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®n*äj«i nimmt entgegen die Expedition diese« Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaux von Hsasmsttin * Bögler in__

Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg nnb Wien; Molf XXXII. Iabra

Moss' in Frankfurt a. M., Berlin, München u. SSln, C. L. *

Saaie * Co. ta Frankfurt a. M Berlin, Hannover, Pari«.

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,Du warst mir ja schon so nützlich,

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.Nur Ersatz für den um meinetwillen erlittenen

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Marburg

Dienstag', 1. Juni 1897.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expc- ddfton 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (ejfl. Bestellgeld). Jnsertionsgebübr für die gespaltene Zeile pdtr deren Raum 10 Psg Reklamen für die Zeile 25 Pf«.

L»g«r- grätig

der letzte Gast sich verabschiedet hatte, bot sie eine gute Nacht und zog sich in ihr Zimmer Elly, ganz von ihrem Glück benommen, ^ete nicht »eiter auf sie, der Lieutenant war , Eva von Strachwitz gegangen, sie nach Hause ' begleiten.

Nur die Geheimräthin beobachtete sie mti ge- l?61 Sorge. Sie, die Erfahrene, hatte auf chrem i'chr gelesen, daß sie litt. Und nun, was war

das? War eS nicht wie ein unterdrücktes Schluchzen, das aus Käthes Zimmer tönte? Leise öffnete sie bie zu ihr führende Thür. Da lag das stolze Mädchen wie gebrochen auf dem kleinen Sopha, den Kopf in die Hände vergraben, und ihr ganzer Körper zitterte unter der Gewalt bittersten Weh's.

.Käthe/ sagte sie weich und neigte sich zärtlich zu ihr, ihren Kopf zu sich erhebend.Liebe Käthe, ich weiß, ich ahne Alles! Ja, ja, so stark wir uns auch düukcn mögen, wir bleiben doch daS liebe- bedürftige Geschlecht."

O bitte, Taute, sage nichts," wehrte Käthe. ES wird vorüber gehen, bald vorüber gehen. Ich wußte ja, daß mir das 'höchste Glück des Weibes nie blühen werde. Mein Herz gehörte Axel, so lange ich denken kann, er war mir Alles, Alles! Und ich hoffte eine Zett lang, auch er erwidere meine Gefühle. Aber es war eine Täuschung. Als er sich mit jener schönen Amerikanerin verlobte, da wußte ich, daß ihm wahre, tiefe dauernde Liebe zu hegen versagt sei. Der Leidenschaft konnte er ein­mal unterliegen, der stillen Liebe zu der Jugend- freuudin setzte er die Erwägungen der Vernunft entgegen, der vornehmen reichen Komteß Wolden mußte die arme Käthe weichen!"

Ah so," sagte die Geheimräthin leise;also Eomteß Wolde» I Ja dieser Versuchung konnte ein Mann wie Axel nicht widerstehen. Das be­greife ich vollkommen. Er war von jeher ein Streber und, verzeih, wenn ich Dein Freundschafts­gefühl für den Jugendfteund dadurch kränke, ein Egoist. Von der selbstlosen Hingabe, die Du ihm von jeher gewidmet, hat er nichts in sich. Und tote viele Männer haben daS heute? Ich bin über­zeugt, daß er nicht ohne inneren Kampf sich zu der Verbindung mtt Helene Wolden entschlossen hat.

ßh.» par«l t.

v- Marschall stellt in eingehendster Weise die Be­ziehungen des Auswärtigen Amtes zur politischen Polizei dar, der Bruch mit dieser Behörde sei durch das maßlose Treiben des Polizei-Agenten Normann- Schumann erfolgt, der fast in allen Ländern Spurelk von Verbrechen hinterlassen habe. In Folge der schmählichen Arttkel gegen das deutsche Kaiserhaus in der französischen Presse habe die französische Regierung das Auswärtige Amt auf jene scanda- lösen Vorgänge aufmerksam gemacht, worauf die Spuren dieser auf Normanu-Schumann hindeuteten. Dadurch seien die Beziehungen zur politischen Polizei nach und nach eingestellt worden. Dafür, daß v. Tausch selbst intrignirt hat, hat Zeuge, der seine Aussagen mit sehr leiser Stimme macht und leidend zu^seiu scheint, keinen Anhaltspunkt. Dieser Normann-Schumann, der überall als Schwindler und Hochstablcr gekennzeichnet wäre, sei einer der ver- logendsten Menschen, die es geben könne. Einen solchen Mann als Vertrauensmann der politischen Polizei zu haben, sei eine Ungeheuerlichkeit. Der Mann selbst vermochte es, Majestät? Beleidigungen zu verüben und dann ganz unschuldige Personen anzu­klagen, die nie eine Majestätsbeleidigung begangen hatten. Die Behauptung des Herrn von Tausch, daß das Auswärtige Amt gegen ihn von Anfang an ominös gewesen, sei eine grundlose Verdächtigung. Im Jahre 1895 habe der Kriegs-Minister Bronsort v. Schellen­dorff dem Zeugen mitgetheilt, daß in denMünchener Neuesten Nachrichten" die später viel besprochene Depesche über die Staats-Min istettal-Sitzung, in der die Militärstrafprozeß-Novelle zur Verathung stand, erschienen sei und nur auf einer Jndiscretion be­ruhen könne. Herr von Bronsart habe gleichzeitig mitgetheilt, daß hier ein Jntrigue des Ministers v. Köller gegen ihn vorliege und die Sache im lite­rarischen Bureau gemacht worden sei. Er, Zeuge, habe dies sofort als vollständig grundlos bezeichnet, und dies habe sich auch später bestätigt. Herr Er. Hirth in München habe die Nachrichten auf ganz unverfängliche Art erhalten, ebenso wie auch die Ar­tikel in derWelt am Montag", durch die das Auswärtige Amt und Zeuge selbst auf das Aller- schwerste verdächtigt worden seien. Da habe er, Frhr. von Marschall, nunmehr den Entschluß gefaßt, rücksichtslos vorzugehen, es sei dies seine Pflicht ge­wesen, sonst sei kein Mensch mehr seiner Ehre sicher, am allerwenigsten ein Minister. Als er diesen seinen Entschluß dem Polizei-Eräsidenten mitgetheilt, habe dieser Herrn von Tausch beauftragt, bei Leckert und Lützow Haussuchung zu halten. Herr v. Tausch sei

Von neuem brach sie in Schluchzen aus. Geheimräthin ließ sie eine Welle gewähren, aber »ahnte sie tröstend.

Laß es jetzt gut sein, ffinb! Du hast besseren Trost als tausend anbere Mädchen,

Und Dich Hebe Tante, Dich," rief Käthe jetzt mit stürmffcher Zärüichkett der alten Dame Hals umfaffend.Elly geht fort, laß mich jetzt Deine Tochter fein."

_Das warst Du lange, mein Kind. Nur Du hast in Deinem stolzen Selbstbewußtsein der Liebe, die Dir hier im häuslichen Kreise entgegengebracht wurde, nicht so geachtet. Ja trotz Allem und Allem, das menschliche Herz bedarf eines mitfühlenden und müleidenden Herzens, darüber hebt auch die Kunst nicht hinweg. Liebe üben, und sei es auch an einer alten einsamen Frau, das ist doch der eigenste Beruf des Weibes, über den eS nicht hinwegkommt."

Käthe antwortete nicht, sondern drückte nur fester ihr müdes Haupt an der Taute Brust. Ja Liebe üben, klang es in ihr, das will ich und gelobe ich!

Axel,"

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gleiches Leid, o tote ost, heute widerfährt.

hast Deine Kunst, die Du liebst, die Dir Alles er­setzen wttd."

Aber er wttd sich mit der kühlen Ueberlegung, die ihm eigen, gesagt haben:Ich bi» ehrgeizig, und wenn ich meinen Ehrgeiz nicht beftiedigen kann, werde ich unglücklich werden, und unglücklich machen." Und wenn wir's recht bedenken, müssen wtt ihm zn- stimmen."

Ja, Tante, ja, tausendmal hat er recht. Wir wären Beide vielleicht an der Misere des Lebens zu Grunde gegangen, und dennoch, dennoch; ich liebe ihn, und eine Andere neben ihm zu wissen, das schmerzt, schmerzt viel mehr, als ich es sagen kann."

25.

Wolf war wieder heimgekehrt. Düster, mit sich und der West zerfallen, saß er auf seinem einsamen Schlosse nnb grollte mit Gott und dem Schicksal, das ihn dem Leben wiedergegeben ohne doch die Lust an ihm.

Die erneute bittere Erfahrung, die er an Adeline gemacht, war ihm näher gegangen, als er sich selbst gestehen mochtt. Oder war es nicht der Verlust Adelinens, denn er beklagte, sondern mehr, daß er um ihretwillen die verloren, deren Gegenwart ihm zur süßen Gewohnheit geworden? In welcher wider- wärttgen Lage er sich befand. Seine Frau, von rhm getrennt, im Hause der Mutter, jedes Angebot von ihm, das ihn im Innern wenigstens etwas der Pflichten der Dankbarkeit gegen sie entlasten konnte, entschieden zurückweisend, der Skandal einer Scheidung in Aussicht, es war, nm den Verstand noch zu ver­lieren.

Justizrath Heldreich, der jetzt fast alle Tage nach Gallersberg hinaus kam, nm Wolf Rechnung zu legen, brachte ihm die angenehme Nachricht, daß auf eine von ihm eingereichte Immediateingabe Wolf die vom Kriegsgericht wegen der Dnellaffatte zuerkanute Festungsstrafe in Anbettacht seiner schweren Ver­wundung und des daraus hervorgehenden mißlichen Gesundheitsstandes durch Kaiserliche Gnade eriaffen worden sei.

Wolf hörtt kaum danach hin, er kramte in seinen Papieren und schob mehrere Schriftstücke dem Justiz- rath zur Einsicht hin.

Ei," konnte dieser sich nicht enthalten zu sagen ich hoffte wirklich, für meine Mittheilnug ein fröhlicheres Gesicht zu sehen."

(Fortsetzung folgt.)

es ny« gewesen, der behauptet, Leckert und Lützow müßten, einen Hintermann haben, diese Behauptungen haben den Zeugen sehr aufgeregt, und er habe be­schlossen, die ganzen Preßtteibereien tobt zu machen unb vor Gericht klarzulegen, baß bas Auswärtige Amt keinerlei illegitime Pießtreiberei beginge.

Nach ber Pause wirb bem Präsidenten mitge­theilt, baß beibe Angeklagte kein Mittagbrob erhalten haben, weil sie nicht pünstlich um 12 Uhr im Unter- suchungsgesängniß zur Empfangnahme ihrer Ver­pflegung erschienen seien. Der Präsident erklärt, baß bies boch wirklich ein Skanbal sei, da es doch unmöglich sei, gerade um 12 Ubr die Verhandlung zu unterbrechen. Es wird sodann Minister b. Söller vernommen. Präs.: Sind Excellenz mit dem Angeklagten v. Tausch ftüher in Berührung gekommen? Zeuge: Soviel ich mich entsinne, zweimal. Das erste Mal ließ ich ihn zu mtt kommen, um ihn mit den Ermittelungen in der Affäre v. Kotze zu betrauen; sodann war er am 19. oder 20. November 1895 bei mir, da ich ihn beauftragen wollte, den Verfasser der Depesche an dieMünchener Neuesten Nachr." zu ermitteln, v. Tausch erklärte mir, daß es sehr schwer halten würde, den Verfasser zu ermitteln. Ich bat ihn, sich Mühe zu geben, es komme auf 1000 Mk. gar nicht an. Präs.: Wie spielte sich die Ange­legenheit ab, die Ew. Excellenz in Berührnng mit v- Tausch brachte? Zeuge v. Köller: Nachdem ich über die Jndiscretionrsache am 3. November mit dem Kriegsminister die erste Unterredung gehabt hatte, erhielt ich «in Schreiben des Kriegsministers vom 19. November, baß bie Herrn Kukuffch, Eckharbt nnb Homann zu einer Bernebm«^ naft dem Kri,g«- ministerium geladen "seien, zuvor hatte noch eine Sitzung des Staatsministeriums stattgesnuben. Pi äs.: Hat ber Kriegsminister in biefer zweiten Sitzung Veranlassung genommen, mit Ihnen über biesen Gegenstand zu sprechen? Zeuge: Ich glaube nicht. Präs.: Haben Ew. Excellenz mit Polizeirath Eckhardt selbst über diese Sache geredet? Zeuge: Jawohl, mit Eckhardt und mit Geh. Rath Philippsborn sofort nach bem ersten Briese, nach bem zweiten Briefe glaube ich kaum mit Eckhardt gesprochen zu haben. Präs.: Ist darüber, daß Herr v. Marschall den Verdacht der Provenienz des Arttkels aus dem Ministerium des Innern zerstreut hat, etwas bekannt geworden? Zeuge: Nein. Präs.: Ist Ihnen ber Name v. Lützow mal genannt worben?Zeuge: Ich glaube nur ein einziges 3JlaL Präs.: Was wissen Sie von bem anonymen Brief, ber nach ber Behauptung v. Lützows auf

Mise Marburg und Kirchhai«. v*r«tw»rtlich für dm eflttmdnro Thtil- Rrdaktmr M. HWU-nn, für dm Mnatmthril: Ioh. Ang. «och, btüx tu Marburg. *

öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die

w^guMJKU«: 3'6- «oci, UnivrrMtS-Buchdruckerri in Marburg, zAfg*****^

Redaktion und Expedition: Markt 21.

(Nachdruck verboten.)

SchwesterJlse.

Roman von Clariffa Lohde.

(Fortsetzung.)

ch schilderte sodann, wie verhaßt er sei, er en) hätte nicht gerade den Eindruck gehabt, baß sch sich für schulbig fühlte unb seine Eibe? pflicht t habe, Tausch leibe an einem Zustand tiefster i.M.Wevresfion. Bezüglich des Besuches bei bem Chef- s W Wedakteur Levysohn sagt Tausch, baß er zn Levysohn gesagt habe, Leckert werbe im Auswärtigen Amte sangen, Tausch habe, wie es Harbcn erschien, Angelegenheit nicht für schwerwiegenb erachtet, habe tzwhl ber halb eine Berichtigung ber Notiz lich Leckert imTageblatt" nicht verlangt, en schildert bann, daß Leckert Beziehungen zu gesucht unb sich' als gut unterrichtet aufgespielt . Harben refmtiirt sodann seine Ansicht dahin, »sch sei ein Mann, der in seiner amtlichen Thätig- W mit allerlei delikaten, theilweise mit strenger Sitt- Mhkest unvereinbaren Dingen zu thuu gehabt habe ' von dem nun plötzlich verlangt werde, daß er all' diesen Dingen nur die Mittel angewendet Wen würde, die einem Gentleman zustehen, lieber \ Angelegenheit des Staatsministers v. Bötticher üe ihm Tausch nie Informationen ertheilt.

. Es folgt die Vernehmung des Freiherrn von paö\\ arschall. Der Zuhörerraum ist plötzlich über- J L, bie Richter- unb Anwaltlogen sinb bicht besetzt, i(1eJ ® lautlose Stille herrscht in bem Sale. Freiherr

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LSegnete Käthe, sich langsam erhebenb. yuUc siungE« Bl ja auch bie Aufträge int Wolben'scheu Hause zu werden adanken gehabt."

VF Neubestellungen auf dieOber- jessische Zeitung" für den Monat werden von sämmt liehen Postanstalten yb Briefträgern, unseren Zeitungsboten, so- M in der Expedition, Markt 21, ange- «ifflmen.

Mozeß v. Tausch - v. Lützow.

Berlin, 29. Mai.

p. (Fünfter Verhanblungstag.) In ber heu- V vis® Verhandlung erklärt v. Lützow, er habe in Unterrtbung mit dem Journalisten Liman keine tzjestätsbeleibigung geäußert, vielmehr nur gesagt, der Kaiser seine Mißbilligung über bie falsche g bes BreslauerZaren-Toastes ausgesprochen habe. Der Schriftsteller Maximilian Harben sagt j$, am 15. Dezember 1896 fei Tausch auf Ver- ng bes Privatdetecttvs Roth - Rosti Abenbs ihm gewesen, Tausch habe Harben gefragt, ob er ihn für schulbig halte, er komme, weil er me, daß Harden über bie Sache schreiben werbe.

lall bei bem Silbe Adelinens. Ach Käthe, $ was ich für Dich gethan, ist ja nichts gegen K was ich Dir zu danken habe. Ohne Dich, Deine Liebe Deinen Trost, hätte ich mich je- von meinem tiefen Falle so wieder auftichten : «wn? Ich bleibe Dein ewiger Schuldner." »Sie itoang ein Lächeln aus ihre Lippen und Tw ihm die Hand, die eiskalt war und ein wenig wti. Er blickte sie besorgt an, eine Frage ddMg* aut seinen Lippen, sie wußte ihr aber aus- uncW ^Hen, indem sie an den Tisch zu der Tante e»ü *'welchem sich nun auch das Brautpaar zum 115 Leinsamen Plaudern einfand.

Zum Glück für Käthe war es bereits spät ge» rben; sie hatte nicht mehr gar zu lange die Qual "fragen, die heitere Unbefangene spielen zu müssen,

Veranlassung v. Tanschs in das Ministerium gelangt fein soll? Zeuge: Jetzt nachdem iMn der Zeitung gelesen habe, daß in dem Briefe von demOber- officiosns Stein" und dergleich eht, weißlich, daß ich einen solchen Brief erha e. Wo er ge­blieben ist, weiß ich nicht, lich habe ich ihn

zerrissen. Dr. Eger: W Sie vielleicht das Datum, an bem v. Tausch bei Ihnen war? Zeuge: Es muß am 18. ober 20. November gewesen sein, am 19. war es sicher nicht. Zeuge v. Köller: Ich habe »eher im Sinne bes Zustandekommens ber Militärstrafprozeßordnung ober im Sinne des Gegen­teils irgend welche Herren von der Presse inspiritt oder inftruirt; ich habe auch nicht dem Kriegsminister so etwas zugestanden, glaube auch nicht, daß Oberst Gaede eine solche Behauptung ausgestellt hat. Rechtsanwalt Lubscynski: Ist es wahr, daß von Tausch dem Zeugen gegenüber auch den Namen Lncanns unter den Verdächtigen genannt hat unb darauf bie Antwort erhielt:Ich sehe, Sie sind unterrichtet!" Zeuge: Das ist entschieden nicht richtig; es ist möglich, daß der Name Lucanus ge­nannt worden ist, aber jedenfalls würde ich nicht so dumm gewesen fein, einem Kriminalkommissar gegen­über einen solchen Zusatz zn machen, wie mir in den Mund gelegt wird. Die Vernehmung des Zeugen ist hiermit beendet und derselbe wird entlassen.

Der folgende Zeuge ist der General Bronsart v. Schellendorff: Als ich den Befehl gab, die politische^ Polizei zu Recherchen über das Tek^ramm derMünch. Nenest. Nachr." heranzuziehen, kam es mir nicht darauf an, etwa Unschuldige vor falschen Beschuldigungen zu bewahren, oder einen meiner Kollegen polizeilich umschnüffeln zu lassen; mir kam es darauf an, den Verfasser der Depesche zu er­mitteln, denn der Artikel, der manche grobe Unrichtig­keiten enthielt, hatte unglaubliche Preßtreiberei,» ge­zeitigt unb auch mich in ben Verdacht gebracht, bar Artikel inspiritt zu haben. Ich litt am meisten unter bem Unfug, ben ber Korresponbeni angerichtet hatte. Ich hätte bie ganze Polizei unb ihre Agenten nicht gebraucht, wenn bieMünchener Neuesten Nachr." ben Korresponbcnten genannt hätten, baS war aber nicht der. Fall. Man zerbrach sich ben Kops, wie es möglich sei, baß über eine Staatsministerialsitzung Mittheilungen in bie Presse kommen konnten. Da mußte Indiskretion vorliegen. Es ergab sich bei ben Recherchen, daß Hamburger, Heller, Krieger bie Sache nicht gemacht hatten, es mußte also ein Anderer sein. Der Agent des Herrn v. Tausch v. Lützow, hatte bei den Recherchen schon einmal etwas Unrichtiges