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Marburg
Freitag, 4. Juni 1897
Anzeigen nimmt entgegen di» Expedition dies« Blatt»«, sowie bk Annoncen-Bureaux von Haasenstein 4 Vogler in ,
Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und SBtat; Rudolf XXXI l
Stoff» iu Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. r'J '0
Demb« * 4e. iu Frankfurt a. M., Berlin, H«m»v«, Pari».
Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marb«rg ««d Kirchhai«.
«d»«to«; S»h. Sa«. «00, UniversttätS-Buchdruckerei in Marburg, Verantw.rllich für deu allpmrd,« Thell: R«dakt»nr M. Hartman-,
ütodaktio» nnd Expedition: Markt 21. für kn M«ratmth»il- J-h. Ang. «och, tob» in Marburg.
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(Nachdruck verboten.)
lesen. Und fie bekannte mir dann auch offen.
fie
lieben, Herr Baron. ♦
(Fortsetzung folgt.)
der ihre
daß um
„Lieber Herr Pastor, Sie find ein Diener Kirche und haben fich seit Jugend aus geübt,
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Ehe einsegnete, hoffte ich fteilich, daß Alles anders kommen würde. *
„Daß es aber so gekommen, ist doch nicht ganz allein meine Schuld. Ilse hat zu rasch den Stab über mich gebrochen."
„Das gebe ich zu. Auch habe ich ihr Vor-
Romau von Clariffa Lohde.
(Fortsetzung.)
Der Pastor hatte Wolf eine Cigarre gereicht und
Ich glaubte, und Ilse glaubt es doch auch, Sie wünschten eine Scheidung, uw sich jetzt, da Sie wieder gesund sind, ganz nach Ihrem Herzen zu vermählen?"
„Ich will offen sein, Herr Pastor: ja, vielleicht hegte ich einen Augenblick diesen Wunsch. Ich fal; das Mädchen wieder, das ich leidenschaftlich geliebt, das ich mit heißem Verlange» begehrt hatte, sah fie unerwartet wieder frei, und las in ihrem Auge oder glaubte doch, das gleiche Empfinden in ihm zu
fie gewußt habe, ich sei iu Korfu, daß meinetwillen hingekommen sei."
Der Pastor schüttelte den Kopf.
„Trotzdem fie Sie verhettathet wußte!"
Leidenschaften zu beherrschen, daher werden Sie mtt auf dieses Gebiet schwer folgen, nicht begreifen können, wie man fich von dem ©turnt feiner Gefühle fortreisen lassen, die Schranken übersehen kann, die Ehre und Besonnenhett zwischen unseren Wünschen und ihrer Erfüllung anftichten. Ich sah ein mir verwandtes Wesen in Adeline, und ein Rausch überkam mich, der mich momentan Alles vergessen ließ. Was dann folgte, das Alles werden Sie ou8 Ilsens Munde besser wiffen, als ich es Ihnen erzählen kann. Genug, fie ging, verließ mich trotz aller Bitten, aller Widerrede —"
„Auch fie, die besonnene Frau," fteljter Pastor ein, „ließ sich von dem Sturm ihrer Gefühle, sori- reifjen. Wenn auch unbewußt, gab fie der auf« steigenden Eifersucht Gewalt über fich. Denn fie liebt Sie, Herr Baron. Und warum sage ich das? Sie wiffen es ja selbst am besten."
„Sie liebte mich, ja, und daß ich das weiß und
Präs.: Das ist auch gerade genug. Aber kommen wir nun auf den Kernpunkt zu sprechen. Als Sie im früheren Prozeß befragt wurden, ob Sie zu Levysohn gesagt hatten, „Scdert werde im Auswärtigen Amt empfangen", da haben Sie ei totbat: „Nein, niemals!" und diese Verneinung haben Sie verschiedene Male wiederholt. — Angeklagter v. Tausch: Ich kam hin zum Levysohn und theilte ihm mit, daß ich Recherchen nach dem Föllmerschen Manuskript an- zustellen habe Levysohn erwiderte mir, daß er das Gesuchte nicht besitze, es könne aber sein, daß es mit der jeden Augenblick zu erwartenden Post einlaufe, ich möchte doch ein bischen warten. Ich setzte mich, worauf Levysohn die Unterhaltung begann mit der Frage: „Was ist denn eigentlich dieser Leckert für ein Mensch?" Ich erwiderte, daß es ein ganz junger Manu sei, welcher angebe, für die „Tägl Rundschau" zn arbeiten. Levysohn fragte dann: „Wie mag denn dieser Leckert zu seinen Nachrichten kommen?" Ich erwiderte, daß er doch wohl Hintermänner haben müsse, denn Alles könne dieser junge, unreife Mensch fich unmöglich aus den Fingern gesogen haben.
Präs.: Können Sie nicht gesagt haben, daß diese Hintermänner vielleicht im Auswärtigen Amte wären? — Angeklagter v. Tausch: Nein, das kann ich nicht. Ich war schon gewarnt worden, ich solle mich vor Levysohn in Acht nehmen, da wir mußten, daß er mit dem Auswärtigen Amte in Verbindung stand. Ich war deßhalb vorsichtig Präs.: Wie wollen Sie denn nun den Widerspruch zwischen Ihnen und Levysohn erklären? Meinen Sie denn, daß Levyiohn einen Meineid geleistet hat? — Angeklagter v. Tausch: Nein, keineswegs, das will ich nicht behaupten. Mir ist es erklärlich, er hat etwas herausgehört, was er gern hören wollte. Ich glaube ganz gewiß nicht, daß er eine Angaben wider besseres Wissen wacht. — Auf weiteres Befragen des Staatsanwalts Eger bestätigt Zeuge Levysohn, daß Angeklagter v. Tausch auch bei anderen Gelegenheiten schon manche Mittheilungeu ihm gesprächsweise gemacht habe, so z. B. über Eckhardt und den Polizeidirektor Krüger, von dem er sagte, er sei Musikus gewesen und verdanke seine Stellung nicht seiner eigenen Begabung Nach meinem besten Wissen muß ich dabei verharren, daß die Notiz, nach welcher Leckert. im Auswärtigen Amte empfangen werde, led glich aus Mittheilung des Henn v. Tausch zutück- zuführen ist. — Mit der Verlesung des stenographischen Berichts über die frühere Aussage des Zeugen schließt der Vorsitzende die Sitzung um 5 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 9 Uhr.
Berlin, 2. Juni.
(Achter Berhandlungstag.) Am gestrigen Tage ist die gefammte Beweis-Aufnahme beendet worden. Nach Vernehmung eines Redakteurs der „Staatsb. Ztg." und eines Redatteurs deS „Berl. Tagebl.", die nichts Neues ausfagen, erfolgt die Vernehmung des Schriftstellers Hans Kraemer. Er sagt u. 81., daß v. Tausch ihn am 17. 3. 94 besuchte; dabei sah er auf dem Tisch ein Werk von mir über den Fürsten Bismarck liegen, und wir kamen in ein Gespräch, welches einen ge- müthlichen Charakter trug und mit der Bemerkung Tauschs eingeleitet wurde, daß wir ja Landsleute seien. Ich drückte mein Erstaunen darüber aus, daß
Vermittelung bitten. Mag sie es nun genug sein lasten an der Sttafe, die ich durch ihrm Verlust erleide; so tief in meiner Ehre mich niederdrücken, daß sie nicht einmal das elende Geld, das ich ihr schulde, annehmen will, das geht zu weit?"
„Ja, beim Himmel, das sagte ich ihr auch," rief der Pastor erregt. „Doch noch eine Frage Herr Baron. Sie haben Miß Graham in Rom wieder» getroffen, so erzählte man hier, fo hat es auch Ilse gehört."
„Ja, ich traf fie dort wieder," entgegnete Wolf bitter, „um den Präliminarien ihrer Verlobung mit dem russischen Fürsten Naradin beizuwohnen."
„Wie, Miß Graham hat fich mtt einem Anderm verlobt?" rief der Pastor, erregt von seinem Sitze emporschnellend und streckte dem Baron beide Hände entgegen, „o dann, dann kann noch Alles gut werden!"
„O, Herr Pastor, Sie hoffen noch?"
„Daß Ilse Ihnen verzecht? Wie sollte sie, wie könnte sie anders ihrer Natur nach, wenn fie erfährt was ich erfahren habe, daß Sie fie lieben, wttklich
Se. Majestät der Kaiser fich um solche Kleinigkeiten, wie der Verkauf der Zukunft doch für ihn fein müsse, bekümmere. Gerade damals int März war die Presse überfluthet mit Nachrichten über den Gesundheitszustand des Kaisers. Gerade zwei Tage vor dieser Unterredung hatte der offiziöse Hamburger Korrespondent alle jene Nachrichten entschieden bemeutirt. Ich gebe nun gerne zu, daß ich das Gespräch auf den Gesundheitszustand des Kaisers brachte. Da sagte mir v. Tausch: „Der Gesundheitszustand des Kaisers ist allerdings ein sehr ungünftiger, wenn es auch abgeleugnet wird. Es ist zweifellos, daß der Kaiser ernstlich krank ist und fich in Abbazzia einer Ohrenoperation durch Geheimrath v. Bergmann unterziehen muß." Er drückte fich dabei ganz bestimmt aus. Er nahm sogar ein Blatt Papier und zeichnete mir eine Stelle auf, wo im Ohre des Kaisers sich angeblich ein Eiterherd gebildet haben sollte. Ober» staatsanwalt: Die Aussage dieses Zeugen ist in so fern von Wichtigkeit, da daraus entnommen werden soll, ob es glaubwürdig ist, daß der Angeklagte v. Tausch auch seinen Agenten von Lützow veranlaßt hat, Artikel politischen Inhalts in die Presse zu bringen. Zweifellos hat v. Tausch in der taktlosesten und unverantwortlichsten Weise Bemerkungen über den Gesundheitszustand Sr. Majestät des Kaisers gemacht.
R.-A. Lubszinsky: Ich hatte es doch für meine Pflicht, auf die Nothwendigkeit hinzuweisen, daß alles, was diesen Punkt betrifft, von dem Zeugen in der eingehendsten Weise erzählt wird. Es ist doch besonders für die Glaubwürdigkeit des Angeklagten v. Lützow von der größten Wichtigkeit, daß ein Zeuge sich genau fo über die ihm von v. Tausch gewordenen Jnsormattonen ausläßt, wie von Lützow angiebt, daß er sie hat in die Presse bringen sollen.
v. Tausch: Ich muß annehwen, daß Herr Rechtsanwalt Lubszynski seine Wissenschaft von dem Zeugen Kraemer hat.
R.-A. Lubszynski: Ich erkläre, daß ich den Zeugen Kraemer zum ersten Male sehe.
v. Lützow: Herr Präsident! Ich appellire an Ihre Gerechtigkeit. Für mich ist es von der höchsten Wichtigkeit, daß mir mehr ober wenigstens ebenso viel Glauben geschenkt wirb, wie Herrn von Tausch.
Oberstaatsanwalt: Ich stehe, ebenso wie bei Herr Präsibent, auf bem Standpunkte, daß es Sache des Tattes und des Anstandes ist, was zur Veröffentlichung in der Presse geeignet ist. Im Uebiigen gehe ich von der Voraussetzung aus, daß v. Lützow
iieblatti" am 21. Oktober vernommen. Der Lotfitzendel verwies mich wieder an einen andern Herrn, der mir dann >cht ihn dringend, sich bei seiner Aussage genau zu I das Geld gab, Herr Dr. Levysohn hat also zu meinen 6ct, da von dieser vielleicht das Schicksal des Ange-»Gunsten nur eine Vermittlerrolle gespielt.
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Hege sein Ehrenwort nicht zu geben. Der Zeuge wird leinen Versuch an. Als dieser Versuch mißlang, gab mir
„2 «uif über seine Begegnung mit v. Tausch und das oft I Dr Levysohn an einen Herrn ein Empfehlungsschreiben
—1- wi)nie Gespräch mit ihm in der Redaktion des „Berliner l mtt; der Adressat gab mir das Geld aber nicht, sondern
trachtete ihn nun nachdenklich, als er sich sie an-Istellung darüber gemacht. Aber die heftige Auf- niste und, in Schweigen versinkend, den Rauch-iregung, ttt die sie durch die Verhältnisse gerathen «Lm nachblickte, die seine Lippen bildeten. list entschuldigt ihr vorschnelles Handeln. Und ich »Ich darf wohl annehmen, Herr Baron," be-l konnte nicht anders als ihr Recht geben, baß Sie er bann roieber, „baß Sie nicht allem des Innrer ben obwaltenben Umstänben von einer Ehe
■lebt wegen zu mir gekommen finb." jmit ihr hätten absehen müffen."
«Eie haben recht gerathen," Herr Pastor,"! „Ja, ja," nickte Wolf trübe, „meine Heirath Wgnete Wolf nun, fich gerabe aufridjtenb inj »ar eben ber letzte Streich bes tollen Wolf, ben Haltung: „Der eigene traurige Konflikt, inj er nun schwer genug büßen muß."
M ich mich beftnbe, führt mich hierher, und diel „Ein ftivoler Stteich, Herr Baron — verzeihen k Hoffnung, dmch mein persönliches Aussprechen I Sie meine Offenhett — wenn Sie fich nicht fest Ihnen in etwas wenigstens das Dunkel der! dabei vorgenommen hatten, wie es auch kommen ^Mt zu lichten. Es bedrückt mich, wie Siel möge, die Folgen zu tragen und sich Mühe zu l können, baß Ilse," er zögerte ein wenig, als I geben, bas Herz ber Fran zu gewinnen, die Ihnen ' ihren Nomen aussprach, „sich so standhaft weigert,!mit so Diel Hingabe und so freubig ihr Leben ^nehmen, waS von meiner Sette boch nur bieltoibmete!"
^llung einer Pflicht ist." I „Unb wer sagt Ihnen, daß ich das nicht gethan
. Auch ich bedaure das lebhaft," stimmte der! habe?"
| zu. „Glauben Sie mir, Herr Baron, ich! Der Pastor sah ihn betroffen an:
1 r* das Meinige gethan, fie von biefem, fie aml „Wer mir dos sagte? Wer anders als Ilse. S$en selber schädigenden Entschlüsse abzubringen. I Sie haben fie stets mit kühler Gleichgiltigkeit be- *^\ffe erklärt, es sei unmöglich, von einem Manne, I handelt, fie stets fühlen laffen, daß fie Ihnen nichts ihre Person nicht begehrt, Geld anzunehmen, j als die Pflegerin sei, gegen die Sie Rücksichten
' 2* Sie wissen, Herr Baron, mtt Empfindungen I dankbarer Höflichkeit hätten."
nicht rechten." l „3a, lieber Herr Pastor, darin mögen Sie recht
«ols seufzte tief auf: Iberichtet fein. Es liegt wohl in ber menschlichen
W. ist grausam von ihr," murmelte er, „mich! Schwäche, daß man oft erst bann ein Gut ganz zu ' ’M in's Unrecht zu setzen." I »ürbigen weiß, wenn man es verloren hat."
r Pastor zuckte bebauernb bie Achseln: I „Wie, Herr Baron, unb bas wäre bei Ihnen
»Als ich damals vor nun einem Jahre Ihre' ber Fall? Ich bitte, sagen Sie die volle Wahrhett.
solche noch Vorbehalten. — Untersuchungsrichter Land-1 Amte empfangen werden sollte, auch sofett mit dem Äus- jisraih Herr, der die ganze Untersuchung geführt, be-1 druck des Erstaunens feinem Kollegen Grüttefien mitgetheilt itt, daß o. Tausch befangen schien und erröthete, als er j und dann sofort zu Papier gebracht. Afif wiederholte Vor- p des im „Berliner Tageblatt" vom 16. September j Haliung des Vorsitzenden erklärt der Zeuge bestimmt, daß K erschienenen Artikels vernommen wurde. Es ist dies | der betreffende Artikel des „Berliner Tageblatts" nicht etwa , Artikel, der von Gingold-Stärk herrührte und den an« |aut einer von ihm gezogenen Schlußfolgerung beruhe, Men Ersatz des Fürsten Hohenlohe durch den Fürsten j sondern die Mttthettung des Herrn o. Tausch so wieder- Aldt zum Thema hatte. Der Zeuge harte den Eindruck, | gebe, wie fie gemacht worden sei. Der Vorsitzende ersucht I ob von Tausch doch wohl hinter jenem Artikel steckte, | den Zeugen immer wieder, sich zu prüfen, ov er sich nicht $ Zeuge Walther, Chefredakteur der „Königsberger j irren könne und ob er vielleicht mit der Hellhöri gleit des aingschen Zeitung", hat in seinem Blatte einen Artikel I Journalisten aus einem hingeworfenen Won seine Schlüsse ll Charakteristik des Herrn von Tausch" veröffentlicht. | gezogen. — Der Zeuge bestreitet dies, will es aber unentsagt aus: Ich wurde zu einer ziemlich unbedeutendenjschieden lassen, ob v. Tausch gesagt hat, „Leckert wird im Schwung zu v. Tausch geladen. Letzterer empfing mich j Auswärtigen Am: empfangen" oder aber „Leckert soll im t der Bemerkung: „Na, Sie sind wohl froh, Birmarckjim Auswärttgen Amt empfangen werden." Der Zeuge I y: sein?" Ich war damals Mitarbeiter der „Freis, j wird weiter über die anonyme Postkai te vernommen, welche z". v. Tausch lentte das Gespräch auf die offiziöse j allerlei über Herrn v. Lützow enthielt: „Ich glaubte, so •ffe b hauptete, daß diese zu Bötsenspekulationen be- j führt er aus, diese Nachrichten könnten für Herrn von ! würde. Er erwähnte das „Wölfische Telegraphen- j Marschall, der damals den Prozeß angestrengt hatte, von
mu' und nannte dabei den Namen Bleichröder, der j Interesse sein, und ich beauftragte Gingold-Stärk, die Karte
Wtionär des vom Auswärtigen Amte ressortirendenjms Auswärtige Amt zu bringen. Herr von Marschall hat naus sei. Dann brachte er das Gespräch auf Herrn j mich später einmal zu sich bitten lassen und mir die Frage
7 «einburg. Zeuge meint dabei, daß es ihm so borge I vorgelegt, von wem ich denn eigentlich die Mtttheilung über
—wn sei, als wollte v. Tausch ihn infotmiren, denn was j den Empfang Leckerts im Auswärtigen Amt erhalten habe, -pttt iübst in diesem Gespräch gejagt, sei minimal gegenüber j Ich habe erwidert, daß ich das nicht sagen könne, worauf LvUI i gewesen, was v. Tausch ihm gesagt habe. Sein Ein-1 der Herr Staatssekretär erwiderte: „Dann will ich eS Ihnen
1, ben er ans dem Gespräch gewonnen, sei der gewesen, j sagen: eS ist von Tausch." Ich habe darauf nicht Ja und ■n , I im Staate eine außerordentlich bedenkliche Korruption I nicht Nein gesagt. Mir liegt gewiß nichts ferner, als mich lt etsi Mi. — Um der Bedeutung des Zeugnisses deS zu Der» j in polizeiliche Angelegenheiten des Herrn von Tausch zu - tu reiben Zeugen Chefredakteurs Levysohn ein Paroli zu j mischen, aber ich muß mich wundern, wie ein Mann, der JU|w te, sind von der Vertheidigung zwei Polizeibeamte ge- jzu mir kommt, um mich um Hilfe anzugeheu und dem ich i m worden, die bekunden sollen, daß der Zeuge Ai fangs j diese Hilfe gewähre, zu der Ansicht gelangt sein soll, daß
: 80er Jahre gelegentlich einer Nachsuchung nach einem j ich ihm feindlich gesinnt bin. — Präs.: Angeklagter von « ; wuskipt mit seinem Ehrenwotte leichtfi nig umgegangen j Tausch, was sagen Sie dazu? - Angeklagter v. Tausch:
Md deßhalb seine Glaubwürdigkeit erschüttert erscheine.jEs mag wohl ungefähr 6 Jahre her sein, als mir die seusr- Znige Levysohn: Er habe nur noch eine ganz dunkle j Schulden über den Kopf gewachsen waren; sie betrugen he D^üeiung an diesen weit zurückliegenden Vorgang. Daß j beinahe 15000 Mark. Ich mußte Rath schaffen. Ich ging /qgo diese Versicherung mit seinem Ehrenwort bekräftigt haben jzu dem Dr. Levysohn und fragte ihn, ob er meine, daß ' be, wisse er nicht, er glaube es aber durchaus nicht, denn j Herr Mosse mir beistehen würde; er meinte, es käme auf
mir bewußt geworben bin, was ich besessen, baß ich einen Diamant für einen Kiesel hingegeben habe, bas ist meine härteste Sttafe. Sagen Sie bas Ilse, sagen Sie ihr, baß ich auch noch, ehe bie schöne Amerikanerin sich in ihrer ganzen ungeschminkten Selbstsucht und Oberflächlichkeit offenbarte, ihren vollen Werth erkannt, mich nach ihr gesehnt, fie zurückgewünscht habe, leider zu spät! Sie toenbet sich von mtt und will mir grausam selbst bas Gefühl rauben, auch nur noch äußerlich mit ihr in Zusammenhang zu bleiben. Sogar meine Pflichten gegen sie will fie mtt nicht erlauben zu erfüllen, unb nach bieser Richtung hin, Herr Pastor möchte ich Sie um Ihre
________________________________________________1 Rundschau"; bann habe er hinzugefügt, daß Leckert für die g— — ---1 „Tägl. Rundschau" im Auswärtigen Amte empfangen
h - h Qitünhl !worden sei. Daran habe sich dann eine zweite Hälfte der
Ptözkp U. - IL -LUyUlu. | Unterredung geknüpft, in welcher v. Tausch allerlei Mit-
sn,rr:„ , -1007 ! theilungen über hohe Persönlichkeiten machte; als er bann
' ' ' jbeim Weggehen sagte: „Das bleibt doch unter uns", habe
Rach der Pause erküren die Vettheidiger, daß sie vor-1 er, Zeuge, dies auf den zweiten Theil des Gesptäches be= 5g auf weitere Z ugeuladung verzichten, sich aber evevt. j zogen. Er habe die Thatsache, daß Leckert im Auswärtigen
j klagten abhänge. Der Zeuge weist zunächst daraus hin, Neubestellungen auf die „Ob er-jdaß er, als er im Leckertprozess» plötzlich vorgeladen wurde, ,, . m .1 seine Aussage nach bestem Wiffen und Gewissen gemach:
ssische Zeitung" für den Monat 1^«, ohne u wissen, daß er sich damit in Widerspruch
» werben °°n ,-mm.lichm P°stmst°lt°n K ,K, W
»Lriesträgern, uns-r-n Z-i.ungsb°tm, f». gn. -
> in der Expedition, Markt 21, aNge-j Bei dieser Gelegenheit habe er gefragt, wer denn eigentlich
I di ser Leckert sei, worauf ihm v. Tausch gesagt habe, er sei iMien. j Feuilletonist und schreibe Theaterkritiken für die „Tägliche