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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

«-/«ab Mm: S»h Au» «och, UniversttätS-Buchdruckerei io Marburg, vrrantwortlich für btn allgvmiam Thall: Rrdaktmr M. Hartmaua,

«ümktioa «d ExpEm: Markt 21. VVHUlUJpVIUll* für dm »siatmthail; I-h. «ug. «och, baid. i»

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Erscheint täglich außer au Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 3M. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeil« Mer bereu Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag, 30. Mai 1897.

Lugeigeu nimmt entgegen di» ESeditiou diese« Blatte«, semi» di« Lmwncm-Bureaux von Haasenstein & Bögler in Frankfurt a. M., Lasse!, Magdeburg und Wien; Rudolf Moff, in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln, C. L. Land« *6», bt Frankfurt a. M., Berlin, Haunover, Pari».

XXXIL Jahrg.

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Me desPoeten" zuzuweisen. Gewiß, nach unserer

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7^ SaflSche für uns beanspruchen. Aber wird denn , " iie Welt nach diesem Gesichtspunkte vertheilt? Keines- ,JL *g81 Schwerer noch als die Größe und Tüchtigkeit

-1- ltz Heeres, als Steuerkrast und Bildung des Volkes

(Nachdruck verboten.)

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Dir Geheimräthin schüttelte nachdenklich den

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schS«!

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Alldeutschen Blätter' auf die merkwürdige Er- wung aufmerksam zu machen, daß ein hervor-

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liebt5.

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Roman von Llariffa Lahde. (Fortsetzung.)

DaS ist nur Freundschaft," sagte Eva von ktrachwitz zu Ruit,nichts als Freundschaft. Auch ch glaubte es anfangs so, als ich die Beidm in liednitz zusammensah. Doch spricht man jetzt von ganz Anderen, die der Legationsrath sich er- «hlt habe."

A *) Ter Türkenherrschast End«. Pnspektiv« von Guyer- jtln. Mit zwei «arten. Zürich, Albert Müller« Brr- N, 1897.

.Bon einer Andern?" ftagte mm auch die Ge- «vrächin, aufmerksam werdend.Davon weiß ich s gar nichts. Wer sollte das sein?'

,. »O, wenn Sie nichts davon wissen, Frau Ge- ^räthin, ich möchte keine Indiskretion begehen." Kmt lachte unbändig.

»Das wäre ein Spaß! Eine Andere also! Mc zum zweüen Male von dem geliebten Vetter gestellt! Ist aber meiner stolzen Cousine schon M Will sie etwas ganz Besonderes sein, so stellt ? iüh damtt außerhalb des Begehrens. Unb wenn

dmchans eine alte Jungfer werde» will, wer sie daran hindern? Ich wette darauf, sie trägt die Schuld daran, daß eS so wieder ge» ^vveu ist."

zu H [3203.

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Der Türkenherrschaft Ende/

Unter diesem Atomen*) erscheint soeben in Zürich A Flugblatt, das die Mitglieder des Alldeutscheu Landes, mit lebhaftestem Belange lesen werden, ggfaffer des Flugblattes ist Herr Guyer-Zeller, der Mnte schweizerische Eisenbahnkönig. Er schlägt Großmächten vor, sich über die Theilung des pyaus friedlich zu einigen. Rußland soll Persien Kommen und eine Bucht von Kreta als Flotten- ittion; Frankreich: Marokko, Italien: Tripolis, stgland: Ägypten, Oesterreich: Salonichi, das Deuyche Reich: Kleinasien mit Mesopotamien, Syrien gti Arabien. Und Konstantinopel? Das soll mit M größten Theil der jetzigen europäischen Türkei a Griechen zufallen!!

Ohne Zweifel spricht dieser Plan den becheiligten Staate« im großen und ganzen das zu, was für sie W vasiendsten ist. Aber an ein Einverständnitz der ßroßmächte auf dieser Grundlage glaubt doch wohl str Hoffnungsvollste nicht. Rußlands Traum ist dustantinopel! Und diese Perle sollte Rußland gut» Mg den Griechen zukommen lassen, die soeben eist «u kaum erwarteten Mangel an Kraft und Tüchtig­st gezeigt haben? Nein, ohne daß man den Russen imstantinopel preisgiebt, wird man eine ftiedliche Lerständigung mit ihnen kaum erreichen. Aber diese Mgabe ist ja auch unbedenklich, wenn das Ost- chi des Bosporus, der Dardanellen und des Mar- Mameeres in deutschem Besitze ist.

Doch nicht um das Flugblatt zu bekritteln, habe

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so schreibt ein Mitarbeiter derAlldeutschen 7? Kättei", die Feder ergriffen, sondern um die Leser

Wocha kolleszahl und Volkeskraft, nach unserem Handel und wserer Industrie, nach unseren Leistungen in Kunst

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ttcht» N Wissenschaften dürfen wtt uns dreist neben das (348, »Mliche Herren Volk dieser Welt, nebm die Engländer - Mai und einen dementsprechenden Theil der Erd- MB Iw* r** tnirh hpntt

igs ji «geuder Deutschschweizer sich die Theilung der Welt gesucht ksft, ohne demdeutschen Michel" die angestammte

35^ W, Eva von Strachwitz meinte aber:

*L.2Bie können Sie noch von alten Jungfern ^Hen, Herr von Willrich, die giebt'S heutzutage mehr. Das ist ein veralteter Begriff. Mau t®6 es demnächst auch bei uns einführen, wie es ^vtderen Ländern ja lange schon Sitte ist, daß Mädchen im Alter auch mtt dem TütelFran" ^Prrdet werde». Damtt hört bann auch die Zu­

fällt der W i l l e in die Wagschale. Und gerade damit ist es bei uns Deutsche» leider traurig bestellt.

Wenn ein Reichsbote es wagen würde, Gedanken wie die des Herrn Guyer-Zeller im Reichstage aus- zusprechen, so würde er mit Stich- und Schlagworten wieGrößenwahn",Weltmachtskitzel",Chauvinist" niedergeschrieen, odernicht ernst genommen" und als Phantast" niedergelacht werden. Wenn die deutsche Regierung ttgendwo unsere Flagge hißte, mußte sie sich beim Reichstage entschuldigen!! wenn sie aber die Flagge (wie im Wituland) niederholte, dann konnte sie erhobenen Hauptes vor den Reichstag treten; kein Wort des Unwillens wurde laut! Und das Traurigste ist, daß die große Hälfte des deutschen Volkes vorläufig noch ganz so fühlt und denkt, wie sein dermaliger Reichtstag. Wenn eS nicht gelingt, dieses Fühlen und Denken bei Volk und Regierung von Grund aus zu ändern, so wird der schöne Ge­danke des Herrn Guyer-Zeller, soweit er das Deutsche Reich betrifft, ein ftommerWunsch bleiben.

In dem Flugblatt ist noch eine zweite Saite an­geschlagen, die in alldeutsch gefronten Herzen lebhaften Wiederhall wecken wird. Auf Seite 15 sagt der Verfasser wörtlich:

Weil ich al« Schweizer «in warmer Freund und Ver­ehrer Deutschland« bin, theil» ich absolut die Ansicht jener nicht, di« da glauben, sie könnten die deutsche Schweiz annekiiren wollen; dazu ist Deutschland zu klug und wir Schweizer können ruhig schlafen; der dentsche Adler hackt der Schweiz die Augen nicht an«.

Wie die Deutschen findet man auch die Schweizer überall in der Welt. Unter den Schutz der deutschen Flagge wollen wir un« in den neuen Kolonien, die sie dem Welt handel e. öffnen helfen, gerne stellen und un« zu friedlichem Wirken vereinigen."

Sind das nicht ganz dieselbe» Gedanke», die ein Alldeutscher am 12. und 13. Dezbr. 1896 in lieber» lingeu und Meersburg in öffentlichem Vortrage aus­gesprochen hat? Nach seiner Ansicht sollten unsere Kolonien, die jetzigen und die zukünftige»dem deutsche» Volke" gehöre», d. h. jeder Deutsche, gleich- giltig welcher Staatsangehörigkeit, sollte dort als Vollbürger willkommen setti. Ein rmporblühendes Deutsch - Vorderafien würde hunderttausende unserer Volksgenoffe» aus Oesterreich und der Schweiz an­ziehen ; und die gemeinsamen Angelegenheiten in lieberfee würden die staatlichen Grenzen zu Hause zwar nicht auflösen, sie aber in wesentlich anderem Lichte erscheinen lassen.

Der Gedanke des Herrn Guyer-Zeller, oder richtiger der Herren Sprenger, Roscher, List, Moltke usw. ist berauschend schön. Eine ftiedliche Anstheilung

rücksetznng in der Gesellschaft auf, unter der die Unverheiratheten hier und da noch zu leiden haben."

Und damit meinen gnädigste Comteß, sei Alles erreicht, was ein Mädchen sich nur wünschen kann?" warf der Lieutenant hefte: ein:O, mein Gott, wie niedrig stehen wtt Männer da bei Ihnen in Geltung! Und das vielgepriesene Glück der Liebe, ist das auch nichts? Oder verbannen Sie die Liebe für Zuftlnft ganz ans dem menschlichen Leben?

Die junge Comteß hob den hübschen Kopf mtt einer ungemein stolzen Bewegung.

Das keineswegs; doch die Männer werden sich künftighin Mühe geben müssen, sich unserer Werth zu machen; denn nur den Würdigsten wftd das Glück zu Theil werden, geliebt, erwählt zu werden."

O weh," rief Kurt, sich in komischem Entsetzen beiden Händen in das schön gekräusefte Haar fahrend,bann wird's nnS ja schlimm ergehen. Aber wissm Sie, gnäbigste Comteß, einen Trost können Sie nnS Armen boch nicht nehme», ben näm­lich, baß die Liebe blind ist."

DaS wird sie nicht mehr sein, wenn die Frauen künftighin besser geschntt werden unb richtiger denken lernen."

Daun fteilich find wir verloren. Gott sei ge- bantt, baß es Frauen bieser hervorragmben Art heute noch nicht zu viele giebt. Wer weiß, ob wtt sonst EllyS Verlobung so ftöhlich hätte» feiern können. Unb sehen Sie einmal bart, wie bie Selben im Erker sich so glücklich in bie Augen sehen. Ist das nicht auf alle Fälle beneibenswnth? Grau, theurer Freirob, ist alle Theorie »nb grün beS Lebens golbner Baum."

Die Geheimräthdl hatte sich an bem Gespräch nicht betheiligt, ihr Ange ruhte unverwanbt auf Käthes, vorn Hintergründe bet dunklen Tapete sich

bes Ostens würbe viele Milliarben Geldes in Eisen­bahnen und anderen nützlichen Anlagen beschäftigen, Millionen von Menschen Arbeft und Brot verschaffen, kurz das alte Europa einem Aufschwung entgegen­führen, wie man ihn bisher nur in Kalifornien und anderen Goldländern erlebt hat. Aber! aber! wer mit offenen Augen um sich blickt, der steht, daß wir schon mitten drin stehen in der Auftheilung des Orients; nur vollzieht sie sich nicht auf einmal, sondern im Laufe der Jahrhunderte. Auch bekommt nicht Jeder einen Theil, sondern nur wer zugreist. So hat England betete Egypten bekommen, Frankreich: Algerien und Tunis, Oesterreich: Bosnien, Rußland: Beßarabien, bie Krim, ben Kaukasus, Turkestan und andere asiatische Länder. Und was hat das Deutsche Reich bekommen? Nichts! »nb zwar durch eigene Schuld.

Deshalb wollen wir mit allen Kräften daran arbeiten, endlich im deutschen Volke den Willen zu wecken nach Erwerbungen im Osten, die unserer Volkskraft angemessen find.

Prozeß v. Tausch-v. Lützow.

Berlin, 26. Mai.

(Dritter Tag. Schluß.) Die Anklage wirst bem Angeklagten v. Tausch vor, baß er seine Pflicht vernachlässigt habe, inbem er ben v. Lützow nicht schon am Abenb des 9. Oktober, sondern erst am 10. Oktober Morgens habe verhaften lassen. Außer­dem wird ihm vorgeworfen, daß er dem v. Lützow vor seiner Abführung gestattet habe, sich noch etwas zu esse» zu kaufe». v. Tausch erklärt seinen Auf­schub der Verhaftung mit technischen Schwierigkeiten unb seiner Ermattung an jenem Tage. Daß er einem Agenten, bet ihm 5 Jahre gebient, noch etwas Essen geben lasse, sei doch nur ein Ausdruck der Humanität.

Ei» wetteret Vorwmf der pflichtwidrigen Schonung des v. Lützow besteht darin: Trotzdem v. Tausch schon in der Kukutsch-Affaire mit v. Lützow sehr böse Erfahrungen gemacht hatte, hat er doch in seinem nachträgliche» Bericht an den Polizeipräsidenten be­hauptet, daß ihm v. Lützow seines Wissens nie die Unwahrheit gesagt habe. Präs.: Wie wollen Sie das erklären? Angell, v. Tausch: Ich habe schon gesagt, daß das Slrbeiten mit ben Agenten äußerst schwierig ist, und daß es für einen Kriminal- Kommissarins oft nicht angängig erscheint, einen Stein auf einen Agenten zu werfen. Präs.: Meinen Sie den», daß der Polizeipräsident den v. Lützow noch weiter im Dienste der Polizei ge-

scharf adhcbendem Antlitz, daS ihr ganz besonders bleich und wie von innerem Seelenleib schmerzlich verzogen schien.

Wen» es wahr wäre, wenn Axel wirklich daran dächte, sich eine Andere zu wählen, ging es ihr dmch den Sftro. Arme Käthe, sie hatte schon das erste Mal schwer gelitten, als er sich so plötzlich jener Amerikanerin verlobte, wen» fie auch zu stolz war, ihr Leid zu gestehen. Und nun? Im Ge­heimen hatte fie doch wohl gehofft, so abwehrend fie fich auch gegen jede Anspielung verhielt, daß er von ihr fich ttösten lassen werde. Wer fie nur sei» mag, bie Eva vou Strachwitz gemeint hat?

Ja, wer sie nur sei» mag? Käthe wußte es, seit Axel ihr zusammen m Raduitz beim Grafen Wölben gewesen, und beßhalb hörte fie auch ohne Zeichm stchtticher Uebenaschung zu, als er jetzt leb­haft begann:

Ich kann Dir gar nicht sagen, Käthe, welch' ein Stein mir vom Herzen gefallen ist, als ich hörte, jene Frembe werbe nicht ben Namen Wenzelen tragen, nicht Wolfs Gattin werbe». Gerabe jetzt wäre es mir doppelt peinlich gewesen, in ihr eine Verwandte betrachten zu müssen, jetzt .. ."

Er zögerte. Sie sah ihn großen forschende» Auge» an.

Gerade jetzt?" wiederholte fie.

Ja jetzt, staune nicht zu sehr, da ich im Be­griffe bin, ein neues Band zu knüpfen. Du Käthe, bist die Erste, die davon etwas erfährt; noch weiß es, ahnt es Niemand!"

Sie lächelte wehmüthig. Ach, man wußte unb ahnte ja längst

Ich wm gestern in Rabnitz", fuhr er halb­lauter Stimme fort,unb habe mir von Helene das Jawort geholt.

lassen haben würde, wenn er bie Wahrheit über ihn gewußt hatte. Angekl.: Ich bin dieser Ansicht. Präs.: Ja, daun hätten Sie boch erst recht nicht zu einer falschen Darstellung im Bericht zu greifen brauchen!

Oberstaatsanwalt Drescher: Mein Vorwurf geht bahin: Ich war es, bei ben Polizeiprästbenten auf» forberte, einen Bericht über bie Angelegenheit von bem Angeklagten einzufordern. Ich verfolgte damtt den Zweck, Anhaltspunkte über bie Glaubwürdigkeit des v. Lützow zu erhalten. Wenn nun in einem solchen Falle, wo der Präfident von seiner sonstigen Gcpflogenhett abweichend über einen ganz bestimmten Agenten bestimmte Auskunft haben will, der An­geklagte einen unrichtigen Bericht einliefert, so wider­spricht daS allerdings nach meiner Ansicht entschieden den Pflichten, die ein Polizeibeamter zu erfüllen hat. Angekl. v. Tausch: Ich muß wiederholen, daß ein Beamter häufig nach eigenem Ermessen handeln muß; kann er dies nicht, dann wird es keine leistungsfähigen Beamten mehr geben.

Dem Angeklagten v. Tausch werden noch ver­schiedene Stellen aus dem stenographischen Bericht vorgehalten, worin der Oberstaatsanwatt eine Ver­letzung der Eidespflicht erblickt. Der Angeklagte sucht diese Vorwürfe durch feine Erklärungen zu entkräften.

Die Vernehmung der Angeklagten wendet sich hierauf den bekannten Arttkeln derWelt am Mon­tag" über den Zarentoast und der Frage zu, ob v. Tausch etwas Falsches beschworen hat, wenn er bestritt, zu dem zweüen Artikel in keiner Beziehung gestanden zu haben. v. Lützow bleibt, wie in dem Vorprozesse, dabei, daß v. Tausch sein höchstes Interesse für den ersten Artikel und dessen Provenienz bekundet habe.'

Durch Beftagung des Angekl. v. Lützow fteBt der Präsident Folgendes fest: Nach dem Erscheinen des ersten Arttkels habe v. Tausch seine Beftiedigung ausgedrückt, daß derselbe veröffentlicht worden war und aus dem Auswärtigen Amt stamme. Er habe hinzugesetzt:Das ist etwas für den Grafen Eulen­burg". Der Angekl. v. Lützow will auch kurz zuvor einen Brief des Grasen Eulenburg mit der Antwort an v. Tausch gesehen haben. Als nach dem Er­scheinen des ersten Arttkels in derWelt am Mon­tag" im Auswärtigen Amtder Teufel los gewesen sei", wie v. Tausch gesagt habe, habe derselbe von v. Lützow noch einen ganz detaillirten Bericht über bie ganze Angelegenheit, über alles, was er in ber »Welt am Montag" mit unb im Anschluß an ben Artikel erlebt verlangt. Dieser sollte bem Grafen

Sie fühlte, wie alle Fmbe aus ihren Wangen wich; dennoch brachte fie es über sich, ihm die Hand zu reichen »nb warm zu ertoibern:

-Ich grotulire Dir aufrichtig; Helene ist ein lieber unb gutes Mädchen"

»Das ist fie, ja," entgegnete er mit auflleuchtenden Augen, und baß Du bas sagst, Käthe, Du, bie ich auf Erbe» am höchsten halte, das gibt unserem Bunbe erst recht bie Weihe. Dir bars ich es ja ge­steh«, Liebe ist es nicht, was mich zu ihr hinzieht. Ich habe einmal geliebt, Einer meine ganze Seele gegeben, sie hat mich getäuscht. Jetzt bin ich mit diesen Gefühlen fertig. Ich sagte mir damals gleich, nun solle allein bie Bannst mich bei ber Wahl einer Gattin letten.

Ja, Käthe, wenn ich Dich hätte bitten bürfen, bie Meine zu werben," er blickte auf und sah ihr bewegt in bie Augen.Ab« bas, das durste ich nicht, nm Deinetwillen nicht, Käthe! Eine Künstlerin, bie fich eine Stellung errungen wie Du, an« ihrem Berufe reißen, fie hinab ziehen in bie alltägliche Misere bes Lebens, ihr bie Schwingen, bie fie hinauf tragen in bas Reich bes Schönen, abschneiden, ihr Genie, bas ich so betounbae, untergeben zu sehen in ber gemeinen Sorge um baS tägliche Srob, nein Käthe, dazu gehörte ein Egoismus, den ich, Gott sei dank nicht besitze; das wäre gnadezu ein Verbrechen gegen ben heiligen Geist gewesen. Dn sollst meine Psyche, mein Jbeal bleiben, das Götterbild, zu bem ich auft'chaue als zu etwas Höhnem, Unerreichbaren, bas tröstenb, ermuthigenb mir bie Fackel emporhält, wen» im Wust ber Arbeit, des Kampfes das himmlische Licht fich mir zu verbuukeln droht. Dich m meine Arme nehmen wie ein gewöhnliches Weib, hieße Dich entgöttliche».

Um Gotteswillen schweig", rief Käthe unb leget