebel, hatten die Franzoseu eine Menge Kanonen längs des Ohmufers aufgeführt, und beschaffen, als der Nebel gesunken war, die Mühlgebäuve mit aller Macht, so daß deren Besatzung fie uothgedrungen räumen mußte.

Ich befand mich in schrecklicher Lage, jeden Augenblick gewärtig, von Kugeln oder Trümmern de: zusammenstürzenden Häuser zerschmettert zu werden, dem ein alter Keller, in dem ich mich ver­borgen, war höchst baufällig und drohte bald unter den schweren Trümmermaffen eiuzustürzen.

Endlich, als die Besatzung sich aus den Ge­bäuden entfernt hatte und das Feuer auf diesem Punkte schwieg, stürmten die Franzose» auf die Ber- schauzung bei Niederklein vor, und hier war es, wo ein so mörderischer Zusammenstoß stattfaud, wie selten ein gleicher auf so engem Raume vorgekommen sein mag.

Ich hatte jetzt mein Versteck verlaffev und suchte den Oberbodeu eines noch ziemlich verschonten Hauses zu gewinne», von wo aus eine ziemlich freie Aussicht auf die Verschanzung möglich war.

Der Feind hatte alle Geschütze auf letztere ge­richtet und bald war die Besatzung darin so zu- sammengeschmolzen, daß immer wieder neue Er- gänzungsmannschast einrücken mußte.

Die Brustwehr war fast gänzlich zerstört, der enge Raum von Tobten und Verwundeten augesW,

so oder so abzufinden haben. Damit jedoch auch im Jnrereffe der Staatserhaltnng wenigstens etwas Gutes ans dem Prozesse entspringe, wird die Polizei­behörde Alles daranzusetzen haben, um für ihre heiklen Zwecke nur durchaus taktvolle, geschickte und intatte Personen heranzuziehen, und diese einer wirk­samen Kontrolle zu unterwerfen. Ferner aber wird auch der Herr Reichskanzler darauf Bedacht nehmen müsse», daß im Preßdecernat des Auswärttgen Amtes durchgreifende Reformen erfolgen.

Umschau.

Diezweideutige Art" des Herrn Bebel wttd imVorwärts" bestritten. Es heißt dott, Herr Bebel habe sich nur einmal über die Betheiligung der Sozialdemokrcttie an den Landtags - Wahlen im VorwättS" und zwar am 2. Juni, geäußert. Wenn es richttg ist, so ist auch diese Aeußerung nichts weniger als unzweideutig. DerVorwärts" cititt daraus zwarebenso klar wie bestimmt" die folgende Stelle: 4.Muß die Pattei durch energische Betheiligung an alle» Wahlen, bei denen Arbeiter ihre Stimmen abgeben können, die Zahl der Volks­feinde in den öffentlichen Vertretungskörpern zu dezimieren oder ganz hinauszuwerfen suchen." Er­scheint diese Stelle schon an sich keineswegs soklar und bestimmt", wie das sozialdemottatische Eenttal- organ vorgiebt, so wird fie noch unklarer, also zwei­deutiger durch den folgenden Nachsatz, den der Vorwärts" Wohl nur derEinfachheit halber" weggelassen hat: Insbesondere (so heißt es bei Herrn Bebel Wetter) muß die Partei bei den nächst­jährigen Reichs taaswahlen durch Aufgebot ihrer äußersten Kräfte, alles daran setzen, daß Junkern und Junkergenosse» der Reichstag möglichst verschlossen bleibt." Wie nun also Herr Bebel wirklich zur Frage der Bttheiligung der Sozialdemokratie an den Landtagswahlen steht, ist nach wie vor rätselhaft; Es könnte sein, es könnte aber auch nicht sein. Das ist derunzweideutige Eindruck des Bebel'schen Standpunktes."

Innerhalb der sozialdemokratischen Partei bildet neuerdings die künftige Betheilignng an den preußischen Landtagswahlen den Gegenstand lebhafter Erörterungen. Die Neigung für eine solche Be­theiligung ist augenscheinlich im Zunehmen begriffen. Nachdem zuerst dieSächsische Arbeiter-Zeitung" sich in diesem Sinne geäußert, hat letzthin KautSky, einer der anerkannten Führer der Internationale, in der

weithin drang das Schmerz- und Wehegeschrei der Verstümmelten und Sterbende», und die neuvorge- geschickten Ergänzungstrnppe» säuberten zuletzt, die offen liegende Stätte des sicheren Todes zu betteten.

Da sah ich, wie jener Oberst, der mich in der Nacht errettet hatte, an der Spitze feiner Truppen im Eilschritt in die Verschanzung drang. Sogleich ließ er die Tobten gewissermaßen als Brusttoehr über einander schichten, die Verwundete» bei Seite schaffen und erwiderte jede» Sturmangriff des wett zahlreicheren Gegners mit Tob n»b Verderben, bis sich derselbe unter großem Verluste zurückzog.

Allmählich schwieg der Donner der Geschütze, es ward ruhiger umher, Freund und Feind waren ermüdet, die Verwundeten worden ausgesucht und verbunden.

Da wagte ich herabzusteigen und näher an den schrecklichen Ott des Verderbens zu gehen, um vielleicht einem Verwundeten Hilfe bringen zu können. Kmrm hatte ich etliche Schritte gethan, als mich ein tiefes, schmerzliches Todesstöhnen dicht an einem Gebüsche erschreckte; (bald jedoch faßte ich mich und ttat entschlossen vor^ und gerechter Gott, wen fand ich da im letzten Ringen? Meinen Ent­führer!

An einen Baumstamm gelehnt saß er, das Ge­sicht ganz mtt Blut übergoffe», eine Kugel hatte ihn üt die Stirn getroffen. Noch einmal bäumte er sich konvulsivisch auf, dann sank er mtt einem heiseren Aufschrei tobt zur Erde nieder.

Schaudernd, in tiefster Seele bewegt von diesem Anblick und dem enffetzlichen Röcheln des Sterbende», überfiel mich ein wahnsinniger Lachkrampf und be­wußtlos stürzte ich dicht bei ihm zu Boden. Wie lange ich da gelegen, weiß ich nicht; als ich aber

Neuen Zett" seine befürwortende Stimme erhoben, und auch das offizielle Zenttalorgan, derVorwärts", fieht sich, wenngleich in berflaufulirter Form, ge» nöthigt, seine ablehnende Haltung schrittweise aufzu­geben. Die Sozialdemottatie will dazu ein Kom­promiß mtt dem Freisinn schließen und der Frei­sinn scheint damit wohl einverstanden. Dewottatie und Sozialdemottatie haben ja schon so oft ihre Wahlverwandtschaft bewiesen; bei uns arbeitet die Demokratie schon völlig in sozialdemokratischer Art. Aber der Patt mit Leuten, die offenkundig revoln- tionären Zielen zustreb en, wird und muß das Gemein­wohl auf alle Fälle schädigen. Eine grundsätzliche Verschiedenheit ttennt ja eigentlich die Sozialdemo­ttatie von allen übrigen Parteien. Keine Differenz unter den Sozialdemokraten selbst reicht auch nur an­nähernd an die Größe dieses prinzipiellen Gegensatzes heran. Das sollte man im Heerlager des Freisinns nicht vergessen. Wer mit der Sozialdemottatie zu- sammenwirtt, verletzt aufs Gröblichste die Jntereffen des Staates und macht sich, darin hat dieN. Allg. Ztg." sehr Recht, zum Schildknappen der Revolution.

Deutsches Reich.

Berlin, 10. Juni. Se. Majestät der Kaiser besichtigte heute Vormittag auf dem Bornstedter Felde bei Potsdam das 1. und das 3. Garde-Ulanen-Regi­ment und !nahm darauf im Kasino des 1. Garde- Ulanen-Regiments das Frühstück ein.

Der neuernannte amerikanische Boffchafter Mr. White besuchte heute Vormittag zwischen 11 und 12 Uhr den Reichskanzler Fürsten Hohenlohe und den Unterstaatssettetär Frhrn. v. Rotenhan. Mr. White gedenkt bis Ende dieses Monats in Berlin zu bleiben und sich dann nach Bad Hornburg zu begeben, woselbst er schon mehrere Male zur Kur ge­weilt hat.

Der heute hier in der Tonhalle tagende Vereinstag ländlicher Genossenschaften Raisf- eisenscherOrganis a t io n woraus allen Theilen Deutschlands zahlreich beschickt und durch sämmiliche Verbände mit 2700 Genossenschaften vertreten. Elsaß-Lothringe» hat 15 Abgeordnete zum Vereins­tag entsandt.

In Leipzig wurde gestern die dritte Tagung des Alldeutschen Verbandes er­öffnet. Unter den Theilnehrnern befinden fich solche ans Oesteneich, Siebenbürgen, der Schweiz, Belgien,

erwachte und zur Befinnnng kam, stand der Oberst mit mehreren Offizieren vor mir.

Er erkannte mich sogleich und ebenso beu Todte».

Den hat Gott gerietet!" sprach er zu mtt. Stehe» Sie auf, hier ist kein Ott für Sie; ich werde Sie »ach Wetter geletien lasse» und wahr­scheinlich noch heute dott mtt Ihnen weiter reden."

Mehrere Tage vergingen, doch der Oberst kam nicht wieder »ach Wetter; die Franzose» aber wäre» zurückgedrängt und Marburg mtt Umgegend wieder ftei von ihnen.

Da trieb es mich fort nach meiner Heimath.

Zerknirscht, aufs Tiefste bewegt, bettet ich die­selbe, eine wüste Trümmerstätte; fast alle Hänser niebergebrannt, kein menschliches Wesen sichtbar, Alles verübet, immer noch von Rauchsäulen über» wirbelt, von meinem theuren Vater keine Spur.

Eine hochbetagte Bettlerin, welche wettab vom Dorfe wohnte und die ich endlich als das einzige lebende Wese» fand, erzählte mtt, daß die Franzosen auf dem Rükhug das Feuer angelegt hätten, welches im heftigen Winde mtt schreckhafter Ette alle Häuser ergriffen, so daß weder an Löschen noch Retten oo» Hab und Gut zu denken getoefen sei, und die furcht­bare Hitze habe sämrntliche Bewohner zur schnellem Flucht gezwungen.

Mein Vater aber sei nicht im Stande gewesen, zu fliehen, da er schwer erkrankt und zu Bett ge­legen und Jeden die Sorge für fich selbst zu sehr in Anspruch genommen habe, um ihm Hilfe zu leisten. Der alte Mann habe die jammervollsten Klage- und Hilferufe erhoben, al» das Hau8 endlich über ihm zusammengestürzt sei.

Ganz vemichttt vernahm ich die furchtbare Bot­schaft und sank, wieder an der Brandstätte unseres Haufts angekommen, tödtlich gelähmt ans eine alle