Marburg
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Gard« Ihnen die« vorhielt, da saaten Sie: Er ist eS doch gewesen, ich werde Ihnen die Quittung bringen Nun ließen Sir sich durch v. Lützow die Qusttuug beschaffen. Oberlieutcnant Garde sah sich die Unterschrift an und erklärte dann: „Die Unterschrift scheint mir nicht echt zu sein, aber für uns ist die Sache erledigt." Sie als Polizei- beamtrr müssen ja wissen, was Sie zu thun haben, v. Tausch: Das bestreite ich. Ich hatte das Recht, die 50 Mk., die ich aus meiner Tasche ausgelegt hatte, ersetzt zu bekommen; denn ich hatte im Auftrage des Auswärtigen Ämter gehandelt.
R.-A. LubSzinSki: Weiß der Angeklagte v. Tausch nrcht, daß Kukutsch eine ganz besondere Vertrauensstellung tm Ministerium b«6 Innern ein nahm, insofern er täglich die Rei-tStagsberichte anfertigtr, dir Sr. Majrftät liest? v. Tausch: Ich kannteKukutsch damals garnicht. — Präs.: Warum haben Sie (zu v. Tausch) nicht einfach reine Bahn gemacht und das Geld an Kukutsch geschickt? ».Tausch: DaS konnte ich nicht gut, Herr Präsident. — Präs.: Als nun festgestellt worden war, daß Kukutsch auch nicht drr Schimmer einer Schuld trefft und der Oberftlieutenant
Bermträchttgung zu wahren. Er hab« auch einmal von Herrn v. Köller selbst einen besonderen Auftrag «holten und auch diesem keine Klarheit verschafft.
Einem Geschworenen ist ein Widerspruch in den Angaben des Angeklagten v. Lützow ausgefallen, v. Lützow habe früher gesagt, daß er in dem Cafe mit Kukutsch gesprochen habe, als er durch v. Tausch abgerufen wurde. Hmte habe er gesagt, daß er Kukutsch, der an einem ""deren Tisch« gesessen, nur gesehen habe. Der Präsident bestätigt die Richtigkeit der Beobachtung des Geschworenen. . Präs.: Da Ihnen vorgeworfen wird, daß Sie nicht das Vergehen Ihres Agenten angezeigt haben, so möchte ich Sie zunächst fragen: Kann ein Polizeimann wie Sie selbst in die Lage kommen, eine strafbare Handlung zu begehen? v- Tausch: Nein. - Präs.: Kann er nicht in die Lage kommen, beispielsweise zur Erreichung von wichtigen Nach- ttchten, tuen Be-mten zu bestechen? Angekl.: Nein, einen Beamten im Innern des Landes nicht.
. .Präs.: Ich möchte den Angeklagten v. Tausch fragen, ob bte Theorie, baß man bie strafbare Handlung eine« Agenten nicht zur Anwendung bringen kann, wenn er ein nichtiger Agent ist und man ihn nicht entbehren kann, auch Platz greifen soll, wenn Eigemhum und Ehre Driver an« ««griffen wird. Angell.: Nein, in solchem Falle nicht.
Der Präsident vertagt hierauf die Sitzung bis Mitt« woch ftuh 9 Uhr.
Präs.: Warum haben Sie die Urkundenfälschung des Herrn v Lützow, die Ihnen doch bekannt sein mußte, nicht zur Anzeige gebracht, v. Tausch: Ich fürchtete, höhere Inte reffen zu verletzen. Ebensogut konnte ich ja fragen: Warum macht Oberstlieutenant Gaed« keine Anzeige?
Präs.: fragt v. Tausch, ob er zugiebt, daß v. Lützow auch bisweilen Extta-Honorare erhalten hat? v. Tausch: Von der Polizei nie. — R.-A. Holz: Aber von andern Behörden. - Präs.: Angeklagterv. Lützow, ist das richtig ? v. Lützow: Za, ich habe einmal sogar ?000 Mk. erhalten. 77,Präs.: Wollen Sie nicht sagen, von wem. v. Lützow: Nein. — Präs: Sie bleiben also dabei, daß v. Tausch gewußt hat, daß der Name Kukutsch gefÄscht war? v. Lützow: Ja, ganz gewiß hat er das gewußt - Präs: Und Sie als ehemaliger Offizier und gebildeter Mann wollen nichts darin gefunden haben, einen fremden Namen in dieser Weise zu mißbrauchen? v. Lützow: Ich habe ja mindestens zwanzigmal auf Geheiß des Herrn v. Tausch fremde Namen unter Quittungen schreiben müssen.
Präs: Nun erfahren Sie es an Ihrem eignen Leibe, was es heißt, einen fremden Namen zu mißbrauchen. — Lützow: Herr Präsident, ich wurde leider zuletzt etwas abgebrüht. Wenn ich Ihnen alle Aufträge nennen dürfte, die mir aufgebürdet wurden, würden Sie eine andere Meinung von mir bekommen. Vielleicht komme ich doch noch dazu, alle« zu offenbarem
Oberstaatsanwalt Drescher: Der Angellagte v. Tausch fcot zugestanden, daß er schließlich Herrn Oberstlieutenant Gaede die Ueberzengung ausgedrückt habe, daß er von ». Lützow in diesem Puntte hintergangen sei. Hielt er es nicht für ieiue Pflicht, nachdem ihm diese Erkenvtviß gekommen, alle Schritte ,n thun, um von seinem höchsten Chef den Verdacht, der auf ihm so lange lastete, zu nehmen? Hielt er es nicht für seine Pflicht, Anzeige zu erstatten? v. Tausch: ich muß dabei bleiben, was ich schon einmal gesagt habe, dann wäre ee ja öffentlich Breitgetreten worden, und dies hielt ich nicht im Staatsinteresse liegend - Präs.: Ich dächte doch, es wäre ein hohes Staate- intereffe, von einem hohen Staatsbeamten einen Verdacht iu nehmen, der ihm ohne sein Wiffen angehängt worden war. Angekl.: Ich dächte, das wäre mehr Aufgabe des KriegsminifteriumS gewesen, diesen Verdacht gegen den Minister des Innern zu beseittgeu. Meine» Amtes als KriminalkommiffariuS war dies nicht.
Oberstaatsanwalt Drescher hebt eS als belastend noch hervor, daß v. Tausch weder in seinem Bericht an seine vorgesetzte Behörde, noch in seinem Bericht an den Polizeipräsidenten, den der Minister des Innern von diesem über bie Kukuych - Affäre eingeforbert hatte, ein einziges Wort über die QuittungSfälschuug erwähnt habe. Er habe eS auch nicht für nöthig erachtet als Ehrenmann, in bem Pro^ß Leckert • Lützow die Ehre des Herrn Kukutsch vor
(Dritter Tag.) R.-A. Sello erklärt, daß, falls Dr. Lubszynski sich wieder über Mütheilungen äußern sollte, die ihm v. Lützow bei Gelegenheft seines sogenannten Geständnisses gemacht haben solle, er ihn als Zeugen in Anspruch nehmen müßte. R.-A. Lubszynski bestreitet, über die ihm zustehenden Befugnisse hinausgegangen zu sein. Der Vorsitzende tritt ihm darin bei und erklärt, daß er es für seine Pflicht gehalten habe, der Vertheidigung der Angeklagten, die für ihre Ehre und Existenz kämpfen, den weftesten Spielraum zu geben. — Längere Erörterungen knüpften sich an den Antrag der Ber- theidiger Lützows, den Polizeirath Zahn in Sttaßburg als Zeugen zu laden. Der Gerichtshof behält sich eine Befchlußfassung über den Antrag vor. — R.-A. Lubszynski bittet um Auskunft über das Schicksal seines Anttages, den Herrn Minister v. d. Recke zu laden. Der Vorsitzende erklärt, daß der Gerichtshof den Antrag abgelehnt habe.
Hierauf wird die Erledigung des Anklagcmaterials fortgesetzt. — Präs.: Angeklagter v. Tausch, Sie haben gestern zugestanden, daß Sie einen unbestimmten Verdacht gehabt haben, daß die Quittung gefälscht sei. Sie geben doch zu, daß Sie als Kriminalbeamter zur Verfolgung strafbarer Handlungen mitzuwirken hatten? — v. Tausch: In diesem Falle nicht. — Präs.: Hat Oberstlieut. Gaede nicht gesagt: Was Sie weiter thun wollen, ist Ihre Sache? — v. Tausch: Gewiß; ich entnahm aber aus den
Käthe blickte ihn etwas erstaunt an.
„Trauerst Du ihr wftklich immer noch nach, dieser Sftene, in deren schönem Körper keine Seele wohnt?"
„Nein, keine Seele," wiederholte er, „Du hast recht, sie ist nicht werth, daß mau ihr nachttauert, und dennoch —*
Eva von Strachwitz, die au Axels anderer Sefte aß, ganz in rosa gekleidet, wie em eben erblühtes Röschen, und ttotz ihrer berufenen Gelehrsamkeft im ausgelasiensten Geplauder mft Ellys Bruder begriffen, wandte sich jetzt mü der Frage zu diesem, ob er schon wiffe, daß sein Vetter Wolf vor wenigen Tagen ganz unerwartet »ach Gattersberg zurückge- kehrt sei. Em allgemeines Ah, ein Aufhorchen — „Ich dachte, er solle noch längere Zeü im Süden bleiben," warf bie Geheimräthin ein.
„3o, so hieß eS! aber es ist ja schon warm genug auch hier bei unS im Norden, und ich hörte, der Baron solle durchaus nicht wohl znrückgekehrt sein, sondern sich das Malariafieber in Rom geholt haben? —"
„Unb seine Frau," konnte Elly sich nicht ent- haltm einzuwerfen. „Ist fie jetzt bei ihm?"
„So viel ich gehört habe ist fie noch immer bei ihrer Mutter iu Hertheftu."
Axel zog die Stirne kraus, ohne ein Wort zu sagen. Äitrt aber rief in der seligen Weinstimmung, in der er fich befand, seine Worte wenig wägend:
„Man erzähtte fich ja schon in meinem Regiment, daß Wolf sich scheiden lasie und die schöne Miß Graham heirathen wolle."
Allgemeiner Schrecken; Alles sah auf Axel, der indeffen ruhig da saß, als habe er nichts gehört, als ginge ihn das gar nichts an.
„Sie sind falsch berichtet, lieber Kurt," warf
jetzt Doktor Schimmer mit einem raschen Blick auf Axel ein. „Das ist Verleumdung, nichts als Verleumdung. Las ich doch heute in einer üalimischeu Zeitung, die mir gerade in die Hände fiel, daß die genannte Dame fich in Rom mft einem russischm Fürsten verlobt habe oder verloben werde."
Axel sah jetzt auf und mit scharfem Blick den Sprecher an.
„Ist das wahr?"
„Ich kann nur wiederholen, daß ich eS so gelesen habe."
Axel antwortete nicht, unb das Gespräch lenkte ich sofort auf ein anbereS Thema.
„Ein Wort im Vertrauen," bat er nach aufgehobener Tafel, mft Käthe in bie gewohnte Ecke in ben kleinen Salon fich zurückziehend, ein Platz, auf bem sie ost schon Zwiegespräch gehalten, wenn bie Tante beim Nachmittagsschläfchen nickte, unb Elly, vom Erker auS, fich damit mfterhiett, bie Vorübergehenden zu mustern.
Auch heute thellte fich die kleine Gesellschaft in verschiedene Gruppen. Elly zog ihren Verlobten mft ich in den Erker, wo er, ben Arm um sie geschlungen zärtlich mit ihr plauderte, während die Geheimräthin mit Eva von Strachwitz und ihrem Sohne den Hauptplatz um den runden Sophatisch einnahm, auf >em die Lampe stand und einige Albums zum Au- chaueu ausgebreftet.
„Wann feiern wir denn wieder Verlobung, Mütterchen?" fragte Kurt, lachend auf das Paar in der Ecke deutend. „Es scheint mir, dort brennt es auch schon lichterloh."
Eva von Sttachwitz folgte mft den Augen seinem Blicke, schüttette bann aber leise den Kopf.
(Fortsetzung folgt.)
(Nachdruck verboten.)
S ch w e ft e r I l s e. Roman von Clariffa Lahde.
(Fortsetzung.)
Präs.: Wer hat denn die Quittung geschrieben? v. Lützow: Den Text habe ich geschrieben, wer die Unterschrift gemacht, weiß ich nicht mehr genau. - Präs.: Sir haben zuerst drei Personen genannt, di« dir Unterschrift grleistkt babrn tonnten. Diese Personen haben unter ihrem Eide dies verneint, während der Schreibsachverständige begutachtet hat, daß die Unterschrift wahrscheinlich von Ihnen herrührt, v. Lützow: Di« Gutachten der Graphologen find bekanntlich nicht sehr zuverlässig, aber wenn es der Gutachter sagt, dann kann man bekanntlich wenig dagegen thun. Es ist also möglich, daß ich die Quittung unterschrieben hab«. Ich kann nur dabei bleiben, daß ich die Wahrhett gesagt und mtt Brief und Quittung eine von Tausch bestellte Arbett verrichtet habe.
ich? Die Andern sehen nur, was Du leistest, ich was Du bist."
Käthe war stoh, daß fie jetzt v»r ihrem Platze stand unb bie Hanb aus bem Arme bes Vetters ziehen konnte; ihr Zittern hätte ja verrathen können, was fie int Innern bei biefen zärtlichen Worten durchbebte. Für fie hieß es jetzt, fich boppell umzern, nach außen hin nur noch mehr bie auf ich selbst gestellte Frau hervorkehren, um jeden Argwohn von fich abzuwenben, als hege fie im Herzen dennoch Sehnsucht, der Coustne Beispiel nachzuahmen.
Dottor Schimmer, ebenfo glückstrahlend und Hefter wie seine Elly, der in Axel außer bem Freunde unb Vetter feiner Braut auch noch ben Mitbegründer eines Glückes sah, fand eS angezeigt, ans besten Toast zu Ehren beS Brautpaares in langer unb sehr gewählter Rebe zu antworten, in bet et Axels hervorragenden Charakter, feine Geisteseigenschaften -ries unb ihm eine ruhmvolle Zukunft in Aussicht telltc. „Denn Eines weiß ich ganz sicher," so chloß er, „sein Weg geht aufwärts, unb wir werben einmal Alle stolz barauf sein, ja, wir finb es heute schon, baß wir ihn zu ben Unseren zählen lürfen."
Die Gläser klangen hell an einanber, Axel verneigte fich nach allen Seiten; aber feine Züge behielten den gewohnten Ernst, üjn vermochte selbst die Heüerkeü der Andern nicht anzustecken.
„Kanu der Ruhm glücklich machen?" sagte er leise, fich zu Käthe neigend. „Ich habe mir ein anderes Glück gettänrnt. Mft einem geliebten Weibe im Arm glaubte ich der Welt und ihres Glanzes entbehren zu können. Wie gern wäre ich an Schimmers Stelle und von den Erfahrungen des letzten Jahres verfchont geblieben."
Prozeß v. Tausch - v. Lützow.
Berlin, 25. Mat.
ßs folgt bte Vernehmung des Angeklagten v. Tausch te die Angelegenheft der „Münchener Neuesten Nachrichten." tz, dort erschienene Depesche über die StaatSministerial- tofl in Sachen der Milftärstrafprozeßordnung, die von ^beiden Angeklagten nach dem Urheber angestellten Ernten, die Hineinziehung des Namens Kukutsch, die inaf bezüglichen Daten sind ans dem Leckert-Lützow- •jjefie zur Genüge bekannt. — v. Tausch theilt in dieser sitijang nochmals mit: Als er von dem Oberstlieutenant Ito, der einigen Verdacht gegen den Minister v. Köller ijete, den Auftrag zu den Recherchen erhalten, habe er in Ao geklagten v. Lützow feinerfefts damtt betraut. Er Sie mit dem Oberftlieutenant Gaede das bekannte Ab- Mw getroffen, daß, um Gelegenheit zur Anfttengung et Untersuchung gegen Unbekannt zu erhalten, der MMe Brief an den Kriegsminister geschrieben werden Ute, in welchem in einem Verse der Verdacht auf Homann, jflatbt und Kukutsch gelenkt wurde. DaS Verfahren gegen hktamt fei darauf eröffnet worden. Am Tage darauf l r. Lützow bei ihm erschienen und habe erklärt, daß er v, Verfasser deS Telegramms ermittelt habe, eS sei der im Maischen Bureau de» AuSwärttgen Amts angestellte Drnalist Kukutsch gewesen, dieser verlange aber 10 Mk. k Angeklagte habe dem Mitangeklagten 60 Mk. geschickt »ihn aufgefordert, sich eine Quittung von Kukutsch geben z An. Nach mehrmaligem Drängen habe v. Liftow die jittnng gebracht. Die Unterschrift sei ihm gleich ver- Wg vorgekommen unb dies habe er auch dem Angeklagten ISN» zu erkennen gegeben. - Präs.: Nun bestreitet chi Cbeiftlieutenant Gaede, daß er einen Verdacht gegen 1 Minister v. Köller ausgesprochen habe. Angeklagter: ÄaUieutenant Gaede nannte zwei Namen, welche eigent- * mir iu Betracht kommen könnten, und einer dieser Namen v der des Ministers v. Köller.
Angeklagter v. Lützow: Der Angeklagte ».Tausch habe 1 gleich bei der ersten Information über diese Affaire Schell), daß man im KriegSminifterium den Minister v. dr im Verdacht der Indiskretion habe. Auch der Fürst W®5« und der Frhr. v. Marschall hätten eS für wög- ! ‘rlärt, daß der Minister v. Köller der Inspirator der seiche sei. Am nächsten Tage hat mir Herr v. Tausch « Verdacht gegen das Ministerium des Innern wieder- 1 Er sagte, der Verdacht gegen Herrn v. Köller habe ! tm Kriegsministerinm verdichtet und man vermute, daß 0». Köller durch einen feiner Literaten die Nachricht in i Leit geschickt habe. v. Tausch habe ihn gefragt, ob er
btefer Herren kenne und, da er nur Hamann kannte, : diesem aber nicht anbinden wollte, habe ihm v. Tausch W, er solle fich dann mal an Kukutsch heranmachen. tJBtsf.: Die Anklage steht auf dem Boden, daß Sie durch P-Wtegtlung falscher Thatsachen von dem Angeklagten v. Mich einen rechtswidrigen Vermögensvortheft herauSge-
habe», daß v. Tausch von Ihnen Nachrichten Verve unb baß Sie schließlich ihm gemelbet haben, er könnte die Vermittlung von Kukutsch Nachrichten erhalten, »wße aber 50 Mk. — v Lützow: Herr v. Tausch Halle
in wiederholten Gesprächen genau erfahren, daß ° «dlttch nichts zu erreichen war. Er war aber außer- ^mich interesfiri, wollte dem KriegSminister auf alle
Halle gern gefällig fein und saß mft fortgesetzt auf dem Nacken, etwa» zu bringen, wa» die Verfnsierschaft des Herrn v. Köller bestätigen könnte. Er versprach mir ein hohes Honorar, wenn ich etwa« heranskriegte. Sowohl von dem Präfidenten wie von dem Oberstaatsanwalt weiden viele Momente hervorgehoben, die diesen Theil der Aussagen des Angeklagten v. Lützow als gänzlich unglaubwürdig erscheinen ließen. - Präs.: Kein Mensch hier im Saale wird fich der Ueberzengung verschließen können, daß das, was Sre jetzt sagen, wisientlich falsch, die tröffe Unwahrheit ist. Menn ein Appell an Ihr Ehrgefühl nicht ganz und vollständig vergeblich ist, so ermahne ich Sie nochmals mit allem Nachdruck, hier die Wahrheit zu sagen. Sie allein haben die Quittung fabrizirt, die Sie mit dreister Stirn bis zum letzten Augenblick als wahr hinstellten, selbst als Herr Kukutsch in einer sehr dramatischen Scene sich gegen Ihre volle Verlogenheit wehrte und dem Gerichtshöfe klar machte, daß er nicht solch ein Subjett sei. der fich von Ihnen 50 Mk. zahlen laffe. Erst als Sie sahen, daß man Sie durchschaute, ließen Sie fich zu Ihrem Geständniß herbei. Nun bletben Sie aber auch ernstlich bei der Wahrheit. Es handelt fich für Sie gegenüber der ersten großen Sache nur nach um eine Kleinigkeit. Das Delitt der Urkunden, fälschung bleibt bei Ihnen schon nach Ihren eigenen bisherigen Aussagen felsenfest bestehen. ES kommt bloß daran" an, ob Sie auch noch einen Betrug verübt habe», v. Lützow (mit fester Stimme): Mir find 50 Mk. zugesagt für meine Bemühungen. Ich habe 50 Mk. rechtmäßig erhalten. Ich habe den Auftrag bekommen, den VerSbrief und noch einige andere Briefe zu schreibe», und Herr v. Tausch hat mich beauftragt, die vou ihm bestellte Quittung mit dem Namen Kukutsch zu versehen. - Prä'.: Ich glaube nun wirklich, daß der Appell an da» Ehrgefühl bei Ihnen ganz unangebracht ist. Was Sie da sagen, wird Ihnen kein Mensch glauben. — Oberstaatsanwalt Drescher: Ich habe die feste Ueberzengung, daß in diesem Punkte der Angeklagte v. Lützow wider befferes Wissen mft der Wahrheit zurückhätt. - v Lützow: Diese Quittung ist bestellt, und zwar von Herrn v. Tausch.
ruft entgegen di« Expedition dieses Blatte«, noncen-Bureaux vou Hsasenstein & Vogler i» M-, (Hri/magbetorg’Z W1«n; Rud°ff HXII nksurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. ‘ -xWW
tu Frankfurt a. M., Berlin, Hamtover, Pari«.
.Das ist so Ansichtssache," meinte Käthe lächelnd ■ Sientnant Willrich. „Doch streite» wtt nicht darüber, hilf lieber der Mama die Gardinen “Wi, und mache Dich nützlich. Zn solchen kwgsauStauschen habe» mir heute wirklich gar * Zeit."
$it Dame» mußten sich bald zurückziehen, um 2* zu machen; auch Kurt suchte das für ihn ?®tc' sonst zu WirthschaftSzweckeu bauchte kleine warn« auf und warf fich in de» Waffeurock, des Familienfestes.
sah sehr lieblich ms in dem lichtblauen E von leichtem Sommerstoffe, im Haar unb am ® Stlbt Marschall- Nielrosen mtS dem von ihrem T5*” gespendeten Strauße. Käthe, iu einem .einfachen weißen Krepekleide bildete mft ihrer ^Nutten ErscheinMg, dem btinflen ausdrucks- «°Vfe, einen wirksamen Gegensatz zu bei Anmuth bet Cousine.
L’^tiienb," sagte Axel, als er fie begrüßte, unb KT "ist ihre Hand. „Wie Du immer auch im toi8 Richtigste zu wählen weißt, eine Künstlerin
siehst mft dem Auge der Freundschaft," sie mit leichtem Errötheu.
'Unb deßhalb besser und klarer, als irgend ein u® m der Wett," entgegnete er, ihr den Arm u* sie zu Tische zn führen, und leiser fügte s'^er kann Deinen Werth besser schätzen als
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nb EMÄttio«: Markt Sl. i“ Jllustrirtes Sonntagsblatt. v««t»,ri»ch f»r d«n all,«meinen Theft: Redakteur R. Hartman», ____' iw »tn jnuauumni: Joy. A»g. Koch, beide ix Marburg.
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